Connect with us

Künstliche Intelligenz

DJI Romo P im Test: Was kann der erste Saugroboter des Drohnen-Experten?


Mit dem Romo wagt sich DJI erstmals auf den Boden: Statt Drohnen hebt jetzt ein Saugroboter ab – technisch präzise und stark bei der Navigation.

Der Saugroboter von DJI kam nicht ganz aus heiterem Himmel. Bereits seit dem Sommer pfiffen es die Spatzen von den Dächern, und in China war er längst erhältlich. Nun ist der DJI Romo P offiziell auch in Europa gestartet – und sorgt prompt für Aufsehen. Denn der Marktführer bei Kameradrohnen überträgt seine Erfahrung in Sensorik, Hinderniserkennung und präziser Steuerung auf den Boden. Statt Ästen und Menschen erkennt der Romo Möbelbeine, Teppichkanten und Kabel, die er elegant umfährt. Damit betritt DJI ein neues Terrain, bleibt aber seinem Anspruch treu, Technik mit Intelligenz zu verbinden.

Der aktuell rund 1649 Euro (bei Ebay mit Code: SANTA) teure Roboter kommt bereits gut ausgestattet daher: Mit einer praktischen Absaugstation, integrierten Reinigungsmitteln, umfangreicher App und ordentlichen 25.000 Pascal Saugkraft startet er sofort im Premiumsegment. Ob der Romo P den etablierten Konkurrenten von Roborock, Ecovacs oder Dreame gefährlich werden kann, zeigt der Test.

Design: Wie gut ist die Verarbeitung des DJI Romo P?

Bereits bei der Optik hebt sich der Romo P von den Mitbewerbern ab. Während noch der Romo S und Romo A an den Roborock Qrevo Curv erinnern, hat sich DJI bei der P-Variante für ein transparentes Design entschieden. Das gilt sowohl für die Basis als auch für den Saug-Wisch-Roboter. Dadurch erhält man einen gänzlich neuen Einblick in die notwendige Technik, die die kleine Haushaltshilfe zum echten Wundergerät macht. In der Basis sieht man dadurch die zahlreichen Zuleitungen, Absaugrohre, Filter, den Staubbeutel, das Reinigungsmittel und vieles mehr. Das Aussehen versprüht sofort einen Hightech-Look, den man jedoch auch mögen muss. Da wir das Gerät nur wenige Wochen testen konnten, können wir nicht sagen, ob das Gehäuse und auch das Innenleben anfällig für Schmutz und Staub sind.

Gleiches gilt natürlich auch für den Romo P selbst, der eine durchsichtige Abdeckung hat, sodass man den Staubfilter und Staubbehälter sowie die Antriebe für die beiden Wischmopps sehen kann.

In der getesteten Version des Romo P ist die Station mit zwei Wassertanks für Frisch- und Schmutzwasser ausgestattet. Später sollen noch Modelle mit Festwasseranschluss folgen. Die beiden Wassertanks sind gut von oben erreichbar und herausnehmbar. Der Verschluss rastet solide ein und hält die Tanks gut verschlossen.

Auf der Vorderseite ist zudem ein Button zu finden, der die Station einschaltet und im Alltagsbetrieb auch die Reinigungsmodi starten kann. Unterhalb davon ist eine Klappe, hinter der sich Reinigungsmittel sowie der Staubbeutel befinden. Durch das transparente Design kann man auch gut den Füllstand des Beutels einschätzen, ohne die Klappe öffnen zu müssen. Insgesamt merkt man bereits der Basis an, dass DJI langjährige Erfahrung bei der Produktion von hochwertigen Produkten gesammelt hat. Die Verarbeitung ist in allen Bereichen großartig und nichts wirkt trotz des verwendeten Kunststoffs billig und sehr robust.

Beim Roboter setzt sich dieses Bild fort. Unter der transparenten Oberseite erhält man einen guten Einblick auf den integrierten Staubbehälter und kann auch von außen erkennen, wenn man den Filter reinigen oder austauschen sollte. Zudem befinden sich oben auf dem Gerät zwei Buttons: Einer dient als Ein-/Ausschalter sowie als Starttaste für die Reinigung, während der andere den Sauger zurück zur Station schickt.

