Künstliche Intelligenz
E-SUV Alpine A390 GTS im Fahrbericht: Ungewöhnlich dynamisch
Ähnlich wie die einst britische Marke MG hat auch Alpine eine klare Markenbotschaft. Im Fokus steht die Freude am flotten Fahren, alles andere hat sich dem unterzuordnen. Etwas Bammel darf man bezüglich dieses Kerns wohl sein, wenn ein E-SUV angekündigt wird. Doch eine erste Ausfahrt zeigt, dass die Verantwortlichen die bisherigen Ideale keineswegs aufgegeben haben. Der Alpine A390 GTS ist eine deftige Fahrmaschine, und erst in zweiter Linie diese seltsame Mischung aus SUV und Coupé-Darsteller.
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Dreimal 115 KW
Der Alpine A390 basiert auf der AmpR-Medium-Plattform, die auch der Renault Mégane und Scénic sowie der Nissan Ariya nutzen. Die Renault-Modelle sind mit einem Motor bestückt, der Nissan setzt auf Allradantrieb mit je einer E-Maschine pro Achse. Im A390 GTS arbeiten drei Motoren mit jeweils 115 kW: vorn eine elektrisch erregte Synchronmaschine (EESM) mit magnetfreiem Rotor, hinten zwei permanenterregte Synchronmaschinen (PSM), die das aktive Torque-Vectoring übernehmen. Die Systemleistung liegt im Spitzenmodell bei 345 kW, in der Einstiegsvarianten bei 295 kW.

Der Alpine A390 GTS kann auch auf der Autobahn mithalten. Seine wahre Berufung aber sind kurvenreiche Landstraßen und Rennstrecken.
(Bild: Alpine)
Man habe in der Entwicklung mit vier Motoren angefangen, sei dann aber zu dem Schluss gekommen, mit drei am besten zu fahren, erzählt Chefingenieur Robert Benetto. Dabei dürften Gewicht und natürlich auch Kosten eine wichtige Rolle gespielt haben. Leistung allein verliert in der Welt der Elektroautos sukzessive an Wert – rasant beschleunigen können viele Modelle, und das spontane Ansprechverhalten verwischt die Unterschiede zusätzlich. Schon das Basismodell des 390 kann in 4,8 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und erreicht 200 km/h in der Spitze. Mit den 50 kW des GTS mehr sollen im Standardsprint 3,8 Sekunden genügen, Schluss ist erst bei 220 km/h.
Modifikationen am Fahrwerk
Doch eine Marke wie Alpine behauptet sich auf kurvigen Landstraßen, weniger auf der linken Spur der Autobahn. Gegenüber den anderen Modellen auf dieser Plattform wurden die Dämpfer straffer ausgelegt, Federn und Stabilisatoren sind dicker. Dabei hat es Alpine nicht übertrieben, es sind durchaus mehr als nur Reste von Federungskomfort wahrzunehmen. An der Vorderachse sind beim Alpine A390 geschmiedete Aluminium-Dreieckslenker verbaut. Sie sind leichter und steifer als die Standardteile. Hinten fasst ein Aluminiumrahmen die beiden E-Maschinen zu einer kompakten Einheit zusammen.

Die Reifen kommen immer von Michelin. Im Basismodell sind „Pilot Sport EV“ montiert, im GTS sind es „Pilot Sport 4 S“
(Bild: Alpine)
Das 2,1 Tonnen schwere SUV-Coupé lässt sich mühelos durch Kurven feuern. Am Kurveneingang folgt der Vorderwagen präzisen Lenkbefehlen – ohne Bremseingriffe an der Vorderachse: Der A390 bleibt lange neutral, bis ein gutmütiges Schieben über die Vorderräder den nahenden Grenzbereich ankündigt. Mit seinem Torque-Vectoring an der Hinterachse lässt sich der A390 in Kurven durch feine Gasdosierung noch flotter bewegen. Wechselt man in die Fahrmodi Sport oder Track, schieben die Systeme der Hinterachse mehr Kraft auf das kurvenäußere Rad. Aber auch in Eco/Save- oder Normal-Fahrprogramm ist man verdammt schnell unterwegs, wenn man will.
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Gleiche Batterie, unterschiedliche Ladeleistung
Am Lenkrad lässt sich mit einem roten Boost-Knopf für zehn Sekunden Extra-Power freischalten. Mit dem blauen Drehregler stellt man die Stärke der Rekuperation in vier Stufen ein. Vom Ein-Pedal-Fahren bis zum Gleiten ist alles möglich. In beiden Modellen ist eine Batterie mit 89 kWh Energiegehalt eingebaut. Erstaunlicherweise macht Alpine beim Laden dennoch einen Unterschied: Die Basis kann mit maximal 150 kW geladen werden, im GTS sind bis zu 190 kW möglich. Die Aufladung von 15 auf 80 Prozent dauert unter idealen Bedingungen so 29 bzw. 25 Minuten. An Wechselstrom kann serienmäßig mit 11 kW geladen werden, gegen einen Aufpreis von 1200 Euro sind sogar 22 kW möglich.
