Künstliche Intelligenz
Xplora-Kinderuhr: Sicherheitslücken erlaubten Zugriff auf alle Geräte
Nils Rollshausen von der TU Darmstadt hat auf dem 39. Chaos Communication Congress (39C3) in Hamburg gravierende Schwachstellen in Kinder-Smartwatches des norwegischen Herstellers Xplora präsentiert. Der Vortrag „Watch Your Kids: Inside a Children’s Smartwatch“ basierte weitgehend auf den Arbeiten eines Masterstudenten, der die Sicherheitsarchitektur systematisch analysierte. Die Uhren werden nicht nur in Norwegen, sondern weltweit verkauft – nach eigenen Angaben über 1,5 Millionen Stück. In Deutschland werden sie unter anderem von der Telekom in Bundle-Deals angeboten.
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„Wir sind eine kinderfressende Hexe“
Rollshausen wählte einen ungewöhnlichen narrativen Rahmen: „Für die Zwecke dieses Talks sind wir eine kinderfressende Hexe, die im Wald lebt.“ Das Problem der Hexe: Früher wanderten Kinder einfach zur Hütte, doch heute tragen alle GPS-Tracker und die Eltern können sie finden. „Wenn wir nicht verhungern wollen, müssen wir wohl etwas Recherche betreiben.“
Der Einstieg gelang über FCC-Zulassungsdokumente, in denen Fotos eines Entwickler-Ladegeräts mit vier statt zwei Pins auftauchten. Die Forscher bastelten einen Adapter – und tatsächlich meldete sich die Uhr als USB-Gerät.
Für den Debug-Modus fragten sie sich: „Was ist die dümmste mögliche Lösung?“ Mehrfaches Tippen auf die Versionsnummer, wie sonst auch bei Android. Es funktionierte. Dann erschien ein PIN-Feld. Während Rollshausen über automatisierte Angriffe nachdachte, ging der Masterstudent nach Hause und tippte zwei Stunden lang jede vierstellige Kombination manuell ein und fand die richtige Kombination.
Statische Schlüssel ermöglichen Vollzugriff
Da sich die Uhr mit aktiviertem Debug-Zugang wie ein normales Android-Gerät verhielt, konnten die Forschenden mit Standardtools als Hersteller-Apps extrahieren. Dabei fanden sie das Kernproblem: Die Authentifizierung basierte auf statischen Geheimnissen in der Firmware.
In Kombination mit öffentlich zugänglichen Daten wie Zeitstempeln und Seriennummern konnten Angreifer gültige API-Schlüssel für beliebige Uhren generieren – und damit alles tun, was die echte Uhr auch kann.
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Kinder virtuell nach Pjöngjang teleportieren
Live demonstrierte Rollshausen die möglichen Folgen – weiterhin aus Hexenperspektive:
- Nachrichten mitlesen: „Sehr nützlich für die Kommunikation“
- Gefälschte Nachrichten senden: „Damit die Kinder wissen, wo sie uns finden, denn sie sind so beschäftigt mit ihren Handys, dass sie den Wald nicht mehr finden“
- Standort manipulieren: Für dies Manipulation braucht es laut Rollshausen immer zwei Versuche. Doch dann klappt die „Teleportation“ – dann stand das Kind plötzlich in Pjöngjang, Nordkorea, oder einem anderen frei wählbaren Ort.
- Uhren aus der Ferne zurücksetzen: „Das sieht auf dem Bildschirm nicht sehr interessant aus“, räumte er ein, bevor die Uhr auf der Bühne herunterfuhr
„Das ist eine For-Schleife davon entfernt, alle Uhren mit diesem Modell zu kompromittieren. Und das sind viele Uhren“, so Rollshausen.
Zähe Kommunikation mit dem Hersteller
Die Offenlegung der Schwachstellen verlief zunächst holprig. Das Vulnerability-Disclosure-Programm auf der Website war falsch verlinkt, E-Mails blieben unbeantwortet – bis etwa eine Woche vor dem 39C3-Talk.
Ein Firmware-Update im August sorgte bei Rollshausen für Nervosität: Würde der Debug-Zugang weiterhin funktionieren? Vorsorglich installierte Rollshausen eine eigene App, die das Debug-Menü direkt aufruft. Diese Maßnahme erwies sich als sinnvoll, denn die bisherige PIN war anschließend ungültig. Die Analyse zeigte, dass die PIN nun sechs statt vier Stellen umfasste und das System nach drei Fehlversuchen gesperrt wurde. An den eigentlichen Schwachstellen hatte sich jedoch nichts geändert. „Sie haben nicht einmal die Zugangsdaten rotiert“, so Rollshausen.
