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Künstliche Intelligenz

Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar


4K-Auflösung, Dual-Objektiv, Akku, Wi-Fi und Laden per Solarmodul: Kabellose Überwachungskameras haben viel zu bieten. Wir zeigen die besten Modelle.

Laut Kriminalstatistik sind im Jahr 2024 die Wohnungseinbrüche in Deutschland leicht auf 78.436 Fälle gestiegen. Hinzu kommen 107.861 Diebstähle aus Kellern und Waschküchen – ein Anstieg um knapp sieben Prozent. Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen beträgt magere 15,3 Prozent. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft liegt der Schaden durch Einbrüche bei rund 350 Millionen Euro, 20 Millionen Euro mehr als im Jahr davor.

Bei knapp der Hälfte der Einbrüche bleibt es allerdings beim Versuch, weil die Anlagen gut gesichert sind. Zu einer umfassenden Sicherung (PDF) zählt laut Polizei auch der Einsatz von Überwachungskameras, die nicht nur vor ungebetenen Gästen warnen, sondern mit zuschaltbaren LED-Leuchten und Alarmsirenen Diebe abschrecken. Die Polizei warnt davor, hierfür Kamera-Attrappen zu nutzen, denn sie erkennen viele Einbrecher als solche.

Häufig scheitert der Einsatz von Überwachungskameras im Outdoor-Bereich jedoch an fehlenden Kabeln für Netzwerk- und Stromversorgung. Kabellose WLAN-Überwachungskameras mit Akku sind hier erste Wahl, sofern der heimische Router bis zum geplanten Standort der Kamera funkt.

Sollte das nicht der Fall sein, können Anwender auf LTE-Kameras ausweichen. In beiden Fällen muss aber, je nach Stärke des Akkus, das Gerät früher oder später an die Ladestation gehen. Es sei denn, der Akku wird per Solarpanel betankt. Damit entfällt größtenteils das manuelle Aufladen der Überwachungskamera, sofern das Photovoltaik-Modul einige Stunden täglich Sonnenenergie ernten kann. Sämtliche Überwachungskameras in unserer Bestenliste unterstützen das Aufladen per Solarmodul.

Welche kabellose Überwachungskamera ist die beste?

Unser bisheriger Testsieger, die Reolink Trackmix Akku, ist leider nur noch im Ausverkauf zu einem überhöhten Preis erhältlich. Den Nachfolger, der nun 4K-Auflösung bietet, haben wir noch nicht getestet. Aktuell gibt es die neue Trackmix 4K nur bei Reolink für 207 Euro. Damit ist die bisherige zweitplatzierte Reolink Argus 4 Pro unser neuer Testsieger. Mit der Argus 4 Pro bietet Reolink die erste batteriebetriebene Überwachungskamera mit einem Dual-Objektiv und einem 180° breiten Sichtfeld. Aktuell bekommt man sie auf Ebay mit dem Rabattcode WUNDERBAR für 141 Euro.

Die Eufy S340 für aktuell 129 Euro wird Technologiesieger und landet auf dem zweiten Platz. Auch sie bietet zwei Objektive, mit denen sie im Livestream eine Total- sowie eine Detailansicht mit sechsfachem Zoom anzeigt. Ferner unterstützt die S340 die sogenannte Cross-Kamera-Verfolgung. Dabei werden im Verbund mit anderen Eufy-Überwachungskameras und der Homebase S380 Videos vom selben Ereignis zu einer Aufnahme zusammengefügt. Einzigartig.

Auf Rang drei landet ebenfalls eine Reolink-Kamera: Die Argus Track für aktuell 123,50 Euro (5%-Coupon anklicken) basiert im Wesentlichen auf Reolinks bekannter Trackmix-Serie. Das Gehäuse fällt allerdings deutlich kompakter und eleganter aus. Ansonsten ist alles an Bord, was leistungsfähige Überwachungskameras auszeichnen.

Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben möchte, sollte einen Blick auf unseren Preis-Leistungs-Sieger TP-Link Tapo C425 werfen. Sie ist einzeln für knapp 66 Euro erhältlich. In Kombination mit einem Solarpanel kostet sie 80 Euro.

KURZÜBERSICHT

Mit der Argus 4 Pro bietet Reolink die erste batteriebetriebene Überwachungskamera mit einem Dual-Objektiv und einem 180° breiten Sichtfeld. Farbige Nachtaufnahmen gelingen der Argus 4 Pro selbst mit wenig Restlicht. Reolink verkauft die Argus 4 Pro inklusive Solarpanel regulär für 230 Euro. Das Modell ist in Schwarz und in Weiß erhältlich. Aktuell bekommt man sie auf Ebay mit Rabattcode für 141 Euro.

VORTEILE

  • 180°-Sichtfeld mit bis zu 5120 × 1440 Pixel bei maximal 15 fps
  • lichtstarkes Dual-Objektiv mit farbiger Nachtsicht ohne Zusatzbeleuchtung
  • leichte Bedienung mit App und Desktop-Anwendung

NACHTEILE

  • Smart-Home-Anbindung eingeschränkt
  • NAS-Support nur über Reolink Home Hub

Die Eufy Solocam S340 überzeugt uns im Test nahezu in jedem Bereich. Sie bietet dank einer hohen Auflösung eine detailreiche Darstellung, unterstützt farbige Nachtaufnahmen und liefert dank des zweiten Objektivs eine vergrößerte Detailansicht und damit deutlich mehr Funktionen als herkömmliche Überwachungskameras mit nur einem Objektiv. Aktuell ist sie aktuell für 129 Euro erhältlich.

VORTEILE

  • 3K-Auflösung und farbige Nachtsicht
  • Zweites Objektiv für Zoom-Ansicht
  • Cross-Kamera-Verfolgung

NACHTEILE

  • Desktop-Anwendung eingeschränkt
  • Integration in Smart-Home-Systeme eingeschränkt
  • Aktivierung der Datenschutzzone schaltet PTZ-Funktion aus

Die Tapo C425 liefert eine gute Bildqualität und stellt Benachrichtigungen zeitnah zu. Die App ist reaktionsschnell und zeigt den Livestream sowie aufgenommene Videos zügig an. Auf der Habenseite stehen zudem eine leichte Bedienung und Inbetriebnahme sowie die magnetische Halterung. Einzeln ist sie aktuell für knapp 66 Euro erhältlich. In Kombination mit einem Solarpanel kostet sie gebraucht 60 Euro und neu auf Ebay 77 Euro.

VORTEILE

  • QHD-Auflösung mit guter Bildqualität und bis zu 25 fps
  • Bewegungserkennung differenziert zwischen Personen, Fahrzeugen und Haustieren
  • Darstellung von Livestream und Wiedergabe von Ereignissen erfolgen zügig

NACHTEILE

  • keine Desktop-Anwendung
  • kein Onvif-Support
  • kein RTSP-Stream

Ratgeber

Auswahlkriterien für WLAN/LTE-Überwachungskameras mit Akku

Bei WLAN- oder LTE-Kameras mit Akku war bislang die Speicherkapazität des Energieträgers ein wichtiges Kriterium. Dank der Möglichkeit, diesen per Solarmodul zu laden, spielt die Akkukapazität inzwischen eine untergeordnete Rolle. Worauf man stattdessen beim Kauf einer WLAN- oder LTE-Überwachungskamera achten sollte, klären wir im Folgenden.

Farbige Nachtsicht

Aus Sicherheitsgründen statten immer mehr Hersteller von Überwachungskameras ihre Geräte mit LED-Leuchten (Ratgeber) aus. Getreu dem Motto „Licht vertreibt finstere Gestalten“, schalten sich die auch als Spotlight bezeichneten LED-Scheinwerfer bei Bedarf automatisch ein, sobald die Kamera eine Bewegung erfasst. Ein Nebeneffekt der Zusatzbeleuchtung ist, dass entsprechende Überwachungskameras auch bei Dunkelheit Videos in Farbe aufzeichnen, während Varianten ohne Beleuchtung nachts nur in Schwarz-Weiß aufnehmen können. Vorteil: Das Bild mit farbiger Nachtsicht ist klarer, sodass ungebetene Gäste besser identifiziert werden können. Nachteil: Die LED zur Beleuchtung benötigt Energie, sodass der Akku dadurch zusätzlich belastet wird.

Dank LED-Spotlight bieten die besten Überwachungskameras mit Akku auch eine farbige Nachtsicht.

Überwachungskameras mit LED-Leuchten bieten ein höheres Sicherheitsniveau als Modelle ohne Lampen. Bis auf die Eufy Solocam S220 beherrschen alle anderen Modelle dieser Bestenliste die farbige Nachtsicht.

Objektiv: starr oder neig- und schwenkbar

Sogenannte PTZ-Kameras (Pan, Tilt, Zoom – Schwenken, Neigen, Zoomen) überwachen dank eines schwenk- und neigbaren Objektivs einen deutlich größeren Bereich als Überwachungskameras mit einer starren Linse. Letztere bieten meist ein 110 bis 140 Grad großes Sichtfeld, während PTZ-Varianten in der Summe auf 360 Grad kommen. Wer sich mit einem 180°-Sichtfeld begnügt, kann auch zu einer Überwachungskamera mit Doppel-Objektiv wie der Reolink Argus 4 Pro greifen.

Hohe Auflösung sorgt für mehr Details

Die Auflösung einer Überwachungskamera ist für viele Anwender ein entscheidendes Auswahlkriterium. Je höher diese ausfällt, desto mehr Details liefern die aufgezeichneten Videos und Bilder. Natürlich muss der Bildsensor dafür ausgelegt sein und auch bei hoher Auflösung noch eine genügende Lichtempfindlichkeit bieten.

Was Letzteres anbelangt, sind die in dieser Bestenliste aufgeführten Überwachungskameras gut aufgestellt. Sie bieten bei Tag und bei Nacht eine gute oder sehr gute Bildqualität. Aber sie unterscheiden sich bezüglich Auflösung teilweise erheblich. Das sollten Anwender bedenken, wenn es darum geht, auch mal auf ein bestimmtes Objekt zu zoomen.

Überwachungskamera Auflösung (Breite x Höhe) Pixelanzahl Verhältnis zu Full-HD
Reolink Argus Track, Reolink Argus 3 Ultra, Reolink Go PT Ultra, Reolink Argus PT Ultra, Reolink Argus Track, Reolink Altas PT Ultra, Eufycam S3 Pro, Eufy S330, Baseus S2 3840 x 2160  8.294.400 + 300 Prozent
Reolink Argus 4 Pro 5120 x 1440 7.372.800 + 256 Prozent
Eufy Solocam S340, Ezviz C8c 3K 2880 x 1620 4.665.600 + 125 Prozent
Reolink Trackmix Akku, Eufy S230 4G, TP-Link Tapo C420S2, TP-Link Tapo C425, Ezviz Elife 2K+ 2560 x 1440 3.686.400 + 78 Prozent
Eufy Solocam S230 4G, S230, S220 2304 x 1296 2.985.984 + 44 Prozent
Eufy Eufycam C35 1920 x 1080 2.073.600 Full-HD

Modelle mit hoher Auflösung sind gegenüber einer klassischen Full-HD-Kamera klar im Vorteil. So bietet bereits die Eufy Solocam S40 mit einer Auflösung von 2304 × 1296 Pixeln eine um 44 Prozent höhere Pixelanzahl. Bei den Reolink- und Ezviz-Modellen, die mit 2560 × 1440 Bildpunkten auflösen, liegt der Vorteil bei 78 Prozent. Und die Eufy Solocam S330, die Baseus S2 sowie die Reolink-Varianten Argus 3 Ultra, Argus PT Ultra, Altas PT Ultra und Go PT Ultra kommen mit 4K auf die vierfache Auflösung eines Full-HD-Modells, was klare Vorteile beim Zoomen bietet. Noch besser sind dafür Überwachungskameras mit optischem Zoom wie die Reolink Trackmix Akku, Argus Track sowie die Eufy Solocam S340 geeignet.

Beim Zoom bietet eine 4K-Kamera klare Vorteile gegenüber Modellen mit einer niedrigeren Auflösung wie 2560 × 1440.

Bedienung per App und am Desktop, Zeitrafferaufnahmen, Cross-Kamera-Verfolgung

Die Qualität der Apps zur Bedienung der in dieser Bestenliste aufgeführten Überwachungskameras ist insgesamt gut. Anwender können damit sämtliche relevanten Parameter bequem einstellen und die Kameras effizient steuern. Im Detail gibt es aber dennoch einige bemerkenswerte Unterschiede.

Eufy bietet etwa bei seinen Modellen mit Solarpanel ein Energie-Dashboard, das mithilfe zahlreicher Grafiken relevante Daten zur Energieversorgung übersichtlich darstellt. Außerdem integriert die Anker-Marke mit der Cross-Kamera-Verfolgung eine Funktion, die Aufnahmen unterschiedlicher Eufy-Überwachungskameras in ein Video mit allen Perspektiven zusammenschneidet. Damit kann man den Weg einer Person oder eines Haustiers exakt nachverfolgen.

Eufy bietet mit der Cross-Kamera-Verfolgung eine interessante Funktion. Aus einzelnen Kameraaufnahmen wird ein Film erstellt, der die Bewegung einer Person oder eines Haustiers zu unterschiedlichen Zeitpunkten aus verschiedenen Perspektiven zeigt.

Wer seine Überwachungskamera auch vom Desktop bequem steuern möchte, ist mit den Reolink-Modellen am besten bedient. Die für Windows und macOS vorliegende Desktop-Anwendung bietet nahezu die gleichen Einstellmöglichkeiten wie die mobile App. Auch lassen sich beide Tools ähnlich bedienen, was eine konsistente Benutzererfahrung garantiert.

Reolink bietet für seine Überwachungskamera auch eine Desktop-Anwendung für macOS und Windows.

Das ist nicht selbstverständlich. Oft bieten Kamerahersteller keine Desktop-Anwendung zur Steuerung ihrer Geräte oder es gibt nur eine Web- oder Desktop-Anwendung mit reduzierter Funktionalität, wie im Fall von Eufy und Ezviz, die sich zudem im Hinblick auf die Bedienung der mobilen Anwendung unterscheiden.

Mit den Reolink-Modellen können Anwender zusätzlich zur Sicherheitsüberwachung auch eine Zeitraffer-Aufnahme konfigurieren, um so etwa den Fortschritt beim Hausbau oder andere Ereignisse zu dokumentieren.

Integration in Smart-Home-Systeme

Eine direkte Integration in Smart-Home-Systeme (Bestenliste) wie Aqara, Bosch, Homekit, Home Assistant, Homey Pro, Smartthings oder Tuya sehen die Hersteller der hier vorgestellten WLAN- und LTE-Modelle größtenteils nicht vor. Immerhin sind die Eufy-Überwachungskameras dank Community-Apps kompatibel mit Homey Pro und Home Assistant. Die Tapo-Varianten von TP-Link lassen sich inklusive Livestream und Bewegungsmelder in Smartthings integrieren. Für Ezviz-Überwachungskameras gibt es die Möglichkeit, sie in Homematic IP anzubinden. Wir verzichten auf das Wort Integration bewusst, da lediglich ein Link zur Ezviz-App in Homematic eingebaut ist.

Mit Letzterer können Anwender in Verbindung mit dem Add-On Frigate (Ratgeber) einen Netzwerkvideorekorder ganz ohne Hersteller-App lokal realisieren. Aufgrund des höheren Ressourcenbedarfs sollte Home Assistant in diesem Fall allerdings auf einem leistungsstarken Mini-PC installiert werden.

Über den Reolink Home Hub können Anwender auch akkubetriebene Reolink-Überwachungskameras in Home-Assistant integrieren und so für Automatisierungen nutzen.

Standardmäßig unterstützen die hier gelisteten Produkte nur die Integration in Amazon Alexa und Google Assistant, sodass Anwender die Überwachungskamera per Sprache steuern oder das Livebild auf einem Smart Display (Ratgeber) wie Amazon Echo oder Nest Hub betrachten können.

Tipp für Apple-Anwender: Wer Homey Pro oder Home Assistant als Smart-Home-Zentrale verwendet, kann damit viele daran angeschlossene WLAN-, Zigbee- und Z-Wave-Geräte auch mit Homekit verwalten. Für experimentierfreudige Anwender steht als Alternative mit Homebridge eine Software parat, die ebenfalls Smart-Home-Geräte in Homekit integriert.

Zwei-Wege-Audio

Dank einer Gegensprechfunktion, die häufig auch mit Zwei-Wege-Audio bezeichnet wird, können Anwender über das Smartphone mit den meisten Überwachungskameras dieser Bestenliste Gespräche mit Personen vor der Kamera führen. Lediglich die Eufy-Modelle S330 und S230 4G sind dafür mangels Lautsprecher nicht geeignet.

Unterstützung für 2,4-GHz- und 5-GHz-Bänder

Die Wi-Fi-Modelle dieser Bestenliste funken standardmäßig im reichweitenstarken 2,4-GHz-Band. Nur die Reolink-Varianten unterstützen zusätzlich die Funkübertragung mit 5 GHz. Damit sind zwar höhere Datenraten möglich, doch dieser Vorteil ist in der Praxis nur dann relevant, wenn zwischen Wi-Fi-Router und Überwachungskamera eine optimale Verbindung zustande kommt, die nicht von Hindernissen wie stark gedämmten Außenwänden beeinträchtigt wird.

Da die meisten Anwender ihren WLAN-Router allerdings im Innenraum positioniert haben, ist die reichweitenstarke 2,4-GHz-Frequenz in der Praxis meist die bessere Wahl, um eine zuverlässige Verbindung zur Überwachungskamera im Außenbereich herzustellen.

Speicherung der Videos

Sämtliche Überwachungskameras dieser Bestenliste speichern Videos lokal, entweder auf einem integrierten Speicher wie einige Eufy-Modelle oder auf einer microSD-Karte (siehe folgende Tabelle). Optional bieten sämtliche Varianten auch eine kostenpflichtige Speicherung in der jeweiligen Hersteller-Cloud.

Neben Eufy mit der Home Base hat Reolink mit dem Home Hub einen zentralen Speicherort für seine Überwachungskameras im Programm. In diesen Fällen ist eine microSD-Karte zur Speicherung der Videos für die einzelnen Kameras nicht nötig. Außerdem bieten diese Lösungen einen besseren Schutz, da Aufnahmen auch dann noch zur Verfügung stehen, wenn ein Einbrecher die Überwachungskamera stiehlt oder die microSD-Karte entwendet.

Sonne als Energielieferant: Überwachungskameras mit Solarpanel

Die Sonne als Energiequelle zum Laden einer Überwachungskamera zu nutzen, wird bei den Herstellern immer beliebter. Die meisten Anbieter von Funk-Überwachungskameras realisieren dies mit einem Solarpanel, das per USB-Kabel den Akku der Kamera lädt. Eufy hat bei den Modellen Solocam S230, S220, S340 und Eufycam S330 sowie S3 Pro das Solarpanel gleich auf der Gehäuseoberfläche integriert.

Das hat den Vorteil, dass man nur ein Gerät montieren muss. Andererseits schränkt das die Auswahl des Montageorts auch etwas ein: Schließlich muss das Solarpanel für das Auftanken des Kamera-Akkus zumindest einige Stunden das Sonnenlicht ernten, um es in elektrische Energie umwandeln zu können. Somit kommen schattige und wettergeschützte Montageorte für diese Modelle nicht infrage.

Überwachungskameras mit separatem Solarpanel sind da flexibler: Anwender können solche Modelle beispielsweise geschützt unter einem Vordach im Schatten platzieren, während sie für das Solarpanel, dank eines mehreren Meter langen Anschlusskabels meistens problemlos ein sonniges Plätzchen für die Montage finden.

Fazit

Überwachungskameras wirken auf Diebe abschreckend, besonders wenn sie über eine zuschaltbare LED-Beleuchtung und Sirene verfügen und so per Licht und Ton den Eindringling aus dem Konzept bringen. Dank Akku und Solarpanel müssen Anwender die Kameras im besten Fall gar nicht mehr manuell laden. Das funktioniert allerdings nur, wenn am Aufstellort regelmäßig die Sonne scheint. Bei Minustemperaturen funktioniert das Laden per Solarpanel allerdings nicht zuverlässig, sodass während der Wintermonate ein manuelles Laden notwendig werden kann.

Die Solocam-Modelle von Eufy S330, S220, S230 und S3 Pro sowie die Baseus Security S2 integrieren das Panel sogar auf der Gehäuseoberfläche. Während diese Varianten an einem sonnigen Platz montiert werden müssen, um von der Sonnenkraft zu profitieren, sind die Modelle mit separatem Solarpanel hinsichtlich der Montage etwas flexibler. Anwender können diese Kameras geschützt unter einem Dach im Schatten befestigen und das Solarpanel an einem potenziell sonnigen Platz montieren.

Leider unterstützten akkubetriebene Überwachungskameras standardmäßig nicht den Onvif-Standard. Somit lassen sie sich in der Regel nicht in Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Home Assistant oder Homey Pro integrieren. Immerhin stehen für diese beiden Smart-Home-Lösungen Community-Apps für Eufy-Überwachungskameras parat. Und die Tapo-Kameras von TP-Link können Anwender immerhin in Samsung Smartthings integrieren. Mit dem neuen Home Hub von Reolink lassen sich deren Akku-Kameras ebenfalls in Smart-Home-Zentralen einbinden.

Weitere Informationen zu Überwachungskameras bieten unsere diversen Bestenlisten:

BESTENLISTE

Testsieger

Reolink Argus 4 Pro

Reolink Argus 4 Pro im Test: Lichtstarke Überwachungskamera mit 180°-Sichtfeld

Panoramaaufnahmen auch nachts: Das verspricht die Argus 4 Pro dank ihres lichtstarken Doppel-Objektivs. Wie gut das funktioniert und was sie sonst noch zu bieten hat, zeigt der Testbericht.

VORTEILE

  • 180°-Sichtfeld mit bis zu 5120 × 1440 Pixel bei maximal 15 fps
  • lichtstarkes Dual-Objektiv mit farbiger Nachtsicht ohne Zusatzbeleuchtung
  • leichte Bedienung mit App und Desktop-Anwendung

NACHTEILE

  • Smart-Home-Anbindung eingeschränkt
  • NAS-Support nur über Reolink Home Hub

Panoramaaufnahmen auch nachts: Das verspricht die Argus 4 Pro dank ihres lichtstarken Doppel-Objektivs. Wie gut das funktioniert und was sie sonst noch zu bieten hat, zeigt der Testbericht.

Reolink bringt mit der Argus 4 Pro eine 4K-Überwachungskamera (Bestenliste), die ein besonders lichtstarkes Dual-Objektiv mit einer Brennweite von 4 mm bietet und damit auch bei Dunkelheit farbige Aufnahmen ermöglicht. Das Hinzuschalten der integrierten weißen LEDs soll damit nur im Ausnahmefall für eine farbige Nachtsicht nötig sein. Die maximale Auflösung des 1/1.8-Zoll-Sensors beträgt 5120 × 1440 Pixel bei höchstens 15 Bilder pro Sekunde (fps).

Wie die Reolink Duo 3 (Testbericht) setzt die Argus 4 Pro Bilder aus zwei Linsen zusammen und sorgt damit für ein 180° breites Sichtfeld. Doch anders als die Duo 3, die per PoE oder Netzteil mit Strom versorgt wird, bietet die Argus 4 Pro einen 5000 mAh starken Akku. Damit lässt sich die 400 g schwere Überwachungskamera relativ flexibel positionieren. Einziges Limit dabei ist die Reichweite des heimischen WLAN-Netzwerks, wobei Anwender zwischen 2,4- und 5-GHz-Netzen wählen können.

Die Panorama-Überwachungskamera verkauft Reolink einzeln oder in Kombination mit einem 6-W-Solarpanel, das mithilfe weniger Sonnenstunden den Ladestatus des Akkus konstant hält. So muss man im günstigsten Fall die Kamera nicht manuell laden. Mit Solarpanel kostet die Argus 4 Pro regulär 200 Euro. Aktuell ist sie bei Ebay mit Rabattcode für 141 Euro im Angebot.

Wie gut die Nachtaufnahmen ohne Zusatzbeleuchtung sind und wie die Überwachungskamera ansonsten zu bieten hat, verrät unser Testbericht.

Reolink Argus 4 Pro: 180°-Sichtfeld mit bis 5120 × 1440 Pixel bei maximal 15 fps, lichtstarkes Objektiv mit farbiger Nachtsicht ohne Zusatzbeleuchtung, unterstützt 2,4- und 5-GHz-WLAN, Akku mit 5000 mAh und 6-Watt-Solarpanel

Was gehört zum Lieferumfang und wie wird die Argus 4 Pro montiert?

Die etwa 400 Gramm schwere Argus 4 Pro ist wetterbeständig nach IP66 und im Temperaturbereich zwischen –10 °C und 55 °C einsatzfähig. Die Kameratechnik steckt in einem weißen Gehäuse, das mit den Abmessungen 12,8 × 8,7 × 8,0 cm relativ kompakt ausfällt. An der Gehäuseunterseite befindet sich der PIR-Sensor, der auf die Infrarotstrahlung von Menschen oder Tieren reagiert und so Fehlalarme durch umherfliegende Blätter oder Insekten verhindert.

An der Unterseite des PIR-Sensors, der gleichzeitig auch als Standfuß fungiert, befinden sich hinter einer Gummiabdeckung microSD-Card-Slot sowie Einschalt- und Reset-Taste. Mit dem Standfuß kann man die Kamera auch leicht in Innenräumen, etwa in einem Regal, verwenden. Für den Außenbereich ist allerdings der Einsatz der mitgelieferten Halterung empfehlenswert, die an der Rückseite des PIR-Sensors in ein Gewinde geschraubt wird. Damit kann man die Argus 4 Pro an einer Wand mithilfe der im Lieferumfang befindlichen Schrauben und Dübeln montieren. Als alternative Befestigungsmöglichkeit können Anwender auch den mitgelieferten Haltegurt verwenden und die Kamera damit etwa an einer Säule oder an einem Baum montieren (siehe Bildergalerie).

Mit Strom wird die Argus Track über einen integrierten und nicht austauschbarem Akku mit einer Kapazität von 5000 mAh Stunden versorgt. Der soll eine Betriebszeit je nach Nutzung zwischen einer und vier Wochen ermöglichen. Hinten am Standfuß gibt es eine USB-C-Schnittstelle, über die der Akku geladen wird. Bei unserem Testexemplar war der Akku im Auslieferungszustand zu etwa 60 Prozent geladen. Nach der Aufladung per USB-C-Netzteil haben wir für den Betrieb im Außenbereich das mitgelieferte 6-W-Solarpanel daran angeschlossen. Mit ein paar Sonnenstunden pro Tag hält dieses den Akkustatus auf konstantem Niveau. Dank des fast vier Meter langen Verbindungskabels sollte die optimale Ausrichtung des Solarpanels in der Praxis kein Problem sein.

Durch den Akkubetrieb ist man bei der Montage etwas flexibler, sofern sich die Kamera im Empfangsbereich des heimischen WLANs (2,4 und 5 GHz) befindet. Doch man muss dadurch auch einige Kompromisse eingehen. So erlaubt die Argus 4 Pro lediglich eine ereignisbasierte, aber keine kontinuierliche Aufzeichnung von Videos. Aufgrund der Stromversorgung per Akku kann die Überwachungskamera zudem nicht an Reolink NVR-Lösungen angebunden werden. Und wegen des fehlenden Onvif-Supports (Ratgeber) lässt sie sich auch nicht an ein NAS wie Synology Surveillance Station (Ratgeber) oder an Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Homey Pro oder Home Assistant koppeln.

Zur Speicherung von Videos bietet die Argus4 Pro einen microSD-Card-Slot, der kompatibel zu Speicherkarten mit einer Kapazität von bis zu 128 GB ist. Im Test hat die Kamera aber auch mit einer 512 GB großen microSD-Karte von Sandisk funktioniert. Als alternative Speichermöglichkeit steht außerdem die Reolink-Cloud zur Verfügung. In Deutschland werden die Daten in einem Rechenzentrum in Frankfurt am Main gespeichert. Das kostenlose Basis-Abo bietet eine Kapazität von 1 GB und einen Videoverlauf für bis zu sieben Tage für eine Kamera. Das Standard-Abo kostet 4,19 Euro und bietet 30 Tage Cloud-Speicherung mit 30 GB für bis zu fünf Kameras. Mehr Leistung bietet das Premier-Abo für 8,29 Euro, das 80 GB Speicherplatz für bis zu zehn Kameras.

Die Inbetriebnahme der Argus 4 Pro erfolgt entweder mit der Desktop-Anwendung, die für Mac OS und Windows vorliegt oder mit der mobilen Reolink-App, die auch für Tablets optimiert ist (siehe Bildergalerie).

Gibt es E-Mail-Benachrichtigungen und FTP-Upload?

Die Batterielaufzeit können Anwender verlängern, indem sie den Betrieb der Kamera auf für sie wichtige Zeiten limitieren. Hilfreich ist auch, wenn man den Überwachungsbereich sowie die Alarmierung auf bestimmte Objekte begrenzt. Hierfür stehen in der Reolink-App sowohl in der mobilen als auch in der Desktop-Variante entsprechende Optionen in Abschnitten Kamera – Alarm-Einstellungen und Überwachen – Aufnahme bereit. Dort können Anwender etwa Bewegungszonen definieren, in denen kein Alarm ausgelöst wird oder die Bewegungserkennung auf bestimmte Objekttypen wie Personen, Fahrzeuge oder Haustiere begrenzen.

Für einen datenschutzkonformen Einsatz der Kamera, wenn diese auf ein fremdes Grundstück oder einen öffentlichen Bereich ausgerichtet ist, können Anwender über Einstellungen – Display – Privatsphärenmaske bis zu acht Zonen definieren, die von der Aufnahme ausgeschlossen respektive geschwärzt werden. Etwas unpraktisch ist allerdings, dass sämtliche dieser Kennzeichnungen gelöscht werden, wenn man noch einen Bereich hinzufügen möchte.

Alarme verschickt die Argus 4 Pro nicht nur per Pushnachricht auf das Smartphone des Anwenders. Auch eine E-Mail-Benachrichtigung und ein FTP-Upload sind möglich. Dabei unterstützt Reolink auch eine verschlüsselte Übertragung auf einen FTP-Server. Im Test hat das mit einem FTP-Server auf einer Synology-NAS einwandfrei funktioniert. Bei E-Mail-Konten mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung muss man ein App-Passwort erstellen. Im Test mit einem Gmail-Konto gibt es dabei keine Probleme (siehe auch Bildergalerie).

Alarme erreichen den Nutzer zeitnah. Fehlalarme sind dank der Differenzierung zwischen Mensch, Tier und Fahrzeugen im Test keine aufgetreten.

Bei Gegenlicht zeigen sich die Schwächen der Argus 4 Pro. Die Annke NCD800 bietet hier das klar bessere Bild. Allerdings ist die Annke auch deutlich teurer.

Wie gut ist die Bildqualität?

Die Bildqualität der Videos mit einer Auflösung von 5120 × 1440 oder 1536 × 432 Pixel bei 15 Frames pro Sekunde (fps) ist insgesamt gut. In der Regel liefert die Kamera detailreiche und scharfe Bilder mit einem ausreichenden Kontrast. Bei schwierigen Lichtverhältnissen wie Gegenlicht oder einem hohen Dynamikumfang kämpft sie aber teilweise mit ungenauer Belichtung, was in der Preisklasse allerdings der Standard ist. Nur teurere Profi-Kameras wie die Annke NCD800 (Testbericht) bieten zahlreiche Bildverbesserungstechniken, die sich zudem abhängig von der Tageszeit für eine optimale Bilddarstellung aktivieren lassen.

Dank des lichtstarken Objektivs mit F1.0-Blende zeichnet die Kamera auch nachts Videos in Farbe auf. Die Bildqualität ist dabei gut, aber nicht überragend. Im direkten Vergleich mit der Annke NCD800 muss man ein paar Kompromisse eingehen: So sind die Bilder nicht ganz so hell und teilweise verrauscht (siehe auch Bildergalerie).

Eine schwarz-weiße Nachtsicht auf Basis von Infrarot-LEDs hat die Argus 4 Pro nicht zu bieten. Stattdessen können Anwender die integrierten weißen Spotlight-LEDs dazuschalten, um ein besseres Bild zu erhalten. Allerdings ist die Ausleuchtung nicht ganz so homogen wie bei Varianten mit stärkeren Spotlights, wie der 2000 Lumen hellen Eufy Floodlight Cam E340 (Testbericht).

Einbindung in Smart Home: Wird Amazon Alexa unterstützt?

Die Reolink Argus 4 Pro lässt sich auch mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa bedienen. In Verbindung mit einem smarten Display (Ratgeber) können Anwender den Kamera-Livestream auf ein kompatibles Gerät wie Nest Hub oder Echo Show ausgeben. Allerdings ist der zeitliche Versatz mit über 10 Sekunden relativ groß.

Ansonsten bietet Reolink keine weiteren Möglichkeiten, die Argus 4 Pro direkt in Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Homey Pro oder Home Assistant einzubinden. Auch zu Smart-Home-Diensten wie IFTTT ist sie inkompatibel. Das Gleiche gilt für den Standard Open Network Video Interface (Onvif, Ratgeber), den Reolink mit seinen akkubetriebenen Modellen nicht unterstützt. Das liegt in dem fehlenden Support durch Dritthersteller-Software für den Batteriebetrieb, teilt Reolink in seinem Support-Forum mit. Damit können Anwender die Argus 4 Pro standardmäßig nicht für Automatisierungen, etwa zum Aufbau eines umfassenden Alarmsystems, nutzen.

Mit dem Home Hub lassen sich akkubetriebene Reolink-Überwachungskameras in Smart-Home-Systeme wie Home Assistant integrieren.

Allerdings ermöglicht der Reolink Home Hub für aktuell 88 Euro die Ausgabe eines RTSP-Streams von daran angeschlossenen Überwachungskameras. Damit kann man die Argus 4 Pro und auch andere kompatible Reolink-Überwachungskameras mit Akku in ein NAS und in Smart-Home-Systeme (Bestenliste) wie Home Assistant integrieren.

Unterstützt die Argus 4 Pro Zeitraffer-Aufnahmen?

Die Argus 4 Pro unterstützt wie alle Reolink-Kameras das Erstellen von Zeitrafferaufnahmen. Die Funktion steht allerdings nur in der App unter Einstellungen – Zeitraffer und nicht in der Desktop-Anwendung zur Verfügung. Sie bietet bereits einige Profile wie Wolkenbewegungen, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Baustelle und Öffnende Blüte. Man kann aber auch ein eigenes Profil anlegen. Zu beachten ist allerdings, dass die Funktion den Akku stark beansprucht.

Preis & Alternativen: Was kostet die Argus 4 Pro?

Reolink verkauft die Argus 4 Pro inklusive Solarpanel regulär für 200 Euro. Das Modell ist in Schwarz und in Weiß erhältlich. Aktuell bekommt man sie auf Ebay mit Rabattcode für 141 Euro. Der Tiefstpreis der letzten sechs Monate lag bei 128 Euro. Der Reolink Home Hub kostet aktuell 88 Euro.

Fazit

Mit der Reolink Argus 4 Pro steht nach der Reolink Argus Track die zweite batteriebetriebene 4K-Überwachungskamera für den Außenbereich mit Dual-Objektiv zur Verfügung. Sie bietet, wie von Reolink-Kameras gewohnt, einwandfreie Leistungswerte in puncto Konfiguration, Bedienung und Alarm-Benachrichtigung. Und auch die Darstellungsqualität weiß mit Einschränkungen, etwa bei Gegenlicht, zu überzeugen. Mit seinem lichtstarken Objektiv liefert sie auch nachts Aufnahmen in Farbe – ohne dass dafür die integrierten LED-Spotlights zum Einsatz kommen müssen.

Doch der Akkubetrieb ist auch mit Kompromissen verbunden. Diese betreffen nicht nur die Laufzeit, die in der dunklen Jahreszeit vom mitgelieferten Solarpanel nur unter günstigen Umständen verlängert wird, sondern auch andere Bereiche. Wer etwa ein NAS oder ein NVR-System verwendet oder Überwachungskameras gerne mit einer Smart-Home-Zentrale koppelt, wird mit der Argus Track mangels Kompatibilität nicht glücklich. Immerhin bietet Reolink mit dem 88 Euro teuren Home Hub eine Möglichkeit, angeschlossene Überwachungskameras in ein NAS und in Smart-Home-Systeme (Bestenliste) einzubinden.

Technologiesieger

Eufy Solocam S340

Eufy Solocam S340 im Test

Die Solocam S340 ist batteriebetrieben und stellt dank Weitwinkel- und Teleobjektiv zwei Streams gleichzeitig dar. Wie gut sich die WLAN-Kamera in der Praxis schlägt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • 3K-Auflösung und farbige Nachtsicht
  • Zweites Objektiv für Zoom-Ansicht
  • Cross-Kamera-Verfolgung

NACHTEILE

  • Desktop-Anwendung eingeschränkt
  • Integration in Smart-Home-Systeme eingeschränkt
  • Aktivierung der Datenschutzzone schaltet PTZ-Funktion aus

Die Solocam S340 ist batteriebetrieben und stellt dank Weitwinkel- und Teleobjektiv zwei Streams gleichzeitig dar. Wie gut sich die WLAN-Kamera in der Praxis schlägt, zeigt der Test.

Prozessoren mit nur einem Rechenkern kennen jüngere Anwender kaum. Das Gleiche könnte auch bei Überwachungskameras mit nur einem Objektiv in Zukunft der Fall sein. Der technische Fortschritt bei dieser Geräteklasse führt dazu, dass immer mehr Hersteller ein zweites Objektiv in ihre Kameras einbauen. Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze. Modelle wie die Annke NCD800 (Bestenliste) und die Reolink Duo 3 (Bestenliste) verwenden das zweite Objektiv zur Vergrößerung des Sichtfelds. Sie montieren zwei Einzelaufnahmen zu einer 180-Grad breiten Panoramaansicht. Andere, wie die Reolink Trackmix und Argus Track stellen mithilfe des zweiten Objektivs gleichzeitig zur Hauptkamera eine vergrößerte Ansicht mittels eines optischen Zooms dar. Dank Weitwinkel- und Teleobjektiv hat man gleichzeitig Totale und Detailansicht im Blick.

Letzteres bietet auch die PTZ-Überwachungskamera (Bestenliste) Eufy Solocam S340. Das Weitwinkelobjektiv bietet eine Auflösung von 2880 × 1620 Pixel und ein 135 Grad großes Sichtfeld für die Totale, während das Teleobjektiv mit 2304 × 1296 Pixel auflöst. Mit Strom wird die S340 über einen Akku versorgt, der von einem mitgelieferten Solarpanel mit Energie versorgt wird – sofern die Sonne scheint.

Videos zeichnet die Kamera ereignisbasiert auf, eine kontinuierliche Aufzeichnung unterstützt sie wie alle per Akku betriebenen Überwachungskameras nicht, weil diese Aufzeichnungsart den Energiespeicher schnell entleert. Videos speichert die Solocam S340 entweder auf dem im Gerät integrierten 7,3 GByte großen Speicher oder auf einer Eufy-Homebase, deren 16 GByte großer Speicherplatz Anwender mit einer 2,5-Zoll-Festplatte oder SSD mit maximal 16 TByte erweitern können. Eine Speicherung auf einem NAS wie Synology Surveillance Station (Testbericht) unterstützt die Dual-Objektiv-Kamera allerdings nicht.

Die KI der Kamera unterscheidet bei der Bewegungserkennung zwischen Personen, Autos und anderen sich bewegenden Objekten. Mit der Anbindung an die Homebase kann sie darüber hinaus noch Gesichter und Haustiere identifizieren.

Und noch ein Feature bietet die Eufy, wenn sie an die Homebase angeschlossen ist: die sogenannte Cross-Kamera-Verfolgung. Damit werden Videos vom selben Ereignis verschiedener Eufy-Überwachungskameras zu einer Aufnahme zusammengefügt.

Bei Bedarf zeichnet die Solocam S340 dank eines 100 Lumen hellen Spotlights auch nachts Videos in Farbe auf. Die Aktivierung der Zusatzbeleuchtung erfolgt automatisch oder manuell. Last but not least bietet die Dual-Objektiv-Kamera auch eine Gegensprechfunktion und eine 92 dB laute Sirene, die bei Bedarf automatisch Alarm schlägt.

Lieferumfang & Ausstattung

Die knapp 690 Gramm schwere Eufy Solocam S340 (mit Solarpanel) kann man an der Decke oder an der Wand montieren. Sie hinterlässt trotz des Plastikgehäuses optisch und haptisch einen ausgezeichneten Eindruck. Der Durchmesser des an den Ecken abgerundeten Kameragehäuses beträgt etwa 10 Zentimeter, die Höhe beträgt, wenn das Objektiv nach unten zeigt, circa 13 Zentimeter. Noch einmal 10 Zentimeter kommen hinzu, wenn das Solarpanel auf der Oberseite der Kamera montiert ist. Es lässt sich übrigens optimal nach der Sonne ausrichten. Alternativ kann man das Panel auch an einem anderen Ort als die Kamera installieren, wenn diese etwa im Schatten montiert ist. Ist letzteres der Fall, kommt das mitgelieferte 3-Meter-USB-C-Verlängerungskabel zum Einsatz. An den Verbindungsstellen bietet es wetterfeste Anschlüsse. Die Solocam S340 ist nach IP65 staubdicht und vor Strahlwasser geschützt. Wettereinflüsse sollten ihr also nichts ausmachen. Laut Hersteller ist sie im Temperaturbereich zwischen –20 und 50 Grad Celsius einsatzbereit.

Im Lieferumfang sind für die Montage nötige Halterungen, Schrauben und Dübel sowie eine Bohrschablone enthalten. Die englischsprachige Kurzanleitung bietet detaillierte Informationen zur Montage inklusive Befestigung des Solarpanels. Informationen zur Montage in deutscher Sprache gibt es online und auch detailliert in der App.

Inbetriebnahme der Eufy Solocam S340

Die Inbetriebnahme der Solocam S340 ist wie alle Eufy-Überwachungskamera sehr einfach, setzt aber ein Nutzerkonto beim Hersteller voraus. Dafür muss man eine E-Mail-Adresse angeben und ein Passwort einrichten. Die anschließende E-Mail, im Test ist diese im Spam-Folder gelandet, enthält einen Bestätigungslink, über den die Registrierung abgeschlossen wird.

Anschließend wählen Anwender über das Plus-Zeichen in der App unter Battery Camera als Modell Solocam S340 aus (siehe auch Bildergalerie weiter unten). Die Ersteinrichtung erfolgt über das Einscannen des QR-Codes auf der Kamera. Anschließend ist sie einsatzbereit und per Smartphone-App steuerbar. Zusätzlich zur App können Anwender Livestream und Gerätedaten auch über eine Web-Anwendung auf dem Desktop abrufen. Allerdings ist damit keine Konfiguration der Geräte möglich. Eine leistungsfähige Desktop-Anwendung, wie sie etwa Reolink (Testbericht) bietet, hat Eufy bislang nicht im Angebot. Nach dem Start zeigt die Eufy-App alle bislang registrierten Kameras mit dem zuletzt aufgenommenen Live-Bild inklusive eines Sicherheitsberichts über aufgelaufene Alarme.

Konfiguration

Die Einstellungen der Kamera erreicht man in der Standardansicht über das Drei-Punkte-Menü und das Zahnradsymbol. Sie umfassen Konfigurationsmöglichkeiten zu den Menüpunkten Bewegungserkennung, Überwachung, Beleuchtung, Video, Audio, Benachrichtigung, Allgemein und Gerätefreigabe.

In Abschnitt Bewegungserkennung können Anwender den Aktivitätsbereich der Kamera festlegen, der sich bei der Solocam S340 wegen des 360-Grad-Sichtfelds auf mehrere zuvor festgelegte Positionen verteilt. Damit kann man ausschließen, dass die Kamera Personen auf einem fremden Grundstück oder öffentlichen Bereich erfasst und somit einen DSGVO-konformen Betrieb realisieren. Zusätzlich lassen sich unter Videoeinstellungen – Datenschutzzonen zwei Bereiche definieren, die bei einer Videoaufnahme geschwärzt sind. Allerdings kann das Objektiv der PTZ-Kamera dann nicht mehr bewegt werden. Sie entspricht dann einer starr ausgerichteten Überwachungskamera.

Um Fehlalarme zu vermeiden, können Anwender die Erkennungsart der Bewegungserkennung auf Menschen und/oder Fahrzeuge begrenzen. Im Test hat das die Kamera einwandfrei hinbekommen und bei Menschen alarmiert, bei Haustieren zum Beispiel aber nicht. Apropos Haustiere: Mit der optionalen Anbindung an die Homebase 3 kann die Solocam S340 auch Haustiere und Gesichter identifizieren.

Unter Kalibrierung Schwenk-/Neigeeinstellungen können Anwender die Bewegungsverfolgung (KI-Nachverfolgung) aktivieren. Dann verfolgt die Kamera automatisch erkannte Objekte. Zusätzlich lässt sich die Schnelligkeit der Objektiv-Drehgeschwindigkeit in fünf Stufen einstellen. Eine automatische Patrouillenfahrt, wie sie die Reolink RLC-823A (PTZ-Bestenliste) oder die Eufy Floodlight Cam 2 Pro (Floodlight-Bestenliste) bieten, beherrscht die Solocam S340 allerdings nicht.

Und wie bei Eufy üblich können Anwender die Steuerung der Kamera mit anderen Personen teilen. Hierfür müssen sie die Eufy-App installieren und sich registrieren.

Videoqualität, Sirene & Cross-Kamera-Verfolgung

Dank hoher Auflösung sind die Videos der Solocam S340 tagsüber bis zu einer Entfernung von 15 Metern sehr detailreich. Mit zugeschalteter Beleuchtung nimmt sie auch nachts Videos in Farbe auf. Details sind dann aber nur bis zu einer Entfernung von etwa acht Meter gut zu erkennen. Die integrierte Gegensprechfunktion funktioniert im Test ohne Fehl und Tadel. In puncto Benachrichtigungen bietet die Eufy lediglich eine Push-Funktion. Warnmeldungen über E-Mail verschicken Eufy-Kameras anders als Modelle von Reolink hingegen nicht. Auch ist ein Upload eines Bilds oder Videos auf einen FTP-Server nicht vorgesehen. Immerhin landen Benachrichtigungen über erkannte Bewegungen nahezu verzögerungsfrei auf dem Handy.

Die noch im Betastadium befindliche Cross-Kamera-Verfolgung, bei der Videos mehrere Eufy-Überwachungskameras zu einer Aufnahme zusammengefügt werden, konnten wir leider nicht testen. Die versprochene Freischaltung der Funktion innerhalb von 24 Stunden hat leider nicht funktioniert. Womöglich ist uns da das chinesische Neujahrsfest, zu dem traditionell viele chinesische Firmen mehrere Tage Betriebsurlaub haben, dazwischengekommen.

Hinweis: Die Cross-Kamera-Verfolgung haben wir inzwischen mit der Eufy S3 Pro überprüft. Weitere Informationen dazu gibt es im Testbericht.

Streams & Zoom

Die gleichzeitige Darstellung der beiden Streams von Weitwinkel- und Teleobjektiv hat während des Tests problemlos funktioniert. Der Livestream steht zügig parat und hat nur einen Versatz von maximal einer Sekunde. So hat man die Totale sowie eine optisch dreifach vergrößerte Zoom-Ansicht im Blick. In Kombination mit dem digitalen Zoom ermöglicht die Eufy Solocam S340 auch eine bis zu achtfache Vergrößerung. Die Ergebnisse können sich in jedem Fall sehen lassen (siehe auch Bildergalerie).

Batterielaufzeit & Solarpanel

Die Eufy-App bietet unter Einstellungen – Power Manager detaillierte Informationen zum Batteriestatus sowie Konfigurationsmöglichkeiten. Hier sollte man überprüfen, ob als Energiequelle Sonnenkollektor ausgewählt ist. Das war bei uns nach der Ersteinrichtung nicht der Fall.

Als erstes erfahren Anwender im Bereich Power Manager neben einem Batteriesymbol den aktuellen Ladestand in Prozent. Daneben erscheinen ein Sonnenkollektor- sowie ein Sonnensymbol. Ersteres ist übrigens nicht zu sehen, wenn unter Energiequelle Batterie ausgewählt ist.

Darunter zeigt die App Daten zur Erkennungsstatistik unterteilt nach Arbeitstagen, Ereignisse und Aufzeichnungen. Innerhalb von drei Tagen bei wenig Sonnenschein hat sich der Akkustand von 100 auf 95 Prozent bei 255 Ereignissen und 202 Aufzeichnungen reduziert. Das ist ein guter Wert.

Laut Eufy reichen zwei Sonnenstunden pro Tag aus, um den Akku auf gleichem Stand zu halten. Es liefert 800 bis 1200 mAh täglich, während die Kamera nur 100 bis 200 mAh benötigt. Ohne Solarpanel soll der Akku bis zu drei Monate halten.

Smart Home: Community-Apps sorgen dafür, dass Anwender die Eufy Solocam S340 in Homey Pro und Home Assistant integrieren und für Automatisierungen verwenden können.

Smart-Home: Google Assistant & Amazon Alexa

Die Eufy Solocam S340 arbeitet auch in Verbindung mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa. In Kombination mit einem smarten Display (Ratgeber) können Anwender den Kamera-Livestream mit einem kompatiblen Gerät wie Nest Hub oder Echo Show verfolgen.

Bedauerlicherweise bietet Eufy für die Solocam S340 keine Integrationsmöglichkeiten für andere Smart-Home-Systeme (Bestenliste) wie Aqara, Bosch, Home Assistant, Homekit, Homey Pro, Smartthings oder Tuya. Immerhin ist sie dank einer Community-App kompatibel zu Homey Pro. Auch unter Home Assistant gibt es für die Eufy-Kameras eine Community-Integration, die aber für die Solocam S340 noch keine relevanten Funktionen unterstützt.

Immerhin erlaubt die App installierte Eufy-Überwachungskameras miteinander zu kombinieren, sodass einzelne oder sämtliche Kameras aufnehmen, wenn eine davon einen Alarm registriert. Mit der Homebase S380 bietet Eufy zudem ein eigenes NAS, das für die Kamera nicht nur Speicherplatz, sondern auch KI-Funktionen wie die Erkennung von Gesichtern und Haustieren bereitstellt.

Was kostet die Eufy Solocam S340?

Die Eufy Solocam S340 kostet regulär 199 Euro. Aktuell ist sie aktuell für 129 Euro erhältlich.

Fazit

Die Eufy Solocam S340 überzeugt uns im Test nahezu in jedem Bereich. Sie bietet dank einer hohen Auflösung eine detailreiche Darstellung, unterstützt farbige Nachtaufnahmen und liefert mit dem zweiten Objektiv eine vergrößerte Detailansicht und damit deutlich mehr Funktionen als herkömmliche Überwachungskameras mit nur einem Objektiv.