Im WLTP nennt Alpine für den von uns gefahrenen A390 GTS einen Stromverbrauch von 19,8 bis 20,4 kWh. Wir kamen bei unserer Ausfahrt laut Bordcomputer auf rund 25 kWh/100 km – ohne Ladeverluste, die in der gesetzlichen Angabe enthalten sind. Die Reichweite wird mit bis zu 515 km angegeben. Mit ein bisschen Puffer sollten etwas mehr als 300 km immer möglich sein.
Gutes Platzangebot
Der Alpine A390 hat ähnliche Abmessungen wie ein VW ID.5, bedient aber eine andere Zielgruppe. Verglichen mit den bisherigen Modellen der Marke bietet er ein geradezu generöses Platzangebot, verglichen mit ähnlich großen Autos ist er im guten Schnitt dieses Segments. Der Kofferraum fasst immerhin 532 Liter. Der Radstand ist sechs Zentimeter kürzer als in den Volkswagen-MEB-Modellen, doch auch hinten sitzt man im A390 nicht übel.

Das Layout des Innenraum ähnelt stark aktuellen Renault-Modellen.
(Bild: Alpine)
Alpine hat keinen Massenabsatz im Sinn, was spätestens über die Preisliste kommuniziert wird. Schon das Basismodell kostet 67.500 Euro, die nochmals umfangreicher ausgestattete Spitzenversion liegt bei 78.000 Euro. Den ein oder anderen mag vielleicht trösten, dass Alpine damit zumindest einen Porsche Macan noch unterbietet, ausstattungsbereinigt übrigens nochmal erheblich deutlicher, als es spontan scheint. Dennoch wird der A390 ein Exot bleiben, auch wenn er unterhaltsam fährt.
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(mfz)
Künstliche Intelligenz
LG Electronics: Kerngeschäft schwächelt, Roboter sind die Zukunft
LG Electronics will sein KI- und Robotikgeschäft ausbauen und sieht darin einen zentralen Wachstumstreiber angesichts des schwächelnden Kerngeschäfts. Die Lieferketten in den USA will das Unternehmen stärken.
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Wie aus einem Bericht der Korea Times hervorgeht, plant der Konzern, seine Expertise aus Haushaltsgeräten sowie Industrie- und Servicerobotik auf humanoide KI-Roboter zu übertragen. LG habe in den vergangenen Jahren Know-how in Bereichen wie Motoren, Aktuatoren und autonomer Navigation aufgebaut und wolle diese Kompetenzen nun bündeln, erklärte Finanzchef Kim Chang-tae während einer Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des vierten Quartals 2025.
Bereits auf der CES hatte LG den Haushaltsroboter CLOiD gezeigt, wie er Wäsche in eine Waschmaschine lädt. Der Roboter bewegt sich auf Rädern, hat zwei Arme mit sieben Achsen und Hände mit fünf Fingern. Sein Kopf enthält Recheneinheit, Sensoren und Anzeige. Der Roboter ist Teil von LGs Konzept eines weitgehend automatisierten Haushalts, in dem Maschinen alltägliche Aufgaben selbstständig erledigen. Das Motto: „Zero labor Home“.
Zudem hatte LG jüngst eine Zusammenarbeit mit dem US-Robotikunternehmen Boston Dynamics bekannt gegeben. Künftig sollen die Forschungsteams von Boston Dynamics und LG Innotek eng zusammenarbeiten, um neue Vision-Sensing-Systeme zu entwickeln, die es dem humanoiden Atlas-Roboter ermöglichen, seine Umgebung besser wahrzunehmen und Objekte besser zu erkennen.
Ein Grund für den neuen Fokus: Das Kerngeschäft schwächelt. Zwar erzielte LG Electronics 2025 mit 89,2 Billionen Won (circa 55 Milliarden Euro) einen Rekordumsatz, wie unter anderem der Korea Herald berichtet. Der operative Gewinn sank jedoch um 27,5 Prozent auf 2,48 Billionen Won. Im vierten Quartal rutschte der Konzern mit einem operativen Verlust von 109 Milliarden Won in die Verlustzone. Besonders das Kerngeschäft um TV-Geräte und Displays entwickelte sich schwach, während Haushaltsgeräte, die B2B-Sparten für Automobilkomponenten sowie Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik Rekordergebnisse erzielten.
Für das laufende Jahr rechnet LG mit anhaltenden Belastungen durch globale wirtschaftliche Unsicherheiten, Zölle und steigende Komponentenpreise. Um gegenzusteuern, will der Konzern unter anderem seine Lieferketten in den USA ausbauen und die Effizienz in den drei dortigen Produktionsstandorten erhöhen.
(rbr)
Künstliche Intelligenz
Softwareentwicklung: Online-Konferenz zum Spannungsfeld zwischen KI und Security
Künstliche Intelligenz dringt in alle Bereiche der Softwareentwicklung vor. Die Security muss mit den Neuerungen Schritt halten, denn mit den erweiterten Möglichkeiten sind auch neue Gefahren verbunden.
