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E-Commerce: Wie KI-Agenten ab 2026 den Onlinehandel verändern werden


KI-Agenten, wie sie beispielsweise bei Amazon bereits im Einsatz sind, werden den E-Commerce in den nächsten Jahren laut Experteneinschätzungen prägen

Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz erreicht eine neue Stufe: KI-Agenten handeln nahezu autonom. 2026 werden die Verbraucher dem voraussichtlich erstmals begegnen: beim Einkauf.

Auf Europas Verbraucherinnen und Verbraucher kommt im Online-Handel 2026 eine größere Neuerung zu: Die Einführung von KI-Agenten, die weitgehend selbstständig Einkaufsaufträge, Urlaubsbuchungen und dergleichen erledigen können. „Wir werden nächstes Jahr den ersten Piloten sehen“, sagt Pascal Beij, Chief Commercial Officer beim Zahlungsdienstleiter Unzer. Vorbereitungen treffen unter anderem KI-Anbieter, große US-Technologiekonzerne, Kreditkartenunternehmen, aber auch Reise- und sonstige Online-Portale. „Das wird auf jeden Fall kommen.“

In der Tech-Branche wird die Weiterentwicklung „agentische KI“ genannt. Doch worin unterscheidet sich diese von der bisher üblichen generativen KI? Derzeit beantworten ChatGPT und andere KI-Modelle Fragen und erzeugen auf Anweisung ihrer Nutzer Text, Bild und Ton. Im Online-Einkauf sind die Funktionen bislang weitgehend auf die Beantwortung von Fragen und Hilfe bei der Produktsuche beschränkt.

KI-Agenten können nahezu autonom einkaufen

KI-Einkaufsagenten hingegen werden auch bestellen und bezahlen können, einschließlich zeitraubender Aufgaben. Ein Beispiel: die Planung eines Familienurlaubs mit Buchung von Flügen, Hotels und Zugfahrkarten. „Technisch wird das so funktionieren, dass der Nutzer seine Zahlungsdaten bei dem jeweiligen Unternehmen hinterlegen, aber immer das letzte „Go“ für die Freigabe der Zahlung geben muss“, sagt Beij.

GfK-Umfrage

KI-Agenten sind die Zukunft beim Einkaufen

Das Einkaufen wird sich noch stärker in Richtung innovativer Technologien und Künstlicher Intelligenz (KI) entwickeln. Das zeigt eine repräsentative Verbraucherumfrage des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag des Kreditkartenanbieters Mastercard. Die Ergebnisse im Einzelnen.

Agentische KI könnte im Online-Handel demnach in drei bis fünf Jahren bereits einen Marktanteil von 20 bis 30 Prozent haben. „Ob und wer am Ende dominant wird, ist völlig unklar“, meint Beij. Ein Unternehmen, das seine Vorbereitungen abgeschlossen hat, ist eine internationale Großmacht in der Zahlungstechnologie: der vor allem als Herausgeber von Kreditkarten bekannte US-Konzern Visa. „In den USA haben wir bereits hunderte Transaktionen durchgeführt. In Deutschland und Europa wird das im Laufe des nächsten Jahres kommen“, sagt Deutschlandchef Tobias Czekalla.

Die nächste Revolution?

Er vergleicht die Neuerung mit dem Start des E-Commerce in den 1990er Jahren. „Jetzt stehen wir an der Schwelle der nächsten Revolution“, meint der Manager. „Das ist das erste Mal in der Geschichte, dass Maschinen für Menschen einkaufen.“ Der Mensch hat allerdings immer das letzte Wort: „Ist beispielsweise ein Zugticket oder ein Hotel plötzlich teurer geworden, werden die Kunden noch einmal darauf aufmerksam gemacht.“

Die Kundschaft ist skeptisch

In Umfragen sind viele Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch bislang mehr als nur skeptisch. So sagten in einer Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH zwar 60 Prozent der Befragten, dass sie sich beim Einkaufen Unterstützung durch einen KI-Shoppingagenten vorstellen könnten. Nur neun Prozent würden der KI jedoch die komplette Kaufabwicklung inklusive Bezahlung überlassen.

