Künstliche Intelligenz
DJI Romo P im Test: Was kann der erste Saugroboter des Drohnen-Experten?
Mit dem Romo wagt sich DJI erstmals auf den Boden: Statt Drohnen hebt jetzt ein Saugroboter ab – technisch präzise und stark bei der Navigation.
Der Saugroboter von DJI kam nicht ganz aus heiterem Himmel. Bereits seit dem Sommer pfiffen es die Spatzen von den Dächern, und in China war er längst erhältlich. Nun ist der DJI Romo P offiziell auch in Europa gestartet – und sorgt prompt für Aufsehen. Denn der Marktführer bei Kameradrohnen überträgt seine Erfahrung in Sensorik, Hinderniserkennung und präziser Steuerung auf den Boden. Statt Ästen und Menschen erkennt der Romo Möbelbeine, Teppichkanten und Kabel, die er elegant umfährt. Damit betritt DJI ein neues Terrain, bleibt aber seinem Anspruch treu, Technik mit Intelligenz zu verbinden.
Der aktuell rund 1649 Euro (bei Ebay mit Code: SANTA) teure Roboter kommt bereits gut ausgestattet daher: Mit einer praktischen Absaugstation, integrierten Reinigungsmitteln, umfangreicher App und ordentlichen 25.000 Pascal Saugkraft startet er sofort im Premiumsegment. Ob der Romo P den etablierten Konkurrenten von Roborock, Ecovacs oder Dreame gefährlich werden kann, zeigt der Test.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des DJI Romo P?
Bereits bei der Optik hebt sich der Romo P von den Mitbewerbern ab. Während noch der Romo S und Romo A an den Roborock Qrevo Curv erinnern, hat sich DJI bei der P-Variante für ein transparentes Design entschieden. Das gilt sowohl für die Basis als auch für den Saug-Wisch-Roboter. Dadurch erhält man einen gänzlich neuen Einblick in die notwendige Technik, die die kleine Haushaltshilfe zum echten Wundergerät macht. In der Basis sieht man dadurch die zahlreichen Zuleitungen, Absaugrohre, Filter, den Staubbeutel, das Reinigungsmittel und vieles mehr. Das Aussehen versprüht sofort einen Hightech-Look, den man jedoch auch mögen muss. Da wir das Gerät nur wenige Wochen testen konnten, können wir nicht sagen, ob das Gehäuse und auch das Innenleben anfällig für Schmutz und Staub sind.
Gleiches gilt natürlich auch für den Romo P selbst, der eine durchsichtige Abdeckung hat, sodass man den Staubfilter und Staubbehälter sowie die Antriebe für die beiden Wischmopps sehen kann.
In der getesteten Version des Romo P ist die Station mit zwei Wassertanks für Frisch- und Schmutzwasser ausgestattet. Später sollen noch Modelle mit Festwasseranschluss folgen. Die beiden Wassertanks sind gut von oben erreichbar und herausnehmbar. Der Verschluss rastet solide ein und hält die Tanks gut verschlossen.
Auf der Vorderseite ist zudem ein Button zu finden, der die Station einschaltet und im Alltagsbetrieb auch die Reinigungsmodi starten kann. Unterhalb davon ist eine Klappe, hinter der sich Reinigungsmittel sowie der Staubbeutel befinden. Durch das transparente Design kann man auch gut den Füllstand des Beutels einschätzen, ohne die Klappe öffnen zu müssen. Insgesamt merkt man bereits der Basis an, dass DJI langjährige Erfahrung bei der Produktion von hochwertigen Produkten gesammelt hat. Die Verarbeitung ist in allen Bereichen großartig und nichts wirkt trotz des verwendeten Kunststoffs billig und sehr robust.
Beim Roboter setzt sich dieses Bild fort. Unter der transparenten Oberseite erhält man einen guten Einblick auf den integrierten Staubbehälter und kann auch von außen erkennen, wenn man den Filter reinigen oder austauschen sollte. Zudem befinden sich oben auf dem Gerät zwei Buttons: Einer dient als Ein-/Ausschalter sowie als Starttaste für die Reinigung, während der andere den Sauger zurück zur Station schickt.
