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Elektromobilität: Leichte E-Lkw und elektrische Omnibusse trotzen der Flaute


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der Nutzfahrzeugmarkt mag die meisten wenig interessieren. Und doch bietet er einen Blick in die Zukunft der Elektromobilität, weil seine Kaufentscheidungen unbelastet sind von Halbwissen, Vorurteilen und Emotionen. Bei Nutzanwendern muss sich ein Fahrzeug vorrangig finanziell bewähren, und das unter Umständen auch unter denkbar härtesten Einsatzbedingungen. Die Kriterien, die außer der schlichten Eignung eines Fahrzeugs für den angedachten Job noch bleiben, sind Randbedingungen wie Energiekosten, Ladeinfrastruktur, (steuerliche) Be- und Entlastungen oder Förderung. Gewerblich genutzte Elektromobilität kann somit in gewissen Grenzen als ein Indikator für die Entwicklung auf diesem Gebiet dienen. Was sich im vergangenen Jahr getan hat, zeigen die aktuellen Zahlen des Verbands der europäischen Kraftfahrzeughersteller Acea (European Automobile Manufacturers’ Association) für den europäischen Nutzfahrzeugmarkt 2025.

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Batterieelektrische Nutzfahrzeuge verzeichneten 2025 in Europa einen leichten Aufwärtstrend. Trotz eines leichten Rückgangs bei den Zulassungen konnten Busse kräftig zulegen. In diesem Segment findet inzwischen auch das größte Wachstum batterieelektrischer Autos statt, vor allem in Deutschland. Auf einigen Märkten legen auch Elektro-Lkw deutlich zu, wenn auch in weit geringerem Maßstab. Hier geht laut Acea die Schweiz am stärksten voran. Dass der Fortschritt nicht schneller verläuft, lastet der Industrieverband der Politik an: Der nur langsam steigende Anteil der elektrisch aufladbaren Fahrzeuge liege an „unzureichender Infrastruktur, hohen Energiepreisen, ungünstigen Gesamtbetriebskosten und inkonsequenten politische Rahmenbedingungen“ schreibt der Verband in seiner Pressemitteilung.

Insgesamt 307.460 verkaufte Lkw ließen den Gesamtmarkt europaweit um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen. Die deutschen Lkw-Zulassungen sanken hingegen von 88.240 auf 77.431 Stück im Jahresvergleich zu 2024, das macht ein Minus von 12,2 Prozent. Den umgekehrten Trend kann man hingegen bei Bussen beobachten, deren Zulassungen stiegen in ganz Europa um 7,5 Prozent auf 38.238 Einheiten, Deutschland legte hier mit 28 Prozent entschieden überdurchschnittlich zu. Der Gesamtanteil des Busgeschäfts liegt allerdings lediglich bei knapp 12,5 Prozent des Lkw-Markts.

Elektrisch angetriebene Busse kamen 2025 auf 23,8 Prozent aller Zulassungen in der EU. Inklusive der in der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) eingebundenen Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz plus Großbritannien sind es laut Acea sogar bereits 25,9 Prozent. Sprich: Jeder vierte neue Bus in Europa fährt elektrisch. Elektro-Lkw legten EU-weit zwischen 2024 und 2025 von 2,3 auf 4,2 Prozent zu, mit EFTA-Ländern und UK kommen sie auf 4,8 Prozent.

Der Anstieg der elektrisch aufladbaren (nach BEV und Hybridantrieb schlüsselt Acea an dieser Stelle nicht auf) verteilt sich allerdings sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Gewichtsklassen. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Klasse zwischen 3,5 und 16 Tonnen. Sie verkaufte sich laut Acea mit nur 52.972 Neuzulassungen zwar um 9,9 Prozent schlechter, mit einem Plus von 7867 Elektrofahrzeugen ergibt sich indes ein sehr beachtlicher Zuwachs von 87 Prozent. Das bedeutet, dass 2025 schon 14,8 Prozent der Nutzfahrzeuge zwischen 3,5 und 16 Tonnen (teil)elektrisch fuhren. In Deutschland betrug der Anteil mit 3368 Stück bereits 43 Prozent aller EU-weit zugelassenen elektrifizierten Fahrzeuge zwischen 3,5 und 16 Tonnen.

