Künstliche Intelligenz
Die Technik moderner Datenträger: SSDs, Festplatten und mehr | c’t uplink
Man könnte meinen, die klassische Festplatte sei eine tote Technologie, doch dem ist keineswegs so. Hersteller tüfteln nach wie vor an Methoden, die Speicherdichte zu verbessern und stopfen inzwischen bis zu elf Magnetscheiben in die rund 25 Millimeter flachen Gehäuse von 3,5″-Platten. Die Folge: Festplatten sind nach wie vor das Medium der Wahl, wenn es nicht um Megabyte pro Sekunde geht, sondern um Gigabyte pro Euro.
Den wöchentlichen c’t-Podcast c’t uplink gibt es …
Im c’t uplink sprechen wir aber auch über andere aktuelle Arten von Speichermedien – allen voran natürlich SSDs –, warum SD-Karten so viel langsamer und USB-Sticks fast schon ein Abfallprodukt sind, und: Gibt es eigentlich noch Bandlaufwerke?
Zu Gast im Studio: Lutz Labs, Christof Windeck
Host: Jan Schüßler
Produktion: Ralf Taschke
► Unseren Leitfaden zu Speichermedien lesen Sie bei heise+
► sowie in c’t 18/2025
In unserem WhatsApp-Kanal sortieren Torsten und Jan aus der Chefredaktion das Geschehen in der IT-Welt, fassen das Wichtigste zusammen und werfen einen Blick auf das, was unsere Kollegen gerade so vorbereiten.
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(jss)
Künstliche Intelligenz
Microsoft kündigt erste eigene KI-Modelle an
Microsofts KI-Abteilung hat am Donnerstag ihre ersten selbst entwickelten KI-Modelle vorgestellt: MAI-Voice-1 AI und MAI-1-Preview. Laut dem US-Unternehmen soll das neue Sprachmodell MAI-Voice-1 mit nur einer GPU in weniger als einer Sekunde eine Minute Audio generieren können. Das Modell MAI-1-Preview soll derweil „einen Einblick in zukünftige Angebote innerhalb von Copilot“ bieten.
„Große Ambitionen für die Zukunft“
Der Softwarekonzern beschreibt MAI-Voice-1 als sein erstes „ausdrucksstarkes und natürliches Sprachgenerierungsmodell“. Es werde bereits in der Funktion „Copilot Daily“ und Podcasts eingesetzt. Microsoft betrachtet die Stimme als „die Schnittstelle der Zukunft für KI-Begleiter“; das KI-Modell MAI-Voice-1 liefere in Szenarien mit einem als auch mit mehreren Sprechern „hochauflösende, ausdrucksstarke Audioqualität“, so das Unternehmen.
Interessierte können das Sprachmodell in Copilot-Labs ausprobieren. Hier können Nutzer eingeben, was die KI sagen soll. Zudem können sie sowohl die Stimme als auch den Sprachstil ändern.
Das zweite KI-Modell MAI-1-Preview steht derweil zum öffentlichen Testen auf der Plattform LMArena bereit. LM Arena ist eine öffentliche, webbasierte Plattform, die große Sprachmodelle (LLMs) durch anonyme, crowdgesourcte paarweise Vergleiche bewertet. MAI-1-Preview ist laut Microsoft das erste „End-to-End-trainierte Basismodell von MAI“, das eigenen Angaben zufolge auf rund 15.000 Nvidia H100-GPUs trainiert wurde. Microsoft sagt, das Modell wurde für Nutzer entwickelt, die ein KI-Modell benötigen, das Anweisungen befolgen und „hilfreiche Antworten auf alltägliche Fragen geben kann“.
Microsoft AI plant die Einführung von MAI-1-Preview für bestimmte Textanwendungsfälle in seinem Copilot-KI-Assistenten. Dieser basiert derzeit auf den großen Sprachmodellen von OpenAI.
