Künstliche Intelligenz
Übersicht: So verbessert Apple iOS 27 an vielen Stellen
Das Format der Apple-Keynote zur WWDC in dieser Woche war ein ganz anderes als üblich: Erstens war die Veranstaltung mit etwas mehr als einer Stunde und 15 Minuten außergewöhnlich kurz und zweitens kümmerte sich Apple nicht, wie sonst üblich, einzeln um die jeweiligen Betriebssysteme, sondern behandelte sie in einem Abwasch. Das kann daran liegen, dass insbesondere iOS, iPadOS und macOS immer näher zusammenrücken – oder auch daran, dass Apple in diesem Jahr vor allem auf Produktpflege setzt. Und so nannte Apple etwa bei iOS 27 neben einer länglichen Präsentation von Siri AI nur einige Highlights. Den „Kleinkram“, der durchaus wichtig ist, verlagerte Apple auf eine einzige Einblendung.
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Lautstärke-Nerv abgeräumt
So kann man erstmals Alarmen, Timern, Benachrichtigungen und Systemklängen eigene Lautstärkeeinstellungen spendieren. FaceTime kann Vorder- und Rückkamera gleichzeitig nutzen (nicht bei allen iPhones). Die Wetter-App hat eine neue Highlights-Ansicht mit den wichtigsten Infos. Die Nachrichten-App kommt mit einer Möglichkeit, handschriftliche Nachrichten und Bilder zu erstellen und zu versenden, sind einzelne Botschaften noch nicht durchgegangen, blockiert das nicht mehr den ganzen Thread. Sollte der Mobilfunkanbieter es unterstützen, kann man eine Telefonnummer auf zwei iPhones verteilen. Die Herstellung von AirPlay-Verbindungen soll schneller geworden sein, zudem überträgt AirDrop flotter.
Homescreen-Widgets gibt es nun auch in XXL (bis ganzseitig), die Foto-App kann Videostandbilder speichern und geteilte Alben timen auf Wunsch nach einer bestimmten Zeit aus. Mail lädt Nachrichten schneller, Safari frisst weniger Strom und das üblicherweise lahme HomeKit-Pairing soll schneller arbeiten. Auf iPhones mit N1-Chips soll der Personal-Hotspot-Betrieb weniger Strom fressen, auf allen Geräten wurde die Batterieanzeige genauer.
Fotos-App, Schlafen, Power-Management
Die Schlaf-Einstellungen kennen Zeitzonenveränderungen und die besuchten Orte – bislang nicht in der EU verfügbar – sind genauer. Das Bluetooth-Power-Management wurde besser, der Entsperr-Vorgang geht schneller. Auch die App-Bibliothek scrollt weniger abgehackt. Die Fotos-App erlaubt es, Schlüsselbegriffe zu Fotos und Videos hinzuzufügen und erkennt Ausweise und packt sie in eigene Ordner. Die gesamte App soll performanter arbeiten.
iOS 27 erscheint zusammen mit den anderen neuen Betriebssystemen im Herbst, vermutlich im September. Aktuell läuft eine Betaphase für Entwickler, die im Juli auf alle Interessierten im Rahmen einer Public Beta erweitert wird. Erste Erkenntnisse zu den Developer-Vorabversionen: Sie fühlen sich stabiler an als viele erste Betas der vergangenen Jahre.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
Post zum Freitag: Deepfake-Selbsttest, Panther-Lake-Notebooks und SpaceX-IPO
Stellen Sie sich vor, das Telefon klingelt, auf dem Bildschirm erscheint das vertraute Gesicht eines Kollegen, die Stimme klingt genauso, wie Sie sie seit Jahren kennen – und doch sprechen Sie mit niemandem. Genau dieses mulmige Szenario haben wir in der Redaktion in einem Selbstversuch durchgespielt und einen ahnungslosen Mitarbeiter per Live-Deepfake angerufen. Das Ergebnis dieses Experiments mit KI-gestützter Video- und Sprachfälschung ist gleichermaßen faszinierend wie verstörend. Wenige Fotos und kurze Audioschnipsel reichen heute aus, um digitale Doppelgänger zu erschaffen, die selbst geübte Augen täuschen. Gemeinsam mit einem IT-Sicherheitsexperten zeigen wir aber auch, woran sich die Fälschungen trotz aller technischen Fortschritte noch erkennen lassen.
