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Bericht: EU stuft AWS und Azure bald als Gatekeeper laut Digital Markets Act ein
Die EU-Kommission wird voraussichtlich nächste Woche das vorläufige Ergebnis ihrer Untersuchung der US-Cloud-Anbieter nach dem Digital Markets Act (DMA) bekannt geben, heißt es aus Insider-Kreisen. Demnach werden Amazon Web Services (AWS) und Azure von Microsoft als Gatekeeper eingestuft, sodass diese Cloud-Dienste in der Europäischen Union (EU) strengeren Regeln unterworfen werden. Die endgültige Entscheidung über diese DMA-Bewertung soll bis Ende 2026 fallen.
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Diese Untersuchung begann im November 2025, als die EU die Cloud-Macht von US-Tech-Konzernen ins Visier nahm. Anlass sind Ausfälle bei den Cloud-Diensten mit teils erheblichen Auswirkungen auf andere Internet-Dienste. Kurz zuvor führte ein etwa 15-stündiger Ausfall der AWS-Cloud in den USA dazu, dass nicht nur Amazons eigene Streaming-Angebote, sondern auch Atlassian, Docker, Epic Games und der Signal-Messenger nicht oder nur noch sehr eingeschränkt erreichbar waren. Kurz darauf hatte auch Microsoft Azure mit einem Ausfall zu kämpfen, wodurch Flugpassagiere nicht einchecken konnten und Abstimmungen im schottischen Parlament unterbrochen wurden.
Daraufhin haben die europäischen Kartellbehörden erstmals auch Cloud-Dienste nach dem Gesetz über digitale Märkte unter die Lupe genommen. Die hauptsächlich aus den USA stammenden großen Cloud-Anbieter haben sich bislang dem EU-Gesetz über digitale Märkte entzogen, da ein Großteil ihres Geschäfts über Unternehmensverträge abgewickelt wird. Das macht es schwierig, die Anzahl der einzelnen Nutzer zu ermitteln. Dies aber ist eine der wichtigsten Kriterien der EU, um die Marktmacht von Unternehmen zu bestimmen.
Bislang keine Cloud-Dienste unter den Gatekeepern
Der seit November 2022 geltende DMA soll der Marktmacht von sogenannten Gatekeepern Grenzen setzen und den Wettbewerb fairer machen. Als Gatekeeper oder Torwächter werden laut der EU-Verordnung Unternehmen eingestuft, die zentrale Plattformdienste anbieten und dauerhaft einen erheblichen Einfluss auf den EU-Binnenmarkt haben. Bislang sind Alphabet, Amazon, Apple, ByteDance, Meta Platforms und Microsoft als Gatekeeper bewertet worden. Das gilt aber nur für Dienste wie App-Stores und Messaging, nicht für die Cloud-Infrastruktur.
Nächste Woche soll sich das ändern, wenn die EU-Kommission AWS und Azure vorläufig als Gatekeeper nach dem DMA einstuft. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, die anonym bleiben wollten. Das finale Ergebnis der Untersuchung soll demnach im Laufe dieses Jahres veröffentlicht werden, wobei der Zeitplan aber noch vorläufig ist. Die EU-Kommission und Microsoft wollten den Bericht nicht kommentieren, AWS hat auf eine entsprechende Anfrage nicht reagiert.
EU-Regulierung erzürnt US-Regierung
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Als Gatekeeper würden AWS und Azure zur Interoperabilität und zur Datenportabilität verpflichtet. Damit soll etwa ein Wechsel des Cloud-Anbieters vereinfacht werden und Kunden könnten andere Dienste mit AWS- oder Azure-Clouds verknüpfen, statt auch AWS- und Azure-Angebote beschränkt zu bleiben. Auch könnten erhebliche Geldstrafen verhängt werden, wenn festgestellt wird, dass die Cloud-Dienste gegen bestehende Vorschriften verstoßen.
Zuvor wurden die US-Konzerne Apple und Meta Platforms von der EU bereits wegen DMA-Verstößen mit Strafzahlungen in Höhe von mehreren Hunderten Millionen Euro belegt. Das wiederum führte zu Konflikten mit der US-Regierung, die Initiativen zur Datenhoheit verstärkt bekämpft und die EU-Regularien wie den DMA als Angriff auf US-amerikanische Unternehmen bezeichnet.
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(fds)