Künstliche Intelligenz

Auch Google ist offenbar an SpaceX-Rechenzentren im Weltraum interessiert


Google und SpaceX sprechen derzeit hinter verschlossenen Türen über eine Vereinbarung, um Rechenzentren in den Erdorbit zu bringen. Das berichtet der Wall Street Journal unter Berufung auf mit den Diskussionen vertraute Personen. SpaceX-Gründer Elon Musk vermarktet die Idee orbitaler Datenzentren als weiteres Geschäftsmodell seines Unternehmens, insbesondere im Hinblick auf den anstehenden Börsengang. Die Idee ist aber nicht neu für Google, der Datenkonzern hat bereits seit letztem Jahr entsprechende Pläne. Zudem hält Google schon seit mehr als zehn Jahren Anteile an SpaceX.

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Anfang November 2025 kündigte Google die Planung von KI-Rechenzentren im Orbit an. Im Rahmen von „Project Suncatcher“ sollen demnach Serverfarmen in den Weltraum verlegt werden, um diese dort rund um die Uhr mit Solarstrom zu versorgen. Für die zunächst geplante erste Konstellation aus 81 Satelliten bietet sich eine Kooperation mit SpaceX an, zumal Google bereits seit 2015 an dem Musk-Konzern beteiligt ist. Laut Pflichtmeldung bei der US-Börsenaufsicht hat Google damals 900 Millionen US-Dollar in SpaceX investiert und hält damit derzeit rund 6 Prozent an dem Unternehmen.

Deshalb dürfte eine Kooperation mit SpaceX über orbitale Rechenzentren, die die beiden Konzerne laut Wall Street Journal nun diskutieren, beiden Unternehmen dienen. Denn der von SpaceX kürzlich unter Verschluss beantragte Börsengang soll Interesse von Investoren wecken. Musk strebt mit SpaceX den größten Börsengang aller Zeiten an, denn der Konzern dürfte mit größenordnungsmäßig zwei Billionen US-Dollar bewertet werden. Davon soll zwar nur ein kleiner Teil verkauft werden, aber auch mit 50 oder 75 Milliarden US-Dollar wäre es der größte Börsengang der Geschichte.

Dazu passt auch die Kooperation von Anthropic mit SpaceX. Zunächst geht es dabei um KI-Rechenkapazitäten in dessen großen Supercomputer Colossus, wodurch die Nutzungslimits für Abonnenten der KI-Modelle Claude enorm angehoben werden konnten. Die KI-Firma zeigt aber auch Interesse an orbitalen Rechenzentren, die Rechenkapazität von mehreren Gigawatt bieten sollen. Allerdings gibt es dafür bislang keinen Zeitplan.

Nach Ansicht von Elon Musk ist der Erdorbit aufgrund der Sonnenenergie schon in wenigen Jahren der günstigste Ort für den Betrieb von KI-Rechenzentren. Google und Anthropic springen auf diesen Zug, aber es gibt auch Zweifel. Im Februar dieses Jahres bezeichnete OpenAI-Chef Sam Altman Rechenzentren im All als lächerlich, zumindest in der gegenwärtigen Umgebung. Als Gegenargumente führte er die derzeitigen Kosten des Transports ins All und die immer noch recht hohe Reparaturanfälligkeit aktueller GPUs an, die im All schwer zu beheben sind.

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Zu ähnlichen Schlüssen kommt eine Studie der Marktforscher von Gartner von Anfang dieses Jahres. Deren Analyse zerpflückt die Pläne für Rechenzentren im All und bezeichnet sie als „Höhepunkt des Wahnsinns“. Neben den Transportkosten sehen die Analysten einen Flaschenhals bei den Übertragungsraten der Daten zurück zur Erde und Probleme bei der Kühlung der Hardware im Vakuum, sodass die Ableitung der entstehenden Wärme auf ineffiziente und langsame Alternativen angewiesen sei. Statt dem Traum von orbitalen Datenzentren nachzujagen, sollten sich die Akteure besser dem dringend nötigen Ausbau der Infrastruktur auf der Erde widmen.

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(fds)



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