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»Das Studium hat mir geholfen, Gestaltung nicht nur als formale Disziplin zu begreifen, sondern als reflektierte Praxis zwischen Konzept, Technologie und gesellschaftlicher Verantwortung«, sagt Marcel Bouillon, Senior Art Director. Wir geben Infos zum einzigartigen Masterstudiengang Design & Leadership.

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Marcel Bouillon, Senior Art Director. Zuvor hatte er einen Bachelor in Visueller Kommunikation an der FH Nordwestschweiz gemacht und sowohl Freelance als auch in Agenturen als Grafikdesigner geareitet

Marcel Bouillon ist Senior Art Director bei der Agentur La Mina in Darmstadt – und eigentlich längst auf dem Weg zum Creative Director, samt eigenem Kreations-Team und all den Fragen, die mit dem Wechsel in eine Führungsrolle entstehen. Um diese zu beantworten und parallel seine eigene Designpraxis weiterzuentwickeln entschied er sich für ein berufsbegleitendes Fernstudium an der Diploma Hochschule.

»Zu Beginn des Studiums lagen meine Aufgaben noch ganz klassisch in der Gestaltung. Mit wachsender Verantwortung verschob sich aber der Fokus hin zur Entwicklung von Ideen, zur Analyse komplexer Problemstellungen und zur Koordination kreativer Prozesse im Team«, erklärt Marcel. »Der Wechsel in die Führungsrolle lief aber nicht immer reibungslos und hat für mich auch viel Reflexion bedeutet.« Das Masterstudium »Design & Leadership« der Diploma (Interview weiter unten) sollte ihn dabei unterstützen, aus dem klassischen Design-Denken mehr in die strategischen und strukturellen Themen zu wachsen.

Besonders geprägt haben Marcel dabei die Futures Studies im Semester vor dem Abschluss. Darin vermitteln drei Dozenten eng verzahnt Methodik, Theorie und Gestaltungspraxis rund um Spekulatives Design und liefern Impulse, Denkanstöße und Fallbeispiele. Ziel ist es, dass die Studierenden das Erlernte in einer praktischen Arbeit erproben, die oft auch schon die Recherche für ihre Masterarbeiten vorbereiten kann. Sechs kleine Teams widmeten sich im Wintersemester verschiedenen Zukunfts-Themen – etwa »Wohnen«, »Technologie und Arbeit« oder »Mobilität«. »Im Zentrum stand dabei aber nicht die Entwicklung einer einzigen, vermeintlich richtigen Zukunftsvision, sondern die Auseinandersetzung mit der Pluralität von Zukünften.« erklärt Marcel.

Seine Gruppe näherte sich dem Thema Landleben im Jahr 2055 aus verschiedenen Perspektiven um zu zeigen, wie soziale Hintergründe die Wahrnehmung einer Zukunft verschieben können. »Was für eine Gruppe als Utopie und Fortschritt scheint, kann für eine andere die Dystopie bedeuten. Diese Ambiguität wollten wir nicht auflösen, sondern sichtbar machen«, so Marcel. »So entstand dann unser Konzept für den Futures Feed.«

Projekt Futures Feed, technische Struktur
Die Struktur hinter Futures Feed

 

Projekt Futures Feed, zwei iPhone Mochups
Social Feed: Eingebunden in ein klassisches Social-Interface mit Scroll-Funktion entsteht eine Storyline rund um die sechs Charaktere

 

Im Zentrum des Projekts stehen sechs verschiedene Charaktere, die alle parallel die Zukunft erleben und darüber berichten sollen. Die Visualisierung dieser pluralen Welten betteten die Studierenden in eine bekannte Umgebung ein: einen Videofeed mit kurzen Clips, wie wir ihn von Instagram oder TikTok kennen. Die Stärke, so Marcel, liegt dabei in der Kuratierung und Gesamtheit der Inhalte, die durch verschiedene kleine Impulse ein glaubhaftes Bild der Zukunft schaffen.