Wollen Handel und Finanzbranche den KI-Einkaufsagenten zum Durchbruch verhelfen, müssen sie diese ablehnende Haltung überwinden. „Der Kernpunkt ist Vertrauen“, sagt Visa-Deutschlandchef Czekalla. „Die Kunden müssen wissen, dass das einfach, sicher und zuverlässig funktioniert.“

Vorbeugung gegen Manipulation

Dementsprechend treffen Visa und andere Anbieter umfangreiche sicherheitstechnische Vorkehrungen. Sowohl Verbraucher als auch Händler wollen überzeugt werden, dass die KI keinen Schindluder treibt. Visa etwa überprüft jeden KI-Agenten, wie Czekalla sagt. Und die Betreiber von Onlineshops und -portalen wollen sichergehen, dass hinter dem einkaufenden KI-Agenten wirklich ein Mensch steckt. „Durch den Austausch kryptografischer Schlüssel stellen wir sicher, dass keine bösartigen Bots am Werk sind.“

Der Einsatz agentischer KI wird naturgemäß nicht auf Einzelhandel oder Tourismus beschränkt bleiben. „Das eignet sich natürlich nicht nur für Privatkunden, sondern auch für das B2B-Geschäft von Unternehmen“, sagt Czekalla. In der IT-Fachwelt gilt als ausgemacht, dass KI-Agenten in Zukunft eine Fülle von Aufgaben auch in ganz anderen Branchen übernehmen werden, von der Produktionsplanung einer Fabrik bis zum Wertpapierhandel.

Eine Chance für den Mittelstand

Im Einzelhandel werden von der Entwicklung nach Einschätzung des Zahlungsdienstleisters Unzer keineswegs nur Großkonzerne profitieren. „Der Einsatz von Agentic KI bietet Mittelständlern die große Chance, ohne riesiges Werbebudget im Online-Handel gesehen zu werden“, sagt Beij.

„Dafür muss aber die Webseite für AI-getriebene Suchmaschinen optimiert werden: Die Produktbeschreibungen sollten sehr genau und detailliert sein. Je besser die Produktbeschreibung, desto leichter wird man gefunden.“ Auch die Bewertungen und die Beiträge auf Diskussionsforen wie Reddit flössen ein- „Objektivität wird eine größere Rolle spielen. KI kann damit im Einkauf wie eine Art Trust Pilot funktionieren.“

Zögerliche Händler könnten unter die Räder kommen

Die Entwicklung werde sowohl die Kunden- als auch die Handelsseite verändern, meint Bernd Ohlmann, Sprecher des Handelsverbands Bayern in München. „KI ist eine mega Chance, und zwar für kleine und auch große Unternehmen.“ Allerdings handelt es sich nach Ohlmanns Einschätzung um eine Chance, die besser nicht verpasst werden sollte: „Wer nicht auf den Zug aufspringt, der kann schnell unter die Räder kommen und Kunden und damit Umsätze verlieren.“

Schon jetzt hat Künstliche Intelligenz das Einkaufsverhalten verändert, Vergleichsportale und Suchmaschinen verlieren an Bedeutung. Die Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln zeigt: Rund zwei Drittel der Verbraucher sehen Vorteile wie Zeitersparnis und bessere Empfehlungen in der Nutzung von KI-Chatbots. Knapp die Hälfte ist überzeugt, auf diesem Weg bessere Preise und Angebote zu finden.

KI-Anbieter als Einkaufsportale?

„Mit ChatGPT und Co. entstehen neue Wettbewerber, die die Produktsuche an sich ziehen und direkt in den Kauf umwandeln wollen“, sagt IFH-Fachmann Ralf Deckers. „Onlineshops geraten dadurch in die Rolle von Regalflächen, die auf der Suche nach Produkten lediglich abgeschritten werden.“ Die größte Hürde sieht Deckers im Hinterlegen der Zahlungsdaten: „Viele wollen der KI nicht das Portemonnaie in die Hand drücken, sondern die finale Kauf-Entscheidung selbst treffen.“ Die junge Generation ist nach einer Umfrage des Digitalindustrieverbands Bitkom jedoch weniger skeptisch: Demnach würden 43 Prozent der 16- bis 29-Jährigen die KI Einkäufe alleine erledigen lassen.



