Yes We Can: Die Identity des Obama Presidential Center! › PAGE online
Was für ein Auftrag, den das Branding Studio Manual 2023 erhielt: Die Identity des Obama Presidential Center in Chicago zu entwickeln. Jetzt öffnete das Center samt öffentlichem Park – und einem Designsystem, in dem die Sonne aufgeht und das so dynamisch wie hoffnungsvoll ist.
2014 gründeten Barack und Michelle Obama die Obama Foundation, die jungen Menschen dabei unterstützt, ihren Weg zu gehen, Mädchen fördert, Führungskräfte berät und Communitys unterstützt, um so positive gesellschaftliche Veränderungen zu ermöglichen.
Angelehnt war die Identity der Foundation an das Design, das die Chicagoer Studios Sender LLC und Mode Project für Barack Obamas Wahlkampagne 2008 entwickelt hatten. Dazu gehörte auch die Gotham von Tobias Frere-Jones und das Logo einer aufgehenden Sonne.
2023 hat das Branding Studio Manual aus San Francisco und Amsterdam es übernommen, die Identity für das Obama Presidential Center weiterzuentwickeln.
Was für ein Auftrag! Und am 19. Juni 2026 schließlich öffnete die Institution, die so ganz anders als die traditionellen Präsidentenbibliotheken ist.
Das Obama Presidential Center hat seinen Blick ganz in die Zukunft gerichtet, auf die Community und die Demokratie.
700.000 Besucher:innen werden jährlich auf dem fast acht Hektar großen Gelände des Obama Presidential Center erwartet, das, anders als die Präsidentenbibliotheken zuvor, viel mehr als ein Archiv ist. Das zugewandt und in Bewegung ist, von einem »Yes We Can« erzählt und davon, seine eigene Geschichte neu zu schreiben.
Dabei ist es Museum, Community Center, Lehrcampus und Sportzentrum zugleich und das alles ist umgeben von einem öffentlichen Park.
Ein Statement setzt bereits die typografische Fassade, die von Michael Bierut und seinem Team bei Pentagram New York gestaltet wurde. In der Gotham zitiert sie einen Ausschnitt aus der Rede von Präsident Obama 2015 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Protestmarschs, den Martin Luther King Jr. von Selma nach Montgomery führte.
Er war ein Höhepunkt der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und führte schließlich zum Voting Rights Act, der das uneingeschränkte Wahlrecht auch für Afroamerikaner:innen garantierte. Blickt man auf die aktuelle Entwicklung, weiß man, wie gefährdet das heute wieder ist.
Die visuelle Identität von Manual hingegen hat die Aufgabe, die unterschiedlichen Bereiche des Centers und die Mission der Foundation zusammenzubringen und in ein lebendiges Erlebnis zu übersetzen.
Und das mit einem Designsystem, das in zwei Phasen entstand.
Zuerst konzipierten die Kreativen von Manual das Branding der Obama Foundation neu. Auch wenn es sich dabei um weit mehr als einen Relaunch handelte, behielten sie zwei entscheidende Elemente bei: das Logo der aufgehenden Sonne und die prägende Schrift Gotham, gezeichnet von Frere-Jones Type.
Darauf aufbauend entwickelte Manual ein flexibles visuelles System, das nicht nur durch das vielschichtige Center mit seinen zahllosen Angeboten führt, sondern das auch auf eine Vielzahl von Programmen, Zielgruppen und Erlebnissen angewendet werden kann, von der Betonwand bis ins Digitale funktioniert – und das zwar präsidial, aber gleichzeitig zugänglich ist, das informiert, leitet und begeistert.
Das immer schnell erkennbar ist, gleichzeitig aber keine Blicke von dem Center ablenkt.
Auch wenn Manual bei der Gotham als Schrift blieb, entwickelte das Studio drei neue Stile: die Gotham Slab, Gotham Stencil und Gotham Inline, die mitunter sogar als Mix innerhalb eines Wortes auftauchen.
Die aufgehende Sonne zieht sich in verschiedenen Variationen bis hin zur schlichten Kreisform durch die Identity und bestimmt auch die Icons, während das Wegeleitsystem mit großen, klaren Übersichtstafeln arbeitet, in denen die einzelnen Stockwerke auseinandergezogen werden. Oder auch mit spielerischen Elementen wie den aufeinander gestapelten Büchern am Eingang zur Bibliothek.
Illustrationen hingegen erzählen in leuchtenden Farben von den Idealen der Foundation, vom Aufstieg immer höher durch die Wolken hindurch, von blühenden Landschaften und von einer diversen Gesellschaft, in der man gegenseitig hilft.
Alles hier ist nicht historisch und hochherrschaftlich ausgelegt, sondern dynamisch, ganz nah an den Bürgern und konsequent auf die Zukunft ausgerichtet.
»In den Zeiten, in denen wir leben, ist es zutiefst bereichernd, an einem Projekt zu arbeiten, das in der Überzeugung verwurzelt ist, dass Menschen zusammenkommen können, um Dinge zu verbessern«, sagt Patricia Callaway, Geschäftsführerin von Manual.
Und von Tom Crabtree, Gründer und Kreativdirektor von Manual, heißt es: »Hier dreht sich alles um Partizipation, Führung und Handeln. Selbst nur einen kleinen Teil zu seiner Gestaltung beizutragen, war eine wirkliche Ehre und ein Karrierehöhepunkt für unser Studio.«