Digital Business & Startups

3.568 neue Startups und weniger Insolvenzen


Startup Verband und Startupdetector haben nachgezählt, wie viele Neugründungen es gab, wo in Deutschland und was die so machen. Trotz Rezession war 2025 ein Rekordjahr.

Mit im Schnitt 335 Neugründungen pro Monat war das zweite Halbjahr 2025 besonders stark.
Kentaroo Tryman/ Getty

Alle haben genug von irgendwelchen Jahresrückblicken – aber ein letzter Blick zurück auf 2025 lohnt sich: Gemeinsam haben der Startup Verband und Startupdetector für ihren Next Generation Report 2025 durchgezählt und festgestellt, dass noch nie so viele Startups in einem Jahr in Deutschland gegründet wurden wie in den vergangenen 12 Monaten.

Gründungsrekordjahr

Um ganz genau zu sein waren es 3.568 neue Jungfirmen und damit 29 Prozent mehr als im Vorjahr 2024. Auch das bisherige Gründungsboomjahr 2021 (Corona, alle wollen alles mit Digitalisierung) wurde damit übertroffen (da waren es 3.196 Neugründungen). Mit im Schnitt 335 Neugründungen pro Monat war das zweite Halbjahr 2025 besonders stark.

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Zugleich hatte die Startup-Szene 2025 rund 11 Prozent weniger Insolvenz zu vermelden als im Vorjahr. Insbesondere die B2C-Branchen Food und eCommerce erholen sich langsam, wie der Bericht zeigt. Mehr Insolvenzen als im Vorjahr gab es hingegen in den Bereichen Software und Medizin.

Quelle: Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland; Januar – Dezember 2025; Startup Verband & Startupdetector
Gründerszene

Der Süden liegt vor dem Norden

Startup Verband und Startupdetector haben sich die Zahlen auch regional genauer angeschaut und festgestellt: Bayern. In Bayern hat die Zahl der Neugründung am deutlichsten zugelegt, um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nämlich. Die Landeshauptstadt München ist – darüber würd letztes Jahr auch schon berichtet – DIE Gründungshauptstadt Deutschlands, mit einem deutlichen Vorsprung gegenüber Berlin. Pro 100.000 Einwohnern wurden in München 19,3 Startups gegründet, in Berlin hingegen nur 16,8.

Auch Nordrhein-Westfalen und Sachsen haben im Vergleich zu 2024 bei der Anzahl der Neugründungen deutlich zugelegt, nämlich um 33 Prozent (NRW) und 56 Prozent (Sachsen). In Norddeutschland ist die Gründungsdynamik deutlich schwächer als bundesweit. In Bremen (-24 Prozent) und in Schleswig-Holstein (-5 Prozent) wurde 2025 weniger gegründet als zuvor. Hamburg flog aus der Top-10-Liste der Gründungsstädte in Deutschland, landet erstmals nur auf Platz 11.

Quelle: Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland; Januar – Dezember 2025; Startup Verband & Startupdetector
Gründerszene

Wenig überrascht der Blick auf die Branchen, auf die sich die Neugründungen 2025 verteilen: Künstliche Intelligenz ist und bleibt DER zentrale Treiber der Gründungsdynamik der letzten Jahre, berichten die Verfasser des Reports. Die mit viel Abstand meisten Neugründungen sind im Bereich Software anzusiedeln, gefolgt von Medizin und – dann doch eine kleine Überraschung – Food auf Platz Drei. Dieses Segment hat in den zurückliegenden Jahren sehr geschwächelt und legte 2025 um 80 Prozent zu (gemessen an der Zahl der Neugründungen).

Ein Trend, der sich fortsetzen dürfte

Mit dem Anstieg der Neugründungen 2025 hat sich ein Trend fortgesetzt, der 2024 bereits begonnen hatte. Und glaubt man Unternehmern und Beobachtern des Ökosystems, dürfte er sich 2026 fortsetzen: Vor allem dank der Möglichkeiten, die KI schafft, mit weniger Ressourcen, also winzigen Teams und weniger Kapital, Firmen aufzubauen, dürfte die Anzahl der Neugründungen weiter zunehmen.

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Unlängst erst kündigte der Berliner Unternehmer und Mitgründer der Factory, Udo Schloemer, an, in den kommenden zwei Jahren bis zu 800 neue Unternehmen aufbauen und mit seinem Fonds unterstützen zu wollen. Schloemer glaubt, dass KI-Entwicklung heute viel schneller und günstiger sei als je zuvor – oft brauche man nur noch geringe Budgets, um Prototypen zur Marktreife zu bringen.



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