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Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen: Softwarehersteller o9 verklagt SAP


Führungskräfte des deutschen Softwarekonzerns SAP sollen Geschäftsgeheimnisse gestohlen haben. Das wirft der US-amerikanische Softwarehersteller o9 dem deutschen Unternehmen vor und klagt vor einem Bundesgericht in Dallas, Texas. „o9 erhebt diese Klage, um zu verhindern, dass SAP und die ehemaligen Mitarbeiter von o9, [Stephan] de Barse, [Sijn-Pieter] van Houten und [Sean] Zonneveld, die nun für SAP arbeiten, die sensibelsten und wertvollsten Geschäftsgeheimnisse von o9 (…) gegenüber o9 ausnutzen“, heißt es in der Klageschrift, die am Dienstag vor dem Bundesbezirksgericht der Vereinigten Staaten für den nördlichen Bezirk von Texas eingereicht wurde (AZ. 03245-L).

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Die drei genannten ehemaligen o9-Führungskräfte sollen der Beschwerde zufolge mehr als 20.000 09-Dateien heruntergeladen haben, „um sich vor ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen o9 Geschäftsgeheimnisse und vertrauliche Unterlagen von o9 anzueignen“, und diese bei ihrem Wechsel zu SAP mitgenommen haben. In den Dokumenten ging es demnach unter anderem um Produktdesign, Softwareimplementierung, Vertriebsstrategien sowie Informationen zu kundenspezifischen Projekten. Der Rechtsstreit zwischen o9 und SAP dreht sich vor allem um Business Planning-Software, also Software für die Planung von Geschäftsaktivitäten, wie die Erstellung von Absatzprognosen, die Optimierung von Lieferketten oder die Kapazitätsplanung für Fabriken.

Das 2009 gegründete und in Dallas beheimatete Unternehmen o9 wirft SAP vor, eine „aggressive Kampagne“ gestartet zu haben, um an seine Geschäftsgeheimnisse zu gelangen. o9 ist auf Software für Unternehmensplanung und Lieferkettenmanagement auf Basis von KI und maschinellem Lernen spezialisiert. In den vergangenen Jahren hat es sich von einem kleinen Start-up zu einem globalen Technologieunternehmen mit 17 Niederlassungen und 2.500 Mitarbeitern weltweit entwickelt. Laut der Klage hat SAP die drei o9-Führungskräfte abgeworben und deren Positionen genutzt, um Zugang zu vertraulichen Informationen von o9 zu erhalten.

„SAP hat nicht nur Mitarbeiter von o9 eingestellt, sondern auch einen Plan in Gang gesetzt, um große Mengen an Geschäftsgeheimnissen von o9 für die Verwendung bei SAP zu exfiltrieren. Angesichts seines bevorstehenden Ausscheidens koordinierte de Barse gemeinsam mit van Houten und Zonneveld den massenhaften Download von über 22.000 o9-Dateien aus den gemeinsamen Google-Laufwerken von o9“, heißt es in der Klageschrift.

o9 behauptet, dass SAP mit den heruntergeladenen Informationen gezielt Kunden abwerbe, darunter mit dem deutschen Konsumgüterkonzern Henkel „einen ehemaligen Top-Kunden von o9“. Als weiteren Beweis „für den koordinierten Diebstahl und die Nutzung von Geschäftsgeheimnissen und vertraulichen Materialien von o9“ durch SAP führen die US-Amerikaner an, dass SAP kürzlich die Funktionen und Marketingmaterialien für seine IBP-Lösungen (Integrated Business Planning) und andere ERP-Software (Enterprise-Resource-Planning) überarbeitet habe, um die Angebote von o9 genau nachzuahmen.

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Laut einem Bericht der Tageszeitung Handelsblatt erklärte SAP, die Klage von o9 zu prüfen und „angemessen darauf zu reagieren“. „Wir nehmen diese Vorwürfe sehr ernst und haben eine gründliche interne Überprüfung eingeleitet. Wir prüfen außerdem Maßnahmen, um sicherzustellen, dass unsere Geschäftspraktiken weiterhin vollständig konform sind“, hieß es.

