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»Feminismus und KI sind enger verknüpft, als wir denken« › PAGE online


In einer Zeit, in der KI Marken austauschbarer macht, erlebt Branding eine neue Bedeutung. Denn KI erzeugt Durchschnitt. Aber: Der ist selten divers. Jana Reske erklärt, welche Folgen das für Marken hat.

»Feminismus und KI sind enger verknüpft, als wir denken« › PAGE onlineJana, Branding wird wieder wichtiger, nach einem starken Fokus auf Performance-Kampagnen erkennen das immer mehr Unternehmen. Welche Rolle spielt dabei KI? 

Jana: Ich habe das Gefühl, dass Branding derzeit eine Renaissance erlebt, da KI das gesamte digitale Ökosystem grundlegend verändert hat. Plötzlich können alle dieselben Tools nutzen, dieselben Bildgeneratoren und Textmodelle. Dadurch droht jedoch ein gewisser Gleichklang. Wenn Inhalte auf Knopfdruck entstehen, verschwimmt schnell, wofür welche Marke eigentlich steht. Genau deshalb wird eine klare Positionierung wieder so wichtig. Marken müssen heute viel bewusster entscheiden, wofür sie stehen, welche Haltung sie vertreten und vor allem, wie sie KI in ihren Ausdruck integrieren wollen.

KI ist in diesem Prozess nicht die Lösung, sondern eine Variable, die klar strategisch eingeordnet werden muss. Es reicht nicht aus, einfach generierte Bilder oder Texte zu nutzen, nur weil es schnell und kostengünstig ist. Viel wichtiger ist die Frage: Passt dieser Stil wirklich zur Marke? Oder wird die Marke dadurch austauschbar? KI kann ein wertvolles Werkzeug sein – aber nur, wenn Marken sehr genau definieren, wie, wo und in welchem Umfang sie KI einsetzen. Wer das nicht tut, läuft Gefahr, in einer Landschaft von sich zunehmend ähnelnden Inhalten unterzugehen.

Wie hat sich deiner Meinung nach die Markenführung durch KI in den letzten Jahren verändert? Und macht KI Marken besser oder schlechter? Wo bleibt die Authentizität? 

In den letzten Jahren ist die Markenführung hybrider geworden. Einerseits ist KI ein enormer Effizienztreiber. Viele repetitive Prozesse können automatisiert werden, wodurch Teams entlastet und kreative Prozesse freigesetzt werden. Gleichzeitig entsteht ein neuer Druck: Wenn KI viele Aufgaben übernimmt, muss das, was wirklich von Menschen kommt, besonders deutlich spürbar sein.

Dabei ist Authentizität ein entscheidender Faktor. Wir sind inzwischen sehr sensibel dafür, ob etwas menschlich klingt oder maschinell generiert wurde. KI-Texte wirken oft zu glatt, was schnell das Vertrauen der Leser:innen zerstört. Besonders bei Marken, die eine enge Beziehung zu ihrer Community pflegen. Genau deshalb wird die menschliche Perspektive gerade noch wichtiger. Emotionale Geschichten, echte Gesichter, reale Erfahrungen und Offline-Erlebnisse bekommen wieder mehr Gewicht, weil sie das bieten, was KI nicht kann: Unperfektheit, Nuance, Empathie und Haltung.

Ob KI Marken besser oder schlechter macht, hängt also von der Umsetzung ab. KI kann Potenziale freisetzen, die vorher unerreichbar waren. Sie kann aber auch dafür sorgen, dass eine Marke ihr Profil verliert. Entscheidend ist, ob KI bewusst und reflektiert eingesetzt wird – oder ob sie nur eingesetzt wird, weil es möglich ist.

Du hast dich im Studium intensiv mit dem Thema KI-Forschung befasst und vor allem damit, wie KI das Frauenbild prägt. Was hat dich dabei am meisten überrascht? 

