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Unlinked Brand Mentions & Social Bookmarking: Moderne Offpage-Strategien für zeitgemäße SEO
Klassische Offpage-Maßnahmen im SEO basieren seit jeher auf dem Aufbau von Backlinks. Diese gelten als Referenzsignal für die Relevanz und Autorität einer Website. Zusätzlich dazu haben sich auch Marken- und Namensnennungen etabliert, die ohne direkten Link einen Einfluss auf die Wahrnehmung und Reichweite einer Website haben. In den letzten Jahren hat sich das Verständnis von Offpage-SEO also deutlich weiterentwickelt. Neben Backlinks rücken zunehmend auch unlinked Brand Mentions sowie Social Bookmarking-Plattformen in den Fokus.
Suchmaschinen wie Google verarbeiten mittlerweile verschiedene Offpage-Signale, um die Vertrauenswürdigkeit und den thematischen Stellenwert einer Domain zu bewerten. Diese Entwicklung erfordert eine Erweiterung konventioneller Strategien hin zu einem holistischen Ansatz, der Markenstärke, soziale Signale und natürliche Sichtbarkeit im digitalen Raum berücksichtigt.
Was sind Unlinked Brand Mentions?
Unlinked Brand Mentions bezeichnen namentliche Erwähnungen einer Marke, eines Unternehmens oder einer Domain, bei denen kein Hyperlink gesetzt wurde. Es handelt sich im Gegensatz zu klassischen Backlinks also um reine Textnennungen ohne klickbaren Verweis. Der Unterschied liegt in der technischen Struktur: Ein Backlink ist ein HTML-Link mit einer URL, eine unlinked Brand Mention dagegen nur ein semantischer Verweis.
Aus SEO-Sicht geben unlinked Brand Mentions zwar keinen direkten SEO-Link-Juice weiter, dennoch sind sie wertvoll, da sie als Vertrauens- und Reputationssignal gelten, die Markenautorität stärken und das Markenimage fördern. Suchmaschinen erkennen solche Erwähnungen als Hinweis auf Bekanntheit und Relevanz der Marke an.
Unlinked Brand Mentions treten in verschiedenen Kontexten auf, z. B. in Blogartikeln, Kommentaren, Foren, News-Artikeln oder Social-Media-Posts, solange der Markenname oder die Domain ohne Link genannt wird. SEO-Experten sehen darin aber auch die Chance, durch gezielten Outreach Backlinks daraus zu generieren.
Bedeutung für SEO
Suchmaschinen erkennen unlinked Brand Mentions durch Natural Language Processing (NLP) und semantische Analysen. Google ist in der Lage, Kontexte zu verstehen und semantische Beziehungen zwischen Begriffen herzustellen. Die reine Nennung einer Marke oder Website in einem passenden Umfeld wird daher als Signal für Wichtigkeit und Vertrauen bewertet.
Aussagen von Google, unter anderem im Search Central Blog sowie durch John Mueller, verdeutlichen, dass unlinked Brand Mentions zwar kein direkter Rankingfaktor sind, jedoch zur Einschätzung der allgemeinen Gewichtung einer Website beitragen. Studien wie die von Moz beispielsweise deuten darauf hin, dass Brand Mentions als Bestandteil der Entity-Based Search und des Google-Knowledge-Graphen eingeordnet werden.
Ein weiterer Zusammenhang besteht mit E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness). Besonders in sensiblen Bereichen wie Medizin oder Finanzen entfalten hochwertige Erwähnungen eine vertrauensfördernde Wirkung. Auch Google-Patente weisen darauf hin, dass sogenannte „implied links“, also indirekte Verweise, als Vertrauens- und Autoritätssignale gewertet werden. Bestätigungen von Google und Bing unterstreichen, dass unlinked Brand Mentions in ausreichender Zahl und Qualität als Rankingsignale wirken können. Die Bedeutung unabhängiger Reputationserwähnungen werden zudem in den Search Quality Guidelines betont.

Suchmaschinen setzen hierfür Sentiment-Analysen ein, um Tonalität und Kontext von Erwähnungen zu erfassen und in die Bewertung einzubeziehen. Updates wie bereits das Helpful Content Update September 2023 oder das Core Update März 2024 zeigen, dass semantische Signale und Markenreputation stärker berücksichtigt werden. Websites mit dokumentierter Online-Präsenz und positiven Signalen aus dem Knowledge Graph profitieren hier besonders.
Zusätzlich brachte das E-E-A-T Knowledge Graph Update vom Mai 2024, auch als „Killer Whale Update“ bezeichnet, eine Ausweitung der „Person Entities“ im Google Knowledge Vault um 17 Prozent. Dieses Update legt den Fokus auf vertrauenswürdige und belegte Entitäten, wodurch die Glaubwürdigkeit von Inhalten durch erweiterte Entitätsinformationen gestärkt wird. Damit wird deutlich, dass Google das Verständnis von Marken und Personen über semantische Signale wie Brand Mentions weiter vertieft.
Social Bookmarking als Offpage-Strategie
Social Bookmarking beschreibt das Speichern und Teilen von Webinhalten auf Plattformen, die für Nutzer kuratierten Content sichtbar machen. Wichtige Plattformen sind heute unter anderem Reddit, Mix, Diigo und Pinterest. Auch Nischenplattformen mit spezifischen Zielgruppen, etwa im technischen oder kreativen Bereich, behalten ihre fachliche Tragweite.
