Künstliche Intelligenz

Die Produktwerker: Kosten und Nutzen von KI-Initiativen realistisch abschätzen


Simonetta Batteiger ist erneut zu Gast bei den Produktwerken und spricht mit Tim Klein über ein Thema, das in vielen Unternehmen gerade an Bedeutung gewinnt: die Kosten von KI-Initiativen. Es geht um die Frage, wie sich Investitionen in künstliche Intelligenz realistisch bewerten lassen. Der Austausch bewegt sich bewusst weg vom Hype und hin zu einer nüchternen betriebswirtschaftlichen Betrachtung, die Produktschaffenden dabei hilft, Verantwortung zu übernehmen.

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(Bild: deagreez/123rf.com)

Fachvorträge und Networking-Möglichkeiten: Die Product Owner Days am 5. und 6. Mai 2026 in Köln befassen sich in über 20 Vorträgen mit aktuellen Themen rund um Product Ownership, KI im Produktmanagement, User Research, Product Discovery und Product Economics.

KI-Initiativen entstehen aktuell oft aus Neugier, Innovationsdruck oder dem Wunsch, technologisch nicht abgehängt zu werden. Gleichzeitig bleibt häufig unklar, was diese Vorhaben tatsächlich kosten und welchen Beitrag sie zum Geschäftserfolg leisten sollen. Die Kosten von KI-Initiativen beschränken sich dabei selten auf Tool-Lizenzen oder Token-Nutzung. Schon früh im Gespräch wird deutlich, dass der größte Teil der Ausgaben in Menschen fließt. Machine Learning Engineers, Data Scientists, Produktteams, Governance Rollen und rechtliche Prüfung verursachen laufende Kosten, die dauerhaft eingeplant werden müssen.

Ein zentrales Spannungsfeld liegt in der Erwartungshaltung vieler Organisationen. KI soll Prozesse beschleunigen, Kosten senken oder neue Umsätze ermöglichen. Diese Erwartungen brauchen jedoch eine belastbare Grundlage. Ohne klare Hypothesen bleibt unklar, ob eine Initiative Wert schafft oder lediglich Ressourcen bindet. Die Kosten von KI-Initiativen lassen sich nur dann sinnvoll bewerten, wenn sie mit einer konkreten Annahme über Nutzen verknüpft werden. Hier kommt das AI Business Case Template von Simonetta Batteiger ins Spiel, das nicht als finanzmathematisches Artefakt verstanden werden soll, sondern als Denkwerkzeug und Anstoß von Diskussionen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein Return on Investment (ROI) entstehen kann. Investitionen in Infrastruktur, Datenqualität und Betrieb müssen sich über die Zeit hinweg auszahlen. Dabei ist Geschwindigkeit entscheidend. Je früher sichtbar wird, welchen Effekt eine KI-Initiative hat, desto besser lässt sich nachsteuern. Gleichzeitig bleibt Unsicherheit ein fester Bestandteil. Auch bei KI gelten die bekannten Muster aus der Produktentwicklung. Viele Ideen funktionieren nicht wie erhofft. Das ist kein Scheitern, sondern Teil des Lernprozesses. Entscheidend ist, diese Unsicherheit bewusst einzuplanen und transparent zu machen.

Die Kosten von KI-Initiativen steigen vor allem dann stark an, wenn aus Experimenten irgendwann produktive Systeme werden. Modelle müssen überwacht werden, Daten verändern sich, regulatorische Anforderungen greifen. Ohne saubere Governance und kontinuierliche Kontrolle entstehen neue Risiken. Diese Aspekte gehören von Anfang an in die Betrachtung, damit KI nicht zur Blackbox wird, die sich finanziell und organisatorisch verselbständigt.

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Deutlich wird im Gespräch mit Simonetta Batteiger aber auch, dass sich an den Grundprinzipien der Produktarbeit wenig ändert. Discovery bleibt zentral, um echte Probleme zu verstehen. Value entsteht nur dort, wo Nutzer oder Kunden bereit sind, für Lösungen zu bezahlen oder wo Kosten messbar reduziert werden. KI erweitert den Werkzeugkasten, hebt aber betriebswirtschaftliche Logik nicht auf. Wer die Kosten von KI-Initiativen realistisch einschätzt, schafft eine solide Basis für Entscheidungen und wird gegenüber Stakeholdern anschlussfähig.

Sich mit Zahlen auseinanderzusetzen, ist kein Selbstzweck, sondern Teil moderner Produktverantwortung. Wer die Kosten von KI-Initiativen versteht und einordnen kann, verlässt die Rolle des Experimentierenden und übernimmt Gestaltungsspielraum. Genau darin liegt die Chance, KI sinnvoll und wirksam im Unternehmen zu verankern.

Frühere Podcastepisoden mit Simonetta Batteiger:

Im Podcast genannter Artikel von Rich Mironov:

Wer weitere Fragen hat oder direkt mit Simonetta in Kontakt treten möchte, erreicht sie am besten über ihr LinkedIn-Profil. Mehr von ihr gibt es in ihrem Blog Inclusive Leaders. Für einen Zugang zu Business- und Finanzzahlen bietet sie den Kurs „Business and Finance Concepts for Product and Tech Leaders“ an, der jeden Monat mit einer neuen Kohorte startet.

Die aktuelle Ausgabe des Podcasts steht auch im Blog der Produktwerker bereit: „ROI und realistische Kosten von AI-Initiativen“.


(mai)



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