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Künstliche Intelligenz

Windows-Tablet und Laptop in einem: Ninkear T40 für unter 400 Euro im Test


Der Ninkear T40 vereint Windows-Tablet und günstigen Laptop in einem Gerät. Mit Intel N100, 16 GB RAM und abnehmbarer Tastatur kostet er unter 400 Euro.

Der Ninkear T40 ist ein Hybrid aus Windows-Tablet und günstigem Laptop. Den Hersteller mit dem ulkigen Namen kennen wir bereits von zahlreichen preiswerten Mini-PCs. Nun liegt uns ein 2-in-1-Gerät vor, das sich durch sein Detachable-Konzept hervorhebt – ganz nach dem Vorbild Microsoft Surface. Mit magnetisch anheftbarer Tastatur und Kickstand will der T40 die Flexibilität eines Tablets mit der Produktivität eines Laptops vereinen. Das 14-Zoll-Display im 16:10-Format bietet Full-HD-Auflösung, während ein Intel N100 mit 16 GB RAM für die nötige Leistung sorgt. Für unter 400 Euro bekommt man ein komplettes System inklusive Tastatur, Stylus und Windows 11. Wie das Gerät in der Praxis abschneidet, zeigt unser Test.

Das Testgerät hat uns Geekbuying zur Verfügung gestellt. Dort ist das T40 aber bereits seit längerem ausverkauft. Auf Ebay gibt es ihn derzeit für 368 Euro mit dem Code NBPAUGUST25.

Lieferumfang: Welches Zubehör liegt dem Ninkear T40 bei?

Der Lieferumfang ist umfangreich: Ein T40 2-in-1 Tablet, Netzteil (143 g schwer), Handbuch, eine Bluetooth-Tastatur im QWERTY-Format mit ANSI-Belegung und RGB-Hintergrundbeleuchtung, ein separates Ladegerät für die Tastatur mit Pogo-Pins sowie ein Stylus.

Die QWERTY-Tastatur mit ANSI-Belegung passt für deutschsprachige Länder nicht gut – Umlaute fehlen, Satzzeichen haben eine völlig andere Tastenbelegung. Die Enter-Taste ist kleiner und anders aufgeteilt. Softwareseitig lässt sich das anpassen, aber die physische Tastenaufteilung bleibt „falsch“. Der Vorteil gegenüber anderen Fernost-Laptops: Man kann die Tastatur einfach abnehmen. Auf Amazon gibt es für etwa 70 Euro eine alternative QWERTZ-Tastatur von Ninkear, wobei die Produktbilder verwirrenderweise eine QWERTY-Tastatur zeigen. Da die Tastatur per Bluetooth verbunden wird statt über spezielle Kontakt-Pins, kann man theoretisch jede beliebige Bluetooth-Tastatur verwenden.

Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Ninkear T40?

Die Verarbeitung des silbernen Aluminiumgehäuses ist ausgesprochen hochwertig – Spaltmaße sucht man vergebens. Die Übergänge sind schön gestaltet, auch die Aussparungen an den Seitenkanten für Luftzufuhr und Abluft des integrierten Lüfters sind schön gemacht. Mit kompakten Maßen von 317 × 215 × 10 mm und federleichten 987 g liegt das Tablet gut in der Hand.

Der magnetische Kickstand ist allerdings nicht sonderlich komfortabel zu bedienen, geschweige denn intuitiv. Er überzieht die komplette Rückseite, ist in der Mitte halbiert und kann gefaltet werden. Man klappt die obere Hälfte nach hinten für eine Aufstellfläche – problematisch ist, dass nur die untere Hälfte magnetisch ist, die obere nicht. Im Test haben wir das sehr oft falsch gemacht. Der Magnetmechanismus hält nicht wirklich stabil, ein stärkerer Magnet wäre ein Anfang gewesen. Integrierte Standfüße hätten ohnehin Vorteile bei Standfestigkeit und Komfort.

Die Magnethalterung für die Tastatur könnte ebenfalls besser halten und löst sich zu schnell. Andere Hersteller lassen hier eine tiefere Aussparung im Gehäuse, wodurch die Tastatur besser sitzt. Die Bluetooth-Verbindung zur Tastatur funktioniert im Test weitgehend zuverlässig und bietet ein erstaunlich nahtloses Erlebnis. Die automatische Kopplung klappt gut. Das 125 × 82 mm große Clickpad-Touchpad funktioniert ordentlich und kann auf jeden Fall mit dem Klickgefühl vergleichbarer Detachables mithalten. Die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur ist ein nettes Extra. Auf der linken Gehäuseseite befinden sich der Powerknopf und die Lautstärkewippe, rechts die drei Anschlüsse.