„Wir haben große Ambitionen für die Zukunft“, schreibt Microsoft AI in seinem Blogbeitrag. „Wir werden nicht nur weitere Fortschritte in diesem Bereich anstreben, sondern sind auch davon überzeugt, dass die Koordinierung einer Reihe spezialisierter Modelle für unterschiedliche Nutzerabsichten und Anwendungsfälle einen immensen Mehrwert schaffen wird.“
Microsoft und OpenAI: It’s complicated
Die milliardenschwere Partnerschaft zwischen Microsoft und OpenAI ist kompliziert, um es vereinfacht auszudrücken. Denn OpenAI will seine Unternehmensstruktur von einem Non-Profit in ein gewinnorientiertes Unternehmen umwandeln und eigenständiger werden. Durch diese Umstrukturierungen und die damit einhergehenden Veränderungen der Beteiligung von Microsoft an OpenAI soll es Streit geben. Insgesamt hat Microsoft etwa 13 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert – die Frage ist, wie viele Unternehmensanteile sie dafür bei einer Umwandlung bekämen.
Zudem näher OpenAI sich an Softbank an, die zusammen am „Projekt Stargate“ arbeiten. Außerdem denkt OpenAI über den Verzicht von Serverkapazitäten von Microsoft nach. Überdies gehe es auch darum, dass Microsoft nicht auf das geistige Eigentum von OpenAI nach Belieben zugreifen können soll. Mit den ersten eigenen KI-Modellen sieht Microsoft offenbar allmählich zu, sich weniger abhängig von OpenAI zu machen. Der Vertrag zwischen den beiden Unternehmen läuft offiziell 2030 aus.
(afl)
Künstliche Intelligenz
Missing Link: „Die Plattformen müssen mal aufwachen!“ – Interview mit Sabaton
Die schwedische Power-Metal-Band Sabaton gab zum dritten Mal ein Konzert auf der Gamescom. Nach einem Konzert im Jahr 2017 direkt auf dem Stand des Spiele-Entwicklers Wargaming und einer Wiederholung im Jahr 2019, bespielten die Schweden in diesem Jahr die neue Gamescom-Event-Arena, der die komplette Messehalle 1 gewidmet war. Der Einlass in die Messehalle musste wegen des großen Andrangs gestoppt werden. Das Konzert wurde live auf Twitch an über 50.000 Zuschauer übertragen. Am Rande der Messe hatte heise online die Gelegenheit, sich mit Sabaton-Bassist und Bandgründer Pär Sundström über Musik, Videospiele und das Internet zu unterhalten.
Metal und Videospiele
Stimmt es, dass die Band gegründet wurde, als du und Joakim auf der Couch saßen und Videospiele gespielt habt?
Das ist eine urban legend. Die Idee, die Band zu gründen, kam uns beim Biertrinken. Es waren Bier und die gemeinsame Liebe zum Heavy Metal.
Das ist eine ziemlich solide Grundlage. Joakim und du erwähnen aber immer mal, dass ihr Gamer seid. Das ist keine Legende, oder?
Nein, ist es nicht. Spiele sind ein natürlicher Teil von uns, von dem, was uns ausmacht.
Was spielst du so?
Meistens spiele ich Singe-Player-Spiele. Irgendwas mit einer epischen Story. „Baldur’s Gate 3“ und „The Last of Us“ sind meine beiden Lieblingsspiele aller Zeiten, denke ich. Aber ich liebe auch „Horizon Zero Dawn“ und „God of War“ – solche wirklich epischen, filmähnlichen Spiele. Oder auch taktische Spiele wie „XCOM“. Aber die nehmen etwas viel Zeit in Anspruch. Und man kann sie nicht auf der Couch spielen, was es manchmal schwierig macht. Gerade habe ich die Definitive Edition von „Dawn of War“ heruntergeladen. Das macht Spaß, weil es sogar auf meinem Laptop im Flugzeug funktioniert. Das ist toll, weil ich da ja eh etwas Zeit habe und nicht online bin.
Das wäre auch unsere nächste Frage. Wie zum Teufel findet ihr die Zeit, Videospiele zu spielen?
Es bleibt nicht so viel Zeit dafür, das stimmt. Ich schaue mir meistens Trailer an und kaufe dann Spiele, aber ich spiele sie nicht so oft. Ich bin so begeistert von vielen Spielen! Deshalb ist die Gamescom für mich immer so unglaublich cool, denn hier bekomme ich immer so viel Vorfreude auf neue Spiele. Ich sehe ein neues Spiel und denke: Oooh ja! Und dann kaufe ich es und es liegt einfach in meinem Steam-Konto herum.