Für die Umsetzung der dystopischen und utopischen Kurzclips nutzte das Team verschiedene KI-Tools, die es ihnen ermöglichten, ihre Ideen schnell zu visualisieren. Das Interface für ihren Futures Feed entwickelten sie anschließend in Figma. Ein Prototyp mit über 40 verschiedenen, verknüpften Screens lässt sich jetzt über den QR-Code auf jedem Smartphone einsehen und durchscrollen. Der Effekt ist gleichzeitig emotionalisierend und etwas uncanny: Die Kurz-Videos sind zwar sofort als KI-generiert erkennbar, aber dennoch wirkt die Zukunft, wie sie die verschiedenen Charaktere zeigen, deswegen nicht weniger real. Das bekannte Social-Interface verleitet dazu, den abgebildeten Szenen schnell Glauben zu schenken und sich im Scrollen zu verlieren. So entsteht der Gesamteindruck einer Welt, die genauso komplex ist wie unsere eigene und – ganz ohne sie auszusprechen – stellt das Projekt den Betrachter:innen die Frage, welche Zukunft sie sich selbst vorstellen können.

Blick ins Studium: Design & Leadership

Prof. Dr. Bärbel Kühne hat schon viele Studierende in verschiedensten Stadien ihres Berufslebens begleitet. Sie ist an der privaten, staatlich anerkannten Diploma-Hochschule Studiendekanin für den Bereich Design & Medien und leitet den einzigartigen Masterstudiengang Design & Leadership, den sie 2016 mitbegründete. Wir sprachen mit der Designwissenschaftlerin über den Aufbau des Studiengangs, die Entwicklung von authentischen Führungspersönlichkeiten im Design und die Bedeutung von Design und Leadership in Zeiten von KI.

PAGE: Die Diploma bietet einen der wenigen staatlich anerkannten Master für Design und Leadership. Was lernen die Studierenden bei euch?

Dr. Bärbel Kühne: Der Studiengang bereitet seit der Erstakkreditierung 2016 Studierende auf Führungspositionen in der Kreativwirtschaft vor. Wir bauen dabei auf zwei Säulen auf: Zum einen konzentrieren wir uns auf die Gestaltung – also alles, was mit Designkompetenz im weitesten Sinne zu tun hat – zum anderen geht es um den Schwerpunkt Management und Leadership. Wir vermitteln ein umfassendes Gestaltungsverständnis, dazu gehören immer auch Theorie und Methodik, also ein Fächerspektrum, das der Gestaltung ein gutes Fundament bietet. Wichtig ist uns dabei, dass Theorie und Praxis im Design nicht getrennt laufen, sondern Hand in Hand gehen. All unsere Designprojekte sind gleichzeitig methodisch und praktisch angelegt und werden meist von zwei Dozierenden begleitet. Wir wollen den Studierenden damit ermöglichen, die Methodenkompetenz in ihr berufliches Handeln zu übertragen.

»Wichtig ist uns, dass Theorie und Praxis im Design nicht getrennt laufen, sondern Hand in Hand gehen.« (Dr. Bärbel Kühne, Dekanin Bereich Design & Medien)

Was genau bedeutet für euch Design Leadership?

Dr. Bärbel Kühne: Das ist die elementare Frage, nicht wahr? Darüber diskutieren wir auch häufig mit den Studierenden. Vielleicht lässt es sich gut durch Abgrenzung erklären – zum Beispiel zum Management oder zu spezifischen Fachkulturen. Unter Leadership verstehen wir ein Führungskonzept, das sich aus Theorie, Vorwissen und eigener Erfahrung speist, jedoch für alle unterschiedlich funktioniert. Denn in erster Linie geht es dabei um Authentizität, Souveränität und Glaubwürdigkeit. Wir stellen natürlich verschiedene Leadershipmodelle vor, diskutieren Fallbeispiele und Vorbilder, aber am Ende ist unser Ziel, dass unsere Studierenden ihr eigenes Verständnis von Führung und ihren eigenen Stil entwickeln. Wir bieten dafür vor allem den Raum und liefern Impulse sowie einen Leitgedanken: dass man als Designer:in immer Verantwortung trägt – besonders in einer Führungsposition. Leadership im Design bedeutet nicht, Erfüllungsgehilfe der Wirtschaft zu sein, oder etwas hübsch zu machen, sondern im besten Sinne die Welt zu verändern, Design über die Grenzen der Branche hinaus zu denken und dazu zu nutzen, Strukturen zu hinterfragen und durch Gestaltung neue Lösungen zu entwickeln.