Die App ist reaktionsschnell, funktionsreich und bietet eine intuitive Bedienung. Käufer erhalten mit der Solocam S340 eine leistungsfähige PTZ-Überwachungskamera, die dank Solarpanel und WLAN sehr flexibel in puncto Montageort ist. Die stabile WLAN-Verbindung und die schnelle Aktivierung des Livestreams sind weitere Pluspunkte.

Weniger gut haben uns die Integrationsmöglichkeiten in gängige Smart-Home- und NAS-Lösungen gefallen. Zwar unterstützt die Kamera die digitalen Sprachassistenten von Google und Amazon, doch außer mit Homey Pro (Testbericht) und Home Assistant (Testbericht) lässt sich die Kamera mit anderen Smart-Home-Lösungen wie Samsung Smartthings (Testbericht) und Apple Homekit (Testbericht) nicht kombinieren. Wer aber bereits andere Überwachungskameras des Herstellers verwendet, kann alternativ zur NAS-Ersatzlösung Homebase S380 greifen. Dann gibt es nicht nur genügend Speicherplatz, sondern auch noch Zusatzfunktionen wie Gesichts- und Haustiererkennung. Und mit der inzwischen verfügbaren Cross-Kamera-Verfolgung, die aus mehreren Videos verschiedener Eufy-Kameras eine Aufnahme erstellt, bietet Eufy ein bislang einzigartiges Sicherheitsfeature.

Reolink Argus Track im Test: Überwachungskamera mit Akku, 4K und zwei Objektiven

Mit zwei dreh- und schwenkbaren Objektiven verfolgt die PTZ-Überwachungskamera Reolink Argus Track erkannte Objekte automatisch – inklusive sechsfachem Zoom.

VORTEILE

  • umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten
  • leichte Bedienung mit App und Desktop-Anwendung
  • Dual-Objektiv mit Sechsfach-Hybrid-Zoom und farbiger Nachtsicht
  • Automatische Bewegungsverfolgung mit Zoom

NACHTEILE

  • Akkulaufzeit auf 1 bis 4 Wochen begrenzt
  • Smart-Home-Anbindung eingeschränkt
  • NAS- und NVR-Support nur über Reolink Home Hub

Mit zwei dreh- und schwenkbaren Objektiven verfolgt die PTZ-Überwachungskamera Reolink Argus Track erkannte Objekte automatisch – inklusive sechsfachem Zoom.

Die Technik der Argus Track basiert im Wesentlichen auf Reolinks bekannter Trackmix-Serie. Das Gehäuse fällt allerdings deutlich kompakter und eleganter aus. Doch im Unterschied zur Trackmix Akku (Testbericht), die „nur“ mit 2560 × 1440 Pixel auflöst, schafft die Argus Track mit 3840 × 2160 Pixel die gleiche Auflösung wie die kabelgebundenen Trackmix-Varianten. Ansonsten ist alles an Bord, was leistungsfähige Überwachungskameras auszeichnen.

Ausstattung Reolink Argus Track

Die knapp 500 g schwere Argus Track ist wetterbeständig und im Temperaturbereich zwischen –10 °C und 55 °C einsatzfähig. Das Gehäuse besteht aus einem etwa 2 cm hohen und runden Standfuß mit einem Durchmesser von 8,5 cm. Auf dem Standfuß sitz das Kameragehäuse, womit das Gehäuse insgesamt eine maximale Höhe von knapp 12 cm erreicht. Mit dem Standfuß kann man die Kamera auch leicht in Innenräumen, etwa in einem Regal, verwenden. Für den Außenbereich ist allerdings der Einsatz der mitgelieferten Halterung empfehlenswert. Damit kann man die Argus Track an einer Wand mithilfe der im Lieferumfang befindlichen Schrauben und Dübeln montieren. Als alternative Befestigungsmöglichkeit können Anwender auch den mitgelieferten Haltegurt verwenden und die Kamera damit etwa an einer Säule montieren (siehe Bildergalerie).

Mit Strom wird die Argus Track über einen integrierten und nicht austauschbarem Akku mit einer Kapazität von 4800 mAh Stunden versorgt. Der soll eine Betriebszeit je nach Nutzung zwischen einer und vier Wochen ermöglichen. Hinten am Standfuß gibt es eine USB-C-Schnittstelle, über die der Akku geladen wird. Bei unserem Testexemplar war der Akku im Auslieferungszustand zu etwa 60 Prozent geladen. Nach der Aufladung per USB-C-Netzteil haben wir für den Betrieb im Außenbereich das mitgelieferte 6-Watt-Solarpanel daran angeschlossen. Mit ein paar Sonnenstunden pro Tag hält dieses den Akkustatus auf konstantem Niveau. Dank des fast vier Meter langen Verbindungskabels sollte die optimale Ausrichtung des Solarpanels in der Praxis kein Problem sein.

Durch den Akkubetrieb ist man bei der Montage etwas flexibler, sofern sich die Kamera im Empfangsbereich des heimischen WLANs (2,4 und 5 GHz) befindet. Doch man muss dadurch auch einige Kompromisse eingehen. So erlaubt die Kamera lediglich eine ereignisbasierte, aber keine kontinuierliche Aufzeichnung von Videos. Aufgrund der Stromversorgung per Akku kann die Überwachungskamera zudem nicht an Reolink NVR-Lösungen angebunden werden. Wegen des fehlenden ONVIF-Supports (Ratgeber) lässt sie sich auch nicht an ein NAS wie Synology Surveillance Station (Ratgeber) oder an Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Homey Pro oder Home Assistant koppeln.

Zur Speicherung von Videos bietet die Argus Track einen microSD-Card-Slot, der kompatibel zu Speicherkarten mit einer Kapazität von bis zu 128 GB ist. Im Test hat die Kamera aber auch mit einer 512 GB großen microSD-Karte von Sandisk funktioniert. Als alternative Speichermöglichkeit steht außerdem die Reolink-Cloud zur Verfügung. In Deutschland werden die Daten in einem Rechenzentrum in Frankfurt am Main gespeichert. Das kostenlose Basis-Abo bietet eine Kapazität von 1 GB und einen Videoverlauf für bis zu sieben Tage für eine Kamera. Das Standard-Abo kostet 4,19 Euro und bietet 30 Tage Cloud-Speicherung mit 30 GB für bis zu fünf Kameras. Mehr Leistung bietet das Premier-Abo für 8,29 Euro, das 80 GB Speicherplatz für bis zu zehn Kameras.

Die Inbetriebnahme der Argus Track erfolgt entweder mit der Desktop-Anwendung, die für macOS und Windows vorliegt oder mit der mobilen Reolink-App, die auch für Tablets optimiert ist (siehe Bildergalerie).

Konfiguration und Bewegungsverfolgung

Die Batterielaufzeit können Anwender verlängern, indem sie den Betrieb der Kamera auf für sie wichtige Zeiten limitieren. Hilfreich ist auch, wenn man den Überwachungsbereich sowie die Alarmierung und die Bewegungsverfolgung auf bestimmte Objekte begrenzt. Hierfür stehen in der Reolink-App sowohl in der mobilen als auch in der Desktop-Variante entsprechende Optionen in Abschnitten Kamera – Alarm-Einstellungen und Überwachen – Aufnahme bereit. Dort können Anwender etwa Bewegungszonen definieren, in denen kein Alarm ausgelöst wird oder die Bewegungsverfolgung auf bestimmte Objekttypen wie Personen, Fahrzeuge oder Haustiere begrenzen.

Auch die Methode der Bewegungsverfolgung kann die Batterielaufzeit beeinflussen. Mit Digital Tracking verharrt die Kamera in der Grundposition und vergrößert das Objekt lediglich digital. Mit Tracking Priorität: Digital kommt zunächst das eben beschrieben Verfahren zum Einsatz, aber wenn sich das erkannte Objekt aus dem Sichtfeld des Objektivs bewegt, wird der PTZ-Mechanismus aktiviert, sodass das Objekt länger verfolgt wird. Wählt man die Option Tracking Priorität: Pan & Tilt wird hingegen von Anfang an auf die motorisierte Objektverfolgung gesetzt, wobei der Akku am stärksten belastet wird. Andererseits erzielt dieses Verfahren aber auch die besten Ergebnisse. Die automatische Bewegungsverfolgung lässt sich außerdem zeitlich einschränken. Zur Auswahl stehen die Optionen 10, 20, 30 und 60 Sekunden, die festlegen, wie lange die Kamera noch aktiv ist, wenn das Objekt stoppt oder verschwindet.

Die Bewegungsverfolgung funktioniert in der Praxis einwandfrei. Die PTZ-Mechanik reagiert sehr flott und arbeitet dabei äußerst leise. Fehlalarme sind dank der integrierten KI, mit der sich die Erkennung auf Personen, Fahrzeuge und Haustiere sowie nach deren Größe eingrenzen lässt, nahezu ausgeschlossen. Benachrichtigungen in Form von Pushnachrichten und E-Mails erfolgen zeitnah, wenn auch etwas langsamer als bei kabelgebundenen Modellen.

Für einen datenschutzkonformen Einsatz der Kamera, wenn diese auf ein fremdes Grundstück oder öffentlichen Bereichen ausgerichtet ist, können Anwender über Einstellungen – Display – Privatsphärenmaske bis zu acht Zonen pro Objektiv definieren, die von der Aufnahme ausgeschlossen respektive geschwärzt werden.

Bildqualität & Sichtfeld

Die Bildqualität der Videos mit einer Auflösung von 3840 × 2160 oder 1920 × 1088 Pixel (Zoom) bei 15 Frames pro Sekunde (fps) ist insgesamt gut. In der Regel liefert die Kamera detailreiche und scharfe Bilder mit einem ausreichenden Kontrast. Bei schwierigen Lichtverhältnissen wie Gegenlicht oder einem hohen Dynamikumfang kämpft sie aber teilweise mit ungenauer Belichtung, was in der Preisklasse allerdings der Standard ist. Nur teurere Profi-Kameras wie die Annke NCD800 (Testbericht) bieten zahlreiche Bildverbesserungstechniken, die sich zudem abhängig von der Tageszeit für eine optimale Bilddarstellung aktivieren lassen.

Die Nachtsicht auf Basis der zwei Infrarot-LEDs geht ebenfalls in Ordnung. In der Praxis reicht sie sogar viel weiter als die von Reolink angegebenen 30 Meter. Mehr Details zeigen die mithilfe der bis zu 295 Lumen hellen Spotlight-LEDs erzeugten farbigen Nachtaufnahmen. Allerdings ist die Ausleuchtung nicht ganz so homogen wie bei Varianten mit stärkeren Spotlights, wie der 2000 Lumen hellen Eufy Floodlight Cam E340 (Testbericht).

Das Sichtfeld mit PTZ-Mechanik beträgt 355° horizontal und 50° vertikal. Ohne PTZ-Funktion bietet die Hauptkamera ein horizontales Sichtfeld von 105°, vertikal sind es 55° und diagonal 123°. Das Sichtfeld des Teleobjektivs fällt mit 43° horizontal und 25° vertikal naturgemäß kleiner aus.

Amazon Alexa, Google Assistant und Smart Home

Die Reolink Argus Track können Anwender auch mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa bedienen. In Verbindung mit einem smarten Display (Ratgeber) können sie den Kamera-Livestream auf ein kompatibles Gerät wie Nest Hub oder Echo Show ausgeben. Allerdings ist der zeitliche Versatz mit über 10 Sekunden relativ groß.

Wie üblich unterstützt Reolink mit seinen akkubetriebenen Überwachungskameras aufgrund des fehlenden Onvif-Supports keine direkte Integration in Smart-Home-Systeme (Bestenliste) wie Aqara, Bosch, Tuya, Homekit, Homey Pro oder Smartthings. Inzwischen gibt es mit dem Reolink Home Hub aber eine Lösung für 93 Euro, die dieses Problem behebt.

Mit dem Reolink Home Hub lassen sich auch Akku-Überwachungskameras von Reolink in Home Assistant ansteuern.

Was kostet die Reolink Argus Track?

Reolink verkauft die Argus Track inklusive Solarpanel regulär für 170 Euro. Aktuell ist sie für 115 Euro (30-Euro-Coupon) im Angebot.

Fazit

Mit der Reolink Argus Track steht nun die erste batteriebetriebene 4K-Überwachungskamera für den Außenbereich mit Dual-Objektiv zur Verfügung. Ausgestattet mit zeitgemäßer Technik und hervorragender App und Desktop-Anwendung überzeugt sie im Test nahezu restlos. Sie bietet einwandfreie Leistungswerte in puncto Konfiguration, Bedienung und Alarm-Benachrichtigung. Und auch die Darstellungsqualität weiß zu überzeugen.

Doch der Akkubetrieb ist mit Kompromissen verbunden. Diese betreffen nicht nur die Laufzeit, die in der dunklen Jahreszeit vom mitgelieferten Solarpanel nur unter günstigen Umständen verlängert wird, sondern auch andere Bereiche. Wer etwa ein NAS oder ein NVR-System verwendet oder Überwachungskameras gerne mit einer Smart-Home-Zentrale koppelt, wird mit der Argus Track mangels Kompatibilität zunächst nicht glücklich. Erst mit dem 93 Euro teuren Reolink Home Hub lässt sich dieses Manko beseitigen.

Überwachungskamera Eufycam S3 Pro im Test

Mit der Eufycam S3 Pro bietet die Anker-Marke Eufy seine erste Überwachungskamera mit einem besonders lichtstarken Objektiv. Dank 4K-Auflösung gelingen ihr Aufnahmen mit vielen Details. Was sie sonst noch kann, zeigt der Test.

VORTEILE

  • 4K-Auflösung von 3840 × 2160 Pixel bei maximal 15 fps
  • Erkennung von Personen, Fahrzeugen, Haustieren und Gesichtern
  • Hervorragende App mit Cross-Kamera-Verfolgung

NACHTEILE

  • Teuer
  • Eingeschränkte Integration in Smart-Home-Systeme

Mit der Eufycam S3 Pro bietet die Anker-Marke Eufy seine erste Überwachungskamera mit einem besonders lichtstarken Objektiv. Dank 4K-Auflösung gelingen ihr Aufnahmen mit vielen Details. Was sie sonst noch kann, zeigt der Test.

Eufy setzt bei der Eufycam S3 Pro auf eine F1.0-Blende, sodass sehr viel Licht auf den 1/1.8″ großen Sensor fällt. Damit sollen ihr farbige Nachtaufnahmen ohne Zuhilfenahme von LED-Zusatzleuchten gelingen. Eufy nennt diese Technologie Max Color Vision. Auch andere Hersteller von Überwachungskameras, die mit einer F1.0-Blende eine besonders leistungsfähige Nachtsicht realisieren, vermarkten entsprechende Modelle mit Begriffen wie Night Chroma (Annke), Color X (Reolink) oder Color Pro (TP-Link).

Wie das Vorgängermodell S330 nimmt die S3 Pro Videos mit bis zu 4K-Auflösung mit 3840 × 2160 Pixel bei maximal 15 Bildern pro Sekunde auf. Sogenannte 4K-Überwachungskameras (Bestenliste) bieten mehrere Vorteile: Je höher die Auflösung, desto detailreicher sind die Aufnahmen, sodass 4K-Modelle auch bei der digitalen Vergrößerung, sprich Zoom, mehr Reserven bieten als etwa Varianten mit Full-HD-Auflösung.

In puncto Erkennung kombiniert Eufy bei der S3 Pro einen radargestützten Sensor mit herkömmlicher PIR-Technik und will damit 99 Prozent der Fehlalarme reduzieren. Gegenüber dem Vorgängermodell Eufycam S330 (Testbericht) bietet die S3 Pro auch eine größere Solarfläche für das automatische Aufladen des 13 Ah starken Akkus. Im günstigsten Fall muss die S3 Pro also nicht mehr zum Laden an die Steckdose.

Videos speichert die Eufycam S3 Pro auf einem zentralen Speicher in Form der Homebase S380. Diese bietet eine Speicherkapazität von 16 GByte und kann einer 2,5-Zoll-Festplatte oder -SSD mit SATA-Schnittstelle um bis zu 16 TByte erweitert werden. Zudem integriert die Homebase S380 KI-Funktionen wie Gesichtserkennung, eine einheitliche Ereignisübersicht und fasst Aufnahmen von unterschiedlichen Kameras zusammen. Letztere Funktion nennt Eufy Cross-Kamera-Verfolgung. Damit erhalten Anwender einen Zusammenschnitt eines Ereignisses aus unterschiedlichen Kameraperspektiven. So kann man schneller erfassen, welchen Weg die Eindringlinge zurückgelegt haben. Und zu Homekit ist die S3 Pro inklusive Unterstützung von Secure Video auch kompatibel.

Wie gut die neue Eufycam 3 Pro in der Praxis funktioniert, zeigt der Testbericht.

Lieferumfang und weitere Ausstattungsmerkmale

Die Eufycam S3 Pro wiegt 534 Gramm und misst 69 × 82,4 × 143,5 mm. Damit ist sie etwas größer und schwerer als das Vorgängermodell S330, das auf 65 × 65 × 129 mm kommt und 420 Gramm wiegt. Beides dürfte dem mit 13.000 mAh zu 9.400 mAh größeren Akku geschuldet sein. Das Sichtfeld fällt mit 112° horizontal, 60° vertikal und 135° relativ groß aus. Wie das Vorgängermodell ist die S3 Pro wetterfest nach IP67 und nach Angaben des Herstellers im Temperaturbereich von -20 Grad und 50 Grad Celsius einsetzbar.

Anders als die Eufycam 2 Pro bietet auch die S3 Pro keine magnetische Halterung mehr. Eufy empfiehlt, die Kamera in einer Höhe von zwei bis drei Metern zu montieren. Entsprechendes Befestigungsmaterial wie Dübel, Schrauben und Halterung ist im Lieferumfang enthalten.

Für die Einrichtung der Homebase muss man diese per Ethernet-Kabel mit dem heimischen Router verbinden. Später kann man sie auch per Wi-Fi mit diesem verbinden. Doch das sollte man vermeiden, da eine Ethernetverbindung stabiler ist.

Eufycam S3 Pro: Dank lichtstarkem Objektiv bietet die Eufy-Überwachungskamera auch bei dunklen Lichtverhältnissen noch farbige Aufnahmen. Bei zunehmender Dunkelheit muss für farbige Aufnahmen allerdings die LED-Zusatzbeleuchtung eingeschaltet werden. Alternativ bietet die S3 Pro auch Aufnahmen in Schwarzweiß auf Basis von Infrarot-LEDs.

Wie gut ist die Eufy-App, und wie zuverlässig funktionieren Gesichts- und Bewegungserkennung?

Die Eufy-App ist reaktionsschnell und übersichtlich. Anwender dürften sich daher schnell zurechtfinden. In der unteren Menüleiste befinden sich Schaltflächen für Geräte, Ereignisse, AI-Edge, Sicherheit und Erkunden. Die Startseite (Geräte) listet sämtliche verwendeten Eufy-Kameras mit einem Vorschaubild des letzten Ereignisses respektive Livestream sowie relevante Informationen wie Energieversorgung, Netzwerkstatus und Anzahl registrierter Bewegungen auf.

Die Anzeigereihenfolge der Kameras können Anwender in den App-Einstellungen anpassen. Sie erlaubt außerdem eine Gruppensteuerung, mit der man, je nachdem, ob man zu Hause ist oder nicht, bestimmte Kameraeinstellungen wie Push-Benachrichtigungen oder Videoaufzeichnung aktivieren respektive deaktivieren kann. Diese Betriebsmodi können Anwender manuell festlegen oder per Geofencing bestimmen lassen. Für letzteres muss man der App aber einen dauerhaften Zugriff auf den Standort des Smartphones gewähren.

Unter Ereignisse finden Anwender sämtliche Videoaufnahmen der verwendeten Kameras mit Angaben zur Erkennung (Person, Haustier, Gesicht, Fahrzeug, Bewegung). Hat man mehrere Eufy-Kameras im Einsatz, kann diese Ansicht schnell unübersichtlich werden. Daher gibt es die Möglichkeit, Ereignisse nach Kamera, Ereignistyp, Erkennungsart, Speicherort des Videos und nach Favoriten filtern zu lassen.

Mit der Eufy-App gewinnt man mit entsprechenden Filtern schnell Überblick über aufgelaufene Ereignisse.

Die Schaltfläche AI-Edge führt zu Informationen der in Verbindung mit der Homebase 3 eingeführten KI-Engine Bionic Mind. Dort lassen sich auch Gesichter in Form von Fotos hinzufügen sowie Einstellungen zur Cross-Kamera-Verfolgung vornehmen. Wird ein Gesicht von der KI identifiziert, kann aber nicht einer Person zugeordnet werden, kann man dies manuell erledigen. Somit wird die Funktion über die Zeit optimiert und arbeitet zuverlässiger.

Die Reichweite der Personenerfassung liegt zwischen zwei und acht Metern. Eine Gesichtserkennung erfolgt allerdings nur bis zu einer Entfernung von vier Metern und nur, wenn die Kamera möglichst große Teile des Gesichts erfassen kann. Bei Gesichtern, die in einem horizontalen Winkel von mehr als 45 Grad oder einem vertikalen Winkel von mehr als 30 Grad erfasst werden, funktioniert die Erkennung nicht zuverlässig. Entsprechend diesen Einschränkungen hat die Gesichtserkennung im Test einwandfrei funktioniert.

Eufy bietet mit der Cross-Kamera-Verfolgung eine interessante Funktion. Aus einzelnen Kameraaufnahmen wird ein Film erstellt, die die Bewegung einer Person zu unterschiedlichen Zeitpunkten aus verschiedenen Perspektiven zeigt.

Während die Kamera bei der Bewegungserkennung zwischen Personen, Gesichtern, Haustieren und Fahrzeugen differenzieren kann, verschickt die App standardmäßig eine Benachrichtigung, sobald eine dieser Bewegungen erkannt wurde. Von Vorteil ist es daher, dass man Benachrichtigungen von Ereignissen mit bekannten Gesichtern in den Einstellungen der Homebase ausblenden kann.

Im Test hat ansonsten die Bewegungserkennung zuverlässig funktioniert. Die im Garten umherlaufenden Tiere wie Katze und Igel (siehe auch Bildergalerie) hat die Eufy-Lösung ohne Ausnahme als Haustier und nicht als Person identifiziert. Umgekehrt ist die Weste nicht ganz so weiß: Steht eine Person mit dem Rücken zur Kamera und wird von dieser nur die Frisur erfasst, „sieht“ die Kamera ebenfalls ein Tier. Allerdings sind derartige Fehlalarme prinzipbedingt eher selten und treten im Test auch mit Überwachungskameras anderer Hersteller auf.

Neben der Möglichkeit, einen Aktivitätsbereich für die Bewegungserkennung festzulegen, können Anwender außerdem noch sogenannte Datenschutzzonen definieren. Entsprechend konfigurierte Bereiche werden dabei geschwärzt (siehe auch Bildergalerie).

Dank eingebautem Mikro und bis zu 100 dB lautem Lautsprecher, der auch als Sirene fungieren kann, bietet die Eufycam S3 Pro auch eine Gegensprechfunktion. Wie üblich sollte man bauartbedingt aber keine Hi-Fi-Qualität erwarten. Den Zweck erfüllt sie aber: Beide Seiten können sich gut verstehen.

Ein Highlight ist der in der App integrierte Power Manager, der nicht nur Daten zur Erkennung liefert, sondern auch Informationen zum Akku und Solarladung bereitstellt. Und eine Diebstahlerkennung bietet die S3 Pro ebenfalls.

Wie gut ist die Bildqualität der Eufycam 3 Pro?

Die Bildqualität der Eufycam 3 Pro ist tagsüber bei guten Lichtverhältnissen ohne Fehl und Tadel. Bei Gegenlicht gelingt die Belichtung allerdings nicht immer optimal. Nachts liefert sie dank F1.0-Blende bei genügend Restlicht detailreiche und klare Aufnahmen. Allerdings kann sie diesbezüglich nicht mit der Annke NCD800 oder Annke NCBR800 nicht mithalten, sodass man bei zunehmender Dunkelheit die zusätzliche LED-Beleuchtung für farbige Aufnahmen oder die Infrarot-Beleuchtung für Aufnahmen in Schwarzweiß aktivieren muss (siehe auch Bildergalerie). Das kann man entweder manuell erledigen oder automatisch über die Option Bewegungsaktiviertes Licht. Damit die Helligkeit der LED-Beleuchtung nicht zu stark ausfällt, sollte man die Option Adaptive Helligkeit einschalten.

Eufycam S3 Pro: Dank 4K-Auflösung bietet die S3 Pro genügend Reserven bei der digitalen Vergrößerung.

Welche Smart-Home-Systeme unterstützt die Eufycam S3 Pro?

Eine Sprachsteuerung unterstützt die Eufycam S3 Pro über Amazon Alexa und Google Assistant. Im Test hat die Koppelung mit Alexa funktioniert, und der Livestream zeigt sich auf einem Echo Show 8 fast ohne Zeitversatz.

Wie alle mit Akku betriebenen Überwachungskameras unterstützt auch die Eufycam S3 Pro nicht den Onvif-Standard. Daher kann man sie in andere Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Home Assistant (Testbericht) nicht ohne Weiteres integrieren. Für Home Assistant existiert allerdings eine Integration für Eufy-Überwachungskamera. Die Eufycam S3 Pro wird allerdings bisher nicht unterstützt. Da die S3 Pro aber einen RTSP-Stream auf Wunsch bereitstellt, gelingt eine Einbindung in Synology Surveillance Station (Testbericht). Allerdings bleibt die Auflösung dabei auf Full-HD begrenzt. Das Gleiche gilt für die offizielle Unterstützung für Homekit inklusive Secure Video (siehe auch Bildergalerie).

Preise: Was kostet Eufy Eufycam S3 Pro?

Die Eufycam S3 Pro kostet im Set mit zwei Kameras und einer Homebase S380 regulär 649 Euro. Aktuell ist das Set bei Tink für 589 Euro im Angebot. Im Set mit nur einer Kamera ist die Lösung für 340 Euro erhältlich. Wer schon eine Homebase S380 im Einsatz hat, bekommt die Eufycam S3 Pro einzeln für aktuell 226 Euro und im 2er-Set für 400 Euro.

Als Alternative zur S3 Pro bietet sich die Eufycam 3 (S330) an, die ebenfalls mit einer 4K-Auflösung aufwarten kann. Auf ein lichtstarkes Objektiv muss man allerdings verzichten. Doch dafür kostet sie im 2er-Set mit Homebase S380 auch nur 288 Euro.

Fazit

Eufy bietet mit der Eufycam S3 Pro eine kabellose Überwachungskamera mit 4K-Auflösung, die über ein lichtstarkes Objektiv verfügt, das auch bei Dunkelheit in der Lage ist, farbige Videos aufzunehmen. Das gelingt aber nur bei genügend Restlicht. Bei zunehmender Dunkelheit ist der Einsatz der LED-Zusatzbeleuchtung nötig, um einwandfreie Bilder in Farbe zu erhalten. Alternativ kann man dafür auch die Infrarot-LEDs für Schwarz-Weiß-Aufnahmen nutzen. Insgesamt ist die Bildqualität gut, aber nicht so gut wie bei der Annke NCD800 oder Annke NCBR800.

Dafür ist die Eufy-App absolute Spitzenklasse. Sie bietet eine zentrale Ansicht von Ereignissen aller verwendeten Eufy-Kameras und liefert auch nützliche Statistiken zum Akkuverbrauch und zur Solarladung. Obendrein bietet sie mit der Cross-Kamera-Verfolgung eine Funktion, mit der bislang kein anderer Mitbewerber aufwarten kann. Im Test hat die Eufycam S3 Pro auch in puncto Bewegungserkennung überzeugt.

Leider ist das Set aus zwei Kameras und einer Homebase S380 mit aktuell 589 Euro nicht gerade günstig und die eingeschränkte Kompatibilität zu Smart-Home-Systemen ist ebenfalls zu bemängeln. Hier bietet Reolink mit seinem Home Hub, über den sämtliche daran angeschlossene Akku-Überwachungskameras per Onvif Anschluss an die Außenwelt finden, die klar bessere Lösung. Dafür gibt es bei Reolink keine Cross-Kamera-Verfolgung und auf eine zentrale Ansicht für erkannte Ereignisse muss man ebenfalls verzichten.

Überwachungskamera Reolink Altas PT Ultra: Farbige Nachtsicht ohne Zusatz-LEDs

Reolink bietet mit der neuen PTZ-Überwachungskamera Altas PT Ultra das erste batteriebetriebene Modell mit Daueraufzeichnung. Was sie sonst noch auszeichnet, zeigt der Test.

VORTEILE

  • Nachtsicht in Farbe ohne LEDs
  • Kontinuierliche Aufzeichnung
  • Schwenk- und neigbar mit Auto-Verfolgung
  • Mit Home Hub integrierbar in Smart-Home-Systeme wie Home Assistant

NACHTEILE

  • Keine HDR-Unterstützung
  • Onvif-Unterstützung nur mit Reolink Home Hub
  • Kein optischer Zoom

Reolink bietet mit der neuen PTZ-Überwachungskamera Altas PT Ultra das erste batteriebetriebene Modell mit Daueraufzeichnung. Was sie sonst noch auszeichnet, zeigt der Test.

Die Reolink Altas PT Ultra ist eine akkubetriebene, schwenk- und neigbare 4K-Überwachungskamera (Bestenliste), die über ein 2,4- oder 5-GHz-Band (Wi-Fi 6) per Funk Kontakt zum Router aufnimmt. Sie benötigt also weder einen festen Stromanschluss noch eine Ethernet-Verkabelung, wie sie PoE-Modelle, etwa die Reolink 811A (Testbericht) voraussetzen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von kabellosen Überwachungskameras. Davon gibt es inzwischen eine ganze Reihe, wie man anhand unserer Bestenliste sehen kann.

Das Besondere der Reolink Altas PT Ultra umfasst zwei Aspekte: Erstens erlaubt sie als erste batteriebetriebene Überwachungskamera dank eines 20.000 mAh starken Akkus eine kontinuierliche Aufzeichnung von Videos von bis zu 96 Stunden. Zweitens bietet sie ein sehr lichtstarkes Objektiv mit f1.0-Blende und einem 1/1.8-Zoll-Sensor. Letzteres nennt Reolink Color-X-Technik, die auch schon bei der PoE-Überwachungskamera CX410 (Testbericht) zum Einsatz kommt. Damit kann die Überwachungskamera auch nachts bei genügend Restlicht Videos in Farbe aufnehmen, ohne Zuhilfenahme der integrierten LED-Spotlights. Diese sind nur bei absoluter Dunkelheit nötig.

Ein weiteres Highlight bietet die batteriebetriebene PTZ-Überwachungskamera, die tagsüber per Solarpanel mit Energie versorgt wird, in Kombination mit dem Reolink Home Hub. Dieser stellt nicht nur einen zentralen Datenspeicher für Reolink-Überwachungskameras bereit, sondern unterstützt auch das Onvif-Protokoll, sodass man die Altas PT Ultra auch in Dritthersteller-Lösungen wie Synology Surveillance Station (Testbericht) und in Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Home Assistant oder Homey Pro einbinden kann. Damit erlaubt die Überwachungskamera eine lokale Ansteuerung und kommt ganz ohne Hersteller-Cloud (Ratgeber) aus.

Last but not least differenziert die Altas PT Ultra bei der Bewegungserkennung zwischen Personen, Fahrzeugen, Tieren und anderen sich bewegenden Objekten. Fehlalarme sollten damit praktisch der Vergangenheit angehören. Wie gut die aktuell für 160 Euro erhältliche Altas PT Ultra in der Praxis funktioniert, zeigt unser Testbericht.

Lieferumfang, Montage und weitere Ausstattungsmerkmale

Die mit Metallhalterung rund 1 kg schwere Reolink Altas PT Ultra fällt mit Abmessungen von 178 × 151 × 102 mm relativ groß aus. Dafür ist der mit 20.000 mAh recht große Akku verantwortlich, den Reolink in das Kameragehäuse in Form einer langen Halterung integriert. Diese wird per Metalladapter an einer Wand verschraubt und die Kamera daran aufgesteckt. Alternativ ist auch eine Befestigung mit dem mitgelieferten Montagegurt möglich. Damit lässt sich die Altas an einem Baum, Dachrinne oder Zaunpfosten befestigen.

Die Altas ist wetterfest nach Standard IP64 und laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen –10 und 55 Grad Celsius einsatzbereit.

Der in der Kamera integrierte 1/1.8″ CMOS-Sensor nimmt Videos mit bis zu einer Auflösung von 3840 × 2160 Pixel bei maximal 15 Bildern pro Sekunde auf und bietet eine Nachtsicht von bis zu 10 Metern Reichweite sowie einen 16-fachen Digital-Zoom. Bei voller Auflösung zeichnet sie Videos im HEVC (H.265) und darunter mit H.264 auf. Die Bewegungserkennung erfolgt mithilfe eines integrierten PIR-Sensors (Pyroelektrischer Sensor), der einen Erkennungswinkel von 120 Grad bietet und Bewegungen bis zu einer Entfernung von 10 Metern erfasst. Den Erkennungswinkel des PIR-Sensors können Anwender mit der App einstellen.

Mit der Integration von Mikrofon und Lautsprecher realisiert Reolink eine Zwei-Wege-Audiofunktion, sodass Anwender sich mit Personen vor der Kamera unterhalten können. Die Sprachqualität geht in Ordnung. Bei Bedarf ertönt bei Erkennung einer Bewegung eine Alarmsirene, die über die App aktiviert werden kann und ungebetene Gäste abschrecken soll.

Als Speichermedien unterstützt die Reolink Altas PT Ultra microSD-Karten mit bis zu einer Größe von 512 GByte. Diese muss allerdings zusätzlich erworben werden. Erstmals unterstützt Reolink mit der Altas PT Ultra auch die Verschlüsselung von Daten auf der microSD-Karte. Zusätzlich können Anwender auch eine Speicherung in der Reolink-Cloud nutzen. Das Standard-Abo für monatlich regulär 5,99 Euro umfasst 30 Tage Cloud-Speicherung für maximal fünf Kameras und eine Kapazität von 30 GByte. Das Premier-Abo für monatlich 11,89 Euro bietet 80 GByte Kapazität für maximal zehn Kameras. Derzeit gibt es beide Variante vergünstigt für 4,19 respektive 8,29 Euro.

Alternativ kann man die Altas PT Ultra auch mit dem optional erhältlichen Reolink Home Hub koppeln, sodass Videos und Fotos auf dessen Speicher Platz finden. Standardmäßig wird dieser mit einer 64 GB großen microSD-Karte ausgeliefert. Dank eines zweiten microSD-Kartenslots kann man diesen um 512 GByte erweitern.

Inbetriebnahme der Reolink Altas PT Ultra

Die Inbetriebnahme der Reolink Altas PT Ultra ist einfach und schnell erledigt. Doch bevor man die Überwachungskamera in der App hinzufügt, legen wir zunächst eine microSD-Karte ein. Über das Plus-Symbol in der App starten wir dann den Kopplungsvorgang, scannen anschließend den QR-Code auf der Oberseite der Kamera und vergeben ein Gerätepasswort, fertig. Anschließend ist die Kamera einsatzbereit.

Zusätzlich zur App können Anwender die Kamera mit der für macOS und Windows vorliegenden Reolink-Desktop-Anwendung steuern. Bis zu Version 8.8.5 funktioniert diese in Kombination mit Wine auch unter Linux. Da die App keine Anmeldung erfordert, findet keine Synchronisation mit der Desktop-Anwendung statt, sodass man eine mit der mobilen App eingerichtete Reolink-Kamera manuell in der Desktop-Anwendung hinzufügen muss. Falls sie von dieser nicht gefunden wird, gibt man die UID der Kamera (abrufbar in der App unter Geräteinfos) und anschließend das Gerätepasswort ein. Sollten dabei Probleme auftreten, hilft das ausgezeichnete und deutschsprachige Handbuch.

Mobile App und Desktop-Anwendung bieten nahezu die gleichen Einstellmöglichkeiten. Auch lassen sich beide Tools ähnlich bedienen, was eine konsistente Benutzererfahrung garantiert. Das ist nicht selbstverständlich. Oft bieten Kamerahersteller keine Desktop-Anwendung zur Steuerung ihrer Geräte an oder, wie im Fall von Eufy, steht nur eine Web-Anwendung mit reduzierter Funktionalität zur Verfügung, die sich zudem in puncto Bedienung von der mobilen Anwendung unterscheidet.

Über das Zahnrad-Symbol können Anwender mit der App oder der Desktop-Anwendung die Reolink Altas PT Ultra umfangreich justieren. Im Abschnitt Display lässt sich etwa die Position von Kameranamen sowie Datum und Zeit im Live-Bild verändern. Die Angaben kann man aber auch wie das Wasserzeichen vollständig ausblenden. Um die Überwachungskamera datenschutzkonform zu betreiben, wenn sie auf ein fremdes Grundstück oder einen öffentlichen Bereich ausgerichtet ist, können Anwender unter Privatsphärenmaske bis zu sieben Zonen definieren, in denen keine Aufnahme erfolgt.

Die Kamera zeichnet Videos nicht nur bei Bewegung auf. Alternativ können Anwender auch eine Zeitraffer-Aufnahme konfigurieren, um so etwa den Fortschritt beim Hausbau oder anderer Ereignisse zu dokumentieren. Für die Konfiguration empfiehlt die App je nach Verwendung unterschiedlich lange Intervalle.

Eine kontinuierliche Aufnahme ist mit der Altas ebenfalls möglich. Diese können Anwender unter Einstellungen – Filmaufnahme zeitlich und in Abhängigkeit der Akkukapazität einschränken (siehe auch Bildergalerie).

Alarm-Einstellungen

Im Abschnitt Alarm-Einstellungen lässt sich die Empfindlichkeit bei der Bewegungserkennung festlegen. Grundsätzlich unterscheidet die Kamera bei der Bewegungserkennung zwischen Menschen, Fahrzeugen und Tieren sowie anderen sich bewegenden Objekten. Zudem können Anwender Alarme einschränken, indem sie unter Bewegungszonen Bereiche für Personen, Fahrzeuge, Tiere und andere Objekte definieren, in denen keine Alarmierung erfolgen soll.

Unter Dimension des Objekts lässt sich außerdem noch ein minimaler und maximaler Größenbereich für ein Objekt festlegen, außerhalb dessen kein Alarm erfolgt. Zur Feinjustierung von Alarmen können Anwender diese auf bestimmte Stunden, Wochentage und nach Alarmart (Personen, Tiere, Fahrzeuge und Andere) eingrenzen. Eine jährliche Planung ist allerdings nicht möglich.

Benachrichtigungen & Alarme, Verbindungsqualität

Benachrichtigungen zu Alarmen erfolgen per Push in der App und optional über E-Mail. Für letzteren Übertragungsweg können Anwender bis zu drei E-Mail-Adressen konfigurieren, wobei die erste mit Angabe des SMTP-Servers und Ports konfiguriert sein muss. Im Test hat das mit einem Gmail-Konto mit aktivierter Zwei-Faktor-Überprüfung zunächst nicht funktioniert. Das gelang erst mit einem Einmal-Passwort.

Zusätzlich kann die Reolink bei einer Bewegungserkennung das dazugehörige Bild und Video auf einen FTP-Server laden und bei Bedarf eine Sirene in der Kamera ertönen lassen. Die ist allerdings wie bei allen anderen Reolink-Kameras nicht sehr laut. Direkt am Gerät messen wir lediglich 70 dB.

Wie gut ist die WLAN-Verbindung der Altas PT Ultra?

Dank einer aus dem Gehäuse verlaufenden, knapp 14 cm langen Antenne ist die Verbindung zu unserem Wi-Fi-Router Fritzbox 5590 Fiber äußerst zuverlässig. Daran ändert sich auch nichts, wenn wir ins 5-GHz-Band wechseln, das naturgemäß eine geringere Reichweite bietet als das 2.4-GHz-Pendant. Bislang haben wir an der Montageposition mit unserem Test-WLAN noch keine andere WLAN-Überwachungskamera mit dem 5-GHz-Band zuverlässig betreiben können. Die Reolink Altas PT Ultra bietet in puncto WLAN also eine ausgezeichnete Leistung.

PTZ-Funktion mit Preset-Punkten und automatischer Verfolgung

Die PTZ-Mechanik funktioniert im Test inklusive der automatischen Verfolgung problemlos und zügig. Um bestimmte Blickwinkel schneller abrufen zu können, bietet die Altas PT Ultra sogenannte Preset-Punkte. Bis zu 32 Kameraansichten können Anwender dafür definieren. Außerdem können sie noch einen Wach-Punkt festlegen, zu dem die Kamera nach einem einstellbaren Intervall zwischen 10 und 300 Sekunden automatisch zurückkehrt. Eine Patrouillenfahrt entlang der definierten Preset-Punkte bietet die Altas PT Ultra anders als die Reolink RLC-823A 16x (Testbericht) hingegen nicht.

Reolink Altas PT Ultra: Nachtaufnahmen ohne Zusatzbeleuchtung

Aufnahmequalität: gut, aber nicht perfekt

Dank der 4K-Auflösung liefert die Reolink Altas PT Ultra detailreiche und scharfe Bilder. Allerdings merkt man der Kamera an, dass sie kein HDR unterstützt: Bei einem hohen Dynamikumfang werden helle Flächen etwas überbelichtet. Auch bei Gegenlicht zeigen sich Belichtungsmängel, was allerdings nahezu für alle anderen von uns getesteten Überwachungskameras zutrifft.

Nachtaufnahmen gelingen der Altas ohne Zusatzbeleuchtung nicht ganz so gut wie der Annke NCD800 (Testbricht). In ungünstigen Situationen, etwa wenn die natürliche Beleuchtung von Sternen und Mond Schatten wirft, muss man auf die integrierten Spotlights zurückgreifen, um genügend Details erkennen zu können (siehe auch Bildergalerie).

Dank der hohen Auflösung bietet auch der 16-fach-Digital-Zoom bei der Vergrößerung noch brauchbare Ergebnisse und ermöglicht somit eine Identifizierung von weiter entfernten Objekten. Mit der maximal möglichen Vergrößerung gehen trotz 4K-Auflösung aber wie erwartet zu viele Details verloren. An die Leistung eines optischen Zooms wie bei der RLC-823A 16x (Testbericht) langt die digitale Vergrößerung freilich nicht heran (siehe auch Bildergalerie).

Wie lange hält der Akku der Reolink Altas PT Ultra?

Im Lieferumfang ist auch ein 6-Watt-Solarpanel mit einem vier Meter langem, fest angeschlossenem Verbindungskabel enthalten. Damit kann die Kamera in einem geschützten Bereich installiert werden, während das Solarpanel an einem sonnigen Plätzchen montiert wird. Im günstigsten Fall muss man den Akku damit nie manuell laden. Schon ein zehnminütiges Laden reicht für eine tägliche, ereignisbasierte Aufnahme mit einer Länge von 5 Minuten aus. Laut Reolink hält der Akku in dieser Betriebsart aber auch ganz ohne solare Aufladung bis zu 500 Tage.

Bei einer kontinuierlichen Aufzeichnung sinkt die Betriebsdauer auf vier Tage respektive 96 Stunden. Um bei dieser Betriebsart die Akkulaufleistung zu verlängern, kann man diese zum Beispiel auf die Nachtstunden begrenzen.

Smart Home: Onvif, Google Assistant und Amazon Alexa

Die Reolink Altas PT Ultra arbeitet auch in Verbindung mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa. So können Anwender den Livestream auf einem smarten Display (Ratgeber) wie Nest Hub oder Echo Show betrachten. Ansonsten bietet Reolink keine weiteren Möglichkeiten, die Altas PT Ultra in Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Home Assistant, Homekit, Homey Pro oder Smartthings einzubinden. Darin unterscheidet sie sich standardmäßig nicht von anderen batteriebetriebenen Überwachungskameras, weil diese ebenfalls den für die Anbindung an externe Lösungen nötigen Onvif-Standard nicht unterstützen.

Mit dem Reolink Home Hub können Anwender die batteriebetriebene Altas PT Ultra in Onvif-kompatible Smart Home Systeme wie Home-Assistant einbinden und für Automatisierungen nutzen.

Doch der optional erhältliche Reolink Home Hub behebt dieses Manko. Für Smart-Home-Anwender sind das sehr gute Nachrichten, da man die Sensoren der batteriebetriebenen Reolink-Kameras zu einem umfassenden Alarmsystem mithilfe eines Smart-Home-Systems verwenden kann.

Was kostet die Reolink Altas PT Ultra?

Die Reolink Altas PT Ultra kostet inklusive Solarpanel regulär 250 Euro. Aktuell ist sie für 160 Euro erhältlich. Wer zudem den Reolink Home Hub für die Onvif-Kompatibilität und Anbindung an Smart-Home-Zentralen wie Home Assistant benötigt, muss zusätzlich 90 Euro ausgeben.

Fazit

Reolink liefert mit der Altas PT Ultra eine leistungsfähige PTZ-Überwachungskamera, die sich kaum Schwächen leistet. Hervorzuheben sind der exzellente WLAN-Empfang, die farbige Nachtsicht ohne Zusatz-LEDs und die lange Akkulaufzeit bei einer ereignisbasierten Aufnahme. Obendrein unterstützt die Altas PT Ultra – erstmals bei einer batteriebetriebenen Überwachungskamera – auch eine kontinuierliche Aufnahme inklusive Pre-Recording. Allerdings reicht in diesem Modus die Akkuleistung nur noch für einen Betrieb von 96 Stunden.

Ambitionierte Heimanwender können mit dem optional erhältlichen Reolink Home Hub die Altas PT Ultra, wie fast alle anderen batteriebetriebenen Reolink-Kameras in Smart-Home-Systeme wie Home Assistant einbinden und damit ein umfassendes Alarmsystem aufbauen.

Trotz der insgesamt ausgezeichneten Leistung ist die Altas PT Ultra nicht für jeden Einsatzzweck geeignet. Mangels optischem Zoom sind weiter entfernte Objekte trotz 4K-Auflösung nicht immer identifizierbar. Und eine HDR-Unterstützung hätten wir uns auch gewünscht, etwa für eine bessere Bildqualität bei schwierigen Lichtverhältnissen. Davon abgesehen, können wir die Reolink Altas PT Ultra jedoch sehr empfehlen, auch wenn sie mit einem Preis von 160 Euro nicht gerade günstig ist.

Reolink Argus 3 Ultra im Test

Die akkubetriebene Überwachungskamera Reolink Argus 3 Ultra bietet zudem ein LED-Spotlight, das für eine farbige Nachtsicht sorgt. Wie gut sie sich in der Praxis bewährt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • Unterstützung für 2,4- und 5-GHz-Netze
  • Relativ autarker Betrieb dank WLAN, Akku und Solarpanel
  • 4K-Auflösung und farbige Nachtsicht

NACHTEILE

  • Kein HDR-Support
  • Anzeige des Livestreams benötigt ein paar Sekunden
  • Smart-Home-Anbindung nur mit Reolink Home Hub

Die akkubetriebene Überwachungskamera Reolink Argus 3 Ultra bietet zudem ein LED-Spotlight, das für eine farbige Nachtsicht sorgt. Wie gut sie sich in der Praxis bewährt, zeigt der Test.

4K-Überwachungskameras (Bestenliste) mit integriertem LED-Spotlight bieten mehrere Vorteile. Dank der zusätzlichen Beleuchtung können sie auch bei Dunkelheit Videos in Farbe aufzeichnen. Das Bild ist dank der Zusatzbeleuchtung zudem klarer als mit Infrarot-LEDs, die nur Schwarz-Weiß-Aufnahmen bieten. Mit der hohen Auflösung liefern 4K-Varianten zudem bei der digitalen Vergrößerung deutlich bessere Ergebnisse als Full-HD-Modelle. Kein Wunder, so ist die Auflösung mit 8 Megapixel viermal größer als bei Full-HD-Varianten. Überwachungskameras mit integrierter Beleuchtung (Ratgeber) bieten somit ein höheres Sicherheitsniveau als Modelle ohne Zusatzbeleuchtung, und 4K-Varianten sorgen selbst beim Zoom noch für eine detailreiche Darstellung.

Die Reolink Argus 3 Ultra – für 110 Euro aktuell im Angebot – fällt in diese Leistungsklasse. Neben 4K-Auflösung und farbiger Nachtsicht bietet der Nachfolger der Reolink Argus 3 Pro (Testbericht) aber noch mehr. Wie das Vorgängermodell mit 2K-Auflösung ist die Argus 3 Ultra dank Akku und 6-Watt-Solarpanel in puncto Stromversorgung relativ autark. Kontakt zum heimischen Router findet sie über das 2,4-GHz-Band als auch über 5-GHz. Die Dual-Band-Unterstützung ist gerade bei einer 4K-Kamera von Vorteil: Wegen der hohen Auflösung sollte das WLAN zur Übertragung des Livestreams genügend Bandbreite bereitstellen, was mit der Nutzung von 5 GHz gewährleistet ist. Steht die Überwachungskamera hingegen etwas weiter vom Router entfernt, dann hilft das 2,4-GHz-Band mit seiner besseren Reichweite. Nur muss man dann beim Livestream eventuell eine etwas geringere Auflösung einstellen. Dazu später mehr.

Lieferumfang, weitere Ausstattungsmerkmale, Solarpanel-Ladeleistung und Akku

Die 335 Gramm schwere Reolink Argus 3 Ultra mit Abmessungen von 127 × 90 × 56 mm ist wetterfest nach Standard IP65 und laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen –10 und 55 Grad Celsius einsatzbereit. Wie viele andere Reolink-Kameras ist sie mit einem 6000 mAh (21,6 Wh) starken Akku ausgestattet, dessen Laufzeit sich dem mitgelieferten Solarpanel mit knapp 6 Watt Leistung verlängern lässt. Dieses können Anwender dank des vier Meter langen Verbindungskabels relativ flexibel positionieren. Sollte das nicht ausreichen, gibt es noch eine wetterfeste und 3,8 Meter lange Kabelverlängerung.

Wenn das kleine Photovoltaikpanel genügend Licht zur Stromumwandlung erhält, wird der Akku der Kamera geladen. Der solare Ladevorgang in der App wird mit einem Sonnensymbol neben der Akkuanzeige signalisiert. Während der achttägigen Testdauer hat das Solarpanel den Akku täglich zwischen 3 und 33 Minuten geladen. Die Kapazität sank während dieser Zeit nie unter 95 Prozent. Meistens lag sie bei 100 Prozent. Allerdings war es während der Testphase frostfrei. Ob der Akku auch bei Minustemperaturen geladen wird, können wir daher nicht sagen. In jedem Fall arbeitet das knapp 6 Watt starke Solarpanel erwartungsgemäß besser als das nur 2,2 Watt starke Pendant, das Eufy für die Solocam S340 verbaut hat. Denn im gleichen Zeitraum hat sich deren Akku von 100 auf 70 Prozent entleert, während der Akku in der Argus 3 Ultra vollständig geladen ist.

Wie üblich ist die Akkuleistung – ohne Solarpanel – abhängig von vielen Variablen wie Temperatur und Alarm- und Aufzeichnungshäufigkeit. Reolink gibt eine Laufzeit von ein bis vier Wochen an. Bei kontinuierlicher Nutzung mit aktiviertem Livestream sorgt der Akku für eine Betriebszeit von etwa acht Stunden. Ein USB-Ladegerät gehört nicht zum Lieferumfang.