Ursprünglich war Social Bookmarking ein Instrument zur Organisation von Lesezeichen. Heute fungieren diese Plattformen als Knotenpunkte für die Verbreitung von Inhalten, Diskursen und Markenbotschaften. In SEO-Kontexten unterstützt Social Bookmarking das Offpage-Linkbuilding, auch wenn die Links, in der Regel nofollow, meist weniger Gewicht haben als klassische Backlinks. Dennoch trägt es zur Markenbekanntheit, Sichtbarkeit und organischem Traffic bei. Übermäßiges Social Bookmarking kann allerdings als unnatürlich erkannt werden und sollte daher moderat eingesetzt werden.
Die Verbreitung von Inhalten auf Social-Bookmarking-Plattformen erhöht demnach die Reichweite, fördert die Indexierung durch Crawler und unterstützt den Aufbau einer thematischen Relevanz. Die Einbindung in Diskussionsplattformen wie Reddit bietet darüber hinaus die Möglichkeit zur direkten Interaktion mit Communitys.
Integration von Offpage-Signalen und frei zugänglichen Tools
Eine effektive Offpage-Strategie berücksichtigt Backlinks und kombiniert zusätzlich unterschiedliche Signale strategisch. Die Integration von unlinked Brand Mentions, Social Bookmarks und sozialen Netzwerken beispielsweise führt zu Synergieeffekten, die die Sichtbarkeit stabilisieren und ausbauen.
Die hierfür verwendbaren Tools überschneiden sich in ihren Funktionen teilweise, da sie mehrere Bereiche abdecken.
| Plattformtyp | Beispiele | Nutzen |
| Social Media | Instagram, LinkedIn, X, Facebook | Markenaufbau, Reichweite, Erwähnungen, Social Signals |
| Social Bookmarking | Reddit, Mix, Diigo, Pinterest | Content-Verbreitung, Community-Diskussionen, Indexierung |
| Brand-Monitoring | Google Alerts, Hootsuite (kostenlose Basisversion), Talkwalker (kostenlose Basisversion), ranking Coach FREE | Identifikation von Brand Mentions |
| Content-Analyse | Google Trends, WDF*IDF-Tool, Contentlook.co (kostenlose Basisversion) | Themenresearch, Trendanalyse, Keywordoptimierung |
| Automatisierungstools | IFTTT, Buffer (Basisfunktionen frei nutzbar) | Prozessautomatisierung, Content-Distribution |
| Backlink-Monitoring | Google Search Console, Ahrefs Backlink Checker, OpenLinkProfiler, Ubersuggest, SEO SpyGlass, Sistrix Smart | Überwachung der Backlink-Profile, Identifikation toxischer Links, Linkqualität, Datenexport |
| SEO-Monitoring | Google Search Console, SEOquake (kostenloses Browser-Plugin), Google Trends, Sistrix Smart | Überwachung von Rankings, technische SEO-Signale, Keyword-Trends |
Social Media wie Instagram, LinkedIn, X oder Facebook wirken als kraftvolle Multiplikatoren, auf denen zahlreiche wertvolle Brand Mentions entstehen, die maßgeblich zur Stärkung der Wahrnehmung und des positiven Markenimages beitragen. Pinterest zählt aufgrund seiner Funktion als visuelle Suchmaschine und Inspirationsquelle zu den bekanntesten Social Bookmarking-Plattformen und spielt eine wichtige Rolle bei der Content-Verbreitung. Google Alerts und Tools wie Hootsuite helfen dabei, verlinkte und unverlinkte Erwähnungen einer Marke zu erkennen und strukturiert auszuwerten.
Für Backlink-Analysen stehen kostenlose Tools wie die Google Search Console zur Verfügung, die Google-eigene Daten liefern. Ahrefs Backlink Checker zeigt die Top 100 Backlinks, OpenLinkProfiler bietet ausführliche Linkdaten und Exportmöglichkeiten. Weitere kostenfreie Tools sind Ubersuggest, SEO SpyGlass in der Gratisversion sowie Sistrix Smart mit eingeschränktem Umfang.
Auch im SEO-Monitoring kommt die Google Search Console zum Einsatz. Mit ihr und weiteren Tools wie SEOquake lassen sich Rankings, technische SEO-Signale und Trends beobachten, ähnlich wie Sistrix Smart, das eingeschränkte Onpage-Analysen und Ranking-Überwachungen ermöglicht.
Google Trends, WDF*IDF-Tool und Contentlook.co unterstützen bei der Content-Analyse durch Themenrecherche, Trendidentifikation und Keyword-Optimierung. Automatisierungstools wie IFTTT oder Buffer reduzieren bei der darauffolgenden Content-Verbreitung den manuellen Aufwand.
Diese Kombination aus Monitoring, Automatisierung, Analyse und Outreach erhöht die Reichweite und sorgt für nachhaltige Sichtbarkeit. KI-gestützte SEO-Analysetools (nicht kostenfrei) kommen dabei zunehmend zum Einsatz, da sie helfen, Content-Performance in sozialen Netzwerken zu überwachen, optimale Formate zu identifizieren und Offpage-Strategien datenbasiert zu optimieren.
