Künstliche Intelligenz
Wir retten euer Weihnachten | c’t 3003
Nur noch drei Wochen bis Weihnachten! Aber kein Problem, c’t 3003 hat ein paar wirklich einigermaßen originelle Geschenke-Tipps.
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Transkript des Videos
(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)
Guckt mal hier, das bin ich, wie ich jedes Jahr wieder panisch durch die Gegend renne, weil ich mich nicht rechtzeitig um Weihnachtsgeschenke gekümmert habe. Aber das ist Vergangenheit: Jetzt kriege ich nicht nur meine eigenen Geschenke auf die Reihe, sondern ich helfe euch auch noch direkt mit bei der hochgradig komplexen Geschenke-Findungsstrategie. Das 3003-Team und ich haben nämlich wirklich schöne und vor allem sehr ungewöhnliche Sachen zusammengestellt. Ich verspreche euch, das wird nice!
Und Leute, ich habe sogar ein frühes Weihnachtsgeschenk für euch von mir: Nämlich einen Podcast, den es ab sofort jede Woche geben wird. Das Ganze heißt „c’t 4004 – der c’t-3003-Podcast“ und ja, genau der Titel kam genauso zustande, wie ihr euch das jetzt gerade vorstellt. Irgendwie hat jemand aus Spaß gesagt: „Hohoho, nennt das doch 4004, wie bescheuert wäre das denn?“ Ja, und dann haben wir das gemacht. Mal gucken, vielleicht gibt es auch bald Merchandise, zum Beispiel „c’t 5005“, das T-Shirt von c’t 4004, dem c’t-3003-Podcast. Ich finde es lustig und mein Freund Christian Lutz-Weiken findet es auch lustig. Und das ist ja schließlich die Hauptsache, denn mit dem mache ich den Podcast zusammen. Chris ist Software-Entwickler und Künstler und vor allem, wie ich zumindest finde, ein lustiger Mensch. Das ist halt wichtig, weil der Podcast soll euch natürlich Spaß machen beim Hören. Und gleichzeitig soll er auch versuchen, euch mit allen relevanten Tech-Themen der Woche zu versorgen. Also im besten Fall werdet ihr von c’t 4004 unterhalten und informiert – so wie wir das bei 3003 auch schon versuchen.
Ach so, ihr kriegt bei 4004 auch immer vorab mit, an was für Videos wir gerade arbeiten und was hinter den Kulissen so passiert ist. Also ich würde mich freuen, wenn ihr das Ding abonniert und gerne auch direkt bewertet. c’t 4004 gibt es ab sofort bei allen bekannten Audio-Podcast-Abruforten.Der Link ist sonst auch in der Beschreibung. Wenn ihr lieber lest statt hört: Natürlich gibt’s auch nach wie vor wöchentlich unseren Newsletter. Der heißt Hype und der ist auch super. Link ist ebenfalls in der Beschreibung.
Ho ho ho, liebe Hackerinnen und Internet-Surfer. Frohe Weihnachten! Nee, ist ja noch gar nicht Weihnachten, ne?
So, jetzt aber los mit den Weihnachtsgeschenken. Drei Stück haben wir, oder besser gesagt dreieinhalb, vorgestellt von unterschiedlichen Leuten aus der c’t-Redaktion. Übrigens komplett ohne Affiliate-Links oder so – wirklich einfach unsere ungefilterten Ideen. Okay, der dreieinhalbte Vorschlag am Ende, der ist natürlich doch kommerziell. Aber werdet ihr dann sehen, was ich meine.
