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Feed und Fudder Podcast 80 – Social Media Trends 2026


Was passiert, wenn du nicht auf der wichtigsten Social-Media-Konferenz bist, aber trotzdem alle Insights bekommst? Genau das. Eine persönliche und überraschende Folge über die Trends, die Social Media 2026 wirklich prägen. Die Social Media Trends 2026 zeigen eine klare Richtung: Weg von Hochglanz, hin zu Authentizität, Mut und echtem Storytelling.

In dieser Folge von Feed und Fudder beleuchtet Alex und Nici die zentralen Learnings der Allsocial Marketing Conference in München 2026 – von der neuen Rolle von SEO im KI-Zeitalter bis hin zur wachsenden Bedeutung von Plattformen wie Reddit.

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Abstract: Feed und Fudder Podcast Folge 80 – Social Media Trends 2026

Die wichtigsten Social Media Trends 2026: Warum Mut wichtiger ist als Perfektion, wie SEO und Social zusammenwachsen und was Marken jetzt wirklich lernen müssen. Die Social Media Landschaft verändert sich und zwar schneller als je zuvor. Während Plattformen, Algorithmen und Technologien sich ständig weiterentwickeln, wird eine Sache immer klarer: Sichtbarkeit entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Mut.

In einer besonderen Podcast-Folge von Feed und Fudder sprechen Nici und Alex über die wichtigsten Learnings der Allsocial Marketing Conference in München. Ein zentrales Learning der Konferenz lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Sichtbarkeit entsteht durch Mut, nicht durch Hochglanz.


Transkript Feed und Fudder Podcast Folge 80 – Social Media Trends 2026

Nicola:

Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed und Fudder mit mir, der Nicola.

Und heute dem Alex nur über WhatsApp.

Und zwar ist das eine kleine Sonderfolge.

Bald gehen wir in den regulären Aufnahmbetrieb, aber…

Bis dahin will ich euch ganz kurz mal mitnehmen.

Ich habe eine kleine Babypause gemacht und habe mich um die Nachwuchsarbeit gekümmert.

Und der Alex hat die Stellung gehalten und war auf der Social Marketing Konferenz in München dieses Jahr.

Und das war natürlich ein bisschen…

merkwürdig für mich, nach so vielen Jahren nicht dort zu sein und nicht alte und auch neue Gesichter zu treffen.

Und trotzdem versuche ich natürlich auf dem Laufenden zu bleiben und bin ja auch nicht aus der Welt, denn der Alex und ich, wir schreiben uns gefühlt jeden Tag WhatsApp-Nachrichten und da dachte ich mir,

der kann mir doch einfach per Sprachnachricht mal so ein paar Fragen beantworten, was denn so los ist, was denn so die Trends, die Social Media Trends 2026 auf der Social Konferenz waren und naja, warum soll ich das nicht mit euch teilen?

Ich meine, ihr seid ja eh schon mittendrin im Thema und

Deswegen wird es eine kleine, intime Folge und ich nehme euch mit in den WhatsApp-Chat mit Alex und eine Frage, die ich an ihn hatte, war ganz kurz und knapp, was habe ich eigentlich verpasst?

Beziehungsweise, weiß ich nicht, vielleicht wart ihr auch nicht dort, was habt ihr denn auch verpasst?

Alex, du warst ja in München.

Gab es, Alex, für dich einen Aha-Moment inhaltlich und menschlich?

Wir hören mal in seine Sprachnachricht rein.

Ja, okay, das ist schade, dass ich da nicht da war.

Aber auch an dieser Stelle liebe Grüße an alle, die uns hören.

Das bedeutet uns wirklich sehr, sehr viel.

Und es sind ja auch schon fast zwei Jahre viel und Futter-Podcast.

Also echt verrückt, wie schnell die Zeit rennt.

Der Alex hat auf dem Blog auf oldsocial.de ein Recap geschrieben und schreibt da, Sichtbarkeit entsteht durch Mut, nicht durch Hochglanz.

Also Sichtbarkeit entsteht durch Mut.

Und das hat mich dann doch interessiert, was das eigentlich genau bedeutet.

Den Mut hat sich selbst zu sein.

Das ist auch ein schönes Zitat.

Ja, du schreibst auch, Aufmerksamkeit entsteht durchs Machen, nicht durch Perfektion.

Gut, passt auch zu unserem Podcast.

Einfach mal machen.

Ich glaube, da gibt es das nicht perfekt hier.

Auf jeden Fall schreibst du Aufmerksamkeit, entsteht durchs Machen, nicht durch Perfektion.

Kannst du dazu was sagen und was bedeutet dann, Alex, eigentlich für dich das Machen?

Ja, man muss auch fairerweise sagen, natürlich das Equipment ist auch günstiger geworden und die Smartphones sind einfach auch viel krasser im Vergleich zu früher.

Also da hat sich auch viel getan und ja, aber grundsätzlich stimmt schon, man muss halt tatsächlich machen, es ist ein Handwerk.

Ich habe gelesen, SEO ohne Social Media Marketing funktioniert nicht mehr.

Also gerade in einem Recap auf dem Blog und auch in LinkedIn Post.

Wer hat die These auf der Konferenz aufgemacht?

SEO ohne Social Media Marketing funktioniert nicht mehr.

Und ist SEO in…

Zeiten der KI nicht eh schon tot?

