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Das sind die TikTok-Trends 2026


Das erfordert von Marketern jedoch auch mehr Flexibilität und feineres Trendgespür. Starre Content-Planungen über Monate hinweg verlieren an Wirkung, weil Stimmungen schnell kippen und Trends oft situativ entstehen. Wer relevant bleiben will, muss agil reagieren, zuhören und kulturelle Signale früh erkennen. TikTok verweist in diesem Zusammenhang auf Tools wie TikTok One Insight Spotlight oder Market Scope, mit denen sich Gespräche, Trends und Stimmungsbilder in Echtzeit analysieren lassen.

TikTok wird ohnehin zunehmend zur kulturellen Infrastruktur für Entertainment, Sport und Alltag. Dass die FIFA TikTok für die Fußball-WM 2026 als zentrale Plattform für Clips, Creator-Einblicke und Fan Content nutzt, zeigt, welchen Stellenwert die App inzwischen erreicht hat.


FIFA setzt für die WM 2026 auf TikTok
– Disney folgt dem Kurzvideo-Trend

© FIFA / TikTok

TikTok positioniert sich als Such- und Inspirationsplattform

Ein zentrales Signal aus TikTok Next 2026 ist der Abschied vom reinen Dauer-Scrollen. TikTok entwickelt sich immer mehr zur Entdeckungsmaschine. Und das teilweise auch auf Umwegen: Zwei von drei Nutzer:innen geben an, dass sie auf der Plattform Dinge finden, nach denen sie ursprünglich gar nicht gesucht haben.

Der Autopilotmodus verliert ebenso an Relevanz. Statt Routinen abzuarbeiten, suchen User nach Intention, Präsenz und menschlicher Einordnung. Der For You Feed ist somit nicht mehr die Endstation. Stattdessen Suchen User in Kommentaren nach Antworten, nutzen die Suchleiste und verfolgen Gedankenspuren verfolgt, die sich erst unterwegs. TikTok wandelt sich dabei vom reinen Zeitvertreib zum Hub für Orientierung. Trendbegriffe wie #npcmode wirken im Rahmen dieser Veränderungen zunehmend überholt, denn die Community will nicht länger Nebenfigur sein, sondern holt sich ihre Main Character Energy zurück. Statt passiver Ablenkung rücken aktives Entdecken, Verstehen und Einordnen in den Vordergrund.

Entsprechend funktioniert Suche auf TikTok selten linear. Viele starten mit einer konkreten Frage und stoßen auf Empfehlungen, Erfahrungsberichte und Creator-Perspektiven, die neue Kontexte eröffnen. Genau diese Mischung aus persönlichem Wissen und Community Feedback macht TikTok für viele hilfreicher als andere Suchplattformen.

Für Marken entstehen daraus neue Chancen. Sichtbarkeit entsteht nicht mehr nur innerhalb der eigenen Kategorie. Entscheidend ist, in unerwarteten Kontexten präsent zu sein und Teil dieser Entdeckungsreisen zu werden. Duracell ist dafür ein gutes Beispiel. Die Marke identifizierte über TikTok-Signale eine starke Verbindung zur K-Pop Community, die Batterien für Lightsticks nutzt. Aus einer vermeintlichen Nische wurde ein strategisch relevanter Fokus für 2026.

Social Listening wird damit zur Pflichtdisziplin. Mit der TikTok One Content Suite lassen sich organische Markenerwähnungen analysieren und Community-Stimmungen verstehen. Creator Content kann verstärkt oder als Inspiration für eigene Kampagnen dienen. TikTok positioniert sich so immer mehr als Such- und Inspirationsplattform, auch im Wettbewerb mit Google, Reddit und KI-gestützten Suchsystemen.

Emotionaler ROI rückt den Kaufgrund in den Mittelpunkt

Impulskäufe verlieren an Gewicht, bewusste Entscheidungen gewinnen. Der Preis allein überzeugt nicht mehr. Statt der schnellen „kleinen Belohnung“ suchen Nutzer:innen nach einem guten Grund für jeden Kauf. Relevant wird, welchen emotionalen und funktionalen Mehrwert ein Produkt bietet und ob es sich sinnvoll in den eigenen Alltag einfügt.

81 Prozent der Nutzer:innen sagen, dass sie auf TikTok realistische Einblicke in die tatsächliche Nutzung von Produkten erhalten. Kaufentscheidungen entstehen dabei selten isoliert. Creator Content, Community Feedback und Empfehlungen greifen ineinander. TikTok identifiziert dabei drei Muster im veränderten Kaufverhalten. Erstens erweitern Nutzer:innen ihre Definition von „essenziell“. Nicht der Preis entscheidet, sondern Bedeutung, Nutzen und Zugehörigkeit. Zweitens wird TikTok zur Verifizierungsplattform. Kommentare dienen als Realitäts-Check, bevor gekauft wird. Drittens gewinnen Creator als ehrliche Ratgeber:innen an Einfluss. Wer transparent berät und persönliche Erfahrungen teilt, prägt Kaufentscheidungen stärker als klassische Werbebotschaften.

Wie sich dieser emotionale ROI aktivieren lässt, zeigt Audible. Ein einfacher Post mit der Bitte um Fünf-Sterne-Buchempfehlungen löste eine intensive Diskussion in der #BookTok Community aus und erzielte eine deutlich höhere Reichweite als der Kanaldurchschnitt. Audible hielt sich bewusst zurück und überließ der Community die Bühne.

Für Marketer wird emotionaler ROI damit messbar. Nicht nur über Conversions, sondern über Vertrauen, Wiederkehr und Bindung. TikTok empfiehlt, Kaufentscheidungen aktiv zu bestätigen, Mehrwerte klar zu erklären und Marken als verlässliche Orientierungshilfe zu positionieren. Tools wie Symphony Creative Studio sollen dabei helfen, Inhalte effizient zu skalieren und in Formate wie Demos, Vergleiche oder Anleitungen zu übersetzen. Entscheidend bleibt dabei die Tonalität. Authentische, gemeinschaftsgetriebene Bewertungen wirken stärker als perfekt ausformulierte Marken-Claims.

TikTok 2026 wird zur Entscheidungsplattform, nicht zur Ablenkung

Nutzer:innen kommen 2026 mit klarer Absicht auf TikTok. Sie suchen Antworten, Orientierung und Inhalte, die ihre Zeit wirklich wert sind. Gleichzeitig sortiert sich TikTok neu. Mit Features wie Gift Cards im TikTok Shop rückt die Plattform näher an etablierte E-Commerce Player wie Amazon heran. Parallel verändern politische Entscheidungen rund um das US-Geschäft die Machtverhältnisse im Hintergrund. Und währenddessen wächst die Plattform weiter zur kulturellen Schaltzentrale. Sport, Streaming, Social Media und Commerce verschmelzen.

Die Konsequenz für Marketer ist eindeutig. Nicht viraler werden, sondern relevanter. Weniger Kampagnendenken, mehr Gespür für Kultur, Timing und Community. TikTok Next 2026 liefert dafür Inspiration und betont: Marken müssen Teil von Gesprächen werden, nicht nur deren Absender:innen.


TikTok Shop führt Gift Cards ein und fordert Amazon und Co. heraus

© TikTok Shop via Canva





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