Auch das Firmware-Update im Oktober erforderte lediglich minimale Anpassungen der bestehenden Exploits. Erst kurz vor dem Congress nahm Xplora direkt Kontakt auf. In einem Gespräch am 22. Dezember versicherte das Unternehmen, die Ursachen mit einem Update im Januar 2026 beheben zu wollen. Zudem wurde das Disclosure-Programm überarbeitet, und der beteiligte Masterstudent erhielt eine „ansehnliche“ Bug-Bounty-Vergütung.
Signal auf der Kinderuhr
Als ironische Zwischenlösung zeigte Rollshausen den Signal-Messenger auf einer Xplora-Uhr: „Ich musste alle Größenwerte durch zehn teilen, damit das auf den Bildschirm passt – aber technisch können Sie Signal auf der Smartwatch Ihres Kindes laufen lassen.“
Die Botschaft: „Wir können mit Herstellern zusammenarbeiten, um Dinge sicherer zu machen – aber wir müssen nicht. Wir können auch einfach unser eigenes Ding machen.“
(vza)
Künstliche Intelligenz
Sicherheit auf Schiene: Die Bahn rüstet auf – Datenschützer mahnen zur Vorsicht
Die Sicherheit in deutschen Zügen steht nach einer Reihe erschütternder Vorfälle weit oben auf der politischen Agenda. Insbesondere der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar bei Landstuhl hat die Debatte über den Schutz des Personals beschleunigt. Als Reaktion auf die Gewalt hat die Deutsche Bahn (DB) bei einem Sicherheitsgipfel in Berlin am Freitag einen Aktionsplan verabschiedet. Ein Element ist die Ausstattung aller Mitarbeitenden mit Kundenkontakt im Nah- und Fernverkehr sowie an Bahnhöfen mit Bodycams. Politik und das DB-Management sehen darin ein effektives Mittel zur Deeskalation. Doch Datenschützer warnen vor einer schleichenden Totalüberwachung im öffentlichen Raum.
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Der hessische Datenschutzbeauftragte Alexander Roßnagel, der für die in Frankfurt ansässigen DB-Tochtergesellschaften zuständig ist, betont die Gratwanderung zwischen Sicherheit und Grundrechtsschutz. Der Schutz von Leib und Leben sei ein hohes Rechtsgut, erklärte der Kontrolleur dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Aber die Nutzung von Körperkameras stelle gleichzeitig einen intensiven Eingriff in die Privatsphäre der Reisenden dar.
Aus Sicht der Aufsichtsbehörden ist eine flächendeckende Dauerüberwachung daher nicht zulässig. Vielmehr müssten die Aufnahmen streng anlassbezogen bleiben und auf das absolut notwendige Maß reduziert werden. Die Datenverarbeitung habe höchsten rechtlichen Anforderungen zu genügen, damit die Kameras nicht zu einem Instrument der allgemeinen Verhaltenskontrolle mutieren.
Zwischen Prävention und Überwachungsdruck
Ähnliche Bedenken äußert die Stiftung Datenschutz. Deren wissenschaftliche Leiterin Kirsten Bock reibt sich an „Beifang“ bei den Aufzeichnungen. Würden die Kameras permanent mitlaufen, gerieten unbescholtene Fahrgäste potenziell ohne Grund in den Fokus polizeilicher Ermittlungen. Dies könnte dazu führen, dass sich Unbeteiligte im Ernstfall gegen Indizien verteidigen müssten, nur weil sie sich zufällig im Blickfeld einer Kamera aufhielten.
Die Forderung der Experten ist daher unmissverständlich: Eine Aufzeichnung darf erst nach einer expliziten Ankündigung durch das Personal gestartet werden. Dieses Vorgehen hat sich in anderen Verkehrsbetrieben bewährt, da oft schon der Hinweis auf die startende Aufnahme eine deeskalierende Wirkung entfaltet.
Die Idee der Bodycam-Offensive ist nicht neu; bereits vor einem Jahrzehnt experimentierte die Bahn mit Pilotprojekten. Doch die technische Umsetzung bleibt komplex. Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs verweist gegenüber Spiegel Online auf das Modell des Ringspeichers, wie es bei der Hamburger Hochbahn zum Einsatz komme. Dort würden Aufnahmen nach 120 Sekunden automatisch überschrieben, sofern sie Mitarbeitende nicht manuell für eine dauerhafte Sicherung markierten. Solche kurzen Speicherfristen seien essenziell, um die Erstellung von Bewegungsprofilen der Fahrgäste zu verhindern.