»Leadership im Design bedeutet nicht, Erfüllungsgehilfe der Wirtschaft zu sein, oder etwas hübsch zu machen, sondern im besten Sinne die Welt zu verändern.« (Dr. Bärbel Kühne, Dekanin Bereich Design & Medien)

Wer studiert bei euch?

Dr. Bärbel Kühne: Zulassungsvoraussetzung ist ein Bachelorabschluss in einem gestaltungsrelevanten Studiengang. Das sind in erster Linie Gestalter:innen aus dem Kommunikationsdesign, aber auch Absolvent:innen aus den Kommunikationswissenschaften, der Architektur oder der Kunst. Einige der Studierenden haben ihren Bachelor bereits bei uns gemacht, da reicht die fachliche Herkunft von Craft Design über UX bis zum Produktdesign. Die meisten unserer Absolvent:innen sind in leitenden Positionen tätig oder auf dem Weg dorthin und wollen sich mit dem Masterstudium berufsbegleitend weiterqualifizieren. Andere streben eine Promotion oder Stelle in der Designlehre an. Und manche erfüllen sich auch den Traum, ihre eigenen gestalterischen Projekte zu verwirklichen oder den Weg in die Existenzgründung zu wagen.

Wie sehen die Designprojekte im Studium aus?

Dr. Bärbel Kühne: Wir starten im ersten Semester sehr explorativ, experimentell und frei. Im zweiten Semester geht es dann um Markenführung und Projektmanagement. Methodisch weiterführend sind die Projekte im dritten und vierten Semester. Da gibt es neben den Futures Studies, in denen die Studierenden Entwürfe für die Zukunft entwickeln und visualisieren, auch Teilhabe-Projekte, wo partizipative Prozesse eine große Rolle spielen. Wir haben im Sinne eines Social Design aber auch schon Kampagnen für Brot für die Welt entwickelt und mit der deutschen Umwelthilfe zusammengearbeitet. Dabei arbeiten wir semester- oder auch studiengangsübergreifend und bringen unterschiedliche Studierende mit ihren verschiedenen Perspektiven zusammen. Unsere Bachelorstudierenden, die oft noch am Anfang stehen und sehr idealistisch motiviert sind, treffen auf fachlich und geschäftlich erfahrene Masterstudierende, die die Realität der Branche bereits kennen. Dabei zeigt sich dann immer wieder, wie gut auch digital diskutiert werden kann und kommunikative Nähe entsteht.

Wie funktioniert das mit dem berufsbegleitenden Remote-Studium?

Dr. Bärbel Kühne: Die meisten unserer Studierenden investieren pro Woche zwischen 15 und 25 Stunden, je nach Projektphase. Insgesamt binden wir Leistung aber selten an Zeit, sondern vielmehr an die Qualität der Projektentwicklung mit anderen Studierenden und Lehrenden in unserem virtuellen Atelier. Wir arbeiten komplett dezentral und ermutigen die Studierenden, sich auszutauschen, zusammenzuarbeiten und so auch mit anderen Bereichen in Berührung zu kommen. Wichtig sind uns dabei die Selbstorganisation und Flexibilität, die ein berufsbegleitendes Studium bieten können. Denn unsere Studierenden sind oft schon mitten im Leben, haben Familie, sind angestellt oder haben ihr eigenes Business. Ich habe immer großen Respekt davor, wie sie das alles unter einen Hut bringen. Aber wenn eben doch mal etwas dazwischenkommt, können sie bei uns auch ein Semester aussetzen und gebührenfrei bis zu vier Semester verlängern.

Hat sich euer Curriculum mit KI verändert?