Der in der Kamera integrierte 1/2.7″ große CMOS-Sensor nimmt Videos mit bis zu einer Auflösung von 3840 × 2160 Pixel bei 15 Bildern pro Sekunde und einer voreingestellten Datenrate von auf 3072 kbps auf. Zusätzlich stehen die Werte 1024, 1536, 2048 und 4096 kbps zur Auswahl. Allerdings lässt sich die Datenrate nicht anpassen, wenn gleichzeitig eine Zeitrafferaufnahme aktiv ist (dazu später mehr). Bei voller Auflösung, die in der App mit „Klar“ und als Status mit „High“ bezeichnet wird, nimmt sie Videos im HEVC-Codec (H.265) und darunter mit H.264 auf. Die Bewegungserkennung erfolgt mithilfe eines integrierten PIR-Sensors (Pyroelektrischer Sensor), der einen Erkennungswinkel von 100 Grad bietet und Bewegungen bis zu einer Entfernung von bis zu 10 Meter erfasst. Die Nachtsicht von bis zu 10 Metern erfolgt automatisch oder manuell. Motive können Anwender mit dem integrierten 16-fachen Digital-Zoom vergrößern.

Mit der Integration von Mikrofon und Lautsprecher realisiert Reolink eine Zwei-Wege-Audiofunktion, sodass Anwender sich mit Personen vor der Kamera unterhalten können. Bei Bedarf ertönt bei einer Bewegungserkennung eine Alarmsirene, die über die App aktiviert werden kann und ungebetene Gäste abschrecken soll. Alarmmeldungen kann die Kamera per E-Mail oder Pushnachrichten an den Nutzer übermitteln. Ein Alarm mit einem aufblinkenden Spotlight unterstützt die Argus 3 Ultra hingegen nicht.

Als Speichermedien unterstützt die Überwachungskamera microSD-Karten mit bis zu einer Größe von 128 GByte. Im Test hat sie aber auch mit einer 400 GByte großen Variante von Sandisk problemlos funktioniert. Ist der Speicherplatz der microSD-Karte erschöpft, wird die älteste Aufnahme gelöscht, sodass aktuelle Aufnahmen immer abgespeichert werden.

Zusätzlich zur microSD können Anwender auch eine Speicherung in der Reolink-Cloud nutzen. 30 Tage Cloud-Speicherung mit einer Kapazität von 30 GByte für maximal fünf Kameras bietet das Standard-Abo für monatlich regulär 5,99 Euro. Das Premier-Abo für monatlich 11,89 Euro bietet 80 GByte Kapazität für maximal zehn Kameras. Derzeit gibt es beide Variante vergünstigt für 4,19 respektive 8,29 Euro.

Der Lieferumfang umfasst neben der Kamera eine Sicherheitshalterung zur Montage an einer Wand und einen Standfuß zur Positionierung auf einer ebenen Fläche. Zusätzlich gibt es ein Netzkabel, eine Montageschablone, Schrauben und Dübel zur Befestigung, eine Nadel für das Zurücksetzen der Werkseinstellungen, ein Aufkleber mit Hinweis zur 24-Stunden-Überwachung, sowie eine Kurzanleitung, die ausführliche und relevante Informationen zum Betrieb der Kamera enthält. Ein Montageband für die Kamera, mit der man die Argus 3 Ultra an einen Baum oder Stützpfosten montieren kann, liegt leider nicht bei. Ein solches ist aber im Lieferumfang des Solarpanels enthalten (siehe auch Bildergalerie).

Gut gelöst hat Reolink die Sicherheitshalterung: Sie besteht aus zwei Komponenten, einem fest verschraubbaren Teil sowie einem runden Drehverschluss, der an der Kamera befestigt wird. So lässt sie sich leicht von der Halterung lösen.

Inbetriebnahme der Reolink Argus 3 Ultra

Die Inbetriebnahme der Reolink Argus 3 Ultra ist prinzipiell einfach. Man muss eine microSD-Karte einsetzen, in der Reolink-App ein Nutzerkonto anlegen, einen QR-Code auf der Kamera einlesen und das Gerätepasswort vergeben, fertig. Anschließend ist die Kamera einsatzbereit und per Smartphone-App steuerbar (siehe auch Bildergalerie).

Zusätzlich zur App können Anwender die Kamera mit der für macOS und Windows vorliegenden Reolink-Desktop-Anwendung steuern. Hierfür muss man lediglich die UID der Kamera (abrufbar in der App unter Geräteinfos) sowie das Gerätepasswort eingeben. Sollten dabei Probleme auftreten, hilft das ausgezeichnete und deutschsprachige Handbuch.

Mobile App und Desktop-Anwendung bieten nahezu identische Einstellungsmöglichkeiten. Auch lassen sich beide Tools ähnlich bedienen, was eine konsistente Benutzererfahrung garantiert. Das ist nicht selbstverständlich. Oft sehen Kamerahersteller keine Desktop-Anwendung zur Steuerung ihrer Geräte vor oder, wie im Fall von Eufy (Themenschwerpunkt), steht nur eine Web-Anwendung mit reduzierter Funktionalität zur Verfügung, die sich auch in puncto Bedienung von der mobilen Anwendung unterscheidet.

Über das Zahnrad-Symbol können Anwender mit der App oder der Desktop-Anwendung die Reolink Argus 3 Ultra umfangreich justieren. Im Abschnitt Display lässt sich etwa die Position von Kameraname sowie Datum und Zeit im Live-Bild verändern. Die Angaben kann man aber auch wie das Wasserzeichen vollständig ausblenden.

Um die Überwachungskamera datenschutzkonform zu betreiben, wenn sie auf ein fremdes Grundstück oder einen öffentlichen Bereich ausgerichtet ist, können Anwender unter Privatsphärenmaske drei Zonen definieren, in denen keine Aufnahme erfolgt respektive die Aufnahme an diesen Stellen geschwärzt ist.

Die Kamera zeichnet Videos nicht nur bei Bewegung auf. Alternativ können Anwender auch eine Zeitrafferaufnahme konfigurieren, um so etwa den Fortschritt beim Hausbau oder anderer Ereignisse zu dokumentieren. Für die Konfiguration empfiehlt die App je nach Verwendung unterschiedlich lange Intervalle.

Alarm-Einstellungen

Im Abschnitt Alarm-Einstellungen können Anwender die Empfindlichkeit bei der Bewegungserkennung einstellen. Grundsätzlich unterscheidet die Kamera dabei zwischen Menschen, Fahrzeuge und anderer sich bewegenden Objekte. Zudem können Anwender Alarme einschränken, indem sie unter Bewegungszonen Bereiche für Personen, Fahrzeuge und andere Objekte definieren, in denen keine Alarmierung erfolgen soll.

Unter Dimension des Objekts lässt sich außerdem noch ein minimaler und maximaler Größenbereich für ein Objekt festlegen, außerhalb dessen kein Alarm erfolgt. Zur Feinjustierung von Alarmen können Anwender diese auf bestimmte Wochentage und Stunden eingrenzen. Eine jährliche Planung ist allerdings nicht möglich.

Benachrichtigungen

Benachrichtigungen zu Alarmen erfolgen per Push in der App und optional über E-Mail. Für letzteren Übertragungsweg können Anwender bis zu drei E-Mail-Adressen konfigurieren, wobei die erste mit Angabe des SMTP-Servers und Ports konfiguriert sein muss. Im Test hat das mit einem Gmail-Konto mit aktivierter Zwei-Faktor-Überprüfung nicht funktioniert. Ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung verläuft die E-Mail-Benachrichtigung problemlos. Zusätzlich ertönt bei einer Warnung optional auch eine Sirene. Allerdings könnte sie lauter sein.

Aufnahmequalität und WLAN

Dank 4K-Auflösung liefert die Reolink Argus 3 Ultra detailreiche und scharfe Bilder, wobei das diagonale Sichtfeld 125 Grad beträgt (horizontal: 105°, vertikal: 55°). Nachts leuchten die beiden Spotlight-LEDs das Bild bei Bedarf gut aus, sodass auch bei Dunkelheit detailreiche und scharfe Aufnahmen gelingen.

Tagsüber neigt die Kamera bei einem hohen Dynamikumfang dazu, helle Bereiche etwas überzubelichten. Hier wäre ein HDR-Feature sicher sinnvoll, um noch eine etwas bessere Bildqualität zu erreichen. Insgesamt ist die Bildqualität aber gut.

Dank einer hohen Datenrate und Auflösung liefert die Kamera auch beim Zoomen noch eine gute Darstellungsqualität. Der 16-fach-Zoom ist bei höheren Stufen allerdings kaum nützlich, da zu viele Details verloren gehen. Bis zu einer achtfachen Vergrößerung können sich die Ergebnisse allerdings sehen lassen.

Die Reolink Argus 3 Ultra funkt sowohl im 2,4-GHz- als auch im 5-GHz-Band und unterscheidet sich damit positiv von vielen Konkurrenten, die oft nur im 2.4-GHz-Band funken. Im Test war die WLAN-Verbindung in beiden Funkbändern stabil. Allerdings können ein paar Sekunden vergehen, bis der Livestream in der App dargestellt wird. Das können etwa die Eufy-Modelle besser.

Smart-Home: Google Assistant, Amazon Alexa und Home Assistant

Die Reolink Argus 3 Ultra arbeitet auch in Verbindung mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa, inklusive der Ausgabe des Livestreams auf ein smartes Display (Ratgeber) wie Nest Hub oder Echo Show. Anders als bei mit fest ans Stromnetz verbundenen Reolink-Kameras unterstützt die Argus 3 Ultra nicht den Onvif-Standard (Ratgeber). Dadurch lässt sich die Überwachungskamera nicht mit Dritthersteller-Lösungen wie Synology Surveillance Station (Testbericht) betreiben und auch nicht in Smart-Home-Zentralen einbinden. Auch zu Smart-Home-Diensten wie IFTTT ist die Reolink inkompatibel. Damit teilt die Reolink Argus 3 Ultra das Schicksal aller anderen per Akku betriebenen Überwachungskameras. Der Grund dafür liegt in dem fehlenden Support durch Dritthersteller-Software für den Batteriebetrieb, teilt Reolink in seinem Support-Forum mit.

Hinweis 31.1.2025: Mit dem 93 Euro teuren Reolink Home Hub gibt es inzwischen aber eine Möglichkeit, batteriebetriebene Reolink-Überwachungskameras in Smart-Home-Systeme (Bestenliste) wie Home Assistant einzubinden.

Preis

Die Reolink Argus 3 Ultra ist inklusive Solarpanel regulär für 130 Euro erhältlich. Aktuell ist die 4K-Überwachungskamera für 120 Euro erhältlich. Und für aktuell 234 Euro erhält man die Argus 3 Ultra im 2er-Set inklusive Reolink Home Hub.

Fazit

Reolink bietet mit der Argus 3 Ultra eine Spotlight-Überwachungskamera mit farbiger Nachtsicht, die dank Dual-WLAN und Akku relativ flexibel positioniert werden kann. Praktisch ist auch das Solarpanel, das während der Testphase den Akku der Argus 3 Ultra zuverlässig geladen hat. Die Aufnahmequalität ist gut, aber nicht perfekt. Dafür fehlen der Kamera HDR-Funktionen wie sie etwa die Annke NCD800 (Testbericht) bietet.

Die Zustellung von Benachrichtigungen funktioniert zeitnah und zuverlässig. Fehlalarme sind dank umfangreicher Einstellmöglichkeiten und der Fähigkeit der Kamera, zwischen Personen, Fahrzeugen, Haustieren und anderen Objekten zu unterscheiden, nahezu ausgeschlossen. Zudem lässt sich die Argus 3 Ultra nicht nur über eine Smartphone-App steuern, sondern auch bequem über den Desktop. Und mit einer Zeitraffer-Funktion bietet sie ein Feature, mit dem nicht viele Überwachungskameras aufwarten können.

Wer auf der Suche nach einer batteriebetriebenen 4K-Überwachungskamera ist, erhält mit der Reolink Argus 3 Ultra ein sehr leistungsfähiges Modell.

Reolink Argus Eco Ultra im Test: Überwachungskamera mit 4K, Akku und Solarpanel

Die akkubetriebene Überwachungskamera Reolink Argus Eco Ultra bietet LED-Spotlights für eine farbige Nachtsicht. Wie gut sie in der Praxis funktioniert, zeigt der Test.

VORTEILE

  • Unterstützung für 2,4- und 5-GHz-Netze
  • relativ autarker Betrieb dank WLAN, Akku und Solarpanel
  • 4K-Auflösung und farbige Nachtsicht

NACHTEILE

  • kein HDR-Support
  • Anzeige des Livestreams benötigt ein paar Sekunden
  • Smart-Home-Anbindung nur über Reolink Home Hub

Die akkubetriebene Überwachungskamera Reolink Argus Eco Ultra bietet LED-Spotlights für eine farbige Nachtsicht. Wie gut sie in der Praxis funktioniert, zeigt der Test.

Mit der Argus Eco Ultra stellt Reolink eine weitere 4K-Überwachungskamera (Bestenliste) mit integriertem LED-Spotlights, Akku und Dual-WLAN-Unterstützung vor. Genau genommen ist die Eco Ultra bis auf die Gehäuseform baugleich zur Argus 3 Ultra. Im Unterschied zu dieser kommt die Eco Ultra in Bullet-Bauform. Ansonsten sind die Leistungsmerkmale wie Akku-Kapazität, Auflösung, Solarpanel identisch. Auch unterstützt die Eco Ultra Dual-WLAN. Sie kann damit also per 2,4 GHz oder 5 GHz mit dem heimischen Router kommunizieren.

Eine Dual-Band-Unterstützung ist gerade bei einer 4K-Kamera von Vorteil: Wegen der hohen Auflösung sollte das WLAN zur Übertragung des Livestreams genügend Bandbreite bereitstellen, was mit der Nutzung von 5 GHz gewährleistet ist. Steht die Überwachungskamera hingegen etwas weiter vom Router entfernt, dann hilft das 2,4-GHz-Band mit seiner besseren Reichweite. Nur muss man dann beim Livestream eventuell eine etwas geringere Auflösung einstellen. Dazu später mehr.

Lieferumfang, weitere Ausstattungsmerkmale, Solarpanel-Ladeleistung und Akku

Die 455 g schwere Reolink Eco Ultra mit Abmessungen von 127 × 90 × 56 mm ist wetterfest nach Standard IP66 und laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen –10 und 55 Grad Celsius einsatzbereit. Wie viele andere Reolink-Kameras ist sie mit einem 6000 mAh (21,6 Wh) starken Akku ausgestattet, dessen Laufzeit sich dem mitgelieferten Solarpanel mit knapp 6 Watt Leistung verlängern lässt. Dieses können Anwender dank des 4 Meter langen Verbindungskabels relativ flexibel positionieren. Sollte das nicht ausreichen, gibt es noch eine wetterfeste und 3,8 Meter lange Kabelverlängerung.

Wenn das kleine Photovoltaikpanel genügend Licht zur Stromumwandlung erhält, wird der Akku der Kamera geladen. Im Test haben wir die Kamera zunächst ohne Solarpanel betrieben. Innerhalb von vier Tagen hat sich die Akku-Kapazität von 100 auf 88 Prozent reduziert. Wie üblich ist die Akkuleistung – ohne Solarpanel – abhängig von vielen Variablen wie Temperatur und Alarm- und Aufzeichnungshäufigkeit. Reolink gibt eine Laufzeit von ein bis vier Wochen an. Bei kontinuierlicher Nutzung mit aktiviertem Livestream sorgt der Akku für eine Betriebszeit von etwa acht Stunden. Ein USB-Ladegerät gehört nicht zum Lieferumfang.

Bildsensor 1/2,7″ 1/2,7″
Auflösung 3840 x 2160 3840 x 2160
Bildrate 15 fps 15 fps
Akkku 21,6 Wh 21,6 Wh
Sichtfeld (h, v, d) 105°, 55°, 125° 105°, 55°, 125°
PIR-Erkennungswinkel 110° 100°
Speicher microSD, Cloud microSD, Cloud
Infrarot-LEDs 8 6
Wetterbeständigkeit IP66 IP65
Onvif nein (nur mit Reolink Home Hub) nein (nur mit Reolink Home Hub)
Abmessungen 191 x 75 x 75mm 127 x 90 x 56mm 
Gewicht 455 g 335 g

Bereits wenige Stunden Sonnenschein am Tag reichen aus, um die Akku-Kapazität zu halten respektive zu laden. Allerdings war es während der Testphase frostfrei. Ob der Akku auch bei Minustemperaturen geladen wird, können wir daher nicht sagen. In jedem Fall arbeitet das knapp 6 Watt starke Solarpanel erwartungsgemäß besser als das nur 2,2 Watt starke Pendant, das Eufy für die Solocam S340 (Testbericht) verbaut hat. Denn im gleichen Zeitraum hat sich deren Akku von 100 auf 70 Prozent entleert, während der Akku in der Argus 3 Ultra vollständig geladen ist.

Der in der Kamera integrierte 1/2.7″ große CMOS-Sensor nimmt Videos mit bis zu einer Auflösung von 3840 × 2160 Pixel bei 15 Bildern pro Sekunde und einer voreingestellten Datenrate von auf 3072 kbps auf. Zusätzlich stehen die Werte 1024, 1536, 2048 und 4096 kbps zur Auswahl. Allerdings lässt sich die Datenrate nicht anpassen, wenn gleichzeitig eine Zeitrafferaufnahme aktiv ist (dazu später mehr). Bei voller Auflösung, die in der App mit „Klar“ und als Status mit „High“ bezeichnet wird, nimmt sie Videos im HEVC-Codec (H.265) und darunter mit H.264 auf. Die Bewegungserkennung erfolgt mithilfe eines integrierten PIR-Sensors (Pyroelektrischer Sensor), der einen Erkennungswinkel von 110 Grad bietet und Bewegungen bis zu einer Entfernung von bis zu 10 Meter erfasst. Die Nachtsicht von bis zu 10 Metern erfolgt automatisch oder manuell. Motive können Anwender mit dem integrierten 16-fachen Digital-Zoom vergrößern.

Mit der Integration von Mikrofon und Lautsprecher realisiert Reolink eine Zwei-Wege-Audiofunktion, sodass Anwender sich mit Personen vor der Kamera unterhalten können. Bei Bedarf ertönt bei einer Bewegungserkennung eine Alarmsirene, die über die App aktiviert werden kann und ungebetene Gäste abschrecken soll. Alarmmeldungen kann die Kamera per E-Mail und FTP-Upload sowie Pushnachrichten an den Nutzer übermitteln. Einen Alarm mit einem aufblinkenden Spotlight unterstützt die Argus Eco Ultra genauso wenig wie die Argus 3 Ultra.

Als Speichermedien unterstützt die Überwachungskamera microSD-Karten mit bis zu einer Größe von 128 GB. Im Test hat sie aber auch mit einer 400 GB großen Variante von Sandisk problemlos funktioniert.

Zusätzlich zur microSD können Anwender auch eine Speicherung in der Reolink-Cloud nutzen. 30 Tage Cloud-Speicherung mit einer Kapazität von 30 GB für maximal fünf Kameras bietet das Standard-Abo für monatlich regulär 5,99 Euro. Das Premier-Abo für monatlich 11,89 Euro bietet 80 GB Kapazität für maximal zehn Kameras. Derzeit gibt es beide Variante vergünstigt für 4,19 respektive 8,29 Euro.

Der Lieferumfang umfasst neben der Kamera eine Sicherheitshalterung zur Montage an einer Wand oder Decke sowie eine Montageplatte. Letztere ist essenziell, wenn man die Kamera mit dem mitgelieferten Gurt an einem Mast oder Baum montieren möchte. Zusätzlich gibt es ein Netzkabel, eine Montageschablone, Schrauben und Dübel zur Befestigung, eine Nadel für das Zurücksetzen der Werkseinstellungen, einen Aufkleber mit Hinweis zur 24-Stunden-Überwachung, sowie eine Kurzanleitung, die ausführliche und relevante Informationen zum Betrieb der Kamera enthält (siehe auch Bildergalerie).

Gut gelöst hat Reolink die Sicherheitshalterung: Sie besteht aus zwei Komponenten, einem fest verschraubbaren Teil sowie einem runden Drehverschluss, der an der Kamera befestigt wird. So lässt sie sich leicht von der Halterung lösen.

Bis auf die Gehäuseform unterscheiden sich die beiden 4K-Kameras Argus 3 Ultra und Argus Eco Ultra kaum voneinander.

Inbetriebnahme, App und Desktop-Anwendung

Die Inbetriebnahme der Reolink Eco Ultra ist nach wenigen Schritten erledigt. Nähere Details dazu sind in der Bildergalerie enthalten. Zusätzlich zur App können Anwender die Kamera mit der für macOS und Windows vorliegenden Reolink-Desktop-Anwendung steuern. Hierfür muss man lediglich die UID der Kamera (abrufbar in der App unter Geräteinfos) sowie das Gerätepasswort eingeben. Sollten dabei Probleme auftreten, hilft das ausgezeichnete und deutschsprachige Handbuch.

Mobile App und Desktop-Anwendung bieten nahezu identische Einstellungsmöglichkeiten. Auch lassen sich beide Tools ähnlich bedienen, was eine konsistente Benutzererfahrung garantiert. Das ist nicht selbstverständlich. Oft sehen Kamerahersteller keine Desktop-Anwendung zur Steuerung ihrer Geräte vor oder, wie im Fall von Eufy, steht nur eine Web-Anwendung mit reduzierter Funktionalität zur Verfügung, die sich auch in puncto Bedienung von der mobilen Anwendung unterscheidet.

Über das Zahnrad-Symbol können Anwender mit der App oder der Desktop-Anwendung die Reolink Argus Eco Ultra umfangreich justieren. Im Abschnitt Display lässt sich etwa die Position von Kameraname sowie Datum und Zeit im Live-Bild verändern. Die Angaben kann man aber auch wie das Wasserzeichen vollständig ausblenden.

Um die Überwachungskamera datenschutzkonform zu betreiben, wenn sie auf ein fremdes Grundstück oder einen öffentlichen Bereich ausgerichtet ist, können Anwender unter Privatsphärenmaske drei Zonen definieren, in denen keine Aufnahme erfolgt respektive die Aufnahme an diesen Stellen geschwärzt ist.

Die Kamera zeichnet Videos nicht nur bei Bewegung auf. Alternativ können Anwender auch eine Zeitrafferaufnahme konfigurieren, um so etwa den Fortschritt beim Hausbau oder anderer Ereignisse zu dokumentieren. Für die Konfiguration empfiehlt die App je nach Verwendung unterschiedlich lange Intervalle.

Alarm-Einstellungen

Im Abschnitt Alarm-Einstellungen können Anwender die Empfindlichkeit bei der Bewegungserkennung einstellen. Grundsätzlich unterscheidet die Kamera dabei zwischen Menschen, Fahrzeugen und anderen sich bewegenden Objekten. Zudem können Anwender Alarme einschränken, indem sie unter Bewegungszonen Bereiche für Personen, Fahrzeuge und andere Objekte definieren, in denen keine Alarmierung erfolgen soll.

Unter Dimension des Objekts lässt sich außerdem noch ein minimaler und maximaler Größenbereich für ein Objekt festlegen, außerhalb dessen kein Alarm erfolgt. Zur Feinjustierung von Alarmen können Anwender diese auf bestimmte Wochentage und Stunden eingrenzen. Eine jährliche Planung ist allerdings nicht möglich.

Mit den zahlreichen Einstellmöglichkeiten kommt es während des Tests zu keinerlei Fehlalarmen. Fahrzeuge erkennt die Kamera zuverlässig bis zu einer Entfernung von 30 Metern.

Benachrichtigungen

Benachrichtigungen zu Alarmen erfolgen per Push in der App und optional über E-Mail. Für letzteren Übertragungsweg können Anwender bis zu drei E-Mail-Adressen konfigurieren, wobei die erste mit Angabe des SMTP-Servers und Ports konfiguriert sein muss. Im Test hat das mit einem Gmail-Konto mit aktivierter Zwei-Faktor-Überprüfung nicht funktioniert. Ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung verläuft die E-Mail-Benachrichtigung problemlos. Zusätzlich ertönt bei einer Warnung optional auch eine Sirene. Allerdings ist diese wie bei anderen Reolink-Kameras nicht besonders laut.

Beim Zoom bietet eine 4K-Kamera klare Vorteile gegenüber Modellen mit einer niedrigeren Auflösung wie 2560 × 1440.

Aufnahmequalität und WLAN

Dank 4K-Auflösung liefert die Reolink Argus Eco Ultra detailreiche und scharfe Bilder, wobei das diagonale Sichtfeld 125 Grad beträgt (horizontal: 105 Grad, vertikal: 55 Grad). Nachts leuchten die beiden Spotlight-LEDs das Bild bei Bedarf gut aus, sodass auch bei Dunkelheit detailreiche und scharfe Aufnahmen gelingen. Auch die mithilfe der acht Infrarot-LEDs (zwei mehr als bei der Argus 3 Ultra) entstandenen Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind gut ausgeleuchtet.

Wie andere Reolink-Überwachungskameras neigt die Arcus Eco Ultra bei einem hohen Dynamikumfang dazu, helle Bereiche etwas überzubelichten. Hier wäre ein HDR-Feature wie bei der Annke C800 (Testbericht) sicher sinnvoll, um eine noch bessere Bildqualität zu erreichen. Insgesamt ist die Bildqualität aber gut.

Dank einer hohen Datenrate und 4K-Auflösung liefert die Kamera auch beim Zoomen noch eine gute Darstellungsqualität. Wunderdinge darf man wegen des fehlenden optischen Zooms, wie sie etwa die Reolink RLC-811A (Testbericht) bietet, jedoch nicht erwarten. Dennoch zeigen sich im direkten Vergleich gegenüber einem Modell mit 2560 × 1440 Pixel klare Vorteile. So ist das Display einer Powerstation bei 4K-Auflösung noch klar ablesbar, während man bei der niedrigeren Auflösung kaum etwas erkennen kann.

Die Reolink Argus Eco Ultra funkt sowohl im 2,4-GHz- als auch im 5-GHz-Band und unterscheidet sich damit positiv von vielen Konkurrenten, die oft nur im 2.4-GHz-Band funken. Im Test war die WLAN-Verbindung in beiden Funkbändern stabil. Allerdings können ein paar Sekunden vergehen, bis der Livestream in der App dargestellt wird. Das können etwa die Eufy-Modelle besser. Praktisch ist in jedem Fall, dass man das WLAN einfach ändern kann und nicht wie bei anderen Kameras das Gerät erst zurücksetzen muss.

Smart-Home: Home Assistant, Home Pro, Google Assistant und Amazon Alexa

Die Reolink Eco 3 Ultra arbeitet auch in Verbindung mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa, inklusive der Ausgabe des Livestreams auf ein smartes Display (Ratgeber) wie Nest Hub oder Echo Show. Im Unterschied zu fest ans Stromnetz verbundenen Reolink-Kameras unterstützt die Argus Eco Ultra jedoch nicht den Onvif-Standard (Themenwelt). Dadurch lässt sich die Überwachungskamera weder mit Dritthersteller-Lösungen wie Synology Surveillance Station (Testbericht) betreiben noch in Smart-Home-Zentralen wie Homey Pro (Test) und Home Assistant (Testbericht) einbinden. Auch zu Smart-Home-Diensten wie IFTTT ist die Reolink inkompatibel. Damit teilt die Reolink Argus Eco Ultra das Schicksal aller anderen per Akku betriebenen Überwachungskameras. Der Grund dafür liegt in dem fehlenden Support durch Dritthersteller-Software für den Batteriebetrieb, wie Reolink in seinem Support-Forum erklärt.

Mit dem Home Hub lassen sich akkubetriebene Reolink-Überwachungskameras in Smart-Home-Systeme wie Home Assistant integrieren.

Hinweis 31.1.2025: Mit dem 93 Euro teuren Reolink Home Hub gibt es inzwischen aber eine Möglichkeit, batteriebetriebene Reolink-Überwachungskameras in Smart-Home-Systeme (Bestenliste) einzubinden.

Preis

Die Reolink Eco Ultra mit Solarpanel kostet regulär 130 Euro. Aktuell gibt es die 4K-Kamera für knapp 100 Euro. Das 2er-Set mit dem knapp 93 Euro teuren Reolink Home Hub kostet 260 Euro.

Fazit

Reolink bietet mit der Argus Eco Ultra eine Spotlight-Überwachungskamera mit 4K-Auflösung und farbiger Nachtsicht, die dank Dual-WLAN und Akku relativ flexibel positioniert werden kann. Praktisch ist das Solarpanel, das während der Testphase den Akku der Argus Eco Ultra zuverlässig geladen hat. Die Aufnahmequalität ist gut, aber nicht perfekt. Dafür fehlen der Kamera HDR-Funktionen wie sie etwa die Annke NCD800 (Testbericht) bietet.

Die Zustellung von Benachrichtigungen funktioniert zeitnah und zuverlässig. Fehlalarme sind dank umfangreicher Einstellmöglichkeiten und der Fähigkeit der Kamera, zwischen Personen, Fahrzeugen, Haustieren und anderen Objekten zu unterscheiden, nahezu ausgeschlossen. Zudem lässt sich die Argus Eco Ultra nicht nur über eine Smartphone-App steuern, sondern auch bequem über den Desktop. Und mit einer Zeitraffer-Funktion bietet sie ein Feature, mit dem nicht viele Überwachungskameras aufwarten können.

Wer auf der Suche nach einer batteriebetriebenen 4K-Überwachungskamera ist, erhält mit der Reolink Argus Eco Ultra ein sehr leistungsfähiges Modell, das sich nicht nur per App, sondern auch über eine leicht bedienbare Desktop-Anwendung steuern lässt.

Preis-Leistungs-Sieger

TP-Link Tapo C425

TP-Link Tapo C425 im Test

Die Tapo C425 ist eine kabellose Überwachungskamera mit farbiger Nachtsicht, die zwischen Personen, Tieren und Fahrzeugen differenzieren kann. Wie gut sie funktioniert, zeigt der Test.

VORTEILE

  • QHD-Auflösung mit guter Bildqualität und bis zu 25 fps
  • Bewegungserkennung differenziert zwischen Personen, Fahrzeugen und Haustieren
  • Darstellung von Livestream und Wiedergabe von Ereignissen erfolgen zügig

NACHTEILE

  • keine Desktop-Anwendung
  • kein Onvif-Support
  • kein RTSP-Stream

Die Tapo C425 ist eine kabellose Überwachungskamera mit farbiger Nachtsicht, die zwischen Personen, Tieren und Fahrzeugen differenzieren kann. Wie gut sie funktioniert, zeigt der Test.

TP-Link integriert in der kabellosen Überwachungskamera Tapo C425 eine magnetische Halterung, wie sie früher auch Eufy für die Cam 2 (Testbericht) verwendet hat. Damit lässt sich die Tapo C425 besonders einfach im Außenbereich an geeigneten Flächen befestigen. Auch in anderer Hinsicht ist die Tapo C425 besonders: Das Sichtfeld fällt mit 150° diagonal, 134° horizontal und 77° vertikal relativ groß aus. Groß ist auch der Akku mit einer Kapazität von 10.000 mAh, der eine Laufzeit von bis zu 300 Tagen gewährleisten soll. Wer die C425 zusammen mit einem Solarpanel betreibt, kann damit in der Regel bis auf die Winterperiode auf ein manuelles Aufladen der Überwachungskamera verzichten.

In puncto Kameraoptik bietet die Tapo C425 einen 1/3-Zoll-großen Starlight-Sensor und eine Linse mit einer Brennweite von 2,1 mm und einer Blende von f/2.1. Damit ist klar, dass die Überwachungskamera farbige Nachtaufnahmen nur mithilfe zusätzlicher Beleuchtung schafft. Dafür hat TP-Link vier LED-Spotlights verbaut. Überwachungskameras mit einer Blende von f/1.0 wie die TP-Link C325WB bieten eine farbige Nachtsicht auch ganz ohne zusätzliche LEDs. Wer sich für solche Modelle interessiert, findet in unserer Bestenliste Top 10: Die besten Überwachungskameras mit Top-Nachtsicht weitere Informationen.

Die Tapo C425 bietet eine Auflösung von 2560 × 1440 Pixel und kommt so auf etwa 3,7 Millionen Pixel, womit sie Full-HD-Varianten mit 2 Megapixel um 78 Prozent übertrifft. Das ist vor allem beim digitalen Zoom von Vorteil, denn eine optische Vergrößerung, mit der etwa die Reolink RLC-811A (Testbericht) aufwarten kann, hat die Tapo C425 nicht zu bieten.

Die in der Tapo C425 integrierte KI kann bei der Bewegungserkennung zwischen Personen, Fahrzeugen und Haustieren differenzieren, was Fehlalarme reduziert. Überschreitungen einer virtuellen Linie registriert die Tapo C425 anders als etwa das Modell Tapo C225 (Testbericht) hingegen nicht. Und auch auf eine Geräusch- und Manipulationserkennung muss man verzichten.

Lieferumfang, Montage und weitere Ausstattungsmerkmale

Die Überwachungskamera Tapo C425 ist nach IP66 vor Feuchtigkeit und Staub geschützt und zwischen -20° und 45 °C einsatzbereit. Der Lieferumfang enthält Schrauben und Dübel zur Befestigung, ein Klebepad, eine Metallhalterung, die entweder verschraubt oder angeklebt wird, sowie ein Netzteil, Ladekabel und eine magnetische Halterung. Mit letzterer ist die Überwachungskamera schnell an magnetischen Flächen montiert.

Vor der Inbetriebnahme der Überwachungskamera sollte man zunächst den microSD-Card-Slot auf der Gehäuseunterseite neben dem Lautsprecher mit einer passenden microSD-Karte befüllen. Neben dem microSD-Card-Slot gibt es auf der Gehäuseunterseite außerdem noch einen Micro-USB-Port, über den der 10.000 mAh starke Akku der Tapo 425 geladen werden kann, sowie eine Ein-/Ausschalt-Taste.

Die Einrichtung der Kamera erfolgt mit der Tapo-App, für die ein Nutzerkonto erforderlich ist. Ein Installationsassistent hilft beim Set-up, das nach wenigen Minuten abgeschlossen ist (siehe auch Bildergalerie). Während der Einrichtung erläutert der Assistent die wichtigsten Funktionen der Kamera und gibt Tipps zur Montage. Wer darüber hinausgehende Fragen zur Tapo C425 hat, findet auf der Support-Seite des Herstellers weitere Informationen.

Sollte es bei der Koppelung mit dem WLAN zu Problemen kommen, empfiehlt sich, wie bei allen Überwachungskameras, die wie die Tapo C425 auf 2,4-GHz-WLANs beschränkt sind, das 5-GHz-Band des Routers vor der Inbetriebnahme temporär abzuschalten.

Bewegungserkennung: Kann die Tapo C425 zwischen Personen, Fahrzeugen und Tieren unterscheiden?

Bei der Bewegungserkennung unterscheidet die Tapo C425 zwischen Personen, Fahrzeugen, Haustieren und anderen sich bewegenden Objekten. Im Test kommt es mit der standardmäßig aktivierten Bewegungserkennung allerdings häufig zu Fehlalarmen, durch etwa vom Wind bewegte Äste, Luftballons und andere Gegenstände. Erst nachdem wir die generelle Bewegungserkennung ausgeschaltet und nur für Personen und Tiere aktiviert haben, registrieren wir keine Fehlalarme mehr. Die Kamera identifiziert Personen einwandfrei und auch unsere Hauskatze wird korrekterweise als Tier erkannt.

Aufnahmen von erkannten Bewegungen zeigt die App im Bereich Abspielen & Herunterladen mit einem entsprechenden Symbol je nach Erkennungsart übersichtlich an.

Außerdem kann man die Bewegungserfassung über Aktivitätszonen einschränken, sodass Benachrichtigungen nur erfolgen, wenn eine Bewegung in einer der festgelegten Aktivitätszonen erfolgt.

Unterstützt die Tapo C425 das Schwärzen von Bildbereichen?

Überwachungskameras dürfen aus Datenschutzgründen lediglich das eigene Grundstück filmen. Oft ist das in der Praxis allerdings nicht möglich, sodass das Sichtfeld der Kamera auch fremde Grundstücke erfasst. Daher unterstützen viele Überwachungskameras das Schwärzen von Bildbereichen. So auch die Tapo C425, die diese Funktion unter Geräteeinstellungen – Video & Anzeige – Privatsphärenzonen bereitstellt. Hier können Anwender bis zu vier Zonen im Sichtfeld der Kamera definieren, die bei der Aufnahme geschwärzt werden. Rechtlich reicht das aber noch nicht aus. Zusätzlich ist eine Einwilligung der betroffenen Personen wie Nachbarn bei der Installation einer Überwachungskamera erforderlich, wenn diese auf ihr Grundstück ausgerichtet ist.

Wie funktionieren Alarme und Benachrichtigungen?

Die Alarmierungsmöglichkeiten der Kamera sind vielfältig und umfassen neben den klassischen Pushbenachrichtigungen auch Alarmtöne und Lichtsignale, die über den integrierten Lautsprecher an der Unterseite der Kamera erklingen. Zur Auswahl stehen dabei drei Alarmtöne. Man kann aber auch einen benutzerdefinierten Ton einstellen. Die Lautstärke ist dabei mit 94 dB relativ laut. Zusätzlich kann man die integrierten LED-Scheinwerfer (Spotlight) bei einem Alarm aufblinken lassen.

E-Mail-Benachrichtigungen oder einen Upload auf einen FTP-Server unterstützt die Tapo C425 anders als etwa Überwachungskameras von Reolink hingegen nicht.

Nützlich ist die Möglichkeit, Benachrichtigungen nach Aktivitätstyp und Zeit einschränken zu können.

Die Tapo-App ist auch für Tablets optimiert und unterstützt die Anzeige mehrerer Livestreams

Wie gut ist die App und welche Smart-Home-Systeme unterstützt die Tapo C425?

Die Steuerung über die App ist intuitiv und die Darstellung des Livestreams erfolgt zügig, ebenso schnell spielt die Tapo aufgenommene Videos ab. In der Hauptansicht gibt es Schalter für das schnelle Aktivieren bestimmter Funktionen. Anwender können darüber die Tapo C425 leicht deaktivieren (Privatsphärenmodus), den Alarm sowie die Etikettierung des Alarm auslösenden Objekts ein- und ausschalten (siehe auch Bildergalerie), sowie die Gegensprechfunktion aktivieren. Letztere bietet eine gute Qualität.

Auch ist ein Wechseln der Auflösung sowie die Aktivierung der Spotlights (Licht) ist möglich. Fotos oder Videoaufnahmen können Anwender über die entsprechenden Symbole ebenfalls anfertigen. Wer mehrere Tapo-Kameras im Einsatz hat, kann die Liveansicht mit bis zu vier Modellen bestücken. Die Bildschirmgröße eines Smartphones dürfte dafür aber in den meisten Fällen nicht ausreichend sein. Doch die App ist auch für Tablets optimiert, sodass die Darstellung von vier Livestreams auf iPad & Co. tatsächlich nützlich ist.

TP-Link Tapo C425: Livestream auf Amazon Echo Show nahezu verzögerungsfrei

Die Tapo C425 unterstützt TP-Links eigene Smart-Home-Plattform, die neben Überwachungskameras auch Sensoren, LED-Leuchtmittel, smarte Schalter und Heizkörperthermostate sowie Saugroboter umfasst. Mit diesen Komponenten kann man die C425 für Automatisierungen verwenden. Das gelingt auch mit Samsung Smartthings (Testbericht), unter der Anwender auch den Livestream der Kamera betrachten können. Letzteres ist auch auf einem smarten Display (Ratgeber) mit Amazon Alexa respektive Google Assistant möglich. Im Test mit einem Echo Show erfolgt die Wiedergabe zügig und ohne zeitlichen Versatz.

TP-Link Tapo C425: Eine farbige Nachtsicht ist dank der LED-Spotlights möglich.

Wie gut ist die Bildqualität der Tapo C425?

Die Bildqualität der Tapo C425 ist tagsüber bei guten Lichtverhältnissen ohne Fehl und Tadel. Bei Gegenlicht gelingt die Belichtung ebenfalls erstaunlich gut. Doch perfekt ist sie in diesem Szenario nicht immer. Und auch die Nachtsicht kann sich sehen lassen: Wie üblich gehen bei Infrarotaufnahmen einige Details verloren. Doch mit den beiden LED-Spotlights sind Aufnahmen auch bei Dunkelheit in Farbe möglich. Diese können Anwender so konfigurieren, dass sie sich automatisch einschalten. Eine manuelle Aktivierung ist über die Liveansicht möglich.

Bei der Videoaufnahme verzichtet die Tapo C425 auf die Nutzung des platzsparenden Codecs H.265 und zeichnet stattdessen Videos mit der Variante H.264 auf.

Preise: Was kostet die TP-Link Tapo C425?

TP-Link verkauft die Tapo C425 inklusive Solarpanel regulär für 130 Euro. Einzeln ist sie aktuell für knapp 66 Euro erhältlich. In Kombination mit einem Solarpanel kostet sie gebraucht 60 Euro und neu auf Ebay 80 Euro.

Fazit

Die Tapo C425 von TP-Link überzeugt im Test fast durchwegs. Sie liefert eine gute Bildqualität und stellt Benachrichtigungen zeitnah zu. Die App ist reaktionsschnell und zeigt den Livestream sowie aufgenommene Videos zügig an. Im Unterschied zu besonders lichtstarken Überwachungskameras gelingt ihr eine farbige Nachtsicht jedoch nur unter Zuhilfenahme der LED-Spotlights.

Die Bewegungserkennung hat im Test einwandfrei funktioniert. Allerdings sollte man sie auf Personen, Tiere und Fahrzeuge begrenzen, da es sonst zu Fehlalarmen durch vom Wind bewegte Objekte kommen kann. Auf der Habenseite stehen zudem die flexible Netzanbindung per WLAN, die leichte Bedienung und Inbetriebnahme, sowie die magnetische Halterung, mit der man die Tapo C425 an entsprechenden Flächen ohne Bohren befestigen kann.

Wer auf der Suche nach einer leistungsfähigen und kabellosen Überwachungskamera für den Außenbereich ist, die sich auch per Solarpanel laden lässt, liegt mit der TP-Link Tapo C425 genau richtig.

Dennoch gibt es auch ein paar Kritikpunkte: So steht keine Desktop-Anwendung zur Bedienung zur Verfügung und auch die Steuerung per Dritthersteller-Software gelingt wegen der fehlenden Onvif-Unterstützung genauso wenig wie die Integration in gängige Smart-Home-Zentralen wie Home Assistant. Doch dieses Schicksal teilt sich die Tapo C425 wie alle anderen kabellosen Modelle. Immerhin kann man sie in Samsung Smartthings und in die Smart-Home-Plattform von TP-Link einbinden.

Eufy S330 im Test

Über eine KI-Engine in der neuen Homebase 3 differenziert die Euf S330 bei der Bewegungserkennung zwischen Gesichtern, Menschen, Fahrzeugen und Haustieren. Zudem bietet sie ein integriertes Solarpanel, das besonders effizient sein soll.

VORTEILE

  • 4K-Auflösung mit farbiger Nachtsicht
  • Bewegungserkennung kann zwischen Gesichtern, Menschen, Haustieren und Fahrzeugen unterscheiden
  • keine Cloud > keine Folgekosten

NACHTEILE

  • keine Unterstützung für ONVIF, IFTTT und Homekit
  • eingeschränkte Integration in Smart-Home-Systeme

Über eine KI-Engine in der neuen Homebase 3 differenziert die Euf S330 bei der Bewegungserkennung zwischen Gesichtern, Menschen, Fahrzeugen und Haustieren. Zudem bietet sie ein integriertes Solarpanel, das besonders effizient sein soll.

Die Anker-Marke Eufy hat mit der S330 eine neue kabellose Überwachungskamera vorgestellt, die gegenüber der Vorgängerserie Eufycam 2 eine deutlich höhere Auflösung bietet: Statt maximal 2K mit 2304 × 1296 Pixel löst die S300 (ehemals unter Eufycam 3 bekannt) wie die Arlo Ultra 2 (Testbericht) mit 4K (3840 × 2160 Pixel) auf und bietet damit – vor allem beim Zoomen – eine schärfere Darstellung als die Vorgängermodelle. Die Eufy S330 unterscheidet sich von bisherigen Eufycams auch dadurch, dass sie ein 100 Lumen helles Spotlight bietet und damit farbige Nachtaufnahmen unterstützt.

Als Steuerzentrale dient die neue Homebase 3 (S380), in die Eufy eine KI-Engine mit der Bezeichnung Bionic Mind integriert hat. Damit kann die Kamera bei der Bewegungserkennung zwischen Menschen, Gesichtern, Fahrzeugen und Haustieren differenzieren. Und wer eine Eufycam 2 (Testbericht) verwendet, kann diese ebenfalls mit der neuen Homebase verbinden und so von der verbesserten Bewegungserkennung profitieren. Dabei sorgt ein selbstlernende Algorithmus für eine stetige Verbesserung der KI-Engine, sodass die Bewegungserkennung mit der Zeit immer zuverlässiger funktioniert.

Wie von den Vorgängermodellen bekannt, bietet auch die neue Homebase 3 einen 16 GByte großen Speicher. Allerdings verfügt sie zusätzlich noch über einen 2,5-Zoll-Einschub für SATA-Festplatten oder -SSDs, sodass Anwender den Speicherplatz für Videos und Bilder auf bis zu 16 TByte erweitern können. Auf einen kostenpflichtigen Cloud-Speicher kann man also getrost verzichten.

Ähnlich wie die Solocam S40 (Testbericht) bietet die Eufy S330 ein integriertes Solarpanel, das den 13.000 mAh starken Akku lädt. Es stammt von Branchenführer Sunpower und soll eine 25 Prozent bessere Ladeleistung haben, sodass bereits zwei Stunden Sonneneinstrahlung pro Tag genügen sollen, um den Akku der Kamera mit genügend Energie zu versorgen. Während des Tests im November hat die Sonneneinstrahlung ausgereicht, um den Akku der S330 auf 100 Prozent zu halten, während das Panel der Solocam S40 dafür zu schwach war.

So wird die Eufy S330 montiert und eingerichtet

Die Eufy S330 bietet nach IP67 Schutz vor Wettereinflüssen und ist nach Angaben des Herstellers im Temperaturbereich von -20 Grad und 50 Grad Celsius einsetzbar. Bei häufig auftretenden Schlechtwetterereignissen wie starkem Regen und Hagel empfiehlt Eufy, die Kamera unter einer Abdeckung zu installieren.

Die Überwachungskamera misst 6,5 × 12,9 × 6,5 cm und wiegt mit 420 Gramm etwa 60 Gramm mehr als das Vorgängermodell und wird über eine Halterung an einer Wand montiert. Anders als die Eufycam 2 Pro bietet die neue Variante keine magnetische Halterung mehr. Eufy empfiehlt die Kamera in einer Höhe von zwei bis drei Metern zu montieren. Entsprechendes Befestigungsmaterial wie Dübel, Schrauben und Halterung sind im Lieferumfang enthalten.

Für den Betrieb der Homebase muss man diese per Ethernetkabel mit dem heimischen Router verbinden. Anders als die Vorgängerversion bietet die neue Homebase 3 keine Möglichkeit, sich per WLAN mit dem Router zu verbinden. Somit ist die Wahl des Aufstellorts etwas eingeschränkt.

Für die Einrichtung von Homebase 3 (S380) und Eufy S330 wird die Eufy-App benötigt. Um die App nutzen zu können, müssen Anwender bei Eufy ein Konto anlegen. Ein Installationsassistent begleitet die Einrichtung und informiert über die besonderen Funktionen von Homebase 3 und Eufycam 3. Dazu zählt etwa die Gesichtserkennung, die auf Basis eines Fotos eine Person identifizieren kann. Insgesamt ist die Inbetriebnahme von Homebase und Kamera sehr einfach und nach wenigen Minuten abgeschlossen (siehe auch Bildergalerie). Dabei wird die mitgelieferte Schnellstartanleitung, die auch in deutscher Sprache vorliegt, nicht benötigt, da sämtliche relevanten Hinweise für das Setup und der Montage auch in der App hinterlegt sind.

So funktioniert die Eufy S330 in der Praxis

Die Eufy-App bietet nach wie vor eine gute Übersicht. Anwender dürften sich daher schnell zurechtfinden. In der unteren Menüleiste befinden sich Schaltflächen für Geräte, Ereignisse, AI-Edge, Sicherheit und Erkunden. Die Startseite (Geräte) listet sämtliche verwendeten Eufy-Kameras mit einem Vorschaubild des letzten Ereignisses sowie relevante Informationen wie Energieversorgung, Netzwerkstatus und Anzahl registrierter Bewegungen auf. Die Anzeigereihenfolge können Anwender in den App-Einstellungen anpassen.

Unter Ereignisse finden Anwender sämtliche Videoaufnahmen der verwendeten Kameras mit Angaben zur Erkennung (Person, Haustier, Gesicht, Fahrzeug, Bewegung). Die Schaltfläche AI-Edge führt zu Informationen der in Verbindung mit der Homebase 3 eingeführten KI-Engine Bionic Mind. Dort lassen sich auch Gesichter in Form von Fotos hinzufügen.

Die Reichweite der Personenerfassung liegt zwischen zwei und acht Metern. Eine Gesichtserkennung erfolgt allerdings nur bis zu einer Entfernung von 4 Metern und nur, wenn die Kamera möglichst große Teile des Gesichts erfassen kann. Bei Gesichtern, die in einem horizontalen Winkel von mehr als 45 Grad oder einem vertikalen Winkel von mehr als 30 Grad erfasst werden, funktioniert die Erkennung nicht zuverlässig. Entsprechend diesen Einschränkungen hat die Gesichtserkennung im Test gut funktioniert. Unsere Katze hat die Lösung zuverlässig als Haustier identifiziert.

Während die Kamera bei der Bewegungserkennung zwischen Personen, Gesichtern, Haustieren und Fahrzeugen differenzieren kann, verschickt die App standardmäßig eine Benachrichtigung, sobald eine dieser Bewegungen erkannt wurde. Immerhin kann man Benachrichtigungen von Ereignissen mit bekannten Gesichtern in den Einstellungen der Homebase ausblenden.

Neben der Möglichkeit einen Aktivitätsbereich für die Bewegungserkennung festzulegen, können Anwender außerdem noch sogenannte Datenschutzzonen festlegen. Das ist insbesondere bei einer Ausrichtung der Kamera auf das Nachbargrundstück für einen DSGVO-konformen Betrieb nötig. Entsprechend konfigurierte Bereiche werden dabei geschwärzt (siehe auch Bildergalerie). Standortbezogenen Konfigurationen, die auch als Geofencing bekannt sind, unterstützt die Kamera ebenfalls.

Eufy S330: Das integrierte Solarpanel benötigt täglich zwei Stunden direkte Sonneneinstrahlung, um die Kapazität des 13.000 mAh starken Akku auf 100 Prozent zu halten.