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Die FIFA macht TikTok zur Bühne der WM 2026


Die FIFA macht TikTok zur bevorzugten Plattform für die Fußball-WM 2026. Fans erhalten auf der Plattform Clips, Creator-Einblicke und Live-Momente für noch mehr Sport-Entertainment. Parallel zieht Disney mit Kurzvideos im eigenen Streaming-Ökosystem nach.

Wer die Fußball-WM 2026 verfolgen will, landet künftig nicht nur bei TV-Sendern oder Mediatheken, sondern womöglich auch auf TikTok. FIFA hat mit TikTok eine wegweisende Kooperation geschlossen. TikTok wird so zur bevorzugten Plattform für die Berichterstattung rund um die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026.

Die neue Kooperation knüpft an die bereits enge Zusammenarbeit zwischen der FIFA und TikTok bei der Frauen-Weltmeisterschaft 2023 an, die auf der Plattform weltweit Milliarden Abrufe erzielte. Für Fans bedeutet das mehr Clips, mehr Einblicke und eine größere Nähe zum Turnier, direkt dort, wo viele ohnehin täglich scrollen. Und WM-Medienpartner:innen dürften sich über weitere Touchpoints ebenso freuen.


TikTok Shop führt Gift Cards ein und fordert Amazon und Co. heraus

Screenshot einer TikTok Shop-Geschenkkarte mit zwei animierten Figuren, die anstoßen, dargestellt in der Benutzer:innenoberfläche der TikTok App.
© TikTok Shop via Canva

TikTok wird zur WM-Anlaufstelle für Fans und Creator

Im Zentrum der Kooperation steht ein eigener TikTok Hub, der von TikTok GamePlan betrieben wird, zur WM 2026. Dort bündelt die Plattform Inhalte rund um das Turnier mit 48 Teams, Ticketinformationen, Übertragungsdetails sowie interaktive Elemente wie Sticker, Filter und Gamification Features. zu erstellen.

Außerdem setzen die FIFA und TikTok ein umfangreiches Creator-Programm auf. Ausgewählte Creator aus aller Welt erhalten dabei exklusiven Zugang zu Bereichen hinter den Kulissen, etwa zu Pressekonferenzen oder Trainingseinheiten, und können diese Perspektiven direkt mit ihrer Community teilen. Zusätzlich bekommen Creator Zugriff auf FIFA-Archivmaterial, das sie eigenständig oder gemeinsam mit anderen für neue Inhalte nutzen können.

Auch klassische Medien profitieren. Offizielle WM-Medienpartner:innen dürfen auf TikTok Spielausschnitte live zeigen, kuratierte Clips veröffentlichen und ihre Inhalte über TikToks Werbelösungen monetarisieren. Laut TikTok schalten Nutzer:innen nach dem Konsum von Sport-Content auf der Plattform mit 42 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit Live-Übertragungen ein. Vor allem jüngere und weibliche Zielgruppen stehen dabei im Fokus.

Die FIFA will die Weltmeisterschaft der Männer mit ihren Ambitionen dauerhaft on screen halten. Nicht nur die 90 Minuten Spielzeit sollen Aufmerksamkeit bekommen, sondern das gesamte Turnier soll über Wochen hinweg Screentime sammeln – im Feed, im Alltag und in den Routinen der Fans. TikTok profitiert von einem Welt-Event, dass massenhaft Fans auf die Plattform bringen dürfte.

Der Kooperation kommt womöglich zugute, dass TikToks Verbleib in den USA derzeit als wahrscheinlich gilt. Nachdem ByteDance im Dezember 2025 dem Verkauf des US-Geschäfts von TikTok an ein amerikanisches Investorenkonsortium um Oracle, Silver Lake und MGX zugestimmt hat, wartet der Deal noch auf den formalen Abschluss, der für den 22. Januar 2026 geplant ist.

