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Warum du diese 8 Startup-Netzwerke in Deutschland kennen solltest


Übersicht für Gründer in Deutschland: Wer ein Startup bauen will, braucht Zugang zu Wissen, Kapital und starken Communities. Diese Netzwerke in Deutschland öffnen euch Türen.

Warum du diese 8 Startup-Netzwerke in Deutschland kennen solltest

Wer ein Startup bauen will, braucht Zugang zu Wissen, Kapital und starken Communities. Eine Übersicht.
Collage: Gründerszene, Dominik Schmitt

Wer ein Startup aufbauen will, braucht mehr als eine gute Idee – es braucht Zugang zu Wissen, Kapital und zu den richtigen Leuten. Sie öffnen Türen zu Investoren, Mentoren und Communities. Aber welche bundesweiten Netzwerke gibt es in Deutschland eigentlich? Welche ihr kennen solltet, zeigen wir in der Übersicht.

1. Bundesverband Deutsche Startups (Startup-Verband)

Der Startup-Verband ist das politische Sprachrohr der deutschen Startup-Szene: Das Netzwerk schafft einen Austausch zwischen Startups, etablierter Wirtschaft und Politik. Rund 1200 Mitglieder der ganzen Bundesrepublik zählt der Verband. 

Warum du den Verband kennen solltest: Der Verband organisiert Events, vernetzt Gründer und Investoren, fördert so Unternehmertum, bietet Reports und gibt Gründungswissen weiter.

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2. Businettes

Die Online-Plattform Businettes wurde 2019 von Gründerinnen, für Gründerinnen geschaffen, neben der Online-Community gibt es Events und Experten-Workshops. Über 6000 Gründerinnen sind dabei – auch in UK und Frankreich.

Die Gründerinnen des Netzwerks Victoria Arnold und Claire Siegert.

Die Gründerinnen des Netzwerks Victoria Arnold und Claire Siegert.
Shellygraphy/ Businettes

Warum du die Community kennen solltest: Frauen ermutigen Frauen, an sich und ihre Geschäftsideen zu glauben, um so mehr Gleichgewicht und Diversität im Startup-Ökosystem zu fördern.

3. De:hub Initiative 

25 Hubs der Initiative sind bundesweit über Deutschland verteilt, über 8000 Startups sind dabei. Die de:hub Initiative vernetzt dabei den etablierten Mittelstand und Corporates mit Partnern aus der Gründerszene und Wissenschaft.

Warum du die Initiative kennen solltest: Ob Messe, Panel oder Networking-Event – das Netzwerk bietet verschiedene Angebote für alle Phasen des Startup-Wachstums, dutzende Experten und Pitch-Events. Auch in deiner Nähe!

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4. Exist

Exist unterstützt seit 1998 Hochschulabsolventen, Wissenschaftler sowie Studierende bei der Vorbereitung ihrer technologieorientierten und wissensbasierten Gründungsvorhaben. Ziel des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten Programms ist es, das Gründungsklima an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu verbessern.

Warum du das Programm kennen solltest: Exist bietet Förderungsprogramme für Studierende und Akademiker und insbesondere für Frauen in Hochschul- und Forschungseinrichtungen.

5. Founders League

Die Plattform hilft seit 2022 beim Netzwerkaufbau, bei der Investorensuche und bietet Mentoring durch eine Academy und verschiedene Events: In verschiedenen Großstädten der DACH-Region gibt es Live-Shows und Gründertreffen.

Warum du die Plattform kennen solltest: Wer als Gründer Anschluss, Reichweite, Sparring und potenzielle Investoren sucht, findet dort eine Anlaufstelle.

6. Internationales START Netzwerk

START Global wurde 1997 von Studenten der St. Gallen Universität gegründet. Seitdem bringen START-Veranstaltungen Studenten, Gründer, Risikokapitalgeber und Branchenexperten zusammen – bei Workshops, Frage-Antwort-Runden, Podiumsdiskussionen und Networking-Veranstaltungen. In Deutschland ist das Netzwerk insbesondere in München, Hamburg und Berlin aktiv.

