Datenschutz & Sicherheit

Apple untersucht von Claude Mythos entdecktes macOS-Problem


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Das mit viel Vorschusslorbeeren und Hype gestartete KI-Modell Claude Mythos, das im Rahmen des „Project Glasswing“ zum Auffinden von Sicherheitslücken genutzt werden soll, hat bei macOS angeschlagen – allerdings nicht bei Tests durch Apple, sondern bei einer externen Sicherheitsfirma. Dem Unternehmen Calif aus Palo Alto gelang es demnach, von einer frühen Mythos-Version vorgeschlagene Techniken zu verwenden, um „zwei Bugs und eine Handvoll Verfahren“ zu nutzen, um Speicherfehler zu erreichen. Darüber erlangte Calif dann eine Rechteausweitung. Wie weit Angreifer mit dem Exploit gekommen wären, blieb zunächst unklar.

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Details wurden bislang nicht veröffentlicht. Calif sieht das Problem jedoch als derart schwerwiegend an, dass Firmenmitarbeiter am vergangenen Dienstag direkt zu Apple gefahren seien, schreibt das Wall Street Journal. Einen 55 Seiten langen Bericht habe das Team an Apple übergeben. Allein dieser persönliche Besuch (beziehungsweise Apples Einladung dazu) kann als Besonderheit gelten. Details will die Sicherheitsfirma erst veröffentlichen, sobald Apple intern einen Patch getestet und diesen dann implementiert hat. Dies werde vermutlich ziemlich schnell gehen, so Thai Duong von Calif.

Apple gab gegenüber dem Wall Street Journal an, der Konzern untersuche die vorgelegten Informationen jetzt. Sicherheit sei Toppriorität und man nehme potenzielle Lücken sehr ernst. Der Ex-Google-Sicherheitsforscher Michal Zalewski, der den Calif-Exploit untersuchen konnte, gab an, die verwendete Technik sei bemerkenswert, da Apple sich so sehr bemühe, macOS zu schützen. Von außen lässt sich das alles derzeit nur schwer bewerten, weil Calif nicht einmal angegeben hat, in welchem Systembereich die Probleme liegen. Es liegt aber nahe, dass es mit dem neuen Systemschutz Memory Integrity Enforcement (MIE) zu tun hat, der in neueren Apple-Chips einen deutlich verbesserten Speicherschutz ermöglicht.

Anthropic hatte bei Bekanntgabe von Mythos behauptet, in kurzer Zeit unter anderem über 100 schwerwiegende Fehler in Firefox entdeckt zu haben – zahlreiche wurden bereits behoben. Im Rahmen von Project Glasswing wurde Sicherheitsforschern, darunter auch Calif, sowie großen IT-Konzernen wie Apple selbst Zugriff auf die „Cyber“-Fähigkeiten von Mythos gewährt. Nun ist ein Wettrennen ausgebrochen, wer mit dem KI-Modell die meisten Bugs findet.

Anthropic ist damit aber nicht allein: Auch OpenAI und Google arbeiten an entsprechenden Modellen beziehungsweise bieten diese längst an. Der Calif-Exploit ließ sich zudem nicht durch Mythos allein umsetzen. Duong, Chef des Unternehmens, teilte mit, die Arbeit sei nur mit einer „sehr menschlichen Cybersecurity-Expertise“ möglich gewesen. Mythos gelinge es derzeit vor allem, bereits dokumentierte Angriffe zu reproduzieren. Der Exploit soll jetzt aber eine Angriffstechnik darstellen, die neu ist.

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(bsc)



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