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Entwicklung & Code

Community-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB


Nach Protesten der Open-Source-Community hat das Unternehmen MariaDB plc die geplante Entfernung der Galera-Clustering-Technologie aus dem Community-Server von MariaDB zurückgenommen. Die Open-Source-Hochverfügbarkeit bleibt damit in Version 12.3 enthalten, Alternativen dazu hätte es nur in den kommerziellen Angeboten gegeben.

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Wie Max Mether, Vice President, Server Product Management der Firma, in einem Blogbeitrag erklärte, ist das Feedback der Community „ein wichtiger Bestandteil von MariaDB, und kürzlich habt ihr euch zur Aufnahme von Galera Cluster in die Version 12.3 geäußert“. Nach sorgfältiger Prüfung habe man daraufhin entschieden, die Galera-Cluster-Bibliotheken in unveränderter Form mit dem Community-Server weiterhin auszuliefern.

Anfang Februar 2026 war bekannt geworden, dass MariaDB offenbar plante, die unter GPLv2 lizenzierte Galera-Technik aus künftigen Versionen des Community-Servers zu entfernen. Federico Razzoli, Gründer des Datenbankdienstleisters Vettabase – einem Silber-Sponsor der MariaDB Foundation –, hatte unter Berufung auf einschlägige Diskussionen bei GitHub auf LinkedIn öffentlich dokumentiert, dass Galera-Abhängigkeiten bereits ohne Commit-Meldungen oder Aufgabenbeschreibungen aus den Binärdateien entfernt worden waren. Die Kritik verbreitete sich schnell in der Community. Besonders einflussreich für das Umdenken des Unternehmens waren laut MariaDB die Rückmeldungen von Frédéric (lefred) Descamps (Community Advocate der MariaDB Foundation) und René Bonvanie (Board Member der MariaDB Foundation).

Galera ermöglicht synchrone Multi-Master-Replikation für MariaDB-Datenbanken. Dabei fungieren mehrere Server als gleichberechtigte Knoten in einem Cluster, wobei jeder Knoten Schreibvorgänge akzeptieren und automatisch an andere Knoten replizieren kann. Die Technik gilt als essenziell für hochverfügbare Produktionsumgebungen. Nachdem MariaDB die Galera-Technik von Codership bereits erstmals 2013 integriert hatte, entschlossen sich die Verantwortlichen im Mai 2025, das Entwicklerunternehmen Codership Oy komplett zu übernehmen.

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Die MariaDB Foundation bestätigte in einem eigenen Blogbeitrag, dass es einen offenen Dialog zwischen Foundation und Unternehmen gegeben habe. Kaj Arnö, Executive Chairman der Foundation, charakterisierte die Zusammenarbeit als von „gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen langfristigen Interesse am MariaDB-Ökosystem“ geprägt. Unklar bleibt jedoch, wie die weitere Zukunft für die Galera-Entwicklung als Teil von MariaDB aussehen kann und ob die Community Edition weiterhin Galera-Updates erhalten wird.

Denn wie Max Mether in seinem Blogbeitrag auch unmissverständlich deutlich macht, verfolgt das Unternehmen mehrere Wege, Anwenderinnen und Anwendern Funktionen für die Hochverfügbarkeit bereitzustellen. Neben Galera im Community-Server sind dies vor allem der auf Galera aufbauende MariaDB Enterprise Cluster sowie der als Tech Preview verfügbare MariaDB Advanced Cluster, der das Raft-Protokoll verwendet, um verbesserte Skalierbarkeit und Datenkonsistenz auch über geografische Regionen hinweg zu gewährleisten. Beide Versionen stehen ausschließlich als kommerzielle Angebote von MariaDB zur Verfügung.

Während sich die MariaDB Foundation vor diesem Hintergrund weiter für eine vertrauensvolle Nutzung von Galera durch die Community einsetze, stellt die offizielle Erklärung von CEO Anna Widenius im Blog der Foundation aber auch klar, dass Entscheidungen über die zukünftige Entwicklung und Zuweisung von technischen Ressourcen allein in der Verantwortung von MariaDB plc liegen. Als Eigentümer von Galera kontrolliere das Unternehmen sowohl dessen Roadmap und die Namensgebung als auch die dahinterstehenden Entwicklungsressourcen.

