Künstliche Intelligenz
X greift nicht ein: Sexuelle Fake-Bilder echter Frauen kursieren weiter
Nach einem massiven Aufschrei über die Möglichkeit, mit dem Bildgenerator der Grok-KI öffentlich und direkt auf X sexuelle Deepfakes echter Menschen zu generieren, versprachen die Verantwortlichen, sich um das Problem zu kümmern – doch auch am Tag danach ist es weiterhin möglich (Stand: Samstag, 3. Januar 12 Uhr), entsprechende Bilder zu generieren. Ein entsprechender Fall wurde der Redaktion von heise online am Sonntag zugespielt.
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In dem Fall hatte ein X-Account Grok in einem Post aufgefordert, ein Foto einer Frau in ein Bikini-Bild umzuwandeln (da der Inhalt die Rechte der betroffenen Frau verletzt, wird die Quelle in diesem Fall nicht verlinkt). Auf X ist das möglich, indem man den offiziellen X-Account von Grok in einem Post mit dem entsprechenden Prompt und dem Originalbild markiert – ohne Einverständnis stellt das jedoch eine massive Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen dar, wird von diesen sehr wahrscheinlich als entwürdigend empfunden und ist zudem illegal.
Bild nach über 24 Stunden nicht entfernt
Den Kommentaren zu dem besagten X-Post ist zu entnehmen, dass Nutzer den Fall bereits vor über 24 Stunden als Verstoß gegen EU-Recht gemeldet haben. Ob es wirklich geschehen ist, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen (dieser Artikel wird ggf. aktualisiert). Angesichts des Ausmaßes, das die sexuellen Deepfakes auf X angenommen haben, ist das Team für Content Moderation bei X vermutlich massiv überlastet.
Bereits am 2. Januar wurde über den Grok-Account auf X gepostet, dass es zu einem „Versagen der Sicherheitsvorkehrungen“ komme, was gegenwärtig behoben werde. Vorübergehende Maßnahmen, um das Problem einzudämmen – etwa die Deaktivierung des Bildgenerators auf X oder sogar komplett – ergriffen xAI, Elon Musks Betreiberfirma von Grok, und auch X aber offensichtlich nicht.
Problem wird nicht eingedämmt
Auch die Verfasser der Grok-Stellungnahmen zu dem Skandal bleiben unklar. Seitens der Verantwortlichen von xAI gibt es dazu keinerlei Erklärung, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters tat das Unternehmen das Problem sogar als „Lüge der traditionellen Medien“ ab.
Auch Grok selbst leugnet in seinen Antworten, dass sich Bilder entsprechender Art mit der KI generieren lassen. Im vorliegenden Fall hatte Grok gegenüber der betroffenen Frau abgestritten, dass sich Bilder von realen Personen ohne deren Einverständnis erstellen lassen. Erst, nachdem Grok in einem späteren Prompt mit dem betreffenden Bild als Beispiel konfrontiert wurde, räumte der Chatbot sein Fehlverhalten ein – das Bild ist derweil weiterhin auf X verfügbar. Grok selbst verweist in seinen Antworten an das Team für Content Moderation, welches für die Löschung solcher Inhalte zuständig sei und ebenso für die Sperrung von Accounts, die Grok zur Erstellung solcher Bilder auffordern.
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Und selbst, wenn die Inhalte im Original von der Plattform verschwinden, kursieren die Screenshots oft weiter. Die Staatsanwaltschaft in Paris bestätigte gegenüber Politico, dass die Vorfälle in eine laufende Untersuchung gegen X einfließen. Diese umfasse bereits Antisemitismus und Holocaust-Leugnung durch Grok. Ein Nachspiel auf EU-Ebene steht noch aus. Bereits im Dezember verhängte die EU gegen X für Verstöße gegen den europäischen Digital Services Act (DSA) eine Strafe von 120 Millionen Euro.
(nen)
Künstliche Intelligenz
KI in Unternehmen: Tausende Chefs sehen noch keinen Effekt
Zahlreiche Führungskräfte sehen nach wie vor keine messbaren Auswirkungen durch den Einsatz von KI in ihren Unternehmen, wie aus einer Studie der wirtschaftswissenschaftlichen Nonprofit-Forschungseinrichtung National Bureau of Economic Research (NBER) aus den USA hervorgeht. Demnach hätten befragte Unternehmen von geringen Auswirkungen der KI in den letzten drei Jahren berichtet – und über 80 Prozent hätten gar keine Auswirkungen auf die Beschäftigung oder Produktivität festgestellt.
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Dennoch bleibt die Erwartung, dass sich das Investment in KI lohnt: Im Schnitt erwarteten die Befragten, dass der KI-Einsatz in den nächsten drei Jahren einen Produktivitätsgewinn von 1,4 Prozent bringen dürfte. Maßstab für Produktivität ist dabei der Umsatz pro Mitarbeiter. Ebenso gehen sie in davon aus, weniger Beschäftigte zu brauchen – die Mitarbeiterzahl solle um rund 0,7 Prozent sinken. Das entspreche in Summe der in der Umfrage erfassten Firmen rund 1,75 Millionen weniger Stellen. Befragt wurden für die Studie rund 6000 CEOs, Finanzchefs und weitere Führungskräfte aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Australien.