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Jetzt aber ausnahmsweise mal genug mit KI, hin zu handfester Hardware: Intel hat mit der Baureihe Core Ultra 300, intern Panther Lake genannt, einen Gegenangriff auf die erstarkte ARM-Konkurrenz gestartet. Endlich sollen lange Akkulaufzeiten und hohe Performance unter einer Haube vereint sein, so wie es Apple und Qualcomm seit Jahren vormachen. Ob das gelingt, haben wir im Vergleichstest von vier 14-Zoll-Notebooks mit den neuen Panther-Lake-Chips geprüft. Mit dabei sind HPs OmniBook X 14 für unter 1100 Euro sowie deutlich teurere Edelgeräte von Dell, Lenovo und Samsung jenseits der 2700-Euro-Marke. Dass solche Preise inzwischen für Neuerscheinungen üblich sind, hat übrigens auch mit der KI-getriebenen Speicherkrise zu tun – ein Thema, das uns wohl noch eine Weile begleiten wird.
Wer ein neues Notebook bevorzugt fernab des Schreibtischs nutzen möchte, plant womöglich auch das Wochenende öfter mit den Füßen statt mit dem Auto. Apropos: Reguläre Karten-Apps sind nicht immer ideal, wenn man wandern oder gemütlich durch unbekannte Städte streifen will. Wir haben deshalb neun praktische Tipps zusammengetragen, wie Sie mit iPhone, iPad und Mac besser zu Fuß ans Ziel kommen. Wussten Sie etwa, dass in Apple Karten ein recht versteckter, manueller Routenplaner für Fußgänger schlummert, mit dem sich mehrere Orte zu einer Wegstrecke verknüpfen lassen? Ein schöner Begleiter für entspannte Herbstspaziergänge.
Für alle, die lieber elektrisch unterwegs sind, haben wir einen Blick auf die Batterietechnologie unter der Motorhaube. In China stecken bereits in über 80 Prozent der neu zugelassenen E-Autos LFP-Zellen, in Europa sind es bislang nur gut 13 Prozent – doch der Trend kippt. Anschaulich erklären wir, warum Lithium-Eisenphosphat-Zellen günstiger, robuster und sicherer als die hier noch dominierenden NMC-Akkus sind – und wo ihre Schwächen liegen, etwa bei Kälteempfindlichkeit und geringerer Energiedichte. Ich fand spannend, wie sehr die Kristallstruktur der Kathode darüber entscheidet, ob ein Akku im Crash-Fall ins gefürchtete „Thermal Runaway“ gerät oder eben nicht.
Von der Materialschlacht im Akku zur Materialschlacht an der Börse: Am 12. Juni soll mit SpaceX einer der größten Börsengänge der Geschichte über die Nasdaq gehen. 75 Milliarden US-Dollar will Elon Musk einsammeln, die Bewertung läge bei mindestens 1,75 Billionen – mehr als Saudi Aramco, Meta oder Tesla. Was das für Privatanleger bedeutet, wie deutsche Investoren überhaupt an die Aktie kommen und welche ETFs künftig automatisch SpaceX-Anteile enthalten, beleuchten wir in einer ausführlichen Analyse zum SpaceX-IPO und seinen Folgen für Anleger. Spoiler: Die größte Umsatzquelle ist längst nicht mehr das Raketengeschäft, sondern Starlink.
Für alle, die sich fragen, warum manche CI/CD-Pipelines so zickig sind, beschreiben wir, warum klassische Ansätze für moderne Testautomatisierung oft nicht mehr ausreichen und plädieren für ein radikales Testdaten-Engineering. Gerade wenn Cloud-native Microservices und historisch gewachsene Datenbankmonster aufeinandertreffen, wird die Bereitstellung valider Ausgangszustände zur Königsdisziplin – ein Muss für alle, die ihre Tests endlich zuverlässig grün bekommen möchten.
