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Clevere WM-Werbeaktion: So bringt die BVG den Tooooooor-Jubel in die Berliner U-Bahn


Aus Oranienburger Tor wird Oranienburger Toooooor

Mit dem 7:1-Kantersieg gegen Curaçao hat die deutsche Nationalelf am Sonntagabend bei ihrem ersten WM-Auftritt abgeliefert. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben das Torfestival offenbar vorhergesehen – und in einer Nacht- und Nebelaktion schon mal den Torjubel vorweggenommen.

Wer zurzeit am wohl bekanntesten Berliner Wahrzeichen in die U-Bahn steigt, wird womöglich seinen Augen kaum trauen. Denn aus dem „Brandenburger Tor“ ist das „Brandenburger Tooooooor“ geworden. Dasselbe ist mit allen anderen U-Bahnhöfen passiert, die ein „Tor“ im Namen tragen. Heißt: Auch die U-Bahnhöfe Frankfurter Tor, Hallesches Tor, Kottbusser Tor, Oranienburger Tor und Schlesisches Tor wurden in einer Nacht- und Nebelaktion vom 13. auf den 14. Juni und somit pünktlich zum ersten Spiel der deutschen Nationalelf bei der Fußball-WM umgewidmet. 

Hinter der Aktion stecken (natürlich) die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die seit Jahren mit kreativer Eigenwerbung für Schlagzeilen sorgen. Mit dem jüngsten Coup, den die BVG gemeinsam mit der Agentur RYSM und der Werkstatt für Alles umgesetzt hat, will das Berliner Nahverkehrsunternehmen den WM-Jubel im öffentlichen Nahverkehr erlebbar machen. „Die Tore der BVG und die Tooooore der WM sind einfach eine natürliche Verbindung, die wir nur verlängern mussten. So bringen wir die Emotionen des größten Sport-Events mitten nach Berlin“, erklärt Alf Frommer, Executive Creative Director bei RYSM, die Hintergründe der „Tooooooor“-Schilder, die noch bis zum Ende der WM zu sehen sind. 
Ineke Paulsen geht davon aus, dass es nicht viel Überzeugungsarbeit braucht, um die Fahrgäste auf diese Weise für das Turnier zu begeistern. „Auch in diesem Sommer bringen wir wieder tausende Fans in die Lieblingsbar oder zum gemeinsamen Jubeln durch die Stadt“, sagt die Marketingleiterin der BVG. „Mit unseren ‚Toooooooor‘-Bahnhöfen wollen wir die gemeinsame Freude an der WM direkt in den Alltag unserer Fahrgäste bringen und der Stadt ein Lächeln schenken“, so Paulsen weiter. 
Auf die Aktion, die in den Medien und auf Social Media schon jetzt breit besprochen wird, ist man bei RYSM vor allem deshalb stolz, weil mit minimalem Aufwand maximale Wirkung erzielt und einfach das bestehende Stadt- und Linienbild zum Medium gemacht wurde. „Die beste Kreation ist oft die, die sich aus dem Offensichtlichen entwickelt. Wir mussten den Torjubel nicht erfinden, wir mussten ihn nur im Berliner Stadtplan finden und sichtbar machen“, sagt Sebastian Stelzer, Managing Creative Director bei RYSM.  

Wobei der Aufwand wohl nicht ganz gering war. „Sechs U-Bahnhöfe, eine Nacht, vier Teams – und am Morgen steht Berlin mancherorts vor einem neuen Stadtbild“, sagt Moritz Jüdes, Gründer und Geschäftsführer der Werkstatt für Alles, die RYSM bei der Nacht- und Nebelaktion unterstützte. Bereuen tut der Chef der auf Handwerk, Design und technische Konzeption spezialisierten Berliner Agentur und Manufaktur freilich nichts. „Ich liebe solche Aktionen: Eine gute Idee wird durch grundsolides Handwerk wachgeküsst und eine ganze Stadt kann das Ergebnis sehen“, sagt er.



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