Ans Gehäuseinnere kommt man nicht ohne Weiteres. Das Tablet ist ringsum verschlossen und erlaubt keine Öffnung per Schrauben. Das Tablet auf andere Weise zu öffnen, war uns für diesen Test nicht möglich.

Display: Wie hoch löst das Display des Ninkear T40 auf?

Das 14-Zoll-IPS-Display löst mit 1920 × 1200 Pixeln auf und nutzt ein 16:10-Seitenverhältnis. Die Farbwiedergabe ist okay, aber dem Display fehlt etwas Brillianz. Für Büroeinsätze reicht es aus, genauso wie die Bildwiederholrate von 60 Hz.

Die Displayränder sind ungleichmäßig: Links und rechts mit 4 mm okay schmal, oben und unten aber deutlich breiter. Hier könnte das Tablet optisch zulegen, wenn der Hersteller schmalere Displayränder wie bei anderen Tablets einsetzen würde – wobei das bei Windows-Tablets noch mal eine andere Geschichte ist.

Das größte Manko ist die Helligkeit von unter 250 cd/m² – so zumindest die Herstellerangabe, die an sich schon sehr mager ist. Im Test blieb das Display aber noch darunter. Für draußen oder bei etwas Gegenlicht ist das viel zu wenig. Bereits in Innenräumen stellen wir deutliche Spiegelungen von Deckenbeleuchtungen oder ähnlichem fest. Bei Sonneneinstzrahlung ist der Bildschirm nicht mehr ablesbar. Das Display unterstützt bis zu 10 gleichzeitige Touch-Eingaben sowie die Verwendung des beigelegten Stylus. Für Office-Arbeiten in gedimmten Räumen mag die Qualität ausreichen, für mehr aber definitiv nicht.

Ausstattung: Welche Hardware bietet der Ninkear T40?

Kernstück ist der aus zahlreichen Mini-PC-Tests bekannte Intel N100 – sehr beliebt im günstigen Preisfeld mit sparsamer Konfiguration. Er taktet mit maximal 3,4 GHz, bietet vier Kerne ohne Hyper-Threading. Die thermische Verlustleistung (TDP) beträgt schlanke 6 W, die maximale Betriebstemperatur liegt bei 105 Grad. Gefertigt ist der N100 mit Intel-7-Lithographie im 10-nm-Prozess. Als integrierte Grafik kommt eine Intel UHD Graphics mit 750 MHz und 24 Ausführungseinheiten zum Einsatz, die 4K maximal bei 60 Hz schafft – mehr braucht so ein System aber auch nicht.

Der T40 reizt die Maximalkonfiguration des N100 bereits aus mit fest verlöteten 16 GB LPDDR5-RAM bei 4800 MT/s. Gottlob kommt kein eMMC-Speicher zum Einsatz, sondern eine richtige M.2-SSD mit 512 GB. Allerdings arbeitet diese nur mit SATA-Geschwindigkeit: Crystaldiskmark zeigt Schreibraten von 511 MB/s und Leseraten von 547 MB/s. Für eine SATA-SSD ordentlich, gemessen am Tempo von NVMe-SSDs aber langsam.

Anschlussseitig zeigt sich der T40 dünn besetzt: Nur zwei USB-C-Schnittstellen, davon eine mit vollem Funktionsumfang (PD und DisplayPort), plus einmal Micro-HDMI – das war’s. Die Tastatur wird über eine Magnet-Pin-Schnittstelle geladen, was die Kompatibilität erschwert. Normales USB-C wäre komfortabler. Verschmeißt man das beigelegte Tastatur-Ladegerät, ist man aufgeschmissen.

Drahtlos gibt’s Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2, was nicht die neuesten Standards sind – aber Wi-Fi 6 ist ein deutlicher Vorteil gegenüber Wi-Fi 5. Als WLAN-Chipsatz kommt ein Intel AX101 zum Einsatz.

