Datenschutz & Sicherheit
Windows-Update-Vorschau: Neue Secure-Boot-Zertifikate, App-Backups und mehr
In der Nacht zum Mittwoch dieser Woche hat Microsoft die Update-Vorschau für Windows 11 veröffentlicht. Sie fällt im Februar recht umfangreich aus. Die Aktualisierung bringt unter anderem neue Secure-Boot-Zertifikate und führt Wiederherstellungsfunktionen für das Windows-Backup für Organisationen ein.
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Die Details der Änderungen mit den Updates listet Microsoft im Knowledgebase-Eintrag KB5077241 auf. Nach der Installation steht Windows 11 auf den Build-Nummern 26200.7922 (Windows 11 25H2) oder 26100.7922 (Windows 11 24H2). Eigentlich soll die Update-Vorschau nicht sicherheitsrelevante Bestandteile der Updates des kommenden Microsoft-Patchdays einem größeren Test unterziehen. Im Februar gehören jedoch auch aktualisierte Secure-Boot-Zertifikate zur Liste der aktualisierten Komponenten. Die alten laufen im Juni dieses Jahres aus, die neuen werden nun auf mehr Maschinen verteilt. Außerdem haben die Entwickler an der Zuverlässigkeit der BitLocker-Laufwerksverschlüsselung gearbeitet. Jetzt sollen Systemhänger nach Eingabe des BitLocker-Wiederherstellungsschlüssels nicht mehr auftreten.
Update-Bestandteile auch für Unternehmenskunden
Bestandteil von Windows Backup für Organisationen ist auch die Wiederherstellung der Apps aus dem Microsoft Store sowie deren Einstellungen. Das hat Microsoft etwa für den reibungslosen Umzug von Windows 10 auf Windows 11 angepriesen. Beim ersten Login auf Geräten, die an Microsoft Entra angebunden sind, auf Cloud-PCs und in Mehrbenutzerumgebungen startet nun der zugehörige Wiederherstellungsprozess, sodass Nutzer und Nutzerinnen auch auf neuen PCs die gewohnte Umgebung vorfinden. Die „schnelle Systemwiederherstellung“ (Quick Machine Recovery, QMR) schaltet Microsoft nun auf Windows-Pro-Ausgaben scharf, die nicht in einer Organisationsumgebung oder Domäne verwaltet werden. Sollte ein Rechner nicht mehr starten, weil etwa ein Treiber einer Sicherheitslösung wie der von Crowdstrike Mitte 2024 millionenfach den Startvorgang verhindert, startet dadurch die Windows-Wiederherstellungsumgebung, verbindet sich ins Netz und übermittelt Diagnose-Daten. Daraufhin soll sie Lösungen anwenden, die den Rechner wieder normal starten lassen.
Die Update-Vorschau bringt zudem Funktionen mit, die erst vergangene Woche in der Windows-Insider-Vorschau im Release-Vorschau-Kanal gelandet sind. Dazu gehört ein Geschwindigkeitstest für die Netzwerkverbindung, der sich direkt aus der Taskleiste über einen Rechtsklick auf das Netzwerksymbol starten lässt. Neben einem stilisierten Tachometer-Symbol lautet der neue Eintrag „Geschwindigkeitstest durchführen“. Etwas unerwartet startet das lediglich eine Bing-Suche im Standardbrowser nach „Speed Test“, wobei sich ähnlich wie bei der Google-Suche nach dem Begriff ein direkt auf der Ergebnisseite eingebetteter Speedtest starten lässt. Ebenfalls an Bord ist nun die native Sysmon-Unterstützung, wodurch das Überwachungs- und Debugging-Tool direkt als Windows-Zusatzfunktion installiert werden kann.
Mehr Werbung
Weitere Änderungen fallen dahinter etwas zurück. Mehr Werbung im Betriebssystem verkauft Microsoft als Verbesserung im Konto-Menü des Startmenüs, in dem eine „Benefits-Seite“ nun die Übersicht und Verwaltung der Benefits des Microsoft-Kontos ermöglicht. Die Kamera-Einstellungen ermöglichen die Konfiguration von Pan und Tilt bei unterstützten Kameras. Widget-Einstellungen öffnen jetzt eine ganze Seite, anstatt nur einen Einstellungsdialog anzuzeigen. Desktop-Hintergründe können im WebP-Format vorliegen.
Für Windows 11 auf ARM-Prozessoren macht Microsoft nun auch Remote Server Administration Tools (RSAT) verfügbar. Damit lassen sich Active Directory Domain Services und LDAP-Service-Tools und weitere installieren. Die Windows-Update-Seite in den Systemeinstellungen soll schneller reagieren. Auch Nearby-Sharing soll mit größeren Dateien verlässlicher sein.
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Das Update erhalten Windows-11-Installationen automatisch, sofern die Option „Erhalten Sie die neuesten Updates, sobald sie verfügbar sind“ auf der Windows-Update-Einstellungsseite aktiviert wurde. Ansonsten bietet die Suche nach Updates die Aktualisierung als optionales Update an.
(dmk)