Politische Debatte um Technik und Personal
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Innerhalb der Gewerkschaften und der Politik ist die Bewertung des Vorhabens geteilt. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft pocht zusätzlich auf die Aufzeichnung von Tonspuren, um auch verbale Aggressionen und Beleidigungen gerichtsfest dokumentieren zu können. Datenschützer wie der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann sehen darin eine Verschärfung des Eingriffs. Er schlägt stattdessen vor, den Einsatz der Kameras räumlich und zeitlich auf bekannte Problemstrecken zu begrenzen.
Auf der politischen Ebene erhält das Vorhaben Unterstützung, etwa von der CDU. Deren Innenexperte Alexander Throm drängt zudem auf eine Modernisierung des Bundespolizeigesetzes, um auch KI-gestützte Videotechnik zur Früherkennung von Gefahren nutzen zu können.
Kritik kommt von der Linken, die den Fokus stärker auf die personelle Ausstattung und die Finanzierung durch den Bund legen will. Sicherheit sei eine öffentliche Aufgabe, die nicht allein durch Technik gelöst werden könne, heißt es aus der Oppositionspartei. Auch Marit Hansen, die Datenschutzbeauftragte Schleswig-Holsteins, äußert Zweifel am rein technischen Ansatz. Keine Kamera könne einen gezielten Angriff auf Leib und Leben physisch verhindern. Sie bringt eine klassische Lösung ins Spiel: mehr Personal auf den Zügen. Ein Dienst in Doppelstreifen wäre aus ihrer Sicht oft effektiver als eine elektronische Aufrüstung.
Die Bahn steht nun vor einer Herausforderung. Sie muss die Initiative so gestalten, dass sie den Schutz der Mitarbeiter verbessert, ohne das Vertrauen der Fahrgäste in den Datenschutz zu verspielen.
(nie)
Künstliche Intelligenz
MCSC: Cyberdefense allein reicht nicht mehr
Defensive Taktiken im Cyberspace reichen nicht mehr aus, unterstrichen Vertreter des US-, des britischen und auch des deutschen Militärs bei der zweitägigen Münchner Cyber Sicherheitskonferenz. Man müsse Attacken auf allen Ebenen beantworten können, sagte General Michael Vetter, CIO der Bundeswehr. „Wir müssen auch eskalieren können, und vor allem darf es keine Rückzugsgebiete geben, in denen Angreifer sich tummeln können“, so Vetter. „Wir befinden uns im hybriden Krieg“, sekundierte Vetters britischer Kollege Rob Magowan, Commander Cyber Operations bei den britischen Streitkräften, „und man kann sagen, wir sind auf der Verliererseite.“
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Bundeswehr und BND: Bereit für Cyber-Gegenschläge
Zum ersten Mal sei man auch in Deutschland dabei, aktive Cyber-Abwehr ernsthaft zu diskutieren, versicherte Vetter. „Wenn wir uns sicher sind bei der Attribution, und wir haben die technischen Möglichkeiten zu einem Gegenschlag, warum sollten wir es nicht tun?“, so Vetter. Laut einer aktuellen Studie zu den „Cyberforces“[PDF] in den Natostaaten standen 2025 tatsächlich 16.000 Militär- und Zivilkräfte im Dienst der Teilstreitkraft „Cyber and Information Domain Service“.
Auch Martin Jäger, Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) befürwortete bei der Münchner Sicherheitskonferenz die Hack-Backs: „Wir sollten der Gegenseite klarmachen, wenn ihr weitermacht, wird das nicht ohne Konsequenzen bleiben.“ In einer Runde zur NATO-Aufstellung im hybriden Krieg bezeichnete Jäger Angriffe auf Wahlen, Drohnensichtungen, sowie den Brand eines DHL-Paketes auf dem Rollfeld, als Attacken, die man nicht unbeantwortet lassen sollte.
Dabei dürfe man durchaus asymmetrisch agieren, sagte er. Attacken auf Bahnstrecken müsse man nicht damit beantworten, „dass wir selbst Bahnstrecken in einem Land weiter östlich angreifen.“ Vielmehr könne sich ein Diebstahl von Geldern von Kryptokonten als schmerzhafte Bezahlung anbieten.