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Tipp 1 (von Keno):
Ich fange einfach mal an. Also wir Nerds – ich sage jetzt mal wir, wenn ihr euch nicht angesprochen fühlt, müsst ihr euch nicht davon angesprochen fühlen. Ist völlig okay. Ich bin auf jeden Fall Nerd und Nerds können ja Sachen, die andere Leute vielleicht nicht können oder vielleicht auch Angst davor haben. Zum Beispiel Open-Source-Software konfigurieren, zum Beispiel diese beliebten Emulation-Gaming-Handhelds oder auch einfach alten Rechnern, aus denen man mit Hilfe der Linux-Distribution Batocera eine Retro-Spielkonsole machen kann. Über Batocera hatten wir schon vor langer Zeit ein Video gemacht. Die Infos darin sind aber immer noch aktuell. Ihr könntet also zum Beispiel irgendeinen alten Rechner nehmen, da Batocera draufhauen und den toll vorkonfigurieren und den dann eben als Spielkonsole verschenken. Und wirklich, Batocera läuft auf so gut wie jeder Kartoffel. Da braucht man nicht viel Power. Da müsst ihr nicht viel drüber nachdenken. Wenn ihr irgendeinen alten Rechner habt – sehr, sehr wahrscheinlich, dass Batocera drauf läuft. Und man kann Batocera wirklich komplett anpassen. Also wenn ihr zum Beispiel eine Freundin habt, die der größte, sagen wir mal, Sonic-the-Hedgehog-Fan ist, dann könnt ihr da einfach alle Sonic-Spiele drauf machen, die es gibt. Ich habe versucht zu recherchieren, wie viele das sind. Man weiß es gar nicht so genau. Vielleicht hundert oder so. Ja, und dann könnt ihr da alle Sonic-Spiele, die ihr so findet, draufwerfen – natürlich legal lizenziert, versteht sich von selbst. Und die sind dann auch in Batocera über so ein super schönes Modell abrufbar.
Oder ihr kennt einen Spielearchäologen, der sich nicht so gut mit Computern auskennt, aber sich nur für Spiele, sagen wir mal, zwischen 1979 und 1989 interessiert. Kein Problem, ihr könnt Batocera so vorbereiten. Oder auch ganz toll: eine komplett kinderfreundliche Konsole, wo nur Spiele drauf sind, ohne – was weiß ich – Gewalt oder so. Könnt ihr auch machen. Man kann Batocera extrem konfigurieren und da muss ich sagen, das ist auch ein bisschen inzwischen zu meinem Hobby geworden. Also ich arbeite an meiner persönlichen Batocera-Kollektion, meiner kuratierten Spielesammlung. Seit mehreren Jahren ist die inzwischen auf eine 4-TB-SSD angewachsen und ja, ich spiele da regelmäßig mit rum. Ich liebe es. Vor allem liebe ich auch, dass man so absurde, exotische Sachen darauf laufen lassen kann. Kennt ihr Tiger Game.com oder Watara Supervision? Ja, ich auch nicht, kann ich aber spielen auf meiner Batocera-Installation. Ich finde es supergeil und ich glaube, es gibt wirklich Leute, die das auch total gerne hätten, die es aber nicht konfigurieren können.
Und ihr müsst natürlich auch nicht eure alten Rechner-Kamellen recyceln, sondern ihr könnt auch was Neues kaufen, zum Beispiel diese eingangs schon erwähnten Emulations-Handhelds aus China. Aber ich sage euch, das ist ein Rabbit-Hole und ich sage euch auch: Wenn ihr die bei AliExpress bestellt, dann ist da oft schon eine MicroSD-Karte mit vollinstallierten Spielen drin. Das ist aber auf jeden Fall mindestens legaler Graubereich und vor allem ist es auch in allen Fällen, die ich gesehen habe, total lieblos konfiguriert. Also ich finde es unschön. Ich würde das auf jeden Fall selbst machen und in schön.
So, und welche Hardware nimmt man da am besten? Ich persönlich finde immer noch den Miu Mini von 2021 super, weil ich einfach toll finde, dass er so klein ist und dass er auch so angegraut wie so ein alter Gameboy aussieht. Und es gibt dafür auch eine riesige Community. Die arbeiten zum Beispiel an der tollen Custom-Firmware Onion OS für das Ding und da arbeiten die auch immer noch dran. Das wird immer noch aktualisiert. Aber das Teil kann nur maximal hoch bis zur PlayStation 1. Alles Neuere ist schwierig, da reicht die Leistung nicht. Ich würde deshalb heute wahrscheinlich was Schnelleres kaufen, zum Beispiel die Anbernic RG35XX-Modelle. Einmal würde ich da die Hochkant-Version empfehlen, die heißt Plus. Oder die horizontale Version, die heißt H. Und die gibt es bei AliExpress inklusive für unter 60 Euro, aber ihr müsst auf jeden Fall supergenau aufpassen, dass ihr da die richtige Version bestellt. Es gibt nämlich zum Beispiel auch Varianten ohne WLAN und damit funktionieren dann zum Beispiel die tollen Retro Achievements nicht.