Das ist ja auch manchmal die beste Art, ein Spiel zu genießen. Bei manchen Spielen stellt sich dann heraus, dass das tatsächliche Erlebnis nicht den anfänglichen Erwartungen entspricht.
Das stimmt. Manchmal passiert das. Damit ich mich wirklich richtig auf ein Spiel konzentriere, muss es etwas ganz Besonderes sein. Als „The Last of Us II“ herauskam, dachte ich: Okay, jetzt muss ich die Welt erst mal auf Pause stellen. Das Gleiche galt für „Baldur’s Gate 3“. Darauf habe ich einen Großteil meines Lebens gewartet, und dann sehe ich, wie alle darüber reden. Und alle meine Freunde sagen: Du musst das spielen! Und ja, wenn es so gut ist, dann denke ich mir … ja … ich werde mir die Zeit nehmen. Und ich glaube, sie haben jetzt auch alle Updates rausgebracht. Ich warte normalerweise auch gerne ein bisschen, bevor ich ein Spiel anfange. Ich mag es, wenn Spiele wirklich fertig sind. Ich bin dann schon mal beleidigt, wenn ich anfange, etwas zu spielen, und dann feststelle, dass es eigentlich ein unfertiges Spiel ist.
Ihr macht ziemlich viele Kooperationen und Projekte mit Spieleherstellern, wie zum Beispiel das, was ihr mit Wargaming für „World of Tanks“ gemacht habt. Wie fühlt es sich an, wenn eure Ideen und Figuren in einem Spiel verwirklicht werden?
Wie der Sabaton-Panzer in World of Tanks? Das war wirklich cool! Aber nicht nur das, allein schon unseren Namen im Spiel zu sehen, ist sehr cool. Wenn man sich im Playstation-Store einloggt und dann dort „Sabaton“ sieht … so etwas ist ein unglaubliches Gefühl.
Eure Musik passt ja auch ziemlich gut zu solchen Spielen.
Aus zahlreichen Umfragen und Gesprächen mit Entwicklern und Publishern wissen wir, dass Gaming-Fans mehr Sabaton hören, als viele andere, eigentlich größere Metal-Bands. Ich denke, das hängt mit den Themen zusammen, über die wir singen, und auch mit dem visuellen Erscheinungsbild der Band. Wir haben da irgendwie eine Verbindung zu Gamern.
Wir versuchen natürlich auch, unsere Musikvideos ziemlich episch und interessant zu gestalten. Ich denke, das ist auch etwas, was die Fans zu schätzen wissen. Sie sehen, dass wir uns ziemlich viel Mühe geben, uns zum Beispiel auf einem brütend heißen Set als Templer verkleiden und sowas. Ich erinnere mich daran, wie es war, wenn man als Kind einen Metal-Song gehört hat, den man liebte, und man hatte direkt das Video im Kopf. Und dann siehst du das echte Musik-Video und denkst … ehhhh … das sieht billig aus. Wir geben uns da sehr viel Mühe, es besser zu machen und ich denke, viele Fans wissen das zu schätzen.
Ihr habt jetzt ziemlich lange über den Ersten Weltkrieg gesungen. Euer neues Album, „Legends“ hat uns etwas an euer 2014er Album „Heroes“ erinnert, das eins eurer beliebtesten ist. Allerdings geht „Legends“ viel weiter in der Zeit zurück. Was war eure Idee hinter dem neuen Material?
Sundstróm: Es begann eigentlich damit, dass Joakim, unser Sänger, an dem Song „Templars“ arbeitete – also an der Musik für den Song. Und als er fertig war, dachten wir uns: Das ist nicht der Erste Weltkrieg. So klingt das nicht. Es klingt fantastisch, aber es ist nicht der Erste Weltkrieg. Es klingt wie ein Tempelritter-Song. Was machen wir jetzt? Machen wir mehr davon? Bleiben wir beim Mittelalter? Und dann kamen wir auf den Titel: Legends. Das ist ein spannender Titel, der viele Möglichkeiten eröffnet. Es machte es einfacher, dass wir plötzlich nicht mehr an bestimmte Regeln und die Moralismen der Neuzeit gebunden waren. Es ist ein offenerer Raum. Wenn man so weit in die Vergangenheit zurückgeht, gibt es viel Spielraum für Fantasie, weil die Aufzeichnungen von damals sehr lückenhaft sind.