Überdies sind vier integrierte Lautsprecher und ein Mikrofon für Videokonferenzen vorhanden. Die Lautsprecher klingen insgesamt dünn, die Aufnahmen des Mikrofons ebenso. Die Kameras lösen beide lediglich 720p auf. Je nachdem, worin man ihren Zweck sieht, erfüllen sie diesen ganz gut: Gesehen wird man mit der Kamera schon irgendwie, die Qualität würde man aber neudeutsch so beschreiben, als hätte man mit einem Toaster fotografiert. Front- und Rückkamera liefern beide eine katastrophale Qualität ab. Sind Tablets ohnehin nicht für die Fotosafari gedacht, stellt das T40 diesen Anspruch noch viel weiter herunter.

Die Resultate der Hauptkamera könnte man auch als künstlerische Neuinterpretationen sehen: Die Auflösung ist so schlecht, dass alles derart verschwimmt, dass man es auch als Ölgemälde auffassen könnte. Farben vermatschen extrem und gerade dunklere Ecken sind kaum mehr zu identifizieren. Immerhin funktioniert der Autofokus.

Mit der Frontkamera bekommen Gesichter schnell einen Rotstich. Die Brennweite ist etwas nah eingestellt, sodass das Gesicht teilweise abgeschnitten ist, wenn man das Tablet auf normaler Entfernung einer Armlänge hält. Bei einer stärkeren Lichtquelle im Hintergrund wird das Gesicht sehr schnell dunkel und noch rauschiger als ohnehin schon. Alles in allem würden wir die Kameras als miserabel bezeichnen – selbst für Videokonferenzen grenzwertig.

Performance: Wie schnell ist der Ninkear T40?

Nach unserer Erfahrung mit dem N100 aus zahlreichen Mini-PC-Tests hatten wir eine gewisse Erwartungshaltung an die Performance. Im prädestinierten Office-Benchmark PCMark 10 erreicht der T40 im Netzbetrieb durchschnittlich 2945 Punkte, was am unteren Ende des N100-Durchschnitts liegt. Wir hatten bereits Systeme mit dem gleichen Prozessor, die bis zu 3150 Punkte erreichten. Die Werte schwankten zwischen 2862 Punkten im schlechtesten und 3007 Punkten im besten Durchlauf.

Im Akkubetrieb reduziert sich die Leistung um knapp 700 Punkte auf durchschnittlich 2264 Punkte. Die Spanne reichte hier von 2235 bis 2312 Punkten. Für den Office-Alltag sollte das zwar ausreichen, große Leistungssprünge und Freudentänze sollte man bei diesem System aber definitiv nicht erwarten.

Bei 3DMark Time Spy zeigt sich ein gemischtes Bild: Mit 367 Punkten gesamt, die sich aus 320 Grafik-Punkten und respektablen 2290 CPU-Punkten zusammensetzen, liefert der T40 übliche, wenn nicht sogar leicht überdurchschnittliche Resultate für vergleichbare Mini-PC-Konfigurationen ab. Der plattformübergreifende Benchmark Geekbench 6 attestiert dem System 970 Punkte im Single-Core und 2833 Punkte im Multi-Core-Test, während der OpenCL-Grafiktest bei 3215 Punkten endet. In Cinebench erreicht das System im Netzbetrieb 159 Punkte im Multi-Core und 53 Punkte im Single-Core-Benchmark.

Spiele haben wir nicht getestet – die Hardware gibt’s nicht her, es lohnt sich schlicht nicht. Außer Retro-Spielen wird hier sowieso nichts laufen. Gamer sind bei diesem Gerät absolut falsch aufgehoben und sollten einen großen Bogen darum machen.

Lüfter: Wie laut ist der Ninkear T40 und wie hoch ist seine Leistungsaufnahme?

Der Lüfter ist angenehm ruhig mit knapp 20 dB(A) am Gehäuse – kaum wahrnehmbar. Was er aber wettzumachen versucht: Er gibt ein sehr raues, schnarrendes Geräusch von sich. Etwas hörbar, aber nicht allzu aufdringlich und störend. Achtet man darauf, hört man es definitiv etwas. Unter Last bleibt der N100 stabil bei 2,5 bis 2,6 GHz, die Temperatur steigt nur auf 45 Grad am Gehäuse.

Ninkear T40 – Wärmeverteilung Rückseite

Software: Mit welchem Betriebssystem arbeitet der Ninkear T40?