Dr. Bärbel Kühne: Natürlich gibt es Veränderungen in der Umsetzung und in den Tools, mit denen wir arbeiten. Gleichzeitig hat uns die Entwicklung rund um KI aber auch noch einmal bestärkt, dass der an Methoden orientierte Ansatz des Studiengangs richtig ist. Ein stabiles Methoden-Gerüst ist für unsere Absolvent:innen aktuell wichtiger denn je. Damit können sie in der Regel mit allen Situationen und Veränderungen gut umgehen und haben außerdem gelernt, sich bei allem, was politisch, sozial und wirtschaftlich gerade geschieht, auch zu positionieren. Denn als Führungsperson ist man ja auch dafür zuständig, ein geschütztes Arbeitsumfeld zu schaffen. Sicherheit der Mitarbeitenden, am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft, all das spielt eine große Rolle. KI stellt uns vor große ethische und identitäre Fragen… aber auch vor ganz berufspraktische, manche Bewerbende fragen sogar, ob es überhaupt noch Sinn ergibt, Design zu studieren. Die Antwort darauf kann und darf nicht in einer ausschließlichen zu engen Fokussierung auf den Umgang mit KI-Tools liegen, sondern muss sich stark auf die Persönlichkeitsentwicklung konzentrieren: Wir wollen Gestalter:innen ausbilden, die wohldurchdachte und verantwortungsvolle Entscheidungen treffen, hinter denen sie auch später noch stehen können.

 

Dieser Beitrag ist erstmals erschienen in PAGE 1.2026:

 



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Ein Zeichen für die Kreislaufwirtschaft: Das neue „Reuse“-Symbol soll Wiederverwendung sichtbar machen – Design Tagebuch


Die Kreislaufwirtschaft hat ein neues visuelles Erkennungszeichen. Mit dem weltweit eingeführten „Reuse“-Symbol präsentiert die Organisation PR3 (The Global Alliance to Advance Reuse) erstmals ein universelles Kennzeichen für wiederverwendbare Verpackungen und die dazugehörigen Rückgabe- und Reinigungssysteme. Ziel ist es, Wiederverwendung auf einen Blick erkennbar zu machen und von Recycling klar abzugrenzen.

Aus gestalterischer Sicht schließt das Reuse-Symbol (ausgesprochen „re-use“) eine Lücke. Während das bekannte Recyclingsymbol mit seinen drei im Kreis angeordneten Pfeilen seit Jahrzehnten für stoffliche Verwertung und Recycling steht, fehlte bislang eine international verständliche Kennzeichnung für Wiederverwendung und Mehrwegsysteme. Das neue Zeichen wurde in einem globalen Designwettbewerb entwickelt und anschließend in internationalen Nutzertests evaluiert.

Die Einführung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Wiederverwendung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Bereits 2025 forderten Organisationen aus der Reuse-Branche ein verbindliches, rechtssicheres Reuse-Symbol für Europa. Ihr Anliegen: Nur tatsächlich in Mehrwegsystemen zirkulierende Verpackungen sollen entsprechend gekennzeichnet werden, um Greenwashing zu verhindern.

ReUse Symbol – Social Post Image

Dass Wiederverwendung inzwischen weit über klassische Getränkeflaschen hinausgeht, zeigen aktuelle Beispiele. In Freiburg demonstrieren automatisierte Rücknahmeautomaten für Mehrwegbecher, wie Reuse-Systeme in den urbanen Alltag integriert werden können. Die Rückgabe wird damit ähnlich einfach wie etablierte Pfandsysteme.

Auch außerhalb der Verpackungsbranche gewinnt das Prinzip an Relevanz. Mercedes-Benz baut in Kamenz derzeit ein „Battery ReUse Center Europe“ auf. Dort sollen gebrauchte Hochvoltbatterien geprüft, aufgearbeitet und erneut eingesetzt werden, bevor sie recycelt werden. Reuse wird damit zum strategischen Baustein der Ressourcenwirtschaft.