Also warum ist das Thema aktuell relevant?

Also das hatte ich mich nochmal gefragt, weil wir über KI reden, heißt ja mal, SEO ist tot.

Aber warum ist das gerade jetzt im Social Media Marketing so wichtig?

Vielen Dank, Alex, nochmal für die Erklärung, weil ich glaube, das ist schon echt nochmal ein Thema, gerade wenn man strategische Argumente findet, auch im Unternehmen, warum sollte man nochmal so viel Aufwand reinstecken, einen Channel aufmachen, den pflegen und so weiter, dass es eben irgendwie doch alles zusammenhängt.

Warum dürfen aus deiner Sicht Magen nicht den Irrtum erliegen, Reddit wäre eine klassische Social Media Plattform oder man müsse Reddit wie eine klassische Social Media Plattform behandeln?

Die These wurde auch aufgemacht.

Ich habe den Vortrag ja nicht gehört, generell nicht über Reddit.

Und das würde mich auch noch mal interessieren.

Vielleicht euch da draußen auch, wenn ihr euch für Reddit interessiert.

Warum kann man Reddit nicht wie eine klassische Social Plattform behandeln?

Okay, danke.

Ja, das ist schon mal hilfreich, glaube ich, da kann man auch mal generell eine ganze Folge zu machen zu Reddit.

Grundsätzlich ist das ja auch keine neue Plattform.

Also jeder, der auf Reddit schon mal war, ich glaube, ich weiß ja ungefähr, wie es funktioniert.

Aber interessant, dass es jetzt wieder so hochgespült wird.

Aber ich glaube, das wäre eine ganze Folge wert.

Außerdem habe ich gelesen, es gab ein Battle zwischen Paid und Organic, also ein Vortrag, der als Battle angelegt war zwischen Paid und Organic Content und wer hat sich da durchgesetzt?

Kannst du dazu mal noch was sagen, Alex?

Okay, schade, jetzt dachte ich, es hätte da so einen klaren Zieger gegeben, aber natürlich verständlich.

Zu guter Letzt, alles in allem, was ist bei dir nachhaltig hängen geblieben und kannst du mir so ein kurzes Fazit, oder euch vor allem auch ein kurzes Fazit geben?

Ja.

Vielen Dank, Alex.

Ja, also jetzt hört er es nicht.

Jetzt hört er, wenn er die Folge hört.

Denn die Sprachnachrichten hat er mir per WhatsApp geschickt.

Und ich dachte, ich teile es einfach mit euch.

Denn da ist für jeden was dabei.

Und ja, war ein schöner Abriss.

Einmal kurz reingesneakt, was vor Ort passiert ist.

Und ja, ich freue mich, wenn ich hoffentlich wieder mal dabei sein darf.

Aktuell.

Ist ja eher ein bisschen, bei mir ein bisschen weniger los.

Aber was noch diese Woche oder letzte Woche oder überhaupt los war, mein ganzer Feed, gerade auf Instagram, war voll von Golf-Content, The Masters in Augusta und Rory McIlroy hat, ja,

hintereinander, the back-to-back win, was natürlich eine Megasensation war nach Tiger Woods 2002.

Und was aber wirklich für Social Media eine Megasensation war, ist, wenn man sich die Bilder anschaut.

Und da gab es auch einige Poster zu, das ist so mein Aha-Moment vielleicht der letzten Tage.

Fast, also auf keinem Bild sieht man Handys.

Menschen,

die den Moment, den Gewinn von Rory McIlroy, ja, sensationellen Gewinn des Masters festhalten.

Und das liegt daran, dass es eine Tradition gibt, dass man sein Smartphone dort nicht, ja, nicht nutzen darf in der Form.

Und es hat doch was total Erfrischendes, wenn die Menschen in dem Moment einfach nicht,

da sind und nicht das Smartphone halten, auch wenn wir alle natürlich selber im Boot sitzen.

Aber schaut euch mal die Bilder an.

Es sind total echte Emotionen der Leute, die diesen Moment einfach live miterleben.

Und das fand ich total erfrischend,

Und ja, mal schauen.

Vielleicht wird es wichtiger, solche Momente zu erleben und vielleicht braucht es dafür auch Regeln.

Können wir auch gerne diskutieren.

Alex, ich freue mich, wenn wir bald wieder gemeinsam aufnehmen.

Und bis dahin wünsche ich euch allen eine ganz wunderbare Zeit.

Ciao.



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Social Media

KI-generierter Content: Effizienz-Booster oder Markenrisiko?


Gastbeitrag von Raimund Löffler

KI-generierter Content ist im Social Media Marketing längst Realität. Was früher mehrere Abstimmungsschleifen, Produktion und Testing brauchte, entsteht heute in Minuten – oft direkt im Plattform-Setup. Creatives lassen sich in Varianten denken, schneller anpassen und präziser auf Performance-Signale zuschneiden. Für viele Social Teams wirkt das wie das lange gesuchte Effizienz-Wunder. Doch genau hier beginnt das strategische Missverständnis.

KI hat Social Media nicht verändert, weil sie kreativer ist. Sondern weil sie Produktionskosten faktisch drastisch gesenkt hat. Varianten, Tests und Iterationen entstehen heute in Minuten. Das schafft Effizienz und Skalierung und verändert damit die Spielregeln. Wenn Produktion nahezu beliebig skalierbar wird, verschiebt sich der Engpass von der Erstellung hin zur strategischen Führung von Content.