Bei der Frage, wie sich KI auf die Jobs auswirkt, habe sich auch eine deutliche Diskrepanz gezeigt. Befragungen mit Mitarbeitern hätten ergeben, dass diese wegen KI eher einen Anstieg der Beschäftigung erwarten – um rund 0,5 Prozent in den nächsten Jahren.
Im Schnitt komme KI in 70 Prozent der Unternehmen bereits zum Einsatz. Dabei lagen die USA mit 78 Prozent vorn, danach Großbritannien mit 71 Prozent, Deutschland mit 65 Prozent und Australien mit 59 Prozent. Von den befragten Führungskräften nutzten etwas mehr als zwei Drittel regelmäßig KI, im Schnitt 1,5 Stunden pro Woche. Ein Viertel gab an, KI überhaupt nicht zu nutzen. Häufigstes Anwendungsszenario sind Sprachmodelle für die Texterstellung (41 Prozent). Darauf folgen für 30 Prozent die Datenverarbeitung via Machine Learning oder die Erstellung visueller Inhalte.
Produktiver oder nicht produktiver?
Zuletzt hatte eine ganze Reihe von Studien ähnlich ernüchternde Ergebnisse vorgelegt. Messbarer Wert durch die KI-Einführung sei bei der Mehrheit der Unternehmen bislang noch nicht angekommen, wie Analysen von Deloitte, PwC und BCG ergeben hatten. Rund 12 Prozent der befragten Unternehmen hätten bislang Kosteneinsparungen und Wertzuwachs damit erzielt, stellte etwa PwC fest.
Es gibt allerdings auch andere Stimmen. Ein Arbeitspapier der Europäischen Investitionsbank (EIB) legt etwa nahe, dass die Nutzung von künstlicher Intelligenz die Produktivität von Unternehmen in der EU um rund vier Prozent steigert. Vor allem profitierten große Firmen davon.
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Auf Seiten der KI-Anbieter scheint man nach wie vor zuversichtlich, eine große Revolution der Arbeitswelt anzuführen. Microsofts KI-Chef Mustafa Suleyman zum Beispiel wagte kürzlich in einem Interview die Prognose, dass in 18 Monaten ein Großteil der Bürojobs durch KI ersetzt sein werde. Ob das eintrifft, bleibt abzuwarten. Sicher ist aber, dass die großen Techkonzerne hochfliegende Narrative brauchen, um ihre auf mehrere hundert Milliarden US-Dollar geschätzten Investitionen in KI-Rechenzentren auch rechtfertigen zu können. Zuletzt hatte die Börsen jedenfalls relativ nervös auf die Ankündigung großer Ausgaben reagiert.
Update
20.02.2026,
16:11
Uhr
Quellenangabe für Arbeitspapier der EIB präzisiert.
(axk)
Künstliche Intelligenz
Google Chrome erhält drei nützliche Produktivitäts-Features
Chrome wird hilfreicher beim Arbeiten mit drei neuen Features: Geteilte Tab-Ansicht, PDF-Vermerke und die Möglichkeit, PDFs direkt in Google Drive abzuspeichern.
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Die erste Funktion nennt Google „Split View“. Sie ermöglicht, zwei Webseiten in einem gemeinsamen Tab nebeneinander anzuzeigen. Das soll das ständige Wechseln zwischen zwei Fenstern oder Tabs reduzieren und das Multitasking erleichtern.
Es gibt zwei Möglichkeiten, diese Funktion zu nutzen: Entweder ziehen Sie einen Tab an den linken oder rechten Rand des Browserfensters und lassen ihn dort los, oder Sie klicken einen Link mit der rechten Maustaste an und wählen im Kontextmenü die entsprechende Split-View-Option. Mit einem Schieberegler in der Mitte lassen sich die Größen der beiden Ansichten anpassen. Über ein anpinnbares lcon in der Adressleiste stehen weitere Optionen zur Verfügung.
Chrome ist nicht der erste Browser mit geteilter Tab-Ansicht. Auch Microsoft Edge und Opera unterstützen diese Funktion bereits. Mit letzterem lassen sich bis zu vier Webseiten gleichzeitig in einem Tab darstellen. Auch Vivaldi hat erst kürzlich eine ähnliche Funktion eingeführt.
PDFs bearbeiten und direkt in Google Drive speichern
Mit der zweiten Funktion lassen sich PDFs direkt im Browser bearbeiten: Nutzer können über das entsprechende Icon Text hervorheben und mit der Maus Vermerke einfügen, ohne Umwege über ein anderes Programm zu gehen. Auch digitale Unterschriften lassen sich damit anfertigen.