Qualität, Nachhaltigkeit und ergänzende Strategien
Im Gegensatz zu Black-Hat-Strategien (= unlautere und manipulative Praktiken, die bewusst gegen die Richtlinien von Suchmaschinen wie Google verstoßen, um schnelle und unnatürliche Rankingvorteile zu erzielen, u.a. durch Spam-Links, Cloaking oder den Einsatz von Linkfarmen) oder spammy Bookmarks (= Social-Bookmarking-Einträge, die in übermäßigem oder unerwünschtem Maße erstellt werden, oft mit minderwertigen oder irrelevanten Inhalten, um Suchmaschinen zu manipulieren und schnelles Linkbuilding zu betreiben) verfolgt dieser Ansatz eine langfristige und nachhaltige Qualität. Authentische Nennungen, echte Interaktion und natürliche Erwähnungen führen zu einem stabilen Markenimage und vermeiden Abstrafungen durch Suchmaschinen.
Wichtig ist auch die Berücksichtigung von Local SEO, besonders für Unternehmen mit regionalem Kundenfokus. Brancheneinträge und Bewertungen in Verbindung mit Offpage-Maßnahmen erhöhen die Sichtbarkeit im jeweiligen Einzugsgebiet.
Auch Digital PR gewinnt an Bedeutung. Dabei geht es um die gezielte Platzierung von Nachrichten, Expertisen und hochwertigen Inhalten in renommierten Medien, um die Autorität und Sichtbarkeit der eigenen Marke zu erhöhen. Die kreative Erstellung sogenannter Linkable Assets, z.B. Studien, Infografiken, interaktive Tools oder Branchenreports, steigert die Chancen auf hochwertige Verlinkungen und erhöht das Engagement außerhalb der eigenen Webseite. So entstehen vertrauenswürdige Erwähnungen und qualitativ hochwertige Backlinks, die langfristig das Ranking und Markenimage stärken.
Die Rolle von Social Media in der Offpage-Strategie
Social Media liefert indirekte SEO-Effekte durch sogenannte Social Signals. Auch wenn Likes, Shares oder Kommentare keine direkten Rankingfaktoren darstellen, so beeinflussen sie die Wahrnehmung von Marken, Inhalten und Domains.

Markenerwähnungen auf sozialen Netzwerken erfolgen häufig ohne Link. Trotzdem wirken sie als semantische Signale, die Google über seine Crawler erfasst. Besonders in verifizierten Profilen oder bei hoher Reichweite wird diesen Erwähnungen ein erhöhtes Gewicht beigemessen.
Hybride Plattformen wie Pinterest oder Reddit vereinen Social Media und Bookmarking. Sie ermöglichen die Verbreitung von Inhalten und gleichzeitige Diskussion, was zu intensiver Nutzerbindung und anhaltender Sichtbarkeit führt.
Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Nutzer direkt auf Plattformen wie TikTok, YouTube oder Instagram suchen und Inhalte konsumieren, ohne klassische Google-Suchen durchzuführen, ist Social Media SEO 2025 noch wichtiger.
Zudem fließen Inhalte aus Social Media zunehmend in große Sprachmodelle und KI-Systeme (z.B. ChatGPT, Google SGE) ein und beeinflussen so auch die digitale Sichtbarkeit außerhalb klassischer Suchergebnisse.
Wichtig ist und bleibt dabei die Qualität und Relevanz der Inhalte. Plattformen wie TikTok, Instagram oder LinkedIn bevorzugen mittlerweile Content, der echten Mehrwert und Kreativität bietet, statt bloßen Followerzahlen. Kurzvideos dominieren das Engagement und sollten Bestandteil jeder Social-SEO-Strategie sein.
Ausblick und Empfehlungen
Die Entwicklung im Offpage-SEO zeigt deutlich, dass klassische Backlinks zwar weiterhin unverzichtbar bleiben, ihre Dominanz im Rankinggefüge aber zunehmend durch breitere Signale ergänzt wird. Mit semantisch verstandenen Brand Mentions, Social Participation und digitalen Reputationselementen bewegt sich Suchmaschinenoptimierung in Richtung einer ganzheitlichen Vertrauensarchitektur, bei der Markenstärke, Kontextqualität und Bedeutung im Mittelpunkt stehen. Für die kommenden Jahre zeichnen sich drei Entwicklungen ab.
Google baut den Knowledge Graph kontinuierlich aus, sodass Entity-First SEO eine Schlüsselrolle erhält. Strategische Erwähnungen, strukturierte Daten und konsistente NAP-Daten (Name, Address, Phone) werden zum Pflichtprogramm. Parallel dazu gewinnen neue Plattformen wie TikTok, Instagram Reels oder LinkedIn Pulse an Einfluss, da Inhalte dort nicht nur Markenwirkung entfalten, sondern auch in KI-Modelle und Search Generative Experiences (SGE) einfließen. Hybride Offpage-Signale verschmelzen so zu einem Gesamtbild, das Google zunehmend differenziert interpretieren kann.
Um diese Entwicklungen erfolgreich in die eigene Strategie einzubinden, bieten sich mehrere Maßnahmen an:

- Gezielter Aufbau von Brand Mentions: Neben klassischem Link Outreach ist ein aktives Monitoring unverlinkter Erwähnungen sinnvoll. Diese lassen sich durch Kontaktaufnahme mit Autoren oder Plattformen in hochwertige Backlinks umwandeln.
- Reputationsmanagement: Vertrauen gilt als wesentlicher Faktor für Rankings und Konversionen. Fachbeiträge, Rezensionen oder Digital PR in etablierten Medien sind langfristig wertvoller als viele schwache Links. Auch Branchenrankings, Expert Guides und Statistiken bieten passende Anknüpfungspunkte.