In meiner Forschung hat mich vor allem überrascht, wie einheitlich das Problem ist, aber auch, wie unterschiedlich die Ausprägungen sind. Ich habe mit äußerst neutralen Prompts gearbeitet (»A beautiful woman« und »A beautiful man«) und trotzdem haben alle drei Modelle Frauen deutlich stärker sexualisiert als Männer. Das hätte ich in dieser Klarheit nicht erwartet. Noch erstaunlicher war, dass jedes Modell dies auf eine ganz eigene Art tut: DALL·E war zwar am neutralsten, aber auch dort wurden Frauen fast ausschließlich in Trägertops gezeigt, während Männer eher seriös, angezogen und bedeckter inszeniert wurden. Stable Diffusion war am extremsten und hat Frauen fast nur in Unterwäsche dargestellt. Midjourney inszenierte Frauen hyperfeminin und oft nackt mit Blumen, während Männer eher wie griechische Götter erschienen.

Trotz völlig unterschiedlicher Ästhetiken reproduzieren alle Modelle den gleichen Kernbias – eine Logik, die stark der »male gaze« Theorie entspricht. Es spielt also keine Rolle, wie »neutral« die Prompts sind: Die Verzerrungen sitzen tief in den Datensätzen und werden automatisch reproduziert. Genau das fand ich so erschreckend. Denn wenn KI-Bilder immer realistischer werden und gleichzeitig solche Muster verstärken, besteht die Gefahr, dass diese einseitigen Darstellungen wieder zur Norm werden. Vielen ist gar nicht bewusst, wie stark KI hier unreflektiert historische Rollenbilder und sexuelle Objektifizierung weiterträgt.

Wie hängen Feminismus und KI zusammen – und wo liegt das Problem? 

Feminismus und KI sind enger miteinander verknüpft, als man auf den ersten Blick annimmt. KI wirkt oft neutral, objektiv und technisch, ist im Grunde aber ein Spiegel unserer Gesellschaft. Die Systeme werden mit historischen Daten trainiert, die von Ungleichheiten, männlich dominierten Perspektiven und Strukturen, in denen Frauen anders oder weniger sichtbar sind, geprägt sind. Gleichzeitig entsteht KI in einer nach wie vor stark männlich dominierten Branche und das prägt, welche Annahmen in Modelle einfließen, welche Daten bevorzugt werden und welche blinden Flecken bestehen bleiben. Die Verzerrungen in der Darstellung von Frauen sind zwar nicht bewusst eingebaut, resultieren jedoch aus einem System, das auf Jahrzehnte digitaler Inhalte zurückgreift, in denen Frauen häufig sexualisiert, marginalisiert oder stereotypisiert dargestellt wurden. KI macht aus diesen Mustern keine Fehler, sondern Trends. Sie verstärkt sie, weil sie sie statistisch für wahrscheinlich hält.

Das Problem ist also strukturell: Es gibt zu wenige diverse Stimmen in der Entwicklung, zu viele historische Verzerrungen im Training und zu wenig Bewusstsein dafür, dass Algorithmen gesellschaftliche Ungleichheiten nicht nur abbilden, sondern sogar verstärken können. Feministische Perspektiven sind deshalb keine nette Zusatzoption, sondern eine Voraussetzung dafür, dass KI keine alten Muster unbewusst zementiert.

Wo siehst du bei der Nutzung von KI im Marketing die größten Risiken, wenn es um Vielfalt und realistische Darstellungen geht – und was müssen Marken beachten? 

Das größte Risiko besteht darin, dass die Fortschritte in puncto Diversität und Repräsentation, für die wir jahrelang gekämpft haben, wieder unsichtbar werden. KI erzeugt Inhalte, die auf Durchschnittswerten basieren. Doch dieser Durchschnitt ist nicht divers. Der ist weiß, schlank, jung und normschön. Wenn Marken Inhalte generieren, ohne sie zu hinterfragen, produzieren sie ungewollt Inhalte, die Diversität eher zurückdrehen als stärken. Das ist bereits bei KI-Models und Avataren zu beobachten: Die meisten sind nach wie vor weiß, feminin kodiert und entsprechen sehr engen Schönheitsnormen. Wenn Marken hier nicht bewusst gegensteuern, reproduzieren sie nicht nur alte Stereotype, sondern verschärfen diese sogar.

