Künstliche Intelligenz
Apple-Quartalszahlen: Wieder Rekorde, doch Speicherkrise schlägt durch
In Kalifornien dürften am Donnerstagabend die Korken geknallt haben: Apple ist zum wiederholten Mal in Folge ein Rekordquartal gelungen – und diesmal war es besonders stark. Der Umsatz in Apples zweiten Finanzjahresquartal, von 28. Dezember 2025 bis 28. März 2026, stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 17 Prozent auf nun 111,2 Milliarden US-Dollar. Apples Betriebsgewinn stieg um 21 Prozent auf 35,9 Milliarden Dollar.
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Der Gewinn pro verwässertem Anteilsschein stieg gar um 22 Prozent auf 2,01 Dollar. Nach Abzug der um 38 Prozent gestiegenen Steuern bleiben Apple netto 29,6 Milliarden Dollar. Es sei das „beste März-Quartal überhaupt“ gewesen, so der im September abtretende Konzernchef Tim Cook. Besonders große Nachfrage verzeichnete Apple demnach beim iPhone-17-Lineup, aber auch das Dienstegeschäft war noch nie so gut (fast 31 Milliarden, plus 16 Prozent).
Rekord auch beim operativen Cashflow
Hilfreich waren beim Umsatz- und Gewinnrekord aber auch neue Produkte wie das iPhone 17e, die neuen MacBook Pros mit M5 Max und M5 Pro oder das MacBook Neo, Apples bislang billigstes Notebook. An operativem Cashflow genierte Apple im Märzquartal laut Finanzchef Kevan Parekh insgesamt 28 Milliarden Dollar, mehr als in jedem März-Quartal zuvor.
Bei der installierten Basis gab es ebenfalls einen neuen Höchstwert. Apple werde 0,27 Dollar pro Anteilsschein an Dividende zahlen, ein Plus von vier Prozent (für alle Aktionäre, die bis zum 11. Mai Anteilsscheine halten). Apple will laut Parekh außerdem insgesamt 100 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe aufwenden.
Das gesamte iPhone-Geschäft erreichte laut Apples vorläufiger Zahlen 56,9 Milliarden Dollar (Vorjahresvergleichsquartal: 46,8 Milliarden). Beim Mac ging es auf 8,3 Milliarden hoch (von 7,9 Milliarden), beim iPad von 6,4 auf 6,9 Milliarden. Auch die Wearables-, Home- und Zubehörsparte wuchs wieder leicht um rund 400 Millionen Dollar. Bei der Dienstesparte ging es von 26,64 auf 30,9 Milliarden hoch. Der Blick ins kommende Quartal ist positiv: Apple erwartet ein Umsatzwachstum zwischen 14 und 17 Prozent mit einer Marge zwischen 47,5 und 48,5 Prozent. Problematisch ist allerdings die RAM- und NAND-Versorungskrise, die KI-getrieben ist.
RAM-Krise, Zölle und ein Auftritt von Ternus
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So erwartet das Unternehmen, dass es sowohl Mac mini als auch Mac Studio in den kommenden Monaten nur eingeschränkt im Handel geben wird. Der Grund sei höhere Nachfrage als erwartet. Der Konzern kann nicht ausreichend Apple-Silicon-Chips produzieren lassen, es gibt Wartezeiten, verriet Cook. In Sachen US-Zölle, wo das Unternehmen in den vergangenen Quartalen Milliarden zurückgelegt hatte, erwartet Apple nun Rückzahlungen nach einer Entscheidung des obersten Gerichtshofs. Apple werde das Geld in die US-Produktion stecken, betonte Cook. Dies seien „neue Investitionen, zusätzlich zu unseren früheren Zusagen“.
Neben Cook und Parekh hatte auch der ab September amtierende neue CEO (und heutige Hardware-Engineering-Chef) John Ternus beim Investorengespräch zu den Quartalszahlen einen Auftritt. In einem kurzen Statement betonte er, dass Apple eine „unglaubliche Roadmap” an neuen Produkten habe. Es sei die spannendste Zeit in seiner 25-jährigen Karriere bei Apple. Der Konzern habe „so viele Chancen“ und er könne „nicht optimistischer sein, was da noch kommt“. Er bedankte sich bei Cook für sein Vertrauen und nannte ihn „einen der größten Firmenlenker aller Zeiten“. Es sei eine „unglaubliche Ehre, die Rolle als CEO zu übernehmen“.
(bsc)