Auf dem Ninkear T40 kommt Windows 11 Pro in Version 22H2 zum Einsatz. Nach dem Update auf 24H2, was längere Zeit in Anspruch nimmt, ist unser Windows nicht mehr aktiviert. Das ist allerdings ein bekannter Fehler von Windows nach diesem Update. Zusätzliche Bloatware findet sich nicht auf dem Gerät, der obligatorische Systemscan mit Windows Defender findet überdies keine Viren oder Auffälligkeiten. Das BIOS bietet kaum Einstellungsmöglichkeiten.

Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Ninkear T40?

Die Akkulaufzeit ist mit knapp über fünf Stunden etwas mager, bedingt durch das kleinere Gehäuse. Der 38-Wh-Akku (7,6V/5000mAh) reicht nicht für einen kompletten Arbeitstag. Das Laden erfolgt über den vollausgestatteten USB-C-Port mit Power Delivery. Das mitgelieferte Netzteil liefert 12 V bei 3 A (36 Watt) und wiegt 143 g. Die separate Tastatur muss über das mitgelieferte Pogo-Pin-Ladegerät geladen werden – unpraktisch, wenn man es verliert.

Preis: Was kostet der Ninkear T40?

Normalerweise kostet der Ninkear T40 über 400 Euro. Auf Ebay bekommt man ihn aktuell für knapp 368 Euro (Code: NBPAUGUST25). Das ist ein fairer Preis für diese Ausstattung mit Intel N100, maximalen 16 GB RAM und 512 GB SSD. Vergleichbare 2-in-1-Geräte großer Marken kosten oft deutlich mehr.

Fazit

Der Ninkear T40 ist ein ordentlicher Windows-Tablet-Laptop-Verschlag für unter 400 Euro. Die hochwertige Verarbeitung des Aluminiumgehäuses überzeugt. Die Hardware mit Intel N100 und maximalen 16 GB LPDDR5-RAM reicht für Office völlig aus, auch wenn wir schon N100-Systeme mit besserer Performance gesehen haben. Das 14-Zoll-Display bietet genug Arbeitsfläche, ist aber mit unter 250 cd/m² viel zu dunkel – bereits in Innenräumen stören Spiegelungen.

Der nicht intuitive Kickstand und dessen schwache Magnete nerven im Alltag. Die mitgelieferte QWERTY-Tastatur mit ANSI-Belegung ist für Deutschsprachige unpraktisch. Allerdings kann man sie einfach durch eine magnetische QWERTZ-Tastatur ersetzen. Mit nur zweimal USB-C und Micro-HDMI ist die Anschlussausstattung mager. Die Kameras mit 720p sind katastrophal – Gesichter bekommen Rotstich, die Brennweite ist zu nah, bei Gegenlicht wird’s dunkel und rauschig. Die Hauptkamera liefert Bilder, die wie Ölgemälde aussehen, Farben vermatschen extrem. Die Akkulaufzeit von fünf Stunden ist knapp bemessen. Ans Gehäuseinnere kommt man nicht ohne weiteres – das Tablet ist ringsum verschlossen.

Insgesamt finden wir, dass das T40 ein absolut spannendes Gerät ist, das insbesondere für den aufgerufenen Preis erstaunt. Dennoch gibt es in den Details einige Mankos, die sich zum Teil aus dem günstigen Preis bedingen. Allerdings sind zu schwache Magneten oder das Standfuß-Konzept Kleinigkeiten, die den Komfort im Alltag schmälern. Allen voran ist aber das zu dunkle Display ein großer Nachteil. Insgesamt vergeben wir für die sehr solide Performance, gute Gehäuseverarbeitung und für den Preis gute Ausstattung dreieinhalb von fünf Sternen.



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Der rote Punkt auf dem Preisschild – Die Fotonews der Woche 4/2026


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Halten Sie sich fest, denn die Nachricht hat es in sich: Die Leica Camera AG, der heilige Gral der deutschen Ingenieurskunst und für viele der Inbegriff der Fotografie, könnte bald einen neuen Mehrheitseigner haben. Der Finanzinvestor Blackstone, der derzeit 45 Prozent der Anteile hält, prüft Berichten zufolge einen Verkauf seines Pakets. Der geschätzte Wert für diese Anteile? Schlappe 1,2 Milliarden US-Dollar.

