Datenschutz & Sicherheit
Cyberangriffe auf Londoner Bürgerbüros beeinträchtigen lokale Behördendienste
Anfang dieser Woche haben verschiedene Bezirksverwaltungen innerhalb Londons Cybersicherheitsvorfälle bemerkt, sodass die IT-Systeme heruntergefahren wurden. Zwar werden Dienstleistungen der lokalen Behörden mittlerweile wieder angeboten, aber Bürger werden aufgrund möglicher Wartezeiten um Geduld gebeten. Bislang ist unklar, um welche Art von Cyberangriff es sich handelt, welchen Zweck die Angreifer verfolgen und ob Daten abgeflossen sind.
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Betroffen sind die Londoner Verwaltungsbezirke Kensington und Chelsea, Westminster sowie Hammersmith und Fulham. Die Behörden greifen teilweise auf dieselben IT-Systeme zurück, die sie sich im Rahmen einer gemeinsamen Vereinbarung teilen. In Deutschland gibt es ein ähnliches Prinzip mit kommunalen Datenverarbeitungszentren, die IT-Dienstleistungen für Behörden anbieten. Das ist insbesondere für kleinere Kommunen unabdingbar, für die eine eigene IT-Abteilung kaum zu stemmen ist.
Ermittlungen aufgenommen
Ob der Cyberangriff in der britischen Hauptstadt vorrangig den IT-Dienstleister oder die drei Bezirksverwaltungen direkt getroffen hat, ist bislang offen. Die Behörden sind den vorgeschriebenen Standardprozessen nach entdeckten Cyberattacken gefolgt, haben die IT-Systeme sofort heruntergefahren, das staatliche Cybersicherheitszentrum Großbritanniens informiert und Ermittlungsbehörden eingeschaltet.
Zwar steht ein Großteil der behördlichen Dienstleistungen in den betroffenen Bezirken wieder zur Verfügung, aber auch drei Tage nach der ersten Entdeckung der Cybersicherheitsvorfälle gibt es noch Einschränkungen und Verzögerungen, worauf sich die Bürger einstellen müssten, schreibt der Westminster-Bezirksrat. In dringenden Fällen, etwa bei der Kinderbetreuung oder für Sozialunterkünfte, bietet die Behörde verschiedene Notfallrufnummern an.
Unklarheit über Täter und Zweck
„Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, um zu sagen, wer dafür verantwortlich ist und warum“, heißt es aus Westminster. „Wir untersuchen den Vorfall, um festzustellen, ob Daten kompromittiert wurden – ein übliches Vorgehen. Unsere IT-Teams haben die ganze Nacht durchgearbeitet und eine Reihe erfolgreicher Gegenmaßnahmen ergriffen. Wir bleiben wachsam, falls es zu weiteren Vorfällen oder Problemen kommt.“
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Großbritannien hat dieses Jahr mehrere größere Cyberattacken erfahren müssen. So wurden Produktion und Verkauf bei Jaguar Land Rover nach einem IT-Angriff gestört. Eine namhafte Einzelhandelskette war sogar so weit betroffen, dass der CTO von Marks & Spencer nach dem Cyberangriff zurückgetreten ist.
(fds)
Datenschutz & Sicherheit
Projekt Aegis: Niedersächsicher Cyberschutzschild basiert auf US-Technologie
Die Aegis ist der mythische Schild des Zeus und der Athene – und nun auch des Landes Niedersachsen. Das verkündete Innenministerin Daniela Behrens am Mittwoch auf der Landespressekonferenz. Kernstück des „Projekts Aegis“ ist ein System zur automatischen Angriffserkennung und automatischen Abwehr, beigesteuert vom kalifornischen Unternehmen Palo Alto Networks. Das seit anderthalb Jahren laufende Projekt soll die Abwehrfähigkeit der Landeseinrichtungen, aber auch von Hochschulen und Kommunen im Flächenstaat erhöhen – zu einem stolzen Preis. Insgesamt habe man mit dreißig Millionen Euro „viel Geld in die Hand genommen“, sagten die Verantwortlichen.