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Den Verkäufen nach deutlich kleinere Märkte lassen 2025 Deutschland im Wachstum oft weit zurück. So schaffen die Niederlande mit 1147 Stück ein großes Plus von 523 Prozent im Jahresvergleich, Schweden schafft mit 619 Nfz immerhin 407, Italien mit 521 Stück noch 174 Prozent. Frankreich verkaufte im Segment der 3,5- bis 16-Tonner mit E-Antrieb 852 Stück und verbesserte sich zum Vorjahr um 33 Prozent, Dänemark mit 470 um 122. Bemerkenswert hat sich außerhalb der EU das Vereinigte Königreich mit 2562 verkauften Einheiten geschlagen, das waren 56 Prozent über 2024.

Eine Erklärung ist das vorwiegende Einsatzgebiet für solche Fahrzeuge im Verteilverkehr. Dort bieten geringe Tagesfahrleistungen sowie die Einfahrt in emissionsbeschränkte Gebiete und ein hoher Anteil an Lieferstopps bereits sehr gewichtige Argumente, solche Autos einzusetzen. Deutschland bietet mit einer großen Bevölkerung und dichter Besiedlung besonders viele dieser Bedingungen.

Bei Lkw über 16 Tonnen liegt der Anteil an elektrifizierten Lastwagen bei einen Gesamtanteil von nur zwei Prozent. Das errechnet sich aus ihrer Verkaufszahl von 4991 gegenüber 254.488 Stück am Gesamtmarkt, der 2025 auf einen um 5,4 Prozent geringeren Verkaufsanteil kam. In Deutschland allerdings lag der Anteil schwerer Elektro-Lkw bei 28 Prozent, mit 1398 Stück erreichten diese einen beachtlichen Zuwachs von 38 Prozent. Noch besser schnitten Österreich mit 405 auf 143 Prozent und die Niederlande mit 878 auf 83 Prozent Wachstum gegenüber 2025 ab. Frankreich kommt mit einem moderaten Zuwachs von 28 Prozent auf 861 Einheiten.

Den größten Anteil erreicht das EFTA-Land Schweiz mit 21,3 Prozent, nachdem dort vergangenes Jahr 524 schwere E-Lkw über den Ladentisch gingen, entsprechend 71 Prozent Wachstum. Fast so gut gingen dort übrigens auch die Elektro-Lkw ab 3,5 Tonnen, von denen 942 Stück das Ergebnis um 64 Prozent verbessern konnten. Gefolgt wird der Alpenstaat von den Niederlanden, die mit knapp über 2000 Neuzulassungen 18,2 Prozent erreichten. Norwegen hatte einen Anteil von 16,9 Prozent elektrischer Lkw aller Klassen.

BEV-Busse waren in Großbritannien mit 2856 Neuzulassungen in Gesamt-Europa am beliebtesten. Das Land erreichte damit 56,3 Prozent Zuwachs, gefolgt von Deutschland mit 1808 neuen Elektrobussen, entsprechend 106,4 Prozent, während Schweden mit 898 Stück und einem Plus von 262,1 sowie Belgien mit 737 Einheiten und einem 233,5-prozentigen Anstieg hier die deutlichsten Zuwächse verzeichneten. Italien schaffte mit 1371 Bussen ein Plus von 16,8 Prozent. Die EU steigerte sich um 38,9 Prozent, inklusive EFTA und UK waren es, vor allem dank der Engländer, 44,8 Prozent.

Bemerkenswert: Hybridbusse sind EU-weit deutlich auf dem absteigenden Ast. Das Minus von 25 Prozent auf den aktuellen Marktanteil von 6,9 Prozent ist durch eine schwache Konjunktur nicht erklärbar. Es dürfte eher daran liegen, dass die Elektrischen bei Kosten und Leistungsfähigkeit und die Kommunen bei der Ladeinfrastruktur aufgeholt haben. Letztere dürften der Haupttreiber der Entwicklung sein, weil sie durch Vorschriften zum Immissionsschutz in geschlossenen Siedlungsgebieten gehalten sind, den Personennahverkehr entsprechend umzustellen. Das lässt sich trotz hoher Anfangsinvestitionen am einfachsten durch den Wechsel bei der Fahrenergie bewerkstelligen.

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(fpi)



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Roblox: Altersprüfung bremst das Wachstum


Roblox hat am Donnerstag seine Quartalszahlen vorgelegt. Im Jahresvergleich legten die täglich aktiven Nutzer um 35 Prozent und der Umsatz um 39 Prozent zu. Zugleich räumte das Unternehmen ein, dass das Nutzerwachstum „auch durch stärker als erwartete Gegenwinde“ infolge der im Januar eingeführten Altersprüfung gebremst wurde.