Wir erwarten, dass viele Leute sagen werden: „Hey, das neue Sabaton-Album klingt wie das alte Sabaton-Album!“ Aber wir nehmen diese Kritik nicht ernst. Wir denken nicht: „Die sagen uns, wir müssen etwas ändern.“ Das interessiert uns nicht. Wir machen einfach weiter unser Ding, und hey, wenn jemandem wirklich nicht gefällt, was wir machen … das tut mir leid! Wirklich. Aber wir werden uns nicht ändern.
Sabaton und das Internet
Es ist offensichtlich, dass ihr als Band über das Internet in ziemlich regem Kontakt zu euren Fans steht. Wie geht ihr mit negativen Kommentaren um? Davon bekommt ihr wahrscheinlich ziemlich viele.
Oh ja, im Internet gibt es viel Negatives. Aber ich denke, dass wir vor allem erst mal eine großartige Fangemeinde haben. Wir haben viele Fans, die sehr gut mit unseren Werten und unserer Arbeit vertraut sind. Sie lesen alle Interviews und wissen, worum es bei Sabaton geht. Wenn also jemand kommt und etwas Negatives schreibt, mischen wir uns da nicht ein. Es gibt normalerweise schnell jemanden, der vorbeikommt und erklärt „Nein, das hast du falsch verstanden, so sind Sabaton nicht.“ Wir haben fantastische Fans. Und ja, manchmal sollte man einfach nicht auf die negativen Dinge eingehen. Dieses Zeugs übernimmt schnell die Oberhand, so funktionieren die Algorithmen in den sozialen Medien nun mal, und wenn man sich zu sehr darauf konzentriert, wird man einfach … [schüttelt den Kopf].
Man sollte auch echt aufpassen, nicht zu viel Wert auf reines Internet-Feedback zu legen. Ganz am Anfang haben wir diesen großen Fehler gemacht, dass wir dachten, wir wären in den Niederlanden super beliebt, weil wir mehr E-Mails aus den Niederlanden bekamen als aus vielen anderen Ländern. Und wir dachten: Oh, wir müssen dort sehr riesig sein. Also brauchen wir dort einen Auftritt. Und ich habe darauf gedrängt, und wir haben dann dort schließlich einen Auftritt bekommen. Und dann sind nur sehr wenige Leute gekommen. Später habe ich dann herausgefunden, dass die Niederländer einfach sehr offen sind und gerne kommunizieren. Das ist mit den Australiern ähnlich: Die sind einfach super sozial und offenherzig.
Es wirkt so, als seid ihr mit dem Internet groß geworden.
Als Band kennen wir die Zeit vor dem Internet gar nicht. Sabaton wurde ’99 gegründet und war gewissermaßen Teil der Internetrevolution in der Musikindustrie. Wir waren ziemlich technikbegeistert, daher sahen wir diese Entwicklung nicht negativ. Wir waren also early adopter was die Technik angeht und haben, als Band, nie wirklich in der Zeit davor gelebt. Im Gegensatz zu vielen unserer Kollegen, die immer von der Zeit sprachen, als sie Hunderttausende oder Millionen von CDs verkauft haben. Wir haben diese Zeiten nie erlebt. Deshalb wussten wir nichts darüber. Wir sind als Band in einer neuen Ära aufgewachsen.
Heutzutage sind wir allerdings sehr verärgert über die Social-Media-Unternehmen. Die müssen sich echt mehr anstrengen, um Fälschungen und Betrug zu verhindern. Wir haben ein ganzes Team von Juristen, die nichts anderes tun, als Probleme in sozialen Netzwerken zu verfolgen und zu beheben. So sehr ich Social Media auch liebe und so hilfreich es auch für uns war, jetzt bin ich wütend auf diese Unternehmen. Und ich denke, dass sie wirklich mehr tun müssen, um das zu bekämpfen. Wir schließen täglich so viele Accounts mit Fakes von uns, unseren Crewmitgliedern oder Mitarbeitern …
Betrug über Fake-Profile
Wir reden hier also nicht von Lizenz-Verletzungen eurer Musik?
