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Diese Kampagne hat für Diskissionen gesorgt › PAGE online


Den Mittelfinger zeigen! Fred & Farid Paris, bekannt für Fashion, Pop und Lifestyle, haben eine besondere Kampagne für die ALS Organisation ARSLA entwickelt, die für Furore sorgte und der schweren Krankheit auf neue Weise begegnet.

ALS ist eine gnadenlose Krankheit. Die Muskeln bauen nach und nach ab, der Körper ist immer geschwächter, während der Verstand völlig intakt bleibt.

Und mit einem prognostizierten Anstieg um 25 Prozent bis 2040 schreitet die Krankheit weltweit voran.

Es liegt auch an der alternden Gesellschaft, dass immer mehr Menschen betroffen sind. Und da allein in Frankreich täglich fünf Menschen an ALS erkranken und fünf daran sterben, hat ARSLA, Frankreichs größte ALS-Organisation, eine Kampagne in Auftrag gegeben.

Sie hat die Eröffnung des Instituts Charcot, des erstes Forschungszentrum des Landes begleitet, das sich ausschließlich mit ALS und Motoneuronerkrankungen befasst – und das in Europa einzigartig ist.

Selbstmitleid? Trotz!

Beauftragt hat ARSLA die internationale Agentur Fred & Farid, die in der Kampagne auf ganz eigene Weise von der Krankheit selbst erzählt, von Stärke – und von Trotz.

Und die in Frankreich eine Debatte darüber auslöste, wie man schweren Krankheiten begegnet.

»As Long As We Have Strength«, »So lange, wie wir Kraft haben«, zeigt sieben Menschen, die als ALS erkrankt sind. Die Finger zu heben, ist eine der ersten Gesten, die von ALS beeinträchtigt werden – und so beobachtet die Kamera, wie die Betroffenen es versuchen.

Und zwar erheben sie nicht einfach einen Finger, sondern den Mittelfinger. Und das zu der universalen und frechen Geste, die von Trotz und Widerstand erzählt.

Manche schaffen es von alleine, anderen muss geholfen werden und statt Betroffenheit strahlt die Kampagne vor allem Stärke aus. Und Selbstermächtigung und tiefe Menschlichkeit.

Ein Spot, still und laut zugleich

Untermalt wird der 45-sekündige Spot, bei der die Dokumentarfilmerin und Regisseurin Hannah Rosselin ruhig, nah dran und ohne Schnitte, die Versuche beobachtete, von Musik, die der in  Pone eigens komponierte.

Der Musiker und Hip-Hop-Produzent und ehemaliges Mitglied von Fonky Family, ist 2015 selbst an ALS erkrankt – und komponiert und produziert seine Musik mit einer Eye-Tracking-Software.

Der Kampagnen-Spot ist so kämpferisch wie emotional und wird von einer Reihe Plakaten begleitet. Und von Claims wie »ALS schwächt allmählich alle Muskeln außer dem Herzen«, »Aus ihrem Rollstuhl heraus steht Sandra gegen ALS auf« oder »ALS hat Paulines Muskeln geschwächt, aber nicht ihre Entschlossenheit«.

So wie sie anrühren, erzählen auch sie von Selbstermächtigung und davon, dass auch mit ALS das Leben weitergeht.

 

 

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