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Wie stark, sagt Roblox nicht. Ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Quartale legt jedoch nahe, dass es um Millionen von Nutzern geht: Im vierten Quartal 2025 zählte die Plattform noch 144 Millionen täglich aktive Nutzer, im ersten Quartal nur noch 132 Millionen.

Ein Teil des Rückgangs im ersten Quartal könnte saisonal bedingt sein. Roblox selbst verweist auf die starken Vergleichswerte aus 2025 sowie die im Dezember verhängte Roblox-Sperre in Russland als zusätzliche Faktoren.

Wie stark die neuen Sicherheitsmaßnahmen ins Gewicht fallen, zeigt sich daran, dass Roblox seine Wachstumserwartungen für 2026 nach unten korrigiert hat. Nach dem vierten Quartal 2025 hatte das Unternehmen für 2026 noch ein Umsatzwachstum von 23 bis 29 Prozent in Aussicht gestellt. Auch die Buchungen, also Käufe und Transaktionen auf der Plattform, sollten um 22 bis 26 Prozent zulegen. Nun rechnet Roblox wegen des Sicherheitsumbaus nur noch mit 20 bis 25 Prozent Umsatzwachstum und 8 bis 12 Prozent Wachstum bei den Buchungen. Für das zweite Quartal geht das Unternehmen zudem von einem weiteren Rückgang der täglich aktiven Nutzer aus.

Trotz dieser Entwicklung hält Roblox an den Sicherheitsmaßnahmen fest und will sie weiter ausbauen. In den kommenden Quartalen sollen neben der Altersprüfung weitere Verbesserungen folgen, die den altersgerechten Zugang zu Inhalten und Funktionen erleichtern, heißt es im Quartalsbericht.

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Roblox bietet seit 2021 eine Altersprüfung an, verschärfte diese jedoch im Januar 2026. Der Zugang zu Chat-Funktionen ist seitdem an eine Verifizierung per Ausweis oder Gesichtsscan geknüpft. Als Reaktion auf Umgehungsversuche führte Roblox kurze Zeit darauf fortlaufende Altersprüfungen ein, die mehrere Signale nutzen, um festzustellen, ob jemand deutlich älter oder jünger ist als im Profil angegeben. Laut Quartalsbericht hatten bis Ende des ersten Quartals 51 Prozent der weltweit täglich aktiven Nutzer eine Altersüberprüfung abgeschlossen. In entwickelten Märkten liegt die Quote deutlich höher. Als Beispiel nennt Roblox die USA mit 65 Prozent.

Erst vor zwei Wochen kündigte Roblox zudem altersbasierte Konten an. Ohne Altersprüfung bleibt der Zugriff künftig auf Inhalte für 5- bis 8-Jährige beschränkt. Zudem ist die Kommunikation mit anderen Nutzern weiterhin standardmäßig deaktiviert. Die weltweite Einführung der neuen Konten ist für Anfang Juni geplant.


(tobe)



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Pentagon besiegelt Verträge mit sieben KI-Anbietern


Das Pentagon hat Vereinbarungen mit sieben KI-Anbietern geschlossen, teilte das US-Verteidigungsministerium heute mit. Zu den Unternehmen zählen SpaceX, OpenAI, Google, Nvidia, Microsoft, Amazon Web Services sowie das Start-up Reflection. Sie sollen ihre KI-Systeme in den klassifizierten Netzwerkumgebungen IL6 und IL7 bereitstellen. Damit geht es nicht mehr nur um experimentelle Tests, sondern um den Einsatz fortgeschrittener KI-Fähigkeiten in hochsensiblen militärischen Umgebungen.

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Der Schritt sei Teil der KI-Strategie des Pentagons und soll neue Fähigkeiten in Einsatzführung, Nachrichtengewinnung und Verwaltung ermöglichen. „Diese Vereinbarungen beschleunigen den Umbau des US-Militärs hin zu KI-geprägten Streitkräften und stärken ihre Fähigkeit, in allen Bereichen der Kriegsführung die Entscheidungsüberlegenheit zu wahren“, heißt es in der Mitteilung des Pentagons.

Als Beleg für den Ausbau verweist das US-Verteidigungsministerium auf GenAI.mil, die offizielle KI-Plattform des Pentagons. Mehr als 1,3 Millionen Beschäftigte hätten sie in den ersten fünf Monaten genutzt, dabei mehrere zehn Millionen Prompts erzeugt und Hunderttausende Agenten eingesetzt.