»Marken müssen verstehen, dass KI nicht neutral ist und Repräsentation heute mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt erfordert als je zuvor.«

Deshalb ist bewusstes Prompting so wichtig. Dove hat das in einem KI-Projekt sehr gut gezeigt: Vielfalt entsteht nicht automatisch, sondern muss aktiv erarbeitet werden. Marken müssen verstehen, dass KI nicht neutral ist und Repräsentation heute mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt erfordert als je zuvor. Es geht darum, Vielfalt nicht dem Zufall zu überlassen, sondern sie gezielt zu gestalten.

Du hast einmal gesagt »Design ist kein Selbstzweck, sondern Verantwortung«. Was heißt das für dich und was heißt es im Hinblick auf die Markenführung?  

Für mich bedeutet dieser Satz, dass Design immer Auswirkungen hat – unabhängig davon, ob diese bewusst einkalkuliert werden oder nicht. Design entscheidet darüber, wer sich repräsentiert fühlt, wer Zugang hat, wer sich angesprochen fühlt und wer ausgeschlossen wird. Jede gestalterische Entscheidung ist mit einer gewissen Macht verbunden, da Gestaltung nie nur ästhetisch, sondern auch sozial ist. Im Kontext der Markenführung bedeutet das: Design trägt die Verantwortung dafür, wie eine Marke sich präsentiert und welche Werte sie vermittelt. Gerade jetzt, wo KI viele gestalterische Prozesse automatisiert, müssen Designer:innen und Marken noch klarer definieren, wofür sie stehen. Barrierefreiheit, Inklusivität und kulturelle Sensibilität sind Aspekte, die nicht zufällig entstehen.

»Design trägt die Verantwortung dafür, wie eine Marke sich präsentiert und welche Werte sie vermittelt.«

Je automatisierter die Gestaltung wird, desto bewusster muss der menschliche Teil sein, der diese Verantwortung trägt. Wenn Design nur effizient oder »KI-optimiert« ist, verliert es seine Wirkung. Wenn Design hingegen Haltung hat, kann es echten gesellschaftlichen Einfluss entfalten.

Was glaubst du: Wie werden Markenverantwortliche und Agenturen in 5 Jahren mit KI umgehen?

Ich glaube, dass wir in fünf Jahren einen Punkt erreichen werden, an dem KI selbstverständlich Teil des Arbeitsalltags ist. Allerdings nicht mehr in dieser überwältigenden und unstrukturierten Form, wie es aktuell der Fall ist. Die Euphoriephase wird sich gelegt haben und es werden stattdessen klar definierte Workflows, Rollen und Standards entstehen. KI wird wahrscheinlich viele operative Aufgaben übernehmen, der strategische, emotionale und zwischenmenschliche Teil wird jedoch bei Menschen bleiben, da Marken ohne diesen Teil austauschbar werden.

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Ich glaube auch, dass wir eine Art »technologische Sättigung« erleben werden. Je stärker digitale Inhalte von KI geprägt sind, desto wertvoller werden menschliche Begegnungen, Events, echte Testimonials und alles, was spürbar authentisch ist. Marken, die relevant bleiben wollen, werden den Menschen deshalb wieder radikal in den Mittelpunkt stellen. Nicht als Gegenbewegung zur KI, sondern als Ergänzung. In fünf Jahren wird es deshalb eine Art Co-Creation geben, die weniger chaotisch und weniger blind ist als heute. KI wird ein Standardtool sein. Aber die Marken, die herausstechen werden, sind diejenigen, die KI bewusst, reflektiert und mit einer klaren Haltung einsetzen.