Optisch fällt auf, dass DJI auf einen kleinen Lidar-Turm verzichtet, der bei anderen Modellen zur Orientierung und Hinderniserkennung dient. Obwohl dieser fehlt, gehört der Romo P mit 9,8 Zentimeter Höhe mittlerweile schon fast zu höheren Geräten, da Dreame, Roborock und Co. bereits bei unter acht Zentimetern angekommen sind.

Der DJI-Neuling verzichtet allerdings nicht auf die lasergestützte Lidar-Technologie, sondern hat sie in der Front mit einem Dual-Kamera-Fisheye-Design verbunden, das zusätzlich von einem LED-Licht unterstützt wird, um auch in dunklen Räumen ordentlich reinigen zu können.

Auf der Unterseite gibt es weitere spannende Designentscheidungen. Dabei fällt ins Auge, dass DJI auf zwei Seitenbürsten setzt, während Konkurrenten davon abgerückt sind und nur noch eine mit ausschwenkbarem Arm verbauen. Auch der Romo P hat einen solchen Arm, um auch die letzte Ecke zu erreichen. Beide Seitenbürsten (Ersatz liegt übrigens im Lieferumfang bei) arbeiten der mittig liegenden Hauptbürste zu.

Das Design ist bewusst gewählt, um ein Verheddern von Haaren zu verhindern. Diese werden dank des cleveren Designs zum offenen Zwischenraum in der Mitte „transportiert“. An den Seitenbürsten bleiben dennoch vereinzelte Haare hängen. Die Bürsten lassen sich jedoch durch das einfache Klicksystem leicht entfernen.

Das gilt übrigens auch für die beiden Wischpads, die sich leicht entfernen lassen. Auch hier ist nur ein Wischpad auf einem ausschwenkbaren Arm gelagert, wobei die runde Form nicht sonderlich für Ecken geeignet ist. Andere Hersteller mit den Padlösungen setzen daher abgewandelte Formen, während Wischwalzen auf dem Vormarsch sind.

Einrichtung: Wie schnell ist der DJI Romo P betriebsbereit?

Die Verpackung ist angenehm klein. Noch vor dem Öffnen lässt sich ein QR-Code scannen, der zu einer Website führt. Darauf findet man die notwendige App, die digitale Bedienungsanleitung sowie Tutorials zur Einrichtung. Im Karton selbst ist der Inhalt überschaubar. Neben der typischen Schnellanleitung liegen dem Romo und seiner Station nur ein Stromkabel sowie die beiden Reinigungsmittel bei.

Daher gestaltet sich der Aufbau denkbar einfach. In die Station klickt man noch das Auffahrpanel ein, steckt den Strom ein und zieht die diversen Schutzfolien ab. Ähnlich ist es auch beim Saugwischer. Dort muss man jedoch nur die Folien entfernen. Ein kurzer Druck bei beiden Geräten auf den jeweiligen Einschalter lässt den typischen Startton erklingen, den man bereits von den Drohnen und Powerstations kennt.

Danach geht es in der App weiter. Diese führt Schritt für Schritt durch den Einrichtungsprozess. Vor der ersten Reinigung muss man den Romo einmal durch die Wohnräume fahren lassen, um die Räumlichkeiten zu kartieren. Für 70 Quadratmeter dauert das nur zehn Minuten.

Danach führt noch eine kurze Anleitung durch alle wichtigen Funktionen und erklärt die verschiedenen Anzeigen und Symbole. In der App sind alle grundlegenden Funktionen bereits vorhanden, sodass man Reinigungsmodi auswählen und anpassen kann. Dazu gehören Wassermengen, Saugkraft, Reinigungspfade, Raumreihenfolgen sowie Zeitpläne. Dabei können auch Verbotszonen und sogar Haustierbereiche eingerichtet werden. Insgesamt ist die App sehr übersichtlich und intuitiv gestaltet.

Navigation: Wie gut erkennt der DJI Romo P Hindernisse?

Wie bereits erwähnt, setzt DJI auf eine Hybrid-Technologie aus Lidar-Sensorik und Kameras, um die Umgebung wahrzunehmen. Schon während der Kartierung merkt man, dass DJI das Know-how, das man bei den Drohnen perfektioniert hat, auch am Boden gekonnt einzusetzen weiß. Die Karte wirkt deutlich präziser und kommt ohne „Ausreißer“ daher. Auch Teppiche werden äußerst genau im Raum erkannt und eingezeichnet. Die Präzision spürt man auch bei der Navigation. Wenn man den Roboter mehrere Räume von der Station entfernt zurückschickt, fährt er ohne größere Korrekturen schnurstracks zurück und parkt mit nur einem Zug ein. Die gleiche Genauigkeit ist auch bei einer Bereichsreinigung zu beobachten.