Während einige Unternehmen wie SpaceX und OpenAI bereits zuvor ähnliche Vereinbarungen mit dem Pentagon geschlossen hatten, sind die jüngsten Abschlüsse laut dem Wall Street Journal ein wichtiger Schritt, um die KI-Werkzeuge in die operative Praxis des Verteidigungsministeriums zu integrieren. Die neuen Vereinbarungen zeigten zudem, wie weit Teile des Silicon Valley bereit sind, sich auf die Bedingungen des Verteidigungsministeriums einzulassen.

Laut der Zeitung verweisen viele der beteiligten Unternehmen auf Zusagen, wonach ihre Werkzeuge nicht für Massenüberwachung oder autonome Waffensysteme eingesetzt werden dürfen. Das Pentagon betont seinerseits, solche rechtswidrigen Aktivitäten nicht durchzuführen, und sagt, die Unternehmen sollten darauf vertrauen, dass das US-Militär KI verantwortungsvoll nutzt.

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Ein großer KI-Anbieter, der auf der Liste fehlt, ist Anthropic. Das Pentagon hatte das Unternehmen im März als Lieferkettenrisiko eingestuft und auf die schwarze Liste gesetzt, nachdem Anthropic in Vertragsverhandlungen auf Einschränkungen für den Einsatz seiner Claude-Modelle beharrt hatte. Unter anderem wollte das Unternehmen Massenüberwachung von US-Bürgern und den Einsatz in autonomen Waffensystemen vertraglich ausschließen. Der Streit wird inzwischen vor Gericht ausgetragen: Ein Berufungsgericht in Washington D.C. lehnte zuletzt Anthropics Antrag ab, die Einstufung als Lieferkettenrisiko vorläufig auszusetzen. Abschließend entschieden ist der Fall aber nicht.

Zugleich hat das neue Cybersecurity-Modell Mythos die Fronten offenbar wieder etwas aufgeweicht. Die US-Regierung nahm trotz der Sanktionen wieder Gespräche mit Anthropic auf, weil Mythos als sicherheitspolitisch zu wichtig gilt. Emil Michael, Technikchef des US-Verteidigungsministeriums, sagte am Freitag dem Sender CNBC, Anthropic gelte zwar weiter als Lieferkettenrisiko. Mythos sei jedoch ein „separater nationaler Sicherheitsmoment“. Er begründete das mit den besonderen Fähigkeiten des Modells, Cyber-Schwachstellen zu finden und zu schließen. Der Umgang mit Mythos werde deshalb nicht nur im Verteidigungsministerium, sondern regierungsweit geprüft.

Trotz der wieder aufgenommenen Gespräche bleiben die Spannungen bestehen: Pläne von Anthropic, den Zugang zu Mythos auf etwa 70 weitere Unternehmen auszuweiten, stießen im Weißen Haus auf Widerstand.


(tobe)



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Drei Jahre Deutschlandticket: Forderungen nach ÖPNV-Ausbau


Drei Jahre nach Einführung des Deutschlandtickets fordern Kommunen sowie Verbände einen Ausbau des Nah- und Regionalverkehrs in Deutschland. „Bund und Länder müssen den angekündigten Modernisierungspakt für den ÖPNV endlich umsetzen“, sagte Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, der Deutschen Presse-Agentur. „Es gilt, zusammen mit den Verkehrsverbünden und kommunalen Unternehmen den Fahrgästen ein Deutschlandangebot zu machen: mit mehr Linien, dichteren Takten und zusätzlichen Mobilitätsangeboten.“

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BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg sagte, jetzt müsse weiteres Entwicklungspotenzial im ÖPNV gehoben werden. „Es braucht mehr Linien, engere Taktungen, längere Züge und elektrische Busse.“ Um die Mobilitätswende sozial gerechter zu gestalten, schlägt der BUND zudem die Einführung eines einkommensunabhängigen Mobilitätsgelds vor, das die bisherige Pendlerpauschale ablösen könnte. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen forderte Angebotsausweitungen und Taktverbesserungen, damit das Ticket flächendeckend wirke.

Auch aus Sicht der Allianz pro Schiene ist das Potenzial des Deutschlandtickets längst nicht ausgeschöpft. Geschäftsführer Dirk Flege sagte, Menschen in den Städten profitierten bislang oft stärker vom Deutschlandticket als in ländlichen Regionen, wo die Anschlüsse an Busse und Bahnen oft zu wünschen übrig ließen.