Optisch fällt auf, dass DJI auf einen kleinen Lidar-Turm verzichtet, der bei anderen Modellen zur Orientierung und Hinderniserkennung dient. Obwohl dieser fehlt, gehört der Romo P mit 9,8 Zentimeter Höhe mittlerweile schon fast zu höheren Geräten, da Dreame, Roborock und Co. bereits bei unter acht Zentimetern angekommen sind.
Der DJI-Neuling verzichtet allerdings nicht auf die lasergestützte Lidar-Technologie, sondern hat sie in der Front mit einem Dual-Kamera-Fisheye-Design verbunden, das zusätzlich von einem LED-Licht unterstützt wird, um auch in dunklen Räumen ordentlich reinigen zu können.
Auf der Unterseite gibt es weitere spannende Designentscheidungen. Dabei fällt ins Auge, dass DJI auf zwei Seitenbürsten setzt, während Konkurrenten davon abgerückt sind und nur noch eine mit ausschwenkbarem Arm verbauen. Auch der Romo P hat einen solchen Arm, um auch die letzte Ecke zu erreichen. Beide Seitenbürsten (Ersatz liegt übrigens im Lieferumfang bei) arbeiten der mittig liegenden Hauptbürste zu.
Das Design ist bewusst gewählt, um ein Verheddern von Haaren zu verhindern. Diese werden dank des cleveren Designs zum offenen Zwischenraum in der Mitte „transportiert“. An den Seitenbürsten bleiben dennoch vereinzelte Haare hängen. Die Bürsten lassen sich jedoch durch das einfache Klicksystem leicht entfernen.
Das gilt übrigens auch für die beiden Wischpads, die sich leicht entfernen lassen. Auch hier ist nur ein Wischpad auf einem ausschwenkbaren Arm gelagert, wobei die runde Form nicht sonderlich für Ecken geeignet ist. Andere Hersteller mit den Padlösungen setzen daher abgewandelte Formen, während Wischwalzen auf dem Vormarsch sind.
Einrichtung: Wie schnell ist der DJI Romo P betriebsbereit?
Die Verpackung ist angenehm klein. Noch vor dem Öffnen lässt sich ein QR-Code scannen, der zu einer Website führt. Darauf findet man die notwendige App, die digitale Bedienungsanleitung sowie Tutorials zur Einrichtung. Im Karton selbst ist der Inhalt überschaubar. Neben der typischen Schnellanleitung liegen dem Romo und seiner Station nur ein Stromkabel sowie die beiden Reinigungsmittel bei.
Daher gestaltet sich der Aufbau denkbar einfach. In die Station klickt man noch das Auffahrpanel ein, steckt den Strom ein und zieht die diversen Schutzfolien ab. Ähnlich ist es auch beim Saugwischer. Dort muss man jedoch nur die Folien entfernen. Ein kurzer Druck bei beiden Geräten auf den jeweiligen Einschalter lässt den typischen Startton erklingen, den man bereits von den Drohnen und Powerstations kennt.
Danach geht es in der App weiter. Diese führt Schritt für Schritt durch den Einrichtungsprozess. Vor der ersten Reinigung muss man den Romo einmal durch die Wohnräume fahren lassen, um die Räumlichkeiten zu kartieren. Für 70 Quadratmeter dauert das nur zehn Minuten.
Danach führt noch eine kurze Anleitung durch alle wichtigen Funktionen und erklärt die verschiedenen Anzeigen und Symbole. In der App sind alle grundlegenden Funktionen bereits vorhanden, sodass man Reinigungsmodi auswählen und anpassen kann. Dazu gehören Wassermengen, Saugkraft, Reinigungspfade, Raumreihenfolgen sowie Zeitpläne. Dabei können auch Verbotszonen und sogar Haustierbereiche eingerichtet werden. Insgesamt ist die App sehr übersichtlich und intuitiv gestaltet.