Warum die WM 2026 unter politischem Druck steht

Gleichzeitig steht die FIFA selbst weiterhin unter erheblicher Kritik. Wie Die Zeit berichtet, hat die britische Menschenrechtsorganisation FairSquare im Dezember Beschwerde gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino bei der Ethikkommission des Weltverbands eingelegt. Hintergrund ist Infantinos Nähe zu US-Präsident Donald Trump, dem er zuletzt einen neu geschaffenen FIFA-Friedenspreis verliehen hatte. Die NGO wirft Infantino vor, damit gegen das politische Neutralitätsgebot der FIFA zu verstoßen.

Der Weltverband verteidigte die Nähe zu den Gastgeberregierungen als notwendig für die Organisation der Weltmeisterschaft der Männer 2026. Kritiker:innen sehen darin jedoch ein weiteres Beispiel dafür, wie eng sportliche Großereignisse, politische Interessen und wirtschaftliche Abhängigkeiten inzwischen miteinander verflochten sind – ein Spannungsfeld, in das nun auch TikTok als zentrale Plattform für die WM-Kommunikation hineinrückt.

Dabei reiht sich die aktuelle Kritik in eine längere Liste von Kontroversen ein. In den vergangenen Jahren stand die FIFA unter anderem wegen der Vergabe der WM 2022 nach Katar, Vorwürfen zu Menschenrechtsverletzungen, mangelnder Transparenz bei Entscheidungsprozessen sowie wiederkehrenden Korruptionsaffären in der Kritik. Die Nähe zu politischen Machtzentren ist damit kein neues Thema, erhält mit der globalen Sichtbarkeit der WM 2026 und der starken Rolle sozialer Plattformen jedoch neue Aufmerksamkeit.

Kurzvideos werden zum neuen Standard – auch bei Disney+

Dass Sport und Unterhaltung immer mehr via Kurzvideo rezipiert werden, zeigt nicht nur die FIFA-Entscheidung. Auch Disney zieht nach. Der Streaming-Dienst Disney+ führt noch in diesem Jahr vertikale Kurzvideos in den USA ein. Rita Ferro, Präsidentin Global Advertising bei The Walt Disney Company, sagte auf der Tech & Data Showcase 2026:

Disney brings together world-class storytelling and the technology that connects brands with fans at scale across the world’s most premium live sports and entertainment experiences.

Bühnenpräsentation auf dem Disney Tech & Data Showcase 2026 mit großem leuchtendem Disney-Logo und einer Sprecherin auf der Bühne.
Disney präsentiert auf dem Tech & Data Showcase 2026 neue Lösungen für KI-gestütztes Storytelling, © The Walt Disney Company

Geplant sind kurze Clips aus Serien und Filmen, wiederverwertete Social-Media-Inhalte und originelle Kurzformate. Ziel ist es, die App stärker in den Alltag zu holen, ähnlich wie TikTok oder Instagram Reels. Netflix ist diesen Schritt bereits gegangen und hat im vergangenen Jahr einen vertikalen Feed gelauncht. Mit einer neuen, patentierten KI-Technologie will Netflix in diesem Kontext automatisch die spannendsten Filmszenen finden und aus diesen virale Clips basteln. 

Streaming, Social Media und große Events bündeln ihre Energien

Groß-Events, Streaming und Social Media wachsen immer mehr zusammen. Entertainment-Plattformen richten sich stärker danach aus, wie Menschen Inhalte tatsächlich konsumieren. Kurz, vertikal, mobil und jederzeit verfügbar. Vertikale Videos oder Streaming Player werden damit zum zentralen Einstiegspunkt für Aufmerksamkeit, Entdeckung und Monetarisierung.

Dass sich diese Logik längst über Social Media hinaus ausbreitet, zeigt auch der Blick auf andere Branchen. Die Oscars werden ab 2029 bei YouTube laufen; die 100. Preisverleihung wird die letzte sein, die exklusiv im klassischen Fernsehen läuft. Gleichzeitig holen Social-Media-Plattformen wie Instagram ihre Inhalte auf den Big Screen: Reels laufen jetzt auch direkt auf dem Fernseher.

Die Kooperation der FIFA und TikTok reiht sich in diese Entwicklungen ein, genauso Disneys Vorhaben, die Popularität der vertikalen Videos in dem eigenen Streaming-Ökosystem zu etablieren.


