Künstliche Intelligenz
China: Bilder sollen elektromagnetische Drohnenkatapulte auf LKW zeigen
China arbeitet offenbar an militärischen Drohnenkatapulten, die elektromagnetisch betrieben werden und mobil auf Lastkraftwagen (LKW) zum Einsatz kommen. Im chinesischen Internet sind jetzt Bilder der Prototypen aufgetaucht, die drei Exemplare in der Hudong-Zhonghua-Werft im Osten Chinas zeigen sollen.
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Auf den Bildern sind drei achträdrige Lastwagen zu sehen, auf denen Startvorrichtungen für größere Drohnen montiert sind. Das Nachrichtenportal The War Zone vermutet, dass die Fahrzeuge so konstruiert sind, dass sie sich nahtlos zu einer Kette zusammenfügen lassen, was eine durchgehende ebene Fläche auf der Oberseite schaffen würde. Auf der Ladefläche von einem der Lastwagen ist eine Drohne zu sehen, deren Bugfahrwerk in einer Art Halterung der besagten Oberfläche zu stecken scheint.
Aufwendige Elektronik
Abgesehen von den Fahrerkabinen haben die Lastwagen weitgehend keine Seitenverkleidung und ermöglichen einen Blick auf ihre umfangreiche Elektronik mit zahlreichen schweren, freiliegenden Kabeln. Über jedem Rad befindet sich eine zylindrische Trommel.
Einiges deutet darauf hin, dass die Lastwagen Teil eines mobilen bodengestützten elektromagnetischen Katapultsystems sind. Die Zylinder und Kabel könnten Elektromagnete oder andere unterstützende Komponenten sein. Für einen reibungslosen Drohnenstart müsste ein solcher Lastwagen zudem selbstnivellierend sein. Auch dafür könnten die Zylinder und die sichtbare Elektronik dienen, spekuliert The War Zone.
Verbaute Technik wirft Fragen auf
Natürlich könnte es sich auch um reine Transporter handeln, doch die verbauten technischen Komponenten werfen Fragen auf. Das chinesische Unternehmen Tiantao Technology stellte im August Pläne für ein entsprechendes System vor. Die Renderings unterscheiden sich zwar deutlich von den Fahrzeugen in der Hudong-Zhonghua-Werft, allerdings könnte es sich auch noch um sehr frühe Prototypen handeln. Fraglich ist auch, woher der elektrische Antrieb für die mutmaßlichen Katapultvorrichtungen der gesichteten Laster kommen könnte. Laut Tiantao Technology soll das geplante System in der Lage sein, unbemannte Flugzeuge mit einem Gewicht von bis zu etwa 2,2 Tonnen zu starten.
Die Idee ist nicht ganz neu. Während des Vietnamkriegs kam beim US-Marinekorps das System Short Airfield für Tactical Support (SATS) zum Einsatz, das als „Flugzeugträger an Land“ mit Katapulten und Fangvorrichtungen fungierte.
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Warum die mutmaßlichen militärischen Prototypen in der Werft waren, dafür gibt es keinen ersichtlichen Grund. Allerdings ist es in China laut The War Zone üblich, dass neue militärische Fähigkeiten zwischen Weihnachten und Neujahr bekannt werden, mit ausdrücklicher Zustimmung aus Peking – selbst wenn es nicht direkt über offizielle Kanäle geschieht. Das ist eine mögliche Erklärung dafür, warum die Behörden offenbar keine besonderen Maßnahmen ergriffen haben, um die Technik vor der Öffentlichkeit abzuschirmen.
(nen)
Künstliche Intelligenz
Cisco: Mit Nutanix zur VMware-Alternative
Neben den KI-Agenten, die seine Hausmesse Cisco Live dominieren, zielt Cisco auf die physische und lizenzrechtliche Seite der IT-Infrastruktur und will diese kundenfreundlicher beziehbar machen. Konvergente Systeme bereitzustellen ist schon länger ein wichtiger Trend. Ciscos eigenes Angebot HyperFlex ist schon länger Geschichte, dafür wird die Nutanix-Plattform nun fester Bestandteil der Cisco-Laufzeitverträge – eine klare Positionierung gegen Broadcoms VMware.
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Anders als im Vorjahr, als Cisco neue KI-Server UCS C880A M8 und UCS C845A M8 und deren Integration mit Intersight vorstellte, gab es in diesem Bereich diesmal vollen Fokus auf das Cisco Unified Edge. Das in kleinerem Rahmen im November 2025 angekündigte System wurde nun auf der Cisco Live 2026 in Amsterdam der breiten Öffentlichkeit „zum Anfassen“ vorgestellt. Weitere Themen waren Energieeffizienz und Kühlung, speziell im Edge. Cisco hat Immersive Kühlung für Unified Edge gezeigt und Einblicke gegeben in das Projekt Edison – eine disruptive Art der Stromverteilung.