Auch wenn die Fußball-WM in diesem Jahr von allerhand politischem Theater überschattet wird, bringt sie wieder einige technische Änderungen mit: einen neuen gechippten Ball, KI-Spieleravatare, einen erweiterten Video-Schiedsrichter und mehr Regeln sollen für mehr Fairness sorgen. Welche Vor- und Nachteile die Neuerungen mit sich bringen, habe ich in einem Hintergrundartikel beschrieben. Außerdem können sie sehen, was passiert, wenn man sich auf KI-Coding einlässt: Eigentlich wollte ich nur eine interaktive Animation des WM-Balles „Trionda“ bauen, jetzt können Sie auf „Bottis Bolzplatz“ gegen unser Maskottchen antreten…
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In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende – und falls Sie demnächst einen Videoanruf bekommen, schauen Sie vielleicht zweimal hin.
Ihr
Volker Zota
Chefredakteur heise medien
P.S.: An dieser Stelle möchte ich Sie noch auf unseren Expertentalk am 17. Juni um 17 Uhr hinweisen, in dem wir Ihre Fragen zu mobilen Klimageräten beantworten.
(vza)
Künstliche Intelligenz
KI-Update Deep-Dive: Vibecoding als Sicherheitsrisiko – feat. TTT
Hunderte Webseiten mit offenen Datenbanken
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Die Erstellung von Webseiten und Apps mittels KI, oft als „Vibecoding“ oder „Webcoding“ bezeichnet, birgt erhebliche Sicherheitsrisiken. Das ergab eine Recherche der IT-Expertin Eva Wolfangel. In dieser Ausgabe des KI-Updates übernehmen daher die Kolleginnnen des c’t-Podcasts „They Talk Tech“ das Ruder. Eva Wolfangel spricht mit Svea Eckert über die weitreichenden Folgen des Vibecodings für das Internet. Gemeinsam mit dem KI-Sicherheitsforscher Christopher Helm hatte Wolfangel hunderte Webseiten mit ungesicherten Datenbanken gefunden, in denen sensible Daten wie Kundendaten, Produktionspläne oder Bewerbungsunterlagen offen im Netz lagen.

Als exemplarisches Beispiel dient der Fall einer jungen Startup-Gründerin, die Wolfangel „Larissa“ nennt, um ihre Identität zu schützen. Sie hatte sich mit einem nachhaltigen Online-Shop selbstständig gemacht. Als Wolfangel sie kontaktierte und über die Sicherheitslücke informierte, war die Gründerin schockiert. „Sie hat gesagt, Mann, ich kann kaum noch schlafen. Ich habe mich ruiniert. Ich bin so dumm“, berichtet Wolfangel im Podcast. Die Daten all ihrer Kunden waren frei zugänglich.
Bequemlichkeit vor Sicherheit
Die Ursache für die Sicherheitslücke liegt oft in der Funktionsweise der eingesetzten Werkzeuge. „Vibecoding“ beschreibt Wolfangel als „Programmieren auf Basis natürlicher Sprache“. Nutzerinnen uns Nutzer müssen also keine Programmiersprache mehr beherrschen, sondern können einer KI in einfachen Worten Anweisungen geben. Dafür werden Plattformen wie „Lovable“ genutzt. Diese greifen wiederum auf sogenannte „Backend-as-a-Service“-Anbieter wie „Supabase“ zurück, um die Datenbanken und die Infrastruktur hinter der Webseite zu organisieren.
