Apps & Mobile Entwicklung

AMD Ryzen 7 5800X3D im Re-Test


AMD stellt den Ryzen 7 5800X3D als AM4 10 Years Anniversary Edition erneut vor. Der Test verrät, wer zugreifen darf – und wer nicht. Denn am Ende ist die Zen-3-basierte CPU bald 6 Jahre alt, entsprechend gering die Leistung. Das lohnt letztlich nur für Ryzen-2000/3000-Aufrüster mit Fokus Gaming – und bleib kostspielig.

Verrückte Zeiten erfordern auch mal verrückte Produkte, so könnte man AMDs Reanimation eines längst eingestellten Prozessors auch beschreiben. Die Speicherkrise vor allem rund um Arbeitsspeicher jeder moderner Art hat Preise hervorgebracht, die in der Branche nun jeder fürchtet. Denn mit den hohen Preisen stirbt auch das Endkundengeschäft, Neuanschaffungen werden schlichtweg aufgeschoben, ältere Hardware einfach weiter genutzt. Und so stimmte auch AMD zur Computex 2026 und der Vorstellung des neuen alten Prozessor, der DDR4 benötigt, mit ein, dass DDR5 wohl noch mindestens 2 Jahre teuer bleibt.

AMD Ryzen 7 5800X3D (das Original von 2022!) im erneuten Test im Juni 2026

Der AMD Ryzen 7 5800X3D ist zurück!

Genau in diese Nische bringt AMD deshalb den Ryzen 7 5800X3D zurück. Er soll Nutzer eines älteren AM4-Systems mit vielleicht 3000er oder 2000er Ryzen animieren, ein letztes Upgrade in Form dieser CPU vorzunehmen; der Rest der Plattform kann weiter genutzt werden. Und diese Nutzer kann AMD auch schröpfen, hat es den Anschein, denn die UVP hat sich gewaschen: 360 Euro für einen Acht-Kern-Prozessor mit geringem Takt und Architekturbasis von vor sechs Jahren sind allein betrachtet schlichtweg viel zu teuer. Aber: Verrückte Zeiten erfordern auch mal verrückte Produkte. Und deshalb kann es funktionieren, wie der erneute Test mit dem originalen 5800X3D hier und heute zeigt – denn ein Muster der Neuauflage liegt ComputerBase nicht vor.

10 Years Anniversary Edition: Der AMD Ryzen 7 5800X3D für AM4 ist günstiger* zurück! (Bild: AMD)

Der neue AMD Ryzen 7 5800X3D ist im Kern der alte Ryzen 7 5800X3D. Ein Takt von bis zu 4,5 GHz und eine Basis auf Zen 3 stimmen mit dem Modell zur Vorstellung vor über vier Jahren überein, selbst auf AMDs Produktseite wurden nur neue Bilder der Verpackung eingefügt. Von einem neuen Stepping für die CPU ist aktuell nicht auszugehen. Neu ist nur die UVP: Seinerzeit kostet er fast 500 Euro, heute „günstigere“ 360 Euro. Vier Jahre später ist aber auch das nicht mehr günstig für so alte Hardware, gleichwertige Leistung gibt es heute für die Hälfte des Geldes, wie im Test später gezeigt wird.

AMD Ryzen 7 5800X3D im Detail

Die günstige* AM5-X3D-Verstärkung kommt in drei Wochen

Dennoch hat AMD dabei auch ein hausgemachtes Problem. Einerseits ist es zwar schön, dass der Sockel AM4 noch einen letzten Atemzug erhält, andererseits wird aber stetig klarer, dass der Sockel AM5 noch viel länger lebt und wohl nach der aktuellen Zen-5-Generation nicht nur Zen 6 im kommenden Jahr sondern auch noch Zen 7 erhält. Denn AMD lies durchblicken, dass sich ein neuer Sockel erst mit neuem RAM-Standard alias DDR6 und PCI Express 6.0 lohne – das ist jedoch kaum vor 2030/2031/2032 im Consumer-Umfeld der Fall.