Schließlich führt Google die Möglichkeit ein, PDFs direkt in Google Drive zu speichern, damit sie später nicht verloren gehen. Die Dateien werden im Ordner „Aus Chrome gespeichert“ abgelegt und sind damit auf anderen Geräten auffindbar.
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Chrome machte zuletzt durch Sicherheitsprobleme Schlagzeilen. So musste Google ein Notfall-Update veröffentlichen, um eine bereits aktiv ausgenutzte Schwachstelle zu schließen, über die Angreifer Schadcode ausführen konnten. Zudem entdeckten Forscher Hunderte teils populäre Erweiterungen, die den Browserverlauf an Hersteller übermittelten, sowie eine Kampagne mit gefälschten KI-Add-ons, die Daten von rund 260.000 Nutzern abgriffen.
Tipps, wie sich der Browser datenschutzfreundlicher konfigurieren und vor Tracking schützen lässt, finden Sie in unserem neuen Ratgeber.
Siehe auch:
(tobe)
Künstliche Intelligenz
CLC 2026: Call for Proposals für Platform Engineering, DevEx und KI gestartet
Als Treffpunkt für IT-Profis, die Verantwortung für den gesamten Software-Lifecycle übernehmen, rückt die Fachkonferenz CLC die Themen Developer Experience und Platform Engineering sowie Agentic AI in den Mittelpunkt. Dabei geht es um Best Practices und Trends rund um sämtliche Aspekte der Software Delivery – von der Infrastruktur bis zur automatisierten Anwendungsbereitstellung. Die CLC findet am 11. und 12. November 2026 erneut im Congress Center Rosengarten in Mannheim statt. Neben den beiden Konferenztagen ist ein vorgelagerter Workshop-Tag geplant.
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Im Rahmen des Call for Proposals (CfP) suchen die Veranstalter iX und dpunkt.verlag Expertinnen und Experten, die ihre Vorschläge bis zum 21. April 2026 einreichen können. Da die Organisatoren ein möglichst ausgewogenes und barrierefreies Programm auch für alle internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer anstreben, ist nicht nur die Website in deutscher als auch in englischer Sprache verfügbar, auch die Agenda soll in diesem Jahr eine Mischung englisch- und deutschsprachiger Vorträge bieten.
Von Plattformen bis Agentic AI: die Themenschwerpunkte der CLC 2026
Das Programmkomitee wünscht sich Einreichungen unter anderem zu Themen wie:
- Platform Engineering: Internal Developer Platforms, Golden Paths, Platform as aProduct…
- Developer Experience: Messbarkeit, Cognitive Load und Feedback Loops…
- Agentic AI und Automatisierung: KI-Agenten und -Assistenten, Large Language Models, Cloud-Native-AI-Plattformen…
- Software Delivery: CI/CD-Architekturen, GitOps, Release-Strategien…
- Dev(Sec)Ops und Security: Shift Left, Policy as Code…
- Container und Kubernetes: Betrieb, Skalierung, Kosten…
- Observability und SRE: OpenTelemetry, Reliability Engineering, Incident Analysis…
Praxisberichte erwünscht – Marketing-Pitches nicht
Die CLC-Veranstalter suchen Vorträge von rund 45 Minuten inklusive Fragerunde sowie ganztägige Workshops mit sechs bis sieben Stunden Umfang. Die Abstracts sollten zwischen 400 und 700 Zeichen umfassen; ergänzende Materialien wie ausführlichere Beschreibungen oder Foliensätze sind willkommen. Gefragt sind nicht nur Einreichungen von professionellen Speakern.
Entscheidend ist, dass die Vortragenden Erfahrungen aus realen Projekten teilen, aus denen andere lernen können. Erwünscht sind vor allem Praxisberichte mit klaren Learnings, Entscheidungen und Trade-offs – auch wenn nicht alles perfekt gelaufen ist. Architektur- und Betriebsentscheidungen mit technischer Tiefe sollten im Vordergrund stehen.
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Ausdrücklich nicht erwünscht sind Marketing- oder Produkt-Pitches, reine Tool-Demos ohne Kontext sowie Grundlagen-Tutorials ohne Praxisbezug. Angesprochen fühlen sollen sich unter anderem Platform Engineers, Softwareentwicklerinnen und -entwickler, DevOps- und SRE-Engineers, Cloud- und Infrastructure Engineers sowie Tech Leads und Engineering Manager. Auch Open-Source-Maintainer und -Contributors sind eingeladen, Vorschläge einzureichen.

Zeitplan, Konditionen und weitere Informationen
Die Auswahl der Beiträge erfolgt inhaltlich und, falls möglich, über ein anonymisiertes Review-Verfahren durch das Programmkomitee. Die Veröffentlichung des vollständigen Konferenzprogramms ist für Ende Mai 2026 geplant.
Wer über den Fortgang der Konferenz informiert bleiben möchte, kann sich auf der CLC-Website für den Newsletter registrieren oder den Veranstaltern auf LinkedIn folgen – der Hashtag lautet #CLC_Conf.
(map)
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