Entworfen haben das Reuse-Symbol Nicole Ascanio Rodriguez und Juan Navarrete, Mitgründern von Epigrama Studios aus Bogotá. Ihr Entwurf setzte sich in einem offenen Wettbewerb gegen 236 Einreichungen aus 29 Ländern durch und wurde in 17 Ländern mit 1.275 Testpersonen auf Wiedererkennbarkeit, kulturelle Übertragbarkeit und Abgrenzung zu bestehenden Zeichen und Recycling-Symbolen geprüft. Der Intention der beiden Gestalter nach beschreibt das Zeichen die Vorstellung von Zeit als Spirale: zurückkehrend, wiederherstellend, neu beginnend.

Der konzeptuelle Kern des Symbols liegt also im Systemgedanken, nicht im Materialmerkmal. Genau das ist der entscheidende Unterschied sowohl zum internationalen Recyclingsymbol als auch zum Grünen Punkt. Der Grüne Punkt, seit 1990 auf deutschen Verpackungen präsent, ist kein Hinweis auf Recyclingfähigkeit oder Mehrwegbetrieb – er zeigt lediglich, dass der Hersteller eine Lizenzgebühr an ein duales Entsorgungssystem entrichtet hat. Der Grüne Punkt ist ein Finanzierungsnachweis, keine Nutzungsaussage. Das neue Reuse-Symbol hingegen darf nur dann auf einer Verpackung erscheinen, wenn diese nachweislich Teil eines vollständigen Kreislaufsystems ist – mit Rücknahme, Transport, Reinigung und erneutem Einsatz.

Kreislaufwirtschaft funktioniert nur dann im Alltag, wenn Menschen die zugrunde liegenden Systeme intuitiv verstehen. Genau hier können Designer wirken, indem sie durch klare Gestaltung und leicht erkennbare Symbolik und Informationen die Verständlichkeit unterstützen.

Hintergrund: PR3 ist eine 2019 gegründete Organisation mit dem Ziel, Wiederverwendungssysteme zu stärken. PR3 entwickelt Standards für eine wachsende Mehrweg-Wirtschaft und schafft damit eine Grundlage für effiziente, zuverlässige und umweltverträgliche Rücknahmesysteme. Die Standards werden von einem globalen Konsensus-Gremium mit über 80 Organisationen aus Industrie, Regierung und Zivilgesellschaft festgelegt. PR3 ist vom American National Standards Institute (ANSI) als Standardisierungsorganisation akkreditiert.

Am Standardisierungsprozess sind unter anderem folgende multinationale Konzerne beteiligt: Ahold Delhaize, American Beverage Association, Anchor Packaging, Closed Loop Partners (stellvertretend für Starbucks, McDonald’s und The Coca-Cola Company), Mars, Nestlé, Target, The Clorox Company, Tomra und Unilever.

In Europa wird der mit einem vollständigen Kreislaufsystem verbundene Anspruch zunehmend regulatorisch eingeholt. 78 Organisationen – darunter Reusable Packaging Europe und die New European Reuse Alliance – haben von der EU ein klares, durchsetzbares Reuse-Kennzeichen gefordert. Die Verordnung schreibt ab August 2026 vor, dass Mehrwegverpackungen als solche erkennbar sein müssen. Das spezifische Piktogramm ist noch nicht festgelegt. Das PR3-Symbol könnte hier als Referenz wirken – oder als Vorlage.

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Aus den Hochschulen: Panini? Lieber Pickerlini sammeln! › PAGE online


In Österreich nennt man Sticker »Pickerl«. Und illustrierte Pickerl für ein Sammelalbum zu entwickeln, war die Aufgabe im Sommersemester der Werkstätte Grafikdesign der Kunstschule Wien. Dass es dabei um mehr geht, als Sportgrößen im Panini-Style herunterzubrechen, zeigen die Ergebnisse.

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»Mexican Boxing« von Jose Hernandez De Ruzicka

Im letzten Sommersemester brachten die Dozenten Iven Sohmann und Mathias Fellner der Kunstschule Wien Grafik und Musik zusammen, gestalteten mit den Studierenden »Artworks für Tonträger« und erkundeten so, was ein gutes Cover ausmacht.

In diesem Jahr dreht sich alles um »Pickerlini«, um Sticker, so wie sie alle von Panini kennen. Worauf aber viele keine Lust mehr haben.