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Die Menge und Qualität von Cyberangriffen nehme stetig zu, erklärte die Ministerin – und auch die eigenen Systeme würden komplexer. Daher habe die Digitalisierungsabteilung des Innenministeriums gemeinsam mit der IT Niedersachsen den digitalen Schutzschirm konzipiert und eingeführt. Damit sei man im Vergleich mit den anderen Bundesländern führend, erläuterte Behrens. Till Beilstein von IT Niedersachsen zog für die Herausforderungen moderner IT-Sicherheit den bekannten Burg-Vergleich heran: Eine dicke Außenmauer genüge nicht mehr. Attacken durch mutmaßlich staatliche Akteure, etwa aus russischem Staatsgebiet, aber auch aus Südostasien und dem Nahen Osten, machten einen großen Anteil der Angriffe aus.
Man wolle, so die Verantwortlichen, schneller in Erkennung und Reaktion werden und bediene sich dafür auch KI- und Cloud-gestützter Verfahren. Das XSIAM (eXtended Security Intelligence and Automation Management) des US-Unternehmens Palo Alto Networks soll hier helfen. Es ist so großzügig ausgelegt, dass es durch Land, Hochschulen und Kommunen genutzt werden kann, ist sich Ministerin Behrens sicher. Interessenten würden ab dem zweiten Halbjahr 2026 sukzessive unter den „Cyber-Schutzschild“ geholt.
Ein weiteres Ziel des Projekts ist ein ganzheitliches Lagebild der IT-Sicherheit für Niedersachsen. XSIAM soll das N-CERT (Niedersachsen Computer Emergency Response Team) bei Warn- und Meldeaufgaben unterstützen.
Digital wenig souverän – aus Sachzwang?
Von heise security gefragt, ob dies nicht dem Ziel der digitalen Souveränität widerspräche, entgegnete Ministerin Behrens: Zwar sei Palo Alto Networks ein US-Anbieter, doch habe die digitale Souveränität ihre Grenzen in der Anbieterqualität. In Ermangelung europäischer Alternativen habe man sich für den, so Behrens, weltweit führenden Firewall-Anbieter aus dem kalifornischen Santa Clara entschieden.
Fachbereichsleiter Beilstein sekundierte: Es sei über technisch-organisatorische Maßnahmen sichergestellt, dass keine Daten aus dem Landesnetz ins Ausland flössen, etwa in die Analysecloud von Palo Alto Networks.
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(cku)
Datenschutz & Sicherheit
Sicherheitspatches: Atlassian sichert Confluence & Co. gegen mögliche Attacken
Atlassian hat für Bamboo, Bitbucket, Confluence, Crowd, Jira und Jira Service Management Data Center und Server wichtige Sicherheitsupdates veröffentlicht. Nach erfolgreichen Attacken können Angreifer in erster Linie DoS-Zustände und somit Abstürze auslösen.
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In diesem Kontext wohl nicht kritisch
Aus einer Warnmeldung geht unter anderem hervor, dass die Entwickler zwei „kritische“ Lücken (CVE-2025-12383, CVE-2025-66516) geschlossen haben. Diese betreffen Eclipse Jersey und Apache Tika, die Bamboo und Confluence Data Center und Server einsetzen. Die Entwickler führen aus, dass die Schwachstellen die Atlassian-Anwendungen nicht unmittelbar betreffen und demzufolge ein geringerer Bedrohungsgrad gilt. Sind Attacken erfolgreich, können beispielsweise eigentlich nicht vertrauenswürdige Server als vertrauenswürdig eingestuft werden.
Die verbleibenden Sicherheitslücken sind mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft. Hier können Angreifer etwa für DoS-Attacken (zum Beispiel CVE-2025-52999) ansetzen. Es kann aber auch Schadcode auf Systeme gelangen (etwa CVE-2025-55752). Außerdem können sich Angreifer als Man-in-the-Middle in Verbindungen einklinken (CVE-2025-49146).
In Atlassians Warnmeldung gibt es keine Hinweise, dass Angreifer die Lücken bereits ausnutzen. So etwas kann sich aber schnell ändern und Admins sollten zeitnah die zum Download stehenden Sicherheitsupdates installieren. Alle vorigen Versionen sind den Entwicklern zufolge verwundbar.