Warum du das Netzwerk kennen solltest: Mitglieder können mit einer Vielzahl von Gleichgesinnten in Kontakt treten, an lolakelen oder internationalen Events wie dem START Summit teilnehmen und Einblicke in verschiedenste Startup-Umfelder gewinnen. Der Start Summit zählt zu Europas größter Early Stage-Startup-Konferenz.

7. Startup Teens

Die Non-Profit-Organisation bietet seit 2015 jungen Menschen zwischen 14 und 19 Jahren sowie Unternehmen eine Online-Plattform, um voneinander zu lernen und zum Gründen zu motivieren. Und zwar mit YouTube-Videos, Mentoring, Events oder durch die Vermittlung von Praktikumsplätzen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Verena Pausder (links) und  Marie-Christine Ostermann haben „Startups Teens“ gegründet.

Verena Pausder (links) und Marie-Christine Ostermann haben „Startups Teens“ gegründet.
Startup Teens.

Warum du die Initiative kennen solltest: Startup Teens vermittelt Jugendlichen relevante Gründer-Skills wie unternehmerisches Denken, Coding und Persönlichkeitsentwicklung.

8. Young Founders Network

Das Netzwerk YFN richtet sich speziell an Gründer unter 25 und ist ein Kollektiv junger Gründer und Startup-Begeisteter. Über 1500 Gründer zählt die Community – das Durchschnittsalter liegt laut YFN bei 21,5 Jahren.

Warum du das Netzwerk kennen solltest: YFN bringt junge Gründer zusammen bei dem Event Young Founders Conference und unkompliziert per WhatsApp-Gruppe. Bei Workshops geben sie Startup-Wissen weiter und erklären in Crashkursen bürokratische Zusammenhänge rund um Gründung.

Erfolgreich netzwerken in deiner Nähe

Neben bundesweiten Netzwerken gibt es für Gründer und Startups basierend auf Branche, Standort und Phase des Unternehmens außerdem zahlreiche weitere regionale Communities und Initiativen in den verschiedenen Bundesländern, die Gründerkultur fördern. Darunter privat organisierte, universitäre Netzwerke und von den Ländern geförderte Programme.

Du kennst noch ein Netzwerk, das bundesweit aktiv ist? Dann schreibe eine E-Mail an die Autorin leandra.finke@gruenderszene.de



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Zwischen Highspeed und Handarbeit: Warum Finance in Startups oft nicht mithält


In vielen Startups laufen Produkt, Sales und Marketing längst im Hochleistungsmodus. Doch ausgerechnet in der Finanzabteilung – dem Bereich, der Wachstum eigentlich absichern soll – geht es noch erstaunlich analog zu. Kopieren, Abgleichen, manuelle Buchungen: Während das Unternehmen skaliert, stehen zentrale Finance-Prozesse auf der Stelle.

Eine neue Befragung von Fachkräften aus Finance, Buchhaltung und Controlling zeigt das Ausmaß: Ein Viertel der Arbeitszeit fließt in manuelle Dateneingaben, weitere große Teile in Rechnungsbearbeitung und wiederkehrende Analysen. Gleichzeitig nutzen nur 3 % KI wirklich umfassend, während fast ein Drittel noch gar keine KI-Lösungen im Einsatz hat. Für schnell wachsende Startups ist das ein Warnsignal – denn ohne klare Strukturen steigt das Risiko, im Blindflug zu skalieren.

Wo Finance heute ausgebremst wird

Trotz klarer Ambitionen gelingt der Schritt in Richtung Automatisierung nur schleppend. 40 % der Befragten sehen Prozessautomatisierung als wichtigsten Treiber der Transformation, und 38 % priorisieren entsprechende Investitionen – doch im Alltag dominieren weiterhin manuelle Abläufe. Für 36 % zählt der Aufwand rund um papierbasierte Prozesse, Scans oder Dateneingaben zu den größten operativen Hürden. Das hält Finance-Teams im operativen Modus fest, obwohl die Erwartungen an eine strategischere Rolle steigen.