Video- und Audioqualität

Die Kamera bietet ein Sichtfeld von 135 Grad und zeichnet Videos und Bilder mit einer Auflösung von bis zu 4K (3840 × 2160 Pixel) auf. Damit liefert sie deutlich schärferer Aufnahmen als Modelle, die nur Full-HD (1920 x 1080 Pixel) oder 2K (2304 × 1296 Pixel) bieten.

Vor allem beim Heranzoomen zeigen sich die Vorteile einer höheren Auflösung. Selbst etwas weiter entfernte Objekte lassen ich damit noch gut erkennen (siehe auch Bildergalerie). Die Qualität der Aufnahmen geht sowohl bei Tag als auch bei Nacht in Ordnung. Die hervorragende Bildqualität der kabelgebundenen PoE-Überwachungskamera Annke NCD 800 (Testbericht) erreicht die Eufy S330 allerdings nicht. Im Test gut funktioniert hat die Gegensprechfunktion. Personen waren auf beiden Seiten gut zu verstehen.

Eufycam 3 (S330): Die Integration in andere Smart-Home-Lösungen sieht Eufy nicht vor. Dank Community-App lassen sich Homebase und Kamera aber in Homey Pro integrieren. Damit stehen sie auch unter Apple Homekit zur Verfügung.

Smart-Home-Anbindung

Wie bei vielen anderen Überwachungskameras lässt auch die Smart-Home-Anbindung der Eufy S330 zu wünschen übrig. Grundsätzlich ist sie nur mit Amazon Alexa und Google Assistant kompatibel. Man kann also die Kamera per Sprache steuern oder das Livebild auf einem smarten Display wie Echo Show betrachten.

Die Anbindung an andere Smart-Home-Lösungen wie Apple Homekit oder Samsung Smartthings ist indes nicht vorgesehen. Immerhin existieren für Homey Pro (Testbericht) und Home Assistant (Testbericht) Community-Apps, mit der man die Eufy-Kamera und die Homebase einbinden kann. Die Ausgabe eines Livestreams ist unter Homey nicht möglich – lediglich ein Foto des letzten Ereignisses wird angezeigt. Dafür kann man die Sensordaten innerhalb von Homey für Automatisierungen nutzen und die Kamera auch unter Apple Homekit ansteuern. Den ONVIF-Standard unterstützt die Kamera nicht.

Was kostet die Eufy S330

Das Bundle mit zwei S330 (ehemals Eufycam 3) und einer Homebase 3 (S380) ist ab 288 Euro erhältlich. Gegenüber dem Verkaufsstart mit 599 Euro kostet sie somit fast nur die Hälfte.

Fazit

Mit der Eufy S330 (ehemals Eufycam 3) bietet die Anker-Marke Eufy nun auch eine kabellose Überwachungskamera mit 4K-Auflösung und farbiger Nachtsicht. Doch damit nicht genug. Dank der in der Homebase 3 integrierten KI-Engine Bionic Mind kann sie bei der Bewegungserkennung zwischen Menschen, Gesichtern, Fahrzeugen und Haustieren differenzieren und sorgt somit für weniger Fehlalarme respektive für relevantere Benachrichtigungen. So kann man etwa Benachrichtigungen zu Ereignissen mit bekannten Gesichtern ausblenden lassen.

Der Clou dabei: Bis Jahresende sollen fast sämtliche Eufy-Kameras mit der neuen Homebase 3 funktionieren, sodass auch sie über die darin integrierte KI inklusive Gesichtserkennung profitieren. Da ist es gut, dass man den mit 16 GByte für mehrere Kameras recht knapp bemessenen Speicher mittels 2,5-Zoll-Festplatten oder -SSDs ausbauen kann. Somit kann man auf eine kostenpflichtige Cloud-Anbindung, wie von anderen Herstellern bekannt, verzichten.

Eufy Eufycam C35 im Test: Mehrere Akkukameras mit Hub ohne Abo

Die Überwachungskamera C35 von Eufy gibt es einzeln, sie entfaltet ihr ganzes Potenzial aber erst im Set mit mehreren Geräten und Hub. Lohnt das günstige Modell?

VORTEILE

  • sehr kompakte Kameras, flexible Montage innen und außen
  • lokale Speicherung ohne Abo
  • Nachtsicht in Farbe oder Infrarot
  • Betrieb mit Hub oder direkt am Router
  • lokale KI-Erkennung für Personen, Fahrzeuge und Tiere + Gesichtserkennung mit Hub

NACHTEILE

  • nur Full HD mit 15 Bildern pro Sekunde
  • microSD-Karte nicht enthalten, freiwilliges Cloud-Backup kostet extra
  • nur potenziell störanfälliges 2,4-GHz-WLAN

Die Überwachungskamera C35 von Eufy gibt es einzeln, sie entfaltet ihr ganzes Potenzial aber erst im Set mit mehreren Geräten und Hub. Lohnt das günstige Modell?

Die kabellose, per Akku betriebene Eufycam C35 gibt es einzeln oder im Paket mit bis zu vier Kameras und Homebase Mini. Bis zu zehn Kameras lassen sich damit koppeln. Aber auch mit dem von uns getesteten 4-Cam-Kit lassen sich schnell und einfach draußen unterschiedliche Blickwinkel oder drinnen mehrere Räume abdecken. Im Mittelpunkt stehen der einfache Betrieb samt kabelloser Montage, lokale Speicherung ohne Abo und Farbnachtsicht als wählbare Alternative zum klassischen Infrarotbild. Dank Akku und geringer Baugröße findet sich fast überall ein Aufstellungsort. Im Test haben wir überprüft, ob das im Verbund mit einer begrenzten FHD-Auflösung und vergleichsweise niedriger Framerate im Alltag trotzdem überzeugen kann.

Design und Montage

Die C35-Kameras von Eufy sind auffallend kompakt. Mit Abmessungen von rund 6 × 9 × 5,5 cm lassen sie sich fast überall installieren oder aufstellen. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff und ist nach IP67 gegen Staub und starkes Spritzwasser geschützt. Entsprechend ist eine Installation drinnen oder außerhalb der warmen vier Wände möglich.

Die wenigen Bedienelemente an den Kameras sind zweckmäßig an der Unterseite positioniert und werden durch Gummikappen geschützt. Vorn liegen Linse, Mikrofon, eine Status-LED und ein kleiner LED-Scheinwerfer. Dazu kommen PIR-Sensor zur Bewegungserkennung, Lautsprecher für Zwei-Wege-Kommunikation, USB-C-Anschluss zum Laden der eingebauten Akkus, Synchronisierungsknopf für die erste Verbindungsaufnahme und ein Steckplatz für eine microSD-Karte.

Die Montage ist flexibel möglich. Im Lieferumfang ist für jede Kamera eine magnetische Halterung mit Kugelkopf zur flexiblen Ausrichtung enthalten, die alternativ angeschraubt werden kann. Dübel und Schrauben liegen bei. Damit lässt sich eine Kamera an Metall, an der Wand oder an einem hölzernen Dachüberstand problemlos befestigen, alternativ steht sie auf ebenem Untergrund ausreichend stabil. Die Anleitung empfiehlt eine aufrechte Montage, damit Wasser nicht in das Gehäuse läuft.

Eufy nennt als Orientierung eine Montagehöhe von unter 2 Metern und eine typische Erfassungsdistanz von etwa 7 Metern. Das passt für Eingänge und Terrassen, ist aber zu kurz für lange Einfahrten. Gegen Diebstahl sind die Kameras trotz Anbohren und erst recht nicht bei freier Aufstellung gesichert, da sie sich mit einem Handgriff von der Halterung lösen oder zusammen mit dieser entfernen lassen. Aufgrund der empfohlenen Installationshöhe stellt das ein Sicherheitsrisiko für die Außenüberwachung dar, da Diebe – zumindest bei Cams ohne Hub – den Beweis für ihre Tat problemlos entfernen können.

Ausstattung

Die akkubetriebenen C35-Kameras verbinden sich entweder direkt mit dem heimischen WLAN oder per WLAN mit der Homebase Mini. Die Verbindung funktioniert ausschließlich im 2,4-GHz-Band. Der Blickwinkel der Kameras liegt bei knapp 104 Grad und schafft so ein vergleichsweise moderat weitwinkliges Bild. Es bietet im Gegenzug im Vergleich zu deutlich weitwinkligeren Modellen wenig Verzerrung. Die Videoauflösung liegt bei 1.920 mal 1.080 Pixeln (Full HD) mit 15 Bildern pro Sekunde, das ist heute eher im Einstiegsbereich angesiedelt. Viele Konkurrenzmodelle arbeiten mit 2K oder sogar 4K und oft mit 20, 30 oder mehr Bildern pro Sekunde. Höhere Auflösung und höhere Frame-Anzahl helfen, bei Bewegung der Motive klare und deutliche Standbilder aus einem Video zu extrahieren, etwa, wenn es um die Identifizierung eines Einbrechers geht.

Auch der mit 1/2,9 Zoll vergleichsweise kleine Bildsensor deutet auf eine Platzierung im Einstiegssegment hin und zeigt, dass sich Eufy hier eher an preisbewusste Interessenten richtet. Dennoch gibt es als Highlight farbige Nachtsicht. Zusätzlich bieten die C35-Kameras neben dieser Pure Color genannten Funktion für Aufnahmen bei Dunkelheit zwei weitere Modi: Spotlights und Infrarot. Die IR-Reichweite beträgt rund 6 Meter.

Im Einzelkamera-Betrieb benötigt jede C35 eine microSD-Karte bis 256 GB als Aufnahmespeicher direkt im Gerät. Einen internen Speicher bietet die C35 nicht. Mit Homebase Mini reicht eine einzige microSD-Karte im Hub für alle verbundenen Kameras. Sie darf dort bis 1 TB groß sein, im Lieferumfang sucht man eine solche Erweiterungsmöglichkeit aber vergeblich. Es geht mit Homebase Mini, aber auch ohne, denn im Hub stehen knapp 8 GB interner Speicher für Aufnahmen zur Verfügung. Per Mikrofon nimmt die C35 Geräusche auf, über die App können Nutzer per kleinem Lautsprecher mit Personen vor der Kamera kommunizieren. Qualität und Lautstärke sind dabei aber gewohnt einfach.

Eufy-App

Bedienung und App

Die Einrichtung erfolgt über die Eufy-App. Hier werden die Geräte mit wenigen Klicks per QR-Code zum eigenen Zuhause hinzugefügt. Einzelne Kameras dürfen so auch ohne Hub direkt mit dem Router verbunden werden, mehr Funktionen und einfachere Handhabung verspricht aber die Verbindung direkt mit der Homebase Mini. Dann stehen zusätzliche Features wie lernende Gesichtserkennung, zentrale Speicherverwaltung und kameraübergreifendes Tracking von Personen oder Autos bereit. Ohne Hub gibt es nur eine Personen- statt Gesichtserkennung. Die KI-Funktionen laufen lokal auf den Geräten, nicht in der Cloud.

In der App lassen sich Sicherheitsmodi bestimmen. Dort kann pro Modus festgelegt werden, ob und wie lange aufgezeichnet wird, ob und welche Benachrichtigungen kommen und ob Alarme aktiv sind. Auch Zeitpläne sind vorgesehen. Das ist heute zwar weitgehend Standard, erleichtert das Zusammenleben mit den C35 aber in der Praxis deutlich. Die Eufy-Kameras bieten zudem einfache Sprachsteuerung per Amazon Alexa und Google Assistant. Apple Homekit wird hingegen nicht unterstützt. Weit mehr als der Aufruf des Live-Feeds der Kamera auf einem geeigneten Gerät ist aber per Sprache nicht möglich.

Für die Nacht bewirbt Eufy die C35 als Highlight mit Pure Color Vision, also farbiger Nachtsicht.  Allerdings muss trotzdem ein bestimmtes Mindestmaß an Umgebungshelligkeit vorhanden sein, da sonst Bildrauschen zunehmend sichtbar wird und Details verschluckt, sobald es zu dunkel ist.

Bildqualität

Bei Tageslicht liefern die C35-Kameras wegen der Full-HD-Auflösung zwar insgesamt brauchbare Aufnahmen, die aber nur begrenzte Details und Schärfe bieten. Gesichter sind auf kurzer Distanz zwar meist noch ausreichend erkennbar, feine Strukturen gehen aber mit zunehmender Distanz deutlich schneller verloren als bei 2K- oder gar 4K-Modellen. Für weitere Einschränkung sorgt Bewegung: Bei Full HD mit nur 15 Bildern pro Sekunde müssen Tier und Mensch, die sich schnell bewegen, schon nah an der Kamera vorbeikommen und die Beleuchtung ausreichend sein, um noch verwertbare Bilder zu liefern. Auch dann fehlt es aber einfach an Klarheit der Aufnahmen – auch wenn sich die niedrige FPS-Zahl deutlich weniger als befürchtet bemerkbar macht. Die Bilddynamik der Aufnahmen ist mittelmäßig, aber ausreichend. Der moderate Weitwinkel sorgt dafür, dass Motive nicht ganz so klein abgebildet werden.

Für die Nacht bewirbt Eufy die C35 als Highlight mit Pure Color Vision, also farbiger Nachtsicht. Im Alltag ist die durchaus hilfreich, weil Bewegungen besser einzuordnen und Bilder natürlicher als bei den typischen grauen IR-Nachtaufnahmen sind. Allerdings muss trotzdem ein bestimmtes Mindestmaß an Umgebungshelligkeit vorhanden sein, da sonst Bildrauschen zunehmend sichtbar wird und Details verschluckt, sobald es zu dunkel ist. Das machen Kameras mit größeren Bildsensoren besser und ist ein weiterer Fingerzeig auf den vergleichsweise niedrigen Preis der C35.

Auf Wunsch schaltet die Kamera selbstständig zu den typischen monochromen Nachtaufnahmen per Infrarot um. Das resultiert beim Umschalten kurz in einem komplett weißen Bildschirm, der erst nach etwas mehr als einer Sekunde einem scharfen und kontrastreichen Bild weicht. Da das unter Umständen zu lange dauern kann oder Aufnahmen gerade im Übergangsbereich von „noch hell genug“ zu „zu dunkel für Farbnachtsicht“ zu spät starten, ist es in absehbar (zu) dunkler Umgebung sinnvoll, ausschließlich auf IR-Nachtsicht zu setzen. Das lässt sich in der App problemlos entsprechend konfigurieren. Alternativ kann das begrenzte Licht der weißen Doppel-LED vorn helfen, erhöht aber auch die Chance auf Reflexionen.

Sonderfunktionen

Der wichtigste Pluspunkt der C35 ist der lokale Speicher ohne kostenpflichtiges Abo. Die Speicherung landet immer auf microSD-Speicherkarten – entweder in der C35 selbst oder im Hub, der alternativ auch internen Speicher bietet. Ohne Karte oder Hub gibt es keine Langzeitaufzeichnung. Erreicht der Speicher seine Kapazitätsgrenze, werden ältere Aufnahmen überschrieben.

Spannend ist außerdem die KI-Erkennung, die lokal auf den Geräten abläuft. Laut Hersteller werden Personen, Fahrzeuge, Tiere, Gesichter und Aktivitätszonen erkannt. Gesichtserkennung funktioniert dabei nur bei Verwendung der Homebase. Das alles funktioniert im Alltag gut, echte Fehlalarme kommen selten vor. Je nach Ausrichtung zur Kamera oder der Bewegungsgeschwindigkeit werden Personen aber regelmäßig nicht per Gesicht, sondern nur als unbekannte Person erkannt. Dann erfolgen Push-Informationen aufs Handy, obwohl die aufgenommene Person eigentlich bekannt sein und keine Push-Nachricht ausgelöst werden sollten.

Wer will, kann zusätzlich zur Speicherung von Videos auf Speicherkarte auch ein kostenpflichtiges Cloud-Backup wählen. Eufy nennt für einen Basistarif mit 30 Tagen Speicherung 3,99 Euro pro Monat und Kamera. Für einen Tarif für mehrere Kameras werden 14,99 Euro pro Monat genannt. Das ist optional, kann aber für Nutzer wichtig sein, die Aufnahmen auch bei Defekt oder Diebstahl von Kamera und/oder Hub samt Speicherkarte extern sichern möchten. Schade dabei: Dieses kostenpflichtige Abo ist auch dann nötig, wenn man das Web-Portal auf mysecurity.eufylife.com nutzen will. Ansonsten kann man dort nur übersichtlich die Live-View seiner Kameras am großen PC-Bildschirm im Browser nutzen. Bei uns funktionierte das im Firefox-Browser übrigens nicht, der Live-Feed wollte einfach nicht starten.

Auch Hardware-Extras bietet der Hersteller an. So gibt es einzelne Solarpaneele als Zubehör, und Eufy bietet auch Sets an, die Solarpanels bereits enthalten. Das reduziert bei sinnvoller Platzierung der Panels zumindest im Sommer die Ladeintervalle deutlich, hilft aber in der dunklen Jahreszeit nur begrenzt.

Akku

In den C35-Kameras steckt ein Akku mit 6.500 mAh. Dessen Laufzeit hängt stark von Einstellungen wie Auslöseempfindlichkeit, Clip-Dauer und Bewegungsaufkommen sowie der Außentemperatur ab. Es gibt drei Energiemodi: Einen Modus für optimale Akkulaufzeit, einen für mehr Überwachung und einen frei konfigurierbaren Modus. Jeder Modus begrenzt die maximale Länge der Eventclips, wobei längere Clips die Akkulaufzeit senken.

Im sparsamsten Modus sank der Akkustand im Test bei wenig Auslösung über rund drei Wochen nur um wenige Prozentpunkte. Hochgerechnet bedeutet das eine Laufzeit von theoretisch mehrere Monate mit einer Akkuladung. Wer allerdings eine Einfahrt oder Räume mit viel Bewegung überwacht, sollte deutlich kürzere Laufzeiten erwarten. Wir haben etwa eine ebenfalls im Test befindliche automatische Katzentoilette mit einer der Kameras überwacht – bei täglich rund 20 bis 30 Auslösungen reichte eine Akkuladung für rund 8 Wochen. Die Anleitung empfiehlt, die Kameras vor dem ersten Einsatz vollständig zu laden. Eine leere C35 benötigt etwa 4 Stunden zum Laden bei 5 Volt und 2 Ampere.

Preis

Eufy nennt für das C35-4-Kamera-Kit im eigenen Shop einen Preis von 379 Euro als UVP. Bei Amazon kostet das Set zum Testzeitpunkt nur 249 Euro. Das 2-Cam-Kit liegt bei 169 Euro. Für die Einzelkamera, die es in Schwarz, Weiß und Grün gibt, listet Geizhals.de einen Preis ab 80 Euro (Stand: 02/2026).

Fazit

Die Eufycam C35 punktet mit einfacher Montage und Inbetriebnahme und ist aufgrund der geringen Baugröße und Akku vielseitig einsetzbar. Zusammen mit der Homebase Mini und mehreren Cams lassen sich einfach und übersichtlich mehrere Räume innen oder multiple Ansichten außen im Blick halten. Ein weiterer Pluspunkt als Kit ist der zentrale lokale Speicher ohne kostenpflichtiges Abo und die erweiterte KI-Erkennung, die lokal auf dem Hub stattfindet.

Schade, dass die Bildtechnik nicht mit dem Komfort mithalten kann. Die ist zwar nicht schlecht, Full HD mit 15 Bildern pro Sekunde liefert aber insgesamt eher wenig Details. Das betrifft besonders weiter entfernte Motive. Die Farbnachtsicht hingegen ist hilfreich, auch wenn sie bei zu wenig Licht schnell Rauschen zeigt und das Umschalten auf IR bisweilen zu langsam ist. Insgesamt ist die C35 technisch und preislich allein oder als Set mit Homebase eher eine Einstiegslösung – aber eine gute.

ZUSÄTZLICH GETESTET

Reolink Go PT Plus

Eufy S230 4G LTE

Reolink Go PT Ultra

Reolink Argus 3 Pro

Reolink Argus PT Ultra

Reolink Argus PT

Imou Cell 3C

Eufy Solocam S220

Ezviz Elife 2K+

Arlo Ultra 2

Eufy Solocam S230

Ezviz CB8 2K

Reolink Trackmix Akku



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Künstliche Intelligenz

Fahrermangel stoppen: Moia fordert Milliarden für autonome Shuttle-Flotten


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der ÖPNV in Deutschland steuert auf personelle Probleme zu. Bis 2030 könnten Schätzungen zufolge bis zu 120.000 Busfahrer fehlen. Dieser demografische Wandel ist laut Branchenexperten der eigentliche Motor hinter der technologischen Transformation hin zu Robo-Bussen, die über bloße Effizienzversprechen hinausgeht. Sascha Meyer, CEO der Volkswagen-Tochter Moia, sieht in autonomen Shuttles so nicht nur eine technische Spielerei. Sie sind für ihn die einzige Möglichkeit, das Mobilitätsniveau in deutschen Städten angesichts schwindenden Personals stabil zu halten.

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Einen Fahrplan für den Markthochlauf hat Meyer in einem am Samstag publizierten Podcast von Table.Today skizziert. Dieser setzt allerdings eine umfangreiche finanzielle Beteiligung des Staates voraus. Der Firmenstratege schlägt die Etablierung von drei Modellregionen vor, in denen jeweils rund 2000 autonome Fahrzeuge zum Einsatz kommen sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, veranschlagt er eine staatliche Unterstützung von etwa 500 Millionen Euro pro Region.

Es geht also um viel Geld: Die gesamten Entwicklungskosten für die Technologie bewegen sich laut Meyer im Milliardenbereich. Das Bundesverkehrsministerium (BMV) hat zwar bereits Interesse signalisiert. Es dämpft aber die Erwartungen auf hohe Geldspritzen und verweist auf derzeit fehlende Mittel für ein Vorhaben dieser Größenordnung.

Der Ruf nach dem Staat unterstreicht den Investitionsdruck in einer Branche, die unter hohen Betriebskosten leidet. In Hamburg etwa will die IG Metall derzeit 20 Prozent mehr Lohn für das Fahrpersonal der noch manuell betriebenen Shuttles. Dieser Kostendruck zwang Moia bereits, die eigenen Offerten einzuschränken.

Um profitabel zu werden, baut der Anbieter sein Geschäftsmodell laut dem Firmenchef grundlegend um. Das Unternehmen will sich vom reinen Fahrdienstleister zum Technologieanbieter wandeln. Künftig soll ein Komplettpaket aus Fahrzeug, Software und Betriebsprozessen an Flottenbetreiber wie die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) verkauft werden.

Diese Plattform-Strategie ist nicht auf den VW-Konzern beschränkt: Moia strebt an, seine Technologie externen Partnern zu verkaufen. In den USA läuft bereits eine Testpartnerschaft mit dem Branchenriesen Uber. Parallel dazu prüft die Konzernmutter Volkswagen den Teilverkauf von Moia an einen strategischen Investor, um die finanzielle Last der Entwicklung zu verteilen.

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Ein Baustein dieser Entwicklung ist das Projekt „Alike“ an Alster und Elbe. Ein Konsortium aus Hamburger Hochbahn, Moia, VW Nutzfahrzeuge und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) probt hier den Ernstfall. Das BMV unterstützt dieses Vorhaben mit 26 Millionen Euro. Ziel ist es, bis zu 20 autonome Shuttles per App buchbar zu machen und sie nahtlos in den klassischen Nahverkehr zu integrieren.

Langfristig ist die Dimension deutlich größer: Bis 2030 könnten allein in der Hansestadt bis zu 10.000 autonome Fahrzeuge unterwegs sein. Für 2027 streben die Partner die erste reguläre Betriebsgenehmigung für ein autonomes Fahrzeug an, während die Serienproduktion in Hannover bereits angelaufen ist.

Dass Moia unter Zeitdruck steht, liegt auch am internationalen Wettbewerb. Zwar plant der US-Gigant Waymo derzeit keinen Einstieg in den europäischen Markt. Doch Meyer sieht darin nur ein kleines Zeitfenster, das es zu nutzen gilt. Das Unternehmen befinde sich in einer herausragenden Position, eine europäische Lösung für den Weltmarkt zu entwickeln.

Ein Hindernis bleibt die kleinteilige Regulierung in Europa. Aktuell benötigt jeder neue Betriebsbereich eine eigene Genehmigung. Meyer moniert, dass eine in Hamburg erlangte Betriebserlaubnis nicht einfach auf München oder Berlin übertragbar sei. Er vergleicht die Situation mit einem Führerschein, der unverständlicherweise nur in einer einzigen Stadt gelten würde.

Unterstützung für die Standardisierung kommt von den Verkehrsbetrieben selbst. Die BVG, die Hamburger Hochbahn und die Münchner MVG haben dazu im Herbst eine strategische Allianz geschlossen. Bis 2035 wollen diese drei Metropolen bis zu 2000 Robo-Shuttles integrieren. Teil der Kooperation ist die Mobilitätsplattform „MAX“: Eine übergreifende App soll den Zugang zu Bussen, Bahnen und autonomen Angeboten bündeln und die bisherigen Einzellösungen ersetzen. Damit könnte ein einheitliches Vertriebssystem entstehen. Doch ob die autonomen Busse rechtzeitig die Personallücke füllen können, dürfte maßgeblich von der Freigabe von Steuergeldern abhängen.


(nen)



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Künstliche Intelligenz

Top 10: Mähroboter ohne Begrenzungskabel im Test – der beste navigiert mit LiDAR


Mähroboter ohne Begrenzungskabel versprechen eine leichte Inbetriebnahme. Mit LiDAR-Navigation gelingt das sogar noch einfacher. Wir zeigen die besten Geräte.

Mähroboter ohne Begrenzungskabel versprechen maximale Freiheit bei der Installation. Doch in der Praxis zeigt sich schnell: Nicht jede Navigationstechnik funktioniert in jedem Garten gleich gut.

Besonders in dicht bebauten Wohngebieten geraten RTK-Mähroboter an ihre Grenzen. Hohe Gebäude, Mauern oder dichter Baumbestand stören den Satellitenempfang und erschweren die Orientierung erheblich. Im Test führte genau das dazu, dass ein Modell seine Arbeit erst gar nicht startete, weil nicht genügend Satellitendaten empfangen wurden.

Neuere Modelle auf Basis von LiDAR (Light Detection and Ranging) kennen dieses Problem nicht. Sie navigieren auch in schwierigen Bereichen sauber entlang von Kanten und Hindernissen.

Statt auf Satelliten zu setzen, erfasst der Roboter seine Umgebung mit Laserstrahlen und erstellt daraus eine detaillierte Karte. Mithilfe von SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) bestimmt er kontinuierlich seine Position. Gerade das, was für RTK zum Problem wird, ist für LiDAR ein Vorteil: Wände, Zäune oder Bäume dienen als stabile Referenzpunkte. Dadurch navigieren LiDAR-Mähroboter auch in verwinkelten, schattigen oder dicht bebauten Gärten zuverlässig – unabhängig von Himmelssicht, Tageszeit oder Wetter.

Ganz ohne Einschränkungen kommt allerdings auch LiDAR nicht aus. Die Reichweite der Sensoren liegt typischerweise bei rund 30 Metern. Auf sehr großen, offenen Flächen mit wenigen markanten Strukturen kann die Positionsbestimmung ungenauer werden. Hier spielt RTK weiterhin seine Stärken aus.

Die Entwicklung geht deshalb zunehmend in Richtung hybrider Systeme. Ein Beispiel ist der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR, der Lasersensorik mit Kamerasystemen kombiniert und zusätzlich RTK-Korrekturen nutzt, sobald Satellitensignale verfügbar sind. Diese bezieht er ganz ohne eigene RTK-Antenne über den kostenlosen Clouddienst Net-RTK. Solche Tri-Fusion-Ansätze verbinden die Vorteile beider Welten.

Während LiDAR-Navigation 2025 nur bei einzelnen Herstellern wie Dreame, Ecovacs oder Mammotion zu finden war, hat sich das Bild 2026 deutlich gewandelt: Nahezu alle großen Anbieter führen inzwischen entsprechende Modelle im Programm. LiDAR entwickelt sich damit zum neuen Standard für komplexe Gartensituationen.

 Dreame A3 AWD Pro 3500: Allrad-Mäher mit hoher Schnittleistung und Top-Kantenschnitt

Welcher ist der beste Mähroboter ohne Begrenzungskabel?

Wir zeigen in Form dieser Bestenliste, welche Mähroboter ohne Begrenzungsdraht wir für die besten aus unseren Tests halten, und erklären beim jeweiligen Gerät, wie wir zu dieser Einschätzung kommen. Bislang haben wir weit über 30 Modelle getestet.

Nur weil Roboter A bei uns auf dem ersten und Roboter B auf dem letzten Platz steht, bedeutet das noch lange nicht, dass diese Reihenfolge auf jeden Anwendungsfall zutrifft.

Wer einen Mähroboter mit hoher Mähleistung wünscht, der auch im steilen Gelände funktioniert, greift zu unserem neuen Testsieger, dem Dreame A3 AWD Pro 3500. Mit einer Schnittbreite von 40 cm und Allrad-Antrieb ist er gerade in komplexen Gärten mit Rasenzonen, die von bis zu 5 cm hohen Randsteinen umgeben sind, die richtige Wahl. Diese überwindet er problemlos und meistert dank LiDAR-Navigation auch unsere nur 70 cm breite Engstelle souverän. Auch der Kantenschnitt ist mit unter 3 cm Abstand der Messer zum Gehäuserand ziemlich gut. Qualität hat allerdings seinen Preis. Und so muss man für den Dreame A3 AWD Pro 3500 aktuell 2400 Euro hinblättern.

Ecovacs Goat A3000 Lidar Pro: Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getesteter Mähroboter.

Noch bessere Ergebnisse beim Kantenschnitt bringt unser Technologiesieger, der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro, mit integrierter Trimmer-Einheit. Auch wenn diese noch nicht optimal arbeitet, hat man mit diesem Modell die wenigste Nacharbeit an Kanten. Mit einer Schnittbreite von 33 cm mäht er allerdings nicht ganz so schnell wie der Dreame A3. Da der für 2300 Euro erhältliche Goat A3000 LiDAR Pro auf einen Hinterradantrieb setzt, ist er allerdings weniger geländegängig. Das zeigt sich auch bei höheren Randsteinen, die er nicht überwindet. Und auch bei Engstellen muss man Kompromisse machen. Diese sollen laut Hersteller mindestens 90 cm breit sein. Im Test bestätigt sich das, denn der Mäher scheitert an unserem nur 70 cm engen Übergang zu einer anderen Rasenzone.

Roboup Raccoon 2 SE: Günstiger Mähroboter ohne Begrenzungskabel für Gärten mit festen Grenzen

Wer einen Mähroboter für einen einfach strukturierten Garten mit klaren Abgrenzungen sucht, kann zu unserem Preis-Leistungs-Sieger, dem Roboup Racoon 2SE greifen. Er navigiert auf Basis von Kameras, nutzt also weder RTK noch LiDAR. Dafür ist er mit 500 Euro ein echtes Schnäppchen.

In unserer Bestenliste ordnen wir möglichst umfassend ein. Wir bevorzugen in der Regel Mähroboter mit großem Funktionsumfang und zuverlässiger Leistung. Günstige Geräte ohne besondere Stärken folgen entsprechend weiter hinten. Grundsätzlich gilt: Preis und Verfügbarkeit unterliegen Schwankungen – jede Aktualisierung der Bestenliste ist daher eine Momentaufnahme.

KURZÜBERSICHT

Für große, steile oder verwinkelte Gärten mit dem Anspruch an minimale Nacharbeit an den Kanten ist der Dreame A3 AWD Pro 3500 eine der besten verfügbaren Mährobotern. Der Dreame A3 AWD Pro 3500 hat eine UVP von knapp 2600 Euro und ist aktuell für ungefähr 2400 Euro erhältlich.

VORTEILE

  • Top-Kantenschnitt, hohe Mähleistung
  • Passiert Engstellen problemlos und überwindet Randsteine
  • Dank Allrad auch für steiles Gelände geeignet

NACHTEILE

  • Smart-Home-Integration bleibt Stückwerk
  • Gewicht als Achillesferse bei Nässe
  • Garden Guardian enttäuscht

Das Highlight des Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist der integrierte Trimmer. Auch wenn dieser noch nicht perfekt funktioniert, liefert der Ecovacs-Mähroboter den bislang besten Kantenschnitt. Hier ist die Nacharbeit auf ein Minimum reduziert. Unser Technologiesieger kostet regulär 2300 Euro. Für kleinere Gärten ist das Schwestermodell Goat A1600 für 1500 Euro eine günstigere Alternative.

VORTEILE

  • Integrierter Fadentrimmer spart Nacharbeit an Kanten
  • Gutes Mähtempo mit 155 m²/h
  • Solide Akkulaufzeit und schnelles Laden
  • Livestream der Kamera in App

NACHTEILE

  • Trimmer arbeitet unpräzise an Sperrflächen
  • Eingeschränkte Geländetauglichkeit
  • Mobilfunkmodul (LTE) nur optional

Mit dem Raccoon 2 SE mischt Robup den Markt für Mähroboter ohne Begrenzungskabel auf. Inzwischen ist der Mähroboter, der bei Kickstarter das Licht der Welt erblickte, für knapp 500 Euro im Markt erhältlich. Für einfach strukturierte Gärten mit einer klar abgegrenzten Rasenfläche und einer maximalen Größe von bis zu 500 m² ist er unser Preis-Leistungs-Sieger.

VORTEILE

  • schnell einsatzbereit, funktioniert auch ohne App
  • Auto-Kartierung, manuell optional
  • Akku schnell geladen

NACHTEILE

  • an Kanten bleibt Rasen ungemäht, bauartbedingt mind. 10 cm
  • nicht für sehr schmale Durchfahrten geeignet
  • nur für einfache, klar abgegrenzte Rasenflächen empfehlenswert

Ratgeber

Wie funktioniert ein Rasenroboter ohne Begrenzungskabel?

Die Vorteile von Rasenmährobotern, für die kein Begrenzungskabel verlegt werden muss, haben wir bereits ausführlich im Ratgeber zu Rasenrobotern ohne Begrenzungskabel ausgeführt. Aktuelle Mähroboter verzichten daher auf den nervigen Draht und versprechen damit nicht nur weniger Arbeit, sondern insgesamt auch deutlich mehr Komfort. Die App und eine genaue Ortung des Mähers machen das möglich. Damit sieht der Nutzer zu jedem Zeitpunkt, wo sein Roboschaf gerade grast.

Der Begrenzungsdraht wurde bislang bei automatischen Rasenmähern gebraucht, damit sie wussten, welchen Bereich sie nicht verlassen oder welchen sie nicht befahren durften. Das setzte zuvor präzises Verlegen eines Drahtes rings um den zu mähenden Bereich voraus, das je nach Verlegeart auf oder unter dem Rasen und abhängig von der Größe mehrere Stunden dauern kann. Was generell noch wichtig bei Rasenrobotern ist, erklären wir in unserem Ratgeber Husqvarna, Gardena, Stihl: Der beste Mähroboter für jede Rasengröße.

Die Mehrzahl der Mähroboter, die ohne Begrenzungskabel auskommen, navigiert per RTK-Technik (Real Time Kinematics – präzise Positionsbestimmung durch Satellitennavigation), die je nach Mäher und Garten zu mehr oder weniger Komplikationen führen. Problematisch sind hier Flächen, die von hohen Gebäuden umgeben sind oder unter großen Bäumen liegen. Dann werden die für die Navigation nötigen Satelliten nicht empfangen und der Mäher verweigert die Arbeit.

Seit einiger Zeit kommen daher entweder weitere Sensoren wie Ultraschall, LiDAR (Light Detection and Ranging) und Kameras hinzu, um die Navigation zu verbessern – oder diese Technik ersetzt die Satellitennavigation.

Mähroboter, die mit Satellitendaten navigieren, benötigen eine Antenne. In eng bebauten Gebieten, unter Bäumen und bei bewölktem Himmel, ist der Empfang oft nicht optimal. Unter solchen Bedingungen sind Lidar-basierte Modelle die bessere Wahl.

RTK-Technik: Mithilfe von Satellitendaten navigieren

Die neuesten Mähroboter benötigen dieses Begrenzungskabel nicht mehr. Stattdessen setzen sie in erster Linie auf das globale Ortungssystem GPS sowie bisweilen auf zusätzliche Signalfackeln, Ultraschall, ToF-Sensoren (Time of Flight) und Kameras, gepaart mit AI-Technologie (Artificial Intelligence/Künstliche Intelligenz). Damit ist es den Geräten möglich, bis auf wenige Zentimeter genau zu navigieren und zu mähen, ohne ungewollt das Blumenbeet umzupflügen. Einen Regensensor haben heute fast alle Mähroboter.

Dreame A2: So sehen die 3D-Karten auf Basis von Lidar aus.

LiDAR – Light Detection and Ranging: Ohne Satellitendaten navigieren

Zunehmend verwenden Hersteller die LiDAR-Technik. LiDAR steht für „Light Detection and Ranging“ und ist eine Technologie, die mit Laserstrahlen Entfernungen misst und präzise 3D-Karten der Umgebung erstellt. Ähnlich wie Radar, aber mit Licht statt Radiowellen, erkennt LiDAR Objekte und misst Abstände sehr genau. Hier liegt der entscheidende Vorteil gegenüber RTK-Mährobotern: Während diese in engen Häuserschluchten und unter Bäumen Probleme mit dem Satellitenempfang haben, funktioniert LiDAR lokal und bietet in schwierigen Situationen eine bessere Navigation als RTK-Modelle.

In unserem Testgarten konnten bislang lediglich die LiDAR-gestützten Geräte ein enges Verbindungsstück zwischen zwei Rasenzonen, das zudem noch von zwei Häuserwänden begrenzt ist, problemlos passieren. LiDAR hat aber auch Nachteile: Die Technik benötigt Referenzpunkte wie Hauswände, Gartenschuppen et cetera. Ohne diese, etwa auf einem Golfplatz oder einer anderen großen Rasenfläche, kommt die LiDAR-Navigation an ihre Grenzen.

RTK vs. LiDAR verständlich erklärt

RTK (Real-Time Kinematic) basiert auf Satellitensignalen, die durch Korrekturdaten präzisiert werden. Im sogenannten Fix-Zustand erreicht das System eine Genauigkeit im Zentimeterbereich – ideal für große, offene Flächen mit freier Sicht zum Himmel. Wird der Empfang gestört, etwa durch Gebäude oder Bäume, wechselt das System in den Float-Zustand. Dann sinkt die Genauigkeit deutlich, was sich direkt auf die Spurführung und Zuverlässigkeit auswirkt.

LiDAR (Light Detection and Ranging) arbeitet unabhängig von Satelliten. Ein Lasersensor erfasst kontinuierlich die Umgebung und nutzt feste Strukturen wie Wände, Zäune oder Bäume zur Orientierung.

Dabei kommen zwei Bauarten zum Einsatz: 360°-LiDAR, bei dem ein rotierender Sensor die Umgebung rundum scannt, und Festkörper-LiDAR (Solid-State), das ohne bewegliche Teile auskommt und mehrere feste Blickrichtungen kombiniert.

Während RTK seine Stärken auf freien Flächen ausspielt, eignet sich LiDAR besonders für strukturierte, komplexe Gärten. Viele aktuelle Geräte kombinieren beide Ansätze, um die jeweiligen Vorteile zu verbinden.

Bei vielen Lidar-basierten Mährobotern befindet sich der entsprechende Sensor unter einer Glaskuppel.

Warum benötigt ein Mähroboter Kameras?

Die Kameras in vielen der neuen Rasenroboter erlauben es dem Mäher wortwörtlich, sich ein Bild von seiner Umgebung zu machen. Damit orientiert sich das Gerät und erkennt anhand von KI Hindernisse wie Gartenmöbel, Menschen oder Tiere im Fahrweg. Zusätzlich lassen sich die Kameras bei einigen Modellen auch als bewegliches Sicherheitssystem verwenden. Die Mäher können auf dem Grundstück patrouillierend oder in der Ladestation stehend, erkannte Personen filmen und so potenzielle Diebe abschrecken. Normalerweise sind das Features, die zusätzlich zu einem PIN-Code für Diebstahlschutz sorgen. Auch ein GSM-Modul, also Mobilfunk, gehört bei einigen Herstellern zum Lieferumfang oder ist optional nachrüstbar.

Dreame A2: Kameraansicht

Wofür benötigt ein Rasenmähroboter künstliche Intelligenz?

Die Erkennung von Gegenständen, Personen und der Umgebung geschieht zwar über die erwähnten Kameras, allerdings muss der Roboter das Gesehene auch verstehen. KI sorgt dafür, dass der Mäher die Bilder verarbeitet und etwa seine Fahrtroute bei einem Hindernis umplanen kann, ohne es zuvor anzurempeln oder gar zu überfahren. Das erhöht nicht nur die Autonomie des Roboters, sondern auch den Schutz für Mensch und Tier und ist richtig smart.

Sollte man die Hinderniserkennung immer aktivieren?

In Gärten mit spielenden Kindern oder Haustieren sollte man die Hinderniserkennung der Mähroboter aktivieren. Es gibt aber auch Situationen, bei denen man sie besser ausschaltet. Wenn etwa Äste von Pflanzen auf die Rasenfläche ragen, verhindert die Hinderniserkennung möglicherweise, dass Mähroboter unter diesen den Rasen mähen, weil sie die Äste als Hindernis erkennen und sie umfahren.

Hier sind Mähroboter von Vorteil, die eine Zonenverwaltung unterstützen, bei der man die Hinderniserkennung für eine bestimmte Zone ausschalten oder herabsetzen kann. Damit interpretieren Mähroboter die auf den Rasen ragenden Äste nicht als Hindernis, fahren unter diesen durch und mähen den Rasen. Diese Vorgehensweise unterstützen unter anderem die Geräte von Anthbot, Dreame und Mammotion. Modelle von Ecovacs und Sunseeker können die Hinderniserkennung nur global und nicht pro Zone steuern. Noch besser wäre es hingegen, wenn man in einer Karte bestimmte Bereiche markieren könnte, für die man die Hinderniserkennung deaktivieren möchte. Das gibt es unseres Wissens nach bislang noch bei keinem Hersteller.

Mammotion Luba Mini AWD Lidar im Einsatz: Unter Bäumen und Sträuchern mäht der Mähroboter erst, wenn die Hinderniserkennung ausgeschaltet ist.

Kein Begrenzungskabel, keine Arbeit bei der Installation?

Tatsächlich werden Arbeit und Zeitaufwand für die Ersteinrichtung reduziert, nicht aber komplett negiert. Grundsätzliche Schritte wie der Aufbau und das Aufstellen der Ladestation bleiben gleich, der schweißtreibende und zeitaufwendige Akt des Drahtverlegens entfällt aber. An seine Stelle treten die Einrichtung und die Verbindung mit der App-Funktion des Roboters, die Nutzern eines Saugroboters (Bestenliste) bekannt vorkommen und vor wenig Probleme stellen dürften. Außerdem müssen, außer bei den LiDAR-basierten Modellen, GPS-Antenne und/oder Signal-Beacons aufgestellt werden – teils in direkter Nähe zur Ladestation, teils im Garten verteilt oder nur grob in der Nähe der Mähfläche.

Anschließend folgt das Erlernen der Mähfläche. Dafür wird der Mäher bei fast allen derzeitig verfügbaren Geräten mit dem Smartphone wie ein ferngesteuertes Auto am Rand der Mähfläche entlang manövriert, bis man wieder am Ausgangspunkt angelangt ist. Dabei sollte man möglichst exakt vorgehen, damit die Messer des Rasenmähroboters auch Halme am Rand erreichen können. Die Roboter erkennen dadurch ihre spätere Arbeitsfläche. Dieser Vorgang dauert je nach Roboter und Rasengröße sowie Ausgrenzungen von Beeten oder Teichen im Schnitt etwa 20 bis 60 Minuten. Das Verlegen von Draht dauert deutlich länger.

Inzwischen gibt es auch Modelle, die das Grundstück automatisch erkunden und kartografieren. Doch diese Funktion ist nur bei wenig komplexen Rasenflächen mit klaren Abgrenzungen sinnvoll. Ist der Garten verwinkelt oder führen niedriger gelegene Wege an dessen Grenze vorbei, ist eine manuelle Kartenerstellung das A und O für ein optimales Mähergebnis. Hierbei sollte man auch das Handbuch genau studieren. Manche Hersteller empfehlen, bei schwierigen Geländesituationen, wie einem tiefer liegenden Weg, etwas Abstand zur Rasengrenze zu halten, damit das Roboschaf nicht hängen bleibt. Diese Empfehlung deckt sich mit unseren Erfahrungen in der Praxis ab. Bis man die optimale Karte für seinen Mähroboter erstellt hat, können mehrere Kartierungsdurchläufe vonnöten sein.

Für eine präzise Navigation benötigen RTK-Mähroboter einen optimalen Satellitenempfang. In dicht bebauten Gebieten kann dieser problematisch sein.

Welche Vorteile bieten Rasenroboter ohne Begrenzungsdraht?

Neben der Arbeitsersparnis bei der Einrichtung bieten Mähroboter, die ohne Begrenzungskabel auskommen, weitere Vorteile. So fahren diese größtenteils in geraden Bahnen und erzeugen damit ein ordentliches Schnittbild – fast wie auf dem Fußballplatz. Die Ausrichtung der Bahnen darf bei manchen Geräten frei gewählt werden, sodass man etwa exakt parallel zur Hausfront mähen lassen kann. Einige Modelle können sogar Muster in den Rasen schneiden – eher eine Spielerei.

Außerdem lassen sich bei den meisten Varianten sinnvollerweise einzelne Zonen anlegen, die unterschiedlich hoch oder oft gemäht werden können – ähnlich wie bei Saugrobotern. Zudem sieht man größtenteils dank App-Steuerung genau, wo der Roboter schon war, wie lange er noch benötigt und einiges mehr. Das klappt detaillierter als bei bisherigen Rasenrobotern, da die GPS- oder LiDAR-gestützten Geräte genau wissen, wo sie sich gerade aufhalten und wo sie schon waren.

Gibt es Nachteile von Mährobotern ohne Begrenzungskabel?

Derzeit bieten die von uns getesteten oder gerade im Test befindlichen Mähroboter, die ohne Begrenzungsdraht auskommen, zwar einige offensichtliche Vorteile, aber die meisten sind nicht perfekt. Ein Nachteil vieler Geräte ist die Abhängigkeit von einem guten GPS-Signal. Ist der Himmel mit einer dichten Wolkendecke überzogen oder bewegt sich der Roboter unter dichtem Blattwerk von Bäumen oder Sträuchern, kann das GPS-Signal so schwach werden, dass der Roboter aus Sicherheitsgründen seine Arbeit einstellt. Das passiert aber bei den neuesten Modellen selten, zumal sie sich auf weitere Sensoren und oftmals Kameras verlassen können.

Kritisch im Hinblick auf Satellitenempfang sind zudem Flächen, die von hohen Gebäuden umgeben sind. Hier reicht schon eine vierstöckige Wohnanlage und auf der anderen Seite ein zweistöckiges Einfamilienhaus, um dem Empfang einen Strich durch die Rechnung zu machen. Ist man davon betroffen, sind Mähroboter mit LiDAR, wie der Ecovacs Goat A3000 LiDAR, der Dreame A2, der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR oder der Hookii Neomow X die bessere Wahl.

Alle anderen Roboter verlangen ein komplett neues Anlernen der Karte, wenn man etwa feststellt, dass sich der Roboter an einer bestimmten Stelle der Karte immer wieder festfährt. Oft reicht aber das Einrichten einer No-Go-Zone aus, um das Problem zu umgehen.

Ein weiterer Nachteil ist der Kantenschnitt – bei GPS-basierten Robotern mehr noch als bei solchen mit Begrenzungsdraht. Denn während Besitzer von Drahtmodellen das Kabel zur Not immer wieder ein paar Zentimeter versetzen können, bis der Roboter die perfekte Kante abfährt, können aktuelle GPS-Mäher das mehrheitlich (noch) nicht. Da sie zentimeter-, aber nicht millimetergenau mähen, sollte lieber immer etwas Gras am Rand stehen bleiben, statt dass der teure Mäher im Teich versinkt oder die Beete ramponiert. Wegen des schwankenden GPS-Empfangs ist die Genauigkeit beim Kantenmähen zudem nicht an allen Tagen gleich. Deutlich besser beherrschen das Randmähen LiDAR-basierte Varianten. Doch auch diese lassen bei einem Rasen mit hohen Begrenzungssteinen oder Mauern grundsätzlich etwas Rasen stehen, weil die Klingen nicht ganz bis zum Rand reichen.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Für Home-Assistant gibt es eine community-basierte Integration, die allerdings an die Dreame-Cloud gekoppelt ist. Eine lokale Ansteuerung ist nicht möglich. Mit der Integration hat man Zugriff auf viele Betriebsdaten wie dem Akku-Status und dem Mähfortschritt.

Es ist also wie bei Saugrobotern auch: Man muss etwas nacharbeiten, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Somit wird ein Rasentrimmer auch mit dem besten Mähroboter weiterhin ein nützlicher Helfer bleiben.

Was sind gute Alternativen?

Mähroboter ohne Begrenzungsdraht sind nicht nur smart, sondern auch relativ teuer. Wer nicht so viel Geld für einen kabellosen Mäher ausgeben will und mit einigen Abstrichen leben kann, sollte einen Blick auf Mähroboter mit Begrenzungsdraht werfen. Die gehen schon unter 300 Euro los und können je nach Garten sogar nach wie vor die bessere Wahl sein. Alternativ lohnt sich auch ein Blick auf die Modelle aus dem Vorjahr.

Automatische Kartierung oder manuell

Moderne Mähroboter bieten häufig eine automatische Kartierung, bei der das Gerät die Rasenfläche selbstständig abfährt und erfasst. In der Praxis funktioniert das jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen zuverlässig – entscheidend ist vor allem eine klare Abgrenzung der Rasenfläche gegenüber dem restlichen Garten, etwa durch Randsteine, Mauern oder befestigte Wege.

Die manuelle Kartierung, bei der der Mähroboter per App gezielt entlang der Rasenkanten gesteuert wird, liefert in der Regel präzisere Ergebnisse. Sie ermöglicht eine exakte Definition der Mähfläche und verhindert Fehlinterpretationen an Übergängen zu Beeten, Kiesflächen oder unbefestigten Bereichen.

In unserem Testgarten mit mehreren Zonen und offenen Übergängen zu einem Blumenbeet konnte keiner der getesteten Mähroboter eine wirklich zufriedenstellende automatische Kartierung erzielen.

Zusammengefasst: Die automatische Kartierung ist komfortabel und kann in klar strukturierten Gärten mit eindeutigen Begrenzungen gut funktionieren. In komplexeren Umgebungen bietet die manuelle Kartierung jedoch deutliche Vorteile hinsichtlich Präzision, Kontrolle und Zuverlässigkeit – insbesondere bei der gezielten Zonierung und individuellen Anpassung des Mähverhaltens. Wer exakt festlegen möchte, wo gemäht wird und wo nicht, fährt mit der manuellen Kartierung in der Regel besser.