Ein echtes Highlight ist jedoch die Hinderniserkennung. DJI selbst verspricht, dass sogar Spielkarten oder zwei Millimeter starke Kabel auf dem Boden erkannt werden. In unserem Test stellten wir fest: Das stimmt! Kabel und andere flache Dinge werden einwandfrei erkannt und umfahren. Dabei fährt der Romo sogar in vergleichsweise geringem Abstand vorbei. In der App werden auf Wunsch die Hindernisse nicht nur markiert, sondern auch mit einem Foto belegt. Dabei erkannte er sogar Kabel unter einem flachen Schrank (weniger als fünf Zentimeter).

In der App kann man noch einen Schritt weitergehen. So können sogar Flüssigkeiten erkannt werden, was besonders Haustierbesitzer freuen dürfte. Man kann festlegen, ob der Romo die Flüssigkeit umfahren, reinigen oder ignorieren soll. Mit einem Schluck Cola klappt das Umfahren wunderbar.

Allerdings hat die präzise Erkennung auch ein paar Schattenseiten, die sich im Laufe der Zeit durch Softwareupdates beheben lassen sollten. Innerhalb der DJI-Home-App kann man die Klippenerkennung (Treppenerkennung) deaktivieren. Laut DJI kann dies sinnvoll sein, wenn es nur eine Etage gibt. Durch die Deaktivierung wird die Hindernisüberwindung verbessert – etwa von Türschwellen. Allgemein sollten diese nicht allzu hoch sein. Während neue Dreame-Modelle bereits vier Zentimeter steigen können, ist hier schon bei gut zwei Zentimetern Schluss, aber optional gibt es von DJI Auffahrrampen zu kaufen. Eventuell reicht DJI noch ein Update nach, um Hindernisse gleichzeitig besser überwinden zu können und gleichzeitig Treppen zu erkennen.

Reinigung: Wie gut saugt und wischt der DJI Romo P?

Der DJI Romo ist ein Meister im Erkennen und Vermeiden von Hindernissen, aber wie steht es um die Kerndisziplinen des Saug-Wisch-Roboters? Dazu haben wir ihn auf feinem Büroteppich, mittellangen Teppich, Laminat, Klickvinyl, Linoleumboden sowie Fliesen fahren lassen. Mit einer maximalen Saugkraft von bis zu 25.000 Pa gehört der Romo direkt zu den aktuell leistungsstärksten Modellen am Markt und diese Stärke spielt er im Alltag tatsächlich aus – allerdings mit Bedacht. Wenn sich die Bodendrohne über Hartböden bewegt und nur kleinere Schmutzpartikel herumliegen, dann ist er mit unter 60 Dezibel sehr leise. Nur bei gröberem Schmutz oder längerem Teppich tourt er etwas auf, aber erreicht nie mehr als 70 Dezibel. Das ist in der Wohnumgebung sowie im Homeoffice nie wirklich störend. Die geringe Lautstärke stresst auch Haustiere weniger.

Die Saugleistung lässt sich allgemein als sehr ordentlich beschreiben, da sie sich an die Verschmutzung anpasst und Kaninchenstreu, Haare und kleinere Dreckklumpen, die von den Schuhen abbröckeln, problemlos aufnimmt. Die Seitenbürsten passen ihre Geschwindigkeit ebenfalls an die Verhältnisse an, um Dreck nicht unnötig aufzuwirbeln respektive ihn zu verteilen. Die Bürsten holen den Schmutz zudem zuverlässig von den Sockelleisten und aus den Ecken weg. Interessant ist auch, dass die Station bei Bedarf auch die Staubbox trocknet und sie anschließend mit UV-Licht desinfiziert – ein dickes Hygiene-Plus.

DJI Romo P – Wischmopps

Beim Wischen geht DJI bekanntlich noch alte Wege, indem man auf Wischpads anstatt einer Walze setzt. Die runden Pads haben dabei den großen Nachteil, dass sie zwar sehr gut die Ränder wischen können, aber leider nur bedingt in die Ecken reichen. Außerdem werden sie nur in der Station, nicht aber während der Reinigungsfahrt, gereinigt.