Fehlende Kompetenzen, fehlende Geschwindigkeit
Was noch fehlt für die „aktive Cyber-Abwehr“ sind laut Vertretern von BND und Bundeswehr die entsprechenden rechtlichen Regeln. Das Innenministerium komme bei der Drohnenabwehr viel zu langsam voran, mahnte Christian Badia, General der Luftwaffe im Ruhestand am Rande der MCSC. Heiß umstritten ist dabei nicht zuletzt, wie die Cyber-Abwehr zwischen Bundeswehr und Diensten aufgeteilt wird. Eine mögliche Ermächtigung des BND zu Cyberschlägen, wie im Entwurf fürs BND-Gesetz aus dem Hause Dobrindt vorgelegt, sieht man im Verteidigungsministerium laut jüngsten Berichten kritisch.
Fehlende Geschwindigkeit durch zu viel Bürokratie bescheinigten BND Vertreter den „nationalen Attribuierungsprozessen“ wie der Erklärung zu den russischen Angriffen auf die Bundestagswahl durch Storm1516. Es fehle an Ermächtigungen zum Austausch von Informationen zwischen den verschiedenen deutschen Stellen und auch mit ausländischen Partnern, befand BND Vize-Chef Dag Baehr bei der MCSC. „Das ist so überreguliert. Ich darf nicht teilen, was ich teilen könnte“, kritisierte Baehr.
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Europas eigene Five Eyes?
Neue Arten flexiblerer Zusammenarbeit zwischen den EU-Geheimdiensten befürwortete der Chef des estnischen Geheimdienstes, Kaupo Rosin. Es gebe Ideen für einen europäischen Five-Eyes-Verbund – analog beziehungsweise als Alternative zur alten Geheimdienstzusammenarbeit zwischen den USA, Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland, sagte Rosin.
Der Trend geht laut Rosin allerdings eher zu wechselnden Koalitionen zwischen den Geheimdiensten in Europa. Die seien sehr unterschiedlich aufgestellt und mandatiert. Einzelne hätten auch Befugnis zu offensiven Aktionen. Je nach Ziel könne man daher in unterschiedlichen Konstellationen zusammenkommen, sagte Rosin. Reine Zuhörer seien in der neuen Weltordnung unerwünscht und „eine stärkere operationelle Zusammenarbeit ist notwendig“, berichtete er.
Bitte um europäische Aufklärungstools
Rosins dringlichster Wunsch an die Unternehmen bei der MCSC war dabei ein anderer: „Ich hoffe, dass Sie hier nicht nur über Cyberdefense nachdenken, sondern auch über Cyberoffense und uns dazu die notwendigen Werkzeuge bereitstellen.“ Man müsse solche Werkzeuge aktuell bei nicht-europäischen Anbietern einkaufen. Die seien aber sehr teuer, daher sei seine Botschaft an die bei der MCSC versammelten Unternehmensvertreter: „Bitte bieten Sie uns europäische Lösungen an!“
(avr)
Künstliche Intelligenz
Albrecht DR 760 im Test: DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion & einfacher Bedienung
Albrecht ist bekannt für hochwertige Funkgeräte, Radios und Kurbelradios. In diesem Test zeigt das DAB+-Radio DR 760, was es neben der ASA-Warnfunktion bietet.
Wer nachts ruhig schlafen möchte, ohne eine wichtige Katastrophenmeldung zu verpassen – ganz ohne das Smartphone am Bett – findet in einem DAB+-Radio mit ASA-Warnfunktion eine praktische Lösung. Noch sind solche Geräte selten, dieses Modell gehört zu den Vorreitern und unterstützt alle Funktionen des neuen Warnsystems. Doch was bietet es darüber hinaus?
Ausstattung und Design
Mit 25 cm Breite, 16 cm Höhe und 13,5 cm Tiefe findet das Albrecht-Gerät problemlos auf einem Nachttisch Platz. Zugleich taugt es als alltagstauglicher Begleiter: seniorengerecht gestaltet, mit wohnlichem Design statt Medizingeräte-Optik. Das Gewicht von 1860 g unterstreicht den Anspruch auf soliden Klang. Hinzu kommen ein knapp 11 cm (4,3 Zoll) großes, gut ablesbares Display und eine bewusst einfach gehaltene Bedienung.
Zwei klassische Drehregler für Lautstärke und Senderwahl sowie ergänzende Drucktasten für Senderspeicher und Wecker sorgen für eine intuitive Handhabung. Auf verschachtelte Multifunktionsbelegungen verzichtet Albrecht. Die Teleskopantenne ermöglicht stabilen Empfang, auch bei freier Aufstellung.