Das Problem entsteht durch die Standardeinstellungen dieser Dienste. Supabase stand laut Wolfangel lange in der Kritik, weil der voreingestellte Schutzmechanismus der schwächste war: Die Datenbanken waren standardmäßig offen im Netz. „Am Ende wurde Bequemlichkeit gewählt und nicht Sicherheit“, erklärt Wolfangel. Denn wenn alle die Datenbank sehen können, funktioniert die erstellte Anwendung auf jeden Fall. Komplexere Berechtigungen, die für Laien schwer zu durchschauen sind, werden so umgangen. Das Ergebnis ist eine funktionierende, aber unsichere Webseite.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Auch große Unternehmen sind betroffen
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Die Recherche von Wolfangel und Helm zeigte, dass nicht nur kleine Start-ups betroffen sind. Unter den mehr als 600 untersuchten Webseiten fanden sich auch große Namen. So waren etwa bei der VOM-Hochschule, einer der größten privaten Hochschulen Deutschlands, Daten von hunderten Studierenden offen einsehbar. Auch ein deutscher Industrieanlagenbauer legte Produktionsdatensätze offen. Ein besonders drastischer Fall war ein US-Anbieter für IT-Sicherheitsschulungen für Behörden, der die privaten E-Mail-Adressen von FBI-Mitarbeitern ungeschützt im Netz hatte.
Die Behebung der Lücken gestaltete sich oft schwierig. „Auch die VOM-Hochschule hat mehrere Anläufe gebraucht und am Ende hat sie die Datenbank einfach vom Netz genommen“, so Wolfangel. Dies zeige den Teufelskreis: Entwicklerinnen und Entwickler, die KI-Unterstützung nutzen, laufen Gefahr, Fehler zu übersehen, die später nur mit hohem Aufwand zu beheben sind.
Auf die Frage, ob „Vibecoding“ generell unsicher sei, rät Wolfangel zur Vorsicht. Das Versprechen, dass jeder ohne Vorkenntnisse eine App bauen könne, sei trügerisch. Man müsse bereit sein, sich tief mit der Materie zu beschäftigen. Besonders bei kritischen Anwendungen wie einem Webshop mit Kundendaten sei das Risiko hoch. „Genau dieser Use-Case ist tatsächlich, würde ich sagen, einer der sehr gefährlichen und da würde ich die Finger davon lassen“, schließt Wolfangel.
(igr)
Künstliche Intelligenz
Technaxx Wireless Carplay-Display für 50 Euro ist gar nicht schlecht
Günstig und kompakt: Mit dem Technaxx-Display (TX-320) rüstet man schnell und einfach Android Auto oder Carplay im Fahrzeug nach.
Das Technaxx Wireless Carplay & Android Auto Display TX-320 ermöglicht es ab 50 Euro, ältere Fahrzeuge einfach mit Carplay und Android Auto nachzurüsten. Der kompakte 7-Zoll-Monitor wird wie ein Navigationsgerät per Saugnapf am Armaturenbrett befestigt. Die Tonübertragung zum Autoradio erfolgt wahlweise per AUX-Kabel oder über einen FM-Transmitter. Der Funktionsumfang ist dabei bewusst schlank gehalten. Ob das Gerät zu diesem günstigen Preis überzeugen kann, klärt dieser Testbericht.
Display & Verarbeitung
Mit einer Auflösung von 1024 × 600 Pixeln stellt der 7-Zoll-Monitor sowohl das Kamerabild samt Einparkhilfslinien als auch die Oberflächen von Carplay und Android Auto dar. Übermäßig scharf ist das nicht, für den Einsatzzweck aber mehr als ausreichend. Der kapazitive Touchscreen reagiert unmittelbar auf Eingaben, wenn auch nicht ganz so flott wie bei einem Smartphone.
Die Anzeige ist hell genug, um auch tagsüber meistens ablesbar zu sein – bei starkem Sonnenschein kann es allerdings schwierig werden. Eine automatische Helligkeitsanpassung gibt es leider nicht. Praktisch ist aber die integrierte Sonnenblende. Spiegelungen sind sichtbar, halten sich aber verglichen mit anderen Mitbewerbern in Grenzen.