DJI Romo P – App & Einrichtung
Navigation: Wie gut erkennt der DJI Romo P Hindernisse?
Wie bereits erwähnt, setzt DJI auf eine Hybrid-Technologie aus Lidar-Sensorik und Kameras, um die Umgebung wahrzunehmen. Schon während der Kartierung merkt man, dass DJI das Know-how, das man bei den Drohnen perfektioniert hat, auch am Boden gekonnt einzusetzen weiß. Die Karte wirkt deutlich präziser und kommt ohne „Ausreißer“ daher. Auch Teppiche werden äußerst genau im Raum erkannt und eingezeichnet. Die Präzision spürt man auch bei der Navigation. Wenn man den Roboter mehrere Räume von der Station entfernt zurückschickt, fährt er ohne größere Korrekturen schnurstracks zurück und parkt mit nur einem Zug ein. Die gleiche Genauigkeit ist auch bei einer Bereichsreinigung zu beobachten.
Ein echtes Highlight ist jedoch die Hinderniserkennung. DJI selbst verspricht, dass sogar Spielkarten oder zwei Millimeter starke Kabel auf dem Boden erkannt werden. In unserem Test stellten wir fest: Das stimmt! Kabel und andere flache Dinge werden einwandfrei erkannt und umfahren. Dabei fährt der Romo sogar in vergleichsweise geringem Abstand vorbei. In der App werden auf Wunsch die Hindernisse nicht nur markiert, sondern auch mit einem Foto belegt. Dabei erkannte er sogar Kabel unter einem flachen Schrank (weniger als fünf Zentimeter).
In der App kann man noch einen Schritt weitergehen. So können sogar Flüssigkeiten erkannt werden, was besonders Haustierbesitzer freuen dürfte. Man kann festlegen, ob der Romo die Flüssigkeit umfahren, reinigen oder ignorieren soll. Mit einem Schluck Cola klappt das Umfahren wunderbar.
Allerdings hat die präzise Erkennung auch ein paar Schattenseiten, die sich im Laufe der Zeit durch Softwareupdates beheben lassen sollten. Innerhalb der DJI-Home-App kann man die Klippenerkennung (Treppenerkennung) deaktivieren. Laut DJI kann dies sinnvoll sein, wenn es nur eine Etage gibt. Durch die Deaktivierung wird die Hindernisüberwindung verbessert – etwa von Türschwellen. Allgemein sollten diese nicht allzu hoch sein. Während neue Dreame-Modelle bereits vier Zentimeter steigen können, ist hier schon bei gut zwei Zentimetern Schluss, aber optional gibt es von DJI Auffahrrampen zu kaufen. Eventuell reicht DJI noch ein Update nach, um Hindernisse gleichzeitig besser überwinden zu können und gleichzeitig Treppen zu erkennen.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der DJI Romo P?
Der DJI Romo ist ein Meister im Erkennen und Vermeiden von Hindernissen, aber wie steht es um die Kerndisziplinen des Saug-Wisch-Roboters? Dazu haben wir ihn auf feinem Büroteppich, mittellangen Teppich, Laminat, Klickvinyl, Linoleumboden sowie Fliesen fahren lassen. Mit einer maximalen Saugkraft von bis zu 25.000 Pa gehört der Romo direkt zu den aktuell leistungsstärksten Modellen am Markt und diese Stärke spielt er im Alltag tatsächlich aus – allerdings mit Bedacht. Wenn sich die Bodendrohne über Hartböden bewegt und nur kleinere Schmutzpartikel herumliegen, dann ist er mit unter 60 Dezibel sehr leise. Nur bei gröberem Schmutz oder längerem Teppich tourt er etwas auf, aber erreicht nie mehr als 70 Dezibel. Das ist in der Wohnumgebung sowie im Homeoffice nie wirklich störend. Die geringe Lautstärke stresst auch Haustiere weniger.