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Das Titelbild der Ausgabe 01 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

Das Titelbild der Ausgabe 01 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

Bevor jetzt aber alle Leica-Jünger in kollektive Ohnmacht fallen: Das ist kein Notverkauf. Im Gegenteil. Leica geht es blendend, die Umsätze sind auf Rekordniveau. Blackstone ist ein Investor, und Investoren tun, was Investoren eben tun: kaufen, den Wert steigern und dann mit Gewinn wieder verkaufen. Das ist ungefähr so überraschend wie die Tatsache, dass Wasser nass ist. Blackstone stieg 2011 ein, und nach über einem Jahrzehnt ist es aus reiner Finanzsicht einfach an der Zeit, Kasse zu machen.

Viel wichtiger für die Seele der Marke: Die Familie Kaufmann, Nachfahren des Gründers, die einen wesentlichen Anteil an Leica hält, bleibt an Bord. Das ist die eigentliche Beruhigungspille für alle, die fürchten, Leica könnte plötzlich anfangen, günstige Plastikkameras mit Einhorn-Aufklebern zu produzieren. Die Hüter des Erbes bleiben also am Ruder, was für Kontinuität und die Wahrung der Markenidentität spricht.

Jetzt schießen die Spekulationen natürlich ins Kraut, und das ist der unterhaltsame Teil. Wer legt über eine Milliarde Dollar für einen Kamerahersteller auf den Tisch, dessen Produkte für Normalsterbliche oft so erreichbar sind wie ein Wochenendhaus auf dem Mars?

  • Ein Luxuskonzern? Man stelle sich vor, LVMH oder Kering schnappen zu. Bald gäbe es dann vielleicht die „Louis Vuitton Monogram M12“ oder eine „Gucci Edition“ mit dem typischen grün-roten Streifen am Kameragurt. Klingt absurd? Vielleicht. Aber Leica ist längst mehr als nur eine Kamera, es ist ein Luxus-Accessoire, ein Statement.
  • Ein Tech-Gigant? Die Vorstellung, dass Apple sich Leica einverleibt, um das iPhone-Kameramodul endlich mit „Designed by Leica in Wetzlar“ labeln zu können, hat einen gewissen Reiz, ist aber wohl eher Stoff für feuchte Tech-Träume.
  • Ein anderer Kamerahersteller? Extrem unwahrscheinlich. Canon, Sony oder Nikon werden sich hüten, eine derart eigenständige und hochpreisige Marke zu kannibalisieren. Das wäre, als würde Ferrari versuchen, Rolls-Royce zu schlucken – zwei völlig unterschiedliche Philosophien.

Am wahrscheinlichsten ist, dass ein anderer, langfristig orientierter Investor oder ein sogenannter „Family Office“ Fonds einsteigt, der den Wert der Marke versteht und ihn pflegen will. Für uns Fotografen wird sich kurzfristig also vermutlich wenig ändern. Die Preise werden nicht plötzlich purzeln und eine „Volks-Leica“ für 500 Euro wird ein Traum bleiben. Aber die Diskussion allein zeigt, welche enorme Strahlkraft dieser kleine rote Punkt auch im Jahr 2026 noch besitzt.

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Ein Künstler erklärt die Wahrheit in der Fotografie für beendet, und die alten Hasen des Journalismus laden ihre Argumente durch. Die KI zwingt uns, über das Wesen der Fotografie und unserer Bilder neu nachzudenken.

Hand aufs Herz, liebe Leserinnen und Leser, wann haben Sie das letzte Mal ein Bild gesehen und ohne den geringsten Zweifel gedacht: „Ja, genau so war das“? Wenn es nach dem Konzeptkünstler Phillip Toledano geht, sollten wir uns von diesem Gedanken am besten ganz verabschieden. In einem viel beachteten Meinungsbeitrag für die Washington Post proklamiert er kurzerhand das Ende der „Fotografie als Wahrheit“. Nach 150 Jahren, in denen die Kamera als eine Art Realitäts-Zertifikat galt, sei diese Ära nun vorbei. Wir lebten jetzt im Zeitalter des „historischen Surrealismus“. Eine philosophische Befreiung, meint er.

