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Auf den Spuren der »Marke« Gutenberg › PAGE online


Schon gewusst, dass es im Jahr 1460 bereits individuelle Wort-Bild-Zeichen gab, die Druckerzeugnisse kennzeichneten? Wer sich auf die Suche nach den Ursprüngen begibt, erfährt, wie rätselhaft diese damals waren. Mit dieser Publikation beginnt eine Zeitreise.

Buchcover © Deutscher Kunstverlag

Wie Verlags-Brandings und Marken früher ausgesehen haben – beziehungsweise deren Vorläufer –, verrät das Buch (ein Begleitband zur Ausstellung) »Ich drucke! Signet, Marke und Druckerzeichen seit dem Zeitalter Gutenbergs«. Das ist für Designer:innen, Gestalter:innen, Verlagsmenschen und alle, die sich für Buchdruck- sowie Markengeschichte begeistern, extrem spannend.

»Welches Logo hätte Johannes Gutenberg gewählt, um sich und seine Drucke zu kennzeichnen?« Auf diese Frage werden wir natürlich keine Antwort erhalten, aber die Publikation beginnt so und lädt Leser:innen dazu ein, sich auf die Spuren der Marke Gutenberg zu begeben.

Gutenberg hatte kein eigenes visuelles Zeichen

Gutenberg selbst hatte angeblich kein großes Interesse daran, sich selbst als Absender oder Marke zu zeigen. Er besaß also kein visuelles Zeichen. Seine Nachfolger:innen hingegen führten im Jahr 1460 dies Schritt für Schritt ein und entwickelten individuelle Wort-Bild-Zeichen, um ihre Drucke zu kennzeichnen.

Das geschah in der Regel entweder auf der Titelseite oder auf der letzten Seite eines gedruckten Exemplars. Im Prinzip fast wie heute. Allerdings sind die damaligen Zeichen noch keine wie heute bekannten Verlagslogos, aber es sind in jedem Fall Vorläufer dieser – und im Buch werden sie als Druckerzeichen benannt.

Detailreiche, rätselhafte Wort-Bild-Zeichen zierten Cover

Zu sehen waren meist kleine Bildchen in Kombination mit einem Sinnspruch. Und die waren sehr detailliert dargestellt und auch aufgrund der schnörkeligen Schrift von damals aus heutiger Sicht schwierig zu entziffern. Aber deren Bedeutungen und der Entstehungsgeschichte geht die Publikation auf den Grund.

Diese detailreichen Wort-Bild-Zeichen ließen zudem Rückschlüsse auf die Herausgeber:innen oder Drucker:innen zu. Die Bildchen wirken heute sehr fantasievoll und rätselhaft, zum Beispiel mit Fröschen, Greifen oder geflügelten Kugeln. Um sie zu verstehen, muss man sich intensiv damit auseinandersetzen.

Soziale Zusammenhänge zwischen Zeichen und Personen

Tatsächlich verrät das Buch auch, dass hier kreative Gestaltungsideen für die Zeichen gefordert waren. In den Logos von damals konnte die Leserschaft beispielsweise ablesen, welchen Bildungsstatus der Absender hatte oder ob er religiös war.

Kurzum: Schon damals gab es zwischen den Zeichen und den Personen soziale Zusammenhänge.

Aber das ist nur der Beginn der Geschichte der visuellen Druckerzeichen …

Im Gutenberg-Museum läuft zudem in Kooperation mit der Johannes Gutenberg-Universität die Ausstellung zum 625. Geburtstag Gutenbergs noch bis zum 22.2.2026.

Der Flyer zur Ausstellung:

Einblicke in die Publikation:

Zum Buch:

Ich drucke! Signet, Marke und Druckerzeichen seit dem Zeitalter Gutenbergs
Herausgegeben von: Hui Luan Tran, Nino Nanobashvili
November 2025
192 Seiten, Deutsch
23 × 28 cm
130 Farbabbildungen
Gebunden
978-3-422-80320-6

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