Die Saugleistung lässt sich allgemein als sehr ordentlich beschreiben, da sie sich an die Verschmutzung anpasst und Kaninchenstreu, Haare und kleinere Dreckklumpen, die von den Schuhen abbröckeln, problemlos aufnimmt. Die Seitenbürsten passen ihre Geschwindigkeit ebenfalls an die Verhältnisse an, um Dreck nicht unnötig aufzuwirbeln respektive ihn zu verteilen. Die Bürsten holen den Schmutz zudem zuverlässig von den Sockelleisten und aus den Ecken weg. Interessant ist auch, dass die Station bei Bedarf auch die Staubbox trocknet und sie anschließend mit UV-Licht desinfiziert – ein dickes Hygiene-Plus.
Beim Wischen geht DJI bekanntlich noch alte Wege, indem man auf Wischpads anstatt einer Walze setzt. Die runden Pads haben dabei den großen Nachteil, dass sie zwar sehr gut die Ränder wischen können, aber leider nur bedingt in die Ecken reichen. Außerdem werden sie nur in der Station, nicht aber während der Reinigungsfahrt, gereinigt.
Die Bereiche, die sie jedoch erreichen, reinigen sie sehr gut. Das liegt einmal am smarten Reinigungspfad, aber auch an drei weiteren Faktoren. In der App lässt sich beispielsweise einstellen, dass der Wischvorgang automatisch wiederholt werden soll, bis der Schmutz restlos entfernt ist. Daneben werden gleich zwei Reinigungsmittel mitgeliefert. Die Reinigungslösung wirkt dabei entfettend und hilft dabei, Flecken besser zu entfernen. Auf Wunsch wird danach nochmals nur mit Wasser nachgewischt. Zusätzlich kann auch ein Mittel zur Desinfektion und Geruchsneutralisierung auf den Boden aufgebracht werden – perfekt für Haushalte mit Haustieren. Im Test konnten damit sogar angetrocknete Flecken entfernt werden, die andere Modelle bislang nicht schafften.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der DJI Romo P?
Der Akku des Romo P ist mit 5.000 mAh kleiner als bei der Konkurrenz (oft mehr als 6.000 mAh), hält aber bei moderater Saugleistung auf Hartboden dennoch etwa die versprochenen drei Stunden Laufzeit durch. Das entspricht in etwa auch der Ladezeit.
Preis
Die UVP des Herstellers für Deutschland liegt bei knapp 1.900 Euro. Der Straßenpreis liegt bereits deutlich darunter. Am günstigsten ist er derzeit bei Ebay für 1649 Euro (Code: SANTA), bei Amazon sind es 1699 Euro. Zunächst war er direkt ausverkauft, ist nun aber wieder verfügbar. Der Sauger mit der Reinigungsstation mit festem Hauswasseranschluss soll später erscheinen. Beide Versionen gibt es nur in Transparent.
Fazit
DJI gelingt mit dem Romo P ein bemerkenswertes Debüt im Bereich der Saug-Wisch-Roboter. Vor allem die Navigation und Hinderniserkennung setzen Maßstäbe und zeigen, wie viel Erfahrung aus der Drohnentechnik hier eingeflossen ist. In puncto Reinigungsleistung und Alltagstauglichkeit liegt der Romo P auf Augenhöhe mit den besten Modellen von Roborock oder Dreame, beim Wischen und in der App-Feinabstimmung bleibt jedoch Luft nach oben. Überdies ist der Preis für das transparente Gerät mit über 1600 Euro wahrlich hoch. Wer Wert auf innovative Technik und hohe Präzision legt, findet im DJI Romo P jedoch einen spannenden Neuzugang der Premiumklasse. Wer auf transparente Optik und die Reinigungsmittel verzichten kann, sollte jedoch zum Romo S oder Romo A greifen.
Künstliche Intelligenz
Threads will über 400 Millionen Nutzer mit weltweiter Werbung monetarisieren
Meta Platforms hat angekündigt, Anzeigen in der Timeline von Threads ab nächster Woche weltweit einzublenden. Zuvor hatte der Kurznachrichtendienst mit Werbung nur experimentiert und diese nur einem geringen Prozentsatz der Anwender angezeigt. Gleichzeitig verkündet der Datenkonzern, dass Threads mittlerweile mehr als 400 Millionen monatlich aktive Nutzer zählt. Dieser Meilenstein wurde zwar bereits im August 2025 erreicht, aber bislang nicht offiziell bestätigt.