Als erfahrener Technik- und Fotografie-Journalist zuckt man da erst mal mit den Schultern. Bildmanipulation? Gab es schon, als man noch mit Chemikalien in Dunkelkammern panschte, die heute als Sondermüll gelten würden. Aber Toledanos Argumentation, befeuert durch die schier unendlichen Möglichkeiten generativer KI, hat eine neue, beunruhigende Qualität. Er schlägt vor, dass wir uns einfach damit abfinden. Die Wahrheit sei eben nicht mehr universell, sondern lokal und verhandelbar. Eine interessante Provokation für die Kunstwelt, aber für jeden, der Wert auf visuelle und foto-journalistische Beweise legt, klingt das wie eine Kapitulationserklärung.

Wenig überraschend ließ der Widerspruch nicht lange auf sich warten. Mickey H. Osterreicher, seines Zeichens Justiziar der National Press Photographers Association (NPPA), feuerte in einem Leserbrief an die gleiche Zeitung zurück. Seine Botschaft ist unmissverständlich: Von wegen „philosophische Befreiung“! Die Glaubwürdigkeit von Fotos basiere auf professionellen Normen, Transparenz und Konsequenzen. Sie seien Beweismittel vor Gericht, in Redaktionen und im öffentlichen Diskurs. Osterreicher warnt davor, dieses Fundament einfach aufzugeben. Für den Journalismus, so schließt er scharf, sei „Bedeutung ohne Glaubwürdigkeit nicht Befreiung. Es ist Kapitulation.“ Bumm. Das hat gesessen.

Noch deutlicher wird der preisgekrönte Fotojournalist Brian Palmer, der mehr Konflikte und Krisenherde durch seine Linse gesehen hat, als den meisten von uns lieb ist. Er nennt Toledanos Geschichtsdeutung schlicht „armselig“. Wahrheit, die durch Untersuchung und Beweise gefunden wird, habe Gesellschaften gedient. „Wahrheit“, die durch die Leugnung der Realität erzwungen wird, zerstöre sie. Sein entscheidender Punkt: Wir Fotojournalisten sind für unsere Arbeit verantwortlich. Wir sind vor Ort. Eine generative KI ist es nicht. Sie ist eine „undurchsichtige, digitale Black Box“, die aus Befehlen und Daten hyperreale Fiktionen bastelt.

Und hier, liebe Leserinnen und Leser, liegt der Kern des Problems. Es ist verlockend, im Angesicht der KI-Bilderflut die Flinte ins Korn zu werfen. Aber was wäre die Konsequenz? Wenn wir nicht mehr glauben, was wir sehen, wer profitiert davon? Sicher nicht die Öffentlichkeit, die auf verlässliche Informationen angewiesen ist. Es profitieren diejenigen, die schon immer ein Interesse daran hatten, die Realität zu verbiegen, Fakten zu leugnen und ihre eigene „Wahrheit“ durchzusetzen.

Die Antwort kann also nicht sein, die Fotografie als Wahrheitsmedium abzuschreiben. Im Gegenteil: Wir müssen unsere Gehirnzellen für kritisches Denken trainieren. Wir brauchen dringend Standards für die Kennzeichnung von Bildern, für die Nachverfolgung ihrer Herkunft und eine noch größere Rechenschaftspflicht für diejenigen, die sie erstellen und verbreiten. Die KI macht die Fotografie nicht machtlos, sie zwingt uns lediglich, genauer hinzusehen, zu hinterfragen und zu verifizieren. Alles aufzugeben, wäre nicht nur verantwortungslos, es wäre ein Geschenk an die Falschen.


(tho)



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Digital Health: Recare entwickelt KI-Agenten für Klinik-Verwaltung


Der Berliner Healthtech-Anbieter Recare will einen KI-Agenten als „smarten Hub“ für Verwaltungsprozesse entwickeln. Dieser soll medizinisches und pflegerisches Personal insbesondere von Dokumentations- und Koordinationsaufgaben entlasten. Dazu automatisiert das System unter anderem die Erstellung und Weiterverarbeitung von Arztbriefen, Übergabeprotokollen und Formularen. Unstrukturierte Daten aus PDFs, Scans oder Freitexten sollen extrahiert, strukturiert und in interoperable Formate überführt werden, um sie systemübergreifend nutzbar zu machen.