Wie bei den meisten Displays dieser Art ist die Verarbeitung schlicht gehalten – der Kunststoff wirkt etwas billig. Das Design erinnert an andere von uns getestete 7-Zoll-Modelle. Das Seitenverhältnis liegt bei annähernd 16:9 – nicht ganz ideal, denn trotz der geringen Breite von 19 cm erreicht das Gerät eine Höhe von 11 cm. In einem Kleinwagen kann das schon mal ins Sichtfeld ragen. Hier empfiehlt es sich, die Saugnapfhalterung so zu positionieren, dass der Monitor etwas weiter nach vorne und unten ragt.
An der linken Rückseite des Displays finden sich die Anschlüsse: ein AUX-Ausgang, ein USB-C-Anschluss zur Stromversorgung über das mitgelieferte 12-V-Netzteil, ein microSD-Kartenslot sowie ein AV-Eingang – etwa für eine kabelgebundene Rückfahrkamera.
Montage & Lieferumfang
Zur Befestigung liegt eine Saugnapfhalterung bei – diese kann man im Neigewinkel verstellen oder per Teleskoparm verlängern. Der Vorteil: Man kann die Saugnapfhalterung schnell befestigen und bei Bedarf auch einfacher entfernen als eine Lösung zum festen Ankleben. Allerdings zeigt unsere Erfahrung: Auf dem Armaturenbrett halten Saugnapflösungen schlecht – dabei wäre die Positionierung dort ideal. Am Fenster wiederum könnte der Monitor das Sichtfeld unter Umständen beeinträchtigen.
Technaxx legt allerdings eine vermeintliche Lösung bei: ein rundes, glattes Plättchen zum festen Ankleben auf dem Armaturenbrett. Der Saugnapf hält darauf fester als direkt auf den Armaturen – allerdings löste sich das Plättchen im Test leider. Am Ende klebten wir den Saugnapf dann doch direkt auf das Armaturenbrett. Aus unserer eigenen Erfahrung wissen wir aber, dass sich diese Halterung höchstwahrscheinlich mit der Zeit selbst lösen wird, speziell bei warmen Sommertemperaturen.
Die Schlitze auf der Rückseite sind genormt nach dem HR-4-Loch-Rastersystem wie bei den meisten anderen Carplay-Displays aus unserem Test – wer also ohnehin noch eine Halterung montiert hat, kann diese weiter nutzen. Das haben wir ebenfalls ausprobiert.
Neben der Halterung liegt ein Netzteil für den Zigarettenanzünder (12 V) bereit. Dieses steckt man über den USB-C-Anschluss in den Monitor. Am Adapter für den 12-V-Anschluss befindet sich zudem ein USB-A-Ausgang – praktisch, um etwa das Smartphone zu laden. Dazu kommt ein Klinke-auf-Klinke-Kabel (3,5 mm) für die Verbindung zwischen Monitor und AUX-In des Autoradios – falls vorhanden.
Bilder: Technaxx Wireless Carplay & Android Auto Display TX-320
Technaxx Wireless Carplay & Android Auto Display 7″ (TX-320): Plättchen zum Ankleben auf den Armaturen
Einrichtung
Ist der Bildschirm montiert und eingestöpselt, aktiviert man die Zündung. Der Monitor fährt binnen 20 Sekunden hoch und zeigt einen Startscreen mit Buttons für Carplay oder Android Auto. Wählt man einen davon, erscheint der Bluetooth-Name des Produkts auf dem Display. Nun koppelt man das Smartphone – steht die Verbindung, baut das Gerät anschließend ein lokales WLAN auf. Das klappte schnell und zuverlässig, erfreulich für ein so günstiges Produkt.
Die Verbindung zum Handy erfolgt über Bluetooth 5.0 in Kombination mit WLAN nach dem Standard IEEE 802.11 b/g/n/ac im 5-GHz- und 2,4-GHz-Band. Im Test war die Verbindung stets stabil und auch schnell aufgebaut – deutlich flotter sogar als bei manch teurerem Modell.