Gerade in Startups entsteht dadurch ein strukturelles Risiko: Fragmentierte Systeme, uneinheitliche Datenmodelle und fehlende Automatisierung bremsen Finance-Prozesse aus, sobald das Unternehmen skaliert. Wenn Daten verspätet vorliegen oder Analysen auf unsicherer Basis entstehen, fehlt die Grundlage für schnelle und belastbare Entscheidungen – und Wachstum kann ins Stocken geraten.

Warum KI im Finance eigentlich perfekt wäre

Die Ironie: Kaum ein Bereich eignet sich so gut für KI wie Finance. Strukturiert, regelbasiert, datengetrieben. Also eigentlich ideale Bedingungen. KI könnte Belege automatisch klassifizieren, Unregelmäßigkeiten erkennen, Forecasts laufend aktualisieren oder Cashflow-Entscheidungen stützen.
Doch der Engpass liegt selten in der Technologie selbst. Ohne konsistente Datenbasis, integrierte Systeme und klare Prozesse bleibt KI Stückwerk. Was fehlt, ist die Infrastruktur, die Automatisierung und KI erst möglich macht.

Finance als Nervenzentrum – nicht als Bremsklotz

Finance sieht heute mehr vom Unternehmen als fast jede andere Abteilung: Umsatz, Kosten, Liquidität, Investitionen – alles läuft hier zusammen. Wenn repetitive Aufgaben automatisiert werden, steigt sofort die strategische Schlagkraft:

  • Entscheidungen werden schneller
  • Risiken werden früher sichtbar
  • Diskussionen basieren stärker auf Daten

Viele CFOs sehen sich deshalb längst nicht mehr als Verwalter, sondern als Gestalter. Doch dafür braucht es eine Organisation, die diesen Wandel zulässt.

Was Gründerinnen jetzt tun sollten

Gerade junge Unternehmen haben einen entscheidenden Vorteil: Sie können früh die Weichen stellen. Statt historisch gewachsener Systemlandschaften gibt es Flexibilität, und die sollte genutzt werden. Konkret bedeutet das:

  • Rollen klar definieren: Wer verantwortet welche Prozesse?
  • Prozesse vereinheitlichen, weniger Sonderfälle, mehr Standard.
  • Moderne Tool-Landschaften aufbauen: Systeme, die Daten nicht nur sammeln, sondern nutzbar machen. Früh auf Automatisierung setzen, bevor die Komplexität zu groß wird.

Der Weg aus der KI-Pilotphase ist kein reines Technikprojekt, sondern ein organisatorisches. Unternehmen, die das verstehen, verwandeln Finance vom operativen Pflichtprogramm in einen echten Hebel für Wachstum.

Der Weg nach vorn

Finance steht an einem Wendepunkt. Dort, wo heute noch Tabellen manuell gepflegt werden, könnten morgen Echtzeitdaten und automatisierte Workflows den Takt bestimmen. Die Technologie existiert längst. Die Frage ist, ob Unternehmen ihre Strukturen so ausrichten, dass sie davon profitieren.

Für Gründerinnen gilt: Je früher Finance professionell aufgestellt wird, desto schneller und resilienter lässt sich ein Startup skalieren. KI entfaltet ihre Wirkung genau dort, wo Daten sauber integriert, Prozesse klar definiert und Zuständigkeiten eindeutig geregelt sind.

Startups, die diese Grundlage jetzt schaffen, treffen bessere Entscheidungen, behalten die Kontrolle über ihr Wachstum und vermeiden, dass ihr Erfolg an Excel-Grenzen scheitert.

Methodik der Studie

Die Daten der Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 11. bis 23. September 2025 insgesamt 264 Personen befragt, die im Bereich Finance, Controlling und Finanzbuchhaltung arbeiten.
Hier gibt es weitere Infos zu den Studienergebnissen.