Seid ihr so verwirrt wie ich von dieser Vielzahl von Retro-Handhelds, dann kann ich euch auf jeden Fall die Website retrocatalog.com empfehlen. Da sind die Sachen alle aufgelistet und da lassen die Teile sich supergut miteinander vergleichen. Kann man zum Beispiel auch gucken, ob die unter Linux laufen oder wie inzwischen auch viele neue Geräte unter Android – was übrigens bedeutet, dass neuere Geräte besser emulierbar sind in vielen Fällen unter Android. Ich finde allerdings die User Experience von Android-Handhelds deutlich schlechter als Linux, deswegen würde ich immer noch Linux empfehlen. Aber alles Geschmackssache, da gibt es für jeden Geschmack etwas.
Ich finde auch immer noch, dass das Rundum-sorglos-Emulationshandheld immer noch das Steam Deck ist, was es zur Zeit, also während ich das Video gerade mache, schon ab 335 Euro gibt. Das ist natürlich mehr Geld als für so ein Anbernic-Teil, hat aber auch deutlich mehr Power, deutlich größeres Display.
Ihr könnt natürlich auch ohne so Spielzeug euer Linux-Know-how verschenken, zum Beispiel an Leute, die einen alten Rechner haben, den man nicht, weil Microsoft das so will, auf Windows 11 updaten kann. Ich kenne da einige Leute, die haben so einen Rechner und die benutzen den Rechner vielleicht einmal im Monat oder so, aber es ist natürlich trotzdem keine gute Idee, ein Windows 10 ohne Sicherheitsupdates da laufen zu haben. Und natürlich, die können sich einmal in ihren Windows-Account einloggen und dann bietet Microsoft ja ein weiteres Jahr Sicherheitsupdates. Aber auf längere Sicht ist Linux einfach die bessere Idee. Und meine Erfahrung ist auch, dass Linux Mint bei Leuten, die von Windows kommen und nicht so viel Ahnung von Computern haben, wunderbar funktioniert und dass die oft auch sagen: „Boah, das läuft ja viel schneller als Windows. Krass.“ Also verschenkt das doch. Die Leute, denen ihr das schenkt, freuen sich und der Planet freut sich auch, dass ein Rechner weniger auf dem Müll landet.
Tipp 2 (von Pascal):
So, jetzt aber zu Pascal. Das ist der, der dafür sorgt, dass die c’t-3003-Videos immer so super aussehen – unser Videoredakteur für Visuelles. Und der hat auch einen tollen Geschenketipp. Hier mal jetzt ein ganz verrückter Vorschlag: Wünscht euch doch oder verschenkt eine Mitgliedschaft zu einem Verein. Und ich meine jetzt nicht zwingend einen Sportverein. Wenn man sich mal umschaut, findet man viele Vereine für alle möglichen Nischeninteressen. Es ist wirklich erstaunlich. Angenommen, dein Hobby sind Züge – such einfach „Züge“, „Verein“, vielleicht noch deine Stadt. Und zack, hier oben: Modelleisenbahnclub Hannover. Kleine Side-Note an der Stelle: Als Geburtsort der Hacker-Kultur gilt übrigens der Eisenbahn-Club des MIT in Cambridge.