Millionen Menschen in Europa setzen auf TikTok
– und prägen Kultur und Politik





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„Mach’s dir wie nie zuvor“: Softdrink-Marke Holy provoziert mit doppeldeutiger Schüttel-Kampagne


Was dieser nackte Mann gerade tut, sollen die Zuschauenden zunächst missverstehen

Holy moly: Die aufstrebende Berliner Softdrink-Marke Holy startet mit einer provokanten Kampagne ins neue Jahr. Schon der Claim „Mach’s dir wie nie zuvor“ verrät, in welche bewusst doppeldeutige und anzügliche Richtung die Kreation geht. Nicht wirklich innovativ – aber vielleicht effektiv?

Softdrinks gibt es wie Sand am Meer. Gerade in den letzten Jahren explodierte der Markt für Eistees, Limonaden & Co förmlich, nicht zuletzt, weil etliche Influencer, Streamer und Rap-Stars ihre eigenen Brands und Sorten in dem Segment launchten, was für einen großen Hype um sogenannte Spaßgetränke sorgte. Aus dieser Flut an Alternativen herauszustechen ist nicht einfach und erfordert aufmerksamkeitsstarke Werbemaßnahmen. Daran versucht sich jetzt auch die 2020 gegründete Berliner Marke Holy und startet ihre bislang größte Brand-Awareness-Kampagne.

Unter dem Kampagnentitel „Mach’s dir wie nie zuvor“ wirbt Holy erstmals im großen Stil in klassischen Massenmedien, inklusive TV, Streaming und DOOH, um so eine breite Zielgruppe zu erreichen und die eigene Markenbekanntheit zu steigern. Die bis dato stark performance- und communitygetriebene Markenführung des jungen Unternehmens hat sich in den letzten Jahren als Direct-to-Consumer-Brand rund um Softdrinks aus den Segmenten Energy, Iced Tea, Hydration und Milkshakes etabliert. Jetzt soll die Marke selbst in den Mittelpunkt rücken und Holy als modernen, alltagstauglichen Softdrink positionieren – jenseits klassischer Energy-Drink-Klischees und unabhängig von Alter, Lebensstil oder Anlass.

Zu diesem Zweck hat Holy in Zusammenarbeit mit der Kreativagentur ANY eine Reihe provokanter Bildwelten und doppeldeutige Aussagen entwickelt, die bewusst mit Erwartungen spielen. In einem der beiden 20-sekündigen Spots sagt beispielsweise ein komplett nackt vor dem Spiegel stehender Mann: „Ich mach’s mir jeden Morgen – direkt nach dem Aufstehen“, während er mit der Hand eine Schüttelbewegung ausführt, die man im Kontext seiner Nacktheit allerdings durchaus anders interpretieren kann (und soll).

In einer anderen Szene verkündet eine Frau mitten während eines Büro-Meetings verschwörerisch: „Der Ulf hat’s mir besorgt – und seitdem kann ich gar nicht mehr ohne.“ Und eine ältere Dame auf einer Parkbank erzählt begeistert: „Ich dachte, ich bin zu alt dafür – aber jetzt hab ich jeden Tag einen anderen.“ Die sexuell konnotierten Assoziationen, die teilweise aus der Bildsprache und vor allem aus der Wortwahl entstehen, werden erst am Ende der Spots aufgelöst, wenn alle Protagonisten mit einem Holy-Drink in der Hand gezeigt werden.
Da der Clou bei Holy in einem Mix-at-home-System besteht, bei dem zuckerfreies Pulver in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen mit Wasser gemischt wird, erklärt sich hiermit der Fokus auf das Selbermachen und die Schüttelbewegung in den Werbeclips. So platt das gewählte Storytelling mit seinen leicht anstößigen Sprüchen auch sein mag, wird es durch die kurzen Momente der Irritation definitiv einprägsam und könnte damit genau den Effekt erzielen, auf den die Brand hofft. Ob diese Art Humor auch auf das Markenimage einzahlt, ist wohl Geschmackssache. Holy selbst bezeichnet sich als eine der am schnellsten wachsenden Softdrink-Marken Europas mit mehr als zwei Millionen Konsumentinnen und Konsumenten.