Mähroboter und Kartierung: Warum eine Aufteilung in Zonen sinnvoll ist

Die Aufteilung der Mähkarte in Zonen ist immer dann sinnvoll, wenn Rasenflächen unterschiedlich ausgerichtet sind, physisch voneinander getrennt liegen oder besondere Eigenschaften aufweisen. Durch eine gezielte Zonierung lässt sich der Mähroboter effizienter einsetzen und besser an die Gegebenheiten des Gartens anpassen.

Mährichtung optimieren: Verläuft eine Rasenfläche quer zum Gebäude und eine andere längs, empfiehlt es sich, diese als separate Zonen zu definieren. So lässt sich für jede Fläche die optimale Mährichtung individuell einstellen, was zu einem gleichmäßigeren Schnittbild führt und die Grasnarbe schont.

Unterschiedliches Wachstum berücksichtigen: Bereiche mit stärkerem Wachstum – etwa durch mehr Sonneneinstrahlung oder bessere Bodenverhältnisse – können per Zonierung häufiger gemäht oder mit einer angepassten Schnitthöhe gepflegt werden. Zeitpläne lassen sich gezielt pro Zone konfigurieren.

Hangneigung beachten: Bei stark geneigten Flächen kann es notwendig sein, die Mährichtung zu ändern. Eine Fläche, die quer zum Gebäude angelegt ist, aber eine deutliche Steigung aufweist, wird oft besser längs gemäht. Andernfalls kann der Mähroboter die Spur nicht sauber halten, was zu ungleichmäßigem Schnitt oder sogar Rasenschäden führt.

Hinderniserkennung feinjustieren: In bestimmten Bereichen – etwa unter Büschen oder bei tief hängenden Ästen – kann eine zu empfindliche Hinderniserkennung dazu führen, dass der Mähroboter Flächen auslässt. Durch eine separate Zonendefinition lassen sich die Sensoreinstellungen gezielt anpassen.

Akkulaufzeit effizient nutzen: Ist der Garten so groß, dass der Mähroboter ihn nicht in einem Durchgang bewältigen kann, muss er zwischendurch zur Ladestation zurückkehren. Durch eine sinnvolle Aufteilung in Zonen, die jeweils innerhalb einer Akkuladung bearbeitet werden können, lässt sich die Mähzeit besser strukturieren. Das reduziert lange Betriebszeiten am Stück und sorgt dafür, dass der Garten schneller wieder uneingeschränkt nutzbar ist.

Beanspruchung steuern: Stark frequentierte Bereiche wie Spiel- oder Laufzonen lassen sich gezielt schonen oder seltener mähen. Auch saisonale Anpassungen – etwa unterschiedliche Mähintervalle im Frühjahr und Sommer – sind pro Zone einfacher umsetzbar.

Insgesamt ermöglicht die Aufteilung in Zonen einen effizienteren, flexibleren und rasenschonenderen Betrieb. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass die Gartennutzung möglichst wenig eingeschränkt wird.

Betriebskosten und Ersatzakku

Für den Betrieb der Mähroboter fallen Stromkosten für das regelmäßige Aufladen an. Diese sind bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent pro kWh allerdings vernachlässigbar. Pro Ladung muss man je nach Größe des Akkus zwischen rund 4 Cent und rund 8 Cent rechnen.

Auch die Klingen müssen regelmäßig ersetzt werden. Die Apps informieren darüber. Die Ersatzklingen kann man entweder direkt über den Hersteller beziehen oder im freien Handel nach günstigen Alternativen suchen. So kosten 45 kompatible Klingen für Modelle zahlreicher Hersteller teilweise weniger als 20 Euro.

Für den Luba Mini AWD LiDAR bietet Mammotion einen passenden 6,1-Ah-Akku für 219 Euro an. Der Einbau kann selbst erfolgen. Ein Akku-Tausch soll man auch generell bei den Mini-Modellen des Herstellers durchführen können, nicht aber beim Luba 3.

Bei den anderen Herstellern ist offenbar nur ein Austausch durch Service-Personal möglich. Ob man dazu den Mähroboter einschicken muss oder den Austausch bei einem Service-Partner vor Ort erledigen kann, ließ sich bis zum Redaktionsschluss nicht für jeden Hersteller verifizieren. Ecovacs hat uns mitgeteilt, dass bei Defekt ein Ersatz-Akku während der Garantiezeit kostenlos ausgetauscht wird. Hierfür muss das Gerät nicht eingeschickt werden, sondern kann von einem autorisierten Fachhändler vor Ort erledigt werden.

Fazit

Die neuesten Modelle mit LiDAR-Navigation zeigen ihre Vorteile gegenüber der vorherrschenden RTK-Technik in Stadtgärten, die von hohen Gebäuden umgeben sind, bei engen Übergängen und beim Randschnitt. Der Ecovacs A3000 LiDAR Pro mit integrierter Trimm-Einheit bietet beim Randschnitt bislang das beste Ergebnis aller getesteten Mähroboter. Doch ohne Nacharbeit kommt man auch bei diesem Modell nicht aus.

Entscheidend für die Wahl eines Mähroboters sind vor allem drei Faktoren: Größe der Rasenfläche, Komplexität des Gartens und Geländeneigung – sowie nicht zuletzt die Fähigkeit zum sauberen Randmähen.

Kleine Gärten bis 800 m² – kompakt und leise

Für kleinere, übersichtliche Gärten ist der Segway Navimow i208 LiDAR für 1200 Euro eine solide Wahl. Er arbeitet leise und zuverlässig auf einfachen Flächen. In verwinkelten Bereichen oder bei Hindernissen stößt er jedoch schneller an seine Grenzen. Auch beim Kantenschnitt lässt er mit rund 9 cm Abstand vergleichsweise viel stehen.

Als günstige Alternative für kleine strukturierte Gärten mit klar abgegrenzten Rasenflächen liefert auch der nur 500 Euro teure Roboup Racoon 2SE ein brauchbares Ergebnis. Auf ein schönes Schnittbild darf man allerdings nicht hoffen, da das Gerät beim Mähen die meiste Zeit kreuz und quer über den Rasen fährt.

Mittlere, komplexe Gärten bis 1500 m² – enge Passagen und Übergänge

Der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR für 1349 Euro (Code MAMMOTIONDE50 eingeben) spielt seine Stärken in anspruchsvollen Gärten aus. Er bewältigt selbst enge Durchfahrten ab 70 cm Breite und überfährt kleinere Hindernisse wie 5 cm hohe Kanten zuverlässig. Auch die automatische Navigation zwischen mehreren Zonen funktioniert gut. Der Nachteil: Mit rund 12 cm Abstand zur Rasenkante bleibt deutlich mehr Nacharbeit.

Große Gärten bis 3000 m² – komfortabel, aber eingeschränkt bei Hindernissen

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro für 2300 Euro eignet sich für größere, eher offen gestaltete Grundstücke. Er bietet eine gute Balance aus Leistung und Komfort und punktet beim Randmähen mit nur etwa 5 cm Abstand sowie einem zusätzlichen Trimmer. In komplexen Gärten mit Engstellen oder Stufen zeigt er jedoch Schwächen – kleine Kanten oder schmale Durchgänge meistert er nicht immer zuverlässig.

Sehr große oder steile Gärten bis 3500 m² – leistungsstark und geländegängig

Der Dreame A3 AWD Pro 3500 für 2400 Euro ist die beste Wahl für große und anspruchsvolle Flächen. Mit Allradantrieb, hoher Steigfähigkeit und der größten Schnittbreite im Test arbeitet er besonders effizient. Gleichzeitig kommt er gut mit Hindernissen und Übergängen zurecht und meistert – wie der Mammotion – auch die Engstelle im Testgarten souverän. Beim Randmähen liegt er mit unter 3 cm Abstand klar vorne.

Die optimale Wahl hängt damit weniger von der reinen Fläche ab als von der Struktur des Gartens. Besonders enge Passagen, Hindernisse und der gewünschte Pflegeaufwand an den Rasenkanten entscheiden darüber, welches Modell im Alltag am besten funktioniert.

BESTENLISTE

Testsieger

Dreame A3 AWD Pro 3500

Mähroboter Dreame A3 AWD Pro 3500 im Test: Allrad, LiDAR und Top-Kantenschnitt

Allrad, LiDAR und Kantenschnitt unter 3 cm: Der Dreame A3 AWD Pro 3500 zielt auf die Mähroboter-Spitze. Ob das gelingt, zeigt unser Praxistest.

VORTEILE

  • Top-Kantenschnitt, hohe Mähleistung
  • Passiert Engstellen problemlos und überwindet Randsteine
  • Dank Allrad auch für steiles Gelände geeignet

NACHTEILE

  • Smart-Home-Integration bleibt Stückwerk
  • Gewicht als Achillesferse bei Nässe
  • Garden Guardian enttäuscht

Allrad, LiDAR und Kantenschnitt unter 3 cm: Der Dreame A3 AWD Pro 3500 zielt auf die Mähroboter-Spitze. Ob das gelingt, zeigt unser Praxistest.

RTK-Mähroboter scheitern in Stadtgärten häufig an hohen Gebäuden und dichtem Baumbestand – der Satellitenempfang reicht schlicht nicht aus. In einem an einem hohen Gebäude angrenzenden Garten konnten wir bei zahlreichen Mähroboter-Tests einige Modelle mit RTK-Navigation erst gar nicht in Betrieb nehmen, da der Empfang von mindestens 20 Satelliten dort nicht möglich war. Neuere Modelle auf Basis von LiDAR (Light Detection and Ranging) kennen dieses Problem nicht: Statt auf Satelliten zu setzen, erfasst der Roboter seine Umgebung mit Laserstrahlen und erstellt daraus eine detaillierte Karte. Gerade das, was für RTK zum Problem wird – Wände, Zäune, Bäume –, dient LiDAR als stabile Referenzpunkte.

Mit dem A3 AWD Pro 3500 erweitert Dreame seine Produktpalette um einen kabellosen Premium-Mähroboter für komplexe und großflächige Gärten bis 3.500 m². Das Gerät wurde auf der CES 2026 vorgestellt und ist seit März 2026 auf dem Markt. Die technologische Besonderheit liegt in der Kombination aus einem 360°-3D-LiDAR-System mit binokularer KI-Vision (OmniSense 3.0) und einem echten Allradantrieb (AWD) mit Nabenmotoren. Diese Ausstattung positioniert den Roboter in der gehobenen Klasse der kabellosen Mähroboter, die ohne RTK-Antenne oder Begrenzungskabel auskommen.

Getestet wurde der Dreame A3 AWD Pro 3500 in einem komplexen Garten mit drei Rasenzonen und einer Gesamtfläche von knapp 500 m². Eine Zone weist eine Neigung von etwa 30° auf und ist nur über 4 bis 5 cm hohe Randsteine erreichbar. Eine weitere Zone ist nur über eine 70 cm breite Engstelle zugänglich. Die Mähgeschwindigkeitstests fanden aus Vergleichbarkeitsgründen auf einem flachen, 240 m² großen Teilstück statt, das auch die anderen Testgeräte problemlos erreichen konnten.

Design, Verarbeitung und Ausstattung

Der A3 AWD Pro 3500 gehört mit Abmessungen von 74,5 × 53,2 × 32,5 cm nicht zu den kompaktesten Modellen, und mit einem Gewicht von etwa 24,5 kg ist er der schwerste Mähroboter, den wir bislang getestet haben. Das Gehäuse ist hochwertig verarbeitet und verfügt über ein integriertes Farbdisplay mit Bedientasten, das eine Steuerung auch ohne Smartphone ermöglicht.

Allradantrieb und Steigfähigkeit: Der Mähroboter nutzt vier einzeln angesteuerte Nabenmotoren. Zwei omnidirektionale Räder an der Vorderseite ermöglichen Wendemanöver auf der Stelle, während die Hinterräder für Traktion im Gelände ausgelegt sind. Die maximale Steigfähigkeit gibt der Hersteller mit 80 Prozent an (ca. 38,7 Grad). Im Testgarten bewältigte der Dreame die rund 30° steile Zone zuverlässig – extremere Steigungen standen für eine Überprüfung der Herstellerangabe nicht zur Verfügung.

Schnittsystem und Kantenverarbeitung: Das Doppelmessersystem arbeitet mit einer Schnittbreite von 40 cm – nur wenige Mähroboter bieten eine noch etwas größere Schnittbreite. Mehr Schnittbreite bedeutet weniger Bahnen und damit kürzere Mähzeiten, ein Vorteil vor allem auf großen Flächen. Dieser Vorteil kann aber auch bei kleineren Gärten eine Rolle spielen, wenn diese häufig genutzt werden: Ein schneller Mäher gibt den Garten früher zur uneingeschränkten Nutzung frei.

Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch zwischen 3 und 10 cm einstellen. Das Edge-Master-2.0-System verschiebt die Messerscheibe beim Kantenschnitt seitlich nach außen und erreicht so einen Restabstand von unter 3 cm zur Rasenkante. Das ist ein Spitzenwert, den kein anderer Mähroboter aktuell erreicht. Lediglich Modelle mit integrierter Trimmeinheit wie der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro versprechen einen noch saubereren Kantenschnitt.

Modellvariante: Der A3 AWD Pro 5000 unterscheidet sich durch einen größeren 10-Ah-Akku und eine Flächenkapazität von bis zu 5.000 m², bleibt ansonsten technisch identisch.

Die Dreame-App ist leider nicht für Tablets optimiert. Die Kartenansicht ist daher nicht optimal. Dafür gibt es eine Option, die die 3D-Karte auf Basis des LiDAR-Scanners zeigt.

Inbetriebnahme und Kartierung

Die Einrichtung erfolgt über die Dreamehome-App. Zunächst wird eine Bluetooth-Verbindung zum Roboter hergestellt, anschließend das Gerät in das heimische 2,4-GHz-WLAN integriert. Die Basisstation sollte auf ebenem Untergrund mit mindestens einem Meter Freiraum vorne sowie 40 bis 50 cm seitlichem Abstand positioniert werden.

Kartierungsprozess: Das System bietet zwei Verfahren:

  1. Automatische Kartierung: Der Roboter fährt selbstständig die Fläche ab und erkennt Rasengrenzen mittels KI-Vision. Diese Funktion arbeitet bei klaren Kantenverläufen – etwa Randsteinen, Mauern oder befestigten Wegen – zuverlässig.
  2. Manuelle Fernsteuerung: Der Nutzer steuert den Roboter per App entlang der gewünschten Rasenkanten. Diese Methode liefert präzisere Ergebnisse bei komplexen Gartenstrukturen, mehreren Zonen oder unklaren Begrenzungen.

Im Testgarten mit mehreren Zonen und offenen Übergängen zu einem Blumenbeet lieferte der Dreame erwartungsgemäß keine zufriedenstellende automatische Kartierung. Bei schwierigen Rasenkanten oder weichen Übergängen zu Beeten, Kiesflächen oder unbefestigten Bereichen ist die manuelle Kartierung daher dringend empfehlenswert.

Warum eine Aufteilung in Zonen sinnvoll ist:

Die Aufteilung der Mähkarte in separate Zonen bringt in der Praxis erhebliche Vorteile. Unterschiedlich ausgerichtete Rasenflächen lassen sich mit individueller Mährichtung bearbeiten, was zu einem gleichmäßigeren Schnittbild führt. Zudem können Wachstumsunterschiede berücksichtigt werden, indem sonnige Bereiche häufiger gemäht oder mit angepasster Schnitthöhe gepflegt werden. Bei Hangneigungen kann die Mährichtung pro Zone angepasst werden, um eine saubere Spurführung sicherzustellen. Auch die Hinderniserkennung lässt sich feinjustieren, sodass unter Büschen oder bei tief hängenden Ästen die Sensoreinstellungen gezielt pro Zone angepasst werden können. Darüber hinaus lässt sich die Akkulaufzeit effizient nutzen, indem Zonen geschaffen werden, die jeweils innerhalb einer Akkuladung bearbeitet werden können – dies reduziert unnötige Ladeunterbrechungen. Nicht zuletzt kann die Beanspruchung gesteuert werden, indem stark frequentierte Spiel- oder Laufzonen gezielt geschont werden.

Weitere App-Konfigurationsparameter:

  • Sperrzonen (No-Go-Areas) für Teiche, Beete oder Spielbereiche
  • Mähparameter pro Zone: Schnitthöhe, Mährichtung, Geschwindigkeit, Effizienzmodi
  • Zeitpläne für bestimmte Wochentage und Uhrzeiten
  • Garden Guardian: Livestream der Kamera, Personenerkennung mit Benachrichtigungen, Patrouillenfahrten
  • Link-Dienst: Statusabfrage und Steuerung über 4G außerhalb der WLAN-Reichweite
  • Dual-Map-Management: Verwaltung von zwei separaten Gartenbereichen
Die Dreame-App erlaubt eine Anpassung der Mähparameter wie Mährichtung pro Zone. Die optimale Mährichtung  mit wenig Wendemanövern ist aber nicht immer sinnvoll. Bei steilem Gelände (Vorne Steil) würde die optimale Mährichtung quer zur Hangneigung verlaufen. Doch bei dem steilen Gelände kann der A3 wie auch andere Mähroboter die Spur nicht halten und muss wiederholt korrigieren. Das führt speziell bei nassem Untergrund zu Schäden am Rasen.

Mähleistung im Praxistest

Geschwindigkeit und Flächenleistung: Der A3 AWD Pro 3500 arbeitet mit einem strukturierten Bahnenmähsystem und fährt Flächen systematisch ab, statt zufällige Muster zu generieren. Die Mähgeschwindigkeit wurde im Test nicht verändert – im Auslieferungszustand ist die niedrigste Geschwindigkeit eingestellt, die für die höchste Schnittpräzision sorgt.

Laut Hersteller mäht der Dreame im Standardmodus bis zu 2.500 m² innerhalb von 24 Stunden, im Effizienzmodus bis zu 3.500 m² und im Schnellmodus 5.000 m². Diese Werte werden in der Praxis – ähnlich wie Reichweitenangaben bei E-Bikes oder E-Autos – in einem Garten mit Hindernissen wie Bäumen, Büschen oder Wäschegerüsten selten erreicht.

Die etwa 240 m² große Teilfläche unseres knapp 500 m² großen Testgartens bewältigte der Dreame in 1,3 Stunden – der schnellste Wert im Vergleichstest. Die knapp 500 m² große Gesamtfläche schaffte er allerdings nicht mit einer Akkuladung. Für den Test haben wir das untere Akku-Limit, bei dem der Mähroboter zur Ladestation zurückkehrt, von 15 auf 10 Prozent reduziert. Damit mähte er eine Fläche von 437 m² innerhalb von etwa drei Stunden – das ergibt eine Stundenleistung von rund 145 m². Da diese Fläche auch den steilen Bereich mit einigen Hindernissen umfasst, der zudem nicht in der optimalen Mährichtung bearbeitet werden konnte, reduziert sich die Stundenleistung gegenüber dem flachen Terrain (186 m²/h) erwartungsgemäß.

 Dreame A3 AWD Pro 3500: Allrad-Mäher mit hoher Schnittleistung und Top-Kantenschnitt

Kantenschnitt: Das EdgeMaster 2.0-System reduziert den Abstand zur Rasenkante auf unter 3 cm – eine der beste Wertem, die aktuelle Mähroboter zu bieten haben.

Zum Vergleich: Die neuen Ecovacs-Modelle der A-Serie erreichen rund 5 cm Abstand und ergänzen dies mit einem integrierten Trimmer, der allerdings mit 82 dB(A) so laut ist wie ein herkömmlicher Rasentrimmer. Der kürzlich getestete Segway Navimow i208 LiDAR lässt mit rund 9 cm deutlich mehr Rand stehen – hier fällt entsprechend mehr Nacharbeit an.

Überwindung von Hindernissen: Das Gerät überwindet Randsteine und Absätze bis zu einer Höhe von 5,5 cm. Schmale Passagen ab 70 cm Breite werden zuverlässig durchfahren – im Testgarten meisterte der Dreame die Engstelle ebenso souverän wie der bereits getestete Mammotion Luba Mini AWD LiDAR (Testbericht).

Rasenschäden und Bodenverhältnisse: Der knapp 24,5 kg schwere Mähroboter kann bei feuchtem Rasen im steilen Gelände bei Richtungswechseln Spuren hinterlassen. Der Allradantrieb minimiert zwar das Durchdrehen der Räder, das hohe Gewicht bleibt jedoch ein Faktor. Steile Rasenflächen sollten daher nur bei Trockenheit gemäht werden, um Schäden am Rasen zu vermeiden.

Garden Guardian: Der A3 lässt sich in der App so konfigurieren, dass er von erkannten Hindernissen und Personen automatisch Fotos erstellt. Manuell lassen sich auch Videos aufzeichnen. Allerdings beträgt die Auflösung lediglich 640 × 360 Pixel. Im Test funktionierte die Erkennung grundsätzlich, doch der Roboter interpretierte auch Regenrinnen und andere Objekte als Personen. Die Erkennungsquote lag bei nur rund 50 Prozent – die Qualität ist also nicht mit der einer dedizierten Überwachungskamera vergleichbar. Wer diese Funktion nutzt, sollte zudem den Datenschutz beachten, insbesondere wenn der Mähroboter in Bereichen mit Einsicht auf Nachbargrundstücke oder öffentliche Wege unterwegs ist.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Die Dreame-App kann auch den Livestream des Kamera darstellen. Zudem bietet sie die Option, Fotos von erkannten Objekten oder Menschen aufzunehmen. Allerdings liegt die Erkennungsrate viN Menschen im Test nur bei etwa 50 Prozent. Zudem ist die Auflösung mit 640 × 360 Pixel nicht sehr hoch.

Navigation und Hinderniserkennung

Navigationsprinzip: Der 360°-LiDAR-Sensor mit einer Reichweite von bis zu 70 m erfasst die Umgebung kontinuierlich und nutzt feste Strukturen wie Wände, Zäune oder Bäume als Referenzpunkte. Mithilfe von SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) bestimmt der Roboter seine Position laufend neu. Gerade in verwinkelten, schattigen oder dicht bebauten Gärten ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber RTK-basierten Systemen.

Ganz ohne Einschränkungen kommt LiDAR allerdings nicht aus: Auf sehr großen, offenen Flächen mit wenigen markanten Strukturen kann die Positionsbestimmung ungenauer werden. Hier spielt RTK weiterhin seine Stärken aus. Der Dreame setzt – anders als etwa der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR mit seinem Tri-Fusion-Ansatz aus LiDAR, Kamera und cloudbasiertem Net-RTK – ausschließlich auf LiDAR plus KI-Vision.

Hinderniserkennung: Das System erkennt laut Hersteller über 300 verschiedene Hindernistypen, darunter Gartenmöbel, Spielzeug, Tiere und Personen. Im Test funktionierte die Erkennung bei Schläuchen, kleinen Bällen und anderen Gegenständen tadellos. Eine hundertprozentige Zuverlässigkeit gibt es dennoch nicht – sehr flache oder kleine Gegenstände können gelegentlich überrollt werden. Zur Verbesserung der Erkennungsrate empfiehlt Dreame die Einstellung der Hindernisempfindlichkeit auf „Hoch“.

Dreame A3 AWD Pro 3500: 80 Minuten muss man warten, bis der Akku von 10 auf 100 Prozent geladen ist.

Akkulaufzeit, Ladezeit und Betriebskosten

Laufzeit und Ladezeit: Der 36-V-Akku mit 7,5 Ah Kapazität trieb den Dreame im Praxistest über die gesamte 240-m²-Teilfläche ohne Zwischenladung an. Für die knapp 500 m² große Gesamtfläche mit Steigung und Hindernissen reichte eine Ladung hingegen nicht aus (siehe Abschnitt 4).

Die Ladezeit gibt Dreame mit 70 Minuten an. Im Test dauerte das Laden von 10 auf 100 Prozent allerdings 80 Minuten – ein guter Wert im Vergleich. Der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR benötigt mit 140 Minuten fast doppelt so lang. Ähnlich schnelle Ladezeiten wie der Dreame bietet der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro (Test folgt) mit rund 85 Minuten.

Stromkosten: Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent/kWh fallen pro Ladung rund 8 Cent an – vernachlässigbar im laufenden Betrieb.

Klingenkosten: Die 18 mitgelieferten Ersatzklingen reichen für den Einstieg. Sind diese aufgebraucht, kosten 12 Originalklingen 20 Euro. Kompatible Dritthersteller-Klingen sind teilweise deutlich günstiger – 45 Stück gibt es im Handel bereits ab 25 Euro.

Ersatzakku: Anders als Mammotion (Ersatzakku für 219 Euro, Selbsteinbau möglich) bietet Dreame keinen Ersatzakku für Privatanwender an. Ein Austausch ist offenbar nur durch Service-Personal möglich. Ob dazu der Mähroboter eingeschickt werden muss oder ein Austausch bei einem Service-Partner vor Ort erfolgen kann, blieb bis Redaktionsschluss offen.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Der Allrad-Mäher überwindet im Test 4–5 cm hohe Randsteine problemlos.

Lautstärke und Betriebszeiten

Die Betriebslautstärke des Dreame A3 AWD Pro 3500 liegt bei 65 dB(A) und damit etwas höher als beispielsweise beim Segway Navimow i208 LiDAR (Testbericht) mit 59 dB(A). Im Freien nimmt man diesen Unterschied jedoch kaum wahr. Grundsätzlich arbeiten alle von uns getesteten Mähroboter erfreulich leise.

Dennoch sollte man die geltenden rechtlichen Bestimmungen beachten. Nach herrschender Rechtsauffassung gelten für den Betrieb von Mährobotern die Zeiten der 32. BImSchV: Montag bis Samstag von 7:00 bis 20:00 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist der Betrieb prinzipiell untersagt.

Sicherheit und Diebstahlschutz

PIN-Schutz: Beim Dreame muss vor der Inbetriebnahme eine PIN eingegeben werden. Auch ohne PIN hätten Diebe wenig Freude: Der Mähroboter lässt sich nicht mit einer anderen App verbinden, solange er noch mit einem Konto verknüpft ist.

GPS-Ortung und Alarmsystem: Der Dreame lässt sich über GPS lokalisieren. Zusätzlich löst das Gerät einen Alarm aus, wenn es angehoben wird oder die Mähkarte verlässt, und sperrt sich automatisch. Eine Integration in Apples „Wo ist?“-Netzwerk wie der kürzlich getestete Segway Navimow i208 LiDAR (Testbericht) bietet der Dreame allerdings nicht.

Tierschutz: Zum Schutz nachtaktiver Tiere sollte der Mähroboter ausschließlich tagsüber betrieben werden. In einigen Kommunen gibt es bereits Nachtfahrverbote mit empfindlichen Geldbußen – in Leipzig beispielsweise bis zu 50.000 Euro. Geht es nach dem Deutschen Städtetag, könnte ein Nachtfahrverbot bald bundesweit gelten.

Der Dreame A3 AWD Pro 3500 meistert die nur 70 cm breite Engstelle souverän.

App und Smart-Home-Integration

App-Qualität: Die Dreamehome-App bietet alle wesentlichen Funktionen zur Konfiguration und zum Betrieb: Schnitthöhe, Mährichtung, Mähgeschwindigkeit, Kantenmähen, Hindernisempfindlichkeit und Zeitpläne. Einschränkend: Die App ist nicht für Tablets wie das iPad optimiert, sondern lediglich zoombar.

Besonders nützlich ist die Möglichkeit, für einzelne Zonen die Hinderniserkennung zu deaktivieren. Das ist etwa in Bereichen mit herunterhängenden Ästen von Vorteil, weil der Mähroboter diese Flächen dann nicht auslässt. Der Stoßfänger bleibt als mechanische Hinderniserkennung bei Kontakt weiterhin aktiv.

Ebenfalls praktisch: Der Akkustand für das automatische Aufladen lässt sich in Stufen von 10, 15, 20 und 25 Prozent konfigurieren. Ebenso kann der Akkustand für die Wiederaufnahme des Mähvorgangs zwischen 80 und 100 Prozent in 5er-Schritten definiert werden. Wer den Wert auf 80 Prozent setzt, verkürzt die Wartezeit an der Ladestation – vorausgesetzt, die verbleibende Akkuladung reicht für die Restfläche aus.

Sprachsteuerung: Unterstützt werden Amazon Alexa, Google Assistant und Siri-Kurzbefehle für grundlegende Steuerungsbefehle wie Start, Stopp und Rückkehr zur Ladestation.

Smart Home by Hornbach: Der Dreame lässt sich einbinden, die Integration bietet jedoch kaum Mehrwert über einfache Start-/Stopp-Befehle hinaus.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Für Home-Assistant gibt es eine community-basierte Integration, die allerdings an die Dreame-Cloud gekoppelt ist. Eine lokale Ansteuerung ist nicht möglich. Mit der Integration hat man Zugriff auf viele Betriebsdaten wie dem Akku-Status und dem Mähfortschritt.

Home Assistant: Über eine Community-basierte Integration besteht Zugriff auf den Mähroboter. Die Dreame-Integration zeigt unter anderem Mähkarten und den aktuellen Fortschritt an – ein deutlich größerer Funktionsumfang als bei den meisten nativen Smart-Home-Anbindungen. Wichtig: Die Integration ist an die Hersteller-Cloud gekoppelt – ein rein lokaler Zugriff ist nicht möglich.

Fehlende Integrationen: Eine native Anbindung an Apple Home besteht nicht – das gilt allerdings bislang für alle Mähroboter. Generell spielt Smart Home bei den Herstellern eine untergeordnete Rolle.

Dreame A3 AWD Pro 3500: Der Allrad-Mäher hat mit steilem Gelände keine Probleme. Allerdings sollte der Untergrund absolut trocken sein. Ansonsten drohen bei Wendemanövern Schäden am Rasen.

Wartung und Pflege

Die App informiert, wenn die Klingen gewechselt werden müssen. Der Wechsel selbst ist unkompliziert und ohne Werkzeug möglich. Mit 18 mitgelieferten Ersatzklingen ist der Einstieg gut abgedeckt.

Ein Ersatzakku für Privatanwender ist bei Dreame nicht erhältlich (siehe Abschnitt 6). Für die Überwinterung empfiehlt der Hersteller, den Mähroboter frostfrei zu lagern und den Akku auf etwa 50 Prozent Ladezustand zu halten. Eine automatische Reinigungsfunktion ist nicht vorhanden – das Gehäuse und die Messer sollten regelmäßig von Grasresten befreit werden.

Preis

Der Dreame A3 AWD Pro 3500 hat eine UVP von knapp 2600 Euro und ist aktuell für ungefähr 2400 Euro erhältlich. Das größere Modell A3 AWD Pro 5000 wird für 2.999 Euro angeboten. Dreame gewährt drei Jahre Garantie.

Fazit

Der Dreame A3 AWD Pro 3500 richtet sich an Besitzer großer, komplexer Gärten mit Hanglagen, mehreren Zonen und schwierigen Übergängen. Der Mähroboter entfaltet seinen Mehrwert insbesondere dort, wo herkömmliche Geräte an Traktions- oder Navigationsgrenzen stoßen. Beim Kantenschnitt ist er mit unter 3 cm Restabstand einer der besten – wer Nacharbeit mit dem Rasentrimmer minimieren will, findet hier eine sehr gute Lösung.

Die Mähleistung überzeugt: Mit 186 m²/h auf flachem Terrain ist der Dreame einer der schnellsten Mähroboter. Auch die Gesamtfläche von knapp 500 m² mit Steigung und Hindernissen bewältigte er zuverlässig, wenn auch nicht in einer Akkuladung. Die Ladezeit von rund 80 Minuten hält die Zwangspause kurz.

Schwächen zeigt der A3 AWD Pro bei der Software-Reife: Die automatische Kartierung erfordert bei komplexen Gärten manuelle Nacharbeit, die Garden-Guardian-Funktion liefert mit einer Erkennungsquote von nur 50 Prozent und niedriger Auflösung keine zuverlässige Überwachung, und die Smart-Home-Anbindung bleibt rudimentär – Apple Home fehlt, eine iPad-optimierte App ebenfalls. Auch das hohe Gewicht von 24,5 kg kann auf feuchtem, steilem Rasen zu Spuren führen.

Die Kaufentscheidung sollte primär an der Gartensituation festgemacht werden: Für große, steile oder verwinkelte Gärten mit dem Anspruch an minimale Nacharbeit an den Kanten ist der Dreame A3 AWD Pro 3500 eine der besten verfügbaren Optionen. Für einfache, kleine Rasenflächen ist er überdimensioniert – hier fahren günstigere Modelle wie der Segway Navimow i208 LiDAR wirtschaftlicher.

Technologiesieger

Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro

Mähroboter Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro im Test: Mäht gut und trimmt sogar

Kabellos, Trimmer integriert, 400 m²/h – kann der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro in unserem Test halten, was er verspricht?

VORTEILE

  • Integrierter Fadentrimmer spart Nacharbeit an Kanten
  • Gutes Mähtempo mit 155 m²/h
  • Solide Akkulaufzeit und schnelles Laden
  • Livestream der Kamera in App

NACHTEILE

  • Trimmer arbeitet unpräzise an Sperrflächen
  • Eingeschränkte Geländetauglichkeit
  • Mobilfunkmodul (LTE) nur optional

Kabellos, Trimmer integriert, 400 m²/h – kann der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro in unserem Test halten, was er verspricht?

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist der aktuelle Flaggschiff-Mähroboter des Herstellers und setzt vollständig auf kabellose Navigation. Störende Begrenzungskabel oder eine RTK-Antenne entfallen – stattdessen kombiniert Ecovacs einen 360°-LiDAR mit einem 3D-ToF-Sensor und einer KI-Kamera. Das ist ein klarer Vorteil bei schwierigen Empfangsbedingungen, etwa unter hohen Bäumen oder in Hinterhöfen, wo Satellitensignale oft ausfallen.

Getestet wurde der 18,3 kg schwere Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro in einem anspruchsvollen Garten mit drei Rasenzonen und einer Gesamtfläche von knapp 500 m². Eine Zone weist eine Steigung von rund 30° auf, zwischen den Zonen liegen 4 bis 5 cm hohe Randsteine, und eine weitere Zone ist nur über eine 70 cm breite Engstelle erreichbar. Die Mähgeschwindigkeit wurde auf einer flachen, 240 m² großen Referenzfläche gemessen. Ziel war es herauszufinden, ob der integrierte Tru-Edge-Trimmer und die Dual-LiDAR-Navigation den Alltag wirklich erleichtern – oder ob die vielen Sensoren an komplexen Gegebenheiten scheitern.

Design, Verarbeitung und Ausstattung

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro präsentiert sich in einem modernen weiß-schwarzen Gehäuse, dessen Verarbeitung einen hochwertigen Eindruck hinterlässt. Auffällig sind die großen, stark profilierten Offroad-Räder, die gute Traktion versprechen.

Auf der Oberseite thront die charakteristische 360°-LiDAR-Kuppel, die sich mit einer Schutzkappe abdecken lässt. Frontseitig ergänzen eine KI-Fischaugenkamera mit 150° horizontalem und 80° vertikalem Blickfeld sowie ein 3D-ToF-LiDAR mit 90° horizontalem und 70° vertikalem Erfassungswinkel bei einer Reichweite von 3 bis 4 Metern das Sensorsystem. Ein integriertes Display mit drei Tasten und eine gut erreichbare rote Stopptaste erlauben die Bedienung auch ohne Smartphone. Auf der Unterseite arbeiten zwei Messerscheiben mit jeweils drei Klingen bei 3.000 Umdrehungen pro Minute. Der seitliche Fadentrimmer wird separat montiert.

Der Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro und der Goat O1200 verfügen ebenfalls über eine Trimm-Einheit.

Modellvarianten: Ecovacs bietet den Mähroboter in zwei Ausführungen an. Der Goat A1600 LiDAR Pro ist mit einem 3.000-mAh-Akku bei 32,4 V für Flächen bis 1.600 m² ausgelegt, wiegt 17,8 kg und kostet rund 1.500 Euro. Der hier getestete Goat A3000 LiDAR Pro verfügt über einen deutlich größeren 7.500-mAh-Akku für Flächen bis 3.000 m², wiegt 18,3 kg und liegt bei etwa 2.300 Euro. Beide Modelle sind ansonsten baugleich – Schnittbreite von 33 cm, Trimmer und Navigationssystem sind identisch. Der A3000 bringt lediglich den größeren Akku und ein schnelleres Ladegerät mit.

Inbetriebnahme und Kartierung

Die Einrichtung über die Ecovacs-App ist vorbildlich gelöst. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern führt durch Bluetooth-Kopplung, QR-Code-Scan und WLAN-Verbindung über 2,4 GHz – auch in gemischten Netzen gab es keine Probleme. Nach einem obligatorischen Firmware-Update war der Roboter in etwa 30 Minuten startklar. Einzig die Montage des Trimmermoduls erfordert etwas Geduld und einen Kreuzschlitzschraubendreher mit langer Klinge von mindestens 10 cm, da eine Schraube tief im Gehäuse sitzt.

Kartierung: Die automatische Kartierung funktioniert grundsätzlich nur bei klaren Rasenkanten wie Randsteinen oder Mauern. Da der Testgarten offene Grenzen hat und nur teilweise mit Randsteinen umgeben ist, konnte die automatische Kartierung nicht sinnvoll überprüft werden. Für komplexe Gärten ist die manuelle Kartierung ohnehin die bessere Wahl: Man läuft in Bluetooth-Reichweite hinter dem Roboter her und steuert ihn per App entlang der Rasengrenzen. Das ist präziser, zuverlässiger und wird von der App gut unterstützt. Es lassen sich mehrere Zonen und Verbindungspfade anlegen.

Unsere nur 70 cm breite Engstelle zwischen zwei Rasenzonen passiert der Goat A3000 LiDAR Pro im Test nicht. Scheinbar ist der Mähroboter durch die Trimmeinheit dafür zu breit geworden, denn das Vorgängermodell hat diese Engstelle gemeistert. RTK-Mähroboter sind bislang alle daran gescheitert.

Die Mindestdurchfahrtsbreite gibt Ecovacs mit 90 cm an. Die 70 cm breite Engstelle im Testgarten konnte der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro nicht passieren – anders als noch der Vorgänger Goat A3000 LiDAR ohne Pro-Zusatz. Für Gärten mit schmalen Durchgängen ist das eine relevante Einschränkung.

Mähleistung im Praxistest

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro mäht in geraden, parallelen Bahnen und liefert ein tadelloses Schnittbild. Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch von 3 bis 9 cm in 1-cm-Schritten einstellen. Pro Zone kann man die Mährichtung gradgenau und die Mähgeschwindigkeit zwischen 0,4 und 0,9 m/s festlegen. Für ein besonders gepflegtes Erscheinungsbild lässt sich ein Schachbrettmuster mit 90°-Wechsel aktivieren. Die Mähgeschwindigkeit sollte man allerdings nur erhöhen, wenn die Rasenfläche kaum Hindernisse wie Bäume oder Büsche aufweist – bei höherem Tempo navigiert der Roboter etwas unpräziser, was grundsätzlich für alle Mähroboter gilt.

Flächenleistung: Auf dem 240 m² großen Teststück benötigte der Roboter 1,6 Stunden, was einer Stundenleistung von 155 m² entspricht. Das ist ein solider Wert, liegt aber deutlich unter der Herstellerangabe von bis zu 400 m²/h, die wohl nur auf völlig freier Fläche bei maximaler Geschwindigkeit erreichbar ist. Der Dreame A3 AWD Pro 3500 ist aufgrund seiner größeren Schnittbreite von 40 cm mit 186 m²/h auf derselben Testfläche schneller.

Kantenschnitt mit dem TruEdge-Trimmer: Die größte Neuerung des Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist der integrierte Fadentrimmer. Er wird separat über die App gestartet, nachdem man die zu bearbeitenden Kanten markiert hat. Der Roboter fährt diese dann ab, senkt den Trimmer auf eine feste Höhe von 6 cm und beginnt zu trimmen.

Der Trimmer funktioniert noch nicht perfekt. Aber nach zwei Durchläufen kann sich das Ergebnis sehen lassen. So wenig Nacharbeit an den Kanten bietet bislang kein anderer von uns getesteter Mähroboter.

An den Außengrenzen des Gartens funktioniert das Trimmen zufriedenstellend – es bleibt deutlich weniger Nacharbeit als bei Mährobotern ohne Trimmer. Allerdings zeigten sich im Praxistest mehrere Schwächen: Der Roboter verlor gelegentlich ohne ersichtlichen Grund den Kontakt zum Rasenrand, navigierte ins Flächeninnere oder stoppte den Trimmer während der Fahrt. An Sperrflächen hielt er einen viel zu großen Abstand von 10 bis 20 cm, obwohl diese auf 1 bis 2 cm genau kartiert waren – der Trimmer wurde dort wirkungslos. Zudem kann die feste Bauhöhe von 6 cm dazu führen, dass der Trimmer an Randsteinen aufsetzt, wenn der Rasen tiefer als die angrenzende Fläche liegt.

Ecovacs weist in den FAQ darauf hin, dass dichtes Gras mehrere Trimmsitzungen erfordern kann und die Personenerkennung den Trimmvorgang unterbricht – beides bestätigte sich im Test. Nach zwei Durchläufen war das Ergebnis an den Außenkanten gut, die Sperrflächen-Problematik bleibt jedoch ein Ärgernis. Insgesamt ist der Trimmer eine vielversprechende Innovation, die in der aktuellen Softwareversion aber noch nicht ihr volles Potenzial entfaltet.

Navigation und Hinderniserkennung

Das Holo-Scope-360-System kombiniert den 360°-LiDAR mit dem frontalen 3D-ToF-LiDAR und der KI-Kamera zu einem leistungsfähigen Navigationsverbund, der im Regelbetrieb präzise und zuverlässig arbeitet. Die Hinderniserkennung ist vorbildlich: Schläuche, kleine Bälle, Spielzeug und Igel – Ecovacs wirbt mit über 200 erkennbaren Objekttypen – werden sicher umfahren. Dunkle Bereiche oder schlechter Satellitenempfang stellen dank LiDAR kein Problem dar, was einen echten Vorteil gegenüber RTK-basierten Systemen darstellt.

Ganz ohne Kritikpunkte bleibt die Navigation allerdings nicht. Die Hinderniserkennung reagiert gelegentlich übervorsichtig auf hohes Gras oder Löwenzahn, was die Mähzeit unnötig verlängert. Hier hilft die Anpassung des Vermeidungsmodus in der App, der sich auf 10, 15 oder 20 cm konfigurieren lässt. Auch die Überlappung der Mähbahnen schwankt stellenweise, was den insgesamt guten Gesamteindruck etwas trübt. Die Hindernisumfahrung funktioniert im Nahbereich bis auf etwa 5 cm Abstand, was für die meisten Alltagssituationen ausreicht.

Ecovacs-App: Die Aufteilung in Zonen ist möglich und bei einem großen Garten mit unterschiedlichen Flächen auch sinnvoll, da man je Zone die optimale Mährichtung einstellen kann.

Akkulaufzeit und Ladezeit

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist mit einem 7.500-mAh-Akku bei 32,4 V ausgestattet, was einer Kapazität von rund 243 Wh entspricht. Im Praxistest auf dem flachen 240-m²-Teststück verbrauchte er bei 1,6 Stunden Mähzeit etwa 45 bis 50 Prozent der Kapazität. Die Ladezeit von 15 auf 100 Prozent betrug mit dem 189-W-Netzteil 85 Minuten – die Herstellerangabe von 70 Minuten wurde damit nicht ganz erreicht, der Wert ist aber akzeptabel. Die Reichweite dürfte für die beworbenen 3.000 m² in der Praxis bei komplexen Gärten mit Hindernissen und Steigungen etwas geringer ausfallen, ist aber insgesamt sehr gut dimensioniert.

Bei einem Strompreis von 35 Cent/kWh kostet eine Vollladung rund 8,5 Cent – die Betriebskosten sind damit vernachlässigbar.

Hanglagen und Geländetauglichkeit

Ecovacs gibt eine maximale Steigfähigkeit von 50 Prozent an, was etwa 27° entspricht. Im Testgarten wurde der Mähroboter auch auf einer 30°-Steigung eingesetzt – also oberhalb der Herstellerangabe. Auf weniger steilem Gelände arbeitete der Hinterradantrieb zuverlässig, solange längs zum Hang gemäht wurde. Quer zum Hang oder bei nassem, rutschigem Gras kam es jedoch zu Traktionsverlusten und Wendemanövern, die Rasenschäden verursachen können. Für Gärten mit extremen Steigungen ist ein Allradantrieb wie beim Dreame A3 AWD Pro 3500 die bessere Wahl – doch auch mit Allrad sollte man steile Flächen nur bei trockenem Untergrund mähen, um Rasenschäden zu vermeiden.

Die maximale Hindernishöhe liegt bei 4 cm, was für viele Gärten ausreichen dürfte. Die 4 bis 5 cm hohen Randsteine im Testgarten stellten jedoch eine unüberwindbare Hürde dar, sodass der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro eine der drei Rasenzonen nicht erreichen konnte. Für normale Hanglagen bis etwa 45 Prozent Neigung und Gärten ohne hohe Bordsteinkanten ist das Gerät gut geeignet, bei extremeren Anforderungen stößt es an seine Grenzen.

Ecovacs-App: Die Aufteilung in Zonen ist möglich und bei einem großen Garten mit unterschiedlichen Flächen auch sinnvoll, da man je Zone die optimale Mährichtung einstellen kann.

Lautstärke und Betriebszeiten

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist im normalen Mähbetrieb mit 62 dB(A) angenehm leise – das entspricht in etwa einer normalen Unterhaltung. Man kann sich problemlos im Garten aufhalten, während er arbeitet.

Deutlich anders verhält es sich mit dem integrierten Trimmer: Mit 82 dB(A) erreicht er die Lautstärke eines herkömmlichen Rasentrimmers. Der Geräuschpegel schwankt dabei je nach Situation – leiser bei der Navigation zwischen den Kanten, lauter im dichten Gras und kurzzeitig mit höherer Drehzahl beim Markieren der Schnittlinie. Nach herrschender Rechtsauffassung gelten für den regulären Mähbetrieb die Zeiten der 32. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV): Montag bis Samstag von 7:00 bis 20:00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ist der Betrieb grundsätzlich untersagt. Da § 7 der 32. BImSchV für Graskantenschneider verschärfte Einschränkungen vorsieht, sollte der Trimmer vorsichtshalber nur werktags zwischen 9:00 und 13:00 Uhr sowie zwischen 15:00 und 17:00 Uhr eingesetzt werden.

Sicherheit und Diebstahlschutz

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro verfügt über einen PIN-Code, der beim Einschalten oder Verlassen der Mähkarte abgefragt wird. Doch selbst mit Kenntnis der PIN können Diebe mit dem Gerät nichts anfangen: Solange der Roboter mit einem Nutzerkonto verknüpft ist, lässt er sich nicht mit der Ecovacs-App nicht verbinden. Wird das Gerät angehoben, löst es einen Alarm aus. Optional kann ein 4G-Modul mit GPS-Einheit für 150 Euro nachgerüstet werden, das im Lieferumfang nicht enthalten ist und eine Echtzeit-Ortung ermöglicht sowie eine Fernsteuerung außerhalb des heimischen WLAN-Netzes erlaubt.

Die Kombination aus LiDAR, Kamera und ToF-Sensor erkennt selbst kleine Gegenstände zuverlässig, eine hundertprozentige Garantie gibt es dennoch nicht. Zum Schutz nachtaktiver Tiere wie Igel sollte der Mähroboter ausschließlich tagsüber betrieben werden. In einigen Kommunen gibt es bereits Nachtfahrverbote mit empfindlichen Geldbußen – in Leipzig beispielsweise bis zu 50.000 Euro. Geht es nach dem Deutschen Städtetag, könnte ein solches Verbot bald bundesweit gelten. In der Ecovacs-App lassen sich entsprechende Tierschutz-Zeiten definieren, die standardmäßig auf 19:00 bis 7:00 Uhr eingestellt sind.

App und Smart-Home-Integration

Die Ecovacs-App ist funktional und übersichtlich gestaltet. Sie bietet zonenbasierte Einstellungen für Mährichtung, Geschwindigkeit, Schnitthöhe und Hindernisvermeidungshöhe. Zeitpläne lassen sich ebenso konfigurieren wie Tierschutz-Zeiten und eine Regenverzögerung von 3 bis 5 Stunden. Die Kartenbearbeitung erlaubt das Teilen und Zusammenführen von Zonen, das Anlegen von Sperrflächen und Verbindungspfaden sowie die gezielte Auswahl der Kanten für den Trimmereinsatz. Darüber hinaus stehen eine manuelle Steuerung und ein Livestream der integrierten Kamera zur Verfügung. Die App ist allerdings nicht für Tablets wie das iPad optimiert – die Darstellung lässt sich lediglich größer zoomen.

Smart-Home-Integration: Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro unterstützt Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant sowie Siri-Kurzbefehle für grundlegende Befehle wie Start, Stopp und Rückkehr zur Ladestation. Auch eine Einbindung in Smart Home by Hornbach ist möglich, bietet aber nur rudimentäre Funktionen wie Start und Stopp – selbst das Auslesen von Betriebsdaten wie dem Akkustatus fehlt. Die Community-basierte Home-Assistant-Integration unterstützt derzeit den Goat A3000 LiDAR aus dem Vorjahr, jedoch bislang nicht das aktuelle Pro-Modell. Zudem ist die Integration an die Hersteller-Cloud gekoppelt – ein rein lokaler Zugriff auf das Gerät ist nicht möglich. Eine native Anbindung an Apple Home besteht nicht.

Mit einem Hochdruckreiniger darf der Ecovacs nicht gereinigt werden. Aber Wasser aus einem normalen Gartenschlauch hält er dank IPX6-Zertifizierung aus.

Wartung und Pflege

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist nach IPX6 zertifiziert und kann mit einem sanften Wasserstrahl gereinigt werden – ein Hochdruckreiniger sollte jedoch nicht zum Einsatz kommen. Die Ladestation ist nach IPX4 geschützt. Vor dem Reinigen oder Umdrehen des Geräts muss die Gummikappe auf die LiDAR-Kuppel gesetzt werden, um den empfindlichen Sensor zu schützen.

Laut Handbuch sollte der LiDAR-Sensor wöchentlich abgewischt werden, Kamera und ToF-Sensor alle ein bis zwei Wochen. Die Messer sind alle vier bis sechs Wochen zu wechseln, Trimmerfaden und -bürste alle vier bis acht Wochen. Ein Ersatzmessersatz mit 18 Klingen kostet 15 Euro, von Drittanbietern gibt es 30 Stück bereits für aktuell rund 16 Euro. Ein Trimmer-Kit mit zwei Fäden und zwei Bürsten schlägt mit 35 Euro zu Buche.

Der Akku ist über eine verschraubte Abdeckung auf der Unterseite zugänglich und grundsätzlich wechselbar. Die Kosten für einen Austausch außerhalb der Garantie sind allerdings nicht verbindlich beziffert – der Support verweist auf autorisierte Servicepartner.