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Schon Ende Januar 2025 kam Threads laut Meta-Chef Mark Zuckerberg auf mehr als 320 Millionen User, die mindestens einmal im Monat aktiv sind. Über 100 Millionen nutzten die App sogar täglich. Damals legten aber auch schon mehr als eine Million Menschen pro Tag einen Account an, sodass das Wachstum ungebrochen schien. Bei den Kurznachrichtendiensten kommt es damit zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Threads und Elon Musks X, dem ehemaligen Twitter. Denn Konkurrenten wie Bluesky oder Mastodon wachsen deutlich langsamer und zählten zuletzt 41 Millionen respektive 15 Millionen registrierte Nutzer, die zudem weniger aktiv sind.
Mehr Nutzer sollen mehr Einnahmen generieren
Threads will seine gestiegenen Nutzerzahlen nun mit Werbung monetarisieren, obwohl die Plattform nach ursprünglichen Plänen Zuckerbergs eigentlich werbefrei bleiben sollte, solange dort nicht eine Milliarde Menschen unterwegs sind. Doch vor ziemlich genau einem Jahr begann Meta mit Tests von Werbung in Threads in den USA und Japan, als der Dienst gerade die Marke von 300 Millionen aktiven Nutzer im Monat übersprungen hatte. Im April 2025 wurde der Test mit Werbeanzeigen in der Timeline weltweit ausgedehnt, aber der Konzern wollte damit „weiterhin testen und lernen“, sodass nur wenige Nutzer Werbung angezeigt bekamen.
Das wird sich in Kürze ändern, wie Meta Platforms jetzt verkündet. Denn ab der nächsten Woche werden Anzeigen in Threads weltweit ausgerollt, sodass alle Nutzer Werbung in der Timeline sehen werden, nicht nur in einigen Regionen. Dabei wird es sich laut Meta aber um einen graduellen Prozess handeln. Zunächst werden nur wenige Anzeigen ausgeliefert, bis die Werbung in den kommenden Monaten überall eingeblendet wird.
Threads-Werbung wie bei anderen Meta-Plattformen
Werbekunden können Anzeigen wie bei den anderen Meta-Plattformen Facebook und Instagram per manueller Kampagne oder über Metas Advantage+ schalten. Letzteres nutzt Künstliche Intelligenz für eine passende Platzierung innerhalb des Dienstes. Threads unterstützt dieselben Werbeformate wie Facebook und Instagram, einschließlich Bilder, Videos und Karussellanzeigen, neu sind allerdings Anzeigen im 4:5-Format. Die Werbekunden können die Anzeigen für Threads innerhalb der gewohnten Einstellungen von Meta Platforms verwalten, was die gleichzeitige Werbeschaltung auf den anderen Online-Diensten Metas erleichtern soll.
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Meta Platforms hat bislang nicht erklärt, wie oft den Nutzern Werbung in der Timeline von Threads angezeigt wird. Der Datenkonzern schreibt allerdings, dass „die Anzeigenauslieferung anfangs niedrig bleibt“, während Werbung weltweit ausgerollt wird.
(fds)
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Digital Networks Act: Glasfaser bis 2035 und Mobilfunkfrequenzen auf Dauer
Die EU-Kommission hat am Mittwoch in Straßburg ihren Entwurf des Digital Networks Act (DNA) vorgestellt. Der Gesetzesentwurf soll vier bestehende Regelungswerke zusammenfassen und die Weichen für den europäischen Telekommunikationsmarkt stellen. Es geht um zentrale Fragen wie die Migration von Kupfernetzen auf Glasfaser, Mobilfunknetze und die Netzneutralität.