Dein Interesse ist Brettspiele? Easy, such dir was aus. Du bastelst gern mit Mikrocontrollern rum? Arduino-Verein. Hier findest du direkt mehrere. Und für solche Sachen ist das Make-Magazin auch eine super Anlaufstelle. Ja, das erscheint auch bei Heise und die organisieren die Maker Faire. Einfach hier oben auf Ausstellerverzeichnis und dann habt ihr eine ewige Liste an Gleichgesinnten und Vereinen. Mit denen könntet ihr euch dann auch vorher mal unterhalten, bevor ihr dem Verein beitretet.
Ich bin übrigens auch in einem Verein, nämlich Gaming in Niedersachsen e.V. und die kümmern sich um die Restaurierung von Retro-Spielkonsolen und alten Arcade-Automaten und stellen diese aus und allen zur Verfügung. Da kann es also mal passieren, dass man plötzlich an irgendeinem 80er-Jahre-Pac-Man-Arcade-Automaten rumschraubt und der danach für alle zugänglich im Highscore-Videospielmuseum in Hannover ausgestellt wird und wieder bespielbar ist. Und ist das nicht der einzig wahre Weihnachtsspirit?
Und im selben Spirit habe ich mir noch einen zweiten Vorschlag zum Wünschen oder Verschenken überlegt, nämlich einen kleinen Röhrenfernseher und ein paar physische Medien. Ja, ich weiß, das ist natürlich extrem nostalgiebasiert, aber ey, was wäre die Weihnachtszeit ohne Nostalgie. Und so Röhren werden teilweise auch verschenkt. Den hier habe ich über Kleinanzeigen gesucht, einfach angeschrieben, am nächsten Tag konnte ich es abholen und dann hatte ich ihn schon bei mir. Manchmal muss man aber ein bisschen länger danach suchen und dann auch schnell sein. Weil, wenn ich Instagram glauben kann, werden die Dinger immer beliebter, auch wenn so ein Kitchen TV schon sehr, sehr amerikanisch wirkt. Zu empfehlen sind da übrigens Röhren von Sony, speziell die Trinitron-Reihe, Bang & Olufsen, Grundig und Philips. Da macht man nichts verkehrt und die sind meistens auch noch sehr gut in Schuss.
Dieser DVD-Spieler hier übrigens lag einfach auf der Straße rum. Meine Kollegin Carine hat ihn gefunden und ihn mir dann einfach gerettet. Die DVDs sind alle gebraucht gekauft für so 2 bis 4 Euro das Stück und als Bonus habe ich jetzt endlich wieder einen Fernseher, wo ich meinen Super Nintendo anschließen kann. Also mit dem kleinen Fernseher werde ich zumindest schon mal die schönste, gemütlichste und nostalgischste Zeit zwischen den Jahren haben. Vielleicht ist das ja auch was für euch oder für Leute, die ihr kennt.
Ja, danke Pascal. Finde ich ist eine super Idee. Und jetzt gibt es auch noch was richtig Nerdiges von Jan aus der c’t-Chefredaktion.
Tipp 3 (von Jan):
Es ist Winter, es wird kalt. Da habe ich vielleicht einen Weihnachtsgeschenktipp für euch. Wenn ihr oder der Beschenkte eine Heizung von Bosch, Junkers, Buderus oder andere Produkte aus dem Bosch-Universum habt – die nutzen nämlich alle einen Energie-Management-Bus namens EMS. Und Bosch hat sich das so vorgestellt, dass man den über eine Cloud-Anwendung auswertet. Man kauft sich also einen teuren Cloud-Adapter, der funkt ins Internet und dann kann man seine Daten über eine App zurückbekommen. Wer da keine Lust zu hat, der nimmt einen Open-Source-Adapter. Und da habe ich ja einen mit. Das Open-Source-Projekt heißt EMS-ESP und steuert und wertet die Heizung ganz ohne Cloud lokal aus. Wer sagt, er möchte gerne selber basteln oder einem Bastelfreudigen eine Freude machen, da gibt es einen kleinen Adapter von einem niederländischen kleinen Serienfertiger für 35 Euro, kombiniert mit einem ESP32, den man so ab 5 Euro dazu bekommt, kann man sich ein eigenes Gateway für die Bosch-Heizung basteln.
