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Ecovacs T90 Pro Omni im Test: Saugroboter saugt stark & lädt klug


Der Ecovacs T90 Pro Omni ist ein spannender Mittelklasse-Saugroboter mit 30.000 Pa Saugleistung und anhebbarer Wischwalze.

Ecovacs schickt mit dem T90 Pro Omni einen Saug- und Wischroboter der Mittelklasse ins Rennen. Mit 30.000 Pa Saugleistung übertrifft er auf dem Papier sogar den letztjährigen Ecovacs X8 Pro Omni, der noch mit 18.000 Pa auskommen musste. Dazu gibt es eine ausfahrbare Wischwalze, eine Kletterfunktion für Schwellen bis 24 mm und eine Omni-Station mit Warmwasser-Reinigung und Heißluft-Trocknung. Klingt nach einem starken Paket – zumal der T90 Pro Omni mit knapp unter 700 Euro deutlich günstiger ist als viele Topmodelle.

Wir zeigen, was der Ecovacs T90 Pro Omni wirklich kann und wo er an seine Grenzen stößt. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Ecovacs T90 Pro Omni?

Der Ecovacs T90 Pro Omni kommt komplett in Schwarz daher. Der runde Roboter misst 353 mm im Durchmesser und 95 mm in der Höhe – damit ist er vergleichsweise flach und passt unter die meisten Möbel. Das Gewicht liegt bei 5,3 kg. Der Deckel auf der Oberseite ist nun geriffelt und texturiert, was dem Roboter ein frischeres Aussehen verleiht. Allerdings verstehen wir nach wie vor nicht, warum Ecovacs zwar Aussparungen für Magnete in den Deckel macht, aber keine magnetische Halterung einbaut. So liegt der Deckel nur lose auf und hält nicht von selbst.

An der Unterseite befinden sich die Hauptbürste, eine Seitenbürste und die ausfahrbare Wischwalze. Die Walze ist mit 27 cm recht lang und lässt sich um 1,5 cm zur Seite ausfahren, um Ränder entlang von Sockelleisten zu wischen. An der Außenkante der Walze sitzt ein weicher Filzstreifen, der Kratzer an Möbeln verhindern soll.

Die Seitenbürste ist unverändert: Sie wird weiter mit einer Schraube fixiert und die Borsten stecken nur in einer Gummihülse. In der Vergangenheit haben wir die Erfahrung gemacht, dass diese Hülse bei Widerstand gerne ausreißt – etwa wenn sie im Teppich hängen bleibt. Zusätzlich verfügt der Roboter über ein mechanisches Klettersystem mit zwei zusätzlichen Hebelrädern, die bei Schwellen ausfahren.

Die Station hat Ecovacs beim T90 Pro Omni mit einem schicken Design versehen, das eine texturierte Oberfläche und glänzende Zierelemente beinhaltet. Wir finden den neuen Anstrich ansehnlich, aber er ist kein direkter Kaufgrund. Die Vorderseite ist nun ein durchgehendes Element und lässt sich komplett abnehmen. Dahinter befinden sich der Staubbeutel sowie der Behälter für das optionale Reinigungsmittel. Diese Lösung gefällt uns besser als die vorher nur teils abnehmbaren Fronten, weil sie stringenter wirkt.

Die Station misst 338 × 500 × 460 mm und ist damit recht kompakt für den gebotenen Funktionsumfang. Sie fasst 4 l Frischwasser, 2,2 l Schmutzwasser und 3 l Staub. Die Reinigung der Wischwalze erfolgt über ein druckbetriebenes System mit 32 Strahlrichtungen. Die Verarbeitung von Roboter und Station ist insgesamt sehr ordentlich.

Einrichtung: Wie schnell ist der Ecovacs T90 Pro Omni betriebsbereit?

Die Einrichtung erfolgt über die Ecovacs Home App. Nach der Installation und Erstellung eines Accounts scannt man den QR-Code unter dem Deckel des Roboters. Die App führt durch die Kopplung, anschließend startet die erste Kartierungsfahrt und eventuell anstehende Firmware-Updates werden installiert. Insgesamt dauert die Ersteinrichtung etwa 30 Minuten – das ist Standard.

Die App bietet alle gängigen Funktionen: Kartenverwaltung, Raumaufteilung, virtuelle Wände, No-Go-Zonen und programmierbare Reinigungszeiten. Die Wischwassermenge lässt sich zwischen 0 und 50 einstellen, die Saugleistung zwischen Leise, Standard, Hoch und Max. Ecovacs hat die Übersicht über Reinigungsaufgaben, deren Reihenfolge und Ergebnisse verbessert. Auch eine Live-Videostream-Funktion ist integriert, über die man die Kamera des Roboters am Smartphone nutzen und ihn manuell steuern kann.

Allerdings leistet sich die App noch Fehler: Kartenänderungen speichert man durch „Abbrechen“ statt „Bestätigen“ – das ist kontraintuitiv und sollte längst behoben sein. Die Sprachansagen des Roboters sind teils eigenwillig formuliert und sehr ausführlich. Der T90 Pro Omni kommentiert jede Aktion mit einer detaillierten Erklärung – das nervt schnell. Immerhin bietet Ecovacs inzwischen einen Button zum Verkürzen der Ansagen. Alternativ lassen sie sich komplett deaktivieren, dann verpasst man aber wichtige Meldungen wie leere Wassertanks oder Fehlermeldungen.

Der Sprachassistent Yiko lässt sich mit „OK Yiko“ aktivieren und versteht Befehle wie „Reinige die Küche“. Das funktioniert zuverlässig, die App-Steuerung ist aber komfortabler. Wer ihn nicht nutzen möchte, kann ihn auch deaktivieren. Amazon Alexa, Google Assistant und Matter werden ebenfalls unterstützt.