Der Bildschirm zeigt nach erfolgreicher Kopplung die Ansicht von Carplay oder Android Auto, sobald man das entsprechende Symbol auswählt. Die Darstellung ist wahlweise auch im Splitscreen möglich. Die Verbindung wird nach dem Fahrzeugstart automatisch wiederhergestellt. Ein runder Punkt rechts auf der Anzeige ermöglicht die Anpassung von Lautstärke und Bildschirmhelligkeit. Schade: Um den Android-Auto- oder Carplay-Modus zu verlassen, muss man umständlich in die Einstellungen – ein Home-Button wäre hier praktisch gewesen. Im Alltag verbleibt man allerdings ohnehin in diesem Modus, da es kaum Zusatzfeatures gibt.
Für die Tonübertragung gibt es nur zwei Wege: per AUX-Kabel, was ein Autoradio mit entsprechendem Eingang voraussetzt, oder per FM-Transmitter. Der Klang über die Kabelverbindung ist grundsätzlich gut, allerdings traten gelegentlich leichte Knackgeräusche auf, selbst unter Nutzung eines Entstörfilters. Erst nachdem wir das Kabel abermals sauber verlegt hatten, wurde es besser – hier scheint der AUX-Ausgang des Bildschirms einen leichten Wackelkontakt gehabt zu haben.
Mit dem FM-Transmitter wird das Audiosignal per Radiowelle über kurze Distanz übertragen. Dazu stellt man die Frequenz zunächst am Bildschirm ein, dann am Autoradio – idealerweise ein Band, das nicht von einem Sender belegt ist. Der Ton ist gut und kommt ohne Knacken aus, allerdings sind immer wieder leichtes Rauschen oder Überlagerungen mit anderen Sendern zu hören.
Eine Möglichkeit, den Monitor per Bluetooth mit dem Auto zu verbinden, gibt es nicht. Das bedeutet auch, dass im Betrieb über FM-Transmitter oder AUX-Kabel die Lenkradfernbedienung nicht nutzbar ist.
Funktionen
Der Startbildschirm erlaubt es, Hintergründe zu wechseln. Daneben gibt es einen Bereich namens „Apps“ – dort finden sich allerdings nur wenige Anwendungen, unter anderem ein Kalender sowie der FM-Transmitter. Einen Equalizer zur Anpassung des Sounds gibt es ebenfalls.
Teilt man sich das Gerät mit anderen, muss man es jedes Mal entkoppeln und neu mit einem anderen Smartphone verbinden. Fährt man allein, ist das kein Problem. Bei gemeinsamen Fahrten wird es lästig.
Der Bildschirm dient zugleich als Freisprechanlage für das per Bluetooth gekoppelte Smartphone. Ein Mikrofon steckt im Monitor. Die Tonqualität bleibt jedoch mäßig – der Gesprächspartner ist nicht immer gut zu verstehen. Über den microSD-Kartenslot kann man MP3s abspielen.
Preis
Die UVP des Herstellers liegt bei 100 Euro. Derzeit bekommt man das 7-Zoll-Display für Carplay und Android Auto bei Händlern wie Amazon schon ab 50 Euro.
Fazit
Das Technaxx Wireless Carplay & Android Auto Display TX-320 erfüllt als günstige Nachrüstlösung zuverlässig seinen Zweck. Die Kopplung mit Carplay und Android Auto gelang im Test problemlos und flott, der kompakte Formfaktor eignet sich besonders für kleinere Fahrzeuge.
Die Audioübertragung erfolgt per AUX-Kabel oder, falls das Autoradio keinen entsprechenden Eingang hat, per FM-Transmitter. Eine direkte Tonübertragung per Bluetooth ans Radio ist nicht möglich. Neben Carplay und Android Auto dient das Display auch als Freisprecheinrichtung oder zum Abspielen von Musik von einer microSD-Karte.
Das mitgelieferte Klebepad enttäuscht leider, da es sich im Test gelöst hatte. Leichte Knackgeräusche trübten den Eindruck. Auch eine automatische Helligkeitsanpassung fehlt, und Funktions- sowie App-Umfang fallen überschaubar aus. Das TX-320 bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist eine mehr als solide Nachrüstlösung.
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