Die Affäre offenbart einmal mehr strukturelle Spannungen zwischen den kommerziellen Interessen von MariaDB plc und den Open-Source-Idealen der Foundation. Razzoli forderte öffentlich, MariaDB plc solle auf seiner Website zusichern, dass die Open-Source-Software offen bleibe. Die Sorge: Das Unternehmen könnte Funktionen aus der freien Version entfernen, um Nutzer zu proprietären Angeboten zu bewegen.

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MariaDB hat in den vergangenen Jahren turbulente Zeiten hinter sich. Nach einem SPAC-gestützten Börsengang Ende 2022 folgten Entlassungen, Warnungen zur Unternehmensfortführung und ein Kursverfall. Im Dezember 2023 gliederte das Unternehmen seinen DBaaS-Dienst SkySQL aus und wurde selbst im September 2024 privatisiert und holte SkySQL Mitte 2025 wieder zurück. Kaj Arnö hatte nach der Privatisierung erklärt, dass „Vernunft“ in die Beziehung zwischen Community und Unternehmen zurückgekehrt sei. Die Galera-Kontroverse zeigt jedoch, dass das Vertrauen weiterhin fragil ist – und dass die Community bereit ist, sich lautstark für den Erhalt offener Technologien einzusetzen.


(map)



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Entwicklung & Code

Notepad++ erscheint als native macOS-Anwendung


Der beliebte Windows-Texteditor Notepad++ ist erstmals als native macOS-Anwendung verfügbar. Mitglieder der Open-Source-Community um den Entwickler Andrey Letov haben den Editor vollständig auf macOS portiert – ohne auf Kompatibilitätsschichten wie Wine, CrossOver oder Porting Kit zurückzugreifen. Die erste stabile Version 1.0.0 erschien Anfang April 2026, mittlerweile liegt der Editor in Version 1.0.4 vor.

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Das Projekt unterscheidet sich grundlegend von früheren Versuchen, Notepad++ auf dem Mac nutzbar zu machen. Statt Windows-APIs zu emulieren, haben die Entwickler die gesamte Bedienoberfläche in Objective-C++ mit nativen macOS-Cocoa-APIs neu aufgebaut. Die Kern-Engine Scintilla, die auch der Windows-Version zugrunde liegt, blieb dabei identisch. Das Ergebnis ist ein Universal Binary, das sowohl auf Apple-Silicon-Macs (M1 bis M5) als auch auf Intel-Macs nativ läuft – ohne Rosetta-Übersetzungsschicht und ab macOS 11. Die Portierung der Windows-UI-Schicht auf Cocoa erforderte eine komplette Neuimplementierung sämtlicher Oberflächenelemente. Menüs, Dialoge und die Dateiauswahl folgen nun den macOS-Konventionen, ebenso die Tastaturkürzel. Der Editor unterstützt Syntax-Highlighting für mehr als 80 Programmiersprachen und bietet Funktionen wie Split-View-Editing, Makro-Aufzeichnung, reguläre Ausdrücke in der Suche sowie Lesezeichen. Die Oberfläche ist in 137 Sprachen lokalisiert. Die deutsche Lokalisierung erweckt aber stellenweise den Eindruck, als sei sie mit KI-Hilfe erstellt worden. Notepad++ für Windows hatte zuletzt mit einer Sicherheitslücke im Updater zu kämpfen, die das Ausführen von Schadcode ermöglichte – die macOS-Portierung baut die Architektur von Grund auf neu.

Dass es Jahrzehnte gedauert hat, bis Notepad++ nativ auf macOS verfügbar wurde, liegt auch am Originalautor Don Ho, der Notepad++ stets als Windows-Anwendung entwickelte und keine Mac-Version anbot. Erst die unabhängige Community-Initiative vom März 2026 machte die Portierung unter der GPLv3-Lizenz möglich. Das Projekt ist nicht mit dem offiziellen Notepad++-Team verbunden.