Auf der Rückseite sitzen ein Kopfhöreranschluss (3,5-mm-Klinke) und ein analoger Eingang im gleichen Format. Dort wird auch das externe Netzteil (12 V/1,5 A) angeschlossen. Eine Fernbedienung gehört nicht zum Lieferumfang – angesichts der übersichtlichen Bedienstruktur ist sie allerdings entbehrlich.
Das Gerät bietet die heute üblichen Funktionen eines Radioweckers und Tischradios: Empfang via UKW und DAB+, Weckfunktionen sowie die Wiedergabe externer Signalquellen – analog oder per Bluetooth. Auf Internetradio und andere Online-Dienste verzichtet es bewusst. Entsprechend ist kein WLAN erforderlich, die Einrichtung bleibt überschaubar. Durch die Konzentration auf das Wesentliche gelingt die Inbetriebnahme schnell – selbst die Eingabe des ASA-Standorts ist nahezu ohne Blick ins Handbuch erledigt.
Es stehen zwei unabhängige Weckzeiten zur Verfügung. Diese lassen sich wahlweise für Werktage, das Wochenende oder täglich aktivieren. Zudem kann festgelegt werden, wie lange nach dem Weckzeitpunkt Musik abgespielt wird. Die Uhrzeit synchronisiert sich automatisch, sobald ein DAB+-Signal empfangen wird.
Die große, farbige Anzeige (4,3 Zoll) ist gut ablesbar, sodass selbst Menschen mit Brille die Uhrzeit nachts problemlos erkennen können, ohne ihre Sehhilfe aufsetzen zu müssen. Dank drei wählbarer Helligkeitsstufen sowie der Möglichkeit, die Anzeige vollständig auszuschalten, lässt sich die Beleuchtung individuell anpassen – oder ganz deaktivieren, wenn man es beim Schlafen lieber komplett dunkel mag.
Bilderstrecke Albrecht DR760
ASA-Warnsystem
Das Albrecht DR 760 unterstützt das neue ASA-Warnsystem: Bei einem Alarm schaltet es sich aus dem Standby ein oder wechselt automatisch vom laufenden Programm. Wird jedoch über UKW oder eine externe Quelle – analog oder per Bluetooth – gehört, ist ASA deaktiviert, da der DAB+-Empfang chipsatzbedingt nicht parallel möglich ist. Eine kurze Einblendung informiert darüber, ob ASA aktuell aktiv ist.
Empfang und Klang
Der Empfang bei UKW und DAB+ ist in der Praxis gut. Dies ist wichtig, da die ASA-Warnfunktion nicht am Empfang scheitern darf. Das Gerät liefert bei 5 W Ausgangsleistung einen abgerundeten, nicht unangenehmen und ausreichend kräftigen Klang in Mono – Stereowiedergabe ist nur über Kopfhörer möglich. Klanglich stehen Presets wie Rock oder Jazz sowie eine manuelle Bass- und Höhenregelung zur Verfügung. Der frontal montierte Lautsprecher arbeitet in einem Bassreflexgehäuse und liefert einen klaren, gut verständlichen Klang für Sprache und Musik.
Preis
Mit einem Preis von rund 116 Euro zählt das Albrecht DR 760 nicht zu den günstigsten Geräten seiner Klasse. Angesichts von Verarbeitung, Bedienkomfort und ASA-Unterstützung geht der Preis jedoch in Ordnung – auch als Geschenk macht das Radio eine solide Figur.
Fazit
Trotz des gehobenen Preises überzeugt das Gesamtpaket des Albrecht DR 760. Es punktet vorrangig mit seinem gelungenen Design und der klar strukturierten, intuitiven Bedienung. ASA ist ebenfalls an Bord und sorgt für ein zusätzliches Maß an Sicherheit. Zwar gibt das Radio ausschließlich in Mono wieder, klanglich überzeugt es dabei jedoch mit einer angenehm ausgewogenen Abstimmung. Bedauerlich ist lediglich das Fehlen eines integrierten Akkus, der bei Stromausfällen weiterhin Warnmeldungen ermöglichen würde.
Wer eine etwas komplexere Bedienung akzeptiert, erhält mit dem Kenwood CR-ST55DAB Stereoklang, höhere Audioqualität und die Möglichkeit zur MP3-Wiedergabe. Anzeige und Empfang bewegen sich auf ähnlichem Niveau, auch ASA wird unterstützt. Für Nutzerinnen und Nutzer, die Wert auf maximale Einfachheit legen, bleibt das DR 760 jedoch die stimmigere Wahl.
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