Künstliche Intelligenz
Bericht: Apple bemüht sich um Speicher von CXMT
Laut einem Bericht der Financial Times betreibt Apple seit Wochen Lobbyarbeit, um von der US-Regierung eine Freigabe für Einkäufe bei dem chinesischen Unternehmen CXMT zu erhalten. Bisher ist das riskant, weil ChangXin Memory Technologies auf einer schwarzen Liste des US-Verteidigungsministeriums steht. Das Unternehmen soll auch das chinesische Militär beliefern.
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Unter Berufung auf sechs verschiedene, namentlich nicht genannte Personen, schreibt die Financial Times, dass Apples Lobbyisten seit rund einem Monat Gespräche in Washington führen. Diese sollen mit Vertretern des Handelsministeriums, wie auch anderen Regierungsvertretern laufen. Mitte Mai hatte Chinas Staatschef Xi Präsident Trump zu einem Staatsbesuch empfangen.
DDR5 und Flash aus China ist attraktiv
CXMT kann bereits seit mindestens anderthalb Jahren konkurrenzfähige DDR5-Bausteine herstellen. Das Unternehmen gilt als führend unter den chinesischen DRAM-Herstellern, und auch bei Flash-Speicher wächst mit YMTC ein starker Konkurrent aus China. Für beide Firmen gibt es laut der Financial Times zwar kein direktes Kaufverbot für Apple. Ohne Genehmigung durch die US-Regierung droht aber offenbar Ärger, denn die übt verstärkt Druck auf Technologieunternehmen aus.
Wie alle anderen Hardwarehersteller auch leidet Apple unter den vervielfachten Preisen für Speicherbausteine, erst in der vergangenen Woche kündigte das Unternehmen daher Preiserhöhungen an. Weitere Zulieferer, mit dann günstigeren Preisen, könnten die Situation auch für Apple wieder lindern. Bereits seit Jahren gibt es Berichte, Apple wolle bei chinesischen Chipherstellern einkaufen.
Diese bezogen sich bisher aber vorwiegend auf Geräte, die für den chinesischen Markt vorgesehen sind. Nun bemüht sich Apple aber wohl um die Möglichkeit, China-Chips auch weltweit einzusetzen. Auch PC-Hersteller verfolgen seit Längerem entsprechende Pläne.
Für Apple ist die unklare Regulierungssituation ein Risiko, denn die fragliche schwarze Liste wurde allein in diesem Jahr mehrfach geändert, mal standen CXMT und YMTC darauf, und dann wieder nicht. Zum Zeitpunkt dieser Meldung sind die beiden Firmen dort noch aufgeführt. Die Begründung für CXMT besteht aus einem einzigen Satz: Das Unternehmen sei „direkt verbunden“ mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium. Als „indirekt verbunden“ sieht das US-Verteidigungsministerium eine Sonderkommission (SASAC), welche staatliche Unternehmen steuert, und das chinesische Technologieministerium (MIIT).
Dass China früher im Land fehlende Branchen wie die Chipherstellung massiv subventioniert, ist kein Geheimnis. Wie jedoch die militärische Bedeutung sich dabei auswirken soll, und warum Geschäfte mit CXMT und YMTC eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen sollen, ist unbekannt. Speicherchips aller weltweiten Hersteller sind wie andere Halbleiter stets Dual-Use-Güter, die für zivile wie militärische Zwecke verwendet werden können.
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(nie)