Entwicklung & Code
Visual Studio Code 1.108: Profile importieren per Drag & Drop
Microsoft hat Visual Studio Code 1.108 veröffentlicht. Traditionell nutzt Microsoft den Dezember für Aufräumarbeiten statt für ein reguläres Release, doch in diesem Jahr gibt es offenbar zwölf statt elf Releases. Dabei haben die VS-Code-Entwickler die Tradition beibehalten, im Dezember Issues und Pull Requests aufzuräumen: Rund 6000 davon wurden geschlossen, und darüber hinaus sind einige Feature-Updates in das Dezember-Update eingeflossen.
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Profile importieren per Drag & Drop
Es ist nun möglich, Einstellungsprofile per Drag & Drop einer .code-profile-Datei in VS Code zu ziehen, ähnlich wie bei einer .code-workspace-Datei zum Öffnen eines Workspace. Dann öffnet sich der Profile-Editor, der eine Vorschau zeigt und das Importieren des Profils ermöglicht. Das soll es vereinfachen, Profile mit Teammitgliedern zu teilen oder schnell eine neue Umgebung aufzusetzen.
Spezialisierte Skills für den KI-Agenten
Als experimentelles Feature lassen sich Agent Skills in GitHub Copilot verwenden. Entwicklerinnen und Entwickler können dem KI-Agenten dadurch neue Fähigkeiten beibringen und ihn beispielsweise mit domänenspezifischem Wissen füttern. Agent Skills bestehen aus Ordnern mit Anweisungen, Skripte und Ressourcen, die GitHub Copilot bei Bedarf laden kann. Sie sind ein offener Standard und wurden ursprünglich vom Unternehmen Anthropic entwickelt.
Zu den Vorteilen zählen laut Microsoft die Kombinierbarkeit mehrerer Skills für das Erstellen komplexer Workflows, die Spezialisierungsmöglichkeit für domänenspezifische Aufgaben ohne wiederholenden Kontext und das effiziente Laden ausschließlich relevanter Inhalte. Die Skills können zudem Wiederholungen vermeiden, da sie sich über alle Unterhaltungen hinweg verwenden lassen.
Das Erstellen und Verwenden von Agent Skills behandelt die VS-Code-Dokumentation im Detail. Dort kommen auch die Unterschiede zwischen den Agent Skills und den VS-Code-spezifischen benutzerdefinierten Anweisungen (Custom Instructions) zur Sprache.
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Neuerungen in Agent-Sessions- und Chat-Ansicht
Die Agent-Sessions-Ansicht wurde überarbeitet: Sie bietet nun Keyboard-Zugang zu Aktionen wie „Archivieren“, „State lesen“ und „Session öffnen“, zeigt Informationen zu geänderten Dateien sowie zugehörigen Pull Requests für eine Session und kann aus den neuen Gruppenabschnitten heraus mehrere Sessions auf einmal archivieren.

Die Agent Sessions View bietet neue Funktionen.
(Bild: Microsoft)
Neuerungen gibt es auch im Chat. Unter anderem werden nun vorherige Chat-Sessions nicht automatisch wiederhergestellt, wenn VS Code neu gestartet wird. Allerdings lassen sich aus der Agent-Sessions-Steuerung frühere Chat-Sessions aufrufen. Dieses neue Verhalten lässt sich in der Einstellung chat.viewRestorePreviousSession anpassen.
Hausputz im Dezember
Im Rahmen des jährlichen Dezember-Housekeeping hat das VS-Code-Entwicklungsteam dieses Mal 5951 offene Issues und Pull Requests geschlossen. Für weitere 1203 Issues wurde eine Triage durchgeführt, sodass diese nicht länger unter „Unknown Type“ laufen.

Das VS-Code-Team hat aufgeräumt: 5951 offene Issues und PRs wurden im Dezember 2025 geschlossen.
(Bild: Microsoft)
Alle weiteren Informationen zu den Neuerungen in VS Code 1.108 teilt das Entwicklungsteam in der Ankündigung mit.
(mai)
Entwicklung & Code
Meta trennt sich von React und übergibt es der Linux Foundation
Die React Foundation hat offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Wie das Team mitteilt, steht das Projekt nun unter dem organisatorischen Dach der Linux Foundation.
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Bereits im Oktober 2025 hatten die Verantwortlichen angekündigt, eine eigenständige Stiftung gründen zu wollen. Mit dem Start geht React inklusive React Native und begleitender Technologien wie JSX formal in den Besitz der neuen, unabhängigen Organisation über – und ist damit nicht länger Eigentum von Meta.
Breite Unterstützung aus der Industrie
Zum Kreis der Platinum-Gründungsmitglieder zählen Amazon, Callstack, Expo, Huawei, Meta, Microsoft, Software Mansion und Vercel. Huawei ist seit der Ankündigung im Herbst hinzugekommen. Die Stiftung wird von einem Board gesteuert, in dem die Mitgliedsunternehmen vertreten sind. Als Executive Director fungiert Seth Webster.