SAP sieht sich in den USA mit weiteren Gerichtsverfahren konfrontiert. Erst Anfang Oktober ließ der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten eine Klage des US-amerikanischen Datenbankherstellers Teradata gegen SAP zu. In dem Rechtsstreit geht es unter anderem um den Vorwurf, dass SAP durch die Bündelung von HANA und S/4HANA gegen das US-Wettbewerbsrecht verstößt. Der Rechtsstreit zwischen den beiden Unternehmen geht auf eine Teradata-Klage aus dem Juni 2018 zurück.

In einem zweiten Wettbewerbsverfahren hat das deutsche Softwareunternehmen Celonis im März SAP vor einem Bezirksgericht in San Francisco wegen angeblicher Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht und andere Gesetze verklagt. SAP ziele mit seinem Geschäftsgebaren darauf ab, Drittanbieter wie Celonis aus dem Markt für die Optimierung von Geschäftsprozessen zu drängen, so der Vorwurf.


(akn)



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Einführung von Starterpacks: X kopiert Bluesky


Der US-Kurznachrichtendienst X führt die von Bluesky bekannte Funktion der sogenannten Starter Packs ein. Das gab Produktchef Nikita Bier jetzt in einem Beitrag auf X bekannt. Dass sich X dabei am Funktionsumfang des Konkurrenzdienstes Bluesky bedient, macht das US-Unternehmen unverblümt deutlich. Die neue Funktion heißt Starterpacks und soll in den kommenden Wochen für alle X-Nutzer eingeführt werden.

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Starter Packs sind ursprünglich von Bluesky Mitte 2024 eingeführt worden und erfreuten sich schnell großer Beliebtheit. Die von Nutzern kuratierten Accountsammlungen, denen man mit einem Klick folgen kann, helfen vor allem neuen Anwendern, sich auf der Plattform zurechtzufinden. Das soll das als „cold start“ bekannte Problem eines Wechsels auf eine neue Plattform mildern. Bedeutsam wurden die Listen mit vorgeschlagenen Accounts vor allem während der zweiten Abwanderungswelle von X nach dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA.

Im Gegensatz zu den Starter Packs auf Bluesky basieren die Starterpacks von X nicht auf Nutzervorschlägen. X-Nutzer können keine eigenen Starterpacks erstellen und mit anderen teilen. Vielmehr gibt X intern erstellte, eigene Listen vor. Die sollen neuen X-Nutzern helfen, ihren Interessen entsprechende Konten zu finden, schreibt Bier auf X.

Die X-Starterpacks sind thematisch sortiert und enthalten sowohl unbekannte als auch bekannte Accounts aus den Bereichen Nachrichten, Politik, Mode, Technologie, Business, Gesundheit und Fitness, Gaming, Aktien, Memes und mehr. Für deren Erstellung habe das Unternehmen die eigene Plattform durchforstet, um die Top-X-Nutzer jeder thematischen Nische ausfindig zu machen.

X ist nicht das einzige soziale Netzwerk, das die Funktion der Starter Packs von Bluesky kopiert. Metas Threads testet seit Dezember 2024 eine eigene Version der Vorschlagslisten, die aber ähnlich wie bei Bluesky von Nutzern erstellt werden. Auch das dezentrale soziale Netzwerk Mastodon plant, kuratierte Accountsammlungen offiziell einzuführen. Bislang sind die Mastodon-Startpakete nur inoffiziell verfügbar.

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(rah)



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Digitaler Befreiungsschlag: EU-Parlament fordert Loslösung von US-Tech-Riesen


Das EU-Parlament hat am Donnerstag einen Bericht über technologische Souveränität und digitale Infrastruktur mit einer großen, fraktionsübergreifenden Mehrheit von EVP, Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen angenommen. Das breite Bündnis signalisiert die Entschlossenheit der Abgeordneten, die europäische Abhängigkeit von US-Technologien drastisch zu reduzieren und eigene Kapazitäten massiv auszubauen.

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Die Volksvertreter fordern mit der Resolution von der EU-Kommission mutige Reformen, insbesondere einen ambitionierten „Cloud and AI Development Act“. Ein politisches Ausrufezeichen setzt die Verabschiedung eines Zusatzes, mit dem das Parlament das Recht der EU zur Durchsetzung eigener Gesetze wie dem Digital Services Act (DSA) bekräftigt und US-Einreiseverbote gegen zivilgesellschaftliche Akteure wie die Spitze der zivilgesellschaftlichen Organisation HateAid scharf verurteilt.

