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Wir haben uns konsequent auf unseren USP konzentriert


#Interview

Vor vier Jahren starteten Dennis Nasrun und Felix Mücke das ClimateTech metiundo. Inzwischen beschäftigt das Startup rund 70 Mitarbeitende. „Aktuell betreuen wir Kundenaufträge mit einem Annual Recurring Revenue von rund 3 Millionen Euro“, sagt Gründer Nasrun.

Das Berliner Startup metiundo, 2021 von Dennis Nasrun und Felix Mücke gegründet, bietet „Immobilieneigentümern eine Lösung für die Optimierung ihres Energie- und Wasserverbrauchs“. Dabei geht es insbesondere darum, „CO2-Emissionen im Immobiliensektor zu reduzieren“. 

Der englische GreenTech-Investor Octopus Energy Generation investierte kürzlich 40 Millionen Euro in das Unternehmen. „Der erste Kontakt entstand auf der E-World im vergangenen Jahr. Der Investor ist dort auf uns zugekommen. Daraus hat sich Schritt für Schritt eine Zusammenarbeit entwickelt, die fachlich wie menschlich gut gepasst hat“, erzählt Gründer Nasrun.

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt der metiundo-Macher sein Unternehmen einmal ganz ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter metiundo erklären?
Wenn du wissen willst, wie viel Strom, Gas, Wärme oder Wasser ein Haus wirklich verbraucht oder wie viel Strom eine Solaranlage erzeugt, dann muss das jemand messen. Genau das machen sogenannte Smart Meter. Wir von metiundo kümmern uns darum, dass diese Messgeräte gekauft, vermietet, installiert und zuverlässig betrieben werden. Die vielen Messwerte laufen dann digital bei uns zusammen. Aus diesen Daten machen wir alles, was man im Alltag braucht: Abrechnungen, Stromverkauf, Verbrauchsanalysen oder Einsparungen. Kurz gesagt: Wir sorgen dafür, dass Energiedaten sauber erfasst und sinnvoll genutzt werden können.

War dies von Anfang an Euer Konzept?
Das war von Anfang an unser Kernkonzept – und wir sind diesem Weg treu geblieben. Natürlich haben wir Details geschärft und Prozesse verbessert, aber unser grundlegender Fokus auf Messinfrastruktur und Datenplattform hat sich nicht geändert. Rückblickend war diese Klarheit eine unserer wichtigsten Stärken.

Wie hat sich metiundo seit der Gründung entwickelt?
metiundo wurde vor vier Jahren gegründet und ist heute bundesweit aktiv. Wir beschäftigen rund 70 Mitarbeitende an den Standorten Berlin und Heidelberg. Aktuell betreuen wir Kundenaufträge mit einem Annual Recurring Revenue von rund 3 Millionen Euro. Im Feld sind derzeit etwa 21.000 Smart Meter im Betrieb – allein 2025 haben wir dieses Volumen im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Einige Finanzierungsrunden haben sich deutlich länger gezogen als geplant, sodass wir kurzfristig mit Bridge-Finanzierungen arbeiten mussten. Besonders schmerzhaft waren zwei sehr weit fortgeschrittene Runden, die jeweils kurz vor Weihnachten geplatzt sind. Außerdem haben wir viel Zeit in Gespräche mit Investoren investiert, die im Nachhinein einfach nicht zu unserem Geschäftsmodell gepasst haben. Hinzu kam in der Anfangszeit der langfristige Ausfall einzelner Schlüsselpersonen, was für das Team eine echte Herausforderung war.

Und wo hab Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir sind unserem Pfad treu geblieben und haben uns konsequent auf unseren USP konzentriert: die Datenplattform. Ein weiterer Erfolgsfaktor war der Fokus auf durchgängige digitale Prozessketten statt Insellösungen. Technisch haben wir bewusst langfristige Architekturentscheidungen getroffen, auch wenn sie ein paar Wochen länger gedauert haben als schnelle Quick Fixes. Und nicht zuletzt: unsere Organisation und Kultur. Wir hatten kaum Kündigungen und ein sehr stabiles Team. Das ist alles andere als selbstverständlich.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Sich selbst treu bleiben und an die eigene Idee glauben – und sich nicht ständig von außen verunsichern lassen. Viele meinen es besser zu wissen, aber man sollte sich nicht für Investoren verbiegen. Rat einholen ist wichtig, aber von den richtigen Menschen: denen man vertraut und die wirklich beurteilen können, wovon sie sprechen, idealerweise andere Gründer:innen. Außerdem lohnt es sich, bei langfristig wirkenden Entscheidungen immer zwei Schritte vorauszudenken – sei es in der IT-Landschaft oder in der Organisation. Kultur entsteht nicht von allein: Es braucht bewusst passende Hires, Vielfalt in Persönlichkeiten und Kompetenzen und aktives Kümmern um das Zusammenwachsen des Teams. Und ganz pragmatisch: Keine Zeit mit Investoren verschwenden, die mit dem Geschäftsmodell nichts anfangen können. Fokus spart enorm viel Energie.

Wo steht metiundo in einem Jahr?
In einem Jahr wird unser Team ein weiteres Mal um rund 50 % gewachsen sein und den Sprung vom Startup zum Scale-up geschafft haben. Wir arbeiten dann skalierbar und effizient auf dem Weg zur nachhaltigen Profitabilität ohne dabei unsere Kultur und die Werte zu verlieren, die metiundo heute ausmachen.

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Foto (oben): metiundo



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