- Strategisches Social Bookmarking: Qualität ist wichtiger als Masse. Beiträge in Nischen-Communities und spezialisierten Bookmarking-Netzwerken entfalten stärkere Effekte als Einträge in Massenlisten. Besonders Plattformen mit aktiven Diskussionen wie Reddit sind hier relevant.
- Nutzung KI-gestützter Tools: Monitoring-, Sentiment- und Content-Analysetools sollten in den Workflow integriert werden. Sie erfassen Erwähnungen, Kontext und Tonalität. Schnelle Reaktionen ermöglichen es, Mentions effektiv in Autorität umzuwandeln.
- Schaffung eigener Linkable Assets: Interaktive Tools, Statistiken, Guides, Case Studies oder Infografiken ziehen Erwähnungen und Backlinks gleichermaßen an. In Verbindung mit Social Media werden diese Inhalte zu dauerhaften Treibern für Reichweite und Autorität.
- Verknüpfung mit Local SEO: Unternehmen mit regionalem Bezug sollten Offpage-Signale gezielt im lokalen Kontext stärken, etwa über Bewertungsplattformen, regionale Medien und Branchenverzeichnisse.
Die Richtung ist klar: Offpage-SEO verlangt weniger nach „Link-Jagd“ und vielmehr nach Brand Building, Authentizität und Kontextstrategie. Unternehmen, die ihre Marke konsequent als vertrauenswürdige Entität positionieren und verschiedene Erwähnungsformen koordinieren, sichern sich langfristig Sichtbarkeit – sowohl in klassischen SERPs als auch in generativen KI-Oberflächen, Knowledge Panels und Social-Discovery-Kanälen.
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Metas Traum vom Metaverse ist geplatzt
Während uns die geopolitischen Nachrichten derzeit stark beschäftigen, ist eine andere Entwicklung beinahe untergegangen. Dabei markiert sie einen tiefen Einschnitt für die Tech-Branche: Meta beendet das Metaverse in seiner bisherigen Form durch eine Reihe gezielter Entscheidungen innerhalb weniger Tage.
Ein kurzer Schritt zurück: Mit der Umbenennung von Facebook zu Meta machte Mark Zuckerberg im Jahr 2021 unmissverständlich klar, wohin die Reise gehen sollte. Das Metaverse wurde als Nachfolger des Internets positioniert. Webseiten sollten durch immersive 3D-Welten ersetzt werden, Menschen ihre Freizeit ebenso wie ihre Arbeit dort verbringen. Mit Meta Horizon für soziale Erlebnisse und Workrooms für den Arbeitsalltag wollte Meta gleich mehrere Lebensbereiche in diese neue Plattform überführen. Selbst Unternehmen wie Microsoft stellten damals passende Anwendungen in Aussicht.
Strategisch war das Metaverse für Meta eine Wette auf das nächste große Plattform-Paradigma, jenseits der in vielerlei Hinsicht gesättigten Social Networks.
Zentrales Element dieser Vision war ein VR-Headset: Bildschirme direkt vor den Augen, räumlicher Sound, gesteuert über Handgesten. Ein neues „Betriebssystem des Internets“.
Fehlender Product-Market-Fit
Ja, es gibt Nischen, in denen VR funktioniert. Im Gaming- und Sportbereich etwa, wo immersive Erlebnisse tatsächlich einen Mehrwert schaffen, den klassische Bildschirme nicht leisten können. Auch in spezialisierten industriellen oder kollaborativen Szenarien kann VR sinnvoll sein.
Für den Büro-Alltag jedoch nicht. Dort existieren mit geteilten Dokumenten, Messengern wie Slack und etablierten Videokonferenz-Tools längst Lösungen, die einfacher, günstiger und funktional ausreichend sind. Das Metaverse bot hier vor allem eines: zusätzliche Komplexität ohne klaren Nutzen.
Jetzt also der strategische Shift
Seit dem Jahreswechsel zieht Meta nun selbst die Konsequenzen. Nach Berichten von The Verge wurden innerhalb weniger Tage zwischen 1.000 und 1.500 Mitarbeitende im Bereich Reality Labs entlassen – jener Einheit, die für VR- und AR-Entwicklung zuständig war.
Gleichzeitig stellt Meta Horizon Workrooms Mitte Februar ein. Alle Nutzerdaten werden gelöscht. Kurz darauf endet auch der Verkauf von Meta-Quest-Headsets an Unternehmen. Damit verabschiedet sich Meta faktisch aus dem Metaverse-Arbeitskontext, einem der zentralen Anwendungsfälle der ursprünglichen Vision.
Auch mehrere VR-Spiele-Studios, die Meta in den letzten Jahren gekauft hat, wurden in den letzten Tagen geschlossen. Eine Weiterentwicklung in diesen Bereichen ist damit auch nicht mehr wahrscheinlich.
Diese Entscheidungen senden ein klares Signal: Meta glaubt nicht mehr an das Metaverse als eigenständige Plattform.
Wie es weitergeht
Für Meta scheint der Weg im Moment erst einmal klar. Statt auf VR will man sich in Kalifornien lieber auf AR- (Augmented Reality) und AI-Lösungen fokussieren. Auch in diesem Segment ist Meta mit eigenen Produkten seit wenigen Jahren aktiv.