Wer lieber ein fertiges Produkt verschenken möchte, der guckt sich dieses Produkt an: Das ist ein EMS-Gateway, auch von diesem niederländischen kleinen Serienfertiger. Kostet mit allen Anschlüssen 120 Euro, hat hinten auch einen LAN-Anschluss, also LAN oder WLAN, und damit kann ich meine Heizung lokal auswerten. Die Installation ist denkbar einfach – einfach nur anschließen, mit dem WLAN verbinden, ein Adapterkabel an die Heizung anbauen. Dafür muss man einmal die Kiste aufschrauben und dann geht’s los mit dem Auswerten. Und in der Software, die eben quelloffen ist, kann ich auf der einen Seite meine Heizung auslesen, Messwerte protokollieren, Messwerte einsehen. Ich kann die Heizung aber auch fernsteuern, also zum Beispiel die Vorlauftemperatur ändern, das Warmwasser ein- oder ausschalten. Und wenn ich dann noch richtig Lust habe, baue ich mir Zeitsteuerung: Morgens geht das Warmwasser an, nachmittags geht’s dann aus oder ich integriere das in eine Automation wie zum Beispiel Home Assistant oder ioBroker. Mein Tipp: EMS-ESP, Open-Source-Bastelei für Bosch-, Buderus- und Junkers-Heizungen.
Ja, danke Jan. Ach so, ein letztes Geschenk habe ich noch – habe ich ja gesagt, das dreieinhalbte Geschenk. Das ist die c’t, unser Mutterschiff. Mit dem c’t Mini-Abo bekommt ihr sechs digitale Ausgaben aufs Smartphone, Tablet oder Steam Deck oder wo auch immer ihr das lesen wollt und das Ganze mit 50% Rabatt. Das Angebot findet ihr unter ct.de/3003 und es ist natürlich auch jederzeit kündbar.
So, ich hoffe, euch haben die Vorschläge auch so gut gefallen wie mir. Wenn ja, gerne in die Kommentare, wenn nein auch und bitte c’t 4004 abonnieren. Auch wenn ihr es nicht hört, einfach abonnieren, das reicht mir schon. Also wenn ihr mir auch ein Weihnachtsgeschenk schenken wollt. Tschüss.
c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.
(jkj)
Künstliche Intelligenz
FritzOS 8.21: Fritz verteilt Hotfix-Update
Die Kabel-Fritzboxen 6591, 6660 und 6690 sowie zuletzt die DSL-Fritzbox 7530 haben ein Update auf FritzOS 8.21 erhalten. Je nach Router behebt die Version verschiedene kleinere Fehler in der Firmware.
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Im Falle der Fritzbox 7530 schreibt der Hersteller lediglich einen Punkt in die Übersicht:
- Behoben: Interoperabilität bei einigen ADSL-Anschlüssen mit IPv6 war problematisch
Demnach konnten beim Zusammenspiel aus älterem ADSL-Internetanschluss und IPv6-Adresse Probleme auftreten.
Mehr Bugfixes für Kabel-Router
Im Falle der Fritzbox 6660 nennt Fritz drei Fehlerbehebungen. Demnach fehlten in der Übersicht zu den WireGuard-Verbindungen IPv6-Adressen, die Darstellung des Datenverbrauchs in der Kindersicherung war fehlerhaft und der Fernzugriff ließ sich nur aktivieren, wenn die Fritzbox mit dem Internet verbunden war.
Die Fritzbox 6690 hat das große Update Fritzbox 8.20 übersprungen und sofort die Version 8.21 enthalten. Dementsprechend sollten die Probleme der Schwestermodelle gar nicht erst aufgetreten sein.
Zahlreiche weitere Fritzboxen nutzen noch ältere FritzOS-Versionen wie 8.02 und 8.03 sowie teilweise 7er-Versionen.
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Updates lassen sich wie gewohnt über die FritzOS-Weboberfläche anstoßen. Standardmäßig lässt sie sich über die IP 192.168.178.1 aufrufen. Alternativ stellt Fritz die Images über einen Download-Server bereit.