Die entscheidende Frage lautet also nicht mehr, ob KI eingesetzt wird, sondern wo sie entlang der Customer Journey tatsächlich Wirkung erzeugt und wo nicht. Und genau hier wird es für Social Media Manager*innen interessant.

KI verändert Social Media Marketing: Alle Entwicklungen gibt es auch direkt in dein Postfach mit dem AllSocial Newsletter!

Plattformgerecht ist nur die Basis

Meta, TikTok & Co. arbeiten längst mit automatisierten Creative-Systemen, die auf Basis von Performance-Signalen und Post-Purchase-Daten ganze Visual-Welten erzeugen. KI ist dabei nicht „kreativ“ im klassischen Sinne, sie ist vor allem ein extrem gutes Optimierungswerkzeug für das, was eine Plattform belohnt. Was sie dabei zuverlässig hinbekommt: Formate „platform native“ machen, Reiz-Trigger zuspitzen und Inhalte so zuschneiden, dass sie in den ersten Sekunden funktionieren. Doch genau hier liegt ein häufiger Denkfehler. Plattformgerecht bedeutet zunächst nur, dass der Content den Mechanismen des Algorithmus entspricht. Ob er jedoch auch eine Marke stärkt oder langfristige Wirkung entfaltet, ist eine andere Frage.

Was KI dagegen nicht kann, ist Markenführung. Generative Systeme berechnen Wahrscheinlichkeiten und reproduzieren Muster. Was ihnen fehlt, ist ein echtes Verständnis für strategische Markenführung, kulturellen Kontext oder langfristige Positionierung. Für Social Teams bedeutet das, dass eine plattformspezifische Umsetzung heute lediglich die Eintrittskarte ist und Differenzierung erst dann entsteht, wenn eine klare Markenperspektive dahintersteht. Genau an dieser Stelle wird es spannend, denn wenn Effizienz der Standard ist, entscheidet am Ende die Klarheit der Marke darüber, wofür sie steht und ob man das im Feed auch spürt.

Effizienz ist kein USP mehr

Heute kann fast jede Marke auf Knopfdruck „plattformgerecht“ wirken, Trends aufgreifen und Creatives in hoher Frequenz anpassen. Gerade weil das so leicht ist, wird Effizienz vom Wettbewerbsvorteil zur Grundvoraussetzung. Feeds werden voller, aber nicht automatisch relevanter. Mehr Content bedeutet nicht mehr Marke. Der Engpass liegt nicht in der Produktion, sondern in der Positionierung. Mehr Output ist kein Beweis für bessere Markenarbeit.

Und wenn nahezu jede Marke mit ähnlichen Tools ähnliche Inhalte erzeugen kann, entsteht Differenzierung nicht mehr über Geschwindigkeit oder Volumen – sondern über Perspektive. Entscheidend ist, ob eine Marke im Feed erkennbar bleibt. Aus operativer Sicht wird damit entscheidend, wo KI entlang der Customer Journey ihren größten Hebel entfalten kann.

Die Praxis zeigt ein klares Bild. KI-getriebene Creatives performen besonders stark im Lower Funnel, da gerade dieser von Schnelligkeit und Adaptionsfähigkeit profitiert. Gerade wenn Produkte kurz vor dem Kauf einen schnellen Emotionsimpuls benötigen, spielen KI-Werbemittel ihre Stärken aus, da sich Botschaften schnell zuspitzen und konsequent auf Abverkaufssignale ausrichten lassen. Im Upper Funnel hingegen geht es um Vertrauen. Mit der zunehmenden Flut generischer KI-Visuals wächst bei Nutzer*innen gleichzeitig der Wunsch nach echter Realität.

Der große Vorteil von KI, visuell kaum noch von Realität unterscheidbar zu sein, kann dadurch zum Risiko werden. Kurz gesagt: KI optimiert Signale – Marken bauen Bedeutung auf. Damit ist KI entlang der Customer Journey kein Selbstläufer, sondern ein Werkzeug, das bewusst geführt werden muss.

Ohne Haltung keine Marke

KI kann optimieren, variieren und skalieren. Aber sie trifft keine Entscheidung darüber, wofür eine Marke steht und welche Wirkung sie langfristig aufbauen will. Sie ist kein autonomer Kreativpartner, sondern ein System, das geführt werden muss. Ohne menschliche Führung produziert sie vor allem Austauschbarkeit.

Der Unterschied entsteht dort, wo Menschen den Rahmen setzen. Sie geben der Story eine Richtung, schärfen die Tonalität und entscheiden, was im jeweiligen kulturellen Moment funktioniert und was nicht. Erst dadurch wird aus KI-Output überhaupt Markenkommunikation. Technologie ersetzt keine Strategie und schon gar keine Haltung.

Für Social Media Manager*innen verschiebt sich damit die eigentliche Aufgabe, weg von der reinen Content-Produktion, hin zur kuratierenden und strategischen Steuerung von Content-Systemen. KI darf nicht isoliert als Produktionsmaschine eingesetzt werden. Sie braucht eine klare Leitplanke, damit sie nicht nur schneller produziert, sondern gezielt in eine Markenperspektive einzahlt. Und genau hier kommt ein ganzheitlicher Ansatz ins Spiel.