Nutanix – Teil von Cisco Enterprise Agreements
Strategisch wichtig ist die vertiefte Partnerschaft mit Nutanix – und das damit verbundene stille Ende von HyperFlex. Die strategische Zusammenarbeit von Nutanix und Cisco besteht seit über zwei Jahren. Cisco integriert die Nutanix Cloud Platform (NCP) künftig direkt in seine Enterprise Agreements (EA). Kunden können somit Nutanix-Lizenzen als Teil ihres bestehenden Cisco-Softwarevertrags beziehen, statt separate Verhandlungen führen zu müssen.
Für Unternehmen, die nach der Broadcom-Übernahme von VMware und den damit verbundenen Lizenzänderungen nach Alternativen suchen, entfällt so die Hürde, eine neue Lieferantenbeziehung aufbauen zu müssen. Wer ein zweites Virtualisierungs-Standbein aufbauen oder Migrationen planen will, kann das innerhalb des bestehenden Cisco-Vertrags tun. Auch für Nutanix ergibt sich ein Vorteil: Die eigene Software gelangt über den Cisco-Vertriebskanal in große Software-Agreements, die Cisco-Seller ohnehin bei Bestandskunden platzieren. Der Zugang zu diesem Vertriebsapparat wäre für Nutanix allein kaum in dieser Breite erreichbar.
Unified Edge: Weniger anfassen, mehr erledigen
Die passende Hardware-Heimat für diese Software liefert Cisco mit dem Unified Edge. Bereits im November 2025 angekündigt – zu einem ungünstigen Zeitpunkt im Jahresendgeschäft – wurde es jetzt auf der großen Bühne der Cisco Live einem breiteren Publikum vorgestellt.
Hinter Unified Edge stehen zwei Überzeugungen. Erstens: Bei steigender Komplexität wird die Notwendigkeit größer, mit einem einzigen Instrument mehr zu erledigen. Der Hersteller bündelt deshalb Compute, GPU, Switching und Firewall in einzelnen Einschüben, die sich als Zero-Touch-Infrastruktur zentral managen lassen, aber lokal autonom agieren. Zweitens: Cisco glaubt an verteilte IT. Nicht alle Daten lassen sich sinnvoll an einem zentralen Ort verarbeiten – eine Art „Produktvorfertigung“ am Edge soll Latenz und Bandbreitenbedarf reduzieren.
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Auf der Hauptbühne der Cisco Live stellte der Hersteller das Konzept nun prominent vor. Gegenüber dem November-Launch sind weitere Einschub-Optionen hinzugekommen, darunter Nvidia-GPUs und zusätzliche Netzwerk-Module. Für Außenstellen, Filialen und Edge-Standorte entsteht so ein modulares System, das die Nutanix-Softwarelogik auf die Hardware überträgt.
Projekt Edison: Energie verteilen, nicht nur Daten
Einen Blick in die fernere Zukunft gewährt das Forschungsprojekt „Edison“, das Denise Lee, Vice President von Ciscos Engineering Sustainability Office, auf der Cisco Live erstmals öffentlich vorstellte. Der Ausgangspunkt: Kommende KI-Beschleuniger werden so viel Energie verbrauchen und Abwärme erzeugen, dass klassische Racks an ihre physikalischen Grenzen stoßen. Nvidias kommende Rubin-Generation etwa soll gegenüber Blackwell die etwa fünffache Rechenleistung liefern – bei einem Stromverbrauch, der sich mindestens verdoppeln dürfte.
Laut Cisco reicht es künftig nicht mehr, nur Daten zu verteilen – auch die Energieversorgung muss dezentralisiert und so verlustarm wie möglich werden. Das Konzept selbst ist nicht neu: Cisco experimentierte bereits vor zehn Jahren mit Smart-Building-Initiativen und Inline-Power. Damals fehlte allerdings der Leidensdruck. Mit den Leistungsaufnahmen heutiger und kommender KI-Hardware ist dieser Leidensdruck nun da.
Projekt Edison exploriert Technologien, um bis zu 600 Watt Gleichstrom über ein einzelnes Adernpaar sicher zu übertragen. Technisch geht dies weit über heutiges Power-over-Ethernet (PoE) hinaus, das bei maximal 100 Watt (IEEE 802.3bt Type 4) sein Maximum erreicht. Das Ziel: Energie flexibel dorthin routen, wo KI-Workloads gerade Lastspitzen erzeugen, und so thermische Hotspots in Rechenzentren entzerren. Ergänzend dazu bietet Cisco zum neuen Silicon One G300 mit 102,4 Tbit/s Durchsatz jetzt erstmals auch Switches in Liquid-Cooled-Varianten an. Der Hersteller will also die gesamte physische Infrastruktur auf die Anforderungen der KI-Ära ausrichten.