Preis

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro positioniert sich mit rund 2300 Euro im oberen Premiumsegment. Sein größtes Alleinstellungsmerkmal ist der integrierte Trimmer, der allerdings in der aktuellen Softwareversion noch nicht perfekt arbeitet. Gegenüber RTK-Systemen hat er den Vorteil, dass er auch ohne Satellitenempfang zuverlässig navigiert. Gegenüber dem Dreame A3 AWD Pro 3500 fehlt ihm der Allradantrieb für extreme Steigungen und hohe Randsteine, dafür bietet er mit dem Trimmer eine Funktion, die kein anderes Gerät im Testfeld hat. Ecovacs gewährt drei Jahre Garantie.

Für Gärten bis 1.600 m² ohne extreme Steigungen ist der Goat A1600 LiDAR Pro mit rund 1500 Euro die wirtschaftlichere Alternative: Baugleiche Technik, mit identischem Trimmer und Navigationssystem, lediglich der Akku ist kleiner. Wer keine 3.000 m² mähen muss, spart 800 Euro ohne funktionale Einbußen.

Fazit

Der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro ist ein mutiger, aber noch nicht vollständig ausgereifter Meilenstein. Die kabellose Dual-LiDAR-Navigation arbeitet hervorragend – vor allem unter Bäumen oder in Hinterhöfen, wo RTK-Systeme regelmäßig scheitern. Die Mähleistung ist mit 155 m²/h gut, das Schnittbild tadellos gleichmäßig. Auch die App überzeugt mit übersichtlicher Bedienung und umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten, die sich pro Mähzone individuell festlegen lassen.

Der integrierte Tru-Edge-Trimmer ist die eigentliche Innovation dieses Modells. An den Außenkanten des Gartens spart er spürbar Nacharbeit – kein anderes Gerät im Testfeld kommt ohne manuellen Rasentrimmer an ein vergleichbares Ergebnis. Allerdings kämpft der Trimmer mit Abstandsproblemen an Sperrflächen, gelegentlichen Unterbrechungen und einer festen Bauhöhe von 6 cm, die an Randsteinen zum Problem werden kann. Die Technik ist vielversprechend, benötigt aber noch Software-Feinschliff.

Grenzen zeigt der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro bei der Geländetauglichkeit: Die Mindestdurchfahrtsbreite von 90 cm schließt enge Passagen aus, die maximale Hindernishöhe von 4 cm macht hohe Randsteine zur unüberwindbaren Hürde, und bei Steigungen jenseits von 27° gerät der Hinterradantrieb ins Rutschen. Wer einen Mähroboter für Gärten mit Engstellen, hohen Bordsteinkanten oder steilen Hängen sucht, ist mit einem Allrad-Modell wie dem Dreame A3 AWD Pro 3500 (Testbericht) besser bedient.

Für große, überwiegend offene Gärten mit moderaten Steigungen und dem Wunsch nach möglichst wenig Nacharbeit an den Kanten ist der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro dennoch eine der interessantesten Optionen am Markt. Wenn Ecovacs die Software-Baustellen beim Trimmer und bei der Bahnüberlappung per Update behebt, könnte dieses Gerät sein volles Potenzial entfalten.

Dreame A2 im Test: Mähroboter im Porsche-Look überzeugt mit präziser Navigation

Der Dreame A2 navigiert dank Lidar und Kamera ohne Begrenzungskabel. Wie gut er das macht und wie die Mähleistung ausfällt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • Lidar-Navigation mit KI-Kamera und damit unabhängig von Satellitendaten
  • Top-Software mit vielen Einstellmöglichkeiten pro Zone
  • Durchfährt problemlos enge Stellen

NACHTEILE

  • Schnittbreite mit 22 cm nur Durchschnitt
  • Teilweise Durchdrehen der Räder

Der Dreame A2 navigiert dank Lidar und Kamera ohne Begrenzungskabel. Wie gut er das macht und wie die Mähleistung ausfällt, zeigt der Test.

Saugroboter fahren schon seit Jahren mit Lidar (Light Detection and Ranging) zentimetergenau durch den Haushalt, Haushaltshelfer mit Laserturm haben sich längst gegen Kamerasysteme durchgesetzt. Bei Mährobotern ist das anders. Aktuelle Modelle, die ohne Begrenzungsdraht auskommen, verwenden überwiegend entweder Kameras und/oder RTK (Real Time Kinetics) mit GPS (Global Positioning System) zur Orientierung. Doch die Satellitennavigation hat ihre Tücken. Begrenzen hohe Gebäude die Rasenfläche, kann es wie im Fall des Ecovacs Goat A1600 RTK (Bestenliste) passieren, dass nicht genügend Satellitendaten empfangen werden. Im schlimmsten Fall fährt der Mähroboter erst gar nicht los. Auch kann der Empfang bei um Gebäude verlaufenden Rasenflächen gestört werden. Lidar-gestützte Mähroboter wie der Ecovacs Goat A3000 Lidar (Bestenliste) kommen ohne Satellitendaten aus. Das prädestiniert sie für den Einsatz in SAT-feindlicher Umgebung. Dreame hatte bereits 2024 mit dem A1 (Bestenliste) einen Mähroboter mit Lidar im Programm. Der A2 setzt ebenfalls auf diese Technik und hat zudem eine Kamera an Bord und mäht nun bis zu 3000 m² statt 2000 m² beim A1. Außerdem hat Dreame ein 4G-Modul integriert, das ab Inbetriebnahme drei Jahre kostenlosen Empfang ermöglicht. Damit hat man im Garten auch ohne WLAN Zugriff auf den Mähroboter inklusive Kamera. Die Schnittbreite beträgt wie beim Vorgängermodell 22 cm, allerdings mit einem gravierenden Unterschied: Der A2 bietet ein bewegliches Schneidesystem, das bis auf 5 cm zum Gehäuserand ausgefahren werden kann. Mit dieser Ausstattung konkurriert der Dreame A2, der derzeit bei Amazon zum Bestpreis für 1567 Euro erhältlich ist (Normalpreis: 2500 Euro, Garage: 149 Euro), mit dem Ecovacs Goat A3000 Lidar, der 3000 Euro kostet.

Was der Dreame A2 ansonsten noch zu bieten hat und wie er sich in der Praxis in Bezug auf Navigation, Mähleistung und Kantenmähen schlägt, zeigt unser Test.

Dreame A2

Design

Mit dem A1 hat Dreame bereits einen sehr schönen Mähroboter vorgestellt. Doch der A2 sieht tatsächlich noch besser aus. Das lange, flache Chassis mit glänzendem Finish in Silber gleicht auf den ersten Blick dem des Vorgängers, bietet aber an der oberen Abdeckung an der Front eine umlaufende, leicht zurückgesetzte LED-Beleuchtung, die von einer Silber-schwarz lackierten wenige Zentimeter großen Fläche reflektiert wird. Während so gut wie alle anderen Hersteller auf widerstandsfähigen, matten Kunststoff setzen, verpasst Dreame seinem Modell eine Oberfläche wie ein Luxusauto. Vor allem das Heck erinnert an das Design eines weltbekannten Sportwagenhersteller aus Stuttgart. Finish und langgestrecktes Chassis lassen den Roboter mit dem kleinen „Knopf“ vorn, bei dem es sich um das Lidar-System handelt, hochwertig erscheinen.

Dreame A2: Top-Technik schön verpackt.

Der Rest ist hingegen Standard: Es gibt zwei nur teilweise verdeckte, große Antriebsräder mit Stollen und vorne zwei ungelenkte Stützräder. Die große Stopp-Taste im hinteren Bereich der Oberseite unterbricht nicht nur sofort den Mähvorgang, sondern öffnet gleichzeitig auch die obere Abdeckung, unter der ein kleines Display sowie ein dreh- und drückbarer Bedienknopf und Folientasten zur weiteren Steuerung untergebracht sind. Das erinnert an den Worx Vision (Testbericht), nur dass diese Elemente dort nicht unter einer Abdeckung verborgen sind. Die Unterseite des A2 bietet mit drei per Schnellverschluss ohne Werkzeug wechselbaren Klingen ein weiteres kleines Highlight des rund 16 kg schweren Geräts. Zudem darf der Dreame-Mäher dank IPx6-Zertifizierung auch auf der Unterseite mit einem Gartenschlauch abgespritzt werden – das ist bei vielen Wettbewerbern anders.

Wie gut ist die App des Dreame A2?

Zur Steuerung des Dreame A2 kommt die bewährte Dreamehome-App zum Einsatz. Dort scannt der Nutzer mit seinem Smartphone wie gewohnt den QR-Code, der unter der Bedienfeldabdeckung positioniert ist, und folgt den weiteren Anweisungen. Das klappt genauso einfach wie bei den Saugrobotern des Herstellers. Im Laufe der Einrichtung wird nach der Bluetooth-Verbindung auch eine WLAN-Verbindung hergestellt, über die der Roboter später auch aus der Ferne gesteuert werden kann. Fährt der A2 aus dem Empfangsbereich des WLANs, sorgt das integrierte 4G-Modul für eine Verbindung.

Mittig ist die Mähkarte positioniert, darüber Auswahlbuttons für die Mähart („Gesamtes Gebiet“, „Begrenzung“, „Zone“), Zeitpläne (unterteilt nach Frühling/Sommer und Herbst/Winter), Karte, Einstellungen und Sperrung der Bedienung am Mäher. Darüber befindet sich eine weitere Reihe mit Anzeigen für Bluetooth, WLAN und 4G, außerdem werden hier die Gesamtgröße aller Zonen und die Akkuladung des Roboters angezeigt. Ganz oben rechts gibt es über das typische Dreipunkt-Menü Zugriff auf weitere Optionen wie Aktivitätenprotokolle, Regen- und Frostschutz, Roboterstimme und einiges mehr.

Im Kartenmenü zeigt sich die Erfahrung des Herstellers mit Saugrobotern. Hier gibt es zahllose Features zum Anlegen von Zonen, Verbotszonen und Pfaden. So viel gibt es bei der Konkurrenz meist nicht. So dürfen No-Go-Zonen nicht nur wie gewohnt mit dem Roboter abgefahren, sondern wahlweise auch in der App eingezeichnet werden, wobei Nutzer Linien, Rechtecke oder Kreise verwenden können. Pfade verbinden Zonen untereinander oder die Ladestation mit einer Zone – sie darf also auch außerhalb stehen. Die Schnitthöhe darf der Nutzer pro Zone oder global zwischen 30 und 70 mm wählen, die Ausrichtung der Mähbahnen frei bestimmen.

3D-Karte: So sieht der Dreame A2 unsere Rasenflächen.

Besonders hervorzuheben ist, dass man eine Zone nicht nur hinsichtlich der Mähgeschwindigkeit und -höhe, sowie Hinderniserkennung konfigurieren kann, sondern, anders als etwa bei Ecovacs, auch die Mährichtung und das Muster (Kreuz- oder Schachbrettmuster) einstellen kann. Zudem unterscheidet die Hinderniserkennung nicht nur hinsichtlich der Größe, sondern auch zwischen Menschen, Tieren und Objekten. All dies lässt sich pro Zone und nicht nur generell festlegen – ausgezeichnet.

Schick ist auch die 3D-Darstellung dessen, was der Roboter sieht. In einem Punktraster findet der Nutzer hier eine erstaunlich detaillierte Karte der Umgebung vor, auf der Gegenstände, Pflanzen, Bäume, Autos und wegen der großen Reichweite des Lidar-Systems auch schon mal Teile vom Nachbarhaus schematisch angezeigt werden. Der „Laser“ des A2 kommt nämlich bis zu 75 Meter weit und in einem Winkel von bis zu 59 Grad hoch. Die Karte ist flüssig zoom-, dreh- und bewegbar.

Im Standard-Modus fährt der A2 überlappende Bahnen und lässt nichts aus, er mäht hier bis zu 120 m² pro Stunde. Im Effizienzmodus sinken Genauigkeit und Hinderniserkennung, dafür steigt die Mähleistung auf bis zu 200 m²/h. Einer der wichtigsten Punkte dürfte die Hinderniserkennung sein. Hier darf der Nutzer bestimmen, ob der Roboter generell berührungslos fahren soll und wie groß Hindernisse sein müssen, um erkannt werden zu können. Die App unterscheidet dabei zwischen ab 5, 10, 15 und 20 Zentimeter Höhe. Je unebener oder höher der Rasen ist, desto häufiger werden mit abnehmender Höhe der zu erkennenden Objekte allerdings Fehlerkennungen. So kann es passieren, dass der Roboter einzelne Grasbüschel nicht mehr mäht oder in die Zone hängende Zweige und Blätter dafür sorgen, dass er darum herum statt darunter herfährt.

Der Dreame A2 bietet eine 1080P-Kamera, die auch Menschen erkennt und eine entsprechende Benachrichtigung verschickt.

Wie lernt der Dreame A2 die Mähzonen?

Die Einrichtung der einzelnen Mähzonen klappt dank der guten Erklärungen und des überwiegend einfachen Aufbaus der App kinderleicht und letztlich wie beim Großteil der Konkurrenz. Der Nutzer muss dafür beim Anlernen den A2 wie ein RC-Auto mit dem Smartphone steuern und die Grenzen abfahren – fertig. Neu ist beim A2 die Möglichkeit der automatischen Kartierung. Allerdings funktioniert das im Test in unserem Garten mit direkt an den Rasen grenzenden Beeten und Bepflanzungen ohne Randsteine nicht so gut. Daher raten wir bei Rasenflächen ohne klare Abgrenzung zur manuellen Kartenerstellung. Damit fährt man besser, weil diese Karte einfach präziser ist.

Vorsicht ist wie immer bei Kanten geboten, die die Rasenfläche von einem etwas tiefer liegenden Weg abgrenzen. Hier sollte man ein wenig Abstand halten und nicht auf Kante kartieren. Denn ansonsten kann es wie im Test passieren, dass der A2 über diese hinausfährt und hängenbleibt. Dadurch besteht außerdem die Gefahr, dass sich die Klingen stumpf schleifen und die bewegliche Mähscheibe beschädigt wird. In einem solchen Fall schaltet der A2 sich zwar ab, doch die Vermeidung solcher Vorfälle ist immer besser.

Toll ist auch die Möglichkeit, dass man die Rasenfläche auch nach der Kartierung in mehrere Zonen einteilen kann. Und zwar ohne, dass man diese Trennlinie mit dem A2 abfahren muss. Stattdessen ermöglicht das die App, indem man einfach eine Linie einzeichnet.

Dreame A2: Die Zonenverwaltung sucht ihresgleichen. Nach der Kartierung kann man die Rasenfläche bequem per App in mehrere Zonen aufteilen und diese umfassend konfigurieren. So kann man etwa unterschiedliche Mährichtungen und -muster einstellen und auch die Mähgeschwindigkeit und -höhe sowie die Hinderniserkennung lokalen Begebenheiten anpassen.

Wie navigiert der Dreame A2 im Alltag?

Wir haben uns wie immer nicht an die Vorgaben gehalten, sondern ohne Blick ins Handbuch losgelegt – und sind grundsätzlich nicht enttäuscht worden. Zwar bezahlte unser Testgerät des Dreame A2 schon nach kurzer Zeit mit einer hässlichen Schramme von der unsachgemäßen Installation, die er sich an einer Wand zugezogen hatte. Das als Bumper konzipierte Chassis sorgt aber in solchen Ausnahmen dafür, dass der Roboter problemlos weiter mäht. Hier rächt sich dann allerdings das schicke Hochglanz-Chassis des „Silberpfeils“.

Dreame A2: An dieser Engstelle scheiterten bislang alle RTK-basierten Mähroboter. Die Lidar-basierten Modelle wie den Dreame A2 oder den Ecovacs A3000 passieren das enge Verbindungsstück problemlos.

Davon abgesehen schlug sich der A2 bei der grundsätzlichen Navigation aber sehr gut, auch wenn es im Detail noch etwas Anpassungsbedarf gibt. So findet sich der Mähroboter stets sehr gut zurecht und navigiert daher auch in Umgebungen, in denen RTK/GPS-basierte Modelle längst aufgeben. Wir haben ihn etwa dem Härtetest rechts neben dem Haus unterzogen, wo selbst die besten GPS-Mäher wie Mammotion Luba (Testbericht) und Stiga A1500 (Testbericht) immer wieder mit Problemen zu kämpfen hatten. Außerdem haben wir zwei Zonen per Pfad zwischen zwei Gebäudeteilen hindurch verbunden. Spätestens hier hätte sich jeder GPS-Mäher geweigert und die Arbeit eingestellt. Nicht so der A2, der nach dem ersten Anlernen fortan stoisch dem einmal angeeigneten Weg folgte und auch die beiden Problemzonen ohne Einschränkung mähte. Auch hat er eine Engstelle wie der Ecovacs A3000 Lidar gemeistert, an der etwa der Mammotion Luba Mini nicht vorbeikam.

Es wurde bereits angedeutet: Ganz rund läuft trotzdem nicht alles beim A2. Zwar passt für uns die grundsätzliche Navigation schon sehr gut und auch die Genauigkeit, die der Hersteller mit bis zu 1 cm angibt, scheint meist erreicht zu werden. Gerade in Verbindung mit der anpassbaren Hinderniserkennung, die im Abschnitt „App“ beschrieben wurde, mäht der Roboter nach der Fläche dann auch direkt an der Begrenzung – und das bei entsprechender Einstellung auch unter Büschen. Bei GPS-Mähern steigt hier die Abweichung, Kamera-Mäher wollen sich erst gar nicht in die Büsche schlagen.

Auffällig ist allerdings, dass der A2 – egal ob manuell per Fernbedienung gesteuert oder automatisch fahrend – immer wieder für den Bruchteil einer Sekunde abrupt stehenbleibt und dann direkt ohne Richtungswechsel weiterfährt. Das hatte im Test auch der sehr gute Segway Navimow (Testbericht) gemacht. Außerdem wirkt er – vor allem bei aktivierter Hinderniserkennung – bisweilen recht unstrukturiert. Dann wird mal hier, mal dorthin gedreht, ein Bogen gefahren oder sonst wie versucht, mit dem Störfaktor klarzukommen. Das funktionierte letztlich immer, wirkt aber noch sehr chaotisch und kostet Zeit. Denn gemäht wird bei solchen Kapriolen auch nicht, wohl aus Sicherheitsgründen.

Wie gut mäht der Dreame A2?

Dank der systematischen (und in der Ausrichtung frei wählbaren) Bahnennavigation schafft der Dreame A2 pro Tag etwa 1000 m² Rasenfläche. Die versprochenen 3000 m² beziehen sich also auf 2 Tage – oder der Nutzer stellt die Mäeffizienz in der App von „Standard“ auf „Effizient“ um. Die angegebenen Rasenflächen erreicht er wie die Konkurrenz, indem er mäht, anschließend zur Ladestation zurückkehrt, lädt und nach rund einer Stunde wieder seine Arbeit fortsetzt. Das Schnittbild gibt keinen Anlass zur Kritik.

Dreame A2: Der Abstand zwischen Gehäuserand und Mähteller beträgt wie bei den Ecovacs-Modellen A3000 Lidar und A1600 RTK nur 5 cm. Entsprechend wenig muss man mit einem Trimmer an Kanten mit fester Begrenzung nacharbeiten.

Wird es enger und der A2 muss viel rangieren, macht sich das langgezogene Chassis negativ bemerkbar. Gerade dann, wenn der Rasen eher holperig ist und nicht einem englischen Wimbledon-Grün entspricht, bleibt der Mäher bei Wendemanövern immer wieder kurz mit den vorderen, ungelenkten Rädern hängen. Das führt dann immer wieder kurzzeitig zu durchdrehenden Rädern, denn die Kraft, die der Bot benötigt, um den langen Vorbau herumzuschwenken, ist einfach höher als bei einem kompakten Modell. Das macht sich auch an Hängen bemerkbar. Muss er sie nur gerade hinauf oder hinunterfahren, gibt es bis zur Herstellerangabe von 45 Prozent oder 24 Grad keine Probleme. Soll am Hang gewendet werden, rutscht der Roboter aber immer wieder ab. Das machen Stiga und Mammotion besser.

Der Dreame A2 bietet ein bewegliches Klingensystem mit einer Schnittbreite und drei Klingen, das am Rand nur 5 cm ungemäht lässt. Im Lieferumfang befinden sich zudem 81 Ersatzklingen. Somit kann man die Klingen, die nach 100 Stunden Betriebszeit ausgetauscht werden sollen, 27x wechseln.

Preise: Was kostet der Dreame A2?

Die UVP für den Dreame A2 für Rasenflächen bis 3000 m² beläuft sich auf 2500 Euro, eine andere Farbe als Silber gibt es nicht. Aktuell gibt es den Lidar-Mähroboter für 1899 Euro. Zuletzt war er auch schon für 1579 Euro im Angebot.

Im Lieferumfang sind nicht nur sämtliche Werkzeuge für die Befestigung der Ladestation enthalten, sondern auch 81 Ersatzklingen.

Wer auf die Kamera verzichten kann, erhält mit dem Dreame A1 Pro für Rasenflächen bis 2000 m², einer etwas verbesserten Version des 2024 vorgestellten A1 (Testbericht), einen Lidar-basierten Mähroboter für 899 Euro. Ist die zu mähende Rasenfläche kleiner als 1000 m², kommt auch der Dreame Mova 1000 für 699 Euro infrage.

Dreame A2: Gibt es eine Integration für Home Assistant?

Es gibt eine Community-Integration für Home Assistant für Mähroboter von Dreame. Die Einbindung in Home Assistant erfolgt über die Dreame-Cloud. Der Dreame A2 wird inzwischen ebenfalls unterstützt. Neben der Steuerung des Mähroboters kann man sich über die Integration Benachrichtigungen über bestimmte Betriebszustände wie den Ladestand des Akkus schicken lassen, was etwa mit der App nicht möglich ist.

Dreame A2: Cloud-basierte Community-Integration für Home Assistant

Fazit

Der Dreame A2 bietet mit Lidar-Navigation und KI-Kamera das Beste, was die Technik für Mähroboter in puncto Navigation und Hinderniserkennung derzeit hergibt. Allerdings ist das noch immer nicht perfekt. Im Test in unserem anspruchsvollen Parcours ist der Dreame A2 wie jeder andere von uns getestete Mähroboter über den befestigten Rasenrand auf einen tieferliegenden Weg gefahren und hing dort fest. Allerdings ist das weniger häufig vorgekommen als bei den RTK-basierten Modellen. In einem solchen Fall lässt man bei der Kartierung besser einen kleinen Abstand zur Kante, dann passiert das nicht, muss aber später mit einem Trimmer mehr nacharbeiten.

Insgesamt haben uns die Leistungen des Dreame A2 nicht nur überzeugt, sondern auch begeistert. Wie der Ecovacs bewältigt er auch Engstellen von weniger als 1 Meter Breite bravourös und bietet in puncto Zonenkonfiguration die meisten Einstellungen. Allerdings gibt es mit dem Blick auf die Konkurrenz auch einige Kritikpunkte. Die Schnittbreite von 22 cm ist für ein Top-Modell nur durchschnittlich. Hier haben die Ecovacs-Varianten A1600 RTK und A3000 Lidar mit 32 cm und die Mammotion-Luba-Modelle mit 40 cm deutlich mehr zu bieten. Dadurch verlängert sich die Mähzeit des Dreame A2 erheblich. Was in kleinen und mittleren Gärten kaum eine Rolle spielt, kann in größeren Gärten schnell zum Problem werden – und dafür ist der A2 mit einer maximal möglichen Mähfläche von 3000 m² ausgelegt. Vor allem bei wechselhaftem Wetter, wie das hierzulande leider häufig der Fall ist. Für derart große Gärten empfehlen wir daher eher den Ecovacs Goat A3000 Lidar oder Mammotion Luba 2 AWD. Für kleinere und mittlere Gärten ist hingegen der Dreame A2 klar unsere Nummer 1. Mehr Technik und Einstellungsmöglichkeiten bietet derzeit kein anderer von uns bislang getesteter Mähroboter. Mit einem Preis von derzeit knapp 1899 Euro ist der A2 allerdings kein Schnäppchen. Das sind Sportwagen aus Stuttgart aber auch nicht.

  • Historie:
  • Veröffentlichung des Artikels am 15.5.2025
  • Letztes Preis-Update siehe Artikeldatum
Mammotion Luba Mini AWD Lidar im Test: Der erste Mähroboter mit Lidar und RTK

Der Mammotion Luba Mini AWD Lidar vereint als erster Mähroboter die Navigationstechniken Lidar und RTK. Muss man das haben? Unser Testbericht klärt auf.

VORTEILE

  • Lidar- und RTK-Navigation
  • bewältigt Engstellen unter 1 Meter Breite
  • kompatibel mit Home Assistant

NACHTEILE

  • geringere Mähfläche als reine RTK-Variante aufgrund höherem Energieverbrauch der Lidar-Einheit
  • lässt an Kanten mit fester Begrenzung mindestens 12 cm bauartbedingt ungemäht
  • Schnittbreite nur 20 cm

Der Mammotion Luba Mini AWD Lidar vereint als erster Mähroboter die Navigationstechniken Lidar und RTK. Muss man das haben? Unser Testbericht klärt auf.

Bislang setzt Mammotion bei seinen Geräten größtenteils auf das bei Mährobotern ohne Begrenzungsdraht weitverbreitete Real-Time-Kinematic-Positioning, kurz RTK-Technik. Das erfordert allerdings eine RTK-Antenne, die fix im Garten unter freiem Himmel positioniert wird, sowie eine RTK-Empfangseinheit im Roboter selbst.

Mit dem iNavi-Dienst bietet Mammotion zusätzlich einen Service, der ohne feste RTK-Antenne im Garten eine zentimetergenaue Navigation erlaubt. Dazu muss der Roboter aber mit dem Internet verbunden sein, und zwar an jedem Punkt der Rasenfläche. Da die WLAN-Abdeckung meist nicht den gesamten Garten abdeckt, sind Mammotion-Roboter mit 4G-Funk ausgerüstet. Der Dienst ist im Jahr des Kaufs kostenlos und kann für 12 Monate für knapp 50 Euro verlängert werden.

Doch die RTK-Technik hat ihre Grenzen. In unserem Testgarten gibt es eine Engstelle mit einer Breite von weniger als einem Meter, und die ist auch noch beidseitig von dreistöckigen Gebäuden umgeben. Somit ist der RTK-Empfang an dieser Stelle nicht besonders gut, mit der Folge, dass bislang sämtliche RTK-Mähroboter die Engstelle nicht gemeistert haben. Lediglich die auf Lidar-Navigation (Light Imaging, Detection and Ranging) basierenden Modelle Ecovacs Goat A3000 Lidar und Dreame A2 konnten diese Engstelle fehlerfrei passieren.

Die Lidar-Navigation bietet gegenüber der RTK-Technik also klare Vorteile. Sie hat aber auch Nachteile: Da die Reichweite der Laserabtastung begrenzt ist und sie Objekte zur Entfernungsbestimmung benötigt, taugt sie als Navigation bei großen offenen Flächen nur wenig. In großen Gärten, Parks et cetera sind RTK-Mähroboter die bessere Wahl. Hier fehlen der Lidar-Technik Objekte, die Laserstrahlen zurückwerfen, anhand deren Dauer sie die Position bestimmen kann.

Mit dem Mammotion Luba Mini AWD Lidar muss man sich über Stärken und Schwächen der Lidar- und RTK-Technik und darüber, ob sie für den eigenen Garten geeignet ist oder nicht, keine Gedanken mehr machen: Denn der Luba Mini AWD Lidar bietet neben einem modernen Festkörper-Lidar, das auch beim autonomen Fahren von Pkws zum Einsatz kommt, zusätzlich eine RTK-Empfangseinheit und kann in Verbindung mit einer RTK-Antenne oder mit dem iNavi-Dienst per RTK navigieren. Mammotion nennt die Navigationstechnik, bestehend aus Lidar, RTK und Kamera, Trifusion.

Wie gut sich der Lidar-RTK-Mähroboter in der Praxis bewährt, zeigt der folgende Testbericht.

Mammotion Luba Mini AWD Lidar: Unterschiede zum RTK-Modell

Der Mammotion Luba Mini AWD Lidar ist bis auf das Lidar-Modul, das außerdem noch eine Kamera bietet, baugleich zum Luba Mini AWD 1500 (Testbericht). Allerdings gibt es auch einige Unterschiede. Aufgrund des höheren Strombedarfs des verbauten Festkörper-Lidars schafft der Luba Mini AWD nur eine Mähfläche von 250 m², während die RTK-Variante mit gleicher Akkukapazität von 6,1 Ah 350 m² schafft.

Auch ist die maximale Mähfläche mit 1500 m² niedriger als beim reinen RTK-Modell mit 1800 m². Dafür lädt das Lidar-Modell den Akku von 0 auf 100 Prozent innerhalb von 150 Minuten, während die RTK-Variante 200 Minuten benötigt. Auch ist das Lidar-Modell mit 16,5 kg 1,5 kg schwerer als sein RTK-Pendant. Während Länge und Breite mit 58,4 cm und 43,0 cm bei beiden Modellen identisch sind, unterscheiden sie sich in der Höhe. Hier kommt das RTK-Modell auf 28,2 cm, während die Lidar-Variante eine Höhe von 30,7 cm aufweist.

Lieferumfang und Aufbau

Bis auf die fehlende RTK-Antenne ist der Lieferumfang identisch mit dem RTK-Modell. Mitgeliefert werden eine Ladestation inklusive Netzteil sowie ein Werkzeug zur Montage des Lidar-Moduls, das außerdem noch eine Kamera integriert. Die Ladestation benötigt eine ebene Fläche und wird wie bisher mit den mitgelieferten Plastikschrauben im Rasenboden befestigt.

Inbetriebnahme mit Mammotion-App

Gesteuert wird der Mammotion Luba Mini AWD Lidar mit der App des Herstellers, für die eine Registrierung erforderlich ist. Die Inbetriebnahme ist einfach und schnell erledigt. Einzelheiten dazu, bietet das Benutzerhandbuch, das auch in Deutsch, aber nur als PDF vorliegt.

Da Mammotion häufig die Firmware aktualisiert, dürfte nach der ersten Inbetriebnahme ein solches Update für die Installation bereitstehen. Das kann je nach Verbindungsgeschwindigkeit und Update-Größe unterschiedlich lange dauern. Mit einem guten WLAN-Empfang ist es nach wenigen Minuten erledigt, bei schlechteren Bedingungen dauert es bei uns im Test auch mal 30 Minuten.

Mammotion Luba Mini AWD Lidar: Schematische Kartendarstellung nach Kartierung (oben) und 3D-Map auf Basis der Lidar-Einheit.

Wie erfolgt die Kartierung und was gilt es zu beachten?

Nach der Inbetriebnahme folgt die Kartierung. Anders als die RTK-Version dreht sich die Lidar-Variante vor der Kartierung zur Positionierung einmal um die eigene Achse. Hierfür muss entsprechender Platz vorhanden sein, sonst stoppt der Kartierungsvorgang. Wie üblich ist eine genaue Kartierung essenziell für den Erfolg der späteren Vorgänge. Daher gilt es, so exakt wie möglich den Mähroboter um die Grenzen der Rasenfläche zu navigieren. Mammotion wie auch viele andere Hersteller bieten zudem die Möglichkeit einer automatischen Kartierung. Doch die ist in Gärten mit offenen Übergängen zu Beeten respektive abfallenden Randsteinen meistens zu ungenau, sodass man eine manuelle Kartierung vorziehen sollte. Damit das möglichst exakt erfolgt, setzen wir die Geschwindigkeit bei der Kartierung auf 0,4 m/s herab. Damit gelingt eine präzise Steuerung mithilfe der zwei Cursor für vor und zurück sowie links und rechts.

Luba Mini AWD Lidar: Die automatische Kartierung empfiehlt Mammotion nur für Rasenflächen mit einer klaren Umgrenzung. Wir raten wegen der höheren Genauigkeit grundsätzlich zur manuellen Kartierung.

Wird die Rasenfläche von Randsteinen begrenzt, die eben zur Mähfläche verlaufen, aber ein tiefer gelegener Weg angrenzt, sollte man bei der Kartierung etwas Abstand zu den Randsteinen lassen. Damit gibt man dem Luba Mini AWD Lidar etwas mehr Raum für nötige Richtungsänderungen, ohne dass das Gehäuse beschädigt wird. Zudem verhindert man, dass der Mähroboter über die Kante hinausfährt, an dieser hängenbleibt und das Mähwerk in Mitleidenschaft gezogen wird. Letztlich gilt das aber für alle anderen von uns bislang getesteten Mähroboter, die allesamt an dieser Kante in unserem Testgarten kapitulieren. Hier ändert auch das Lidar-System wenig.

Bietet die Rasenfläche einen ebenen Übergang zu etwa einem gepflasterten Weg, sollte man überlappend kartieren. Dafür steuert man den Mähroboter so, dass er je zur Hälfte auf dem Rasen und dem Weg fährt.

Da der Mammotion Luba Mini AWD Lidar keine spätere Aufteilung der Rasenfläche in Zonen erlaubt, sollte man entsprechend einen Bereich nach dem anderen kartieren. So kann man später beim Mähen unterschiedliche Einstellungen je nach Zone vornehmen, etwa Mährichtung, Schnittbahnenmodus, Bahnabstand, Mähgeschwindigkeit und Schnitthöhe.

Gibt es im Garten Rasenflächen, die nicht miteinander verbunden sind, muss man außerdem noch einen Kanal zu diesen kartieren. Auf diesen Umstand weist die App hin.

Wie exakt navigiert der Mammotion Luba Mini AWD Lidar?

Wie nicht anders zu erwarten war, meistert der neue Mammotion Luba Mini AWD Lidar im Test unseren schmalen Verbindungsweg zwischen zwei Rasenzonen, die kaum breiter als der Mähroboter ist. Allerdings gelingt ihm das nur, wenn die Hinderniserkennung ausgeschaltet ist. Obendrein mussten wir den Kanal mehrmals anlegen, bis er schließlich vom Mammotion befahren werden konnte. Im ersten Versuch hatten wir zu nah an den Randsteinen kartiert, was sich bei der Rückfahrt des Mammotion als Problem herausstellte und er hängen geblieben ist. Beim zweiten Versuch verlief der Kanal zu nahe an der angrenzenden Hecke, in der sich der Luba Mini festgefahren hat. Erst im dritten Anlauf, bei dem wir sowohl zur Hecke als auch zum Randstein wenige Zentimeter Abstand gelassen haben, war es perfekt. Wie im Video zu sehen ist, gelingen dem Mammotion Luba Mini AWD Lidar nun An- und Abfahrtsweg.

Bislang haben diese Engstelle nur die ebenfalls mit Lidar ausgestatteten Ecovacs Goat A3000 Lidar und Dreame A2 gemeistert, während die von uns getesteten RTK-basierten Varianten bislang daran gescheitert sind.

Mammotion Luba Mini AWD Lidar im Einsatz

Wie gut mäht der Mammotion Luba Mini AWD Lidar?

Beim Mähen navigiert der Mammotion Luba Mini AWD Lidar sehr präzise. Er fährt gerade Bahnen und am Schnittbild gibt es nichts auszusetzen. Darin unterscheidet er sich nicht von der RTK-Variante. An die Kanten fährt er aber etwas exakter. Dennoch bleibt bauartbedingt ein Rand von etwa 12 cm ungemäht, wenn der Rasen von einer festen Begrenzung wie Mauern oder Randsteinen umgeben ist. So breit ist der Abstand zwischen Mähwerk und Gehäuserand. Diesbezüglich bieten die Ecovacs-Modelle A3000 Lidar, A1600 RTK und der Dreame A2 mit nur 5 cm zwischen Schnittsystem und Gehäuse klare Vorteile.

Die Schnelligkeit beim Mähen ist von vielen Faktoren abhängig, wie der Mähgeschwindigkeit, die man zwischen 0,2 m/s und 0,6 m/s einstellen kann. Auch der Bahnabstand (8 cm bis 12 cm) sowie der Schnittbahnmodus wie Zickzackkurs oder Schachbrettmuster haben darauf einen Einfluss. Im schnellsten Modus schafft der Mammotion Luba Mini AWD Lidar mit einer Schnittbreite von 20 cm, einem Mähtempo von 0,6 m/s, einem Bahnabstand von 12 cm und einem optimalen Schnittbahnwinkel eine ebene Fläche von 181 m² in 93 Minuten. Zum Vergleich: Der Ecovacs Goat A1600 RTK bietet eine Schnittbreite von 33 cm und mäht eine ebene Fläche von 242 m² in nur 74 Minuten.

Mammotion Luba Mini AWD Lidar mäht problemlos auch unter Büschen.

Wie aktiviert man die RTK-Navigation?

Für große und offene Gärten empfiehlt es sich, den RTK-Modus zu aktivieren. In unserem Testgarten war dies nicht nötig, da die Reichweite der Lidar-Einheit von 30 Metern nicht an ihre Grenzen kam. Mit der aktuellen Firmware 1.14.6.311 aktiviert man den RTK-Dienst, indem man auf der Startseite in der App auf POS tippt. Anschließend klickt man am unteren Rand auf die Schaltfläche „RTK-Dienst aktivieren“. Im Test hat das bei uns zunächst nicht funktioniert. Erst mit „Erzwungene Umschaltung“ hat sich der RTK-Dienst aktiviert. Da wir keine RTK-Antenne installiert haben, nutzen wir für den Mammotion-Dienst iNavi, der Satellitendaten über das Internet bereitstellt und mit den Daten der lokalen RTK-Empfangseinheit im Mähroboter abgleicht. Außerdem nutzen wir als Verbindungsmethode das im Roboter integrierte 4G-Modul, da unser WLAN nicht den gesamten Garten abdeckt.

In der Standardauslieferung steht beim Luba Mini AWD Lidar nur die Lidar-Navigation (links) zur Verfügung, was für die meisten Gärten vollkommen ausreichend ist. Wer aber über einen großen Garten mit offenen Flächen verfügt und die Lidar-Reichweite von 30 Metern nicht ausreicht, kann zusätzlich die RTK-Navigation aktivieren (rechts). Anschließend sollte man allerdings neu kartieren.

Luba Mini AWD Lidar: Gibt es eine Integration für Home Assistant?

Mit einer Community-Integration ist es möglich, die Mammotion-Mähroboter über Home Assistant zu steuern. Das gilt auch für den Luba Mini AWD Lidar. Nützlich ist etwa die Möglichkeit, sich über bestimmte Betriebszustände wie die aktuelle Akkukapazität schicken zu lassen, die die App nicht bietet.

Luba Mini AWD Lidar: Dank einer Community-Integration lässt sich der Mammotion-Mähroboter auch mit Home Assistant steuern.

Wie zuverlässig funktioniert die Hinderniserkennung?

Die Hinderniserkennung funktioniert im Test bei mittleren und größeren Objekten einwandfrei. Der Mammotion umkurvt diese großräumig, sodass es zu keinen Zusammenstößen kommt. Kleinere Bälle erkennt der Luba Mini AWD Lidar hingegen häufiger nicht.

Die Hinderniserkennung sollte man grundsätzlich mit Bedacht einsetzen, denn sie offenbart beim Mähen auch Nachteile. Wenn etwa Äste von Pflanzen in die Rasenfläche reichen und man möchte, dass der Mähroboter unter diesen auch mäht, sollte man die Hinderniserkennung ausschalten. Denn ansonsten umfährt er diesen Bereich. Außerdem bietet der Luba 2 Mini AWD Lidar eine vordere Stoßstange mit Sensoren, die erkennen, wenn er gegen ein Objekt fährt, und dann den Mähvorgang stoppen.

Preis: Was kostet der Luba Mini AWD Lidar?

Während der Luba Mini AWD 1500 regulär knapp 2000 Euro kostet, verlangt Mammotion für den Luba Mini AWD Lidar zum Marktstart knapp 2300 Euro. Inzwischen hat Mammotion den Preis auf 1399 Euro gesenkt. Mit dem Code MAMMOTIONDE50 ist die Lidar-Variante zum Tiefstpreis für 1349 Euro erhältlich.

Fazit

Mit dem Luba Mini AWD Lidar liefert Mammotion einen Mähroboter, der primär in Gärten mit engen Übergängen seine Stärke gegenüber der RTK-Version ausspielen kann. Während diese wie alle anderen RTK-Mähroboter die Engstelle in unserem Garten nicht passieren, meistert der Luba Mini AWD diese genauso wie der Ecovacs Goat A3000 Lidar (Testbericht) und der Dreame A2 (Testbericht), die ebenfalls die Lidar-Technik einsetzen. In puncto Kantenschnitt muss er sich diesen allerdings geschlagen geben: Bauartbedingt lässt der Luba Mini AWD Lidar mit 11 cm mehr am Rand ungemäht als der Ecovacs und der Dreame, deren Messer vom Gehäuserand nur 5 cm entfernt sind.

Gegenüber dem Mitbewerb zeichnet sich der Luba Mini AWD Lidar noch durch seinen Allrad-Antrieb aus. Damit bewältigt er Steigungen von bis zu 38° und überflügelt die Lidar-Konkurrenz mit 27° deutlich. Steile Geländeabschnitte sollte man mit dem Mammotion aber nur bei absoluter Trockenheit mähen lassen, andernfalls schädigt er den Rasen. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, die RTK-Navigation zu nutzen, was bei großen Gärten, bei denen die Lidar-Reichweite nicht ausreicht, von Vorteil ist. Die Kombination aus RTK und Lidar bietet bislang kein anderer Mähroboter. Insgesamt ist der Mammotion Luba Mini AWD Lidar besonders empfehlenswert für Gärten mit engen Verbindungsstellen und steilen Rasenflächen. Und durch die RTK-Option eignet er sich auch für große und offene Gärten.

Navigation Lidar, Kamera Lidar, Kamera Lidar, Kamera, RTK
Max. Mähfläche bis 3000m² bis 3000m² bis 1500m²
Schnittbreite 22 cm 33 cm 20 cm
Abstand Messer/Gehäuse 5 cm 5 cm 12 cm
Maximale Steigung 26,5° 27° 38°
Abmessungen (BxHxT) 444x273x666mm 460x340x680mm 430x307x584
Gewicht 16,3 kg 16,4 kg 16,5 kg
LTE Ja, 3 Jahre kostenlos optional Ja, 1 Jahr kostenlos
Preis 2499 Euro 2999 Euro 2299 Euro
Aktueller Preis 1699 Euro 2299 Euro 2299 Euro
Bislang niedrigster Preis 1699 Euro 1599 Euro 2299 Euro

Veröffentlichung: 5.9.2025

Preisupdate: siehe Artikel-Datum

Segway Navimow X3 im Test: Mähroboter mit GPS & VSLAM

Der Navimow X3 ist das neue Top-Modell unter den drahtlosen Mährobotern von Segway. Wir haben das Modell X350 ausführlich getestet – und sind begeistert.

VORTEILE

  • perfekte Navigation mit Kamera & GPS
  • erstklassiges Mähbild
  • unkomplizierte, schnelle Einrichtung
  • zuverlässig

NACHTEILE

  • teuer
  • WLAN-Passwort darf nicht länger als 32 Zeichen sein

Der Navimow X3 ist das neue Top-Modell unter den drahtlosen Mährobotern von Segway. Wir haben das Modell X350 ausführlich getestet – und sind begeistert.

Segway bietet im Rahmen der Navimow-X3-Serie gleich vier Modelle für unterschiedliche Rasengrößen an. Allen gemein ist die Kombination aus RTK-Navigation per Satellit und VSLAM-Navigation mit drei Kameras – und ein vergleichsweise hoher Preis. Dafür schaffen die Segways aber auch riesige Grundstücke von bis zu 1500 bis 10.000 m². Wir haben den Navimow X350 mehrere Wochen fahren lassen. Ja, der Preis ist hoch, aber wer Wert auf ein tolles Schnittbild, einfache Konfiguration, zuverlässige Navigation und geniale Funktionen legt, ist hier genau richtig. Folgende Modelle stehen zur Auswahl:

  • Segway Navimow X315 für bis zu 1500 m² Rasenfläche
  • Segway Navimow X330 für bis zu 3000 m² Rasenfläche
  • Segway Navimow X350 für bis zu 5000 m² Rasenfläche
  • Segway Navimow X390 für bis zu 10.000 m² Rasenfläche

Wie kompliziert ist der Aufbau des Navimow X3?

Der große Karton wirkt hochwertig und macht Lust aufs Auspacken. Auf der Terrasse klappen wir ihn auf. Im Inneren ist alles sorgfältig verstaut, alle Kisten sind ordentlich beschriftet. Praktisch: Bereits an dieser Stelle wird man mit einer knallorangenen Pappkarte mit QR-Code aufgefordert, die Navimow-App auf dem Smartphone zu installieren. Wer das macht, benötigt keine Anleitung mehr durchzublättern: Ein vorbildlicher und komfortabler Assistent führt durch den Aufbau des Mähroboters und des nötigen Zubehörs, bis das Gerät selbsttätig im Garten unterwegs ist.

Der gesamte Aufbau hat bei uns eine gute Stunde gedauert. Das ist ohne Vorwissen im Bereich der drahtlosen Mähroboter zu schaffen, wenn man ein wenig technisches Verständnis mitbringt und Daten wie sein WLAN-Passwort griffbereit hat. Sollte man zunächst noch Vorbereitungen im Garten treffen müssen, kann die Inbetriebnahme freilich länger dauern. So liegt die maximale Schnitthöhe des Mähwerks von X315, X330, X350 und X390 bei 70 Millimetern – bevor der Roboter die Arbeit übernehmen kann, sollte man den Rasen manuell auf 70 Millimeter oder niedriger gemäht haben. Auch große Steine und Stöcke müssen aus dem Weg, wir haben darüber hinaus noch ein paar Zweige und Brennnesseln, die aus dem Gebüsch in den Rasen hingen, mit einem Trimmer und einer Astschere entfernt.

Es gibt ein paar Anforderungen an die Platzierung der Ladestation sowie der RTK-Antenne. Letztere sollte möglichst freien Blick haben, vorrangig gen Süden – ein Platz wird gesucht, der möglichst weit weg von hohen Bäumen, Hauswänden und so weiter ist. Gleichzeitig will man die Antenne nicht mitten im Garten in den Boden rammen, da von ihr ein Kabel zur Ladestation geführt werden muss – und von dort zu einer Steckdose. Wir haben die Position nach ein paar Tagen noch einmal verändert, um ein besseres Kantenschnitt-Ergebnis zu erhalten. Wer hier von vornherein perfekte Arbeit abliefern möchte, benötigt unter Umständen noch optional zu erwerbende Verlängerungskabel, zusätzliche Bodenhaken für die Kabel und mehr Zeit bei der Ersteinrichtung. Allerdings wird einem der Roboter schon mitteilen, wenn ihm etwas nicht passt – man muss also keine Angst davor haben, sondern bereit sein, vielleicht noch etwas zu optimieren. Nur einen Kritikpunkt haben wir noch an der Einrichtung: Unser WLAN-Passwort war zu lang für den Segway oder seine App. Maximal 32 Zeichen darf es haben. Ein Glück, das Gäste-WLAN hat ein kürzeres Passwort, weswegen das in der Praxis nicht gestört hat – aber dennoch nicht optimal ist.

Die folgende Fotostrecke zeigt den Aufbau des Segway-Mähroboters.

Segway Navimow X3: Wie funktioniert die Kartenerstellung?

Grundsätzlich unterscheidet sich das „Anlernen“ des Grundstücks beim Segway Navimow X3 nicht von anderen kabellosen Mährobotern. Er navigiert mit einer Kombination aus optischer Hindernis- und Grenzenerkennung, dafür hat er drei Kameras an Bord: eine nach vorn gerichtete und zwei seitliche. Außerdem nutzt er Satellitennavigation (RTK), um sich zurechtzufinden.

Wie wir bei anderen Tests dieser Mähroboter schon beobachtet haben, kann RTK in manchen Gärten problematisch sein: Tiefe Häuserschluchten, hohe Bäume, dicke Büsche und überwachsene Rasenteile blockieren den Satelliten-Empfang und können den Roboter blind machen. Tiefe Häuserschluchten hat der Garten, in dem der X350 seine Runden dreht, nicht zu bieten – aber hohe Bäume und ein dichtes Gebüsch, unter dem er sogar durchfahren muss, um den Rasen komplett mähen zu können. An keiner Stelle, selbst unter dichten Thuyen, hatte er dabei Probleme, was wohl an der ergänzenden Orientierung per Kameras liegt.

Sobald die grundlegende Einrichtung abgeschlossen ist, zeigt die App „Gamepad-Controller“ auf dem Display. Mit dem linken Daumen kann man Gas geben und rückwärts fahren, auf der rechten Seite gibt es einen Regler zum Lenken. Die App empfiehlt, ein paar Runden mit dem X3 wie mit einem ferngesteuerten Auto über den Rasen zu drehen, damit man ein Gefühl für das Fahrverhalten bekommt.

Wenn man so weit ist, schickt man den Roboter zurück in seine Ladestation und kann mit dem Kartieren beginnen. Dafür fahren wir unseren Navimow X350 an den Startpunkt der Kartierung, also an einen beliebigen Ort am Rasen-Rand, tippen auf die Start-Schaltfläche und steuern den Roboter wie ein ferngesteuertes Auto an der Rasenkante entlang. Dank der dicken Räder klappt das ziemlich gut, allerdings machen uns Beton-Rasenkanten, neben denen der Boden sich im Laufe der Jahre um zwei Zentimeter abgesenkt hat, etwas Probleme: Aufgrund der Kante können wir nicht direkt am Rand entlangfahren, weil das rechte Rad dann immer wieder mal schleift und der Roboter so nicht sauber geradeaus fährt. Weil auf der anderen Seite feine weiße Ziersteinchen liegen, können wir auch nicht mittig drüberfahren, denn auf dem weichen Schotter kommt der X3 auch nicht perfekt geradeaus.

In der Praxis ist das erst mal kein Problem. Sollte man beim Erfassen der Karte über solche Probleme stolpern, drückt man die Radiergummitaste. Solange man drauftippt, fährt der Roboter den Pfad rückwärts und löscht die eben gelernte Grenze; man kann es einfach noch einmal probieren. An dieser einen Kante halten wir jetzt einen guten Zentimeter Abstand. Damit wird die Rasenkante zwar nicht perfekt vom Roboter gemäht, doch für solche fiesen Sonderfälle gibt es eine Lösung – dazu später mehr. An allen anderen Stellen im Garten, egal ob am Abhang, an ungepflegtem Wildwuchs neben dem Rasen, an Hecken oder Zäunen, hatten wir beim Erfassen der Karte keine Probleme und konnten wirklich bis zum Rand fahren – und später mähen.

Eine nachträgliche Änderung oder Ergänzung der Karte ist jederzeit möglich. Man kann beispielsweise auch das nicht zusammenhängende Nachbargrundstück oder den Vorgarten erfassen und den Roboter dahin tragen, wenn er dort mähen soll. Nur, wenn man die Position der RTK-Antenne verändert, muss man alle Karten neu erfassen. Die gesamte Steuerung und Anlernphase funktionierte im Test vollkommen intuitiv und schnell.

Wie gut mäht der Segway Navimow X3?