Über Jana

Jana Reske arbeitet im Online-Marketing und verbindet dort Content, Storytelling und visuelle Kommunikation mit strategischer Markenführung. Gleichzeitig ist sie in der akademischen KI-Forschung tätig und untersucht aus meist feministischer Perspektive, wie Algorithmen Bilder und Identitäten formen. Ihr besonderes Interesse gilt generativen Bildmodellen und der Frage, welche (kulturellen) Biases in ihnen sichtbar werden.

Logos PAGE und German Brand Award 2026, grafische Darstellung



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Honda ändert auch Markenschriftzug – Design Tagebuch


Nachdem Honda letzte Woche die Umstellung auf das neue H-Signet bekannt gegeben hatte (dt berichtete), vollzieht der japanische Autobauer wenige Tage später auch beim Honda-Markenschriftzug ein Redesign.

Rund um die Präsentation des neuen Honda-Signets vor gut einer Woche dürften sich viele Menschen gefragt haben, was mit dem markanten Honda-Schriftzug geschehen wird. Denn präsentiert hatte Honda einzig das Signet, ohne Markenschriftzug/Wortmarke. Wie das gestrige Launch-Event in Tokio zeigt, hat der Honda-Schriftzug in fetten Slab-Serifen-Lettern, im Kontext der Automobilsparte, nun ausgedient.

Anlässlich der offiziellen Bekanntgabe der Partnerschaft zwischen Honda und dem Aston Martin Aramco Formel-1-Team präsentiert (YouTube) sich der Autobauer erstmals mit neu geschaffener kombinierter Wortbildmarke. Honda wird ab der Saison 2026 als Motorenlieferant im Rahmen einer Werkspartnerschaft mit dem Aston Martin Aramco Formel-1- Team an der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft (F1) teilnehmen. Im Zuge der Rückkehr in die Formel 1 nach kurzer Abstinenz setzt Honda künftig auf ein neues Markendesign.

Honda Cars Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Honda, Bildmontage: dt
Honda Cars Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Honda, Bildmontage: dt

Erstmals zu sehen war das modifizierte H-Signet wie auch der nunmehr in Gemischtschreibweise gesetzte neue Honda-Markenschriftzug bereits 2024 auf der Consumer Electronics Show (CES) als Honda seine „Honda 0 Series“-Konzeptfahrzeuge vorgestellt hatte. Nun wird aus dem einstigen Konzeptdesign der auf Elektrifizierung ausgerichteten Marke Honda das offizielle Markendesign der Honda Autosparte.

Ähnlich wie andere Automobilhersteller verfolgt auch Honda mit dem Engagement in der Formel 1 vor allem strategische Marketing- und Imageziele. Die Formel 1 dient als globale Plattform, um die Markenwahrnehmung weg vom reinen Fortbewegungsmittel hin zu einem High-Tech-Produkt zu verschieben. Unter anderem ein für die kommende Formel-1-Saison geltendes Motoren-Reglement – ab 2026 nutzen F1-Boliden zu 100 % nachhaltige Kraftstoffe; die Systemleistung von etwa 1000 PS wird hälftig durch Verbrennungs- und Elektromotoren (350 kW) erzeugt – hat Honda offenbar zur Fortsetzung des Engagements bewegt. Denn wie der Autobauer zuletzt anlässlich der Vorstellung seines neuen H-Logos erklärte, verfolge man bei der Marke Honda die konsequente Ausrichtung auf Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie.

Honda Cars Logo Wortmarke – vorher und nachher, Bildquelle: Honda
Honda Cars Logo Wortmarke – vorher und nachher, Bildquelle: Honda

Die neu geschaffene, serifenlose Wortmarke bricht mit dem vertrauten, klassischen Look, wie ihn auch andere japanische Technik-/Technologiemarken wie Sony, Onkyo oder Technics aufweisen. Derlei Wortmarken mit fetten Lettern und betont breitfüßigen Serifen vermitteln Solidität, Verlässlichkeit, Wertbeständigkeit.