Die Kampagne läuft seit Beginn des Monats und wird national ausgespielt. Zum Mediamix gehören TV-Spots, Streaming- und großflächige DOOH-Platzierungen in urbanen Räumen. Ergänzt wird die Kampagne durch Social- und Online-Verlängerungen.



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Synthetische Populationen: Einfaches Targeting per Knopfdruck


Die Market Intelligence von Statista soll künftig aber nicht allein über mitaufgerufene Datenerhebungen zum Tragen kommen, sondern ebenso im Kontext zukunftsgerichteten Targetings. Dafür hat das Unternehmen ein Projekt mit dem Namen synthetische Populationen gestartet. Diese erweitern die Targeting-Optionen im AI-Zeitalter – die von Dynamic Creative Optimization bis hin zu Real-Time Contextual Audience Targeting reichen – um eine riesige Datenbank, die echte Bevölkerungen virtuell abbildet. Statista SynthiePop liefert auf Basis von KI eine Art Chat Interface, um Marktforschung quasi on the fly zu erarbeiten und so Kampagnen und deren Erfolg schnell und unkompliziert zu verfeinern.


Zäsur im Online Marketing:
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© Meta, Dima Solomin – Unsplash

Wie synthetische Populationen von Statista funktionieren

Die synthetischen Populationen sollen ein Kernproblem der Marktforschung beheben. Denn diese ist oft teuer und zeitintensiv. Zwar ist die Marktforschung eine einzigartige Methode, um belastbares Wissen über Menschen und deren Nutzungsverhalten zu erhalten, First-Hand Consumer Insights, nach Statista. Doch die Daten lassen sich oft erst spät nutzen und nicht alle Unternehmen und Organisationen können sich den Ablauf leisten. Daher möchte Statista eine digitale Alternative schaffen, die mithilfe von KI und statistischer Modellierung synthetische Populationen aufbaut, welche menschlichen gleichen und als repräsentativ gelten können. Chief Customer Officer Frederik Gronwald erklärt:

Im Grunde ist Statista SynthiePop, die von Statista entwickelte synthetische Population, eine Datenbank, die Millionen von realitätsnahen, virtuellen Individuen mit ihren individuellen Eigenschaften wie soziodemografischen Merkmalen, Einstellungen oder Konsumverhalten beinhaltet. In Summe repräsentieren diese virtuellen Individuen wiederum sehr gut die Gesamtbevölkerung.

Dabei sollen reale Bevölkerungsstrukturen künstlich, aber realitätsnah abgebildet werden können. Hunderte Features wie Lebensort, Einkommen und andere soziodemographische Daten sollen ermittelt werden. Der große Vorteil von synthetischen Populationen besteht darin, dass umfassende Analysen auf Knopfdruck kreiert werden können. Mit synthetischen Populationen können dann Marketer in Echtzeit via Chat-Funktion interagieren und Feedback zu einer geplanten Kampagne oder einer neuen Produktidee einholen. Ein Beispiel-Prompt für das KI-gestützte Interface, das auf eine synthetische Population etwa als virtuelles Abbild für Deutschland zugreift, könnte wie folgt aussehen:

Profile women aged 35–40, with a household income above €75,000, living in large cities, who are open to innovation – and let me know how big that target group is.

Laut Gronwald setzt das Unternehmen für diese Möglichkeit in drei Aspekten auf KI, für den Aufbau der synthetischen Population, den einfachen Zugriff auf die Daten und die simulierte Interaktion. Diese Interaktion soll künftig mit einem PersonaBot auch über LLM-gestützte Tools wie ChatGPT und Co. ermöglicht werden. Dann könnten Marketer im Handumdrehen konkrete Abfragen zu riesigen Datensätzen einfließen lassen und sich ein Bild von Targeting-Potentialen verschaffen.

