Künstliche Intelligenz
xAI: Unternehmensaustritte und Pläne für Satellitenfabrik auf dem Mond
Bei xAI ist derzeit viel im Umbruch. Wie Medien berichten, haben sechs der ursprünglich zwölf Gründer des KI-Startups von Elon Musk das Unternehmen verlassen. Nun folgt eine laut Musk nötige Umstrukturierung.
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Am vergangenen Montag gab xAI Co-Gründer Yuhuai Wu über X bekannt, sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen. Gründe für seinen Austritt gab Wu derweil nicht bekannt. Einen Tag später verkündete Jimmy Ba, ebenfalls Co-Gründer von xAI und Musk direkt unterstellt, seinen Posten aufzugeben. Auch Ba teilte keine Gründe für den Rücktritt mit.
Schon zuvor haben wichtige Personen der Gründungsriege von xAI das Unternehmen verlassen. Kyle Kosic, Co-Gründer und ehemaliger Leiter des Infrastrukturbereichs, wechselte Mitte 2024 zu OpenAI. Vergangenes Jahr gingen mit Christian Szegedy, Igor Babuschkin und Greg Yang gleich drei weitere Schlüsselfiguren von xAI.
Mutmaßliche strategische Umstrukturierung
Musk hatte die Gründung von xAI im Juli 2023 bekannt gegeben. Für das zwölfköpfige Gründungsteam des KI-Startups waren damals profilierte Ingenieure und KI-Wissenschaftler von OpenAI, Google, Microsoft und Tesla rekrutiert worden.
Dass die Hälfte der Gründungsriege xAI inzwischen verlassen hat, deklariert Musk nun als notwendige Umstrukturierung des Unternehmens. Bei einer unternehmensweiten Mitarbeiterversammlung am vergangenen Dienstag sprach er davon, dass xAI mittlerweile eine Größe erreicht habe, die eine Neuorganisation zwingend erfordert, um die Effektivität des Unternehmens weiter steigern zu können.
In einem X-Post machte Musk nochmals deutlich, dass die Abgänge bei xAI keinesfalls freiwillig erfolgten. „Wenn ein Unternehmen wächst, insbesondere so schnell wie xAI, muss sich die Struktur wie bei jedem lebenden Organismus weiterentwickeln. Dies erforderte leider die Trennung von einigen Mitarbeitern“, schrieb er auf X.
Zielgerichtete Publicity
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Offen bleibt, ob Musks Darstellung zutrifft. Das Narrativ der strategischen Umstrukturierungen bei xAI dürfte indes nicht ohne Kalkül verbreitet worden sein – Musks KI-Unternehmen befindet sich derzeit in einer kritischen Phase.
Erst vergangene Woche hatte Musk die Übernahme von xAI durch SpaceX, sein Raumfahrtunternehmen, angekündigt. Die Fusion beider Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt scheint wohlüberlegt, plant SpaceX doch, noch dieses Jahr an die Börse zu gehen. Dafür will der US-Milliardär möglichst viele seiner Unternehmen unter ein Dach bringen.
Im Rahmen der Übernahme von xAI durch SpaceX hatte Musk zudem Pläne von im Weltall stationierten Datenzentren bekannt gemacht. Sein Vorhaben, Millionen von Satelliten in den erdnahen Orbit zu bringen, um die Energie für KI-Rechenzentren extraterrestrisch mittels Sonnenenergie zu gewinnen, bekräftigte Musk in der Betriebsversammlung von xAI am Dienstag.
Vielmehr noch entwarf der US-Milliärdar die Vision einer auf dem Mond stationierten Fabrik für Satelliten. Die Satelliten will Musk mit einem Massebeschleuniger, einer Art elektromagnetischem Katapult, vom Mond aus starten. Eine solche Satelliteninfrastruktur soll Musk zufolge in der Lage sein, einen erheblichen Teil der gesamten Sonnenenergie nutzbar zu machen.
xAI zuletzt massiv in der Kritik
Zuletzt hatte es Kritik am Hauptprodukt von xAI, dem Chatbot Grok, gegeben. Zahlreiche Menschen hatten die Bildgenerierungsfunktion des Chatbots benutzt, um strafbewehrte, nicht einvernehmliche Nacktbilder von Frauen und Minderjährigen sowie mutmaßlich geschlechtsspezifische Gewaltdarstellungen zu generieren. Innerhalb von wenigen Tagen waren so Millionen sexualisierender Deepfakes entstanden, die meisten öffentlich einsehbar auf dem X-Account von Grok.
Ende Januar hatte die EU-Kommission deshalb ein weiteres Verfahren gegen X eingeleitet, diesmal unter dem Digital Services Act. X habe vor der Integration des KI-Angebots von Grok keine Risikofolgenabschätzung vorgenommen, erklärte die Kommission.
Einem Medienbericht der Washington Post zufolge könnten die Deepfakes zudem absichtlich generiert worden sein, um die Popularität von X zu steigern. Das legen Dokumente und Aussagen von früheren Mitarbeitern von xAI nahe, die der US-Tageszeitung vorliegen.
(rah)