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Unter anderem für dieses Vorhaben hat Recare bei einer Finanzierungsrunde über 37 Millionen Euro eingesammelt, inklusive einer Option über weitere 7 Millionen Euro. Größter Investor ist dabei der norwegische Prüf-, Versicherungs- und Risikomanagementkonzern DNV, der damit zum größten Anteilseigner des Unternehmens wird. Ebenfalls beteiligt ist CIBC Innovation Banking aus Kanada.

„Krankenhäuser stehen unter enormem Druck, weil medizinisches Fachpersonal immer mehr Zeit mit Verwaltungsaufgaben verbringt“, sagt Recare-CEO Maximilian Greschke. Der KI-Agent übernehme einen Großteil dieser Tätigkeiten und koordiniere Arbeitsabläufe über verschiedene Systeme hinweg. Die Einführung in Deutschland und weiteren Märkten soll nun beschleunigt werden.

Recare betreibt eine Software-as-a-Service-Plattform für digitales Entlassmanagement und Nachsorge, um Pflege und weitere Versorgungseinrichtungen zu koordinieren und zu automatisieren. Laut Recare arbeiten rund zwei Drittel der deutschen Krankenhäuser und mehr als 26.000 Pflegekräfte mit der Plattform.

Neben Unternehmen wie T-Systems kooperiert auch das Start-up Voize mit Recare, das ein Sprachmodell für die Dokumentation in der Pflege bereitstellt. Der Recare KI-Agent hat die KI-Engine von Voize aktuell modular integriert, heißt es von Recare auf Anfrage. Die Spracherfassung und Transkription laufe dabei innerhalb der Recare Voice nativen App und werde durch das Voize KI-Modell verarbeitet. Recare übernimmt dabei die strukturierte Weiterverarbeitung und Einbindung in Pflege- und Entlassungsprozesse – konkret die direkte Integration von gesprochenem Text in jegliche Art von Formularen.

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Dabei betont das Unternehmen mehrere Sicherheits- und Datenschutzaspekte: Die KI-Inferenz erfolgt mandantenspezifisch im jeweiligen Klinik‑Kontext, eine Vermischung von Daten findet nicht statt. Kundendaten werden nach Angaben von Recare nicht zum Training oder zur Verbesserung von KI-Modellen genutzt. Zudem ist eine Human‑in‑the‑loop‑Architektur vorgesehen, bei der alle KI-Ergebnisse fachlich geprüft und freigegeben werden müssen.

Technisch setzt Recare nach eigenen Angaben auf offene Standards wie HL7v2 und FHIR zur Integration in bestehende Krankenhaus-IT. Der Betrieb erfolge als „Enterprise-Ready AI“ mit C5-Typ-2-Testat, inklusive Verschlüsselung, Rollenrechten und Audit-Trails, um die DSGVO-Anforderungen im Gesundheitswesen zu erfüllen.


(mack)



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Farbe, Form, Fernweh: Die Bilder der Woche 5


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Sie zeigen, wie vielseitig Fotografie sein kann, wenn sie sich auf das Wesentliche konzentriert. Farbe wird zur Hauptdarstellerin, Form zum Erzähler. Die Architektur löst sich von ihrer Funktion, die Natur überrascht mit Humor und das Licht prägt Stimmung und Tiefe. Die Auswahl spielt mit Gegensätzen: hart und weich, ruhig und bewegt, reduziert und detailreich.

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Den Aufnahmen gemein ist der bewusste Blick. Perspektive, Licht und Bildaufbau sind klar gewählt und lenken die Aufmerksamkeit gezielt. Mal öffnet sich der Raum in die Weite, mal verdichtet er sich zur Fläche. Technik dient hier nicht dem Effekt, sondern der Idee. So entsteht eine Bildstrecke, die zeigt, wie Fotografie Geschichten leise, präzise und eindrucksvoll erzählt.



Blutrot

(Bild: Karsten Gieselmann)

Ein Treppenhaus wird zur Farbfläche. Sattes Rot dominiert das Bild und füllt es nahezu vollständig aus. Geländer, Wände und Stufen verschmelzen zu einer abstrakten Form, wobei die Linien und Kanten jedoch klar erkennbar bleiben. Das Treppenhaus verliert seine Funktion und wird selbst zum abstrakten Bild. Hier verwandelt sich die Architektur in eine Studie über Farbe, Fläche und Perspektive.