Die Bereiche, die sie jedoch erreichen, reinigen sie sehr gut. Das liegt einmal am smarten Reinigungspfad, aber auch an drei weiteren Faktoren. In der App lässt sich beispielsweise einstellen, dass der Wischvorgang automatisch wiederholt werden soll, bis der Schmutz restlos entfernt ist. Daneben werden gleich zwei Reinigungsmittel mitgeliefert. Die Reinigungslösung wirkt dabei entfettend und hilft dabei, Flecken besser zu entfernen. Auf Wunsch wird danach nochmals nur mit Wasser nachgewischt. Zusätzlich kann auch ein Mittel zur Desinfektion und Geruchsneutralisierung auf den Boden aufgebracht werden – perfekt für Haushalte mit Haustieren. Im Test konnten damit sogar angetrocknete Flecken entfernt werden, die andere Modelle bislang nicht schafften.

Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der DJI Romo P?

Der Akku des Romo P ist mit 5.000 mAh kleiner als bei der Konkurrenz (oft mehr als 6.000 mAh), hält aber bei moderater Saugleistung auf Hartboden dennoch etwa die versprochenen drei Stunden Laufzeit durch. Das entspricht in etwa auch der Ladezeit.

Preis

Die UVP des Herstellers für Deutschland liegt bei knapp 1.900 Euro. Der Straßenpreis liegt bereits deutlich darunter. Am günstigsten ist er derzeit bei Ebay für 1649 Euro (Code: SANTA), bei Amazon sind es 1699 Euro. Zunächst war er direkt ausverkauft, ist nun aber wieder verfügbar. Der Sauger mit der Reinigungsstation mit festem Hauswasseranschluss soll später erscheinen. Beide Versionen gibt es nur in Transparent.

Fazit

DJI gelingt mit dem Romo P ein bemerkenswertes Debüt im Bereich der Saug-Wisch-Roboter. Vor allem die Navigation und Hinderniserkennung setzen Maßstäbe und zeigen, wie viel Erfahrung aus der Drohnentechnik hier eingeflossen ist. In puncto Reinigungsleistung und Alltagstauglichkeit liegt der Romo P auf Augenhöhe mit den besten Modellen von Roborock oder Dreame, beim Wischen und in der App-Feinabstimmung bleibt jedoch Luft nach oben. Überdies ist der Preis für das transparente Gerät mit über 1600 Euro wahrlich hoch. Wer Wert auf innovative Technik und hohe Präzision legt, findet im DJI Romo P jedoch einen spannenden Neuzugang der Premiumklasse. Wer auf transparente Optik und die Reinigungsmittel verzichten kann, sollte jedoch zum Romo S oder Romo A greifen.



Source link

Künstliche Intelligenz

Vorstellung Volvo EX60: Ein nordischer Überflieger?


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Weiterlesen nach der Anzeige

Die als direkte Konkurrenten ausgemachten Gegner waren wieder einmal früher dran als Volvo: BMW iX3, Mercedes GLC EQ und Audi Q6 sind schon auf dem Markt. Das muss die Chancen des EX60 nicht zwangsläufig einschränken, sofern die Marke liefern kann. Denn wer jetzt einen BMW iX3 ordert, wird ihn wohl nur im Ausnahmefall auch in diesem Jahr noch bekommen. Trotz stolzer Preise kommen die Bayern derzeit mit der Produktion kaum hinterher. Sie haben deshalb auch keine Eile, etwas weniger teure Varianten nachzuschieben. Das eröffnet unter anderem dem Volvo EX60 die Chance, Interessenten zu überzeugen. Die Eckdaten sind jedenfalls vielversprechend.

Der XC60 mit Verbrennern gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Modellen der Marke. Ein Elektroauto von ähnlichem Zuschnitt und gewohnt konservativer Gestaltung sollte daran anknüpfen können. Ein gehobenes Preisniveau scheint die Zielgruppe nicht abzuschrecken: Ein mit den üblichen Extras versehener XC60 lag deutlich über 60.000 Euro Listenpreis, mit einem Plug-in-Hybrid waren es praktisch nur im Ausnahmefall weniger als 70.000 Euro. Beim Elektroauto EX60 orientiert sich Volvo an der Konkurrenz. Das vorläufige Angebot sieht wie folgt aus:

P6 P10 P12
Leistung in kW 275 375 500
Drehmoment in Nm 480 710 790
Beschleunigung 0 bis 100 km/h in s 5,9 4,6 3,9
Höchstgeschwindigkeit in km/h 180
Antrieb Heck Allrad
Batterie in kWh brutto / netto 83 / 80 95 / 91 117 / 112
AC-Ladeleistung in kW 22
DC-Ladeleistung in kW 320 370
10 auf 80 Prozent Laden in min 18 19
Reichweite WLTP in km 620 660 810
Verbrauch WLTP in kWh/100 km 14,7 15,7 16
Preis Ausstattung „Plus“ 62.990 65.990 71.990
Preis Ausstattung „Ultra“ 69.790 72.790 78.790

Damit ähnelt der EX60 seinen wichtigsten Konkurrenten und übertrifft sie im Detail auch leicht. Die durchschnittliche Nettoladeleistung zwischen 10 und 80 Prozent (entspricht 78,4 kWh netto) liegt beim Topmodell bei immerhin knapp 248 kW. Das Nachladen der Ladeverluste muss zu diesem Wert noch hinzugerechnet werden. Abgeschlossen soll das in 19 Minuten sein. Wir hatten noch nicht viele Elektroautos, die diese Zeit hätten unterbieten können: Smart #5 und Xpeng G6 gehörten dazu.

BMW nennt für das Schließen des 10-80-Prozent-Fensters 22 Minuten, in denen netto 76,3 kWh nachgeladen werden. Das ist also etwas weniger in ein paar Minuten mehr. In der Praxis dürfte das eine untergeordnete Rolle spielen. Klar sollte sein, dass sich solche Zeiten nur an entsprechend gerüsteter Ladeinfrastruktur erzielen lassen. Ladesäulen mit 300 kW sind momentan gerade entlang von Autobahnen häufig zu finden, Punkte mit deutlich mehr Ladeleistung noch eher selten.

Weiterlesen nach der Anzeige

Optisch bleibt der EX60 weitgehend in den von Volvo erwartbaren Bahnen, besonders an der Front. Die D-Säule ist derart massiv geraten, dass die Rundumsicht ziemlich eingeschränkt sein dürfte. Einen sehr eigenen Weg geht Volvo bei den Türgriffen, die in der Schachtleiste zwischen Scheibe und Türblatt untergebracht sind. Noch lässt sich das nur aus der Ferne abschätzen, doch ich würde vermuten: Volvo hatte schon Türgriffe, die nach einem Unfall hilfreicher waren.


Volvo wird den EX60 in zwei Ausstattungslinien anbieten: eine namenlose Basis und die hier im Bild zu sehende Cross Country. (Bild:

Volvo

)

Im Innenraum fällt die für die Marke typische Gestaltung auf, bei der sich fast die gesamte Bedienung von Funktionen auf den 15-Zoll-Bildschirm in der Mitte konzentriert. Darauf läuft Android Automotive, denn ein komplett in Eigenregie entwickeltes System ist für Volvo schon lange nicht mehr machbar. Die skalierbare Architektur des „Nvidia Drive AGX Orin“ soll eine kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglichen. Volvo lässt offen, welchen Zeitraum man dabei im Sinn hat.

Aus dem unglücklichen Modellanlauf des größeren EX90 will Volvo gelernt haben. Dort war die anfangs eingebaute Hardware rasch zu schlapp für die Anwendungen. Die Angelegenheit war Volvo so peinlich, dass sie Käufern eines im Schnitt rund 100.000 Euro teuren E-SUV einen Tausch der Hardware anboten. Nun setzt Volvo auf eine 8255 CPU von Qualcomm, die eine „ultraschnelle Verarbeitung“ ermögliche und ein „KI-gestütztes Fahrerlebnis durch die Integration von Google Gemini“ schaffe, wie es in der Pressemitteilung dazu heißt. Es dürfte sich um einen Qualcomm SA8255P-Chip handeln, der je vier Cortex-A76 und Cortex-A55 besitzt.