Statt den Nutzer in eine VKunstwelt einzuschließen, möchte man ihm nun lieber dabei helfen, mit KI-Assistenten im Blickfeld einer AR-Brille, seine täglichen Aufgaben zu bewältigen.
Ob sich daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell ergibt, ist offen. Denn auch AR-Brillen bieten Stand heute für viele Anwendungsfälle keinen klaren Mehrwert gegenüber dem Smartphone. Der Unterschied: Die Eintrittshürden sind niedriger, die Nutzung scheinbar näher an bestehenden Gewohnheiten. Und genau das scheint Meta aus den letzten Jahren gelernt zu haben.
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Instagram Feature-Update 2026
Was gibt’s 2026 Neues? In diesem Instagram Feature-Updates erfährst du alles über die neuesten Instagram Funktionen: Egal ob es um Reels, die Videoschnitt-App Edits oder Bildergrößen geht, hier wirdst du fündig.
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15.01.2026
Edits App mit Statistik-Funktionen und Links in Reels
Den „Neue Funktionen“-Auftakt im Instagram-Kosmos macht dieses Jahr die Edits-App, Metas eigenes Video-Schnitt-Programm und Konkurrenz zu CapCut.

Um sich von Letzterem abzugrenzen, integriert Meta bei Edits jetzt immer mehr Funktionen, die stark im Instagram-Kosmos verwurzelt sind. Inklusiver einer echten Neuheit:
Zum einen gibt es ab sofort die Möglichkeit, auf die Analytics-Kernfunktion auch in Edits zuzugreifen. Das bedeutet, ihr könnt in Edits sehen, welche eurer Reels gut performt haben. Wie die Interaktionsraten waren und auch wie sich euer Account entwickelt. Das soll zwei Nutzungsmotive abdecken: So könnt ihr einerseits anhand der Zahlen entscheiden, zu welchem Thema oder mit welchem Hook ihr besonders erfolgreich seid, um dann mehr in diese Richtung zu machen. Darüber hinaus könnt ihr diese Insights aber auch genau von dort aus (zum Beispiel als PDF) exportieren, um sie dann mit Werbepartnern zu teilen.
Zum anderen könnt ihr jetzt über Edits in Reels Links hinzufügen! Aber bevor ihr euch zu sehr freut: Die Links können nur entweder zu einem anderen (eigenen oder fremden) Reel verlinken oder aber zu einem Instagram-Account. Ein Link raus ins Web ist nicht möglich.
Trotzdem bieten die Links gerade eine Möglichkeit, einzelne Episoden oder Geschichten miteinander zu verbinden. Auch ein Reaction-Reel wird damit deutlich einfacher. Oder ihr könnt einfach einen Link zum eigenen Account oder Fremdaccount setzen. Bei Reels ist es so, dass das verlinkte Video in einer kleinen Vorschau innerhalb des Haupt-Reels angezeigt wird.


Beide Funktionen (Insights und Links) sind nach unseren Tests auch schon in Deutschland nutzbar.
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Instagram Feature-Update: Es gibt Neues über Instagram. Die Meta-Plattform launcht regelmäßig neue Funktionen und Verbesserungen. Damit du immer aktuell bist, sammeln wir in diesem Artikel eine Auswahl an interessanten Neuerungen. Schreib uns gerne direkt oder hier in die Kommentare, wenn du zu einzelnen Themen mehr erfahren willst!
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Feed und Fudder Podcast 74 – Empathie als Superskill
Stellenanzeigen für Social Media Jobs listen oft eine endlose Reihe an Anforderungen auf. Doch ein entscheidender Skill taucht erstaunlich selten auf. Nicht irgendeiner, sondern aus unserer Sicht einer der wichtigsten im gesamten Social Media Management: Empathie.
Ohne Empathie kein echtes Community Management. Das “Social” in Social Media verlangt Aufmerksamkeit, Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit, Perspektiven zu wechseln. Empathie ist der Superskill, der Social‑Media‑Manager*innen befähigt, Beziehungen aufzubauen, Stimmungen zu lesen und Gespräche konstruktiv zu lenken.
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Social Media Präsenz: Ist das noch Pflicht?
Wie können Corporate Ambassadors im Zeitalter von KI authentisch bleiben?
Transkript Feed und Fudder Podcast Folge 74 – Empathie als Superskill
Du bist grad irgendwo, wo es still sein muss, schmöckerst lieber in Texten oder möchtest unsere Folge barrierefrei mit deinem Screenreader lesen? Kein Problem!
Hier gibt es das Transkript zu Folge 74 – Empathie als Superskill
Transkript
Nicola
Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed und Fudder mit Alex und mir, der Nici. Wie empathisch bist du oder würdest du dich einschätzen auf einer Skala von 1 bis 10? Eins ist wenig, zehn ist viel. Wow. Ich weiß nicht, ob ich dich beglückwünschen oder bemitleiden soll, weil Empathie ist auch anstrengend.
Alexander
Ich denke, man muss zu einem gewissen Grad empathisch sein. Sagen wir 5,65 oder so. Deswegen reden wir heute darüber. Es ist ein wichtiger Soft Skill, um als Social-Media-Managerin oder Manager zu arbeiten.
Nicola
Was denkst du, wie viel Empathie braucht man, um gut in diesem Job zu sein?
Alexander
Sieben.