Und auch die kultigen tschutti heftli aus der Schweiz setzen bei dieser Fußballweltmeisterschaft aus. Weil, wie es von den Macher:innen heißt, die WM 2026 sinnbildlich für einen Fußball stehe, »der von der FIFA immer weiter an politische Macht, Machtmissbrauch Nationalismus und wirtschaftliche Interessen verkauft wird.«

Die beiden Dozenten der Kunstschule Wien haben sich im Vorhinein gar nicht erst auf Fußball festgelegt. Schließlich gibt es viele aufregende Sportarten und so lautete der Titel des Kurses: »Pickerlini – Das sportive Illu-Sammelalbum«.

Das südkoreanische Baseballteam wirft und schlägt sich wuchtig durch: »Hanwha Eagles« von Yoona Jung

Wie gestaltet man Sticker?

In dem Kurs ging es darum, sich mit angewandter Illustration im Bereich der Sticker-Sammelalben auseinanderzusetzen.

Mit deren konzeptioneller Entwicklung, visuellen Ausgestaltung und der Produktion eines eigenen illustrativen Pickerl-Sets zum Thema Teamsport.

Was wirkt besonders gut im kleinen Format? Welche Details verlieren sich auf 48 × 68 mm? Wie arbeitet man das Markante eines Menschen heraus? Wie entsteht ein serieller Charakter? Wie viel Ähnlichkeit braucht es und wie viel Abwechslung verträgt das?

Die Teilnehmenden wählten Sportarten wie Eiskunstlauf, Bouldern, Boxen, Baseball oder Fechten. Und internationale Teams, die aus Japan und der Ukraine, aus Korea, Mexiko oder auch Österreich stammen.

Das Sportteam konnte jeder frei wählen, einzige Vorgabe war, dass es auf fotografischem Bildmaterial real existierender Sportler:innen beruht. Aber auch da waren eventuelle Abweichungen in Absprache möglich.

Dieser fiktive ukrainische Dorfverein wechselt und pixelt seine Fans ein: »FC Pixelivka« von Daria Orchakova

Verschiedenste Teams

43 Studierende beteiligten sich und die Stile sind so unterschiedlich wie die Sportarten.

Lyrisch wirken die Eiskunstläuferinnen während die Boulder:innen in den unterschiedlichen, dynamischen Bewegungen über die Wand verteilt sind. Wild und in Pastelltönen legen sich die Roller-Derby-Girls in die Kurve und scheinen auf Krawall gebürstet. Ein fiktiver ukrainischer Dorfverein, dem auch eine Gans angehört, ist hingegen gepixelt und scheint – mit Zigarette und Bier – nicht sehr viel Wert auf Fitness zu legen.

Man kann sich vorstellen, wie viele Pickerl-Serien bei so vielen Interessierten entstanden sind. Und das Schöne: das Sammelalbum, in dem sie schließlich zusammenfinden, wird als gemeinsames Kursergebnis entstehen.

Das Roller-Derby-Team aus Innsbruck ist auf Rollen und Krawall: »Fearless Bruisers« von Celina Hohlheimer
Präzision und Anmut werden hier glatt zu Kunst: »Japanischer Eiskunstlauf« von Lea Frania
Sechs schräge Typen, die auf der geraden Bahn abräumen: »Bowling All-Stars« von Philipp Yefymenko
Zum Greifen nah und zum Verwechseln ähnlich: »Iran’s Olympic Wrestling Team« von Ayda Asgariarjestan, Sara Luyeh & Parnia Aghasoleimani
Gut getroffen haben die Gewinnerinnen von Olympia-Gold im Fechten: »Ukraine’s Women’s Fencing Team, Paris 2024« von Anhelina Trofimchuk
Hier klebt die Weltspitze des Boulderns wimmelbildartig an der Wand: »Bouldern« von Daniel Valenta
Diese Legenden des Wrestling-Rings sind fürchterlich unterhaltsam: »WWE-Superstars« von Luca Laister
»Mexican Boxing« von Jose Hernandez De Ruzicka

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Die wohl schönste WM-Kampagne kommt aus New York City! › PAGE online


Der neue New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani hat ein untrügliches Gespür, seine Stadt mitreißend und mit sehr viel Stil in Szene zu setzen. Diese Kunst beweist auch die Designerin und Illustratorin Arsh Raziuddin, die eine wunderbare Kampagne entwickelte, um WM-Gäste willkommen zu heißen.