Über den Autor
Nikolai Skatchkov ist Mitgründer und CEO von Circula, einem SaaS-Fintech aus Berlin. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der Digitalisierung von Finanzprozessen. Mit Circula hat er eine Plattform entwickelt, die Spesenabrechnung, digitale Benefits und Firmenkarten vereint. Über 2.800 Unternehmen, darunter DATEV, Deutsche Fußball Liga, Securitas und AboutYou, setzen bereits auf diese Lösungen.

WELCOME TO STARTUPLAND


SAVE THE DATE: Bereits am 18. März findet unsere dritte STARTUPLAND statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über Startupland

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock



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Padel, Drinks & Co: Eine Woche im Kapstadt-Highlife der Startup-Szene


Padel, Drinks & Co: Eine Woche im Kapstadt-Highlife der Startup-Szene

Cephas zwischen Dinner, Deals und Drinks – eine Woche in Kapstadts Founder-Szene.
Cephas Ndubueze

Cephas Ndubueze ist Gründer der Newsletter- und Event-Plattform FOMO, die sich in Berlin eine feste Community aus Gründern, Investoren und Unternehmern aufgebaut hat. Für Gründerszene schreibt er aus Kapstadt über das Leben, Arbeiten und Netzwerken zwischen Ozean, Open Tabs und Open Minds.

Guten Morgen aus Shape Town!

Es ist Mitte Januar. 7 Uhr Ortszeit. Die Sonne steht schon hoch. Ich nehme mir Zeit. Lese ein paar Seiten in meiner neuen Biografie. Dann ein kurzer Check-in mit dem Tag: Was steht an? Was wartet?

Ich trete auf die Terrasse. Unten joggen Menschen die Küste entlang. Ich erinnere mich an den Spitznamen von Kapstadt: Shape Town – eine Stadt, die sich über Körper, Natur und Bewegung definiert. Und denke mir: Okay. Time for action.

Morgens erstmal ein Käffchen.

Morgens erstmal ein Käffchen.
Cephas Ndubueze

Laufschuhe an. Eine Runde entlang der Küste. Ich verlasse meine kleine Villa in Camps Bay – einem der schönsten Strandviertel der Stadt – und laufe Richtung Sea Point. Links das Meer. Rechts der Blick auf den Table Mountain. Eine Kulisse, die selbst Laufen angenehm macht.

Eiswasser muss sein

Nach 30 Minuten: heiß, verschwitzt, ziemlich durch. Saunders Beach, eine kleine Bucht am Ende der Promenade, bekannt für eiskaltes Wasser. Kein Zögern. Rein ins Wasser. Cold Plunge ist hier kein Trend, sondern Routine.

Zurück nach Camps Bay. Uber. Zehn Minuten. 2,50 Euro. 8:15 Uhr. Sport erledigt. Recovery erledigt. Notwendig – vor allem nach dem Sonntagabend im Caprice, einem der berüchtigtsten Rooftop-Clubs der Stadt, irgendwo zwischen Mykonos und Soho House.

Menschen lieben es, ihre Geschichten zu erzählen. Gib ihnen Raum dafür. Du wirst noch genug Zeit haben, selbst zu erzählen.

Ich bin noch keine Woche hier – und an manchen Abenden schon zwei-, manchmal sogar dreifach verabredet. Warum? Weil gerade extrem viele Berliner und Münchner in der Stadt sind. Freunde. Bekannte. Bekannte von Bekannten. Alle raus aus ihrem gewohnten Umfeld. Und genau das macht etwas mit Menschen. Sie haben Zeit. Keine Alltagstermine.

Founder-Dinner in Camps Bay

Am Montagabend lade ich spontan zu einem Founder Dinner bei mir ein. Wirklich spontan. Und trotzdem stehen am Ende knapp 15 Founder auf meiner Terrasse. 90 Prozent deutsch. 90 Prozent Berlin.

Mit dieser Aussicht lässt es sich Netzwerken.

