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AMD Ryzen AI PRO 400G(E): Sechs Desktop-APUs mit 35 bis 65 W, aber ohne große iGPU

Zur CES 2026 nur angedeutet, hat AMD zum MWC 2026 sechs Modelle der Ryzen AI PRO 400 Series offiziell gemacht. Verfügbar werden sie ab Q2. Die mobilen APUs im Desktop-Kleid bringen dabei die charakteristischen Merkmale der Notebook-Lösungen mit, verpacken sie aber in das Desktop-TDP-Gewand. Die iGPU fällt überraschend klein aus.
Die PRO-Serie macht den Anfang
AMD geht „All-In“ das Geschäft mit Geschäftskunden. Die PRO-Serie gibt es zwar bereits seit Jahren, aber nun sollen die Modelle so erfolgreich werden wie nie zuvor, weshalb Notebook- und Desktop-Chips mit den gleichen Features quasi Hand in Hand ausgerollt werden. Von kleinen Notebooks über mobile Workstations bis hin zum Desktop-PC im Klein- und Großformat soll so ein breites Feld adressiert werden.
Die großen Neuheit der Serie sind die ersten APUs für den Sockel AM5 in der Generation Zen 5 + RDNA 3.5 („Strix Point/Gorgon Point“). Über zwei Jahre ist es her, dass AMD im Januar 2024 die 8000G-Serie in den Desktop brachte („Hawk Point, Zen 4 + RDNA 3), seitdem gab es dort kein Update mehr. Aber das lange ersehnte Update fällt zumindest in der PRO-Serie doch anders aus als erwartet – mit sehr kleinem Chip auf großem Package.
Kein echtes Desktop-Flaggschiff
Denn AMD wird kein echtes Flaggschiff bei den APUs im Desktop anbieten, das Unternehmen fängt eher in der Mitte an und platziert je drei Modelle als G-Serie mit 65 Watt und drei weitere als GE-Modelle mit 35 Watt. Das ist aber bereits auch aus der Vergangenheit bekannt.
Dies heißt, dass der größte Ausbau 8 CUs als Grafikeinheit bietet und nicht die vollen 16 CUs der mobilen Strix-Point-APU (Ryzen AI 300). Der Vorgänger 8000G kam in der Spitze noch auf 12 CUs. Zwar gibt es auf dem Papier nun auch acht Kerne, die Nomenklatur deutet aber daraufhin, dass Ryzen AI 7 PRO 450G auch bezüglich der Spezifikationen eben ein Ryzen AI 7 (PRO) 450 ist – die nutzen 4 × Zen 5 + 4 × Zen 5c, haben nur 24 MB L2+L3-Cache und bieten 8 CUs für die Grafik.
Die darunter liegende 440-Modellreihe bietet 3+3 Kerne, bei den 435ern sind es dann noch 2 × Zen 5 + 4 × Zen 5c – und jeweils nur noch 4 CUs bei der integrierten Grafik. Anders als beim Vorgänger ist aber auch hier dieses Mal die volle NPU mit 50 TOPS Leistung dabei.
Im Notebook gibt es das volle Paket
Die PRO-400-Serie im Notebook setzt wiederum auf die für Endkunden schon angekündigte, vollständige Architektur AMD Gorgon Point. Hier gibt es alle Modelle inklusive Flaggschiff mit zwölf Kernen und 16 CUs. Das Topmodell ist wie bereits zuletzt bestätigt auch mit 60 TOPS bei der NPU unterwegs.
Marktstart im 2. Quartal
Los geht es mit Ryzen AI PRO 400 in Notebook und Desktop im 2. Quartal – genau das hatte AMD gegenüber ComputerBase bereits zur CES 2026 offiziell bestätigt. Wie üblich passiert aber auch das nicht überall gleichzeitig, ab Q2 werden zu den bereits 200+ Designs viele weitere hinzukommen, die auf die neuen PRO-Lösungen setzen werden, wie AMD in einem Vorab-Briefing in der letzten Woche erklärte. Fünf große Branchenriesen sind jedenfalls schon einmal dabei.
Bleibt die Frage, ob es auch Ryzen AI 400 APUs außerhalb der PRO-Serie geben wird, die dann mit bis zu 16 CUs starker iGPU für Gaming erscheinen. Nicht auszuschließen, dass AMD diese Pläne mit Blick auf die aktuellen Speicherpreise vorerst auf Eis gelegt hat.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von AMD unter NDA im Vorfeld der Messe in Barcelona erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe aus dem NDA war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.