Nicola
Sieben. Bei Einstellungskriterien steht das selten drin. Da heißt es oft: Du musst Videos schneiden können. Aber wenn ich null Empathie habe und mich nicht in Menschen reinversetzen kann, kann ich vielleicht trotzdem gute Videos schneiden, wer weiß. Aber Menschen verstehen ist ein anderes Level.
Alexander
Du sagst etwas Gutes: In Menschen reinversetzen. Wenn man im Social-Media-Bereich arbeiten will, muss man sich im Klaren sein, dass man mit Menschen arbeitet. Nicht nur mit Kolleginnen und Kollegen, sondern mit Menschen im Internet. Da ist die ganze Bandbreite an Emotionen dabei, leider oft negativ. Manche lassen ihren Frust ab. Du hast es mit Menschen zu tun, die dich nicht kennen, aber dich anschreiben, als würden sie dich kennen. Damit musst du umgehen können. Das muss man lernen.
Nicola
Das Social in Social Media. Vielleicht will man im Media-Bereich arbeiten, aber da gibt es diesen Social-Part, der dazugehört. Einerseits Menschen verstehen, andererseits arbeiten wir mit Triggern, Humor, Zwischentönen, Kommunikation. Kommunikation ist immer interessant, je nachdem, ob Empathie dabei ist oder nicht. Wie willst du Trigger setzen, wenn du die Leute nicht verstehst? Wie willst du Emotionen erzeugen, wenn du keinen Zugang dazu hast? Man kann das mechanisch lernen, aber es ist einfacher, wenn man es wirklich versteht.
Alexander
Man braucht eine Grundempathie, die muss man mitbringen. Die kann man nicht lernen. Stell dir vor, wir würden uns nicht verstehen, der Podcast wäre schräg. Wir haben uns an der Uni sofort verstanden. Das kannst du nicht lernen. Aber den Umgang mit Konsequenzen, zum Beispiel mit Hate oder Pöbeln, das kann man lernen.
Nicola
Das gilt fürs Leben, nicht nur für Social. Eine Grundempathie, Interesse an Menschen, Bereitschaft, sich für Menschen zu interessieren. Und dann die Frage: Wie gehe ich mit Emotionen um? Warum reagieren Menschen auf gewisse Trigger? Wärt ihr Social-Media-Menschen überdurchschnittlich empathisch im Vergleich zu eurer Umwelt? Das wäre mal eine spannende Umfrage.
Alexander
Ich glaube, man kann mit vielen Persönlichkeitsmerkmalen im Social Media arbeiten. Wichtig ist eine offene Haltung. Stell dir vor, du bist auf einer Party und willst mit jemandem ins Gespräch kommen, aber die Person sagt nichts. So jemand sollte vielleicht nicht im Social Media arbeiten. Man muss keine Rampensau sein, aber man muss sich selbst sein und wissen, was einen auszeichnet. Gerade in der KI-Ära ist die menschliche Note wichtiger denn je.
Nicola
Thema sich klein machen oder keine Rampensau sein: Viele Social-Media-Menschen können sich gut in andere Rollen reinversetzen. Sie denken für ihre Zielgruppe mit. Viele sind Ghostwriter, arbeiten im Schatten, nicht im Rampenlicht. Viele lesen eher mit, beobachten, erkennen Trends, erkennen Stimmungen. Das ist für Unternehmen enorm wertvoll. Social-Media-Menschen sind die Schnittstelle zwischen Marke und Community, zwischen Redaktion und Audience. Sie haben das Ohr an den Leuten und erkennen früh, wenn die Stimmung kippt oder wenn ein Thema hochkommt. Gerade in der politischen Kommunikation sieht man, wie stark Social Media geworden ist. Politikerinnen und Politiker nehmen die Stimmung dort inzwischen sehr bewusst wahr. Diese Schnittstelle ist wertvoll, auch wenn sie im Schatten liegt.
Alexander
Du sagst etwas sehr Gutes: Man braucht ein Gespür. Es ist wichtig zu erkennen, was gerade gut läuft auf Social Media. Du kennst das sicher, wenn ein Unternehmen ein aktuelles Meme postet und es wirkt total schräg, weil sie nicht verstanden haben, was der emotionale Kontext ist oder warum das Meme gerade im Umlauf ist. Sie machen es nur, weil sie es auch machen wollen. Auch dafür brauchst du Empathie, nicht nur im direkten Umgang mit der Community, sondern auch für Trends.
Nicola
Empathie hilft, die Perspektiven der Zielgruppe oder Community einzunehmen. Dafür musst du die Rolle wechseln können. Wir haben verschiedene Brillen auf, verschiedene Hüte. Und wir wechseln die ständig, oft ganz unauffällig. Das kann man trainieren, es gibt Brainstorming-Methoden dafür. Aber eigentlich gehört das total zu unserem Berufsbild: schnell Rollen wechseln.
Es gibt Themen im Redaktionsplan, aber damit sie funktionieren, braucht es diesen Filter: Wie formuliere ich das? Wie muss die Grafik sein, damit die Community abgeholt wird und nicht nur informiert?
Aus meiner Erfahrung ist es super wichtig, dass man Postings oft selbst schreibt. Gerade als Junior sollte man viele Postings selbst schreiben. Dieses Teasing, dieses Zuspitzen, das kann man lernen. Ein gutes Teasing zeigt, dass ich verstanden habe, wie die Audience funktioniert.