(mma)
Künstliche Intelligenz
„AI-Powered Price Optimization“: US-Zustelldienst Instacart manipuliert Preise
Wer online Lebensmittel bestellt, zahlt womöglich drauf, auch wenn er die Ware dann selbst im Geschäft abholt. Das zeigt ein unabhängiger Test des Liefer- und Abholdienstes für Lebensmittel, Instacart, in den USA. Testkäufer legten zum selben Zeitpunkt dieselbe Ware in ihre Einkaufswägen – zur späteren Selbstabholung im selben Geschäft, um den Faktor etwaig unterschiedlicher Lieferkosten auszuschließen. Dennoch veranschlagte Instacart unterschiedliche Preise.
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Die Unterschiede sind hoch, wie der gemeinsam von Consumer Reports, Groundwork Collaborative und More Perfect Union durchgeführte Test des Kaufs alltäglicher Lebensmittel zeigt: Bei drei Vierteln der Produkte schwankte der eCommerce-Preis. Dabei lag der höchste Preis im Schnitt 13 Prozent über dem niedrigsten, die Schwankungsbreite reichte jedoch bis zu 23 Prozent, etwa bei einer bestimmten Packung Cornflakes.
Ziel ist offenbar, zu erraten, wie viel ein Kunde zu bezahlen bereit ist, und ihm möglichst viel abzuverlangen. Für dasselbe Produkt zur selben Zeit im selben Laden fand der Test bis zu sieben unterschiedliche Preise bei Instacart.
92 Prozent der Safeway-Kunden zahlten drauf
Für den gesamten Warenkorb stiegen die Preise um bis zu sieben Prozent, für manche Testkäufer im Vergleich zu anderen Testkäufern, die den gleichen Warenkorb zur Selbstabholung in derselben Filialen zusammenstellten. Getestet wurden im September Verbrauchermärkte in Seattle, Washington, D.C., Saint Paul und North Canton, zwei Filialen Safeways und drei Targets. Bei einem Safeway-Laden in Seattle waren 92 Prozent aller Testkäufer von höheren Gesamtpreisen betroffen.
Bei Target in North Canton waren es 37 Prozent, bei einer anderen Target-Filiale in Saint Paul hingegen drei Viertel. 193 Einzeltests konnten ausgewertet werden. Ein kleinerer Nachfolgetest im November mit Instacart Abholbestellungen bei den Ketten Albertsons, Costco, Kroger und Sprouts Farmers Market zeigte ähnliche Preisexperimente.
„Instacart ist immer transparent hinsichtlich Preisfestsetzung”, sagte das Unternehmen, angesprochen auf die Machenschaften, und schob die Schuld auf die Läden: „Handelspartner setzen und bestimmten ihre Preise auf Instacart, und wir arbeiten eng mit ihnen zusammen, um Online- und Ladenpreise wo immer möglich abzustimmen.”
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Nur eine der Handelsketten war zu einer Stellungnahme bereit: Target bestritt, eine Geschäftsbeziehung mit Instacart zu unterhalten, Warenpreise direkt an Instacart weiterzugeben, „oder zu bestimmten, welche Preise auf Instacart aufscheinen.” Daraufhin musste Instacart zugeben, Targets öffentliche Warenpreise herunterzuladen und zusätzliche Beträge aufzuschlagen, um „Betriebs- und Technikkosten” zu decken.
Preismanipulation as a Service
So weit, das gegenüber Verbrauchern offenzulegen, geht Instacarts Transparenz dann doch nicht. Gegenüber Markenkonzernen und Handelskette redet Instacart hingegen Tacheles: Ihnen bietet Instacart auf einer eigenen Webpage „KI-getriebene Preisoptimisierung” an. Der Eversight genannte Dienst beschere durch KI-getriebene Experimente ein bis drei Prozent mehr Umsatz und zwei bis fünf Prozent höhere Marge.
Dabei würden Preise innerhalb festgelegter Bandbreiten variiert. „KI wird angewandt, um die Experimente in großem Maßstab durchzuführen”. Instacart hat die Eversight-Plattform im September 2022 zugekauft. Für Verbraucher bedeutet dies, dass sie Preise nicht mehr einfach vergleichen können und womöglich unbewusst höhere Preise zahlen.
