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YouTube arbeitet an Integration von Publisher Paywalls


Die Streaming-Plattform erwägt Publisher Paywalls auf der Plattform zu spiegeln, sodass diese über Videoinhalte neue Abonnent:innen gewinnen können. Zudem startet die European Creator Consultation von YouTube, die der EU vermitteln soll, wie die Creator-Ökonomie besser wachsen kann.

Die 2005 gestartete Streaming-Plattform YouTube gilt als OG-Creator-Plattform, die dank des riesigen Pools an Content-Ersteller:innen und Content für Suchende, Advertiser und Entertainment Fans immer neues Material liefert. Die Relevanz der Plattform im Digitalraum ist nicht von der Hand zu weisen, ob man nun Shorts, Longform-Videos oder Podcasts rezipiert – in den USA ist YouTube für letztere die Go-to-Option Nummer eins. Allein im ersten Quartal 2026 generierte die Plattform rund 9,9 Milliarden US-Dollar mit Advertising. Jeden Tag werden über 20 Millionen Videos neu hochgeladen, Shorts erhalten 200 Milliarden Views am Tag und für beinahe jedes Vertical ist facettenreicher Content zu finden.

Melissa Hsieh Nikolic auf der Bühne: YouTube im Fokus, © Google
Melissa Hsieh Nikolic auf der Google Marketing Live-Bühne: YouTube im Fokus, © Google

Deshalb möchte die Plattform, längst eine relevante Suchmaschine, künftig nicht nur der Creator Economy eine Stimme im digitalpolitischen Diskurs verleihen, sondern auch Publisher mit einer zentralen Conversion-Möglichkeit unterstützen. Nach Aussagen von Pedro Pina, VP für YouTube in Europa, ist bereits die Integration von Publisher Paywalls bei YouTube in Arbeit. Es gebe nur noch kleine Hürden zu überwinden, dann könnten aber Publisher über die weltberühmte Plattform Abonnements pushen.


Ask YouTube startet:
KI-Suche kommt auf die Videoplattform

© YouTube/Neal Mohan

Via YouTube Abos generieren: Plan für Publisher-Paywall-Integration steht

Der Publisher A Media Operator berichtet von YouTubes Plänen zur Paywall-Integration auf der Plattform. Auf dem WAN-IFRA World News Media Congress in Marseille hat sich Pedro Pina dazu geäußert. Das große französische Medienhaus Le Monde habe YouTube gedrängt, eine Funktion einzurichten, mit der Medienhäuser über Videos die Abonnements für ihre Medienmarken steigern können. Das gebe es noch nicht, so Pina, aber man arbeite mit Entwickler:innen bereits an einem entsprechenden Produkt. Er erwarte eine baldige Fertigstellung dieses Produkts.

Da viele Medienhäuser auf YouTube ihre Inhalte ausspielen, um die riesige Zielgruppe zu erreichen, eröffnen sich für Publisher große Reichweitenpotentiale. Diese können theoretisch werblich monetarisiert werden. Doch gerade renommierte Medienhäuser setzen weniger auf die Werbemonetarisierung auf Drittplattformen als vielmehr auf deren Nutzen als Reichweitenkanal. Diesen könnten sie jedoch im Idealfall noch verstärken, wenn über diese Reichweite Inhalte, die auf ihren Seiten hinter einer Paywall stehen, mit einer Bedingung bereitgestellt werden könnten. Das heißt konkret, dass Publisher Videos mit ihren eigenen Paywall- beziehungsweise Abonnementsystemen verknüpfen könnten. Lou Grasser, Chief Digital Officer von Le Monde, sagte auf der Bühne in Bezug auf eine Story hinter der Bezahlschranke, die später ohne eine solche zu YouTube kam:

We believe we had a strong opportunity there for subscriptions … we need to be able to put a video under a paywall. It’s a product feature that would help us to engage readers on that.

Während Le Monde inzwischen über 600.000 Abonnent:innen hat – davon der Großteil digital –, folgen dem offiziellen YouTube Account über 2,23 Millionen User. Doch YouTube ist eher noch ein Discovery-Kanal für viele User, wenn es um die Interaktion mit Le Monde geht. Deshalb würde eine Paywall-Integration diesem Publisher und allen anderen mit Abonnementoptionen helfen, über reichweitenstarke Inhalte das eigene Geschäftsmodell zu fördern. Publisher könnten dann Videos exklusiv für Abonnent:innen anbieten und jenen, die es noch nicht sind, eine Abonnementoption vorschlagen.

Laut Pedro Pina steht dem eigentlich nur eine Prüfung der Datenschutzregularien im Wege. Ihm zufolge gebe es keinen Grund, warum YouTube das Modell nicht anbieten sollte. Man teile bereits die Werbegelder mit den Creatorn, so könnte man auch die Paywall-Gelder teilen. Diese Aussage deutet indes darauf hin, dass YouTube eine Beteiligung der Conversions auf der eigenen Plattform fordern würde.

Wir dürfen nun gespannt abwarten, ob YouTube tatsächlich in nächster Zeit eine Paywall-Integration für Publisher einführt. Apple hat eine vergleichbare Lösung für den Bereich Apple Podcasts bereits vor einigen Jahren eingeführt.


YouTube testet exklusive Videos für Superfans und kennzeichnet AI Content automatisch

© Sunny Hassan – Unsplash via Canva

European Creator Consultation: YouTuber sollen klarstellen, was sie von der Politik brauchen

Dass YouTube auf die Medienmacher:innen hört, untermauert auch der Start der European Creator Consultation. Dabei handelt es sich um eine große Umfrage unter Creatorn aus den 27 Mitgliedstaaten der EU. Eine ähnliche Umfrage setzte YouTube bereits im Vereinigten Königreich um. Die Creator sollen dabei mit ihren Aussagen eine datenbasierte Grundlage für Gesetzemacher:innen der Länder bereitstellen, auf deren Basis digitalrechtliche Veränderungen zum Vorteil der Digitalökonomie gefördert werden könnten. YouTube erklärt:

The European Creator Consultation will ask creators what it takes to set up businesses, develop skills, and identify barriers that are holding back this vital corner of Europe’s creative industry. The findings will culminate in a comprehensive report shared with policymakers in Brussels and across the continent, providing a roadmap to unlocking the full potential of Europe’s creator economy.

Zudem sollen Creator und Politik so näher zusammenrücken – wovon YouTube letztlich nur profitieren könnte. Denn die Plattform geht davon aus, dass Creator die Zukunft der digitalen Informationsvermittlung, aber auch des Commerce, der Education und anderer Bereiche bedeutend fördern werden. Deshalb sollte die Politik sie auch nicht als Gruppe vereinzelter Content-Ersteller:innen verkennen, sondern als relevante Branche im Wirtschaftssektor des Digitalen.


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