Alexander
Du sagst etwas Wichtiges: Nicht zu viel mit KI schreiben. Schreiben ist mehr als Worte aneinanderreihen. Schreiben ist Selbstreflexion, Gedanken ordnen, Dinge in den Kontext setzen. Das geht verloren, wenn KI alles übernimmt. Deswegen so viel wie möglich selbst schreiben. Dann kannst du auch diesen Rollenwechsel vornehmen.
Und ganz wichtig: Antworten bei Shitstorms oder kritischen Kommentaren immer menschlich verfassen. Wenn da eine KI-Antwort steht, merken die Leute das sofort und fühlen sich nicht ernst genommen.
Was auch hilft, ist eine Kommunikationsrichtlinie. Man legt fest: Der Kommentar war unhöflich, aber die Person hat ein Anliegen, also antworten wir. Bei anderen, die unter der Gürtellinie sind, weisen wir auf die Netiquette hin oder löschen. Das gibt Sicherheit. Man sollte das regelmäßig besprechen und aktualisieren.
Und man muss nicht empathisch sein, wenn dich jemand beleidigt. Da kann man löschen oder verwarnen. Empathie hat Grenzen. Social Media Management kann belastend sein, je nach Community. Da muss man Grenzen setzen, um die eigene mentale Gesundheit zu schützen.
Nicola
Grenzen setzen ist wichtig. Wenn man empathisch ist, ist man auch anfällig. Manchmal denke ich, ich wäre gern weniger empathisch, dann würde es mich nicht so treffen. Wenn ich kühler wäre, würde ich nicht so viel darüber nachdenken. Es ist Fluch und Segen. Einerseits ist Mitgefühl ein super Skill, andererseits macht es angreifbar.
Man muss die Balance finden: Wie viel lasse ich zu, wie viel belastet mich? Ich brauche manchmal Instagram- oder LinkedIn-Pausen. Wenn man kränklich ist oder nicht fit, sollte man sagen: Ich gehe da jetzt nicht rein. Der Content ist derselbe, aber manchmal ist er belastend.
Das ist ein Tipp an alle: Wenn ihr merkt, dass es euch belastet, hört da rein. Ist es nur die berufliche Situation oder braucht ihr ein Wochenende ohne Social? Wir sind ja auch privat dort unterwegs.
Mir ging es im beruflichen Werdegang so, dass ich irgendwann gesagt habe: Ich möchte mehr strategisch arbeiten und weniger direkt an den Accounts, weil es anstrengend ist.
Alexander
Mir geht es so auf LinkedIn. Es gibt Tage, da habe ich keine Lust auf diese banalen Inhalte. Dann mache ich lieber etwas anderes, zum Beispiel eigene Blog-Inhalte. Oder ich mache eine Social-Media-Pause.
Instagram finde ich weniger schlimm, weil ich da erwarte, dass alles fake ist. Da weiß ich, dass jeder in Dubai lebt und am Strand sitzt. Das stört mich nicht. Aber diese Nicht-First-World-Problems auf LinkedIn, aus denen Business-Learnings gemacht werden, da habe ich manchmal keinen Bock.
Und Community-Management kann sehr belastend sein. Der Ratschlag „Nimm es nicht persönlich“ ist einer der blödesten. Durch Empathie nimmt man es doch persönlich. Es ist schwer, es nicht persönlich zu nehmen. Besser ist, offen darüber zu reden.
Ich habe Community-Management immer bei kleinen, inhabergeführten Unternehmen gemacht. Da war der Draht gut. Ich kann nicht sagen, wie es bei großen Agenturen ist. Aber ich habe immer vorher darüber gesprochen: Was kann passieren, wie gehen wir damit um, wie tauschen wir uns aus? Das hat geholfen.
Ich habe mal eine Fitnessstudio-Kette betreut, mitten in Corona. Wir haben viel abbekommen. Es war eine kleine Kette, fünf Studios. Alle, die kommentiert haben, kannten wir persönlich. Sie wussten, wer hinter dem Account steckt. Und trotzdem waren sie beleidigend, obwohl sie uns am Tresen gesehen haben. Da fragt man sich: Wir haben uns doch gut verstanden, warum beleidigst du uns jetzt?
Nicola
Wenn du die Leute persönlich kennst, macht es total Sinn, das auf die echte Offline-Ebene zu heben.
Alexander
Und da versucht man zu differenzieren: Wer ist wirklich unhöflich? Als Corona vorbei war, hat der Chef manche Leute auch direkt angesprochen. „Hey, das geht so nicht.“ Und plötzlich waren sie ganz anders: „Oh, das wollte ich nicht.“ Wir haben immer geschaut: Schreibt jemand aus Frust oder beleidigt jemand wirklich? Manche waren frustriert, weil sie nicht ins Fitnessstudio konnten. Andere brauchten das Training als Reha oder weil es ihnen gesundheitlich gut tat. Mir geht es beim Empathie-Skill darum: Nicht runterschlucken, sondern offen reden.
Nicola
Empathie ist ja nicht nur Community-Management, sondern auch Content und interne Kommunikation.
Alexander
Ich habe mich immer regelmäßig mit meinem Auftraggeber ausgetauscht. Der Ratschlag „Nimm es nicht persönlich“ ist nicht gut. Wichtiger ist, offen zu reden mit den Leuten, mit denen man den Kanal betreut.
Nicola
Social-Media-Manager wirken nach außen und nach innen. Einerseits mit der Community, andererseits intern mit Stakeholdern. Wir übersetzen. Wir müssen alle Welten verstehen. In der Zeit, die du beschrieben hast, gab es viel Frust und Unsicherheit. Die Stimmung war harsch. Aber es gibt Grenzen, die man nicht akzeptieren muss.
