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Zweifel an Liliums Versprechen: War der Jet physikalisch überhaupt möglich?

Im Herbst 2019 bekommt Lars Reinhold, Chefredakteur des Fachmagazins „Aerokurier“, eine E-Mail. Der Absender: ein Ingenieur, der anonym bleiben will. Im Anhang befinden sich Berechnungen zum Lilium-Jet. Sein Fazit ist vernichtend: Die Versprechen des Münchner Flugtaxi-Startups seien „völlig zweifelsfrei als nicht realisierbar entlarvt“, schreibt er in seinem Konzeptpapier. Stimmt das?
Reinhold beginnt zu recherchieren. Wenige Monate später veröffentlicht das Fachmagazin seine Kritik unter dem Titel „Liliums Scheinwelt“. Darin werden Liliums Technologie und die Kernversprechen des Startups angezweifelt: ein elektrisches Fluggerät, das wie ein Hubschrauber senkrecht starten und landen, im Flug jedoch wie ein Flugzeug effizient gleiten sollte. So sollten mehrere Menschen regionale Strecken schnell und emissionsfrei zurücklegen können.
Unsere ganze Recherche hört in Teil 4 unseres Podcasts „Cashburners: Die Lilium-Story“:
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Zweifel an großen Versprechen
Der anonyme Ingenieur hatte auf Basis öffentlich verfügbarer Angaben und eigener Schätzungen nachgerechnet, ob das Konzept plausibel ist. Seine Kritik zielte vor allem auf drei Punkte: den Rotorenantrieb, den hohen Energiebedarf beim senkrechten Start und die begrenzte Energiedichte der Batterien. Aus seiner Sicht passte das nicht zusammen. Statt der von Lilium in Aussicht gestellten rund 300 Kilometer Reichweite kam er auf 18 Kilometer, also einen Bruchteil davon.