Die in Gemischtschreibweise angelegte neue Wortmarke vermittelt hingegen Technologie-Affinität, und Progressivität. Die Linienführung ist klar und schlicht. Die Buchstaben wirken wie geschliffen, auch etwas grob in ihrer Machart, als seien sie aus Metall oder in Carbon gefräst. In dieser Stilistik stehen sie im starken Kontrast zu kalligrafischen Schriftzeichen und Lettern mit humanistischen Anleihen.

Seitens des Unternehmens Honda wurde die Umstellung des Markenschriftzugs bislang nicht explizit kommuniziert. Bei einigen von Honda genutzten Kanälen in Social Media, wo bisher der alte Markenschriftzug als Absender verwendet wurde (z.B. facebook.com/HondaRacingF1) kommt bereits das neue Logo respektive die neue Wortbildmarke zum Einsatz.

Da der neue Markenschriftzug wie auch das H-Signet ursprünglich für die „Honda 0 Series“-Konzeptreihe geschaffen wurden, und somit nicht in unmittelbaren Bezug zum Motorrennsport stehen, ist davon auszugehen, dass auch der neue Honda-Markenschriftzug, ebenso wie das neue H-Signet, die Automobilmarke Honda als Ganzes repräsentiert, und nicht bloß als Absender der Automobilsportsparte fungiert.

Beispielsweise ziert der neue Markenschriftzug auch ein kürzlich vorgestelltes Wohnwagen-Konzept („Base Station with Modular Design“), wenngleich der Schriftzug hier in einer für Automobile nicht untypischen gestreckten Version dargestellt ist, ähnlich wie bei der Marke Volvo. Auch das Logo der jüngst gegründeten Honda’s Europe Energy Division basiert auf der Typographie des neuen Honda-Markenschriftzugs. Bis zur vollständigen Implementierung des neuen Markendesigns dürfte es noch Monate, wenn nicht Jahre dauern.

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Trendimpulse 2026 für Marken › PAGE online


Ja, was denn nun? Be- oder Entschleunigung? Digital oder menschlich? Die Key Trends aus diesem Report verraten, dass Konsument:innen beides wollen. Für Markenführung und Branding-Strategien gibt es hier aufschlussreiche Hinweise auf Wünsche und Bedürfnisse.

Trendimpulse 2026 für Marken › PAGE online

Durch und mit Künstlicher Intelligenz verändern sich Verhaltensweisen so rasant, dass Brands damit kämpfen, den Trends hinterherzukommen. Beziehungsweise, zu unterscheiden, was Signale für langanhaltende Veränderungen sind und was nur ein kurzes Aufflimmern am Horizont.

Marken können sich diesen Trendreport zur Inspiration und zur Orientierung an die Hand nehmen, denn sie zeichnen ein Bild, wie sich Konsument:innen verhalten werden.

»Wir sehen eine neue Balance zwischen Beschleunigung und Entschleunigung. Die Menschen sehnen sich sowohl nach dem Hyperrealen als auch nach Handgemachtem, nach Digitalem und dem zutiefst Menschlichen.«

(Yasu Sasaki, Global Chief Creative Officer, Dentsu)

PAGE fasst die Key Trends aus dem Report »Dentsu Creative Trends 2026 – Generative Realities« zusammen.

Escape velocity: Die Flucht ins Niedliche, Schöne, Spielerische

Weil der Alltag von vielen ernsten Themen geprägt ist, die Stimmung im allgemeinen häufig durch Angst belegt, suchen Menschen vermehrt nach einer Flucht in Fantasiewelten. Alles, was fluffig, niedlich, spaßig, fantastisch, romantisch oder nostalgisch ist, hilft bei der Flucht aus der Realität. 70 % der Antworten aus dem Report bestätigen das, bei der Gen Z sind es sogar 80 %.

