Connect with us

Datenschutz & Sicherheit

zlib: Kritische Schadcode-Lücke in untgz-Tool der „Überall-Bibliothek“


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

In einem Werkzeug der Kompressionsbibliothek zlib, die in zahlreichen Programmen und Betriebssystemen enthalten ist, haben IT-Forscher eine kritische Sicherheitslücke entdeckt. Sie ermöglicht unter Umständen das Einschleusen und Ausführen von Schadcode. Ein Update zum Stopfen des Sicherheitslecks gibt es bislang noch nicht.

Weiterlesen nach der Anzeige

Auf der nur noch wenig aktiven Mailingliste Full Disclosure hat der IT-Forscher Ronald Edgerson Informationen zur Sicherheitslücke gepostet. In der Funktion TGZfname() des untgz-Tools von zlib, das sich um die Dekompression von .tar.gz-Archiven (oder oftmals kurz .tgz) kümmert, kann ein Pufferüberlauf auftreten. Ursache ist das Kopieren von Nutzer-übergebenen Daten ohne Längenprüfung mit einem strcpy()-Aufruf auf einen globalen statischen Puffer von 1024 Byte Größe. Durch das Übergeben eines größeren Archivnamens erfolgt ein Schreibzugriff außerhalb der vorgesehenen Speichergrenzen, was zu Speicherverletzungen führt. Die Lücke hat nun den Schwachstelleneintrag CVE-2026-22184 erhalten (CVSS4 9.3, Risiko „kritisch“).

Das untgz-Tool gehört zu Nutzer-beigesteuerten Werkzeugen (im contrib-Ordner des Projekts), die offiziell keinen Support erhalten. Sie sind jedoch auch nicht zwingend Bestandteil von ausgelieferten zlib-Paketen.

Edgerson führt aus, dass die Folgen unter anderem ein Absturz (Denial-of-Service, DoS), Speicherverletzungen von darauffolgenden globalen Objekten, nicht definiertes Verhalten oder sogar die Ausführung von eingeschleustem Code sein könnten. Jedoch gibt es dabei noch Abhängigkeiten vom verwendeten Compiler, der Prozessorarchitektur des Systems, verwendeten Build-Flags und dem Speicherlayout. Der verwundbare Code wird vor jedwedem Parsen oder Prüfungen des Archivs ausgeführt, wodurch sich die Lücke trivial allein durch Aufruf mit präpariertem Kommandozeilenparameter ausnutzen lasse. Da globaler Speicher betroffen sei, könnten die Speicherfehler über die Funktion hinaus wirksam werden und später das Programmverhalten beeinflussen.

Betroffen ist zlib bis einschließlich zur aktuellen Fassung 1.3.1.2, wie Vulncheck angibt, die den CVE-Schwachstelleneintrag erstellt und veröffentlicht haben. Aktualisierte Software steht derzeit noch nicht bereit. Im Github-Projekt von zlib deutet zum Meldungszeitpunkt noch nichts auf Korrekturen im Quellcode hin. Ein Problembericht wurde jedoch kürzlich eingereicht.

Im Herbst 2022 fiel die zlib-Bibliothek zuletzt durch eine kritische Sicherheitslücke auf. Auch dort konnten Angreifer den sicherheitsrelevanten Fehler missbrauchen, um Schadcode einzuschleusen und auszuführen. Damals waren jedoch Aktualisierungen bereits zeitnah verfügbar.

Weiterlesen nach der Anzeige


Update

08.01.2026,

10:17

Uhr

Ergänzt, dass das untgz-Tool zu von Benutzern beigesteuerten Werkzeugen im contrib-Ordner gehören. Sie erhalten damit keinen Support, werden aber nicht unbedingt mit den zlib-Bilbliothek-Paketen ausgeliefert.