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Am 11. Mai widmet sich der Online-Deep-Dive der heise devSec dem Spannungsfeld zwischen Security und KI in der Softwareentwicklung. Die Vorträge behandeln zum einen die Angriffsflächen und Sicherheitsmaßnahmen für KI-Anwendungen und zeigen zum anderen, wie KI bei sicherer Softwareentwicklung hilft. Schließlich gibt es einen Blick auf die neuen Möglichkeiten, die Angreifer durch KI-Werkzeuge haben – und wie man ihnen begegnet.
Einblick und Praxis
Das Programm der Online-Konferenz bietet Vorträge zu folgenden Themen:
- Software-Security in Zeiten von KI
- Sicherheitsnetze für den sicheren Einsatz von Coding-Agenten
- KI als Sparringspartner im Entwicklungsprozess für bessere Security
- Vibe Hacking & Security-Agenten: Angreifer rüsten auf, Verteidiger ziehen nach
- LLM-Security: Die OWASP-Liste der Angriffsvektoren
- Live-Hacking von LLMs, Agenten und MCP
Tickets für die Online-Konferenz sind bis zum 20. April zum Frühbucherpreis von 249 Euro (zzgl. MwSt.) verfügbar. Teams ab drei Personen erhalten im Ticketshop automatisch einen Gruppenrabatt.
Wer über die heise devSec inklusive der zugehörigen Online-Konferenzen auf dem Laufenden bleiben möchte, kann sich für den Newsletter eintragen.
(rme)
Künstliche Intelligenz
Nächster Rückschlag für die Eurobike: Shimano sagt Teilnahme 2026 ab
Die Fahrradmesse Eurobike muss eine weitere prominente Absage verkraften: Der japanische Komponentenhersteller Shimano wird 2026 nicht Teil der Messe sein. Das gab das Unternehmen am Freitag bekannt. Damit bröckelt der Status der Eurobike als Leitmesse der Fahrradindustrie weiter. Bereits im November 2025 hatten der Branchenverband ZIV, der bedeutende Zukunft Fahrrad e.V. und Bosch eBike Systems mit der Eurobike gebrochen und für 2026 abgesagt.
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Laut Mitteilung will Shimano Vertriebspartner, Händler und Kundschaft künftig stärker direkt ansprechen und in eigene Formate investieren. Außerdem hätten steigende Ausstellungskosten und „veränderte Besucherströme“ zur Entscheidung beigetragen.
Die Nachricht trifft die Messeveranstalter mitten in einer Phase der Restrukturierung. Erst am Donnerstag hatte die Messe bekannt gegeben, dass die 2026er-Auflage in einem deutlich kleineren Rahmen stattfinden werde. Von der Shimano-Absage war da allerdings noch nichts bekannt. Im Westen des Frankfurter Messegeländes sollen für die 34. Ausgabe nur drei statt bislang fünf Hallen belegt werden. Schon zuvor war angekündigt worden, dass die Messe um einen Tag verkürzt wird. Sie findet nun vom 24. bis zum 27. Juni 2026 statt.
Der neu berufene Geschäftsführer des Veranstalters Fairnamic, Philipp Ferger, hatte am Tag vor der Shimano-Absage gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa betont, dass die Veranstalter und die Fahrradverbände ZIV und Zukunft Fahrrad e.V. einander wieder angenähert hätten. Gespräche hätten gezeigt, dass es ein gemeinsames Interesse an einer starken, zukunftsfähigen Eurobike gebe.
Auch Riese & Müller und Bosch sagen ab
Der Absage von Bosch und der Verbände ZIV und Zukunft Fahrrad war seinerzeit ein Streit um die künftige Ausrichtung der größten deutschen Fahrradmesse vorausgegangen. Die Verbände kritisierten fehlende Ordermöglichkeiten, hohe Standmieten und mangelnde politische Relevanz der Messe. „Die Branche erwartet grundlegende Änderungen als Voraussetzung und klares Signal für eine erfolgreiche Zukunft der Eurobike“, hatte Claus Fleischer, CEO von Bosch eBike Systems, die Absage begründet.
Wenig später hatte auch Riese & Müller, deutscher Premium-Hersteller von E-Bikes und Cargobikes, bekannt gegeben, nicht Teil der Messe 2026 zu sein. Ähnlich wie Shimano scheint Riese & Müller in der Messe nicht mehr das richtige Format für das Unternehmen zu sehen, und wendet sich stattdessen direkt an Fachhandel, Kundschaft und Vertriebsparter: Es richtet seine „Campus Days“ am Standort in Mühltal bei Darmstadt aus – zeitgleich zur Eurobike.
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Die Zahlen der Fachbesucher und des allgemeinen Publikums der Messe waren zuletzt rückläufig gewesen. Schon 2025 fehlten große internationale Fahrrad- und Komponentenhersteller sowie Europas größtes Händlernetzwerk Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG). Dennoch kam die Eurobike im letzten Jahr auf 61.690 Gäste, davon 31.270 Fachbesucher und 1500 Aussteller.
(rbr)
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