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Der DNA fasst auf gut 260 Seiten den European Electronic Communications Code (EECC), die Verordnung über das Gremium der europäischen Regulierungsbehörden (GEREK), Regelungen zu grenzüberschreitenden Funkfrequenzen und „Offenes Internet“ zusammen. Vieles soll einfacher, schneller und europäischer werden – und an einigen Stellen hat der DNA es in sich.
Kommission will bis 2035 entkupfern
Einen großen Auftrag bringt der DNA für die deutsche Politik mit: Bis 2035 sollten so gut wie alle Anschlüsse auf Glasfaser umgestellt sein, bekräftigte die für Digitales zuständige Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen bei der Vorstellung des DNA im Europäischen Parlament in Straßburg. Bis 2029 sollen alle Mitgliedstaaten einen konkreten Plan haben, wie der Abschied vom Kupfer stattfinden solle. Ausnahmen für Fernsehkabel nannte Virkkunen nicht – und auch der Entwurf unterscheidet bei Kupfer nicht zwischen alten Teilnehmernetzen und moderneren HFC-Netzen.
Für Valentina Daiber, Präsidentin des Verbands der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt (VATM) ist das Vorgehen das richtige Signal, zehn Jahre böten „ausreichend Planungsperspektive“. Dafür will Daiber auch die Regulierung entsprechend aufgestellt sehen: „Anbieter- und Dienstevielfalt machen Glasfasernetze für die Menschen erst attraktiv. Die Auswahl, die auf den Kupfernetzen Usus ist, muss auch auf der neuen Netzinfrastruktur erhalten bleiben.“
Denn bislang gilt: Wer ausbaut, entscheidet, ob andere auf dieser Infrastruktur etwas anbieten dürfen. Anders als bei den alten, staatlichen Kupfermonopolen gibt es bislang keine eindeutige gesetzliche Verpflichtung, Wettbewerbern einen Netzzugang zu gewähren. Verbraucher haben im schlechtesten Fall also Glasfaser – aber keinen alternativen Anbieter, mit dem sie einen Vertrag abschließen könnten.
Wie das zukünftige Regulierungsregime genau ausgestaltet sein wird, soll unter anderem vom Ergebnis eines komplizierten Mechanismus abhängen: Bei relevanter Marktmacht sollen die Aufsichtsbehörden vorab einschreiten und Regeln festlegen dürfen, wie Wettbewerber Infrastrukturen mitnutzen dürfen. Dass die Marktposition über die Regulierung entscheiden soll, begrüßt etwa auch der Breitbandverband ANGA. Eine Ausweitung der Regulierung auf alle Marktteilnehmer sieht der Verband dagegen kritisch.
Lizenzen ohne Laufzeitbegrenzung
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Für viele harte Diskussionen dürfte eine zentrale Änderung bei der Vergabe von Funkfrequenzen sorgen: Geht es nach der EU-Kommission, werden Lizenzen für Frequenznutzung künftig ohne Laufzeitbegrenzung vergeben. Davon sollen vor allem Mobilfunkbetreiber profitieren. Die Nutzungsrechte sollen dann nicht mehr wie bisher nach mehreren Jahren neu vergeben werden – in Deutschland hatte sich dafür die Versteigerung eingebürgert. Stattdessen würden die Anbieter die Lizenzen de facto auf Dauer erwerben. Das solle den Unternehmen mehr Planungssicherheit verschaffen, erläuterte Virkkunen.
Und auch darüber hinaus will die EU-Kommission bei den Funkfrequenzen Änderungen: Nach jeder Tagung der Weltfunkkonferenz (alle zwei bis vier Jahre) soll eine gemeinsame EU-Frequenzstrategie verabschiedet werden. Das soll Einheitlichkeit herstellen – eine sinnvolle Europäisierung durch die Hintertür. Ursprünglich hätte die Kommission die Frequenzpolitik gerne vollständig zentralisiert, fand dafür aber keine Mehrheit bei den Mitgliedstaaten.
Peering: Regulierungsbehörden als Friedensrichter?