Ein Markenbild über alle Touchpoints

Im Alltag von Social Teams zeigt sich schnell, wo Automatisierung wirklich hilft. Redaktionsprozesse lassen sich strukturieren, Paid Assets schneller aussteuern und Creator Partnerschaften datenbasiert auswählen. Was dadurch aber nicht automatisch entsteht, ist eine konsistente Markenhaltung, die sich über alle Touchpoints hinweg gleich anfühlt. One Social funktioniert nur, wenn alle Disziplinen dieselbe Perspektive transportieren. Diese Konsistenz entsteht nicht aus reinen Datenmustern, sondern aus strategischen Entscheidungen.

Für Social Media Expert*innen kann Technologie also nur dann ein starker Multiplikator sein, wenn vorher klar definiert ist, wofür die Marke steht und wie sie klingen soll. Damit wird klar, dass es nicht um noch mehr Content geht, sondern um eine konsistente Steuerung über alle Disziplinen hinweg. Ohne diese gemeinsame Perspektive entsteht zwar Output, aber keine Wiedererkennbarkeit.

Fazit: KI braucht Führung

KI wird die Content-Produktion im Social Media Marketing dauerhaft verändern. Sie macht Prozesse effizienter, beschleunigt Tests und hilft, Performance-Potenziale schneller zu heben. Das ist ein Fortschritt. Aber Effizienz allein schafft keine Marke. In einer Feed-Logik, in der nahezu jeder plattformgerecht produzieren kann, entscheidet nicht die Geschwindigkeit über Relevanz, sondern die Klarheit der Perspektive. KI kann optimieren, doch sie definiert eben nicht, wofür eine Marke steht. 

Damit verschiebt sich für Social Media Manager*innen der Fokus. Die Frage ist nicht mehr, ob KI eingesetzt wird, sondern wie bewusst sie entlang der Customer Journey gesteuert wird. Dort, wo Performance zählt, kann sie skalieren. Dort, wo Vertrauen entsteht, braucht es Haltung. Technologie wird zwar zum Standard, doch Führung bleibt Differenzierung.

Hinweis: Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag. Es besteht keine bezahlte Kooperation.



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Social Media

Social Media Strategie: Warum sind wir überhaupt hier?


Die Social‑Media‑Feeds gleichen inzwischen einer Achterbahnfahrt: Manche Beiträge schießen in die Höhe, andere rauschen ohne ersichtlichen Grund ins Tal. Dass die organische Reichweite in den meisten Netzwerken spürbar zurückgegangen ist, überrascht längst niemanden mehr. Rein organisch eine relevante Sichtbarkeit zu erzielen, ist heute deutlich anspruchsvoller geworden. Zwar nicht ausgeschlossen, aber auch längst kein Selbstläufer mehr.

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Ohne Social Media Strategie geht nichts mehr

Eine Konsequenz dieser Entwicklung ist unvermeidbar: Ohne eine klare, tragfähige Strategie wird das Führen von Social Media Accounts für Marken oder Unternehmen schnell zum aussichtslosen Unterfangen. Wie du eine passende Strategie für deine Auftritte entwickelst, haben wir dir hier zusammengestellt. Weitere Tipps für eine Strategie entlang der Customer Journey findest du ebenfalls hier im AllSocial Blog.

In diesem Beitrag sprechen wir jedoch über einen ganz bestimmten Baustein deiner Social Media Strategie: das Warum! Warum sollte eine Marke oder ein Unternehmen überhaupt auf Social Media aktiv sein und welchen Zweck erfüllt dieser Auftritt eigentlich?

Welchem Zweck folgt ein Social Media Channel?

Kurz gesagt: Es geht um den grundlegenden Zweck deines Kanals. Also darum, was du mit deiner Präsenz überhaupt erreichen willst. Dabei ist es sinnvoll, klar zwischen Zweck und Zielen zu unterscheiden. Der Zweck beschreibt die übergeordnete Richtung, während sich daraus konkrete Ziele und Unterziele ableiten lassen.

Ein Beispiel: Der Zweck eines Unternehmensauftritts auf Social Media könnte darin liegen, ein starkes Community Management aufzubauen und die Nähe zur Zielgruppe zu stärken. Daraus ergeben sich dann Unterziele wie einzelne Schritte im Aufbau eines professionellen Community Managements oder die Definition konkreter Maßnahmen für Community Building und Interaktion.

Der Blick aufs große Ganze: Social Media als Baustein des Marketingkonzepts

Soweit zur Theorie. Aber wie lässt sich jetzt der Zweck für einen Social Media Auftritt festlegen? Die Antwort liegt im Blick aufs große Ganze: auf das Unternehmen oder die Marke selbst – also darauf, was sie tut, wofür sie steht und welche Botschaften sie vermittelt – sowie auf die gesamte Kommunikation und Vermarktung.

Im Idealfall greifen alle Elemente eines Marketingkonzepts ineinander, statt als isolierte Silos nebeneinander herzulaufen. Social Media ist dabei ein zentraler Baustein, der sich nahtlos in dieses Gesamtbild einfügen sollte.