Inhaltlich setzt der Bericht auf eine strategische Neuausrichtung der öffentlichen Beschaffung und der Infrastruktur. Die verabschiedete Kompromisslinie sieht vor, dass Mitgliedstaaten europäische Tech-Anbieter in strategischen Sektoren bevorzugen können, um die technologische Kapazität der Gemeinschaft systematisch zu stärken. Die Grünen forderten hier sogar eine noch strengere Regelung, bei der die Nutzung von Produkten „Made in EU“ zur Regel werden sollte und Ausnahmen explizit begründet werden müssten. Auch bei der Cloud-Infrastruktur drängten sie auf eine Definition, die eine vollständige EU-Jurisdiktion ohne Abhängigkeiten von Drittstaaten vorsieht.

Mit dem Beschluss wollen die Abgeordneten den Grundstein für eine europäische digitale öffentliche Infrastruktur legen, die auf offenen Standards und Interoperabilität basiert. Dabei wird das Prinzip Public Money, Public Code als strategisches Fundament verankert, um die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern zu verringern. Software, die mit Steuergeldern speziell für die Verwaltung entwickelt wird, soll demnach unter freien Lizenzen für alle bereitgestellt werden. Zur Finanzierung setzt das Parlament auf den Ausbau von öffentlich-privaten Investitionen. Im Gespräch war vorab etwa ein mit zehn Milliarden Euro dotierter „European Sovereign Tech Fund“, um gezielt strategische Infrastrukturen zu errichten, die der Markt allein nicht bereitstellt.

Die Schattenberichterstatterin für die Grünen, Alexandra Geese, sieht Europa mit dem Votum bereit, die Kontrolle über seine digitale Zukunft zu übernehmen. Solange europäische Daten von US-Anbietern gehalten würden, die Gesetzen wie dem Cloud Act unterliegen, sei die Sicherheit in Europa nicht gewährleistet.

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Die Dringlichkeit der parlamentarischen Forderungen bestätigt eine Analyse der Gesellschaft für Informatik (GI). Experten wie Harald Wehnes und Julian Kunkel warnen, dass 2025 einen tiefen Einschnitt markiere: Die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA definiere digitale Infrastrukturen explizit als nationale Sicherheitsgüter. In dem Papier der Trump-Regierung werde ein „digitaler Imperialismus“ deutlich, der Europa nur noch als reinen Absatzmarkt und Territorium für strategische Abhängigkeiten sehe. Wenn US-Monopolstellungen als Machtmittel instrumentalisiert würden, drohe Europa zu einem politisch entmündigten Gebiet zu verkommen.

Die GI-Autoren weisen darauf hin, dass das Dienstleistungsbilanzdefizit der EU gegenüber den USA bereits 2024 einen Rekordwert von 148 Milliarden Euro erreichte. Diese enorme Summe fließe direkt in die technologische Dominanz der Gegenseite. Angesichts dieser Bedrohung drängen sie auf eine radikale Kehrtwende in der öffentlichen IT-Beschaffung. Der Ansatz „European Tech First“ sei kein blinder Protektionismus, sondern Notwehr zur Sicherung der Handlungsfähigkeit.

Besonders kritisch sehen die Informatiker „Souveränitäts-Washing“: Angebote von US-Hyperscalern für „souveräne Clouds“ seien oft Scheinlösungen, da die finale technologische Kontrolle in den USA verbleibe. Stattdessen brauche es eine konsequente Bevorzugung von Open-Source-Lösungen aus dem europäischen Wirtschaftsraum. Der Beschluss des Parlaments bietet die Chance, diesen Appellen politisches Gewicht zu verleihen. Die Abgeordneten wollen damit den Weg für ein eigenständiges, werteorientiertes digitales Europa freimachen, das sich nicht länger durch algorithmische Kontrolle von außen steuern lässt.