(dmk)



Source link

Datenschutz & Sicherheit

Kritische Lücke in Automatisierungstool: n8n erlaubt Codeschmuggel


Die No-Code-Automatisierungslösung n8n erfreut sich großer Beliebtheit, erlaubt sie doch auch Programmieranfängern, mit einem grafischen Werkzeug komplexe Abläufe einzurichten, API-Anfragen zu stellen und LLMs automatisiert zu nutzen. Vier kritische Sicherheitslücken, eine davon gar mit der Maximalwertung von 10 Punkten, verleiden Systemverwaltern jedoch aktuell die Freude an dem Werkzeug. Experten sind uneins, wie kritisch die Lücke ist.

Weiterlesen nach der Anzeige

Wenn Sicherheitslücken mit griffigen, möglichst gruselig klingenden Namen auftauchen, ahnt der geneigte Leser oft nichts Gutes, so auch bei „Ni8mare“. So nannte die Sicherheitsfirma Cyera den Fehler mit der CVE-ID CVE-2026-21858 und stufte ihn als kritisch ein – nebst CVSS-Maximalwertung von 10. Sobald ein per n8n erstelltes Webformular aus dem Web zugänglich ist, sei es Angreifern möglich, beliebige Dateien des n8n-Servers auszulesen.

Doch eine neue Analyse der Lücke durch Horizon3.ai relativiert das Risiko: Zwar sei die Sicherheitslücke tatsächlich vorhanden und aus der Ferne ausnutzbar, doch gebe es mehrere Vorbedingungen, die bei keinem Kunden des Unternehmens erfüllt seien. So fehle es meist an einer Möglichkeit, die gewonnenen Daten zu exfiltrieren. Admins sollten ihre n8n-Instanzen flicken, Panik sei jedoch unangebracht.

Zusätzlich zu „Ni8mare“ gibt es noch „N8scape“ (CVE-2025-68668, CVSS 9,9, kritisch), eine bereits in der Weihnachtszeit publizierte Lücke, die angemeldeten Nutzern ungeplant erlaubt, Python-Code auf dem n8n-Hostsystem auszuführen. Dafür müssen sie jedoch ausreichend Berechtigungen besitzen, um Arbeitsabläufe zu erstellen oder zu verändern. Ebenfalls ungeplante Codeausführung bietet CVE-2027-21877 (CVSS 9,9, kritisch).

Die aktuell größte Gefahr geht jedoch von einer Lücke aus, die gar nicht als kritisch ausgewiesen ist: CVE-2025-68613 stellt zwar mit einem CVSS-Punktwert von 8,8 „nur“ eine „hohe“ Gefahr dar, lässt sich aber mit „Ni8mare“ verknüpfen, wie ein „Proof of Concept“-Exploit (PoC) beweist. Setzt man diesen auf eine verwundbare n8n-Instanz an, so lassen sich nicht nur Dateien des Hostsystems auslesen, sondern zusätzlich beliebige Systemkommandos ausführen (Remote Code Execution, RCE). Die abwiegelnde Analyse von Horizon3.ai mag also für „Ni8mare“ allein stimmen, erweist sich aber im Zusammenspiel mit einer zusätzlichen Sicherheitslücke als trügerisch.


PoC für n8n-Lücke CVE-2026-21858 + CVE-2025-68613

PoC für n8n-Lücke CVE-2026-21858 + CVE-2025-68613

Bin ich drin? Das war ja einfach! Dieser Exploit verkettet zwei Sicherheitslücken zur Codeausführung bei n8n, hier in einem Docker-Container.

Weiterlesen nach der Anzeige

Wer n8n auf eigenen Systemen einsetzt, etwa als Docker-Container, sollte direkt ein Update auf Version 2.0.0 erwägen. Zwar sind einige der kritischen Sicherheitslücken auch in Versionen des 1.x-Baums behoben, doch dessen Produktunterstützung endet bald: Am 15. März 2026 ist Schluss, drei Monate nach Veröffentlichung von n8n 2.0.0.