Daraus leitet sich ab, wie du Inhalte, Tonalität, Botschaften und die Community‑Ansprache auf den einzelnen Kanälen gestaltest. Der eigentliche Zweck ergibt sich also aus der Frage, welchen Beitrag Social Media im Zusammenspiel mit den übrigen Marketingmaßnahmen am wirkungsvollsten leisten kann. Gründe, warum Social Media Chefsache sein sollte, hörst du hier im Feed und Fudder Podcast und wie du das Unternehmensleitung in die Strategie miteinbindest liest du hier im Beitrag: Strategie – Nicht ohne deine/n Chef:in.

Professionelles Social Media Marketing ist kein Nebenbei-Projekt

Noch einmal einen Schritt zurück: Ein Unternehmen oder eine Marke sollte niemals nur deshalb auf Social Media aktiv sein, um „auch irgendwie“ auf diesen Plattformen dabei zu sein. Ein professioneller Social Media Auftritt ist keine Nebenbei‑Aufgabe. Er verlangt Aufmerksamkeit, Planung und kontinuierliche Mitarbeit. Die Wahrheit ist: Social Media Marketing kostet Zeit und Ressourcen und ohne beides wird es schwierig, nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.

Wie du mit einem klaren Zweck Ressourcen sparst

Damit deine Ressourcen nicht ins Leere laufen, ist es entscheidend zu definieren, was deine Social Media Kanäle bewirken sollen. Je klarer du den Zweck und die daraus abgeleiteten Ziele deiner Accounts kennst, desto stärker verschaffst du dir einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz.

Was, wann und wie in den Feeds ausgespielt wird, lässt sich nur begrenzt beeinflussen, selbst mit starken Inhalten, die Interaktionen fördern. Am Ende entscheiden die Plattformen, wie sich die Feeds zusammensetzen. Doch ein gut geführter Account, der regelmäßig Mehrwert bietet, hat deutlich bessere Chancen, sichtbar zu bleiben als ein Kanal, der nur sporadisch postet und dessen wenige Follower kaum wissen, wofür er überhaupt steht.

Finde deshalb heraus, welchem Zweck deine Accounts dienen sollen. Ein Blick in das Marketingkonzept deines Unternehmens oder deiner Marke hilft dabei: Wo kann Social Media bestehende Maßnahmen verstärken? Wo kann es Lücken schließen?

Die Mehrwerte von Social Media: Ziele und Gründe

Social Media kann viel für dein Unternehmen und deine Marke bewirken. Hier findest du ein paar Highlights aus unserem Blog, über mögliche Ziele und Gründe, warum es sich lohnt als Unternehmen und Marke auf Social Media aktiv zu sein:

Übrigens, auch deine Follower haben so ihre Gründe, auf Social Media unterwegs zu sein. Welche das sind und wie es dir am besten gelingt, deine Ziele mit den Wünschen deiner Zielgruppen zu verknüpfen, erfährst du hier im Blog.



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Feed und Fudder 79 – Zukunft des Agenturmarkts: KI, Trends, Chancen (Julian Schweizer)


Wohin entwickelt sich der Agenturmarkt? Wir sprechen mit Agenturgründer und SaaS‑Experte Julian Schweizer von ContentPaul aus Zürich über die großen Herausforderungen und Chancen des Agenturmarkts. Welche Rolle spielt KI in diesem Wandel?

Ist sie tatsächlich Treiber neuer Innovationen oder dient das Schlagwort am Ende nur als bequeme Ausrede, echte Neuerungen aufzuschieben? Wir diskutieren im Feed und Fudder Podcast, warum wirtschaftlicher Druck sowie alte Strukturen Agenturen aktuell stärker treffen als KI. Ein Grund: zu viele Silos im Unternehmen!

Wie sich diese aufbrechen lassen und warum Content der zentrale Business-Asset ist, hört ihr jetzt in der neuesten Folge. Denn spezialisierte Expertise dürfte auch in Zukunft gefragt sein. Denn allen Umbrüchen zum Trotz ergeben sich am Agenturmarkt auch neue Chancen.

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KI, GEO und Performance: Die wichtigsten Trends von der AllSocial Marketing Conference in München 2026

GEO für die KI-Suche – Erfolgsfaktor Social Media: Die besten Insights aus Blog und Podcast


Transkript Feed und Fudder Podcast Folge 79 – Zukunft des Agenturmarkts: KI, Trends, Chancen (Julian Schweizer)

Du bist grad irgendwo, wo es still sein muss, schmöckerst lieber in Texten oder möchtest unsere Folge barrierefrei mit deinem Screenreader lesen? Kein Problem!

Hier gibt es das Transkript zu Folge 79 – Zukunft des Agenturmarkts: KI, Trends, Chancen (Julian Schweizer)

Transkript

Alexander 

Hallo und herzlich Willkommen zum Feed und Fudder Podcast. Oder soll ich heute sagen: Grüezi miteinander. Ich habe heute einen wunderbaren Gast aus der Schweiz dabei. Stell dich doch am besten einfach mal unseren Zuhörerinnen und Zuhörern vor. Ich lasse dir das Wort, Julian.

Julian  

Danke Alex und Hallo miteinander. Das Grüezi wäre gar nicht nötig gewesen, ich glaube, man hört es sofort an meinem Akzent. Ich bin der Julian Schweizer aus Zürich, sogar Schweizer im Nachnamen, und freue mich, hier zu sein. Ich bin unter anderem Agenturgründer und heute in der Softwareentwicklung tätig, beziehungsweise für ein SaaS‑Unternehmen, das eine Software für Agenturen herstellt.