Die Anforderungen an die Rechenleistung dürften weiter steigen, allein schon im Bereich des assistierten Fahrens ist das absehbar. Über die geplante Laufzeit des EX60 werden Kunden mehr erwarten als das, was Volvo im ersten Schritt ankündigt. Das SUV kann auf Autobahnen bis 130 km/h selbstständig lenken. Kombiniert mit dem serienmäßigen Abstandstempomat könnte sich am Steuer durchaus das Gefühl einer gewissen Autonomie einstellen, doch der Fahrer bleibt hier stets allein voll in der Verantwortung. Er darf sich also nicht etwa anderen Dingen zuwenden. Da der Fortschritt in diesem Bereich rasant ist, wird das aber vermutlich in den kommenden Jahren nachgereicht. Volvo verspricht, eine Struktur geschaffen zu haben, die kontinuierliche Hardware- und Software-Verbesserungen ausgelegt ist.

Selbst dieser „Pilot Assist Plus“, der auf Autobahnen bis 130 km/h das Lenken übernehmen kann, ist bislang nur angekündigt. In der vorab veröffentlichten Preisliste findet sich ein „Pilot Assist-Paket“, das je nach Ausstattungslinie zwischen 1400 und 1900 Euro kostet. Es enthält unter anderem die 360-Grad-Perspektive und einen Assistenten fürs Einparken sowie einen Spurführungsassistenten, der bis 150 km/h beim Lenken unterstützt und dafür auf Daten des Navigationssystems zurückgreift.

Es ist zumindest vorerst abgesehen von der Metalliclackierung und einem Winterpaket die einzige Option. Volvo richtet sich damit nach den Wünschen chinesischer und amerikanischer Kunden, mit einem Bonus in eigener Sache. Denn weniger Auswahl bedeutet eine vereinfachte, sprich weniger teure Produktion. Für den Kunden kann das bedeuten, dass er schneller zu seinem Auto kommt. Die Chance, es bis in Einzelheiten individuell zu gestalten, ist damit natürlich dahin.


Auch bei Volvo erfolgt die Bedienung fast aller Funktionen über den Bildschirm oder per Sprachbefehl. (Bild:

Volvo

)

Trösten kann er sich vielleicht damit, dass schon die Grundausstattung „Plus“ ziemlich üppig ist. Matrix-Licht, festes Glasdach, Wärmepumpe, Bose-Soundsystem, elektrisch verstellbare Sitze vorn wie hinten und der Zugang via Smartphone sind immer dabei. Die Version „Ultra“ legt unter anderem ein nochmals besseres Soundsystem von Bowers & Wilkins, feiner auflösender Matrix-Licht, ein auf Knopfdruck elektrochromatisch zu verschattendes Dach und Akustikverglasung oben drauf. Der Zuschlag liegt bei knapp 7000 Euro. Wie eingangs erwähnt, scheint die Zielgruppe in dieser Hinsicht nicht allzu empfindlich.

Volvo hat im Vorfeld enorme Erwartungen geschürt. Die ersten Eckdaten des EX60 versprechen ein E-SUV, das technologisch mit den besten Konkurrenten mithalten kann. Keiner bietet momentan mehr Energiegehalt in der Traktionsbatterie, kaum einer lädt so schnell nach. Dass die anderen nun aber ohne Chance sind, wäre etwas zu hoch gegriffen, denn in beiden Punkten setzt sich der EX60 nur leicht ab – und das zudem auf einem Niveau, was nur die wenigsten als kaufentscheidend erachten werden. Dafür liegen die Konkurrenten technisch zu nah beieinander. Auch der beispielsweise gegenüber einem Mercedes GLC EQ etwas geringere Listenpreis des EX60, der bereits eine sehr üppige Ausstattung inkludiert, spielt bei der finalen Entscheidung für oder gegen ein Modell in dieser Klasse vermutlich kaum eine ausschlaggebende Rolle. Eher dürfte bestimmend sein, ob man die futuristische Einrichtung eines iX3 bevorzugt oder die etwas zurückhaltende Art des EX60.

Mehr zur Marke Volvo


(mfz)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Staatliche Malware kommt vor Verfassungsgerichtshof Österreichs


„Die Regierung nimmt es bewusst in Kauf, dass hochsensible Daten von Bürgern an Dritte abfließen können, und will bewusst Sicherheitsschwachstellen offenhalten, anstatt diese zu schließen”, ärgert sich der österreichische Abgeordnete Christian Hafenecker (FPÖ) über die sogenannte Messengerüberwachung mittels Bundestrojaner. „Wer Sicherheitslücken für Überwachungszwecke instrumentalisiert, setzt die Privatsphäre der Bevölkerung und die Sicherheit der staatlichen Infrastruktur leichtfertig aufs Spiel. Wir fordern die Rückkehr zu klaren rechtsstaatlichen Prinzipien und den Schutz unserer Grundfreiheiten“, sagt seine Kollegin Alma Zadić (Grüne). Gemeinsam bringen die beiden Oppositionsparteien die Novelle des Staatsschutz- und Nachrichtendienst-Gesetzes aus dem Vorjahr vor den österreichischen Verfassungsgerichtshof (VfGH).