Neben den vier kritischen Lücken finden sich in der Sicherheitslücken-Übersicht auf GitHub weitere Sicherheitsprobleme, die in den letzten Tagen und Wochen bereinigt wurden.

n8n ist eine deutsche Start-up-Erfolgsgeschichte. Das Projekt gewann kürzlich mit einem Zuwachs von 112.400 GitHub-Sternen im Jahr 2025 die „Rising Stars“ des beliebtesten JavaScript-Projekts, die dahinterstehende n8n GmbH gilt nach einer neunstelligen Finanzspritze als „Einhorn“ mit einer Bewertung von 2,5 Milliarden US-Dollar.


(cku)



Source link

Weiterlesen

Datenschutz & Sicherheit

Kein Patch im BMW: ”Pwn My Ride“-Lücke in CarPlay und AirPlay bleibt bestehen


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Kein Patch trotz teurem Schlitten: BMW hat sich offenbar dazu entschlossen, für seine Car-Entertainment-Systeme keine Fehlerbehebungen für die sogenannte Pwn-My-Ride-Lücke an die Kundschaft zu geben. Das im Frühjahr 2025 entdeckte Problem ist massiv, betrifft Apples Streamingprotokoll AirPlay sowie bei Fahrzeugen auch CarPlay – und kann zur Übernahme ganzer Geräte genutzt werden. Apple hatte seine eigene Hardware verhältnismäßig schnell gepatcht, doch viele Anbieter von Unterhaltungselektronik mit AirPlay- und CarPlay-Fähigkeit zogen entweder nicht nach oder brauchten Monate. Im September hieß es etwa, dass noch zahlreiche Autohersteller betroffen sind. Unklar war zum damaligen Zeitpunkt, welche Marken Patches ganz unterlassen. Das wird nun langsam deutlich.

Weiterlesen nach der Anzeige

Ein Mac & i-Leser, der einen BMW i3s besitzt, der im Februar 2024 übernommen wurde, versuchte seit vielen Monaten, eine Antwort vom Hersteller zu bekommen. Nachdem bei Werkstatt und Kundenservice wenig auszurichten war, wendete er sich an das BMW-Beschwerdemanagement. Das Ergebnis war ernüchternd. Zwar räumte BMW ein, dass das Fahrzeug von der grundsätzlichen Lücke (CVE-2025-24132) betroffen ist. Allerdings sieht der Konzern keine Gefahr.

Man habe das Leck „kurz nach Veröffentlichung“ von „unseren Experten“ prüfen lassen. Dabei ergab sich dann Folgendes: „Die gemeldete Sicherheitslücke erfordert, dass ein Angreifer mit einem böswilligen Gerät aktiv eine Kopplung mit der Headunit des Fahrzeugs via Bluetooth durchführt.“ Dieser Kopplungsprozess setzte sowohl eine direkte Initiierung aus dem Kopplungsmenü des Fahrzeugs als auch eine PIN-basierte Validierung voraus. „Dieser mehrstufige Prozess stellt sicher, dass eine unbeabsichtigte oder unautorisierte Kopplung praktisch ausgeschlossen [ist].“ Angesichts dieser „strengen Voraussetzungen“ wird „das Sicherheitsrisiko für unsere Kunden als äußerst gering“ eingeschätzt.

Und da das Ausnutzen der Sicherheitslücke „von unseren Security-Experten als äußerst gering eingeschätzt“ wurde, sei eben „kein weiteres Software-Update für Ihr Fahrzeugmodell geplant“. Er hoffe, „dass diese Erklärung Klarheit und Sicherheit in Bezug auf die bestehenden Maßnahmen zum Schutz der Kundensicherheit bietet“, so der Bearbeiter weiter. Der Mac & i-Leser ist mit der Entscheidung nicht einverstanden: „Für meine Wenigkeit trägt das Verhalten von BMW nicht zur Kundenbindung bei.“