„Das Deutschlandticket ist ein Versprechen, dass der öffentliche Nahverkehr einfach und unkompliziert zu nutzen ist“, sagte Flege. „Dazu gehört neben einer fairen Preisstruktur natürlich auch, dass jede und jeder ein entsprechendes ÖPNV-Angebot vor der eigenen Haustür vorfindet.“

Das Deutschlandticket gibt es seit dem 1. Mai 2023 – damals zum Einführungspreis von 49 Euro pro Monat. Das monatlich kündbare Abo hat rund 14,5 Millionen Nutzer und ermöglicht bundesweit Fahrten im Regional- und Nahverkehr. Es hat zuvor bestehende Tarifstrukturen erheblich vereinfacht.

Zum Jahresbeginn stieg der Preis auf 63 Euro im Monat – zuvor zahlten Nutzer für das Ticket 58 Euro im Monat. Von 2027 an soll der Preis nach einem Index errechnet werden, der Personal-, Energie- und allgemeine Kosten enthält. Was das Ticket dann kostet, ist noch unklar. Angesichts der Preisdebatte brachte der EVG-Vorsitzende Martin Burkert zuletzt sogar befristete Rabatte auf das Deutschlandticket ins Gespräch, um Pendler bei den hohen Spritpreisen zu entlasten.

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Weil das Ticket günstiger ist als bisherige regionale Abos, kommt es zu Einnahmeausfällen bei Verkehrsunternehmen. Deswegen geben Bund und Länder pro Jahr jeweils 1,5 Milliarden Euro. Die Verkehrsminister hatten sich geeinigt, diese Finanzierung bis 2030 zu verstetigen.

Schuchardt forderte, die Einnahmeausfälle der Verkehrsunternehmen durch das vergünstigte Ticket müssten von Bund und Ländern vollständig ausgeglichen werden. „Sonst gibt es zwar ein erschwingliches Deutschlandticket, aber es fehlt das Geld für Betrieb, Qualität und Ausbau des Angebots an Bussen und Bahnen.“

Greenpeace-Mobilitätsexpertin Marissa Reiserer sagte, der Erfolg des Deutschlandtickets habe im vergangenen Jahr mindestens 500 Millionen Liter Sprit eingespart. „Die vielen Millionen ÖPNV-Abos ersetzen Autofahrten, entlasten Straßen und Geldbörsen, bringen den Klimaschutz voran – und machen Deutschland weniger abhängig von Ölimporten.“ Doch statt das Erfolgsmodell des 9-Euro-Tickets wieder aufleben zu lassen, kehre die Bundesregierung zum gescheiterten Tankrabatt zurück. Vom 1. Mai an bis Ende Juni soll ein Tankrabatt die nach dem Iran-Krieg stark gestiegenen Spritpreise drücken.

Mitte April hatte das Bundesverkehrsministerium einen Zwischenbericht zur Evaluation des Deutschlandtickets veröffentlicht. Demnach wurden durch das Ticket allein im Jahr 2024 rund 2,5 Millionen Tonnen CO₂ eingespart. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte, die Nachfrage sei besonders in Metropolen hoch, zugleich spiele das Ticket auch in ländlicheren Räumen eine relevante Rolle. Einem Gutachten zufolge gebe es zusätzliches Potenzial von bis zu 5,8 Millionen weiteren Deutschlandtickets. Dieses könne vor allem durch Reaktivierung früherer Nutzerinnen und Nutzer sowie konsequentes Marketing erschlossen werden.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen kommentierte: „Das angebliche Potenzial an zusätzlichen Kundinnen und Kunden beim Deutschlandticket stellen wir in den Verkaufszahlen nicht fest. Vielmehr ist es so, dass aufgrund des immensen wirtschaftlichen Drucks auf die Verkehrsunternehmen das ÖPNV-Angebot bundesweit schlechter wird.“ Deshalb gebe es seit Monaten kaum Zuwachs beim Deutschlandticket.

Doch auch ein anderes Potenzial war beim Deutschlandticket zunächst hoch: Die Zahl der Betrugsversuche bewegte sich voriges Jahr noch schätzungsweise im Millionenbereich. Mangelhafte Sicherheitsmaßnahmen öffneten Betrügern Tür und Tor, bis zu 500 Millionen Euro Schaden könnte das verursacht haben. Viele Verkehrsunternehmen und -verbünde setzen inzwischen Sicherheitsmaßnahmen um, die das Problem eindämmen sollen.

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