Alexander  

Ich war ja auf der AllSocial Marketing Conference in München. Erstmal vielen Dank an alle, die da waren. Ich hatte so tolle Gespräche mit euch und danke auch für euer Feedback. Und wenn ihr das nächste Mal live dabei sein wollt: Auf dem Blog gibt es jetzt schon Tickets für die nächste Ausgabe der Konferenz. Ich würde mich mega freuen, wenn wir uns dort sehen.  

Und weißt du, was ich kaum glauben konnte? Ein Thema wurde so oft besprochen, in Keynotes, in Gesprächen, in den Pausen: Im Marketing existieren immer noch so viele Silos. Wir haben die SEO‑Abteilung, jetzt neu dazu Geo, KI, und Social Media fristet manchmal ein Nischendasein. Es fehlt oft die Einbindung in die Gesamtstrategie. Selbst Alex Schultz von Meta, CMO für Analytics, hat gesagt: Man muss diese Silos aufbrechen!

Das ist so wichtig. Social Media, unser Schwerpunkt, muss stärker in die Unternehmensstrategie eingebunden werden. Viele Keynotes haben das gezeigt. Und du hast dir ja ein bisschen zur Mission gemacht, genau diese Silos aufzubrechen.

Julian  

Ja, im Grunde schon. Ich habe meine Agentur vor mehr als 15 Jahren gegründet. Und ich glaube, dieser Silo‑Aufbrechen‑Gedanke war schon damals präsent. Es hat sich eigentlich nicht so viel getan. Es gibt Modelle, die das versuchen, oder Systemansätze, die das versuchen. Unter anderem mit unserer Software, mit unserer Plattform, lässt sich das abbilden: Inhalte aus allen Kanälen auf einer Plattform verwalten, managen und abteilungsübergreifend zugänglich machen. So entsteht volle Transparenz im Unternehmen oder in der Agentur.  

Das ist eine der großen Herausforderungen, die ich immer wieder sehe: dass dieser Silo‑Gedanke vorherrscht und Abteilungen teilweise arbeiten, ohne zu wissen, was die anderen machen. Oder Disziplinen nicht wissen, was die andere Hand eigentlich tut.

Alexander  

Du hast es schon gesagt: Es ist eine Herausforderung. Und die andere große Herausforderung, wie könnte es anders sein, ist das Schlagwort Künstliche Intelligenz.  

Warum wir dich heute eingeladen haben: Du hast eine spannende Mischung. Du bist in der Softwareentwicklung tätig, hast eine Agentur gegründet, bist Marketingexperte, hast auch schon für den AllSocial Blog geschrieben, bist also auch Gastautor bei uns. Da kommt alles zusammen. Und du beobachtest den Agenturmarkt sehr genau.  

Darüber wollen wir heute sprechen: vom Silo‑Gedanken hin zum Agenturmarkt. Neben dem großen Schlagwort KI: Wie siehst du gerade den Agenturmarkt?

Julian  

Wenn man in seinen LinkedIn‑Feed schaut, könnte man meinen, der Markt löst sich gerade auf. Es klingt dort sehr dramatisch. Er ist sicher in Transformation. Ich habe das in unserer Agentur auch erlebt.  

Ich muss dazu sagen: Ich habe die Agentur vor 15 Jahren gegründet, ganz am Anfang von Social Media. Ich bin heute noch Gesellschafter, aber nicht mehr operativ tätig, weil ich mich auf die Software konzentriere, die wir entwickeln. Die ist übrigens aus der Agentur entstanden, aus unserem Alltag heraus.  

Ich spreche mit vielen Agenturinhaberinnen und ‑inhabern und höre überall diese Transformation. Und in den letzten Monaten verstärkt: wirtschaftlicher Druck. Das höre ich nicht nur aus der Schweiz, sondern viel stärker aus Deutschland. Aus Österreich weniger, aber aus Deutschland sehr deutlich.  

Da höre ich vor allem: Der wirtschaftliche Druck prasselt auf die Agenturen ein.

Alexander  

Und ist dieser Druck eher durch die aktuelle Weltlage bedingt, durch wirtschaftliche Unsicherheit, einbrechende Märkte? Oder ist es eher KI, die viel verändert, aber bei manchen noch Orientierungslosigkeit auslöst? Wie transformiert man diesen KI‑Prozess?

Julian  

Meiner Meinung nach wird die KI‑Sache ein bisschen vorgeschoben. Ausrede ist ein starkes Wort, aber ja, sie wird vorgeschoben. Ich sehe, dass der wirtschaftliche Druck zum einen aus der Wirtschaft selbst kommt, aber auch hausgemacht ist.  

Ich habe das selbst erlebt: In Europa hatten wir ein sehr starkes Wachstum. Wir hatten Tiefzinsen über 15 Jahre. Seit der Finanzkrise 2009 wurden die Zinsen gesenkt, um die Wirtschaft zu beleben. Das hat zu einem unglaublichen Investitionswachstum geführt. Davon haben besonders Digital‑Marketing‑Agenturen profitiert.  

Da kam eine neue Disziplin dazu, Social Media, aber auch viele andere digitale Maßnahmen. Alle sind mit dem Markt gewachsen.  