Mit dieser Aussicht lässt es sich Netzwerken.
Cephas Ndubueze

Das Essen ist simpel. Wir kaufen online ein. Ein bisschen Salat. Ein bisschen Gemüse. Hähnchen auf den Grill. Die Marinade machen wir selbst. Am Ende stehen zwei Bleche Ofengemüse auf dem Tisch: Kartoffeln, Zucchini – hier Marrows genannt –, Blumenkohl, Aubergine, Paprika. Dazu drei große Salate.

Mein Learning fürs Dinnergeben: Essen darf simpel sein. Menschen kommen nicht wegen des Essens. Sie kommen wegen der Menschen. Bereitet das Essen gemeinsam vor. Das verbindet und macht den Abend informell. Schafft zwei, drei Orte, an denen sich Gäste umsetzen oder in Bewegung geraten. So entstehen neue Gespräche – ganz von selbst.

Wenn Netzwerken beiläufig wird

Das eigentliche Programm läuft leise im Hintergrund. Alle 15 Minuten stellen sich vier Personen kurz vor. Wer sie sind. Warum sie hier sind. Ihre Cape-Town-Empfehlung. Wobei sie helfen können. Und wonach sie gerade suchen.

Piran Asci, Gründer von KoRo, erzählt von seinem neuen Startup Mochi – einer App, mit der man Produkte im Supermarkt scannt und erkennt, was gesund ist. Johannes Schmid erzählt von seinem Exit und davon, dass er sich gerade ein Haus in Sea Point gekauft hat, einem Viertel, das sich zur europäischen Gründer-Enklave entwickelt.

Thematisch ist bei den Gesprächen alles dabei. Business-Opportunities in Kapstadt. Neue Restaurant-Tipps. Wochenend-Festivalpläne. Spontane Dates fürs nächste Padel-Spiel.

Wo dieses Business-Deals wirklich gemacht werden.

Wo dieses Business-Deals wirklich gemacht werden.
Cephas Ndubueze

Dienstag zwischen Drinks und Deals

Dienstagabend ist Blondie-Tag. Das Blondie in Gardens – ein grell-bunter, lauter Szene-Laden zwischen Bar, Club und Wohnzimmer – ist der Ort, an dem man dienstags „nur kurz auf ein paar Drinks“ vorbeischaut. Ein Founder-Freund lädt ein. Alle Drinks gehen auf seine Rechnung. Läuft.

Dann geht es ins Asoka, eine Bar, die vor allem für ihren Olivenbaum berühmt ist. Mitten drin wächst er aus dem Boden, umgeben von Sofas. Selbst das Dach wurde um ihn herum gebaut. Hier tummeln sich Investoren, Models und Expats. Wir laufen einem weiteren Bekannten über den Weg. Früher Angel Investor. Jetzt offenbar Full-Time-Angel. Er fragt, ob wir mitkommen wollen zu einer Hausparty in Camps Bay. Dienstag. 23 Uhr. Why not?

Postkarten-View.

Postkarten-View.
Cephas Ndubueze

15 Minuten später öffnet Carsten Göetze, ehemaliger Joint-Venture-Partner von L’Osteria, die Tür zu seiner massiven Villa – vermutlich für die Cape-Town-Season gemietet, mit Infinity-Pool und Blick über den Atlantik.

Steakhouse, Startups und neue Allianzen

Die nächste Einladung folgt direkt: ein Dinner von Beyond Boys, einer Männer-Founder-Community aus Düsseldorf, die hier gerade halb überwintert. Location: ein Steakhouse im Obergeschoss eines Supermarkts – typisch Kapstadt: es wirkt improvisiert, aber teuer.

Ich treffe alte Bekannte, setze mich aber bewusst an einen Tisch, an dem ich noch niemanden kenne. Rechts neben mir: Sebastian Labud. Gründer. Investor. Er erzählt mir, dass er der erste Deutsche war, der eine Million auf eBay gemacht hat. Nach dem Verkauf seines Startups an Runners Point – und später an Foot Locker – inkubiert er heute Startups mit starken Founder-Teams und baut ein Portfolio von über zehn Unternehmen auf.

Wir reden, lachen, tauschen Nummern aus. Als ich gehe, habe ich schon die nächste Einladung in der Tasche: seine Hollywood-Mansion-Party.