Selbst erfundene Preise werden manipuliert
Zu den Tricks gehört auch die Manipulation der berüchtigten Statt-Preise. Die Testkäufer mussten feststellen, dass ihnen angebliche Rabatte in unterschiedlicher Höhe weisgemacht wurden. Obwohl sie zum selben Zeitpunkt dieselbe Ware zur Selbstabholung aus demselben Laden in den Online-Warenkorb Instacarts legten, und dabei der aufgerufene Preis ident war, wurden ihnen verschiedene Statt-Preise angezeigt, also unterschiedliche hohe Rabatte vorgegaukelt. Auch das macht Instacart gegenüber betroffenen Verbrauchern nicht transparent.
„Wenn Preise nicht mehr transparent sind, können Käufer beim Einkauf nicht mehr vergleichen”, kritisiert der Testbericht. „Diese zunehmend undurchsichtigen Methoden schlagen nicht nur ein Loch in die Geldbörsen der Familien. Faire und ehrliche Märkte sind das Fundament einer gesunden Wirtschaft – und Firmen wie Instacart gefährden dieses Vertrauen.”
„Endkunden ist nicht bewusst, dass sie Teil eines Experiments sind”, hieß es auf der Eversight-Webpage. Diesen Satz hat Instacart kürzlich entfernt.
(ds)
Künstliche Intelligenz
Machine-Learning-Dienste der Hyperscaler – ein Überblick
Wer nach Machine-Learning-Diensten sucht, landet schnell bei den Angeboten der US-amerikanischen Hyperscaler. Mit AWS SageMaker, Googles Vertex AI und Azure Machine Learning bieten alle drei Plattformen eine Vielzahl an Diensten und wollen so End-to-End-ML-Workflows abbilden, Dienste automatisieren oder auf der Plattform managen und alle gängigen Frameworks in ihr Cloud-Ökosystem einbinden. Dabei haben die Produktpaletten im Laufe der Jahre ein unübersichtliches Ausmaß angenommen.
AWS SageMaker: Vor- und Nachteile im Überblick
AWS könnte den perfekten Werkzeugkasten bieten, der sich genau an die spezifischen Bedürfnisse seiner Nutzer anpasst. Leider kommt die Amazon-Tochter den Nutzern in der Konfiguration in keiner Weise entgegen und lässt sie relativ allein mit dem enormen Angebot. Die diversen Tutorials, die Einsteiger unterstützen sollen, sind über verschiedene Plattformen verteilt, sodass zusätzlich zum zeitintensiven Einrichten der Workflows eine längere Recherche der korrekten Hilfen für das jeweilige Problem eingeplant werden muss. Weitere Hürden sind das für Anfänger eher verwirrende UI und die überwältigende Serverkonfiguration, die erfahrene User voraussetzt.
- Die großen Cloud-Anbieter AWS, Google und Microsoft bieten umfangreiche, aber teils unübersichtliche ML- und KI-Dienste für unterschiedliche Zielgruppen an, von Einsteigern bis Enterprise.
- AWS punktet mit der größten und flexibelsten Servicepalette, erfordert jedoch tiefere Einarbeitung und ein komplexes Kostenmanagement.
- Googles Plattform Vertex AI ist mit didaktisch aufbereiteten und interaktiven Tutorials die einsteigerfreundlichste Wahl. Kleine, datengetriebene Gelegenheitsprojekte lassen sich hier am besten designen.
- Azure legt den Fokus auf schnelle, geschäftsorientierte Nutzung und Integration in bestehende Microsoft-Stacks, wobei fortgeschrittene Features oft spezielles Fachwissen verlangen.
Geübte Nutzer finden ein konsistentes Interface vor, das sich in allen Bereichen personalisieren lässt und auch tiefere Einstellungen transparent aufbereitet.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Machine-Learning-Dienste der Hyperscaler – ein Überblick“.
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