Electric dreams: Wem vertraust du mehr – Mensch oder AI?

Kein Wunder, dass unsere emotionale Beziehung zur Technologie Schwierigkeiten hat, Schritt zu halten. Denn die Entwicklungen sind so rasant, dass kaum jemand alles so schnell verarbeiten kann, bis schon wieder die nächste KI-Neuigkeit veröffentlicht wird. Aber anstatt das und weitere Themen mit anderen Menschen zu besprechen, wird auch dafür AI genutzt. Es gibt einen (besorgniserregenden) Anstieg KI-gestützter Beziehungen, laut Report. 53 % der Studie gaben an, dass sie AI-gestützte Chats fürs Privatleben nutzen. Weltweit bei der Gen Z sind es sogar bis hin zu 70 %.

Trad lives: Der Wunsch nach Natur steigt

Hauptsache raus der City! 75 % der Befragten aus dem Report möchten mehr Zeit in der Natur verbringen. Es geht aber nicht nur darum, Zeit dort zu genießen, sondern sich mit der Natur zu verbinden. Traditionelle Rituale und Spiritualität können dabei ebenso eine Rolle spielen -sowie die Nutzung lokaler Angebote. Stichwort: Hyper-Lokalismus.

Alone together: Mehr analoge Communitys

Im Gegenzug zu den electric dreams stehen hier Hobbys, Treffpunkte und gemeinschaftliche Aktivitäten vor Ort im Fokus. Alte Spiele erleben teils ein Comeback. Es wird wieder gerne auf alt bewährtes zurückgegriffen. Das ist auf die Einsamkeit vieler zurückzuführen: 63 % von weltweiten Konsument:innen stimmten darüber ein, dass sie viel Zeit alleine verbringen.

Analog futures: Werden die jungen Menschen nostalgisch?

Jüngere Generationen wollen vermehrt wieder eine eher analoge Existenz annehmen – oder zumindest eine analoge Ästhetik, sagt der Report. Ob jetzt das Interesse an Polaroid-Kameras oder Walkmans steigt, bleibt abzuwarten. Aber zumindest wird verraten, dass »anti-algorithm strategies« bei manchen Anklang finden würden. 50 % gaben an, dass sie versuchen, die Online-Zeit zu reduzieren. 40 % stimmten zu, dass sie sich so oft wie möglich aus dem Digitalen ausloggen.

Zum Trendreport

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Agenturporträt: studiokwi › PAGE online


PAGE gefällt …: studiokwi aus Berlin, das auf diskrimierungssensibles Design spezialisiert ist, in leuchtenden Farben von Müttern in der Wissenschaft erzählt, das Musik in Typografie und Engagement in markante Logos übersetzt – und zeigt, wie aufregend barrierefreie Gestaltung sein kann.

Agenturporträt: studiokwi › PAGE onlineBild: KATHRIN WINDHORST / KWIKWI.ORG

Name studiokwi

Location Berlin und über die Stadtgrenzen hinaus (remote)

Web studiokwi.de

Schwerpunkte studiokwi arbeitet im Bereich diskriminierungssensibles Design und verfolgt eine intersektional-feministische Gestaltungspraxis. Der Fokus liegt auf Projekten aus Kultur, Kunst und dem sozialen Bereich. Zu den Leistungen zählen Corporate Design, Printmedien, Webdesign sowie digitale Kommunikationsformate.
Alle Projekte entstehen mit Blick auf Barrierefreiheit, gendersensible Sprache, vielfältige Bildwelten und möglichst nachhaltige Designentscheidungen. Gestaltung soll sichtbar machen, Teilhabe ermöglichen und Perspektiven zeigen, die oft übersehen werden. Dabei verstehe ich Design nicht als neutrale Dienstleistung, sondern als politische Praxis: zur Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen, zur Sichtbarmachung marginalisierter Perspektiven und zur Erweiterung von Zugänglichkeit.