- Bamboo Data Center and Server:
12.0.2 Data Center Only
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10.2.13 to 10.2.14 (LTS) recommended Data Center Only
9.6.21 to 9.6.22 (LTS) Data Center Only
- Bitbucket Data Center and Server:
10.1.1 to 10.1.4 Data Center Only
9.4.15 to 9.4.16 (LTS) recommended Data Center Only
8.19.26 to 8.19.27 (LTS) Data Center Only
- Confluence Data Center and Server:
10.2.2 (LTS) recommended Data Center Only
9.2.13 (LTS) Data Center Only
- Crowd Data Center and Server:
7.1.3 recommended Data Center Only
6.3.4 Data Center Only
- Jira Data Center and Server:
11.3.0 to 11.3.1 (LTS) recommended Data Center Only
11.2.1 Data Center Only
10.3.16 (LTS) Data Center Only
9.12.26 to 9.12.31 (LTS)
- Jira Service Management Data Center and Server:
11.3.1 (LTS) recommended Data Center Only
11.2.1 Data Center Only
10.3.16 (LTS) Data Center Only
5.12.29 to 5.12.31 (LTS)
(des)
Datenschutz & Sicherheit
Weitere Probleme mit Windows Updates aus dem Januar
Microsoft hat weitere Probleme aufgrund der Windows-Sicherheitsupdates vom Januar-Patchday eingeräumt. Einige Anwendungen können dadurch nicht mehr reagieren oder Fehlermeldungen ausgeben.
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Das hat Microsoft jetzt in den Windows-Release-Health-Notizen bekannt gegeben. Nach Installation der Windows-Sicherheitsupdates aus dem Januar „können einige Anwendungen nicht mehr reagieren oder unerwartete Fehler auftreten, wenn sie Dateien von cloudbasiertem Speicher öffnen oder dorthin speichern, etwa wie OneDrive oder Dropbox“, erklärt Microsoft.
Als Beispiel führt das Unternehmen auf, dass in einigen Konfigurationen, in denen Outlook PST-Dateien in OneDrive speichert, Outlook nicht mehr reagieren könne und das erneute Öffnen fehlschlage, bis der Prozess mit dem Taskmanager beendet oder das System neu gestartet wird. Zudem können versendete E-Mails dadurch nicht im Gesendet-Ordner erscheinen und bereits heruntergeladene E-Mails erneut heruntergeladen werden.
Temporäre Gegenmaßnahmen
Microsoft schlägt vor, dass Betroffene die Entwickler der nicht korrekt reagierenden App kontaktieren und sie nach alternativen Zugriffsmethoden auf die Dateien befragen sollen. Für Outlook soll etwa das Verschieben der PST-Datei aus OneDrive das Problem lösen. Dafür stellt Microsoft eine eigene Anleitung bereit. Außerdem ließen sich E-Mail-Konten noch mittels Webmailer zugreifen, sofern der E-Mail-Provider das unterstützt. IT-Verantwortliche, die dringend Hilfe zur Behebung dieser Probleme benötigen, sollen sich an den Microsoft-Business-Support wenden.
Betroffen sind laut Microsofts Erklärung Windows 11 25H2, 24H2 und 23H2, Windows 10 22H2, Enterprise LTSC 2021 und LTSC 2019 sowie Windows Server 2025, 23H2, 2022 und 2019. Microsoft arbeitet an einer Lösung und will sie so schnell wie möglich bereitstellen.
Die Updates aus dem Januar haben jetzt schon einige unerwünschte Seiteneffekte. So kann Outlook etwa einfrieren oder hängen bleiben, wenn es für die Verwaltung von POP3-Mailkonten eingesetzt wird. Zum Ausbügeln zweier Fehler hat Microsoft am Wochenende bereits Notfallupdates außerhalb der Reihe veröffentlicht. Sie korrigieren, dass Windows 11 23H2 durch die Updates nicht mehr korrekt in den Schlafmodus gehen oder herunterfahren konnte. Außerdem konnte die Windows-App nicht mehr mittels Remote-Desktop-Verbindung auf Windows 365 oder Azure Virtual Desktop zugreifen.
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(dmk)
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