Das Grundstück, auf dem der X350 seit ein paar Wochen seine Runden dreht, ist ein gemeiner Härtetest für Mähroboter. Anstelle des gepflegten Golfrasens gibt es hier hauptsächlich vermooste und überwucherte Bereiche, Furchen und Löcher von Wühlmäusen und im Frühjahr plattgetretene, aber bisher nicht schön wieder bewachsene Maulwurfshügel. Neben Rasen wachsen Disteln, Löwenzahn, das bereits erwähnte Moos und diverses andere Krautsorten auf der Grünfläche. Mäht man einen Teil des Gartens, riecht es nach Oregano, in einem anderen füllt sich der Korb des Benzinrasenmähers dem Geruch nach primär mit Zitronenmelisse. Genau deswegen fuhr hier im letzten Jahr auch kein Roboter mehr: Das bislang beim Tester eingesetzte kabelgebundene Modell hat sich regelmäßig festgefahren und benötigte mehrmals pro Woche eine Rettungsaktion – so macht das keinen Spaß.

Der Segway Navimow X350 kurz vor seinem ersten Einsatz.

Der Segway hingegen pflügt wie ein moderner Traktor von John Deere über die „Rasenfläche“. Er hat hinten zwei große, einzeln angetriebene Räder, in der Mitte die Mähscheibe mit frei schwingenden Klingen und vorn zwei große Luftreifen, die um 360 Grad drehbar sind. Fast lautlos fährt und mäht er über Hügel, Stock und Stein, gelegentlich hört man ein leises „Klock“, wenn ein Vorderrad kurz den Kontakt zum Boden verloren hat und wieder erlangt. Unser Navimow X3 nimmt alle Hindernisse hin, als wären sie nicht vorhanden, schafft die engsten Kurven und die tiefsten Löcher. Wird es ihm zu bunt, bremst er etwas ab. Er ist kein einziges Mal stecken geblieben, doch zur Navigation erklären wir später mehr.

Beim Mähen fährt er zunächst die Rasenkante ab und orientiert sich dann an einer Kante, um die Fläche Linie an Linie abzufahren. Beim nächsten Mähvorgang orientiert er sich an einer anderen Kante, sodass er immer in einem anderen Winkel Bahn um Bahn über das Grundstück fährt. Nach drei Durchgängen sieht man keine Bahnen mehr, der Rasen sieht einfach top aus.

Der Segway Navimow X350 von unten.

Die Schnitthöhe kann man zwischen 20 und 70 Millimetern in 5-Millimeter-Schritten in der App einstellen – sogar zonenweise. Der Bereich vor der Terrasse kann auf 35 Millimeter gekürzt werden, der Bereich unter den Streuobstbäumen darf 70 Millimeter hoch wachsen. Rund um den Pool schonen wir den Rasen und erlauben 50 Millimeter. Änderungen sind jederzeit komfortabel per App möglich. Das Einzige, was stört: Das Speichern jeder Änderung dauert immer ein paar Sekunden, in denen man einer Progress Bar beim Ansteigen auf 100 Prozent zusieht.

Wie laut und schnell mäht der Segway Navimow X3?

Im Mähbetrieb arbeitet er erfreulich leise. Per App kann man zwischen drei Modi wählen – normal, leise und schnell. Die Nachbarn, deren Terrasse nur von einer Rosenhecke getrennt an die Rasenfläche grenzt, haben eine Woche lang nicht mal gemerkt, dass da nun wieder ein Roboter seine Touren dreht – selbst, wenn sie zu Kaffee und Kuchen draußen saßen. Im leisen Modus wird der Segway noch mal leiser; der Hersteller spricht von 3 dB, was einer Halbierung der gefühlten Lautstärke entspricht. Tatsächlich wird er noch leiser, aber da er schon zuvor nicht gestört hat, war das gar nicht nötig. Der schnelle Modus hingegen wird ein Stück lauter. Weil es bei uns nicht aufs Tempo ankommt, betreiben wir den X3 überwiegend im normalen Modus.

Auf der Oberseite gibt es ein großes Matrix-Display für Status-Informationen, Akkustand und Begrüßung.

Die Geschwindigkeit hängt vorrangig von der Form des Grundstücks ab. Rechteckig und ohne Hindernisse geht es freilich viel schneller, als wenn der X3 permanent drehen, bremsen, schauen muss. Bei uns hat er sehr verwinkelte und gemeine 200 Quadratmeter in einer knappen Stunde gemäht und dabei in der Ausführung X350 knapp 20Prozent des Akkus verbraucht.

Je mehr Hindernisse die Optik erkennt, desto häufiger muss der Navimow herunterbremsen und noch einmal extra schauen. Wie beim Saugroboter im Wohnzimmer gilt: Je besser das Grundstück auf den Einsatz eines Mähroboters vorbereitet ist, umso schneller und effizienter kann er arbeiten. Im Falle des Segway gilt: Egal, wie das Grundstück aussieht, der Navimow X3 kommt damit klar.

Wie gut ist die Objekterkennung des Segway Navimow X3?

Dem Roboter beim Mähen zuzusehen, hat schon fast etwas Meditatives – ähnlich wie ein 3D-Drucker. Beim X3 kommt hier sogar noch ein Gefühl dazu, das man fast schon als väterlichen Stolz bezeichnen kann, denn sein Umgang mit Hindernissen ist fast ein Spektakel.

Beim ersten Mähen entdeckte die Kamera vor dem Roboter ein Büschel einer anderen Grassorte, das eine etwas andere Farbe hatte als der Rest – und die offensichtlich etwas schneller wächst, denn dieses Büschel stand einen knappen Zentimeter über die Grasnarbe hinweg. Der X3 hat davor abgebremst, ist kurz stehen geblieben, dann drübergefahren – und hat sich danach noch einmal umgedreht. Fast, als wollte er schauen, ob seine Einschätzung richtig und das Mähen erfolgreich war. War es, das Büschel war weg.

Über Stock und Stein und unter Büschen und Blättern zieht der X350 seine Bahnen.

Anderes Beispiel: Eine Brennnessel ist aus dem Gebüsch am Rand über die Rasenfläche gekippt, aber ohne sie zu berühren. Die Pflanze hing gute zehn Zentimeter über dem Rasen, einen halben Meter in die Rasenfläche hinein. Beim Kantenmähen hat der Roboter die Brennnessel erkannt und im großen Bogen umfahren. Am Ende der Mäharbeiten ist er noch mal dahin gefahren, hat sich die Brennnessel von drei Seiten angesehen und dann angestupst. Danach hat er den Rasen unter der Brennnessel abgefahren, als wäre kein Hindernis dort. Den Gartenschlauch und das Kinderspielzeug hat er sauber gemieden und umfahren, auf den kläffend anrennenden Hund reagiert er mit Rückzug – was der Hund wohl als unterwürfiges Verhalten interpretiert und sich sofort mit dem neuen Gast im Garten arrangiert hat.

Kommt ein Mensch in die Nähe des Roboters, zeigt er auf seinem großen Matrix-Display gelegentlich „Hi!“.

Ist der Segway Navimow X3 wasserfest und kommt er mit Regen zurecht?

Das Gehäuse ist wasserdicht. Der Roboter hat einen Feuchtigkeitssensor und holt sich darüber hinaus noch Wetterinformationen aus dem Internet, um zu entscheiden, ob er heute mäht oder nicht.

Sorry für die schlechte Bildqualität: Diese Amsel hat im X350 einen neuen Freund gefunden. Sie saß regelmäßig beim Mähen in seiner Nähe.

Wenngleich er auf feuchtem Untergrund mäht: Er zerstört den Rasen nicht. Seine großen Räder drehen sporadisch mal durch. Der Segway reagiert sofort darauf, schaltet gegebenenfalls das Mähwerk ab und sucht zunächst ganz vorsichtig und langsam nach einem Ausweg, statt einfach stumpf ein Rad weiterdrehen und damit die Grasnarbe abtragen zu lassen. Bei uns hat sich der Navimow nie festgefahren und auch an kritischen Stellen stets und rasenschonend einen Ausweg gefunden.

Wie ist die Verarbeitung des Segway Navimow X3?

Der Segway hat ein Kunststoff-Gehäuse und ist in Grau-Orange gehalten. Er fühlt sich stabil und hochwertig an und hat nach einigen Wochen Test-Betrieb weder Kratzer noch andere Gebrauchsspuren davongetragen. Dazu zahlt natürlich ein, dass seine hervorragende Navigation per Kameras und RTK einen vollkommen berührungslosen Betrieb möglich machen. Der X3 rumpelt nirgendwo gegen.

Auch das Zubehör ist hochwertig. Zur Ladestation gehören stabile Bodenplatten aus dickem Kunststoff und komfortable und gut haltende Erdschrauben zur Befestigung. Die RTK-Antenne bringt eine Halterung aus Metall mit drei Erdspießen aus Metall mit, die wir ohne Probleme mit dem Fuß in Erde und Schotter treten konnten. An keiner Stelle haben wir hier Qualität vermisst.

Preis: Was kostet der Segway Navimow X3?

Alles Gute hat seinen Preis. Das gilt auch für das High-End-Produkt Segway Navimow X3. Der folgende Preisvergleich zeigt die derzeit günstigsten Angebote für die Modelle X315 (1500 m²), X330 (3000 m²), X350 (5000 m²) sowie X390 (10.000 m²).

Fazit

Der Segway Navimow X3 hat uns rundherum begeistert. Seine Einrichtung war einfach, die Verarbeitung ist gut. Er mäht ganz hervorragend und ist dabei noch leise. Selbst in einem für Mähroboter sehr herausfordernden Garten ließ er sich zu keiner Zeit aus der Ruhe bringen. Er navigierte und steuerte perfekt um Hindernisse, mähte aber sauber über alles, was weg sollte. Er fuhr unter Büschen durch, neben Gartenschläuchen, Kies und Kinderspielzeug, freundete sich mit dem Hund an und macht genau das, was ein guter Haushaltsroboter eben machen soll: Er kümmert sich selbsttätig ohne nötiges und nerviges händisches Eingreifen um seine Aufgabe.

Test: Segway-Mähroboter i208 LiDAR – keine Kabel, keine Antenne, keine Probleme?

Der Segway Navimow i208 navigiert dank LiDAR ohne RTK-Antenne. Das vereinfacht die Inbetriebnahme und sorgt für eine exakte Navigation.

VORTEILE

  • Dank LiDAR einfache Inbetriebnahme
  • Sauberes Schnittbild
  • GPS-Tracking, PIN-Schutz
  • relativ günstig

NACHTEILE

  • Enge Übergänge problematisch
  • scheitert an niedrigen Randsteinen
  • Mähen an Kanten nicht optimal

Der Segway Navimow i208 navigiert dank LiDAR ohne RTK-Antenne. Das vereinfacht die Inbetriebnahme und sorgt für eine exakte Navigation.

LiDAR-Mähroboter waren 2025 noch eine seltene Erscheinung. Dieses Jahr sieht das anders. Nahezu jeder Hersteller hat mindestens ein Gerät im Angebot, das statt auf Basis von Satellitendaten mithilfe von LiDAR navigiert. Vor allem in Stadtgärten mit hohen angrenzenden Gebäuden ist das von Vorteil, da der Empfang von Satellitendaten in diesem Umfeld nicht immer gewährleistet ist.

Auch Segway verwendet bei vielen Navimow-Modellen die LiDAR-Technik. Anders als Hersteller wie Dreame und Ecovacs, die auf ein 360°-LiDAR mit rotierenden Teilen setzen, kommt im Navimow i208 die robustere Solid-State-Variante zum Einsatz. Sie kommt ohne fragile, bewegliche Teile aus und ist daher langlebiger. Der geringere Sichtwinkel von Solid-State-LiDAR (etwa 120–140° statt 360°) ist im Garten meist vernachlässigbar, da sich der Mähroboter beim Navigieren ständig dreht und so die gesamte Umgebung nach und nach erfasst. Nur bei sehr schneller Fahrt oder komplexen Labyrinthen kann der fehlende Rundblick theoretisch Nachteile bringen – für typische Heimgärten spielt das aber keine Rolle.

Wie sich der neue Navimow i208 LiDAR in unserem Testgarten mit nicht verbundenen Zonen und engen Übergängen schlägt, zeigt der Testbericht.

Modelle und Ausstattung

Segway bietet die i2-Serie in unterschiedlichen Ausführungen an, die sich im Wesentlichen durch unterschiedlich große Akkus unterscheiden. Der getestete Navimow i208 ist für Rasenflächen bis 800 m² geeignet, während die Modelle i215 und i220 Flächen bis 1500 m² und 2000 m² bewältigen. Darüber hinaus gibt es noch die Allrad-Variante LiDAR Pro, die für 1000 m² (i210) und 2000 m² (i220) große Gärten geeignet sind. Die Allrad-Modelle mit drei Antriebsrädern können zusätzlich noch RTK-Daten aus der Segway-Cloud zur Navigation verwenden. Das ist etwa bei offenen, großflächigen Gärten nützlich, bei denen die Reichweite des LiDAR-Systems nicht ausreicht.

Das Schnittsystem besteht aus einer Mähscheibe mit sechs Klingen, die von einem 100 Watt starken Motor angetrieben wird. Die Schnittbreite beträgt 22 cm und der Abstand der Messer zum Gehäuserand liegt bei etwa neun Zentimetern. Letzterer Wert signalisiert, dass bei Rasenflächen mit einer festen Begrenzung etwa neun Zentimeter ungemäht bleiben. Die Schnitthöhe kann per App in 5-mm-Schritten zwischen 20 und 70 mm eingestellt werden.

Die Hinderniserkennung des Mähroboters basiert auf Solid-State-LiDAR in Kombination mit einer integrierten Kamera und soll über 200 Hindernisse erkennen.

Neben den typischen Funkverbindungen Bluetooth und WLAN bietet der Navimow i208 LiDAR außerdem noch eine 4G-Mobilfunkverbindung, die für ein Jahr bezahlt ist. Wer den Service weiter nutzen möchte, etwa weil der WLAN-Empfang im Garten nicht bis an alle Grenzen reicht, zahlt für den Service jährlich 30 Euro. Notwendig ist er nicht, solange der WLAN-Empfang bis zur Ladestation reicht.

Mit einem iPhone oder iPad kann man über den Dienst „Wo ist?“ den Standort des Navimow i208 LiDAR ermitteln.

In puncto Sicherheit ist der i208 bestens ausgestattet: GPS-Tracking, Geofencing, Hebealarm und Unterstützung für „Wo ist?“ von Apple gehören serienmäßig dazu. Zusätzlich ist der Roboter ohne das verknüpfte Benutzerkonto des Eigentümers nicht nutzbar – Diebe haben keine Chance. Eine PIN-Funktion bietet weiteren Schutz.

Mit Abmessungen von 635,2 × 445 × 287,5 mm fällt der Navimow nicht besonders kompakt aus. Auf die Waage bringt er knapp 15 kg. Der Antrieb erfolgt über die beiden großen Hinterräder mit auffälligem orangefarbenem Profil. Damit soll der Mähroboter auch Steigungen bis zu 45 % (24°) bewältigen. Die Verarbeitung des schwarz-grau-schwarz lackierten Mähroboters ist ansonsten ohne Fehl und Tadel. Eine Bedienung ist auch per Tasten unterhalb des kleinen Displays auf der Oberseite möglich. Mit der App gelingt die Steuerung aber wesentlich bequemer, sodass wir die Tasten während des Tests nur zur Eingabe der PIN genutzt haben.

Inbetriebnahme, Kartierung

Die Inbetriebnahme erfolgt mit der Navimow-App. Bevor wir diese nutzen, bauen wir zunächst die Ladestation auf und verbinden sie über das mitgelieferte Verbindungskabel mit dem Stromnetz. Die Aufstellung einer Antenne wie bei RTK-basierten Mährobotern entfällt. Damit lässt sich der LiDAR-Mähroboter schon einmal schneller und einfacher in Betrieb nehmen.

Doch so wie in der Werbung versprochen, „Absetzen und mähen“, funktioniert die weitere Inbetriebnahme nur in Ausnahmefällen. Wie viele andere Mähroboter bietet auch der Navimow i208 Lidar eine automatische Kartierung. Doch die gelingt in der Praxis nur zufriedenstellend, wenn der Rasen von klaren Grenzen umgeben ist. Das ist bei unserem komplexen Garten mit mehreren Zonen, die entweder gar nicht oder nur über einen schmalen Verbindungsweg miteinander verbunden sind, nicht der Fall. Somit erstellen wir die Karte des Gartens manuell: Wir fahren dafür die Grenzen des Rasens mit dem Mähroboter ab und teilen die Fläche in einzelne Zonen, um mit der App für jede Zone die optimale Mährichtung wählen zu können. Hat man nur eine Zone, gibt es auch nur eine Mährichtung und die ist häufig nicht optimal, weil der Mähroboter mehr als nötig wenden muss und somit Zeit unnötig vergeht.

Navimow-App: Einstellungen

Konfiguration per App

Mit der Navimow-App kann man pro Zone nicht nur die Mährichtung einstellen, sondern auch die Schnitthöhe und den Modus für das Mähen der Rasenkante festlegen. Mit Edge Sense bietet die App eine Konfigurationsoption für ein optimales Kantenmähen, das auf Vorsichtig, Standard und Extrem eingestellt werden kann. Diese Option ist in der Praxis aber nur relevant, wenn die Rasenkanten nicht genau erfasst wurden, etwa durch eine automatische Kartierung. Hat man wie wir im Test die Karte manuell erstellt und dabei den Mähroboter exakt navigiert, benötigt man diese Option nicht. Jedenfalls haben wir in der Praxis keinen großen Unterschied bemerkt.

Die Navimow-App bietet wie üblich auch das Erstellen von Zeitplänen, sodass man einen Mähvorgang nicht manuell starten muss. Die App bietet mit der Einstellung von Lade- und Entlade-Limits für den Akku außergewöhnliche Konfigurationsmöglichkeiten. Senkt man etwa das Ladelimit auf 80 Prozent, kann man damit die Lebensdauer des Akkus verlängern. Das Entladelimit steht standardmäßig schon bei 15 Prozent und erlaubt eine maximale Entladetiefe von 5 Prozent.

Die Navimow-App ist übersichtlich und lässt sich einfach bedienen. Die Kartenansicht bietet ähnlich wie Google Maps zwei Darstellungsoptionen. Im Test erreicht der Navimow i208 LiDAR eine Mähgeschwindigkeit von etwa 83 m².

Mähleistung und Hinderniserkennung

Der Navimow i208 LiDAR mäht den Rasen in präzisen, geraden Bahnen und liefert ein sauberes Schnittbild. Dabei bleibt er mit maximal 59 dB(A) äußerst geräuscharm. Wenn man nicht direkt danebensteht, ist er kaum zu hören.

Beim ersten Einsatz ließ er stellenweise noch vereinzelt Halme stehen, was bei den folgenden Mähvorgängen nicht mehr auftrat. Mit einer Schnittbreite von 22 cm benötigt er im voreingestellten Standardmodus 2,9 Stunden, um die 241 m² großen Teilflächen unseres Testgartens zu mähen – das entspricht einer Flächenleistung von 83,4 m² pro Stunde.

Segway Navimow i208 LiDAR: Unsere Engstelle passiert er im Test nicht zuverlässig. Einmal ist er gar umgekippt.

Im Vergleich zum Dreame A3 AWD Pro 3500 Pro, der auf 186 m² pro Stunde kommt, ist der i208 LiDAR vor allem aufgrund seiner geringeren Schnittbreite langsamer.

Die Mähleistung an Rasengrenzen ist bei ebenen Flächen perfekt, da er hier über die Rasengrenze hinausfährt und so kein Rasen stehen bleibt. Bei hohen Rasenbegrenzungen aus Stein fährt er zwar nahe an diese heran, lässt aber prinzipbedingt etwa 9 cm Rasen stehen. Der Einsatz eines Trimmers ist an solchen Kanten also vonnöten.

Den engen Übergang zwischen zwei Rasenzonen hat er im Test nicht zuverlässig geschafft. Mal gelang die Hinfahrt, mal die Rückfahrt. Im schlimmsten Fall hat beides nicht funktioniert. Diese Engstelle haben in der Vergangenheit nur LiDAR-basierte Modelle wie der Dreame A2 und der Mammotion Luba Mini 2 LiDAR problemlos passiert.

Randsteine mit einer Höhe von 4-5 cm verhindern, dass der Navimow i208 abgelegene Zonen erreicht.

Doch egal, welche Einstellungen wir vorgenommen haben, der i208 LiDAR scheitert bislang an unserer Engstelle. Während der Testphase erreichten uns zwei Firmware-Updates, die die Navigationsleistung etwas verbessert haben, sodass der Mähroboter nun häufiger mal durchkommt. Doch zuverlässig gelingt das bislang noch nicht. Auch das andere Teilstück hat der Navimow i208 LiDAR nicht erreicht, weil er an den 4 – 5 cm hohen Randsteinen hängen geblieben ist. Für Gärten mit solchen Eigenschaften sind Gelände-gängigere Modelle wie der Mammotion Luba 2 Mini AWD LiDAR besser geeignet.

Die Hinderniserkennung hat im Test bis auf winzige Bälle, die unerkannt blieben, zuverlässig funktioniert.

Smart Home

Der Navimow i208 LiDAR unterstützt eine Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant. Außerdem gibt es eine offizielle Integration für Smart Home by Hornbach (Bestenliste). Allerdings sind die Steuerungsmöglichkeiten begrenzt. Auch die inoffizielle Integration für Home Assistant bietet nur wenige Möglichkeiten. Eine Integration von Zeitplänen und Karten wie bei Mammotion oder Sunseeker gibt es für den Navimow nicht.

Die inoffizielle Integration für Home Assistant bietet nur wenige Möglichkeiten. Eine Integration von Zeitplänen und Karten wie bei Mammotion oder Sunseeker gibt es für den Navimow nicht.

Preis

Für den Navimow i208 Lidar verlangt Segway regulär 1499 Euro. Die Preise schwankten zuletzt zwischen 1200 und 1000 Euro.

Fazit

Der Segway Navimow i208 LiDAR ist ein solide verarbeiteter, leiser Mähroboter mit überzeugender Sicherheitsausstattung. Die Solid-State-LiDAR-Technik kommt ohne bewegliche Teile aus und ist damit robuster und langlebiger als 360°-Systeme. Für einfache, ebene Gärten bis 800 m² liefert er ein sauberes Schnittbild.

Einschränkungen: Die Flächenleistung ist mit 83 m²/h eher gering, der Akku reicht nicht für einen kompletten Durchgang. Vor allem aber scheitert der i208 an engen Übergängen und niedrigen Randsteinen. Auch an Kanten leistet er sich Schwächen.

Insgesamt ist der Navimow i208 ein guter Mähroboter für Standardgärten ohne komplexe Strukturen. Wer verwinkelte Flächen oder Hindernisse wie Randsteine hat, sollte zu einem anderen Modell greifen.

Mähroboter Sunseeker X7 im Test: Tolle App, große Schnittbreite und Allrad

Der Sunseeker X7 erklimmt dank Allrad-Antrieb bis zu 35 Grad steile Steigungen und navigiert mit RTK-GPS ohne Kabel. Wie gut ihm das gelingt, zeigt unser Test.

VORTEILE

  • Mäht zügig dank großer Schnittbreite von 35 cm
  • Dank Allrad-Antrieb problemlos in steilem Gelände
  • Zonen- und Karten-Management hervorragend
  • Dank Schnellladung nur kurze Ladezeit
  • Community-Integration für Home Assistant

NACHTEILE

  • schafft Engstelle im Test-Garten nicht (wie alle RTK-Mähroboter)
  • Auto-Kartierung bei Rasenflächen ohne Begrenzung unbrauchbar
  • Erkennt in Rasen eingelegte Platten teilweise als Hindernis
  • Keine Integration für Home Assistant

Der Sunseeker X7 erklimmt dank Allrad-Antrieb bis zu 35 Grad steile Steigungen und navigiert mit RTK-GPS ohne Kabel. Wie gut ihm das gelingt, zeigt unser Test.

Mähroboter mit Allrad-Antrieb gibt es nur wenige. Im Test hatten wir bereits die Mammotion-Modelle Luba 2 AWD (Bestenliste) und Luba Mini AWD (Bestenliste), deren Vierradantrieb zwar Steigungen von bis zu 38,6 Grad schafft, doch bei feuchten Bedingungen primär bei Richtungsänderungen im steilen Gelände den Rasen schädigt. Das will der Sunseeker X7 mit Drei-Rad-Antrieb besser machen. Er schafft zwar „nur“ 35 Grad steile Steigungen, doch ist er mit einem Gewicht von knapp 14 kg etwa 5 kg leichter als der Luba 2. Damit drückt er sich nicht so in den Rasen und dank des Drei-Rad-Antriebs ist er deutlich wendiger als die Lubas. Dementsprechend sollte er in der Praxis rasenschonender zu Werke gehen.

Wie der Luba 2 AWD 3000 ist der Sunseeker X7 für Rasenflächen bis zu 3000 m² ausgelegt. Er verfügt über zwei schwimmend gelagerte Mähscheiben, die sich an Unebenheiten anpassen und eine Schnittbreite von 35 cm bieten. Das ist zwar 5 cm weniger als der Luba 2, doch noch immer ordentlich. Zum Vergleich: Der Goat A3000 Lidar und der Goat A1600RTK von Ecovacs bieten eine Schnittbreite von 32 cm. Aber viele andere Modelle wie der Dreame A2 kommen nur auf 22 cm oder wie der Luba Mini AWD auf 20 cm.

Die Schnitthöhe lässt sich zwischen 20 mm und 100 mm anpassen, was eine individuelle Rasenpflege ermöglicht. Die Einstellung erfolgt einfach über die App, und zwar nicht global, sondern pro Zone. Das gilt auch für die Mährichtung.

Die Hinderniserkennung basiert auf 3D-Binokular-Kameras und Deep Learning. Technische Merkmale sind unter anderem eine Batteriekapazität von 5 Ah, ein Ladegerät mit 5 A, ein Geräuschpegel von 60 dB(A) und eine IPX5-Wasserdichtigkeit. Der Roboter verfügt über Wi-Fi- und Bluetooth-Konnektivität, einen Regensensor und unterstützt die Einteilung der Rasenfläche in bis zu 10 Mähzonen.

Sunseeker X7: RTK-Mähroboter mit Allrad-Antrieb für Rasenflächen mit bis zu einer Größe von 3000 m².

Sunseeker X7: Design und Verarbeitung

Der Sunseeker X7 ist mit 74,1 cm etwas länger als der Mammotion Luba 2 AWD mit 69 cm. Die Breite ist bei beiden Allrad-Mährobotern mit 51,3 cm identisch. Aber mit einer Höhe von 25,9 cm ist der Sunseeker X7 etwas flacher als der Luba 2 AWD mit 27,3 cm. Das Design ist nicht so schön wie das des Dreame A2 und auch nicht so auffällig wie das des Luba 2. Insgesamt würden wir es als wenig aufregend und unauffällig bezeichnen. Doch Schönheit sollte bei einem Mähroboter ohnehin nicht den Ausschlag geben. Praktisch ist hingegen der hohe Abstand der vorderen Abdeckung zum Gras, sodass dieses beim Mähvorgang nicht niedergedrückt wird.

Trotz des langen Chassis ist der Sunseeker mit seinem Drei-Rad-Antrieb sehr wendig. Mit nur einem Rad an der Hinterachse sind Richtungsänderungen auf engstem Raum kein Problem. Auch wird der Rasen beim Manövrieren nicht stark belastet. Ähnlich wie bei Mährobotern mit einem Zwei-Rad-Antrieb. Die beiden Schnittteller an der Unterseite sind versetzt angeordnet, sodass in der Mitte kein Rasen ungemäht bleibt.

Auf der Oberseite gibt es ein kleines Display mit vier Bedienknöpfen. Damit wird der X7 ein- und ausgeschaltet, zurück zur Ladestation geschickt oder der Mähvorgang gestartet. Zudem dienen die Bedientasten zur Eingabe der vierstelligen PIN, die man bei der Inbetriebnahme vergibt. Display und Bedientasten verdienen sich zwar keinen Schönheitspreis, erfüllen aber ihren Zweck. Hinter dem Display befindet sich der obligatorische Stopp-Schalter und davor sitzt die RTK-Antenne des Mähers. Vor dieser, an der Gehäusevorderseite, haben die Binokular-Kameras zur Erkennung von Hindernissen ihren Platz gefunden.

In puncto Design gibt es schönere Mähroboter als den Sunseeker X7. An der Verarbeitung des Grau-Silber lackierten Gehäuses gibt es hingegen nichts auszusetzen. Es ist wie üblich wasserdicht nach IPX5 und hinterlässt einen stabilen Eindruck.

Sunseeker X7: Im Lieferumfang ist alles für die Inbetriebnahme und Montage der Ladestation enthalten.

Mähroboter Sunseeker X7: Was ist im Lieferumfang?

Neben einer Schnellstart-Anleitung enthält der Lieferumfang auch ein mehrsprachiges Handbuch, das auf 22 Seiten auch auf Deutsch Ausstattung, Inbetriebnahme und Betrieb des Sunseeker X7 erläutert. Für die Befestigung von Ladestation und RTK-Antenne sind im Lieferumfang entsprechende Halterungen enthalten. Anders als bei vielen Mitbewerbern werden die Plastikhalterungen für die Ladestation und die Metallstifte für die RTK-Antenne nicht in den Boden gedreht, sondern müssen mit einem Hammer (Metallstifte) oder per Hand (Plastikhalterungen) versenkt werden. Mit dabei sind auch 12 Ersatzklingen für die beiden Mähteller mit jeweils drei Klingen (siehe auch Bildergalerie).

Aufstellort von Ladestation, RTK-Antenne und Inbetriebnahme

Die Ladestation und die RTK-Antenne haben wir wie üblich am Rand des Rasens platziert, der etwa drei Meter von der Hauswand entfernt beginnt. Die Ladestation kann sich auch außerhalb des Rasens befinden. Dann muss man eine Route zu dieser mit der App anlegen, sodass der Mähroboter sie erreichen kann. In jedem Fall benötigt sie einen ebenen Untergrund. Die 135 cm hohe RTK-Station muss mindestens drei Meter von Gebäuden und Bäumen entfernt platziert werden, um möglichst viele Satelliten empfangen zu können. Dank des mitgelieferten, netto zwölf Meter langen Verbindungskabels, das mit dem im Lieferumfang befindlichen Netzteil mit Strom versorgt wird, lässt sie sich relativ flexibel positionieren.

Sunseeker X7: Für eine präzise Navigation benötigen RTK-Mähroboter einen optimalen Satellitenempfang. In dicht bebauten Gebieten kann dieser problematisch sein.

In unseren beiden Test-Gärten hat die RTK-Antenne auf Anhieb die für den Betrieb nötige Anzahl von Satelliten empfangen. Selbst in dem von hohen Gebäuden umgebenen Garten gelang der Empfang, während etwa die RTK-Antenne von Ecovacs dort nicht genügend Satelliten empfangen konnte (siehe auch: Testbericht zum Ecovacs Goat A1600 RTK).

Der Aufbau und die Inbetriebnahme gelingen dank Schnellstart-Anleitung und der selbsterklärenden Sunseeker-App im Test innerhalb weniger Minuten. Bei schwierigen Empfangsbedingungen kann es allerdings nötig sein, die RTK-Antenne an einer Wand oder auf dem Dach zu montieren. Mehr Informationen dazu bietet das Handbuch.

Tipp: Da auch die Sunseeker-App keine Satellitenempfangshilfe bietet, empfiehlt sich eine Smartphone-App wie GNSS-View, um einen möglichst optimalen Standort für die RTK-Antenne zu finden. Grundsätzlich gilt, dass die Inbetriebnahme an einem sonnigen Tag erfolgen sollte und zu einer Zeit, die den Empfang möglichst vieler Satelliten ermöglicht.

Was sollte man bei der Kartierung beachten?

Die neuesten Mähroboter ohne Begrenzungskabel bieten inzwischen eine automatische Kartierung. Doch in der Praxis entpuppt sich diese Funktion als Marketing-Feature. Bei einer nicht durch Randsteine oder einen Zaun begrenzten Rasenfläche ist diese Funktion wertlos. Das ist auch beim Sunseeker X7 so. Er verließ während der automatischen Kartierung die Rasenfläche und kartierte unter Gartentischen- und Stühlen.

Durch die Aufteilung in Zonen können Anwender mit der Sunseeker-App die effizienteste Schnittrichtung pro Zone festlegen.

In den meisten Fällen liefert daher die manuelle Kartierung, bei der man in Bluetooth-Reichweite kurz hinter dem Mähroboter läuft und diesen per virtuellen Steuerungsflächen mit dem Smartphone navigiert, das bessere Ergebnis. Ähnlich wie Mammotion setzt Sunseeker dabei auf zwei Steuerungsflächen: Eine für Vor und Zurück und die zweite für Links und Rechts. Damit ist die Kartierung schnell abgeschlossen. Wer möchte, kann die Geschwindigkeit des Robotors für die Kartierung justieren.

Grundsätzlich empfehlen wir bei Rasenflächen, die unterschiedliche Ausrichtungen und Begrenzungen aufweisen, entsprechende Zonen anzulegen. Das hat den Vorteil, dass man pro Zone unterschiedliche Einstellungen vornehmen kann. Das wird von der Sunseeker-App unterstützt. So kann man pro Zone nicht nur Mähgeschwindigkeit und -höhe definieren, sondern auch die Mährichtung.

Sunseeker X7: Zonen können nachträglich per App aufgeteilt werden. Ein nachträgliches Abfahren zur Aufteilung ist nicht nötig.

Bei der Kartierung einer Rasenfläche, die an einen Weg grenzt, kartiert man überlappend zwischen Rasen und angrenzendem Weg, sodass beim Mähvorgang kein Gras stehen bleibt. Wenn hingegen die Rasenfläche von hohen Randsteinen begrenzt wird oder ein etwas niedriger gelegener Weg an diese grenzt, sollte man beim Kartieren zum Rand etwas Abstand lassen. Damit gibt man dem Mähroboter etwas mehr Raum für nötige Richtungsänderungen, ohne dass das Gehäuse beschädigt wird. Zudem verhindert man, dass der Sunseeker X7 über die Kante hinausfährt und an dieser hängenbleibt. Bei schwierigen Zonen sollte man außerdem die Mähgeschwindigkeit herabsetzen, die App bietet dafür die Einstellungen Schnell, Standard und Langsam.

Die Sunseeker-App hat beim ersten Versuch der Kartierung unserer gesamten Rasenfläche einen Fehler ausgegeben. Start- und Endpunkt lägen zu weit auseinander. Also haben wir zunächst einen kleineren Bereich kartiert und mit diesen um weitere Zonen erweitert. Die App unterstützt das nachträgliche Aufteilen von Zonen und speichert auch einmal erstellte Karten ab.

Wie gut gelingt die Navigation und wie effizient arbeitet das Schneidesystem?

Die Schnitthöhe können Anwender über die App zwischen 20 mm und 10 mm einstellen. Die beiden Mähscheiben bieten jeweils drei Messer und eine Schnittbreite von 35 cm. Damit ist klar, dass Sunseeker X7 zu den schnelleren Varianten seiner Gattung zählt, wenn er auch nicht die Leistung des Luba 2 AWD mit 40 cm Schnittbreite erreicht. Immerhin ist diese geringfügig größer als bei den Ecovacs-Modellen Goat A3000 Lidar und Goat A1600 RTK, die eine Schnittbreite von 32 cm bieten. Auch beim Kantenmähen macht der Sunseeker X7 mit einem Abstand der Mähklingen von etwa 8 cm zum Gehäuserand eine gute Figur. So muss man nur wenig mit einem Rasentrimmer nacharbeiten. Die Top-Modelle von Ecovacs Goat A3000 Lidar und Goat A1600 RTK sind mit einem Abstand von 5 cm allerdings noch besser aufgestellt.

Die Navigation hat im Test in allen Zonen einwandfrei mit den Standardeinstellungen funktioniert. Doch einen schmalen Weg, der zwischen zwei Häuserwänden liegt und zu einer abgelegenen Zone führt, hat der Sunseeker X7 wie auch andere RTK-Mäher nicht passiert. Hier kommt die RTK-Technik an seine Grenzen. Lediglich die Lidar-basierten Modelle Dream A2 und Ecovacs Goat A3000 haben diese Herausforderung bislang als einzige Mähroboter gemeistert. Schließlich haben wir den Sunseeker manuell durch diese Engstelle gesteuert. Interessanterweise hat er nach dem Mähen dieser Zone den Rückweg zur Ladestation gefunden.

Sunseeker X7: Je nach Mährichtung unterscheidet sich die Mähgeschwindigkeit für einen bestimmten Bereich. Die Angaben der gemähten Fläche variieren dabei zwischen 181 m² und 195 m² und die Mähdauer liegt zwischen 53 min und 1h 16min.

Wie gut und wie schnell mäht der Sunseeker X7?

Der Sunseeker X7 mäht zuverlässig in geraden Bahnen und geht dabei dank seiner großen Schnittbreite auch sehr zügig zu Werke. Das Schnittbild geht in Ordnung und kann dank zahlreicher Einstellungen in der App noch optimiert werden. Dafür gibt es etwa die Einstellung spurlos, die dafür sorgt, dass der Sunseeker unterschiedliche Mährichtungen einschlägt, sodass die typischen Mähbahnen mit der Zeit verschwinden.

Erreicht der Akku eine Kapazität von 15 Prozent, fährt der Sunseeker zurück zur Ladestation. Dank des 5 A starken Netzteils ist der Akku jedoch schnell aufgeladen. Ein Ladevorgang dauert von 0 auf 100 Prozent lediglich eine Stunde.

In unserem zweiten Testgarten mit teils sehr steilen Stellen zeigt der Sunseeker X7, wozu ein Allrad-Antrieb nützlich ist. Während bei dem Ecovacs Goat A3000 Lidar bei einer Querfahrt der Kippsensor ausschlägt und er diesen Bereich nur in der Falllinie bemähen kann, zeigt der Sunseeker X7 dank Allrad-Antrieb, egal in welcher Mährichtung, keine Schwächen. Aufgrund des rasenschonenden Drei-Rad-Antriebs ist er in unserem steilen Testgelände sogar den Mammotion-Modellen überlegen, die beim Manövrieren auf feuchtem Untergrund den Rasen beschädigen können.

Modelle und Preise: Was kostet der Sunseeker X7?

Der Sunseeker X7 kostet regulär knapp 2500 Euro. Derzeit gibt es kein günstigeres Angebot. Sein Tiefstpreis lag bei 2198 Euro. Vielleicht wird er zur Black Week wieder günstiger.

Neben dem X7 bietet Sunseeker mit dem X7 Plus noch ein Modell, das mit einem 10 Ah starken Akku ausgestattet und für eine Rasenfläche von bis zu 6000 m² ausgelegt ist. Der Sunseeker X5 für 2000 m² bietet zwar ebenfalls einen Allrad-Antrieb, unterscheidet sich gegenüber den Top-Modellen aber durch eine kleinere Schnittbreite von 22 cm.

Welche Smart-Home-Plattformen unterstützt der Sunseeker X7?

Mithilfe von Google Assistant und Amazon Alexa können Anwender den Sunseeker X7 auch per Sprache steuern. Anders als für Mammotion steht für Home Assistant allerdings keine Integration zur Verfügung. Inzwischen steht auch eine Community-Integration für Home Assistant (Bestenliste) zur Verfügung, mit der man den Sunseeker X7 vollständig steuern kann. Dashboard-Vorlagen für Pläne, Kontrolle und Zonen gibt es ebenfalls.

Dank einer Community-Integration auf Basis der Sunsseker-Cloud steht der X7 auch unter Home Assistant zur Verfügung.

Fazit

Der Sunseeker X7 ist für große Rasenflächen mit bis zu 3000 m² ausgelegt. Im Test bestätigt er diesen Anspruch dank einer großen Schnittbreite von 35 cm und einem starken Akku mit 5 Ah, der außerdem mit dem 5 A starken Netzteil schnell wieder aufgeladen ist. Gefühlt ist der Sunseeker X7 immer einsatzbereit.

Gegenüber dem Vier-Rad-Antrieb der Mammotion-Modelle erklimmt er mit seinem Drei-Rad-Antrieb zwar nicht ganz so steile Steigungen. Doch dafür ist er wendiger, wiegt weniger und geht trotz Allrad-Antrieb schonend mit dem Rasen um.

Die App erlaubt die Anpassung der Betriebsparameter wie Schnitthöhe, Geschwindigkeit und Mährichtung nach Zonen. Hervorragend.

Wie andere RTK-Mäher hat er unsere Engstelle zu einer Rasenzone im Testgarten nicht geschafft. Hier sind Lidar-basierte Mähroboter wie der Ecovacs Goat A3000 Lidar und der Dreame A2 klar im Vorteil.

Die Hinderniserkennung hat im Test einwandfrei funktioniert. Unseren Hund hat er großräumig umfahren.

Die Hinderniserkennung hat im Test einwandfrei funktioniert. Erkannte Objekte wie Hunde, Katzen oder kleinen Bällen umfährt er großzügig. Teilweise reagiert die Hinderniserkennung aber auf in der Rasenfläche eingelegte Platten, mit dem Ergebnis, dass hier ein wenig Rasen nicht gemäht wird. Mit dem neuesten Firmware-Update hat Sunseeker das Problem behoben. Jetzt mäht der X7 auch den Rasen auf einer mit Terrassensteinen durchsetzten Fläche.

Der Abstand vom Mähteller zur Außenkante des Gehäuses beträgt etwa 8 cm, sodass Rasen ungemäht bleibt, wenn diese von Randsteinen oder Zäunen begrenzt ist.

Insgesamt ist der Sunseeker X7 für große Rasenflächen mit starken Steigungen eine ausgezeichnete Wahl, wenn der RTK-Empfang gewährleistet ist. Sind Zonen durch enge Übergänge miteinander verbunden, sind Lidar-basierte Modelle aber besser geeignet. Mit einem Preis von aktuell 2500 Euro ist der Sunseeker X7 zwar kein Schnäppchen, aber angemessen bepreist.

Update 8.9.2025: Angaben zum Firmware-Update und Integration für Home Assistant ergänzt.

Mähroboter Hookii Neomow X im Test: auch ohne GPS präzise

Drahtloses Mähen per Lidar und Kamera auf großen Flächen bis 4000 m², einfache App mit allen wichtigen Funktionen – das ist der Hookii Neomow X im Test.

VORTEILE

  • gute Navigation und Objekterkennung dank Lidar und Kamera
  • für große Flächen und ordentliche Steigung
  • gute App mit allen wichtigen Funktionen inkl. Kartenkorrektur
  • Lidar für Navigation in GPS-problematischer Umgebung
  • 4G-Option für Fernzugriff ein Jahr inklusive

NACHTEILE

  • an Kanten bleibt Rand, unter niedrigen Zweigen kein Mähen
  • nicht für sehr schmale Durchfahrten geeignet
  • Mäher könnte leiser sein (Fahrgeräusche und Lidar)

Drahtloses Mähen per Lidar und Kamera auf großen Flächen bis 4000 m², einfache App mit allen wichtigen Funktionen – das ist der Hookii Neomow X im Test.

Seit fast drei Jahren gibt es jetzt Mähroboter ohne Begrenzungsdraht, die per Kamera, GPS oder Lidar navigieren – oder mit einer Mischung daraus. Auch der Hookii Neomow X gehört zu den Geräten, die auf mehrere Techniken setzen. Statt Begrenzungsdraht verwendet er sogenanntes 3D-Lidar-Slam, also Lidar (Light Detection and Ranging) und eine Kameralösung. GPS gibt es zwar auch, es dient aber lediglich dem Schutz gegen Diebstahl – genauso wie eine 4G-Verbindung, die nur zur Kommunikation dient.

Der Hersteller zielt auf mittelgroße bis große Grundstücke, als Zahl nennt er dabei maximal 4000 m². Das Pro-Modell schafft sogar 6000 m², die Lite-Version „nur“ 3000 m². Die Steuerung erfolgt dabei bequem per App, in der man Mähzonen, Korridore und No-Go-Zonen erstellt. Neben weiteren Funktionen gibt es dabei auch eine Korrekturmöglichkeit, sodass bei einem kleinen Fehler beim Anlernen nicht immer gleich der ganze Bereich neu kartiert werden muss. Alles ist aber nicht perfekt, wie der Test zeigt.

Design und Verarbeitung

Der Hookii Neomow X ist ein ziemlicher Klotz. Die Abmessungen liegen laut Hersteller bei 52 × 51 × 34 cm. Das Nettogewicht wird für die X-Variante mit 22,7 Kilogramm angegeben. Damit ist der Roboter kein Leichtgewicht, lässt sich aber zu Wartungszwecken noch handhaben – auch wenn es keine dedizierten Tragemöglichkeiten gibt. Optisch wirkt der Mäher sogar noch stämmiger als die Daten vermuten lassen. Sein graues Kunststoffgehäuse ist wuchtig, schnörkellos und nur von vorn gesehen schick. Aus allen anderen Blickwinkeln dominiert trotz der geschwungenen Oberseite seine wenig moderne Kastenform rund um die großen vorderen Räder.

Hookii Neomow X: Mit Lidar navigiert der Neomow X zuverlässig auch unter Bäumen oder zwischen hoch aufragenden Gebäuden, wo GPS-gestützte Modelle Schwierigkeiten haben.

Auf der Oberseite sitzt vorn der charakteristische Lidar-Turm in Form einer Tischtennisball-großen Halbkugel aus Glas – ganz ähnlich wie bei den Modellen Ecovacs Goat A3000 Lidar (Testbericht) und Dreame A2 (Testbericht). Dahinter sind ein einfaches Bedien-Panel sowie die typische rote Stopp-Taste für Notfälle. Ein Display gibt es nicht. Auf der Vorderseite fällt ein voluminöser mechanischer Stoßfänger ins Auge, außerdem der beleuchtete Hookii-Schriftzug sowie eine einzelne Kameralinse. Zudem ist weiter oben der Regensensor platziert. Die Seiten sind vorn hochgezogen, sodass die großen, stollenbewährten Räder frei zu sehen sind. Dahinter wird das Grau-Schwarze Chassis bis auf wenige Zentimeter heruntergezogen – gut für die Sicherheit, theoretisch schlecht für Geländegängigkeit und auch nicht sonderlich elegant.

Unter dem Gerät sitzt eine rotierende Mähscheibe mit stolzen 28 cm Schnittbreite und fünf Klingen. Nur ein Teil der Klingen schaut aus einer darüber installierten Abdeckung hervor, die soll für weniger Verklumpen von nassem Gras unter dem Gehäuse sorgen. Hinten installiert der Hersteller zwei Stützräder, die in alle Richtungen schwenken können, allerdings nicht angetrieben sind. Zum Reinigen darf wie üblich der Gartenschlauch, nicht aber ein Hochdruckstrahler verwendet werden.

Die Ladestation ist zwar nicht sehr voluminös, mit ihrer blauen Reflektorfolie, die dem Mäher auf Lidar-Höhe beim „Einparken“ helfen soll, aber trotzdem ausgesprochen auffällig. Positiv: Sie darf auch abseits von Mähzonen platziert werden.

Hookii Neomow X: Die Schnittbreite beträgt 28 cm.

Inbetriebnahme und App

Die Inbetriebnahme beginnt mit der Platzierung der Ladestation an einer gut zugänglichen Stelle mit freier Anfahrt. Der Neomow X wird per Bluetooth und WLAN mit der App gekoppelt. Ein 4G-Dienst ist für ein Jahr mit einer SIM-Karte und begrenztem Datenvolumen (etwa 1 GB) vorgesehen. Danach ist eine kostenpflichtige Verlängerung erforderlich. Einen Schacht für eine Nano-SIM-Karte gibt es, theoretisch müsste also eine eigene SIM besorgt und eingelegt werden können. Das konnten wir im Test aber nicht überprüfen. Die 4G-Konnektivität empfiehlt sich, wenn der Mäher bei großen Gärten abseits des heimischen WLANs arbeitet oder um bei Diebstahl Meldung zum Standort zu erhalten.

Eine GPS-Antenne gibt es nicht, folglich muss man sich über deren optimale Positionierung auch keine Gedanken machen. Entsprechend geht es nach dem Verbinden mit der Neomow-App direkt los. Zum Erstellen von Mäh- und No-Go-Zonen fährt der Nutzer den Neomow X wie von anderen Modellen gewohnt per Smartphone als Fernbedienung einmal an den Grenzen entlang. Danach werden Korridore zwischen den Zonen und einer zur Ladestation erstellt, sofern diese nicht direkt an der Rasenfläche positioniert ist.

Die Verbindungswege müssen nach Angaben des Herstellers mindestens 77 cm breit sein, damit der Mäher sie passieren kann. Die Steuerung ist nach einigen Updates inzwischen feinfühliger als zu Verkaufsbeginn. Wer hier nicht zu schnell unterwegs ist, kann die Grenzen seiner Rasenfläche problemlos zentimetergenau abfahren. Zu beachten ist dabei, dass der Neomow X wegen des Vorderrad-Antriebs hinten ausschwenkt – an Zäunen oder Mauern sollten Nutzer also nicht zu eng vorbeifahren, wenn anschließend enge Innenkurven geplant sind. Der Hersteller empfiehlt generell 5 cm Abstand zur eigentlichen Grenze.

Die App selbst ist recht übersichtlich. Das liegt auch daran, dass Hookii dem Nutzer weniger Features als etwa Mammotion bietet. Dennoch sind alle wichtigen Funktionen dabei. Besonders wichtig: Es lassen sich Mähzonen bearbeiten, um etwa einzelne Grenzbereiche zu verändern, ohne gleich die ganze Mähzone neu anlegen zu müssen. In der App finden sich zudem Modi für hohes Gras, tägliche Pflege und eine leistungsbetonte Variante. Zudem dürfen Nutzer Parameter wie Schnitthöhe in Stufen zwischen 3 und 8,5 cm, Fahrgeschwindigkeit zwischen 0,2 und 0,6 m/s, Bahnenüberlappung von 14 bis 28 cm, Mähwinkel manuell, automatisch oder wechselnd sowie die Höhe der Hinderniserkennung von in einer eigenen Vorlage anpassen. Die Schnitthöhenanpassung erfolgt dann automatisch per Motor. Features wie einen Planer für Wochentage und Uhrzeiten, manuelles Mähen, Eingriff auf die Objekterkennung und Firmware-Updates sowie eine Anzeige der Betriebszustände gibt es in der App ebenfalls.

Hookii Neomow X: Mit der App lässt sich der Mähroboter in allen wesentlichen Punkten konfigurieren. Sie erlaubt außerdem die Korrektur einer Karte, was nicht jeder Mähroboter zu bieten hat.