Man muss in sich hören: Wie komme ich damit klar? Und ich habe Themen und Kunden, für die ich nicht arbeiten möchte, weil ich das nicht vertreten kann. Egal wie viel Geld. Ich würde damit nicht klarkommen. Manche Dinge kann und möchte ich nicht kommunizieren, weil ich weiß, welche Konsequenzen das hat. Das hat mit Verantwortung und Empathie zu tun. Man muss für sich relativieren, ob etwas geht oder nicht.
Alexander
Was ich auch wichtig finde: interne Empathie. Nicht nur mit Followern, sondern auch mit Kolleginnen und Kollegen. Und im Bereich Corporate Influencer und Personal Brand lohnt es sich, Mitarbeitende zu Wort kommen zu lassen.
Da braucht man Empathie, um die richtigen Leute auszuwählen. Beim Fitnessstudio haben wir entschieden, dass Trainerinnen und Trainer Übungen zeigen. Da war wichtig: Wer hat wirklich Lust? Wer macht es nur, weil der Chef es will? Wer fühlt sich wohl vor der Kamera und wer nicht? Die User spüren das.
Nicola
Genau, die User spüren, wenn die Stimmung nicht passt. Und du hast mir das Stichwort gegeben: Lohnt sich etwas? Ich habe einen Win mitgebracht. Es geht darum, ob es sich lohnt, auf Kommentare zu antworten.
Felix Beilharz hat dazu einen LinkedIn-Post veröffentlicht. Buffer hat zwei Millionen Posts von 220.000 Creators und Brands auf fünf Plattformen untersucht. Wie wirkt es sich aus, wenn die Autoren auf Kommentare eingehen?
Es macht total viel aus. Je nach Plattform unterschiedlich, aber überall positiv:
Threads +42%,
LinkedIn +30%,
Instagram +21%,
Facebook +9%,
X im Plus.
Bei Threads und LinkedIn besonders stark. Also: Empathie lohnt sich. Auf Kommentare antworten lohnt sich.
Alexander
Wenn ihr mit Threads durchstarten wollt: Auf dem Blog haben wir Zahlen, Daten, Fakten und Anleitungen.
Nicola
Zwei Millionen Posts sind nicht wenig. Das kann man sich schon genauer anschauen. Und ich habe noch einen zweiten kleinen Win, wieder Food-Thema. Wir schauen uns ja gerne Food-Accounts an. Vielleicht wird es mir auch einfach mehr in die Timeline gespielt.
Alexander
Wir haben eine eigene Threads-Rubrik.
Nicola
Es gibt auf Instagram einen netten Herrn, der in Deutschland Essen testet. Ich glaube, er hat einfach random angefangen. Der Account heißt Emeka Travels. Er ist in allen möglichen Städten unterwegs, auf Weihnachtsmärkten, Kerben, Messen, überall. Und er isst richtig schöne Klassiker: Reibadatschi, Dampfnudel. Die Videos sind immer ähnlich, nicht besonders aufwendig, aber total authentisch.
Er ist so sympathisch. Ich glaube, er hat noch nie ein Video gemacht, in dem er sagt, dass etwas schlecht schmeckt. Er sagt immer: „Das schmeckt so lecker.“ Und es macht einfach so gute Laune. Die Kommentare darunter sind mega positiv. Leute schreiben: „Man könnte ihn permanent knuddeln“, „Selten jemanden gesehen, der so unvoreingenommen und positiv alles kostet“, „Ein Botschafter für die deutsche Küche, gebt ihm das Bundesverdienstkreuz.“
Das ist zum Thema Empathie: Unfassbar, wie erfolgreich positiver Food-Content sein kann. Die Menschen lieben es.
Er hat auch Badisch Dreierlei probiert und fand es total lecker. Ich war mir da nicht sicher. Auf dem Teller war Wurstsalat, Bratkartoffeln und noch etwas Drittes, das weiß ich nicht mehr.
Alexander
Ich finde es gut, dass du diese ganzen Accounts findest, die einfach nur positive Inhalte haben. Total empathisch und sympathisch.
Nicola
Bei uns im Nordbadischen isst man Wurstsalat mit Pommes auf einem Teller.
Alexander
Was? Wurstsalat mit Pommes?
Nicola
Ja. Da müssen wir völkerverständigend einwirken.
Alexander
Ich komme vom Bodensee, da isst man Schweizer Wurstsalat, also Wurstsalat mit Käse. Ich wohne in Mannheim, da isst man Pfälzer Dreierlei: Saumagen, Bratwurst und Leberknödel mit Sauerkraut.
Nicola
Wow, dann kannst du dich auch in der Notaufnahme einweisen. Saumagen ist ja auch so ein Pfälzer Ding. Also Emeka Travels kann ich empfehlen, wenn man positive Vibes möchte. Eine sehr positive Community. Wenn ihr einen schlechten Tag habt, macht ihn in die Favoriten, macht euch eine Feelgood-Liste mit positiven Accounts und holt euch gute Vibes.
Ja, Alex, mit sehr guten Food-Vibes würde ich die Folge beenden. Ich wünsche dir eine gute Woche, wir hören uns und bleib so empathisch, wie du bist.
Alexander
Und bleib du so sympathisch. Sympathisch, verstehst du?
Nicola
Ciao.
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