(Flug)Hafen

(Bild: Martin Ruopp)

Ein Passagierflugzeug setzt zum Landeanflug an. Vor einem dramatischen Abendhimmel erscheint es als dunkle Silhouette: Rot-, Orange- und Violetttöne ziehen sich in horizontalen Schichten durch das Bild. Unten leuchtet die Landebahn und gibt dem Motiv so Tiefe und Richtung. Das Bild lebt vom starken Kontrast. Himmel und Technik stehen sich gegenüber. Farbe trifft auf Form. Bewegung trifft auf Ruhe.

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Frankfurt Main

(Bild: Forstwirt)

Drei Frankfurter Hochhäuser ragen in den Himmel. Die Schwarz-Weiß-Umsetzung reduziert das Bild auf Form, Licht und Kontrast. Die Monumentalität der Architektur wird durch die Kamera, die von unten nach oben blickt, verstärkt. Hier treffen helle Fassaden auf einen schwarzen Himmel, während die Fensterreihen strenge Raster bilden. Ein feiner Kondensstreifen schneidet diagonal durch den Bildraum und bringt etwas Bewegung in die strenge Komposition.



Berlin bei Nacht

(Bild: Lula)

Über einer ruhigen Wohngegend leuchtet der Himmel in Grün, Gelb und tiefem Rot. Wie ein farbiger Vorhang spannt sich das Polarlicht über die Stadt. Die Straßenlaternen setzen warme Lichtakzente und geben dem Vordergrund Halt. Die Komposition lebt vom Kontrast. Das breite Panorama öffnet den Blick nach oben, während der niedrige Horizont das Schauspiel am Himmel betont. Die punktförmigen Lichtquellen strukturieren die Fläche und leiten den Blick durch das Bild.



Kopfschmuck, zufällig

(Bild: lewski)

Ein Haubenzwergfischer sitzt auf einem schmalen Halm. Über seinem Kopf breitet sich ein Büschel feiner Grashalme aus, das wie eine filigrane Krone wirkt. Die kräftigen Farben des Vogels – Blau, Orange und Rot – stechen klar hervor und setzen einen starken Kontrast zum weichen Grün des Hintergrunds. Die geringe Schärfentiefe trennt Motiv und Hintergrund sauber voneinander. So wird der Blick auf Kopf und Schnabel gelenkt. Das Bild spielt mit Humor und Präzision, denn die Natur schafft hier ihr eigenes Schmuckstück.



Winter in Dresden

(Bild: Der Purist)

Das Foto zeigt Dresden als stillen Ort im Winter. Der Schnee bedeckt die historischen Fassaden etwas, sodass die barocke Architektur deutlicher hervortritt. Helle Schneeflächen kontrastieren mit den dunkleren Strukturen der Gebäude. Linien und Formen ordnen das Bild und leiten den Blick durch die winterliche Stadt bis zur Frauenkirche. Es ist ein klassischer Wintermoment mit architektonischem Fokus.



s c h w e b e b a l k e n

(Bild: Joachim Kiner)

Ein türkisfarbener Stahlträger zieht sich waagerecht durch das Bild. Dahinter liegt eine gewölbte, rote Fläche aus schwerem Stahl. Schrauben, Nieten und abgeplatzter Lack zeugen von Gebrauchsspuren. Das Licht betont die raue Materialität und hebt die Farben klar voneinander ab. Der starke Kontrast von Rot und Türkis erzeugt Spannung und Tiefe. Die Komposition lebt von einer strengen Ordnung, bei der der Balken das Bild fast exakt in zwei Hälften teilt. Alles ist präzise ausgerichtet und bewusst reduziert. So wird ein industrielles Detail zur abstrakten Studie.

Der Fotograf berichtet über sein Bild: „Das Foto zeigt im vergrößerten Ausschnitt (Seitenansicht) die durchgehende rote Vorderwalze einer Dampfwalze. Diese Vorderwalze wird über ihre Achse von einem hier nicht sichtbaren Rad- bzw. Walzenbügel gehalten. Vorderwalze und Walzenbügel wiederum sind in einen Abstreifbügel eingefasst, der im Straßenbau bei Teerarbeiten zum Einsatz kommt. Da in der Vergrößerung nur die grüne Seitenstange des Abstreifbügels zu sehen ist, scheint die gesamte Konstruktion zu schweben. So wird aus einer schwergewichtigen Baumaschine ein schwereloser, in knalligen Farben strahlender ‚s c h w e b e b a l k e n’.“


(vat)



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