Jetzt ziehen je nach Branche dunklere Wolken auf. Unternehmen fahren Budgets runter, teilweise sehr konsequent und schnell. Das führt dazu, dass Agenturen mit Strukturen dastehen, die nicht für diese neuen Gegebenheiten gemacht sind.

Julian  

Und von der Seite frisst sich dann auch noch die KI rein und das zusammen ist sehr explosiv. Das spüren Agenturen jetzt stark. Alle im Markt müssen sich transformieren, vielleicht nicht nur ein Stück weit, sondern ein größeres Stück. Aber es ist nicht nur der KI geschuldet. Künstliche Intelligenz ist eher ein Brandbeschleuniger. Ich sehe es so, dass sich der Ton aufgrund der wirtschaftlichen Gegebenheiten geändert hat und viele Agenturen noch auf alten Strukturen sitzen. Diese müssen jetzt zuerst aufgebrochen werden.

Alexander  

Du sprichst Strukturen an. Du hast gesagt, Agenturen sind in den letzten Jahren oft sehr schnell gewachsen. Du bist ja nicht der Meinung, dass der Agenturmarkt zusammenbricht. Allein durch deine Software würdest du ja keine Agentursoftware entwickeln, wenn du glauben würdest, dass der Markt kollabiert. Du bist eher optimistisch und sagst, es liegt an den Strukturen. Was meinst du mit Strukturen? Interne Strukturen, wie eine Agentur aufgebaut ist? Oder eher, wie sie servicemäßig aufgestellt ist? Viele schnell gewachsene Agenturen sind ja Voll‑Service‑Agenturen geworden. Oder liegt die Zukunft eher bei spezialisierten Agenturen, die nur Social Media, Paid, Performance oder Content anbieten? Oder geht es doch um interne Strukturen?

Julian  

Ich bin überzeugt, dass Spezialisten immer gefragt bleiben. Sie haben spezialisiertes Know‑how und das wird immer gebraucht. Als Spezialist ist man nie schlecht positioniert. Das andere ist: Wenn ich Onboardings mit neuen Kunden für unsere Plattform mache, sehe ich oft, dass sie ihre internen Prozesse kaum dokumentiert haben und sie sie auch kaum benennen können. Nicht, weil sie unfähig wären, sondern weil jedes Projekt individuell von den jeweiligen Projektleiterinnen und Projektleitern ausgestaltet wird.  

Sie haben keinen Systemansatz in der Agentur verankert, der sagt: So arbeiten wir. Das ist unser Prozess. Den ziehen wir bei jedem Projekt mit jedem Kunden gleich durch. Natürlich nie zu 100 Prozent, aber zumindest zu 90 Prozent. Und darauf kann man Prozesse optimieren und Effizienzen schaffen.  

Bei vielen Agenturen fehlt das. Das ist auch der Grund, warum sie zu uns kommen, weil sie technologische Unterstützung suchen. Während der Wachstumsphase fiel das nicht auf. Ein zusätzlicher Headcount fiel nicht ins Gewicht. Aber jetzt, wo Budgets zurückgehen, fehlen ein paar Euro oder ein paar Schweizer Fränkli. Und dann fällt es ins Gewicht. Das zeigt sich im EBIT am Jahresende.

Alexander  

Wir sind also wieder beim Thema Silos. Nicht nur zwischen Marketingdisziplinen, sondern auch Projektsilos innerhalb der Agentur. Es wäre sinnvoll, diese aufzubrechen und Projekte ganzheitlich zusammenzuführen. Du hast immer diesen schönen Begriff des Agentur‑Operating‑Systems. Dass man alles zusammenführt, um sich flexibler aufzustellen.

Julian  

Ja, unbedingt. Es ist egal, auf welcher Plattform man das macht. Es kann auch ein Google Drive sein. Wichtig ist, dass alle Inhalte am gleichen Ort mit der gleichen Naming Convention abgelegt sind. Das sind einfache Dinge, aber sie sind das A und O.  

Wenn jemand ausfällt, kann die nächste Person sofort übernehmen, ohne Zeit zu verlieren, weil das Projekt genauso aufgebaut ist wie alle anderen. Das sind Kleinigkeiten, die aber ein Multiplikator sind. Wenn ich sie nicht sauber umsetze, verliere ich als Agentur am Ende des Tages Geld.

Alexander  

Ich plaudere mal aus dem Nähkästchen. Wir kennen uns ja schon länger und reden viel miteinander. Du hast oft gesagt, Content ist eigentlich der wertvollste Asset, den Agenturen haben. Das sagst du immer wieder. Ich war überrascht, dass dieser Gedanke noch nicht überall angekommen ist. Warum siehst du Content als so wichtigen Business‑Asset, den man höher ansiedeln muss?

Julian  

Es ist nicht nur der wichtigste Asset für eine Agentur, sondern vor allem für den Kunden oder das Unternehmen. Content ist heute eine der wichtigsten Ressourcen in einer Organisation. Wenn ich diese Ressourcen sauber verwalte, ablege, manage und damit umgehe, kann ich immer wieder darauf zurückgreifen.  

Gerade in dieser feinteiligen Welt mit Social Media und vielen Kanälen, wo Inhalte eine kurze Laufzeit haben, brauche ich eine große Menge davon. Wenn ich Inhalte strukturiert manage, kann ich sie immer wieder anpassen und neu ausspielen.  