Warum Kapstadt gerade anders ist

Natürlich ist nicht jeder Tag so. Aber erstaunlich viele. Kapstadt ist gerade ein Ort, an dem sich Netzwerke schneller verdichten als anderswo. Menschen sind offen. Sie stellen einander vor. Ein Ort, an dem Netzwerken plötzlich leicht wirkt.

Meine drei Tipps fürs Netzwerken:

  1. Lachen. Und positive Energie in den Raum bringen. Menschen verbringen ihre Zeit lieber mit Leuten, die sie leichter machen. Nicht schwerer.
  2. Wir sind zuerst Menschen, dann Gründer, Angestellte oder Investoren. Unabhängig davon, wie erfolgreich wir sind.
  3. Fragen. Fragen. Fragen. Menschen lieben es, ihre Geschichten zu erzählen. Gib ihnen Raum dafür. Stell gute Fragen. Hör zu. Du wirst noch genug Zeit haben, selbst zu erzählen.

Die Founder Conference beginnt bald.

Die nächste Verdichtung – die Counder Conference

Kommende Woche geht es direkt weiter: Counder Conference. Ich bin dort – mit der Hoffnung, Dinge zu hören, die sonst nicht gesagt werden. Rund 500 Investoren und Entscheider diskutieren über AI, Kapital, Märkte und Infrastruktur.

Es ist kein öffentliches Event, sondern ein kuratierter, invite-only Raum. Und ich werde euch kommende Woche davon berichten. It’s okay to have FOMO. See you next week.





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Wie ein Gründer sein Startup nach einem Exit wieder zurückkaufte


Wie ein Gründer sein Startup nach einem Exit wieder zurückkaufte

Cumulocity, das Startup von Bernd Groß, gilt als Vorreiter für das „Internet der Dinge“.
Cumulocity/Collage: Gründerszene

Gründung – Exit – Management-Buyout – und dann wieder ein Exit? Das könnte der Weg des Startups Cumulocity sein.

Cumulocity ist eine Plattform, die Maschinen, Geräte und Sensoren in der Industrie smart miteinander vernetzt. Stichwort: Internet of Things. Heutzutage ist das allgegenwärtig. Mit der Idee von Cumulocity war Bernd Groß mit seinem Gründer-Team damals jedoch früh dran. Er hat das Startup 2012 gegründet. Zu der Zeit war das iPhone 5 auf dem Markt.

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Der erste erfolgreiche Exit

Fünf Jahre nach der Gründung verkaufte Groß sein Startup laut „Handelsblatt“ für 49 Millionen Euro an die Software AG – einst weltweiter Marktführer für Softwarelösungen. Er und das Team von Cumulocity mit rund 70 Mitarbeitenden wechselten mit.

Wenn du dein Startup zurückkaufen willst, brauchst du eine neue Vision.

Doch 2023 übernahm die Private-Equity-Firma Silverlake die Software AG – und Groß witterte eine Chance, wie er sagt. Er könnte sein Startup zurückzukaufen. „Es ist oft so, dass Private-Equity-Firmen Unternehmen akquirieren und dann aufteilen“, sagt er. „Entweder sie setzen auf Wachstum oder sie zerlegen das Unternehmen in Stücke und verkaufen es. Ich dachte mir: Wenn Silverlake die Software AG akquiriert, sind sie vielleicht offen für ein Management-Buyout.“

Turns out: Groß hatte recht. Anfang 2025 hatte er sein Startup wieder – und wurde vom CTO der Software AG wieder zum CEO von Cumulocity.

Über den Management-Buyout sagt Groß: „Es ist viel einfacher zu gründen und von null anzufangen, als ein existierendes Geschäft mit ganz vielen Kunden und Verträgen herauszukaufen.“ Ein Management-Buyout sei vor allem auch viel Überzeugungsarbeit. Wieso also der Aufwand? Wieso hat Groß nicht einfach neu gegründet? Und: Was war nötig, damit er sein Startup zurückkaufen konnte?

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