Nein, nein! Fake-Profile und solche Sachen. Die geben vor, für Sabaton zu arbeiten, suchen sich unsere verwundbarsten Fans und erklären ihnen, dass man so ein kurzes meet and greet mit einem Bandmitglied kaufen kann. Hier bezahlen und dann schicken wir dir einen Link zu einem Zoom-Anruf, und dann taucht der Sänger zu einer bestimmten Zeit auf und … [seufzt] … das geht dann immer so weiter. Das ist sehr clever gemacht. Trotzdem: Die sozialen Netzwerke müssen sich da mal drum kümmern. Wir haben ständig mit sowas zu tun, helfen den Fans und gehen gegen solche Dinge vor. Das ist heute ein ziemliches Problem. Vor allem, weil es eskaliert und die Zahlen ziemlich beängstigend sind.
Und die KI-Technik macht es wahrscheinlich noch schlimmer?
Genau. KI ist auch beängstigend, weil sie jetzt diese Aufgaben übernimmt. Vor einiger Zeit haben das noch hauptsächlich Menschen gemacht, jetzt ist es KI, die dazu benutzt wird, um unsere Fans zu betrügen. Und wir haben nun mal viele eingefleischte Fans. Und wenn diese denken, dass sie mit jemandem echten sprechen, und es sich echt anfühlt, dann sind sie in einer sehr verletzlichen Position. Denn es ist ihre Lieblingsband. Natürlich möchte man die Band unterstützen. Und wenn jemand sagt: „Dieses Geld geht direkt an die Band. Es geht nicht an die Plattenfirma, es geht nicht an Spotify, man kann die Band hier direkt unterstützen.“ Dann denken die Leute: „Ja klar! Klar unterstütze ich die Band!“
Und dann werden Geschichten erfunden. So was wie: Die Band hatte einen Unfall und braucht Geld, um die Krankenhausrechnungen zu bezahlen. So etwas halt. „Hier kann man Geld hinschicken.“ Das was diese Menschen tun ist schrecklich. Diese Leute sind verdammt kreativ. Aber irgendwann müssen die Plattformen jetzt mal aufwachen und anfangen aufzuleveln.
In der Zwischenzeit sind eure Leute da dran?
Ja, wir haben Leute. Wir haben eine ganze Reihe verschiedener Anwälte, die sich auf solche Dinge spezialisiert haben. Und unser Team überwacht das ständig. Aber solange die Plattformen das nicht unterbinden, können wir nur hinterherrennen. Aber wir können es nicht stoppen. Und es wird immer schlimmer. Und die Scammer werden immer cleverer. Wir sind also immer einen Schritt hinterher.
Um einen kleinen Eindruck vom Ausmaß zu vermitteln: Die Anzahl der Shops, die unsere Anwälte in einem Jahr schließen, beträgt 4000. Da geht es um Raubkopien und verschiedene andere Dinge. Und die Anzahl an Social-Media-Konten, die wir allein bei Meta – also Instagram und Facebook – löschen, liegt bei etwa fünfzig pro Woche. Das ist für uns eine kostspielige Angelegenheit.
Metal im Musikunterricht
Um das Ganze mit etwas Erfreulicherem abzuschließen, würden wir gerne noch mal das Thema wechseln. Man hört immer wieder von Lehrern, die Lieder von Sabaton im Geschichtsunterricht als Lehrmittel einsetzen. Hättet ihr euch so etwas jemals erträumt, als ihr 1999 über einem Bier die Band gegründet habt?
Oh nein! Das war nie unsere Absicht. Aber wir haben gesehen, dass es immer häufiger vorkam. Und heutzutage fördern das natürlich. Wir helfen dabei. Es gibt mehrere Lehrer, die unseren Film „The War To End All Wars“ verwenden, weil er für Schüler leicht zugänglich ist.