Wenn Content aber verzettelt in verschiedenen Abteilungen liegt, wird es immer schwieriger, ihn zu nutzen. Zentral verwaltet ist es viel einfacher.

Alexander  

Wie würdest du einen Ausblick geben? Bei der wirtschaftlichen Situation wissen wir nicht, was die Zukunft bringt. Hoffentlich nichts Schlimmes, wir haben seit Corona genug durchgemacht. Wie glaubst du, wird sich der Agenturmarkt entwickeln? Und du hast gesagt, KI wird manchmal als Ausrede genutzt. Wird KI irgendwann der wichtigste Treiber für die Entwicklung des Agenturmarkts oder bleibt die wirtschaftliche Lage entscheidend?

Julian  

Meine persönliche Meinung zur KI ist: Sie hat eine unglaubliche Entwicklung in den letzten 36 Monaten gemacht. Als ChatGPT mit Version 3.5 veröffentlicht wurde, hat das eingeschlagen wie eine Bombe. Niemand konnte glauben, was plötzlich möglich war, obwohl es eigentlich absehbar war. Die Modelle wurden schon in den 70er oder 80er Jahren entwickelt, aber die Rechenleistung fehlte.  

Es gab schon 2018 oder 2019 erste GPT‑Prototypen. Aber vor etwa drei Jahren kam es für die breite Masse und hat eine enorme Entwicklung hingelegt. Ich mache aber ein Fragezeichen, ob es im gleichen Tempo weitergeht. Da habe ich große Zweifel.  

Wir sehen: KI ist unglaublich gut in Recherche und Texterstellung. Wobei Recherche auf den ersten Blick gut wirkt, aber in der Tiefe schwieriger wird. In der Texterstellung hat KI viel ersetzt. Bei Bild und Video, wenn es wirklich markenkonform sein soll, beginnt es zu ruckeln. Da mache ich Fragezeichen, ob das Tempo so bleibt.  

Den Menschen braucht es weiterhin, vor allem in den nächsten fünf Jahren. Menschen müssen gemeinsam mit KI gute Inhalte produzieren. Was in 20 oder 30 Jahren ist, kann ich mir schwer vorstellen, aber ich glaube nicht, dass es kurzfristig so schnell weitergeht wie bisher.

 Auch Agenturen haben weiterhin ihre Daseinsberechtigung. Du hast es vorher korrekt gesagt: Wir entwickeln eine Software für Agenturen, sonst würden wir es nicht tun. Agenturen bleiben wichtig. Es braucht Spezialisten, die mit KI‑Tools umgehen können. Nicht alles kann in‑house gemacht werden. Es basiert nicht auf Knopfdruck. Jeder, der mit diesen Tools arbeitet, weiß: Es ist nicht so schnell gemacht. Es braucht viele Iterationen, bis man ein gutes Ergebnis hat. Und das kann weiterhin von Agenturen geleistet werden.

Alexander  

Das ist doch ein interessanter Ausblick. Dann beobachten wir das einfach mal und holen dich irgendwann wieder in den Podcast. Dann schauen wir, was sich bewahrheitet hat und was nicht. Und hoffentlich bessert sich bis dahin auch die Weltlage.  

Ich habe auch noch etwas mitgebracht. Wir haben ja immer unsere Social Wins und Fails am Ende jeder Folge. Und beim Stichwort KI habe ich heute etwas, das gleichzeitig Win und Fail ist. Win, weil es ein mega lustiges Tool ist. Fail, weil es uns Menschen irgendwie den Spiegel vorhält.  

Die KI‑Übersetzungsfunktion von Kagi hat jetzt ein LinkedIn‑Feature. Da kannst du alles eingeben und es wird in LinkedIn‑Sprache übersetzt. Ich habe das Tool getestet mit dem Satz: Ich war heute einkaufen. Das Tool macht daraus:  

Heute ging es darum, meine persönlichen Supply Chains zu optimieren. Ich habe einen Deep Dive in lokale Markttrends genommen, damit meine Ressourcen für diese Woche maximal effizient sind. Es geht nicht einfach nur um Einkaufen, es geht um strategisches Anpassen an meine Umwelt. Wie hast du heute deine Logistik aufgelevelt? Lass uns connecten und diskutieren.  

Ich finde es mega witzig, weil die KI ja mit dem trainiert wurde, was früher auf LinkedIn stand. Und es ist lustig, wie diese KI LinkedIn sieht.

Julian  

Ich habe es auch gesehen, ich habe es gestern entdeckt. Ich musste sehr schmunzeln über das Beispiel. Aber eigentlich braucht man diesen Translator gar nicht. Man kann einfach seinen LinkedIn‑Feed öffnen. Der ist voll von diesem Zeug. Ich hoffe sehr, dass das bald wieder abnimmt, weil ich wirklich Augenkrebs bekomme, wenn ich diese Announcements lese. Ich denke mir jedes Mal: Oh Gott.

Alexander  

Aber wir haben ja zum Glück coolen Content, wie hier im Podcast. Vielen Dank, dass du heute da warst. Viele Grüße in die Schweiz.

Julian  

Danke Alex, tschüss, mach’s gut.

Alexander  

Und liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, macht’s gut. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.



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