Insofern ist ein Einstieg beim Sockel AM5 heute noch immer eine Langzeitinvestition – genau dafür bringt AMD in gut drei Wochen Mitte Juli 2026 auch eine passende CPU: den AMD Ryzen 7 7700X3D. Und das ist nicht nur die viel bessere, sondern auch noch günstigere CPU als der 5800X3D; auch ein Grund, warum sie später erscheint. Wobei günstig* auch relativ ist: 329 US-Dollar sind es für eine CPU aus der Vorgängergeneration eigentlich auch nicht, wenn das Gaming-Flaggschiff der aktuellen Generation ab 388 Euro kostet und der 7800X3D als Tray-Lösung sogar ab 275 Euro beginnt. Wie schon mehrfach gesagt, verrückte Zeiten eben.

Der AMD Ryzen 7 7700X3D dürfte den Ryzen 7 7800X3D ablösen (Bild: AMD)

Die Speicherfrage ist entscheidend: DDR4 vs. DDR5

Das verdeutlicht aber gleich zwei Punkte: Der 5800X3D ist nur etwas für die, die schon auf der AM4-Plattform sitzen und/oder dafür passenden DDR4-Speicher verbaut respektive noch im Schrank liegen haben. Denn bei einer Neuanschaffung rechnet sich das trotz vermeintlich „günstigerem“ Speicher ganz und gar nicht. Hier muss dann stets zum Sockel AM5 gegriffen werden, denn AM4 ist eben alt, die Mainboards viel knapper ausgestattet – für den Einstieg reicht das aber auch aktuell noch.

DDR4-Speicher als UDIMM kostet ab 3.200 MT/s, also DDR4-3200, aktuell ab 6 Euro pro Gigabyte. 32 GByte gibt es in Form von zwei Modulen so ab rund 200 Euro. Das ist deutlich günstiger als DDR5, auf das Gigabyte gerechnet ist dieser mindestens 50 Prozent teurer: 8 eher 9 Euro pro Gigabyte müssen bei DDR5 gezahlt werden.

Das Problem bei DDR5 ist jedoch zusätzlich, dass die Module im Durchschnitt eine viel höhere Kapazität bieten, die auf das Gigabyte gerechnet günstigsten Varianten sind 24- und 32-GByte-Module oder gar 48-GByte-DIMMs. Das wiederum treibt den Preis für ein Kit nach oben. Nur wer genauer sucht, findet 16-GByte-Module, die im Doppelpack aber 11 Euro pro Gigabyte oder summa summarum 350 Euro kosten.

Der Vorteil für DDR4 gegenüber DDR5 ist also klar: Mindestens 150 Euro ist die Preisersparnis bei gleicher Speichermenge derzeit im Handel. Spricht also nun direkt alles für den Sockel AM4 mit DDR4-Unterstützung? Mitnichten. Denn genau dieser Frage ist ComputerBase bereits zu Beginn des Jahres in mehreren Artikel nachgegangen. Denn im Sockel AM5 können auch die günstigsten CPUs, die nicht einmal 200 Euro kosten, schon die Leistung eines 5800X3D bieten, zudem können sie problemlos beispielsweise mit nur einem Speichermodul betrieben werden und liefern immer noch sehr hohe Leistung – der vermeintliche Vorteil der alten Plattform ist dahin. Aber die Rechnung gilt nur, wenn alles neu gekauft werden muss. Sind bereits Bauteile vorhanden oder noch im Einsatz, wird das wie gesagt anders.

Auch Intel lässt Sockel LGA 1700 mit DDR4 weiterleben

AMD ist bei der CPU-Unterstützung für einen Prozessorsockel und Modell, die auch noch DDR4-Speicher nutzen, nicht allein. Auch Intel führt die Serie im Sockel LGA 1700 fort, die mit Intel Alder Lake eingeführt wurde, und seitdem bereits einige Refreshes mit Intel Raptor Lake gesehen hat und selbst 2027 noch sehen soll. Mit DDR4-Speicher im Schrank oder gar Einsatz ist auch hier eine ähnlich wenn nicht gar bessere Alternative im Programm, denn CPUs von Intel gibt es nicht nur günstiger, sie sind pauschal langsamer, vor allem in Anwendungen stets durchweg deutlich schneller.