Und wir haben einmal eine sehr schöne Nachricht von einem polnischen Lehrer erhalten. Er schrieb uns: „Das Schulsystem gibt mir all diese Werkzeuge – einen ganzen Werkzeugkasten voller Bücher und ähnlicher Dinge. Und wenn ich meinen ganzen Werkzeugkasten durchsehe, kann ich dies und das und jenes tun. Und ich muss den ganzen Kasten nutzen, um die Aufmerksamkeit aller in der Klasse zu bekommen. Oder ich kann ein Lied auflegen und habe sofort die Aufmerksamkeit aller Schüler. Ihr habt also etwas geschaffen, das effektiver und mächtiger ist als mein ganzes Lehrmaterial für den Geschichtsunterricht, weil ein Song die Aufmerksamkeit der ganzen Klasse sofort auf sich zieht. Und daraus entsteht dann der Rest.“ Was dann folgt – jeder Lehrer macht das anders. Aber diese Mail fand ich wirklich toll. Es war sehr schön, das zu hören!
Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast.
Das elfte Sabaton-Studio-Album „Legends“ erscheint am 17. Oktober und ist an diesem Tag auf allen Streaming-Plattformen verfügbar. Die elf Songs handeln von legendären Figuren der Menschheitsgeschichte, von Julius Caesar über Dschingis Khan und Jeanne d’Arc bis zu Napoleon.
(nie)
Künstliche Intelligenz
E-Rezept, ePA und Co: TI-Monitoring-Tool hilft, Störungen im Blick zu behalten
Wer täglich mit der Telematikinfrastruktur (TI) – der Datenautobahn des deutschen Gesundheitswesens – arbeitet, weiß: Störungen und Verzögerungen können in Praxen und Kliniken schnell zum Problem werden. Abhilfe schaffen soll ein Monitoring-Tool, das nicht nur schneller informiert, sondern auch historische Daten archiviert und so erstmals Muster erkennbar macht.
Im Interview berichtet der Entwickler Lukas Schmidt-Russnak, selbst im Gesundheitswesen tätig, von seiner Motivation, den Nutzen transparenter TI-Daten und den Chancen seines Open-Source-Ansatzes. Die Grundlage für sein auf Github veröffentlichtes TI-Monitoring-Tool liefert eine API der Gematik, die ebenfalls dort verfügbar und gut dokumentiert ist.
Lukas Schmidt-Russnak ist Physiker und beschäftigt sich in seiner Freizeit unter anderem mit OpenSource-Software.
(Bild: Schmidt-Russnak)
Sie haben ein eigenes Monitoring-Tool für die Telematikinfrastruktur entwickelt. Wie kam es dazu?
Das Fachportal der Gematik hat verschiedene Einschränkungen. Zum Beispiel fehlen bei den Benachrichtigungen Filtermöglichkeiten für bestimmte Komponenten, Störungsmeldungen werden teilweise 15 bis 20 Minuten verzögert weitergegeben – beispielsweise an den WhatsApp-Kanal – und bei der Behebung von Störungen gibt es oft keine Entwarnung per E-Mail. Für eine Einrichtung, die täglich mit der TI arbeitet, sind das relevante Informationen. Deshalb habe ich mich entschieden, ein eigenes Tool zu programmieren.
Was kann Ihr Tool besser?
Zum einen kann über benutzerdefinierte Benachrichtigungsprofile nach relevanten Komponenten gefiltert werden, etwa dem eigenen VPN-Zugangsdienst. Zum anderen werden Störungen dauerhaft archiviert – im Gegensatz zum Fachportal, das nur die vergangenen 14 Tage anzeigt – im Diagramm im Fachportal werden lediglich die letzten 12 Stunden angezeigt. Mit der Archivierung werden Muster oder Häufungen erstmals sichtbar und quantifizierbar. Natürlich ersetzt das keine Einzelfallprüfung nach einem Service Level Agreement (SLA), aber es liefert eine realistischere Annäherung an den Alltag.
Regelmäßig wird kritisiert, dass die TI-Dashboards wenig Transparenz bieten. Teilen Sie diese Einschätzung?
Im Fachportal der Gematik hat sich zuletzt einiges getan. So wurden beispielsweise Abhängigkeiten zwischen Komponenten, Diensten und TI-Anwendungen modelliert. Dennoch empfinde ich insbesondere die Darstellung und Kommunikation von Wartungen beziehungsweise Changes häufig als undurchsichtig, wenn diese beispielsweise in einem Confluence-Wiki stehen, aber nicht im Change-Kalender. Das kann für Unsicherheit und Frustration bei den Nutzenden sorgen, was sich leicht vermeiden ließe. Die Gematik ist nach SGB V (§ 331) verpflichtet, Maßnahmen zur Überwachung des Betriebs zu treffen. Ich denke, dass ein transparenterer Umgang mit Störungen möglich wäre und sowohl die Stabilität der Systeme als auch die Akzeptanz der Nutzenden fördern würde. Das käme letztlich allen Beteiligten zugute.