Der integrierte Plug-in-Admin ermöglicht den Zugriff auf eine wachsende Bibliothek portierter Erweiterungen. Allerdings sind noch nicht alle Windows-Plug-ins für macOS verfügbar – die Portierungen werden nach Angaben des Projekts täglich ergänzt. Einen konkreten Zeitplan für die vollständige Plug-in-Kompatibilität gibt es bislang nicht. Der Quellcode auf GitHub steht Entwicklern offen, die sich mit Pull Requests an der Weiterentwicklung beteiligen möchten.

In puncto Datenschutz setzt sich Notepad++ für Mac deutlich von manchen kommerziellen Editoren ab: Die Anwendung enthält keinerlei Telemetrie, Werbung oder Datenerfassung. Auch automatische Crash-Reports werden nicht versendet. Der einzige Netzwerkverkehr entsteht bei der Nutzung des Plug-in-Admin, der auf GitHub zugreift.

Im Vergleich zu etablierten macOS-Editoren wie VS Code, Sublime Text oder BBEdit positioniert sich Notepad++ als kostenlose, quelloffene Alternative ohne Telemetrie. Während VS Code auf Electron basiert, handelt es sich bei der Mac-Version von Notepad++ um eine echte native Cocoa-Anwendung. Laut der Projektdokumentation soll der Editor sofort starten und einen geringen Ressourcenverbrauch aufweisen.

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Die Veröffentlichung reiht sich in einen breiteren Trend ein: Auch andere Anbieter bringen zunehmend native macOS-Versionen ihrer Entwicklertools heraus. So hat Google kürzlich eine native Gemini-App für macOS veröffentlicht. Für Entwicklerinnen und Entwickler, die bisher auf Windows-Alternativen oder Kompatibilitätsschichten angewiesen waren, schließt die Portierung eine langjährige Lücke.


(mki)



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GitHub streicht kostenlose Modelle aus den Copilot-Tarifen


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GitHub stellt das Bezahlmodell für den KI-Assistenten Copilot ab dem 1. Juni 2026 auf verbrauchsbasierend um: Die monatlichen Kosten für die bisherigen Tarife bleiben gleich, aber GitHub rechnet AI Credits für die Nutzung von Tokens ab. Ein Credit entspricht dabei 0,01 US-Dollar und die Kosten variieren je nach Modell. Leistungsfähigere erfordern mehr Credits pro Token.

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In die Kosten fallen hinein: Input-, Output- und Cache-Tokens, so wie sie in der API-Abrechnung des jeweiligen Modells erscheinen. Eine Million Output-Token kosten dabei zwischen 1,25 US-Dollar für GPT-5.4 nano und 30 Dollar für GPT-5.5. Claude Opus 4.7 kommt auf 25 Dollar, Gemini 3.1 Pro auf 12 Dollar.

Einen Fallback auf ein kostenloses, einfaches Modell wie bisher (GPT-5 mini, GPT-4.1 und GPT-4o) gibt es nicht mehr. Anwenderinnen und Anwender, die ihr Budget aufgebraucht haben, müssen ein Update kaufen. Für Reviews kommen die üblichen Minutenpreise für Actions hinzu.

Immer gratis bleiben jedoch Code-Vorschläge und auch den Free-Tarif will GitHub erhalten, allerdings ist noch nicht klar, zu welchen Bedingungen. Derzeit sind es 50 Premium-Anfragen und 2000 Code-Vorschläge.

Der Anbieter rechnet damit, dass in den Pro-Tarifen insbesondere Anwender von Token-aufwendiger Nutzung von agentic coding mit höheren Kosten rechnen müssen. Damit begründet GitHub auch die Umstellung: „Die Nutzung von Agenten wird zum Standard und bringt signifikant höhere Anforderungen an Rechen- und Inferenzleistung mit sich.“ Das bisherige Tarifmodell berechnete Premiumanfragen an teure Modelle unabhängig vom Umfang der Anfrage. Die Komplexität der Anfragen und des Kontexts nimmt mit dem Einsatz von Agenten jedoch erheblich zu.