(mho)



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Schnelle Evolution: Neue Spezies erscheinen 2000 Jahre nach Chicxulub-Einschlag


Vor etwa 66 Millionen Jahren schlug ein Asteroid auf der Erde ein und löschte fast alles Leben aus, allen voran die Dinosaurier, die damals beherrschende Spezies. Danach hat sich das Leben wieder entwickelt – und zwar in atemberaubendem Tempo, wie Wissenschaftler herausgefunden haben.

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Der Asteroid hatte einen Durchmesser von 10 bis 15 Kilometern. Er schlug auf der heutigen Halbinsel Yucatan in Mexiko ein – damals war dort Wasser – und hinterließ einen der größten Einschlagkrater auf der Erde, mit einem Durchmesser von 180 Kilometern und einer Tiefe von 30 Kilometern. Dabei wurden immense Mengen Erdreich in die Luft geschleudert, wodurch sich das Klima extrem veränderte. Innerhalb kürzester Zeit starben 75 Prozent aller Arten aus. Es war das größte Massensterben der Erdgeschichte.

Dass sich das Leben wieder entwickelt hat, sehen wir heute. Der Neuanfang vollzog sich dabei in erdgeschichtlich sehr kurzer Zeit: Bereits nach weniger als 2000 Jahren seien neue Planktonarten aufgetaucht, berichtet ein Team des Instituts für Geophysik der University of Texas in der Fachzeitschrift Geology über seine Forschungen am Chicxulub-Krater in Mexiko. „Das ist unglaublich schnell“, sagte Chris Lowery. Normalerweise entwickeln sich neue Spezies über einen Zeitraum von etwa einer Million Jahre.

Lowerys Team hat jedoch schon früher an dem Einschlagskrater geforscht und herausgefunden, dass sich das Leben rasch nach der Katastrophe wieder erholte. Dennoch ging die Forschung davon aus, dass es mehrere Zehntausend Jahre dauerte, bis neue Arten auftauchten.

Als Indikator dafür gelten Sedimentansammlungen, also Lockermaterialien, die teilweise organischen Ursprungs sind. Die Annahme war, dass sich Sedimente nach dem Einschlag im gleichen Maß ansammelten wie vorher. Darauf basierten die Altersbestimmungen kleiner Fossilien in der Schicht, die als Kreide-Paläogen-Grenze (K/Pg-Grenze) bezeichnet wird.

Lowerys Team geht davon aus, dass Massensterben an Land und im Meer die Sedimentationsrate an der K/Pg-Grenze änderte. Es nutzte für die Datierung Helium-3 als Marker. Das Helium-Isotop lagert sich mit einer konstanten Geschwindigkeit im Sediment auf dem Meeresgrund ab. Lagert sich das Sediment langsam ab, ist darin viel Helium-3 enthalten. Lagert es sich hingegen schnell ab, ist der Helium-3-Gehalt entsprechend geringer.

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Das Team bestimmte anhand des Helium-3-Gehalts die Sedimentationsraten an sechs Fundorten der K/Pg-Grenze in Europa, Nordafrika und im Golf von Mexiko. Diese Daten nutzte es dann, um das Alter von Sedimenten zu bestimmen, in denen Parvularugoglobigerina eugubina auftritt. Das Vorkommen dieser Planktonart gilt als Hinweis auf eine Erholung nach dem Massensterben.

Parvularugoglobigerina eugubina tauchte im Zeitraum 3500 und 11000 Jahren nach dem Chicxulub-Einschlag auf – der genaue Zeitpunkt ist nach Standort unterschiedlich. Allerdings fanden die Forscher auch einige Planktonarten, die weniger als 2.000 Jahre nach dem Chicxulub-Einschlag auftraten und eine Erholung der Artenvielfalt einleiteten, die sich über 10 Millionen Jahre fortsetzte.

„Die Geschwindigkeit der Erholung zeigt, wie widerstandsfähig die Natur ist. Dass sich nach erdgeschichtlichem Maßstab in einem Herzschlag komplexes Leben wiederherstellt, ist wirklich erstaunlich“, sagte Timothy Bralower, einer der Autoren der Studie. „Angesichts der Bedrohung durch die anthropogene Zerstörung von Lebensräumen ist dies möglicherweise auch beruhigend für die Widerstandsfähigkeit moderner Arten.“


(wpl)



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