Schmidt-Russnak
)
Wie lange sind die Daten derzeit abrufbar?
Im Dashboard meines Tools werden standardmäßig die Daten der letzten 24 Stunden angezeigt. Dieser Parameter lässt sich jedoch in der Konfiguration frei anpassen. Zudem ist diese Einstellung unabhängig von der eigentlichen Archivierung, die im Backend erfolgt. Hier können Daten theoretisch über einen beliebig langen Zeitraum gesammelt und dank des offenen Dateiformats mit gängigen Statistik-Tools ausgewertet werden.
Sie haben Ihr Tool frei zugänglich auf GitHub veröffentlicht. Wie ist das Interesse?
Viele Einrichtungen haben weder die Zeit noch die Ressourcen, um eigene API-Abfragen zu entwickeln. Die Resonanz war erfreulich: In den ersten Tagen 40 Clones auf GitHub und auch zwei Wochen später gab es täglich weit über 100 Zugriffe von unterschiedlichen IP-Adressen auf die Demo-Instanz. Der Wunsch nach Austausch und Transparenz ist groß. Open Source erleichtert die gemeinsame Anpassung und Weiterentwicklung des Tools. Die einzelne Einrichtung muss gewissermaßen nicht bei null anfangen. Noch besser wäre es, wenn das Tool bei Open CoDE veröffentlicht werden könnte. Die Gematik hat dort bereits einen Account.
Gab es schon Reaktionen von der Gematik?
Ja, ich habe viel positives Feedback von Mitarbeitenden der Gematik erhalten. Es wurde allerdings auch auf die bekannten Disclaimer verwiesen: Über die APIs werden nur potenzielle Störungen ausgespielt und SLA-Bewertungen erfordern immer sorgfältige Einzelfallprüfungen. Eine Übernahme meines Ansatzes scheint mir eher unwahrscheinlich.
Dabei wäre es eine Win-win-Situation – weniger Kritik am Dashboard, mehr Transparenz für die Nutzer. Wie schätzen Sie die aktuellen Monitoring-Initiativen der Gematik ein?
Technisch ist es richtig, Abhängigkeiten zwischen zentralen Komponenten und Anwendungen wie dem E-Rezept sichtbar zu machen. Das ist für die Interpretation von Störungen sehr hilfreich, weil bei einigen Komponenten viel Know-how erforderlich ist, um die Auswirkungen auf konkrete TI-Anwendungen abzuschätzen. Aber solange die Daten nicht zeitnah und verlässlich ankommen, bringt das wenig. Eine Störungsmeldung, die fast 30 Minuten zu spät kommt oder eine Entwarnung, die komplett fehlt, hilft vor allem in großen Einrichtungen nicht. Ein zielgerichtetes, schnelles Monitoring kann hingegen einen wertvollen Zeitvorsprung verschaffen: Debugging-Maßnahmen können umgehend eingestellt und die betroffenen Personen – wo möglich – um die Nutzung von Ersatzverfahren gebeten werden. Das spart Ressourcen und Nerven.
Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf?
Mehr Transparenz, ein verstärkter Dialog mit den die TI nutzenden Einrichtungen und Personen sowie klare Vorgaben für die Hersteller. Ob es um Monitoring oder IT-Sicherheit geht – es wäre technisch vergleichsweise einfach, gewisse Standards festzuschreiben, anstatt jede Einrichtung mit Einzelfalllösungen alleine zu lassen.
Mit dem TI-Monitoring-Tool will ich niemanden anprangern, sondern für Nachvollziehbarkeit sorgen. Auch Verbesserungen sollen transparent sichtbar sein. Monitoring ist ein Werkzeug, um die Realität objektiv abzubilden – und das hilft allen Beteiligten, das Lagebild zu verbessern und dauerhaft eine echte Hochverfügbarkeit zu erreichen, wie es im KRITIS-Bereich erforderlich ist.
(mack)
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