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Arm Flexible Access: Lizenzmodell öffnet sich mit neuer IP für größere Start-ups

Arm reduziert für Start-ups die Hürden bei der Nutzung des Lizenzmodells Arm Flexible Access, sodass jetzt auch höhere Fördersummen und Umsätze dennoch eine zunächst kostenfreie Nutzung zulassen. Außerdem stellt Arm das Gebührenmodell auf ein Angebot für alle Partner um und ermöglicht für weniger Geld unlimitierte Tape-outs.
Arm Flexible Access Entry sowie die kostenfreie Variante für Start-ups sind Lizenzmodelle, die bislang als Bindeglied zwischen dem günstigsten Flexible-Lizenzmodell „DesignStart“ und dem Komplettpaket „Standard Licensing“ fungierten. Bei Arm Flexible Access werden Lizenzgebühren für jedes lizenzierte Produkt erst nach der Entwicklung des SoCs und nicht schon vorab fällig. Flexible Access gibt Partnern Zugriff auf ein breites Spektrum an IP, darunter zahlreiche Cortex-Kerne, GPUs, Interconnects, System-Controller, Sicherheits-IP, Peripherie, Debug und Trace sowie Design-Kits. Auch Zugriff auf physische IP, Werkzeuge sowie Support erhalten Partner über die Lizenz.
Start-ups dürfen mehr Förderung erhalten
Start-ups konnten bislang kostenlos auf den Flexible Access zugreifen, sofern sie gewisse Fördersummen und Umsätze nicht überschreiten. Das sollte sicherstellen, dass das Programm tatsächlich nur von gewissen Start-ups genutzt werden kann. Die maximale Fördersumme eines Start-ups lag bislang bei 20 Millionen US-Dollar, fortan liegt das Limit aber bei 50 Millionen US-Dollar. Auch der Jahresumsatz darf mit 5 Millionen statt 1 Million US-Dollar jetzt auf höherem Niveau liegen.
Neue IP im Arm Flexible Access
Neuerdings gehört zu dem Programm mit der Ethos-U85 auch eine deutlich stärkere NPU. Damit will Arm die Künstliche Intelligenz an der Edge, also die KI direkt auf dem Endgerät des Nutzers, in breiterem Maße in den technischen Lösungen der Start-ups fördern. Die Ethos-U85 hatte Arm bereits letztes Jahr für den Flexible Access in Aussicht gestellt, als mit dem Cortex-A320 auch der erste CPU-Kern mit Armv9 Einzug hielt.
Arm Flexible Access umfasst jetzt außerdem die Corstone-320, eine Referenzplattform aus IP und Software, die unter anderem Cortex-M85 CPU, Ethos-U85 NPU und Arm Mali-C55 ISP zu einer Lösung zusammenfasst. SoC-Designer sollen damit vergleichsweise schnell AI-Edge-Lösungen für Wearables, Vision-Geräte, Sprachinterfaces und IoT-Systeme auf die Beine stellen können. Mit dem Cortex-M52 gehört zudem die laut Arm flächen- und energieeffizienteste Umsetzung der Armv8.1-M-Architektur zum Portfolio.
Ein Lizenzmodell für 85.000 US-Dollar
Wie sich an dem Programm teilnehmen lässt, hat Arm ebenfalls umgestellt. Für alle Partner gilt nun eine einzige jährliche Gebühr von 85.000 US-Dollar. Start-ups bleiben bis zu den genannten Grenzen davon ausgenommen. Bislang waren für 80.000 US-Dollar maximal drei Tape-outs pro Jahr möglich, wenn gewisse M-Prozessoren als Hauptprozessor der Gesamtlösung fungierten, ansonsten war sogar nur ein Tape-out möglich. Erst für 212.000 US-Dollar pro Jahr waren unlimitierte Tape-outs möglich. Diese Einschränkung fällt mit der jetzt einheitlichen Gebühr weg.