Start Gegründet wurde studiokwi 2016 von Kadi (Kathrin Windhorst). Ausgangspunkt war unter anderem der Wunsch nach einer gerechteren Gestaltungs- und Arbeitspraxis.

Strukturen Formal ist studiokwi ein Einzelunternehmen, Projekte werden jedoch möglichst in Co-Creation mit anderen Gestalter:innen und Expert:innen aus einem vielfältigen Netzwerk realisiert. Dabei hinterfragen wir gemeinsam klassische Agenturstrukturen und bestehende Machtverhältnisse und suchen nach solidarischen, zeitgemäßen Formen der Zusammenarbeit. Berufliches Banden bilden sozusagen.
Bei der Zusammenstellung des Teams ist mir wichtig, vielfältige Sichtweisen und Expertisen einzubeziehen. Dabei verstehe ich Expertise nicht nur als Wissen, das durch formale Bildung erworben wurde, sondern auch als Erfahrungswerte. Alle Beteiligten sind eingeladen, Ideen einzubringen, kritisch mitzudenken und den Prozess aktiv mitzugestalten. So entstehen nicht nur gute Ergebnisse, sondern auch neue Arten der Zusammenarbeit: kollaborativ, reflektiert und machtkritisch.
Besonders wichtig ist mir eine entspannte und wertschätzende Arbeitsatmosphäre, die unterschiedliche Lebensrealitäten und Marginalisierungserfahrungen mitdenkt und sich bestenfalls an den Bedürfnissen aller Beteiligten orientiert.

Inspiration
 Sie entsteht für mich dort, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und (gestalterische) Normen infrage gestellt werden. Intersektionale Diskurse geben mir dabei wichtige Impulse, vor allem durch den Austausch mit Menschen aus meinen Netzwerken und politischen Bewegungen.
Ich verfolge super gern die Arbeiten von Kolleg:innen und trage diese Impulse weiter. Auch Kunst spielt eine wichtige Rolle, allerdings weniger theoretisch als praktisch: Formen, Strukturen und Farbkompositionen entwickeln sich bei mir oft im Malprozess. Viele Ideen entstehen außerdem beim Joggen in der Natur – in Momenten, in denen alles Laute kurz still wird.

Ideensuche Projekte beginnen oft mit kleinen Workshops, in denen Kund:innen ihre Wünsche, Bedarfe und Ziele formulieren können. Darauf folgt die Recherchephase.
Sobald erste Gedanken oder Skizzen entstehen, arbeite ich mit Boards in Illustrator oder Figma. Zu Beginn sind das oft große, eher chaotische Sammlungen aus Farben, Formen, Skizzen und gefundenem Material. Nach und nach werden einzelne Aspekte rausgepickt, geordnet und daraus dann erste Entwürfen entwickelt.
Bei größeren Projekten oder in Teams kommen, je nach Zusammensetzung, zusätzliche Tools zum Einsatz, durch die die kollektive Ideensuche einfacher wird.