(fo)
Künstliche Intelligenz
Deep Fakes von Grok: Irische Datenschutzbehörde leitet Verfahren gegen X ein
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Elon Musks Plattform X droht ein weiteres Bußgeld in der Europäischen Union. Die für X zuständige irische Data Protection Commission (DPC) hat am Montag ein Verfahren gegen die X Unlimited International Corporation (XIUC) in Dublin eingeleitet. Hintergrund sind die mit Grok erstellten sexualisierten oder anders manipulierten Bilder verschiedener Menschen, die Nutzer ohne das Einverständnis der Betroffenen auf X veröffentlicht hatten.
Seit den ersten Medienberichten über die Vorfälle habe sich die DPC mit X ausgetauscht, erklärte der stellvertretende Leiter der Aufsichtsbehörde, Graham Doyle: „Als die federführende Aufsichtsbehörde für XIUC in der EU und dem EWR hat die DPC eine großangelegte Untersuchung begonnen, in der wir die Einhaltung einiger grundlegender Pflichten XIUCs im Rahmen der DSGVO in Bezug auf diese Vorgänge prüfen werden.“
DPC prüft DSGVO-Verstöße
Die irische DPC, die lange als eher harmlose Aufsichtsbehörde betrachtet wurde, untersucht eigenen Angaben zufolge mögliche Verstöße gegen die Artikel 5 und 6 der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Diese Artikel enthalten die Grundregeln der Datenverarbeitung sowie Vorgaben zur Zulässigkeit von Datenverarbeitungen. Zudem prüft die Behörde mögliche Verstöße gegen die Artikel 25 und 35 zu Datenschutz „by design“ und Datenschutzfolgeabschätzung.
Die DPC ist für die Einhaltung der DSGVO durch Unternehmen mit Sitz in Irland zuständig. Die Behörde darf also Verfahren einleiten und auch Bußgelder verhängen, wenn sie überzeugt ist, dass ein Unternehmen gegen die DSGVO verstoßen hat. Zur möglichen Dauer eines entsprechenden Verfahrens äußerte sich die irische Datenschutzaufsicht nicht. Es handelt sich um das dritte Verfahren im Grok-Kontext, das die DPC eingeleitet hat.
Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe zu Jahresbeginn hatten sich bereits mehrere Politiker für ein härteres Durchgreifen gegen die Musk-KI und die zugehörige Plattform ausgesprochen. Die EU-Kommission leitete als Aufsichtsbehörde für den Digital Services Act (DSA) Ende Januar eine Untersuchung ein.
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(vbr)
Künstliche Intelligenz
Apple kündigt überraschend „Special Apple Experience“ an
Apple hat am Montag überraschend für den 4. März 2026 ein Event für Medienvertreter angekündigt. Zu der „Special Apple Experience“ wurden Journalisten und Influencer nach New York City, London oder Shanghai eingeladen. Das Event soll an dem Mittwoch um 15 Uhr deutscher Zeit beginnen.
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Was Apple dort vorstellen wird, bleibt indessen vorerst das Geheimnis des iPhone-Herstellers. Generell scheint Apple ein kleiner Überraschungs-Coup gelungen zu sein. Einschlägige Leaker und Bloomberg-Reporter Mark Gurman hatten die Rückkehr eines Frühlings-Events nicht auf dem Schirm. Stattdessen wurde jeden Tag mit Hardware-Veröffentlichungen gerechnet.
Neues MacBook mit A18-Chip im Anflug?
Als recht wahrscheinlich gilt die Vorstellung eines neuen MacBooks zum für Apple-Verhältnisse günstigen Preis. Dieses Gerät könnte mit einem A18-Chip kommen, also einem Prozessor, der ansonsten in iPhones und günstigeren iPads sitzt. Die Farbtöne in der Einladung, darunter ein frühlingshaftes Gelb und Grün, passen zu Gerüchten, dass Apple beim neuen Modell mutig in den Farbtopf greifen möchte. Mark Gurman berichtete am Wochenende, dass das Gerät ein Aluminium-Gehäuse haben und sich besonders an Studenten und Unternehmen richten soll.
Zu einem solchen Einsteiger-MacBook könnte sich auch das günstigste iPhone gesellen. Schon seit einiger Zeit wird mit einem Nachfolger des iPhone 16e gerechnet. Ob Apple das iPhone 17e auch im Zuge des Events vorstellt oder schon vorher, gilt es abzuwarten. Die Liste der potenziellen Kandidaten umfasst auch ein neues MacBook Air mit M5, MacBook-Pro-Modelle mit M5 Pro und M5 Max, neue Mac-Displays, ein iPad mit A18 und ein iPad Air mit M4.
Noch keine Infos über ein Video
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Inwieweit Apple das Event auch mit einem Video begleiten wird, ist noch ungewiss. Bei früheren Präsenz-Terminen für Medienvertreter wurde in der Regel im Netz auch ein Film mit den Neuvorstellungen veröffentlicht. Die Medienvertreter hatten dann Gelegenheit, die vorgestellten Geräte vor Ort gleich einmal in Augenschein zu nehmen.
(mki)
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