Ein gutes Beispiel und deshalb auch einige Jahre in der CPU-Rangliste vertreten ist der Intel Core i5-14600K und seine Abwandlung KF oder selbst der Vorgänger 13600K(F). Zu Preisen ab 223 Euro breit verfügbar, kostet der „neue“ 5800X3D 50 Prozent mehr – dabei ist der 14600KF mitunter 40 Prozent schneller.

Auch Intels CPUs haben aber das gleiche Problem wie AMDs im alten Sockel: Neue Lösungen alias Core Ultra 200 sind eigentlich viel günstiger. Aber: Der DDR5-Speicher ist teurer. Und bei Intel kommt erschwerend hinzu, dass die Plattform mit Sockel LGA 1851 nach einer Serie auch schon wieder eingestellt wird. Langlebigkeit gab und gibt es hier nicht.

Das alte neue Duell: 5800X3D vs. 14600K (vs. Ryzen 5 3600)

Zeit also für eine ganz aktuelle Bestandsaufnahme, um den Re-Start des 5800X3D noch einmal zu begleiten. Das BIOS für das B550-Board aktualisiert, funktioniert der AMD Ryzen 7 5800X3D sofort problemlos auch unter der aktuellsten Windows-11-Version im Zusammenspiel mit einer ROG Astral RTX 5090.

AMD Ryzen 7 5800X3D & DDR4-Konkurrenz im Test

Ein alter Prozessor mit alten Probleme

Das Kuriosum: 5 Jahre alte Probleme, die längst gelöst schienen, gibt es auch Mitte 2026 noch. ReBAR ist auf dieser Plattform default noch deaktiviert, potenziell geht ohne Eingriff Leistung verloren. Zurück ins BIOS und mit einem Klick ist das Problem aber schnell gelöst – als Kunde ist jedoch Obacht geboten.

ReBAR beim 5800X3D ist default deaktiviert

DDR4 für Intel LGA 1700 ist auch schon alt

Beim Herausforderer Intel Core i5-14600K ist es ganz ähnlich. Ein B660-DDR4-Mainboard für Sockel LGA 1700 wurde das letzte Mal im Jahr 2022 angefasst, das BIOS aus dem Oktober 2022 wird also auf Stand Mai 2026 aktualisiert. Auch hier klappt das alles problemlos, das System läuft.

Was am Ende zu erwarten ist, hatte AMD bereits prognostiziert: Intels CPU ist auf der DDR4-Plattform die langsamere. Da in Spielen regulär 14900K und 14600K nur wenige Prozente trennen, ist die Richtung also auch für den 14600K im Test klar definiert.

10 Years Anniversary Edition: Der AMD Ryzen 7 5800X3D für AM4 ist günstiger* zurück! (Bild: AMD)

Der typische AM4-Prozessor zuvor: Ryzen 5 3600

Als dritter Testkandidat reiht sich mit dem Ryzen 5 3600 ein Prozessor ein, den auch AMD als Upgrade-Ziel ausgemacht hat, auch wenn die Auswahl aus den zahlreichen Ryzen 2000 und 3000 schwer fällt.

Dabei sollte klar sein: Schon reguläre Ryzen 5000 machten zum Start gegenüber Ryzen 3000 einen Sprung in Spielen von fast 30 Prozent. Der X3D löste zusätzlich die Bandbreitenprobleme mit DDR4 und andere Problemstellen, sodass ein weiterer großer Sprung hinzukam. Im ersten Test lag der 5800X3D so bereits über 60 Prozent vor einem AMD Ryzen 5 3600.

Und heute? Finden wir es heraus!



Source link

Beliebt

Die mobile Version verlassen