Künstliche Intelligenz
Apple Creator Studio: Bekommen künftig nur Abonnenten alle neuen Features?
Nach der Vorstellung des Kreativsoftware-Abo-Pakets Apple Creator Studio gibt es weiterhin offene Fragen, inwieweit Käufer der Software darauf vertrauen können, an künftigen neuen Funktionen teilzuhaben. Apple macht dazu auf seiner Website nur teilweise Angaben, lässt aber zum Beispiel die langfristige Strategie für seine Pro-Apps völlig offen. Nutzer, die ständige Abozahlungen ablehnen, reagieren indessen in Nutzerforen kritisch auf das neue Angebot, das ab Ende Januar mit Updates der Software eingeführt werden soll.
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Am Anfang wird es so sein, dass Apple das Abonnement und den bisher üblichen Einmalkauf für die Mac-Software parallel anbietet. Auf dem iPad werden Apples Kreativ-Apps Final Cut Pro und Logic Pro sowieso nur im Abo angeboten – dort erschienen sie allerdings auch erst im Mai 2023. Das neue Abo-Bundle enthält Final Cut Pro (Mac und iPad), Logic Pro (Mac und iPad), Pixelmator Pro, Motion, Compressor und MainStage sowie zusätzliche Inhalte für die iWork-Apps Keynote, Numbers und Pages. Es soll sich offenbar unter anderem an Influencer richten, die mehrere Kreativ-Apps gleichzeitig verwenden.
Premium-Inhalte für Abonnenten
Zumindest am Anfang wird sich das Angebot für Abonnenten wohl primär dadurch vom Einmalkauf unterscheiden, dass Abonnenten Zugriff auf zusätzliche Premium-Inhalte wie Vorlagen und Fotos erhalten. Wie weit Apple den Begriff Premium aber genau fasst, bleibt unklar. Die neuen KI-Funktionen Visual Search und Transcript Search (beide zunächst nur auf US-Englisch verfügbar) sowie Beat Detection sollen in beide Versionen von Final Cut Pro kommen. Dies bekräftigte der Apple-Marketingmanager Bryan O’Neil Hughes in einem Interview mit dem Filmemacher-Fachmagazin CineD. Apple bestätigt allerdings nicht explizit, dass die Einmalkauf-Version der Videoschnitt-Software Final Cut Pro auch in Zukunft alle Features der Abo-Version erhält.
Anders sieht die Situation bei Logic Pro und MainStage aus. Dort lässt sich der Apple-Website entnehmen, dass die Versionen im Abo und im Einmalkauf beide die Features komplett erhalten sollen.
Neue iPad-Nutzer zahlen mehr
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Bei der Bildbearbeitungs-Software Pixelmator Pro, die Apple vor einiger Zeit zugekauft hat, sollen nur Abonnenten das neue Warp-Tool erhalten. Basis-Funktionen und Updates werden aber laut Apple weiterhin auch für Käufer bereitgestellt.
Aus Sicht von iPad-Nutzern wird es mit dem neuen Bundle teurer. Sie sollen künftig nicht mehr die Tablet-Version alleine abonnieren können, sondern müssen als Neukunden das teurere große Bundle mit den iPad- und Mac-Versionen nehmen.
Eine gute Nachricht für iPad-Nutzer ist indessen, dass die im Sommer 2025 in Aussicht gestellte Hintergrund-Berechnung in Final Cut Pro auf dem iPad endlich kommen soll. Apple bekräftigte im Interview, dass man an der Nutzung der neuen Background Tasks API immer noch dran sei. Damit müssen Nutzer die App während des Renderns nicht mehr aktiv im Vordergrund behalten. iPad-Nutzer hatten dies lange herbeigesehnt, zeigten sich jedoch enttäuscht, dass Apple die Funktion nicht mit der Veröffentlichung von iPadOS 26 im September auslieferte.
(mki)