Tatsächlich lässt sich die Entscheidung BMWs nur schwer nachvollziehen. Zur Anwendung eines potenziellen Exploits – also der Übernahme des Car-Entertainment-Systems mit möglicherweise schweren Folgen – reicht es aus, physischen Zugriff (also samt Schlüssel) auf das Fahrzeug zu haben. Die Kopplung ist weder durch ein Nutzerpasswort geschützt noch auf andere Art – das kennt man etwa aus Mietfahrzeugen, in denen zig Bluetooth-Profile zu finden sind. BMW reagierte auf eine Anfrage an die Pressestelle zunächst nicht. Mit „Pwn My Ride“ ist ein Root-Zugriff auf das Unterhaltungssystem samt aller sich daraus ergebender Möglichkeiten verbunden: Von der Manipulation des Systems über das Abgreifen von Daten bis zu Spionage. Die Firma Oligo, die das Problem entdeckt hat, veröffentlichte dazu mehrere recht beeindruckende Beispiele, die auch über CarPlay laufen.

Weiterlesen nach der Anzeige


(bsc)



Source link

Weiterlesen

Datenschutz & Sicherheit

Mediaplayer VLC: Aktualisierte Version stopft zahlreiche Lücken


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das VideoLAN-Projekt hat mit den Versionen 3.0.22 und 3.0.23 des VLC Player diverse Sicherheitslücken beim Verarbeiten von unterschiedlichen Medienformaten ausgebessert. Wer die Software zum Streamen und zur Medienwiedergabe einsetzt, sollte auf die jüngste Version aktualisieren.

Weiterlesen nach der Anzeige

In einer Sicherheitsmitteilung erörtert das VideoLAN-Projekt die Sicherheitslücken, die VLC 3.0.22 bereits schließt. Die Schwachstellen können VLC abstürzen lassen, die Entwickler schließen jedoch nicht aus, dass sie sich verknüpfen lassen, um Schadcode auszuführen oder Nutzerinformationen preiszugeben. Immerhin haben sie keine Hinweise darauf, dass die Lücken bereits missbraucht würden.

Die Schwachstellen betreffen die Verarbeitung der Formate und Verarbeitungsmodule MMS, OggSpots, CEA-708-Untertitel, ty, CVD-Untertitel, Ogg-Demuxer, WebVTT, NSV-Demuxer, SRT-Untertitel, ASF, MP4-Demuxer, SPU-Decoder, SVCD-Untertitel-Decoder, tx3g-Untertitel-Decoder und schließlich den Audio-Ausgabe-Puffer auf dem Stack. In den News listen die Programmierer in den Änderungen zwischen VLC 3.0.22 und 3.0.21 unter „Security“ noch weitere Schwachstellen auf und merken an, dass auch diese Liste nicht erschöpfend ist.

Die jüngere Version VLC 3.0.23 ist laut Release-Notes nur ein kleines nachgeschobenes Fix-Release. Allerdings korrigiert auch sie einige weitere Sicherheitslücken, wie in den VLC-News nachzulesen ist. Etwas stakkatoartig listen die Entwickler dort auf, dass sie eine „Null Deref“ in libass behoben haben, was vermutlich eine Null-Pointer-Dereferenzierung meint. In den Modulen zur Verarbeitung von Theora und CC-708 gab es offenbar undefinierte Shifts, in Daala hingegen einen Integer-Überlauf. Der h264-Parser konnte in eine Endlosschleife geraten. Zudem korrigierten sie darin einen Pufferüberlauf in PNG sowie mehrere „Format-Überläufe“.

Auf der Download-Seite von VLC steht die Software vorkompiliert für diverse Plattformen zum Herunterladen bereit. Inzwischen wurde die Software 6 Milliarden Mal heruntergeladen; die Entwickler planen zudem die Ergänzung von lokalen KI-Funktionen.


(dmk)



Source link

Weiterlesen

Beliebt