Weiterlesen nach der Anzeige

Dieser muss prüfen, ob das Gesetz verfassungskonform ist. Es erlaubt österreichischen Ermittlern, bald Malware heimlich in Geräte von Bürgern einzuschleusen, um diese zu überwachen. Unbeteiligte Dritte, darunter Betreiber von Messengerdiensten, sind gesetzlich dazu verpflichtet, an der Überwachung mitzuwirken. Den Verdacht einer Straftat verlangt das österreichische Gesetz nicht. Es reicht, wenn eine Person verdächtigt wird, in Zukunft eine schwere Straftat begehen zu wollen.

Die heimliche Überwachung funktioniert technisch nur, wenn es Sicherheitslücken gibt, seien es absichtlich eingebaute Hintertüren oder unabsichtliche Schwachstellen. Informationen dazu werden im Untergrund feilgeboten, wo die staatlichen Spione oder deren Lieferanten einkaufen müssten. Das Konzept geht also nur auf, wenn Steuergeld an organisierte Banden fließt und die Sicherheitslücken nicht geschlossen werden.

Damit gefährde die Regierung „die Cybersicherheit im ganzen Land, insbesondere der Kritischen Infrastruktur wie etwa von Krankenhäusern, Energieversorgung und Behörden”, meint Hafenecker, der auch Generalsekretär seiner Partei ist. Das von der Regierungspartei ÖVP ausgerufene Ziel der Bekämpfung islamistischen Terrors sei nur ein „Feigenblatt”. Tatsächlich stünden ”regierungskritische Bürger, die dafür nur mit der Punze ‚Verfassungsgefährder‘ abgestempelt werden müssen” im Visier. Er verweist auf Griechenland, Polen und Spanien, wo vergleichbarer Zugriff auf Mobiltelefone missbräuchlich verwendet worden ist.

„Wenn der Staat beginnt, sich Spionagesoftware zu bedienen, folgt unweigerlich der Missbrauch. In ganz Europa wurden bereits Journalisten und Oppositionelle sowie Zivilgesellschaft mit solchen Staatstrojanern überwacht”, bekräftigt der Grüne Netzpolitik-Sprecher Süleyman Zorba. „Die Frage ist nicht, ob es zum Missbrauch kommt, sondern wann.“ Zudem habe schon die Möglichkeit der Überwachung abträgliche Wirkung: „Allein das Wissen, dass der Staat mitlesen könnte, verändert unser Verhalten. Menschen kommunizieren nicht mehr frei, wenn sie mit einem digitalen Mitlauscher rechnen müssen.“

Weiterlesen nach der Anzeige

Das Gesetz kommt durch ein selten genutztes Verfahren vor den VfGH: Österreichisches Verfassungsrecht sieht vor, dass der Gerichtshof Bundesgesetze auf ihre Verfassungsmäßigkeit prüft, wenn ein Drittel der Abgeordneten einer der beiden Kammern des Parlaments (Nationalrat oder Bundesrat) dies verlangt. FPÖ und Grüne haben gemeinsam ausreichend Stimmen im Nationalrat und haben dort am Mittwoch die sogenannte Drittelbeschwerde ausgelöst.

2019 hat der VfGH eine 2018 von FPÖ und ÖVP beschlossene Gesetzesversion für Staatstrojaner sowie die verdeckte Erfassung und Speicherung von KFZ-Kennzeichen als verfassungswidrig aufgehoben (Az. G 72–74/2019 und G 181–182/2019). Damals prüfte der VfGH aufgrund zweier Drittelbeschwerden. Diese kamen von Sozialdemokraten (SPÖ) und Liberalen (NEOS); die damals oppositionellen Parteien bilden heute mit der rechtskonservativen ÖVP die Regierungskoalition und haben die neue Novelle im Juli mitbeschlossen.