Die technische Weiterentwicklung bleibt davon getrennt. Das React-Team betont, dass strategische Technologieentscheidungen weiterhin von den Maintainern sowie aktiven Beitragenden getroffen werden – unabhängig vom Stiftungsboard.
Governance-Struktur entsteht
Um die künftige technische Governance auszuarbeiten, hat das Projekt einen vorläufigen Leadership Council eingesetzt. Dieses Gremium soll in den kommenden Monaten ein dauerhaftes Modell für Entscheidungsprozesse und Verantwortlichkeiten definieren.
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(Bild: jaboy/123rf.com)

Tools und Trends in der JavaScript-Welt: Die enterJS 2026 wird am 16. und 17. Juni in Mannheim stattfinden. Das Programm dreht sich rund um JavaScript und TypeScript, Frameworks, Tools und Bibliotheken, Security, UX und mehr. Frühbuchertickets sind im Online-Ticketshop erhältlich.
Parallel läuft die organisatorische Migration: Repositorys, Websites und weitere Infrastruktur sollen schrittweise auf die React Foundation übergehen. Darüber hinaus plant die Stiftung Programme zur Unterstützung des Ökosystems und startet die Vorbereitungen für die nächste React Conf. Nähere Informationen finden sich im Beitrag auf dem React-Blog.
(mdo)
Entwicklung & Code
Claude Code für Modernisierung von COBOL-Systemen: Schwarzer Tag für IBM-Aktie
Offenbar, weil die KI Claude Code von Anthropic besonders zeitaufwendige Prozesse bei der Aktualisierung von Quellcode in COBOL übernehmen kann, ist der Aktienkurs von IBM am Montag um mehr als 13 Prozent eingebrochen. In einem Blogeintrag hatte das KI-Unternehmen erläutert, dass die eigene Technik die langwierige Erkundungs- und Analysearbeit automatisieren kann, die vor einer Migration durchgeführt werden muss. Dank der KI könne eine COBOL-Codebasis jetzt in einem Zeitraum von Quartalen modernisiert werden, während das bislang Jahre dauerte. Für die IBM-Aktien folgte der schlimmste Börsentag seit mehr als 25 Jahren, und allein im Februar hat die Aktie des Konzerns damit jetzt mehr als 26 Prozent an Wert verloren.
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Keine „Heerscharen“ von Beratern mehr nötig
COBOL läuft noch immer auf zahlreichen Mainframes, die insbesondere bei Banken, im Gesundheitswesen und Einzelhandel wegen ihrer hohen Zuverlässigkeit im Einsatz sind. Die meisten dieser Großrechner stammen von IBM, der US-Konzern macht damit einen signifikanten Teil seines Umsatzes. Die Modernisierung eines solchen Systems „erforderte früher ganze Heerscharen von Beratern, die jahrelang damit beschäftigt waren, Arbeitsabläufe abzubilden“, schreibt Anthropic jetzt. Nur wenige seien deshalb bereit gewesen, die hohen Kosten zu tragen. Genau diese kostenintensiven Teile einer Modernisierung könne Claude Code jetzt erledigen, während Menschen die Aufsicht und Kontrolle übernehmen müssen.
Trotzdem bleibt das Ausmaß des Ausverkaufs jetzt überraschend. IBM selbst hat schon vor zweieinhalb Jahren einen KI-Assistenten für die effizientere Übersetzung von COBOL in Java vorgestellt, um die Modernisierung von Mainframe-Anwendungen voranzutreiben. Erst im Sommer 2025 hat der IBM-CEO erklärt, dass das Werkzeug weite Verbreitung gefunden habe. Unternehmen würden es benutzen, um die Millionen Zeilen an Quellcode in ihren Systemen zu verstehen und damit entscheiden zu können, was sinnvollerweise modernisiert werden sollte. Gegenüber Bloomberg weist ein Analyst darauf hin, dass Mainframes also längst effizienter modernisiert werden könnten, die Betreiber das aber nicht angehen würden.
COBOL (Common Business Oriented Language) wurde in den 1950er-Jahren entwickelt und kommt heute nur noch selten zum Einsatz. Gleichzeitig handelt es sich dabei aber um besonders wichtige Systeme, die nicht einfach durch neuere Alternativen ersetzt werden können. Damit bedeuten die Mainframes für Unternehmen aber auch immense „technische Schulden“, die hohe Kosten verursachen. Gleichzeitig erschweren sie zunehmend den Zugriff auf Daten sowie die Integration moderner Technik. Zudem gibt es immer weniger Entwickler und Entwicklerinnen für COBOL, weshalb erfahrene Teams für viel Geld vorgehalten werden müssen. Hier vermuten Anleger und Anlegerinnen für KI-Technik wie Claude Code wohl ein großes Einsparpotenzial.