Eine der Fragen, die im Vorfeld immer wieder gestellt wurden: Wird die EU das eigene Regelwerk zur Netzneutralität noch einmal anfassen und ein sogenanntes „Fair Share“-Regime einführen, das die großen US-Plattformen verpflichtet, für die Durchleitung ihrer Daten zu bezahlen? Das ist seit Jahren ein Politikum geopolitischer Dimension – und steht zumindest mit dem Kommissionsvorschlag derzeit nicht zur Debatte.
Im Streit um die Frage, ob die Politik konkrete Regeln für Peering und Transit aufstellen muss, hat die Kommission nun erst einmal ein freiwilliges Streitbeilegungsverfahren vorgeschlagen. Für Virkkunen ist dies einer konkreten Regulierung vorzuziehen, da es sich um einen im Regelfall gut funktionierenden Markt handele.
Trotzdem befürchtet die Computer and Communications Industry Association (CCIA) Europe, in der die großen US-Inhalteanbieter und -Plattformen eine gewichtige Stimme haben, dass der DNA-Entwurf ein Schlupfloch für solche Entgelte lasse: „Dies ist kein Verfahren zur ‚freiwilligen Schlichtung‘, sondern eines, das neue Streitigkeiten hervorrufen wird“, sagt Maria Teresa Stecher vom CCIA Europe. Der Verband befürchtet, dass mit Artikel 192 des Vorschlags de facto eine Einigungspflicht herbeigeführt würde.
Lange Beratungen absehbar
Über den Vorschlag der EU-Kommission werden das Parlament und der Rat in den kommenden Monaten intensiv beraten. Im Europäischen Parlament wird der Ausschuss für Industrie (ITRE) die Federführung übernehmen. Die Fachpolitiker werden sich mit dem Rat und den Fachministern der Mitgliedstaaten auf eine Regelung einigen müssen. Ob und wann das passiert, ist derzeit vollkommen offen. Für besonders umstrittene Vorhaben – und zumindest Teile des DNA gehören hier zweifelsohne dazu – können sich die Beratungen der Gremien auch über viele Jahre ziehen.
(vbr)
Künstliche Intelligenz
Gibt es Apple künftig nur noch im Abo? | Mac & i-Podcast
Apple One, iCloud+, AppleCare One und nun das Creator Studio: Mit einer wachsenden Liste an eigenen Abo-Angeboten stärkt Apple das große Geschäft mit Diensten – und lockt mehr Geld aus Kunden heraus, die bereits die teure Hardware gekauft haben. Dafür wandern jetzt neue KI-Funktionen für die lange kostenlos beigelegten Office-Apps Pages, Numbers und Keynote hinter die Abo-Schranke. Weitere Apple-Abos sind bereits am Horizont zu erahnen: Beobachter erwarten einen KI-basierten Health-Coach und Apple selbst will eines Tages für Satellitendienste abrechnen.
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In Episode 113 nehmen Malte Kirchner und Leo Becker das Apple Creator Studio unter die Lupe und diskutieren, was das auf längere Sicht für die parallel weiterhin als Einmalkauf erhältlichen Profi-Anwendungen Final Cut und Logic Pro bedeutet. Wir wundern uns, was die iWork-Apps in dem Bundle eigentlich verloren haben und werfen einen Blick darauf, wie Apple Abonnements als primäres Geschäftsmodell für Software breit in den Markt gedrückt hat. Nicht zuletzt geht es um die Frage, wie sich Abonnements auf die Betriebssysteme und letztlich das Nutzererlebnis auswirken.
Apple-Themen – immer ausführlich
Der Apple-Podcast von Mac & i erscheint mit dem Moderatoren-Duo Malte Kirchner und Leo Becker im Zweiwochenrhythmus und lässt sich per RSS-Feed (Audio) mit jeder Podcast-App der Wahl abonnieren – von Apple Podcasts über Overcast bis Pocket Casts.
Zum Anhören findet man ihn auch in Apples Podcast-Verzeichnis (Audio) und bei Spotify. Wir freuen uns über Feedback, Kritik und Fragen an podcast@mac-and-i.de.
(lbe)
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