Arbeitsweise Die Arbeitsweise richtet sich immer nach dem jeweiligen Projekt und seinem Umfang. Manche Kund:innen wünschen sich eine enge Begleitung, bei der auch kleine Schritte gemeinsam abgestimmt werden. Andere profitieren von weniger Austausch und lassen mehr Raum für kreative Freiheit. Was alle gut funktionierenden Projekte verbindet, ist ein vertrauensvoller Kontakt auf Augenhöhe. Prozesse und Feedbackschleifen werden gemeinsam und transparent geplant und so gestaltet, dass sie für alle Beteiligten nachvollziehbar bleiben. Auf diese Weise entsteht ein offener, fehlerfreundlicher Arbeitsraum.
Reflexion ist generell ein zentraler Bestandteil der Arbeitsweise. Projekte werden immer wieder hinterfragt, weitergedacht und aus unterschiedlichen Standpunkten betrachtet – mit einem intersektionalen Blick. Ziel ist eine empowernde, equitativ gedachte Gestaltung: Ungleiche Voraussetzungen werden anerkannt, und Design wird so eingesetzt, dass Sichtbarkeit und Teilhabe für möglichst alle Menschen ermöglicht werden. Gleichzeitig bemüht sich studiokwi, so barrierefrei wie möglich zu arbeiten und niemanden durch Gestaltung auszuschließen. Dabei entstehen auch Spannungsfelder – z. B. dann, wenn umfassende Barrierefreiheit mit sehr spezifischen Zielgruppen-Anforderungen abgewogen werden muss. Diese Fragen werden offen im Team und mit den Kund:innen besprochen.
Meine ganz persönliche gestalterische Arbeit entsteht aus einer Verbindung von Intuition und Wahrnehmung. Als neurodivergente Person fließt meine Art, die Welt zu sehen, zu fühlen und einzuordnen, unmittelbar in meine Arbeit ein.

Held:innen Von ihnen gibt es viele: Gestalter:innen, Aktivist:innen und Organisationen, die solidarisch arbeiten, Wissen teilen, Haltung zeigen, laut werden und sich für strukturellen Wandel einsetzen – oft jenseits des kommerziellen Mainstreams.

Für wen ich einmal im Leben arbeiten möchte studiokwi arbeitet besonders gern für Projekte und mit Menschen, die queerfeministische Bewegungen stärken, linke Bildungs- und Forschungsarbeit leisten oder Kultur schaffen. Zukünftig sollen noch mehr Projekte in Co-Creation mit Expert:innen aus den jeweiligen Bereichen entstehen.

Kund:innen studiokwi arbeitet vor allem für NGOs, Vereine, Bildungs-, Kultur- und Forschungsinstitutionen sowie soziale Initiativen. Dazu zählen: Amnesty International, afg-berlin, Gewaltschutzvereine und Frauenhäuser, BAG Selbsthilfe, Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Gleichstellungsstellen, Diversity Arts Culture, Gewaltfreies Zuhause Sachsen e.V., Making a Difference, Künstlerhaus Bethanien, Museen, sowie Universitäten, Hochschulen und Gleichstellungsbeauftragte.

Kunstplakat mit surrealistischer, anatomisch inspirierter Grafik in Rot. Der Titel „Turn Illness Into a Weapon“ steht im Zentrum. Unten Veranstaltungsdetails zur Ausstellung im Kunstraum Kreuzberg.
Keyvisual, Ausstellungskatalog, Flyer & Poster, Ausstellungstexte, Wandtapete, Displaykarten, SocialMedia Templates für die Ausstellung Aus der Krankheit eine Waffe machen / Kunstraum Kreuzberg
Person in oranger Kapuzenjacke mit dem Claim „No Excuses“. Darüber liegt ein lilafarbenes, abstraktes Haus-Symbol als Key Visual der Kampagne.
Corporate Identity, Barrierefreies Designsystem, Webdesign und Webentwicklung für Frauen helfen Frauen e.V.
Fettschwarze Typografie auf signalrotem Grund mit aktivistischem Slogan „Reclaim the Room“. Der Buchstabe „O“ ist durch ein Symbol mit Pfeil ersetzt.
Taking Space — Creating Space. Sichtbarkeit & Gleichstellung für professionelle Fotograf:innen, Corporate Design, Logo, Designsystem, Webdesign, Webentwicklung für Female Photoclub e.V.
Person mit pinkem Shirt, auf dem die Zahl „8“ aus zwei überlappenden Kreisen gedruckt ist. Im Hintergrund große, grafische Kreise in Schwarz-Weiß-Kontrast.
Corporate Identity und Designsystem für das Projekt Heimat:Musik des Landesverbands der Musikschulen in NRW Bild: studiokwi



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