So sieht das SynthiePop-System vereinfacht dargestellt aus, © Statista, Text und Symbole wie Gleichzeichen und + und x
So sieht das Statista SynthiePop-System vereinfacht dargestellt aus, © Statista

Vom Analytical zum Ideation Mode: So werden synthetische Populationen lebendig fürs Marketing

So möchte Statista die synthetischen Populationen zum Leben erwecken. Der Prompt für die Abfrage zu spezifischen Targeting-Segmenten stellt die Interaktion im Rahmen des analytischen Modus dar. Darüber hinaus möchte Statista den Ideation Mode fördern. Dabei können die Marketer mit den Target Personas interagieren und simulierte Umfragen starten und Bedarfe ermitteln oder mehr Informationen für die Frühphase der Marktrecherche einholen. Ein Prompt könnte lauten:

What are common concerns of single parents in rural areas when choosing insurance providers?

So kann die Interaktion mit SynthiePop im Ideation Mode aussehen, © Statista , Text in verschiedenen Farben unterlegt, Chat
So kann die Interaktion mit Statista SynthiePop im Ideation Mode aussehen, © Statista

Neue Szenarien abdecken und Potentiale erkennen

Statista entwickelte die synthetischen Populationen laut Frederik Gronwald, um mit den neuen KI-Möglichkeiten über klassische Marktforschungsgrenzen hinwegzugehen und schnell datenbasierte Erkenntnisse zu Projekten oder Kampagnen liefern zu können.

[…] Praktische Anwendungsfälle ergaben sich direkt in mehreren Projekten. So nutzen wir kürzlich beispielsweise unsere synthetische Population, um den Einfluss des Deutschlandtickets auf das Pendelverhalten und die Kosteneinsparungen für Pendler:innen in einem aktuellen Projekt für das Eisenbahnbundesamt zu analysieren. Dazu haben wir eine repräsentative Befragung unter 5.000 Pendler:innen durchgeführt und diese Daten mit Zensus-, Arbeitsmarkt- und weiteren Mobilitätsstudien verknüpft, um das Pendelverhalten für alle Berufstätigen in Deutschland detailliert abzubilden,

so Gronwald. Aber das neue Prinzip soll Innovation auch in ganz anderen Kontexten ermöglichen und beispielsweise Markt- und Zielgruppeninformationen auch auf Landkreis- und Gemeindeebene liefern. Gronwald ergänzt:

Statista SynthiePop, mit der dahinterliegenden umfassenden und exklusiven Datengrundlage, in Kombination mit KI, eröffnet ganz neue, nie dagewesene Möglichkeiten der Insights-Generierung. Neben themenspezifischen Ad-hoc-Befragungsdaten fließen auch unsere proprietären Statista Consumer Insights Daten in die Datenbank ein – mit hunderten von Merkmalen zum Kaufverhalten, Medienkonsum, (Marken-)Präferenzen, Werten und Einstellungen […].

Die Datenbasis muss laut dem Statista-Experten jedoch stets robust und valide sein, um solche Analysen auf Knopfdruck mit Mehrwertpotential für das Marketing langfristig möglich zu machen. Lösungen wie diese könnten zur Demokratisierung von Daten beitragen. Derzeit befindet sich diese Lösung auf dem Weg zu einer umfassenden Marktreife. Aktuell werden schon erste Anwendungsfälle mit Pilotkund:innen erprobt. Doch noch befindet sich Statista SynthiePop, die Statista-eigene synthetische Population, in der Betaphase- Ein offizieller Release ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Bis dahin wird die Lösung sukzessive weiter aufgebaut. Die Datenbank wird mit eigenen und mittels externer Datenquellen sowie maßgeschneiderten Befragungsdaten fortlaufend validiert und für die nächsten Test-Cases vorbereitet. Neben den ersten, den deutschen Population sollen künftig weitere Länder integriert werden, um das Tool international einsetzbar zu machen. Und parallel arbeitet Statista am Interface und der UX.

Womöglich gehören synthetische Populationen schon bald zum Marketing-Usus einer KI-geprägten Welt. Für den Erfolg der Kampagnen damit braucht es aber zunächst viele Tests und Erkenntnisgewinne, um den Wert als Alternative zur klassischen Marktforschung überhaupt ermitteln zu können.


Ende eines großen Plans:

Google stellt Privacy Sandbox ein

Google-Schriftzug auf Gebäude
© hk – Unsplash





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