(mho)
Entwicklung & Code
Mozilla führt Kill-Switch für alle KI-Features in Firefox 148 ein
Mozilla hat Firefox 148 veröffentlicht. Die neue Version bringt als wichtigste Neuerung eine zentrale Verwaltungsseite für alle KI-Funktionen des Browsers. Der Toggle „KI-Verbesserungen blockieren“ ist standardmäßig aktiviert und verhindert Pop-ups sowie Eingabeaufforderungen für KI-Funktionen.
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Der neue Bereich „KI-Steuerung“ in den Einstellungen erlaubt eine granulare Steuerung einzelner Features. Nutzer können für jede Funktion zwischen drei Zuständen wählen: „Verfügbar“ macht Features sichtbar und nutzbar, „Aktiviert“ aktiviert sie per Opt-in, während „Blockiert“ sie komplett ausblendet und bei On-Device-Modellen die lokal gespeicherten Daten löscht. Zu den steuerbaren Funktionen zählen Übersetzungen, automatische Bildbeschreibungen in PDFs, Link-Previews sowie Chatbots von Anthropic Claude, ChatGPT, Microsoft Copilot, Google Gemini und Le Chat Mistral. Die Einstellungen bleiben über Updates hinweg erhalten.
Mozilla hat außerdem Remote-Browser-Änderungen von der Telemetrie entkoppelt. Nutzer erhalten nun Konfigurations-Updates, ohne dass sie Nutzungsdaten teilen oder an experimentellen Studien teilnehmen müssen. Die Windows-10-Version unterstützt jetzt Firefox Backup auch für Nutzer, die in den Einstellungen „Die Chronik löschen, wenn Firefox geschlossen wird“ aktiviert haben – die Backups schließen dabei keine zur Löschung vorgesehenen Daten ein.
Bei den Übersetzungsfunktionen unterstützt Firefox 148 jetzt Chinesisch (Traditionell) in beide Richtungen sowie das Vietnamesische. Die Verbesserungen für Screenreader betreffen die Darstellung mathematischer Formeln in PDF-Dokumenten. Ein Fix behebt das Problem, dass Sprachpakete nach einem Major-Update deaktiviert wurden. Unter Windows funktioniert auch das Drag-and-Drop von heruntergeladenen Bildern in Adobe Illustrator korrekt – es wird das Bild eingefügt, nicht mehr die URL.
WebGPU in Service Workern und neue Sicherheits-APIs
Für Webentwickler bringt Firefox 148 Unterstützung für WebGPU in Service Workern. Die GPU-beschleunigte Grafikschnittstelle steht damit in allen Worker-Kontexten zur Verfügung und ermöglicht rechenintensive Operationen im Hintergrund – etwa für Browser-Erweiterungen oder für Tabs, die sich Ressourcen über verschiedene Zeiträume hinweg teilen müssen.
Mit der Trusted Types API integriert Mozilla einen wichtigen Sicherheitsmechanismus gegen Cross-Site-Scripting-Angriffe. Die API erzwingt, dass Eingaben eine Transformation durchlaufen, bevor sie in kritische DOM-Sinks wie innerHTML gelangen. Entwickler aktivieren den Schutz per Content-Security-Policy-Header. Ergänzend steht die Sanitizer API bereit, die mit Methoden wie element.setHTML() und document.parseHTML() eine sichere HTML-Manipulation ermöglicht. Die konfigurierbaren Funktionen können Bibliotheken von Dritten wie DOMPurify ersetzen.
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Für JavaScript-Entwickler bringt die neue Version die Unterstützung für Iterator.zip() und Iterator.zipKeyed() aus dem Joint Iteration Proposal. Die Methoden ermöglichen es, mehrere Iteratoren zu gruppierten Werten zu kombinieren – ähnlich wie die gleichnamigen Funktionen in anderen Programmiersprachen.
CSS-Erweiterungen für Anchor Positioning und Shapes
Im CSS-Bereich führt Mozilla die Property position-try-order ein, die beim CSS Anchor Positioning die Reihenfolge von Fallback-Positionierungsversuchen steuert, wenn Elemente über den Viewport hinausragen würden. Die neue shape()-Funktion erlaubt das Definieren responsiver Freiform-Shapes etwa für clip-path. Im Gegensatz zur path()-Funktion unterstützt shape() CSS-Units und mathematische Funktionen, was die Handhabung vereinfacht.
Weitere Neuerungen für Entwickler umfassen location.ancestorOrigins sowie NavigationPrecommitController.addHandler() aus der Navigation API. Das initiale about:blank-Dokument ist nun Web-kompatibel ausgeführt – synchron und ohne zweites Parser-Dokument.
Die Einführung der zentralen KI-Kontrolle ist eine Reaktion auf Kontroversen um die KI-Strategie von Mozilla. Im Dezember 2025 hatte CEO Anthony Enzor-DeMeo seine Vision eines „modernen KI-Browsers“ vorgestellt, was nicht zuletzt bei datenschutzbewussten Nutzern Befürchtungen über Datenabflüsse an KI-Dienste von Drittanbietern auslöste.
Details zu allen Änderungen finden sich in den offiziellen Release Notes.
(fo)
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