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Windows Insider Program: Wie Microsoft den Datei-Explorer beschleunigen will


Bei der Rundumerneuerung von Windows 11 ist der Datei-Explorer eine der zentralen Baustellen. Upgrades gibt es in der aktuellen Windows-Insider-Build im Experimental-Kanal. Ob Preloading eine geeignete Methode ist, damit sich der Datei-Explorer im Alltag geschmeidiger anfühlt, bleibt aber strittig.

Das Preloading testet Microsoft bereits seit November 2025 im Windows Insider Program. Teile des Explorers werden also bereits im Hintergrund geladen, sodass dieser beim Öffnen eines Fensters schneller bereit ist. Die Konsequenz ist aber ein höherer RAM-Verbrauch. Laut einer Analyse von Windows Latest benötigt der Explorer-Task ohne Preloading 32,4 MB RAM und mit dem Preloading 67,4 MB RAM.

Rund 35 MB RAM sind angesichts der typischen RAM-Mengen in Systemen nicht viel. Dennoch steht die Frage im Raum, ob das Preloading-Konzept trotzdem sinnvoll ist.

Preloading überdeckt Probleme mit Altlasten

Dass der Datei-Explorer sich in Windows 11 langsamer anfühlt als in Windows 10, liegt an den modernen WinUI/XAML-Elementen, die auf der klassischen Win32-UI-Basis aufbauen, beschreibt Windows Latest. Während Windows 10 noch die klassische Win32 UI nutzt, verwendet Windows 11 zwar ebenfalls denselben Kern des Systems, ergänzt diesen aber um WinUI-Elemente. So sorgt die Integration des moderneren Benutzeroberflächen-Frameworks für zusätzliche Rendering-Ebenen, die den Datei-Explorer behäbiger wirken lassen.

Preloading hilft nun, den Datei-Explorer wieder schneller wirken zu lassen. Wie Windows Latest anmerkt, hilft diese Lösung aber nur beim ersten Start. Sind die Fenster erst geöffnet, kann es sich immer noch schwerfällig anfühlen, wenn Anwender sich durch Ordner mit Vorschaubildern wühlen oder das Kontextmenü öffnen.

Ein weiterer Kritikpunkt, der in sozialen Netzwerken immer wieder genannt wird: Das Preloading überdeckt am Ende Probleme, die sich aus einem veralteten technischen Grundgerüst ergeben.

Microsoft optimiert auch den Kern des Datei-Explorers

Am Kern des Datei-Explorers setzt Microsoft auch an, erklärt Tali Roth. Sie ist verantwortlich für den Bereich Windows Shell. Wie Roth auf X schildert, optimiert Microsoft etwa die Startsequenz, indem die Ladereihenfolge sowie kritische Pfade im Code des Datei-Explorers optimiert werden. Entfernt werden zudem unnötige Prozesse und visuelle Animationen, die Verzögerungen ausmachen. Und um generell die Geschwindigkeit des Datei-Explorers zu erhöhen, arbeitet man daran, unnötige Festplattenzugriffe und Hänger zu reduzieren.

Laut Windows Latest sind solche Maßnahmen tatsächliche Fortschritte, die den Datei-Explorer beschleunigen. Bis der Umstieg auf WinUI 3 abgeschlossen ist, verursacht die hybride Framework-Architektur eine zusätzliche Rechenlast. Die Optimierungen zeigen aber nur, dass Microsoft ernsthaft an dem Problem arbeite und es nicht nur mit zusätzlichen Hardware-Ressourcen – also mehr RAM-Verbrauch – erschlagen wolle.

Für die Allgemeinheit freigegeben werden die Datei-Explorer-Optimierungen laut Roth in den nächsten Monaten.

Explorer-Optimierungen in der aktuellen Preview Insider Build

Verbesserungen für den Datei-Explorer verteilt Microsoft auch über die aktuelle Windows 11 Preview Build 26300.8376 im Experimental-Kanal. So unterstützt die Adressleiste nun Pfade mit doppelten Backlashes sowie Anführungszeichen wie etwa C:\Users\user oder „C:\Users\user“. Verbessert wird auch die Lesbarkeit von Dateigrößen, indem diese in der Detailansicht mit der passenden Einheit angezeigt werden – also etwa KB, MB oder GB anstatt ausschließlich KB.

Microsoft setzt auch beim Umbenennen an. Reine Änderungen von Groß- und Kleinschreibung werden nun etwa sofort in der Ordneransicht übernommen.

All das sind Bestandteile von Microsofts Rundumerneuerung für Windows 11. Neben Performance-Verbesserungen zählen dazu auch Optimierungen bei der Benutzeroberfläche und der KI-Integration.

Hintergründe zur Runderneuerung von Windows 11



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