Weitere Optionen betreffen das Mähen bei Regen und ob der Mäher einfache Linien oder ein Schachbrettmuster mähen soll. Hinzu komme Einstellungsmöglichkeiten, ob der Mäher Hindernisse per Kamera vermeiden soll, wie er zurück zur Ladestation findet (auf dem schnellsten Weg oder entlang der Grenzen) und ob er beim Mähen der Grenzen die Hinderniserkennung abschalten soll. Der Mäher kann auf Geheiß auch im Regen mähen, ansonsten lässt sich die Sensibilität für den Regensensor einstellen und sogar eine Wettervorhersage mit in die Mähplanung einbeziehen. Auch eine Option für „nur Grenzen mähen“ gibt es, und der leuchtende Hookii-Schriftzug, der rot bei Fehlern, grün bei Inaktivität und blau beim Arbeiten leuchtet, kann inzwischen ganz oder zeitlich begrenzt abgeschaltet werden.

Vermisst haben wir anfangs lediglich ein Log, aus dem hervorgeht, welche Aufgaben der Mäher zuletzt absolvierte. Das ist allerdings nur etwas umständlich auf der Startseite des Mähers unter den Buttons „Eintrag“ und dem gleichnamigen Reiter versteckt, aber vorhanden. Allerdings wirkt die Darstellung der bereits gemähten Fläche etwas an den Rändern ausgefranst – das ist aber nur eine Frage der Darstellung, tatsächlich mäht der Mäher lückenlos.

Navigation und Hindernisvermeidung

Kern der Positionsbestimmung ist beim Hookii Neomow X das oben auf dem Gehäuse installierte 3D-Lidar-Slam. Dabei handelt es sich um einen schwachen drehbaren Laser, der der mittels zehn- oder sogar hunderttausender Lichtpunkte die Umgebung in unterschiedlicher erfasst und so in Echtzeit zusammen mit weiteren IMU-Daten wie Beschleunigung oder Lage eine punktgenaue 3D-Karte erstellt (Slam – Simultaneous Localization and Mapping). Im Gegensatz zu Modellen wie dem Dreame A2 (Testbericht) lässt sich die 3D-Karte beim Hookii leider nicht einsehen.

Der Mäher fährt dank der 3D-Umgebungskarte planvoll in geraden Bahnen und navigiert so zentimetergenau. Eine Kamera ergänzt die Erkennung, identifiziert größere Objekte und erkennt Menschen und Tiere. Zusätzlich arbeitet ein mechanischer Stoßfänger als letzte Absicherung. Der Hersteller nennt für die Hinderniserkennung Mindestmaße von 1 cm Breite oder 15 Zentimeter Höhe für die erkennbaren Objekte – theoretisch werden also auch winzige Gegenstände erkannt. Sehr flache, bodennahe Gegenstände können allerdings durchflutschen. Kabel, Schläuche, Seile oder dünne Äste sollten daher vor dem Start entfernt werden.

Hookii Neomow X: Die Ladestation ist zwar nicht sehr groß, aber mit der blauen Reflektorfläche, die dem Mähroboter helfen soll zurückzufinden, sehr auffällig.

Die maximale Steigfähigkeit ist mit 24 Grad respektive 45 Prozent angegeben. Die grobstolligen und großen Räder scheinen dazu gut zu passen. Wie immer gilt, bei Feuchtigkeit können die Räder schon mal durchdrehen. Im Test passierte das bei manueller Fahrt, etwa, wenn der Mäher von dichtem Gestrüpp aufgehalten wurde – oder an stärkeren Steigungen. Die Roboter überfährt Hindernisse mit einer Höhe von bis 5 cm, aus dem Boden ragende Wurzeln sollten also nicht zu groß sein. Bei sehr unebenem Gelände sollte zudem nicht eine besonders niedrige Mähhöhe gewählt werden. Trotz schwimmendem Mähdeck kann die Mähscheibe dann nämlich aufsetzen, was in einer Fehlermeldung resultiert. Inzwischen kann die aber per App gelöscht und das Mähen fortgesetzt werden. Anfangs klappte das nur am Mäher selbst.

Engstellen erfordern Aufmerksamkeit: Durchgänge unter 77 cm Breite sind nicht vorgesehen und wurden vom Neomow X folgerichtig auch nicht verlässlich durchfahren. Um sicherzugehen, empfiehlt der Hersteller Rasenbereiche ab 150 cm Breite. Tatsächlich konnten wir das nicht testen, denn der Roboter weigerte sich beharrlich, eine kleine Teilfläche neben dem Haus zu erlernen, die ohne schmale Zufahrt nicht erreichbar ist. Das Problem war aber offenbar nicht die Engstelle, sondern die Kartierung: Irgendwann erkannte der Mäher seine tatsächliche Position nicht mehr und wähnte sich jedes Mal wieder auf der bereits zuvor angelernten Fläche. Eine ordentliche Erstellung der zusätzlichen Fläche war so nicht möglich. So etwas hatten wir auch noch nicht …

Beim Mähen des Randes gibt es leider zwei Probleme. Konstruktionsbedingt bleibt wegen des Sicherheitsabstands zwischen Messern und Gehäuserand ein Reststreifen von 10 bis 15 cm stehen. Zudem fährt der Mäher trotz speziellem Randmodus oder sogar ausgeschalteter Objekterkennung nicht unter überhängenden Zweigen, da er diese per Lidar als festes Hindernis erkennt. Zumindest teilweise Abhilfe schafft hier nur die Möglichkeit, die „Hindernisvermeidungshöhe“ auf 10 cm zu senken. Alles mäht der Neomow X aber auch dann nicht.

Während die Navigation per Lidar-Sensor in diesem Punkt nachteilig ist, bietet sie anderswo klare Vorteile. So benötigt der Mäher keine freie Sicht in den Himmel, um ein ausreichend starkes Satellitensignal zu finden. Das ist ein Vorteil unter Bäumen, Vordächern und nah an großen Objekten wie Häusern. Allerdings können dichtes Blattwerk, reflektierende Flächen und abrupt wechselnde Lichtverhältnisse zumindest die visuelle Erkennung des Neomow X per Kamera beeinflussen. Komplett darauf verlassen sollte man sich also nicht, auch wenn das Ausweichen vor Hindernissen im Test zuverlässig funktionierte. Immerhin gibt es den Frontbumper als letzte Sicherungs-Instanz – das ist bei Modellen wie einem Mammotion Yuka Mini (Testbericht) anders.

Die Rückkehr zur Station erfolgt wahlweise auf direktem Weg oder entlang des Randes und machte im Test keinerlei Probleme.

Mähleistung im Alltag

Der Neomow X fährt systematisch schön gerade Bahnen ab. Das Schnittbild bei typischem Nutzrasen ist bei regelmäßiger Maht in kurzen Intervallen gleichmäßig, aus täglicher oder zweitäglicher Pflege resultiert ein sauberer, kurzer Rasenteppich. Auch für das erste Mähen im Frühling ist der Neomow X gut gewappnet. Dafür gibt es den Modus „Hohes Gras“. Laut Hersteller kommt der Mäher mit bis etwa 15 cm hohen Halmen zurecht. So hoher Rasen sollte in mehreren Durchgängen mit Schritt für Schritt abnehmender Schnitthöhe abgetragen werden, um dem Gras nicht zu viele Nährstoffe zu entziehen und es dem Mäher nicht unnötig schwer zu machen. Außerdem muss so anschließend kein langer Grasschnitt entsorgt werden. Wer noch mehr Wildwuchs hat, sollte einen Blick auf den Lymow One (Testbericht) mit Kettenraupen und Mähbalken statt Messern werfen.

Der Rasen zeigt bei trockenen Verhältnissen nach dem Mähgang ein sauberes Bild. Der Mulchschnitt verschwindet in der Grasnarbe und sorgt bei kontinuierlicher Pflege für Nährstoffrückführung. Fahrspuren bleiben zwar durch die relativ hohe Masse und mehr oder weniger breite Räder vorübergehend sichtbar, im Laufe der Stunden nach dem Mähen richten sich die Halme aber wieder auf. Auf sehr weichem, feuchtem Boden mit wenig Gras können allerdings Abdrücke an Wendepunkten entstehen. Variierte Startpunkte schaffen Abhilfe und manuelle oder automatische Winkeldrehungen der Fahrbahnen.

Hookii Neomow X: Der Hookii-Schriftzug leuchtet während des Mähens in Blau, in Rot bei Fehlern und in Grün bei Inaktivität. Die Funktion lässt sich in der App ausschalten.

Während der Innenraum von Grasflächen insgesamt optimal bearbeitet wird, sind Randbereiche die Achillesferse des Hookii Neomow X. Durch den bauartbedingten Abstand zu höheren Hindernissen wie Zäunen oder Mauern bleibt ein rund 10 bis 15 cm breiter Saum stehen. Das kann an Stellen mit ausreichend breiten Randsteinen oder an Terrassen, auf denen der Mäher halb Stein und halb Rasen befahren kann, minimiert oder ganz eliminiert werden. Allerdings sorgt Lidar als Navigationsmethode zu den bereits beschriebenen Problemen: Der Mäher will einfach nicht unter überhängenden Ästen und Zweigen fahren, weil er sie als feste Hindernisse ansieht. Je nach Höhe des Pflanzenüberhangs reicht dann auch das Herabsetzen der Erkennungshöhe nicht, und das Gras wächst an entsprechenden Stellen munter in den Himmel.

Hindernisse wie Bälle, Blumentöpfe, Stühle oder Spielzeug werden in der Regel erkannt und umfahren. Sehr flache Gegenstände, dünne Seile oder Gartenschläuche sind problematischer – sie können, müssen aber nicht zwingend erkannt werden. Lebewesen wie Haustiere und Igel werden besonders aufmerksam beachtet und ebenso vorsichtig umfahren. Mit einer Igel-Attrappe gab es keinerlei Probleme. Eine Garantie für jede Situation gibt es aber wie immer nicht, weshalb wir auch beim Neomow X dringend von Nachtfahrten und generell unbeaufsichtigtem Mähen abraten. Wer dennoch bei Nacht mäht, sollte die örtlichen Auflagen beachten. In Leipzig gilt etwa ein Nachtfahrverbot für Mähroboter, das bei Nichteinhaltung eine Strafe von bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen kann.

Als einer von wenigen Mährobotern unterstützt der Hookii Neomow X eine Anpassung der kartierten Rasenfläche. Bei den meisten anderen Modellen müssen Anwender den kompletten Bereich neu kartieren.

Bei all den beschriebenen Aufgaben ist der Hookii Neomow X nicht übermäßig laut. Maximal 60 Dezibel verspricht der Hersteller, das passt zu unseren Messungen und geht in Ordnung. Tatsächlich ist es nicht die Lautstärke, sondern die Art der Geräusche des Roboters, die nicht immer gefällig sind. So vernimmt man immer wieder leises Knarren und Knacken während des Mähvorgangs, deutlich lauter ist aber das konstante, tiefe Brummen des drehenden Lidar-Sensors. Obwohl auch dieses Geräusch nicht übermäßig laut ist, ist die Stille, wenn es nach der Rückkehr in die Ladestation aufhört, irgendwie erleichternd. Neben diesen Geräuschen sind auch die Getriebe des Antriebs zu vernehmen, primär bei schneller Fahrt. Auch dann stören sie dabei aber weit weniger als beim Kärcher RCX 6 (Testbericht). Der Mähmotor ist hingegen nur in nächster Nähe zu vernehmen. Nachts kommt eine andere Art der „Belästigung“ hinzu: Während der Hookii-Schriftzug vorn am Mäher nachts entweder gedimmt oder ganz ausgeschaltet werden kann, leuchtet die kleine LED oben am Mäher und noch viel stärker, die grüne Lade-LED der Basisstation viel zu hell weiter.

Akku

Der Neomow X nutzt einen Lithium-NMC-Akkupack mit 13 Ah bei 18 Volt. NMC verspricht höhere Energiedichte und bessere Leistung bei Kälte als LFP, ist dafür aber etwas teurer und nicht ganz so zyklenfest. Der Hersteller nennt innerhalb des ersten Jahres eine Restkapazität von mindestens 80 Prozent als Richtgröße. Normalerweise liegen NMC-Akkus nach 1000 bis 2000 Zyklen bei rund 80 Prozent.

Die Herstellerangabe sieht bis zu 120 Minuten Laufzeit unter Normalbedingungen vor, die Ladezeit liegt bei rund 180 Minuten. Die Pro-Variante steigert die Kapazität auf 17,5 Ah und erreicht bis zu 180 Minuten Laufzeit. Im dichten, nassen oder hohen Rasen sinkt die Nettofläche pro Zyklus, auf großen freien Flächen steigt sie. Für unsere verwinkelte Haupt-Testfläche von etwas über 300 m² reicht eine Ladung aber immer locker aus, meist waren hinterher noch über 50 Prozent Restladung vorhanden. Im Schnitt benötigte der Mäher dafür – abhängig von der Fahrtgeschwindigkeit – etwa 2,5 Stunden. Das passt nicht mit den Herstellerangaben zusammen, ist aber ordentlich.

Preis

Der Straßenpreis für den Neomow X bis 1500 m² liegt aktuell (Stand 4/2026) bei 1700 Euro (400-Euro-Coupon). Das SE-Modell (bis 3000 m²) kostet inklusive Garage aktuell 2099 Euro.

Fazit

Der Hookii Neomow X kann nach zahlreichen Firmware-Updates im Vergleich zu unserem abgebrochenen ersten Testversuch vor etlichen Monaten inzwischen überzeugen. Die 3D-Lidar-Slam-Navigation arbeitet verlässlich und strukturiert, und auch die Objekterkennung ist in den meisten Fällen einwandfrei. Zudem ist das Schnittbild auf der Fläche sehr sauber. Die App wirkt auf den ersten Blick fast etwas rudimentär, dennoch sind alle wesentlichen Funktionen inklusive Korrektur-Optionen von Grenzen vorhanden. Die Kombination passt insgesamt, primär zu Gärten mit großen, offenen Flächen, mit vielen Bäumen oder nahen, hohen Gebäuden, die zwar GPS, nicht aber Lidar stören können.

Schwächen gibt es aber auch. Für enge, verwinkelte und vielleicht auch noch stark bewachsene Gärten ist der Neomow X nichts. Denn er ist insgesamt groß und schwer, mag keine schmaleren Durchfahrten als 77 cm und will partout nicht unter auf die Rasenfläche hängende Zweige fahren. An Kanten bleibt daher nicht nur bauartbedingt ein Streifen stehen, sondern unter solchen Pflanzen macht sich schnell unbearbeiteter Wildwuchs breit. Hinzu kommt eine moderate, aber gut zu hörende Geräuschkulisse – gerade bei höherer Fahrtgeschwindigkeit.

Anthbot Genie 3000 im Test: Mähroboter mit RTK und vier Kameras für große Gärten

Der Genie 3000 von Anthbot ist ein RTK-Mähroboter, der für einen vergleichsweise niedrigen Preis einiges zu bieten hat. Doch überzeugt er auch in der Praxis?

VORTEILE

  • Lange Betriebszeit
  • ausgezeichnete Zonenverwaltung
  • Randschnitt konfigurierbar

NACHTEILE

  • passiert Engstelle im Test-Garten nicht (wie alle RTK-Modelle)
  • teilweise erratische Navigation durch Update behoben
  • App könnte mehr technische Daten wie RTK-Empfangsqualität anzeigen

Der Genie 3000 von Anthbot ist ein RTK-Mähroboter, der für einen vergleichsweise niedrigen Preis einiges zu bieten hat. Doch überzeugt er auch in der Praxis?

Der aus einem Kickstarter-Projekt hervorgegangene Anthbot Genie 3000 bietet mit einem 10-Ah-Akku eine lange Betriebszeit. Die wird auch benötigt. Schließlich ist das Gerät für Gartengrößen bis 3600 m² vorgesehen. Dank integriertem 4G-Dienst, der für ein Jahr kostenlos ist, lässt er sich von unterwegs jederzeit steuern. Zudem soll er mit den vier Kameras nicht nur fehlerfrei navigieren, wenn das RTK-Signal mal unter Bäumen nicht empfangbar ist, sondern auch zahlreiche Hindernisse erkennen. Gemessen an der Ausstattung ist der kabellose Mähroboter mit einer Preisempfehlung von 1699 Euro relativ günstig. Aktuell gibt es ihn sogar im Angebot mit einer Garage für 1359 Euro. Ob sich die Investition in den Anthbot Genie 3000 lohnt, zeigt unser Testbericht.

Anthbot Genie 3000: Design, Ausstattung, Funktionen

Der Anthbot Genie 3000 fällt mit 41 × 27 × 64 Zentimetern (BHL) und einem Gewicht von 13 Kilogramm im Vergleich zu anderen Mährobotern, die für eine Rasenfläche von 3000 m² und größer gedacht sind, relativ kompakt und leicht aus. Der Mammotion Luba 2 AWD ist etwa 5 Zentimeter länger, 10 cm breiter und über 5 kg schwerer. Diese Kompaktheit hat aber ihren Preis. Während der Luba 2 AWD eine Schnittbreite von 40 cm bietet und so beim Mähvorgang entsprechend schnell voranschreitet, begnügt sich der Anthbot Genie 3000 mit einer Schnittbreite von gerade einmal 20 cm. Die großen Hinterräder bieten ein großes Profil, sodass der Genie 3000 auch steilere Stücke bis zu 45 Prozent Steigung schafft.

Die vier Kameras zur Optimierung der Navigation sowie der Erkennung von Objekten befinden sich an der Front und an den Seiten. Der 10-Ah-Akku bietet eine Betriebszeit von vier Stunden. Das ist enorm und erlaubt dem Genie 3000 auch größere Rasenflächen in einem Stück zu mähen. Außerdem ist er austauschbar und unterstützt ein schnelles Aufladen innerhalb von zwei Stunden. Ein Ersatz-Akku kostet für den Genie 3000 329 Euro.

Die Mähscheibe bietet fünf Klingen, eine Modifikation der Drehgeschwindigkeit wie bei Mammotion-Mährobotern ist allerdings nicht möglich. Im Lieferumfang befinden sich neben dem Mähroboter noch eine RTK-Empfangseinheit mit Erdstab, die Strom direkt von der mitgelieferten Ladestation erhält. Es gibt zwar ein RTK-Verlängerungskabel, sodass man die Antenne einige Meter vom Aufstellort der Ladestation platzieren kann, dennoch hätte uns eine Antenne mit Netzteil, weil flexibler positionierbar, besser gefallen. Wie üblich muss die Ladestation auf einer ebenen Fläche stehen. Laut Handbuch soll man sie entweder auf dem Rasen oder an der Rasengrenze aufstellen. Mäher, Ladestation und RTK-Antenne sind nach IPX6 gegen starkes Strahlwasser geschützt. Eine Garage ist also nicht unbedingt nötig, kann aber sinnvoll sein, wenn der Aufstellort starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Die kann in der Praxis für eine Erwärmung des Akkus sorgen, sodass der Mähroboter seine Arbeit nicht beginnen kann. Das gilt allerdings für sämtliche Modelle.

Das Gehäuse in Anthrazit-Grau ist einwandfrei verarbeitet. Beim ersten Kontakt bemerkt man allerdings, dass es recht wacklig ist. Der Grund dafür ist recht simpel: Es dient damit zusätzlich als Bumper, auf den die Steuerung entsprechend korrigierend eingreift, wenn der Genie 3000 Kontakt mit Objekten hat. Auf der Oberseite befindet sich wie üblich der Not-Aus-Schalter. Darüber befinden sich drei Soft-Touch-Schalter sowie ein Display. Nach dem Einschalten gibt man über diese den vierstelligen PIN-Code ein. Erst danach ist das Gerät betriebsbereit. Überdies kann man mit den Tasten den Mähroboter ein- und ausschalten, einen Mähvorgang starten oder ihn zurück zur Ladestation schicken. Unterhalb des Not-Aus-Schalters sitzt der Regensensor, der dafür sorgt, dass bei Regen der Genie 3000 seine Arbeit einstellt und zur Ladestation zurückkehrt. Hört der Regen auf, setzt der Mähroboter innerhalb einer per App definierten Zeit (0 bis 8 Stunden) den Mähvorgang fort.

Ausgestattet ist der Genie 3000 außerdem mit einer 4G-SIM-Karte, für die im ersten Jahr keine Servicegebühr anfällt. Danach kann man den Dienst innerhalb der App verlängern. Über den 4G-Dienst ist der Roboter auch dann erreichbar, wenn er sich außerhalb der Reichweite des heimischen WLANs befindet. Zudem kann der Genie 3000 damit einen Alarmton von sich geben, wenn sich das Gerät fünf Meter außerhalb der Rasengrenze befindet. Diese Funktion muss man in der App über die Option Diebstahlschutz-Modus aktivieren.

Aufstellort, Inbetriebnahme, Kartierung und Konfiguration

Die Inbetriebnahme sollte dank einer großformatigen Schnellstart-Anleitung schnell erledigt sein. Das mitgelieferte Handbuch, das elektronisch auch innerhalb der App zur Verfügung steht, bietet zusätzliche Informationen. Überdies hat Anthbot Videos zur Inbetriebnahme und Konfiguration sowie zur Wartung des Mähroboters veröffentlicht. Damit sollten selbst Anfänger kein Problem haben, einen passenden Aufstellort zu finden und den Mähroboter mit der Anthbot-App einzurichten. Letztlich muss man bei der Wahl des Aufstellorts nur darauf achten, dass die RTK-Antenne Satellitensignale empfangen kann. Im Erfolgsfall signalisiert die RTK-Antenne dies mit einer grün leuchtenden LED.

Anthbot Genie 3000: Pro Zone kann man die Mähhäufigkeit, die Schnitthöhe, die Hinderniserkennung sowie die Mährichtung konfigurieren.

Nachdem der Mähroboter mit der Anthbot-App, – die leider nicht für Tablets, sondern nur für Smartphones optimiert ist, – über das heimische 2,4-GHz-WLAN verbunden wurde, erfolgt als Erstes die Kartierung. Hierbei kann man zwischen automatischer und manueller Kartierung wählen. Bei Gärten mit fester Begrenzung kann die automatische Kartierung funktionieren, dennoch bekommt man mit der manuellen Kartierung eine präzisere Karte hin. Wer also an einem optimalen Mähergebnis inklusive gutem Randschnitt interessiert ist, wählt die manuelle Kartenerstellung. Bei Rasenflächen, wie in unserem Test-Garten, mit offenen Übergängen und über einen schmalen Pfad verbundenen Bereichen, ist die automatische Kartierung keine Option. Hier ist die manuelle Erstellung Pflicht.

Bei der manuellen Kartierung steuert man den Mähroboter über die App an der Rasengrenze entlang, bis man wieder zum Ausgangspunkt kommt. Die Kartenerstellung stoppt dann automatisch und speichert die Karte ab. Mit der App kann man anschließend Zonen anlegen, um den Garten sinnvoll aufzuteilen. Das ist etwa dann empfehlenswert, wenn zur Rasenfläche Bereiche gehören, die der Roboter mit einer global eingestellten Mährichtung nicht optimal mäht. So kann man pro Zone nicht nur die Mährichtung festlegen, sondern auch die Anzahl der Mähvorgänge (1 oder 2), die Schnitthöhe (3–7 cm) und die Empfindlichkeit der Kameras zur Objekterkennung (hoch, mittel, niedrig). Letztere lässt sich auch ganz deaktivieren, was etwa in Gärten sinnvoll sein kann, wenn angrenzende Sträucher mit ihren Ästen in die Rasenfläche hineinreichen. In diesem Fall mäht der Roboter die darunterliegende Rasenfläche nicht, weil er die Äste als Hindernis erkennt und sie umfährt. Wer die „Visuelle Inspektionseinstellung“ komplett deaktiviert, sollte aber bei Gärten mit Gefahrenbereichen wie Beete, Schwimmbecken und innerhalb der Rasenfläche stehende Bäume oder Sträucher entsprechende No-Go-Zonen anlegen, um sicherzustellen, dass der Genie 3000 diese Bereiche unter keinen Umständen befährt.

Neben der Möglichkeit, die Rasenfläche in Zonen aufzuteilen, um den Rasenschnitt individuell in puncto Mährichtung und Schnitthöhe anzupassen, bietet die Anthbot-App, wie könnte es anders sein, auch noch eine KI-Funktion. Damit soll der Genie 3000 die Mähstrategie an das Wachstum des Rasens anpassen. Bei dieser Option lässt sich allerdings nur die Zeit sowie Wochentag und Schnitthöhe für die gesamte Rasenfläche einstellen. Die individuellen Einstellmöglichkeiten für die Zonen in Verbindung mit einem Zeitplan gefallen uns für unseren anspruchsvollen Test-Garten jedoch besser. So lassen wir den Mähroboter 3x die Woche für die ihm zugänglichen Bereiche mähen. Leider lässt sich das Randmähen nur manuell durchführen und nicht per Zeitplan festlegen.

Anthbot Genie 3000 im Praxiseinsatz

Der Anthbot Genie 3000 mäht unsere Rasenflächen in gleichmäßigen Bahnen, auch wenn die Vorderräder nicht sehr spurtreu sind und auf unebenem Untergrund zu leichten Schlangenlinien neigen. Dennoch kann sich das Mähergebnis sehen lassen. Auch Beschädigungen am Rasen bleiben aus. Allerdings ist das bei aktuellen Robotern bei den derzeit trockenen Verhältnissen kein nennenswertes Problem. Auf nassem Untergrund sollte man die Geräte ohnehin nicht zur Arbeit schicken.

Das Randmähen gehört standardmäßig allerdings nicht zu seinen Stärken. Hier lässt er mehr Abstand als nötig. Hinzu kommen bauartbedingt noch etwa 12 cm (Abstand vom Gehäuserand zum Messerteller). Hier arbeiten die Ecovacs-Modelle A3000 Lidar und A1600 RTK mit einem Abstand vom Rand zum Messerteller von nur 5 cm deutlich effizienter. Doch das Problem kann teilweise behoben werden, indem man in der App unter „Rand“ die Grenzen der Rasenfläche unterteilt und die Randüberlappung (5–20 cm) je nach Bereich anpasst.

Mit der niedrigsten Einstellung fährt er direkt am Rand, während er mit den anderen Werten diesen in einer bestimmten Breite überfährt. Letzteres ist etwa sinnvoll, wenn an den Rasen eine nicht bewachsene Fläche auf gleicher Ebene grenzt. Wird die Mähfläche hingegen von wenigen Zentimetern hohen Randsteinen begrenzt, ist erstere Einstellung empfehlenswert. Damit verbessert sich das Mähergebnis an der Rasengrenze erheblich. Allerdings muss man den Rand zusätzlich mähen lassen. Das ist zwar etwas umständlicher als bei anderen Herstellern wie Mammotion, deren Mähroboter die Ränder automatisch bei einem Mähvorgang gezielt abfahren, dafür differenziert der Mammotion nicht nach Randtyp.

Anthbot Genie 3000 im Test: RTK-Mähroboter mit vier Kameras und großem Akku

Wie alle RTK-Mäher scheitert auch der Genie 3000 an unserer Engstelle, die zwei Rasenzonen verbindet. Dabei rutscht er ab und seine Messer touchieren die Begrenzungssteine. Bislang haben diese Herausforderung nur Modelle mit Lidar wie der Ecovacs Goat A3000 Lidar (Testbericht) und der Dreame A2 (Testbericht) sowie der aktuell im Test befindliche Mammotion Luba Mini AWD Lidar gemeistert.

Im Test mäht der Genie 3000 recht flott und benötigt für 339 m² etwa 3,5 Stunden – und das dank des großen Akkus an einem Stück. 80 m² schafft er in 45 Minuten. Klar ist aber auch, dass Mähroboter mit einer größeren Schnittbreite wie der Ecovacs Goat A3000 oder der Mammotion Luba 2 AWD mit 32 cm und 40 cm deutlich flotter zu Werke gehen als der Genie 3000, der nur eine Schnittbreite von 20 cm bietet. Der Ecovacs Goat A3000 schafft etwa eine Fläche von 258 m² in 73 Minuten.

Die Hinderniserkennung funktioniert im Test gut: Menschen, Hunde und Katzen erkennt der Genie 3000 einwandfrei und umfährt sie. Bei kleineren Objekten wie Tennisbällen hat er aber Probleme – hier liegt die Erkennungsquote bei etwa 50 Prozent.

Die RTK-Antenne signalisiert mit einer grün leuchtenden LED, dass sie genügend Satellitendaten für die Navigation empfängt. Wird sie vom Strom getrennt, meldet die App einen Fehler, dass sich die Antenne zur Seite geneigt hätte. Dann muss man die Karte neu anlegen - ein Fehler, der hoffentlich bald korrigiert wird.

Im Test zeigt der Genie 3000 respektive seine RTK-Station aber Mängel. Trennt man die Ladestation vom Strom und schließt sie wieder an, meldet die App, dass die RTK-Antenne bewegt wurde. Dann ist eine Neukartierung fällig. Wer also die RTK-Station samt Mäher während der Wintermonate einlagert und sie im Frühjahr wieder in Betrieb nimmt, darf – Stand heute – eine Neukartierung vornehmen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Problem durch ein Firmware-Update behoben wird.

Nicht immer hat der Genie 3000 die Grenzen unseres Gartens korrekt interpretiert und ist etwa über Randsteine gefahren. Das Problem betrifft aber nahezu alle Mähroboter. In diesem Fall muss man die Kartierung anpassen oder No-Go-Zonen anlegen. Zudem hat er Schwierigkeiten bei Rasenflächen, die mit Fliesen durchsetzt sind. Hier hat der Genie 3000 häufig die Richtung gewechselt. Irgendwann hat er aber auch diesen Bereich gemeistert.

Preis: Was kostet der Anthbot Genie 3000?

Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 1699 Euro zählt der Anthbot Genei 3000 zu einem der günstigsten Mähroboter ohne Begrenzungskabel, die für große Flächen ab 3000 m² vorgesehen sind. Erst recht, wenn man ihn, wie aktuell, inklusive Garage für 1359 Euro kaufen kann. Unter 2000 Euro listet der Preisvergleich nur noch den Segway Navimow H-Serie (Testbericht) für 1889 Euro, den Dreame A2 (Testbericht) für 1567 Euro und den Ecovacs Goat A3000 Lidar für 1599 Euro.

Während der Genie 600 für Gärten bis 900 m² ausgelegt ist, kann der Genie 1000 bis zu 2000 m² große Gärten mähen und der Genie 3000 ist für Rasenflächen bis 3600 m² vorgesehen.

Für kleinere Gärten hat Anthbot die Modelle Genie 600 und Genie 1000 im Programm. Sie eignen sich für Rasengrößen von 900 m² und 2000 m² und basieren auf dem Genie 3000, sind aber mit leistungsschwächeren Akkus ausgestattet und können nur 20 Zonen verwalten, während der Genie 3000 bis zu 30 Zonen unterstützt. Bei der Einstiegsvariante muss man zudem auf 4G verzichten. Den Anthbot Genie 600 gibt es aktuell für knapp 750 Euro (Coupon aktivieren), während der Genie 1000 1100 Euro kostet.

Fazit

Der noch relativ unbekannte Hersteller Anthbot bietet mit dem Genie 3000 einen überzeugenden Mähroboter ohne Begrenzungskabel mit langer Akkulaufzeit. Mit einem Preis von nur 1359 Euro ist der Genie 3000 aktuell der günstigste Mähroboter, der für Gärten mit 3000 m² und größer ausgelegt ist. Die App bietet eine ausgezeichnete Zonenverwaltung mit unterschiedlichen Einstellungsmöglichkeiten je nach Gartenbereich für ein optimales Mähergebnis. Auch die individuelle Konfiguration des Randschnitts ist positiv hervorzuheben.

Wie alle Mähroboter mit Satellitennavigation passiert aber auch der Genie 3000 nicht unsere Engstelle im Garten, sodass wir ihn in die daran anschließende Zone tragen müssen, damit er seine Arbeit dort fortsetzen kann. In diesem speziellen Fall zeigen Mähroboter mit Lidar-Navigation wie Ecovacs Goat A3000 Lidar (Testbericht) und Dreame A2 (Testbericht) klare Vorteile. Auch die teilweise erratische Navigation auf Flächen, bei denen der Rasen mit Steinplatten durchsetzt ist, ist zu bemängeln. Durch Update behoben. Und die App könnte mehr technische Daten liefern, etwa wie stark der aktuelle Satellitenempfang pro Zone ist, und eine Quadratmeterangabe für die Rasenfläche in der Karte, so wie sie in der Mähaufzeichnung angegeben ist, wäre ebenfalls wünschenswert.

Preis-Leistungs-Sieger

Roboup Raccoon 2 SE

Mähroboter für unter 500 Euro: Roboup Raccoon 2 SE für kleine Gärten im Test

Zum Kampfpreis von nur 360 Euro bringt Roboup seinen neuen Mähroboter Raccoon 2 SE auf den Markt. Wie gut er in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.

VORTEILE

  • schnell einsatzbereit, funktioniert auch ohne App
  • Auto-Kartierung, manuell optional
  • Akku schnell geladen

NACHTEILE

  • an Kanten bleibt Rasen ungemäht, bauartbedingt mind. 10 cm
  • nicht für sehr schmale Durchfahrten geeignet
  • nur für einfache, klar abgegrenzte Rasenflächen empfehlenswert

Zum Kampfpreis von nur 360 Euro bringt Roboup seinen neuen Mähroboter Raccoon 2 SE auf den Markt. Wie gut er in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.

Mähroboter ohne Begrenzungskabel sind bei Gartenbesitzern sehr beliebt. Anders als die Varianten, die auf das Verlegen eines Drahts angewiesen sind, bieten sie deutlich mehr Komfort. Die meisten Modelle setzen für die Navigation auf eine Kamera und kombinieren sie mit einer RTK-Antenne oder einer Lidar-Einheit (Light Detection and Ranging). Ausnahmen wie der Terramow V1000 (Testbericht) verlassen sich hingegen ausschließlich auf Kameras, kosten mit über 1000 Euro aber auch nicht weniger als RTK-Modelle.

Mit einem Preis von nur 360 Euro bringt Roboup mit dem Modell Raccoon 2 SE frischen Wind in den Mährobotermarkt. Der Roboter navigiert ausschließlich mit Kameras und kommt ohne teure Zusatzsysteme aus. Allerdings ist der günstige Mäher nicht für jeden Garten geeignet. Der Hersteller empfiehlt ihn nur für klar begrenzte Rasenflächen mit bis zu 500 m² und maximal drei Zonen. Doch genau das muss kein Nachteil sein. Schließlich wohnen viele Menschen in Wohnanlagen mit Gärten, die genau diese Voraussetzungen erfüllen. Für diesen Einsatzzweck wäre ein Mähroboter für über 1000 Euro oft überqualifiziert und zu teuer. Doch kann der Roboup Raccoon 2 SE diese Kundschaft zufriedenstellen? Dieser und anderen Fragen gehen wir im Test nach.

Design und Verarbeitung

Mit seinen Abmessungen von 61,7 × 40,8 × 28,8 cm fällt der Raccoon 2 SE relativ kompakt aus, ist mit 11,5 kg auch nicht sonderlich schwer. Dank des in sandfarben-anthrazit lackierten Gehäuse eingearbeiteten Haltegriffs lässt er sich leicht transportieren. Auffällig sind auch die sehr großen Antriebsräder vorn, die von der geschwungenen Gehäuseoberseite von oben abgedeckt werden. Der nach dem Auspacken anzuschraubende Bumper in Anthrazit schließt das vordere Gehäuse ab, hält dabei aber mehrere Zentimeter Abstand zum Boden, was der Geländetauglichkeit bei unebenem Untergrund zugutekommt. Damit sollen selbst 4 cm hohe Randsteine kein Hindernis für den Raccoon darstellen, was etwa dann von Vorteil ist, wenn unterschiedliche Rasenflächen von diesen umgeben sind. An der Front sitzt außerdem die nach schräg unten gerichtete KI-Kamera, über die der Raccoon 2 SE navigiert. Auch ist sie für die Hinderniserkennung zuständig. Die Seiten sind über den großen, stollenbewährten Rädern hochgezogen, sodass diese zu sehen sind. Die Lackierung der Reifen folgt der des Gehäuses.

Der Roboup Raccoon 2 SE bietet ein 20 cm breites Schnittsystem mit einem Abstand zum Rand von etwa 10 cm. So viel bleibt bei einer Kante mit fester Begrenzung bauartbedingt ungemäht.

Unter dem Gerät sitzt eine rotierende Mähscheibe mit 20 cm Schnittbreite und drei Klingen. Hinten installiert der Hersteller ein Stützrad, das in alle Richtungen schwenken kann, allerdings nicht angetrieben ist. Zum Reinigen darf wie üblich der Gartenschlauch, nicht aber ein Hochdruckstrahler verwendet werden.

Die Ladestation ist zwar nicht sehr voluminös, mit ihrem aufgedruckten QR-Code, über den der Mäher zurückfinden soll, aber trotzdem auffällig.

Auf der Oberseite sitzt hinten der Regensensor und in der Mitte der obligatorische, rot gefärbte Notausschalter. Davor befindet sich ein einfaches Bedien-Panel, das nach Eingabe des bei der Einrichtung vergebenen PIN-Codes Zugriff auf das Menü gibt. Über das Display können Anwender dem Roboter Mähaufgaben zuweisen. Dabei reicht ein Tastendruck auf die Play-Taste, und schon legt er los. Daher lautet das Roboup-Motto für den Raccoon 2 SE auch „Just Press Play“.

Insgesamt weiß der Raccoon 2 SE rein äußerlich zu gefallen und auch an der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen.

Inbetriebnahme und App

Die Inbetriebnahme beginnt mit der Platzierung der Ladestation. Anders als bei vielen Mährobotern hat man hier nicht die freie Wahl, sondern muss sie parallel zum Rasenrand mit einem Abstand von 10 bis 15 Zentimetern platzieren, sodass der Mähroboter den Weg zurück dorthin findet. Für eine feste Verankerung der Ladestation sind im Lieferumfang entsprechende Plastikschrauben enthalten, die man in den Rasen eindreht.

Ist die Ladestation platziert und mit dem mitgelieferten Netzteil mit Strom versorgt, muss man nur noch warten, bis der Mähroboter aufgeladen ist. Im Unterschied zu anderen Mährobotern ist der Raccoon 2 SE bereits jetzt, ohne Koppelung mit der App, einsatzbereit. Ein Betätigen der Play-Taste auf dem Panel und schon legt er los. Wie bereits erwähnt, ist ein Start des Mähvorgangs mit dieser Methode allerdings nur zu empfehlen, wenn die Rasenfläche von festen Grenzen umgeben ist.

Mit der optionalen Roboup-App, die eine Registrierung voraussetzt, ist die Bedienung einfach und es gibt mehr Möglichkeiten. So können Anwender damit Karten erstellen, Zeitpläne definieren oder den Mähroboter in Blutooth-Nähe auch fernsteuern. Auch lassen sich unter der Option Wildtierschutz Zeiträume definieren, in denen der Raccoon 2 SE nicht ausrücken darf. Wir empfehlen grundsätzlich, einen Mähroboter nur am Tag zu verwenden, um Igel und andere Tiere nicht zu gefährden. In einigen Kommunen wie in Leipzig gilt sogar ein Nachtfahrverbot für Mähroboter, das bei Nichteinhaltung eine Strafe von bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen kann.

Auch können Anwender in Bezug auf die Mähmethode an der Kante zwischen den Optionen „Schneiden bis zur Kante“ und „Auf Kante fahren“ entscheiden und dabei die Schnittdistanz, respektive die Auffahrdistanz definieren. Eine Anpassung der Hinderniserkennung bietet die App hingegen nicht. Sie ist also grundsätzlich aktiv.

Die Schnitthöhe des 20 cm breiten Mähtellers mit drei Klingen können Anwender per App zwischen 30 mm und 80 mm einstellen. Weitere Optionen, wie Mähgeschwindigkeit, das Anlegen von No-Go-Zonen, Messerdrehzahl, Routeneinstellung oder Mährichtung, bietet die App hingegen nicht.

Roboup Raccoon 2 SE: Über die App können Anwender die Schnitthöhe einstellen und die Kantenmähmodus steuern.

Praxiseinsatz in zwei unterschiedlichen Gärten

Wir haben den Raccoon 2 SE in zwei unterschiedlichen Gärten getestet. In unserem offenen Standard-Testgarten hat die automatische Kartenerstellung nicht funktioniert. Hier haben wir mit der App wie bei anderen Mährobotern auch manuell eine Karte erstellt. Ist die Rasenfläche in Zonen aufgeteilt, helfen bei der Kartierung die mitgelieferten runden Signalplatten, die dem Mähroboter zwischen zwei Zonen per QR-Code den Weg weisen.

Ansonsten ist der Raccoon 2 SE aber mit unserem offenen Garten, der von einem Beet, einem geteerten Weg auf Höhe des Rasens und von einer Hecke umgeben ist, recht gut klargekommen. Ausflüge ins Beet hat der Raccoon 2 SE im Test keine unternommen. Allerdings hat er doch einen größeren Abstand zum Rand gelassen, sodass man entsprechend nacharbeiten muss. Bauartbedingt beträgt der Abstand zwischen dem 20 cm breiten Schneidesystem, bestehend aus drei Klingen, etwa 10 cm. Dazu kommt noch einmal ein Respektabstand zur Kante von teilweise 5 bis 10 cm, sodass am Ende 15 bis 20 cm vom Rand ungemäht bleiben.

In unserem kleinen Test-Garten in einer Eigentumswohnanlage mit festen Begrenzungen und einer angrenzenden Terrassenfläche hat die automatische Kartierung hingegen einwandfrei funktioniert. Auch hat er am Rand weniger Rasen ungemäht gelassen.

Roboup Raccoon 2 SE: Unter der Option Zielbereich soll der Mäher Bereiche bis zu 80 m² auch in parallelen Bahnen mähen. Das funktioniert aber nur so lange, bis kein Hindernis im Weg steht.

Mähleistung im Alltag und Hinderniserkennung

Anders als RTK- oder Lidar-basierte Mähroboter mäht der Raccoon 2 SE den Rasen nicht in parallel verlaufenden geraden Bahnen, sondern fährt chaotisch über die Rasenfläche. Es gibt zwar mit der Option Zielbereich die Möglichkeit, eine Zone von bis zu einer Größe von 80 m² in parallelen Linien mähen zu lassen. Doch das hat im Test nur so lange funktioniert, wie der Mähroboter auf kein Hindernis gestoßen ist. Liegt etwas im Weg, etwa ein kleiner Ball oder ein anderes Objekt, umfährt er dieses, setzt aber sein ursprünglich geplanten Weg nicht fort, sondern beginnt erneut, parallele Bahnen zu mähen, nur eben in einer anderen Richtung.

Aufgrund der chaotischen Mähstrategie muss der Raccoon 2 SE häufiger wenden, sodass die Mähzeit deutlich länger ausfällt als mit einem RTK- oder Lidar-Roboter. So mäht der Yuka Mini die kleine Fläche unseres zweiten Test-Rasens mit etwa 12 m² in genau 12 Minuten – und das bei der niedrigsten Mähgeschwindigkeit von 0,2 m/s. Der Raccoon 2 SE benötigt bei vier Durchläufen zwischen 36 Minuten und 38 Minuten. Laut Hersteller soll der Mäher im günstigsten Fall 35 m² pro Stunde schaffen. Aufgrund der chaotischen Fahrweise entsteht auch kein schönes Schnittbild.

Die Hinderniserkennung hat im Test hingegen zuverlässig funktioniert. Kleine Bälle, Äste und unseren Hund hat er erkannt und entsprechend umfahren. Der Bumper als Notlösung war bis auf wenige Ausnahmen in einem engen Bereich kontaktfrei. Ansonsten geht der Raccoon 2 SE mit einer Lautstärke von bis zu 56 dB sehr leise zu Werke.

Akku

Der 5 Ah starke Akku bietet eine Betriebszeit von bis zu 2,5 Stunden und ist in 70 Minuten vollständig geladen. Wie bei Mährobotern üblich, kehrt auch der Raccoon 2 SE zurück auf die Ladestation, bevor der Akku komplett entleert ist. Sollte der Roboter sich festfahren, was im Test in zwei Gärten allerdings nicht passiert ist, schaltet er sich in der Standardkonfiguration nach 10 Minuten (maximal sind zwei Stunden einstellbar) ab.

Preis

Roboup hat den Raccoon 2 SE auf im Herbst 2025 auf Kickstarter ab 359 Euro angeboten. Für den anvisierten Marktstart im Frühjahr hatte der Hersteller ein Preis von 600 kalkuliert. Aktuell ist er für knapp 500 Euro erhältlich.

Fazit

Mit dem Raccoon 2 SE mischt Robup den Markt für Mähroboter ohne Begrenzungskabel auf. Bei Kickstarter gab es das Gerät letzten Herbst für günstige 360 Euro. Inzwischen ist der Mähroboter für knapp 500 Euro im Markt erhältlich. Für einfach strukturierte Gärten mit einer klar abgegrenzten Rasenfläche und einer maximalen Größe von bis zu 500 m² ist er unser Preis-Leistungs-Sieger. Das sind ziemlich viele Einschränkungen. Doch Gärten mit diesen Spezifikationen gibt es häufiger, als man denkt. In unserer Wohneigentumsanlage sind Gärten mit diesen Spezifikationen der Standard. Für diese ist der Raccoon 2 SE empfehlenswert und bei diesem Preis ein echtes Schnäppchen.

ZUSÄTZLICH GETESTET

Mammotion Luba AWD

Ecovacs Goat G1 800

Einhell Freelexo Cam 500

Worx Landroid Vision

Ecoflow Blade

Mähroboter: Top-Modelle zu Ostern besonders günstig

Mammotion Luba Mini AWD 1500

Mammotion Yuka Mini

Terramow V1000

Ecovacs Goat O800 RTK

Goatbot Unicut H1

Mammotion Yuka 1500 / 2000

Husqvarna Automower 410XE Nera Epos

Ecovacs Goat G1 2000

Ecovacs Goat GX-600

Dreame A1

Mammotion Luba 2 AWD

Segway Navimow i-Serie

Ecovacs Goat A3000 Lidar

Segway Navimow H-Serie

Ecovacs Goat A1600 RTK

Ecovacs Goat G1

Roboup T1200 Pro

Lymow One

Kärcher RCX 6

Stiga A-Serie



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Künstliche Intelligenz

Bye-bye TV-News: US-Wähler setzen auf Influencer statt auf Nachrichten


Die Ära, in der das Einschalten der Fernsehnachrichten oder das Aufschlagen der Zeitung das kollektive Informationsbedürfnis einer Nation stillte, scheint in den Vereinigten Staaten Geschichte zu sein. Eine landesweite Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag des Jordan Center for Journalism Innovation and Advocacy an der University of Mississippi zeichnet das Bild einer gewichtigen Transformation der Medienlandschaft. Online-Plattformen und digitale Persönlichkeiten haben demnach in den USA das Fernsehen und traditionelle Printmedien als regelmäßige Nachrichtenquellen überholt.

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Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei Bürgern, die an der jüngsten Präsidentschaftswahl teilgenommen haben. Die Studie verdeutlicht, dass die Bindung an journalistische Institutionen bröckelt und stattdessen ein direktes Zugehörigkeitsgefühl zu Einzelpersonen tritt. Diese verfolgen oft eine klare politische Agenda oder stammen aus der Unterhaltungsbranche.

An der Spitze der neuen Informationshierarchie stehen paradoxerweise die Akteure, die eigentlich im Zentrum der traditionellen Berichterstattung stehen. Konservative Politiker, allen voran Präsident Donald Trump sowie Mitglieder seines Kabinetts, fungieren für viele Wähler als primäre Nachrichtenquellen. Sie umgehen die klassischen Filter der Redaktionen und kommunizieren direkt mit ihrer Basis.

Rechnet man die aktiven Politiker aus der Statistik heraus, wird die Macht der neuen Medienmacher noch deutlicher. Der umstrittene Podcaster Joe Rogan führt das Feld der einflussreichsten Nicht-Politiker an. Es folgen Gesichter des rechten Senders Fox News wie Greg Gutfeld und Sean Hannity sowie die konservativen Kommentatoren Ben Shapiro und Tucker Carlson. Doch nur drei Charakteren gelang es in der Umfrage, die Marke von zehn Prozent Zustimmung als „Top-Influencer“ zu knacken: Trump, Rogan und Vizekanzler JD Vance.

Die Verschiebung hin zu meinungsstarken Individuen ist kein rein rechtes Phänomen, auch wenn sie dort besonders ausgeprägt scheint. Wähler, die für die Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris von den Demokraten gestimmt haben, orientieren sich ebenfalls stark an Persönlichkeiten. Sie suchen diese aber häufiger im Bereich der politischen Satire und Unterhaltung.

Hier dominieren die Late-Night-Größen das Feld. Jimmy Kimmel, Stephen Colbert und Jon Stewart sind für Anhänger der Demokraten die wichtigsten Anlaufstellen, wenn es um die Einordnung des Weltgeschehens geht. Andrea Hickerson, Dekanin des Journalismusinstituts der Uni von Mississippi, macht darin eine Abkehr von der institutionszentrierten Nachrichtennutzung aus. Die Menschen folgten Schöpfern und Kommentatoren direkt, was den klassischen Journalismus in eine defensive Rolle dränge.

Die Zahlen der im März durchgeführten Erhebung sind markant: Knapp 70 Prozent der Befragten erklärten, sich in einer typischen Woche online zu informieren. Das Fernsehen kommt nur noch auf 55,2 Prozent. Zeitungen folgen abgeschlagen mit 25,2 Prozent. Radio und Magazine spielen mit 18,5 beziehungsweise 5,5 Prozent eine untergeordnete Rolle. Innerhalb der digitalen Welt sind Facebook und YouTube die unangefochtenen Schwergewichte, gefolgt von Instagram, X, TikTok und Reddit. Auf diesen Plattformen scheinen laut Steven L. Herman, dem Direktor des Jordan Center, profilierte Meinungsführer und Comedians die Stimmen klassischer Journalisten regelrecht zu übertönen.

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Historisch betrachtet sind Polarisierung und Personalisierung nicht völlig neu. Schon im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert prägten sensationelle und polarisierende Stimmen wie der Satiriker Mark Twain oder der populistische Priester Charles Coughlin die politische Landschaft. Der Unterschied heute liegt in der technologischen Reichweite und der Geschwindigkeit, mit der sich Inhalte verbreiten.

Zudem zeigt die Untersuchung eine Kluft in der Mediennutzung zwischen den politischen Lagern. Während ein Drittel der Demokraten nach wie vor auf Zeitungen vertraut, tun dies nur 18,5 Prozent der Republikaner. Harris-Wähler rezipieren nach wie in hohem Maße etablierte Marken wie CNN oder die New York Times. Trump-Befürworter konzentrieren sich auf Fox News und soziale Medien. Diese Zersplitterung führt dazu, dass US-Bürger ihre Informationen zunehmend basierend auf ihrem bereits bestehenden Weltbild filtern. Das untergräbt den Studienmachern zufolge das Vertrauen in neutrale Berichterstattung weiter.

Eine Analyse des Reuters-Instituts zur internationalen Nachrichtennutzung offenbarte für Deutschland voriges Jahr eine andere Lage. Tagesschau, heute & Co. haben demnach hier den 1. Rang bei der Bedeutung zum Stillen des Informationshungers über aktuelle Ereignisse gegenüber Online-Quellen nebst Social Media zurückerobert.


(nie)



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