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Kunden der bisherigen monatlichen Tarife stellt GitHub automatisch um. Jährliche Verträge wird die Firma nicht verlängern und berechnet den Kunden während der restlichen Laufzeit einen Multiplikator für teurere Modelle. Ab Mai will GitHub auf der Abrechnungsseite in den Kundenkonten eine Übersicht zeigen, was die bisherige Nutzung nach der Umstellung kosten würde.

Als Zuckerl erhalten Business- und Enterprise-Kunden ein Addon in den ersten drei Monaten: Credits im Wert von 30 Dollar für Business- und 70 Dollar für Enterprise-Verträge („promotional included usage“).

Die vor einer Woche eingeführte Sperre für individuelle Neukunden wird laut GitHub mit den neuen Tarifen aufgehoben. Derzeit versuchen alle Modell-Anbieter, die Kosten zu optimieren. Zuletzt experimentierte Anthropic mit dem Ausschluss von Claude Code aus den Tarifen von Einzelanwendern.

In der Diskussion auf der FAQ-Seite kritisieren Anwender insbesondere den Wegfall der kostenlosen Modelle bei Überschreitung des Budgets. Viele sehen das als Hauptvorteil des bisherigen Copilot-Tarifs gegenüber der Konkurrenz.


(who)



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GitHub CLI führt standardmäßige Telemetrie-Erfassung ein


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GitHub CLI erhebt mit Version 2.91.0 Telemetriedaten. Die Datensammelei des offiziellen Kommandozeilentools von GitHub erfolgt clientseitig in pseudonymisierter Form und ist standardmäßig aktiv. Anwenderinnen und Anwender, die das nicht wollen, können per Opt-out aussteigen.

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Die Datenerhebung dient laut GitHub dazu, die agentische Nutzung von GitHub CLI besser zu verstehen. Dazu benötigt das Entwicklungsteam einen Einblick in die praktische Nutzung der Funktionen. Die gesammelten Daten würden in der internen Analyseinfrastruktur von GitHub landen. Nachdem das Telemetriefeature anfänglich lediglich in den Release Notes zu Version 2.91.0 erwähnt und in die Dokumentation aufgenommen wurde, hat es GitHub inzwischen auch offiziell in seinem Blog kommuniziert.

Die Dokumentation für GitHub CLI nennt mehr als 20 Felder wie agent, architecture, is_tty und skill_names, die telemetrisch im Fokus stehen. Über die Umgebungsvariable export GH_TELEMETRY=log oder die Konfigurationsoption gh config set telemetry log lässt sich ein Protokollierungsmodus aktivieren. Wenn das Logging aktiv ist, gibt das Tool einen Einblick in die erhobenen Telemetriedaten, ohne diese jedoch tatsächlich zu übermitteln.

Anwenderinnen und Anwender können GitHub CLI prinzipiell das Datensammeln auf dreierlei Arten untersagen: Über das Setzen der Umgebungsvariable export GH_TELEMETRY=false, wobei ein false-äquivalenter Wert wie 0 oder disabled ebenfalls funktioniert; des Weiteren über export DO_NOT_TRACK=true und zum Dritten per CLI-Konfiguration mit gh config set telemetry disabled.

Mit der Analyse von Nutzerdaten begann GitHub bereits im April dieses Jahres. Eine Änderung der Nutzungsbedingungen erlaubt es der zu Microsoft gehörenden Softwareentwicklungsplattform seitdem, Interaktionen der Anwenderinnen und Anwender mit Copilot Free, Pro und Pro+ für das Modelltraining der eigenen KI zu verwenden. Business- und Enterprise-Konten sind davon ausgenommen. Auch hier gibt es die Möglichkeit, dem per Opt-out zu widersprechen. Erwähnenswert: Das Arch-Linux-Paket deaktiviert die GitHub-Telemetrie ab Version 2.91.0-3 standardmäßig. Bei anderen Distributionen müssen Nutzerinnen und Nutzer selbst aktiv werden.


(mro)



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