Künstliche Intelligenz
Zoom: KI-Agent schließt ab, was Meetings beginnen
Zoom erweitert seine KI-Angebote um zwei neue Produkte: den ZoomMate und die AI Productivity Suite. Beide Angebote sollen Besprechungen nicht nur protokollieren, sondern auch die daraus entstehenden Aufgaben weitgehend automatisieren. Dazu verknüpft Zoom den Kontext aus Meetings, Chats und Anrufen mit Unternehmensdaten und externen Anwendungen.
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ZoomMate bezeichnet der Anbieter als agentenbasierte KI-Arbeitsoberfläche. Die Software ruft Informationen aus Zoom sowie aus angebundenen Systemen wie Salesforce, Jira, ServiceNow, Workday, Slack, Microsoft 365 und Google Workspace ab, bereitet sie auf und leitet daraus konkrete Aktionen ab. Zoom ordnet das Produkt in seine bereits angekündigte „System of Action“-Strategie ein. Dahinter steht die Idee, Gespräche als zentrale Quelle für Entscheidungen, Aufgaben und Geschäftsprozesse zu nutzen und daraus direkt konkrete Arbeit abzuleiten.
Agentische Suche und Workflow-Orchestrierung
Zu den zentralen Funktionen gehört eine agentische Suche. Anders als klassische Enterprise-Search-Lösungen, die vor allem einzelne Dokumente oder Datensätze finden, soll ZoomMate Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen und sie im jeweiligen Arbeitskontext aufbereiten. Fragt ein Mitarbeiter etwa nach dem Status eines Kundenprojekts, kombiniert die KI laut Zoom Jira-Tickets, Salesforce-Daten, Slack-Diskussionen und Meeting-Protokolle zu einer zusammenhängenden Antwort.
Darüber hinaus koordiniert ZoomMate Aufgaben über mehrere Anwendungen hinweg. Die Software legt nach Angaben des Herstellers Termine in Google Calendar oder Microsoft Outlook an, aktualisiert Datensätze, erstellt Folgeaufgaben oder stößt Onboarding- und Supportprozesse an. Diese Funktionen fasst Zoom unter dem Begriff Orchestrierung zusammen: Mehrere Arbeitsschritte in unterschiedlichen Anwendungen laufen automatisiert ab und greifen ineinander.
AI Productivity Suite mit vier Anwendungen
Die ebenfalls neue AI Productivity Suite umfasst die vier Anwendungen Zoom Canvas, Zoom Slides, Zoom Sheets und Zoom Paper. Sie sollen direkt auf Informationen aus Meetings und anderen Kommunikationskanälen zugreifen und daraus Dokumente, Tabellen, Präsentationen oder Berichte erzeugen.
Zoom Canvas löst Zoom Docs ab und dient als Arbeitsbereich für Dokumentationen, Projektpläne und Wikis. Zoom Slides erstellt Präsentationen aus Meeting-Inhalten oder Texteingaben. So entsteht etwa aus einem Kundenworkshop automatisch ein erster Foliensatz mit Anforderungen, Ergebnissen und nächsten Schritten. Zoom Sheets ergänzt die Suite um eine Tabellenkalkulation mit KI-Funktionen. Nutzer stoßen Analysen über Prompts in natürlicher Sprache an, ähnlich wie bei den KI-Erweiterungen von Microsoft Excel oder Google Sheets. Zoom Paper unterstützt beim Verfassen, Überarbeiten und Formatieren von Geschäftsdokumenten wie Berichten oder Angeboten.
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Verknüpfung mit Gesprächskontext
Ein zentrales Merkmal beider Produkte ist laut Zoom die Verknüpfung der Arbeitsergebnisse mit dem ursprünglichen Gesprächskontext. Dokumente, Präsentationen oder Projektpläne bleiben damit nachvollziehbar mit den zugrunde liegenden Entscheidungen verbunden. Entwickeln sich Entscheidungen weiter, soll die KI betroffene Inhalte automatisch aktualisieren. Zoom will sich damit von KI-Werkzeugen abgrenzen, die Inhalte ausschließlich auf Basis von Nutzereingaben erzeugen.
Die Anwendungen sind mit den Formaten DOCX, PPTX und XLSX kompatibel; zudem unterstützt Zoom den Export als PDF. Als Zielgruppen nennt das Unternehmen vor allem Beratungen, Agenturen, Professional-Services-Anbieter sowie kleine und mittlere Unternehmen. Auch Vertriebs-, HR- sowie Produkt- und Entwicklungsteams sollen von der engeren Verzahnung zwischen Kommunikation und operativer Arbeit profitieren.
Verfügbarkeit und Preise
ZoomMate ist zunächst für Online- und Direktkunden in Nordamerika verfügbar und kostet 20 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Der Preis umfasst KI-Credits. Obwohl ZoomMate offiziell allgemein verfügbar ist, erfolgt die Einführung schrittweise, sodass der Dienst zunächst nicht für alle Kunden bereitsteht. In weiteren Regionen, darunter Europa, will Zoom das Produkt im Laufe des Jahres ausrollen. Noch nicht enthalten ist die Agents-Funktion, mit der Teams eigene KI-Assistenten für spezifische Aufgaben konfigurieren können – diese soll laut Zoom erst im weiteren Verlauf des Juni 2026 folgen.
Die AI Productivity Suite ist im ZoomMate-Abonnement enthalten, lässt sich aber auch separat oder als Zusatzoption für 10 US-Dollar pro Nutzer und Monat buchen. Auch dieses Angebot umfasst KI-Credits.
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(fo)