Die wohl schönste WM-Kampagne kommt aus New York City! › PAGE onlineBild: Arsh Raziuddin & New York City Hall, 2026

Seit Zohran Mamdani Anfang des Jahres Bürgermeister von New York City wurde, gibt es kein besseres Aushängeschild für die Metropole.

So mitreißend, charismatisch und immer mit einem breiten Lachen feiert er die diverse, bunte und auch chaotische Metropole, dass man sofort dorthin reisen möchte.

Und das ist bei der FIFA-Fußballweltmeisterschaft nicht anders. Erst recht nicht, wenn man die New Yorker Kampagne sieht.

Während man generell wenig Weltmeisterschafts-Begeisterung spürt, gerade was den Austragungsort USA angeht, schafft die New Yorker WM-Kampagne, mit der die Stadt ihre Fußballgäste willkommen heißt, einen ganz besonderen Vibe.

Bild: Arsh Raziuddin & New York City Hall, 2026

Der Big Apple wird zum Bapple

Für die Kampagne hat das Bürgermeisteramt mit der Designerin und Illustratorin Arsh Raziuddin zusammengearbeitet, die ansonsten für The New York Times, Christie’s und Harvard arbeitet.

Sie setzt auf Retrocharme – und besinnt sich ganz auf die visuelle Kultur von New York City selbst.

Auf die Werbetafeln der Stadt, oft selbstgemalt und in kräftigen Farben. Das Grün der U-Bahn, das Blau der berühmten Take-away-Kaffeebecher, das Gelb der Taxis ist darin ebenso zu finden. Genauso finden sich Anklänge an Fan-Artikel darin, an Souvenirs und die klassischen »Thank You«-Tüten, die Identität der verschiedenen Stadtteile von Manhattan nach Queens – und vor allem auch der Kreativität, die den Big Apple auszeichnet.

Auch deshalb verwandelt dieser sich selbst in einen Fußball, in einen Bapple, in dem Fußball und die Stadt eins werden. Und den man sicherlich nicht zum letzten Mal gesehen hat. Auch ließe sich dieses charmante Visual einfach auf andere Sportarten übertragen.

Bild: Arsh Raziuddin & New York City Hall, 2026

Umwerfend New York

So lokal sind solche Kampagnen eigentlich nicht ausgerichtet, sondern konzentrieren sich vor allem auf das globale Event. Aber New York zeigt, dass die Fans dort etwas Besonderes erwartet, dass man anders und ganz man selbst ist, umwerfend jung und visionär, ohne dabei aber die Historie zu vergessen und erst recht nicht die Bürger:innen der Stadt.

Im Gegensatz dazu ist diese Kampagne ganz New York, nimmt sogar die Flaggen der fünf Stadtteile auf.

Sie spiegelt die Liebe der Stadt zum Fußball – und auch die des Bürgermeisters, der ein bekennender Fußball-Fans ist und versprüht dabei ein echtes New-York-Gefühl.

Das ist überall in der Stadt erlebbar. An Bushaltestellen und den Fähren, auf Pins, Stickern oder Bechern – und sie wird die Stadt sicherlich weit über die Fußball-WM hinaus prägen. Wie das immer so ist mit mutigem und uniquem Design.

Bild: Arsh Raziuddin & New York City Hall, 2026 Bild: Arsh Raziuddin & New York City Hall, 2026 Bild: Arsh Raziuddin & New York City Hall, 2026 Bild: Copyright © Arsh Raziuddin & New York City Hall, 2026 Bild: Arsh Raziuddin & New York City Hall, 2026

Bus Stop NYC Bild: Arsh Raziuddin & New York City Hall, 2026
Bus Stop NYC Bild: Arsh Raziuddin & New York City Hall, 2026

 

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