SPÖ und ÖVP zeigten sich am Mittwoch von der „180-Grad-Wende“ der FPÖ irritiert. Als Innenminister habe FPÖ-Chef Herbert Kickl die Messenger-Überwachung noch vorangetrieben, und dabei deutlich mehr als nur Verfassungsgefährder überwachen wollen. Die neue Ausformulierung sei verfassungskonform. Die NEOS, obwohl nicht in Opposition, begrüßen die Prüfung durch den VfGH ausdrücklich.


(ds)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Auch Blue Origin baut Satelliten-Netz: Terawave


Blue Origin hat konkrete Pläne für eine eigene Satellitenkonstellation namens Terawave. Im Unterschied zu Marktführer Starlink soll Terawave zweistufig aufgebaut sein; zu rund 5.280 Satelliten im erdnahen Orbit (Low Earth Orbit, LEO) gesellen sich 128 in einer mittleren Umlaufbahn (MEO). Das Versprechen: Symmetrische Bandbreite von bis zu sechs Terabit pro Sekunde.

Weiterlesen nach der Anzeige

Das hat der US-Raketenbetreiber am Mittwoch bekanntgegeben. Im vierten Quartal 2027 möchte es die ersten Terawave-Satelliten im Orbit platzieren. Ein globales Massenprodukt kann der Dienst nicht werden: Mehr als etwa 100.000 Nutzer sind im Konzept nicht vorgesehen.

Teraware ist für Konzerne, Datenzentren und die öffentliche Hand konzipiert. Diesen möchte Blue Origin sowohl Punkt-zu-Punkt Datenverbindungen als auch breitbandigen Internetzugang anbieten, vorwiegend außerhalb urbaner Zentren. Nicht zuletzt sollen Kunden das Angebot zwecks Redundanz mit ihren bestehenden, terrestrischen Netzen verknüpfen können.

Die angegebenen symmetrischen sechs Terabit pro Sekunde sind ein Blickfänger. Zum Vergleich: Starlink Business spricht von bis zu 500 Mbit/s Download und nur maximal 40 Mbit/s Uplink.

Doch so simpel ist der Vergleich nicht. Einerseits spricht Blue Origin von „globally distributed customers”, wenn es die maximalen Übertragungsraten nennt. Daraus lässt sich schließen, dass diese Angaben als über mehrere Standorte summierte Bandbreite gemeint sind. An einem einzelnen Standort dürfte es deutlich weniger sein.

Andererseits gelten die sechs Tbit/s nur für optische Verbindungen mit den MEO-Satelliten. Diese sind weiter von der Erde entfernt als LEO-Satelliten, womit die Signallaufzeiten länger werden, also die Latenz steigt. Bei so großen Datenmengen ist das kein Problem. Jedoch werden optische Verbindungen viel leichter gestört, etwa durch Wolken, Rauch, Sandstürme, et cetera. Auch optische Brechungen an Übergängen zwischen unterschiedlichen atmosphärischen Schichten und Luftturbulenzen nehmen Einfluss.

Weiterlesen nach der Anzeige

Deswegen braucht Terawave die 5.280 erdnahen Satelliten. Diese bieten nicht nur niedrigere Latenz, sondern arbeiten, wie Starlink, über Funk. Sie sollen immer noch bis zu 144 Gigabit pro Sekunde symmetrisch leisten – ebenfalls ein Vielfaches des Platzhirschen Starlink. Dieser nutzt für Verbindungen zwischen Erde und Satelliten das Ku-Band (12 bis 18 GHz), hat sich aber auch Frequenznutzungsrechte für V (40 bis 75 GHz) und E (60 bis 90 GHz) gesichert. Im September hat Starlink-Betreiber SpaceX zudem Echostar die Rechte für ein kleines Stück im Bereich 1915-1920 MHz abgekauft; dies soll für 5G-Verbindungen zu Mobiltelefonen genutzt werden.

Blue Origin setzt auf die Frequenzbänder V und Q (33 bis 50 GHz). Je höher die Frequenz, um so größer die Datenkapazität, aber auch die Anfälligkeit für Störungen. Viel Auswahl hat das Unternehmen nicht: Das Ku-Band sowie das von Starlink für Verbindungen zwischen dessen Satelliten genutzte Ka-Band (17-31 GHz) ist einfach schon zu voll für eine weitere riesige Satellitenflotte wie Terawave. Also macht es aus der Not eine Tugend und spitzt auf Kunden, die für hohe Bandbreiten in die Tasche greifen


(ds)



Source link

Weiterlesen

Beliebt