Navigation: Wie gut erkennt der Ecovacs T90 Pro Omni Hindernisse?

Die Navigation ist die größte Schwäche des T90 Pro Omni. Ecovacs setzt auf eine Kombination aus einem Lasersensor zur Kartierung und einer Objekterkennung mittels Mini-ToF-Sensor und Kamera. Zusätzlich sind Infrarot-, Ultraschall-, Absturz- und Wandlaufsensoren verbaut. In der Theorie soll der Roboter Hindernisse erkennen und umfahren. In der Praxis zeigt er sich jedoch teils etwas rabiat.

Im Test fährt der T90 Pro Omni auf das Stativ eines am Boden stehenden Feuerlöschers und gegen den Standfuß eines runden Küchentischs. Dabei hat er dort angefeuchtete Schmutzpartikel auf dem Boden hinterlassen. Beim Manövrieren und Umdrehen stößt er mit seinem Frontschild oder der ausgefahrenen Wischwalze gegen Stuhlbeine und reißt an diesen. Wir haben den Eindruck, als hätte der Roboter kein gutes Gespür für seine eigenen Abmessungen. Topmodelle wie der Roborock Saros Z70, Saros 20 oder der Narwal Flow verhalten sich hier deutlich besser.

Besonders problematisch ist die Kletterfunktion, die je nach Schwelle bis zu 24 mm überwindet. Mit unserem Teppich aber hatte der Roboter seine Probleme, denn er hat versucht, ohne Klettern aufzufahren. Dabei hat er allerdings seine Seitenbürste unter dem Teppich eingehakt, diesen angehoben und beim Vorwärtsfahren zusammengefaltet. Das hat er nicht bemerkt und minutenlang versucht, weiterzufahren. Am Ende hat er sich gewaltsam befreit und ist dabei gegen das Sofa geknallt. Ein solches Verhalten haben wir in unseren Tests schon länger bei keinem Roboter mehr gesehen.

Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Ecovacs T90 Pro Omni?

Auf Hartboden liefert der T90 Pro Omni ein gutes Ergebnis. Etwa 90 Prozent der Schmutzpartikel entfernt er im ersten Durchgang. Einzelne Körner verstreut er gelegentlich und nimmt sie erst nach mehrmaligen Fahrten auf. Die 30.000 Pa Saugleistung klingen beeindruckend, in der Praxis zeigt sich aber kein deutlich spürbarer Unterschied zu den 18.000 Pa des Vorgänger-Topmodells X8 Pro Omni. Die Entfernung von Partikeln war in beiden Fällen sehr gut, aber nicht hundertprozentig.

Auf Teppich fällt das Ergebnis deutlich ab. Hier entfernt der Roboter nur etwa 60 bis 65 Prozent der Schmutzpartikel – getestet mit feinem Mehl und grobem Vogelfutter. Auch nach mehreren Durchläufen bleiben sichtbare Rückstände. Das ist für einen Roboter dieser Preisklasse enttäuschend.

Die Wischfunktion mit der 27 cm langen Walze arbeitet ordentlich. Die Walze dreht mit bis zu 200 Umdrehungen pro Minute und liefert ein gleichmäßiges Wischbild. Der Roboter befüllt seinen internen Wassertank von 110 ml automatisch aus der Station und kehrt regelmäßig zur Walzenreinigung zurück. Die ausfahrbare Walze erreicht Ränder entlang von Sockelleisten besser als fest montierte Systeme.

Allerdings gibt es ein Problem bei der Teppicherkennung: Die Walze hebt sich erst an, wenn der Roboter vollständig auf dem Teppich steht. Fährt er mittig über die Kante zwischen Teppich und Hartboden, bleibt die Walze unten und macht den Teppich nass. Das ist ärgerlich und sollte per Software-Update gelöst werden. Die maximale Anhebung beträgt 15 mm.

Die Station reinigt die Wischwalze mit 75 Grad Celsius warmem Wasser über ein druckbetriebenes System und trocknet sie anschließend mit Heißluft bei 45 Grad. Die Trocknungsdauer lässt sich auf 2, 3 oder 4 Stunden einstellen, wobei 3 Stunden der Standard ist. Der Staubbehälter des Roboters wird automatisch in den 3-l-Staubbeutel der Station abgesaugt.

Beim Thema Lautstärke fällt der T90 Pro Omni negativ auf. Das reine Fahrgeräusch liegt bei 37 dB(A) und erinnert an ein elektrisches RC-Spielzeugauto – das kennen wir von der Konkurrenz so nicht. Beim Reinigen variiert die Lautstärke je nach Saugstärke: Im leisen Modus sind es 47 dB(A), bei Normal 52 dB(A), bei Hoch 59 dB(A) und im Turbo-Modus 68 dB(A). Das sind allesamt gute Werte, auch wenn er nicht zu den leisesten Modellen gehört.

Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Ecovacs T90 Pro Omni?

Der Lithium-Ionen-Akku des T90 Pro Omni bietet je nach Modus unterschiedliche Laufzeiten. Im leisen Saugmodus auf Hartboden hält er etwa 140 Minuten, im Standardmodus 120 Minuten. Beim kombinierten Saugen und Wischen im Standardmodus gibt Ecovacs bis zu 350 Minuten an. Die Ladezeit beträgt 2,5 Stunden bei einer Nennleistung von 65 Watt.

Im Test schafft der T90 Pro Omni unseren 54 m² großen Testraum in 82 Minuten. Bei der Rückkehr zur Station zeigt er noch einen Restakkustand von 54 Prozent – wobei der Akku zwischenzeitlich beim Auswaschen der Walze an der Station nachgeladen wird. Damit sind auch deutlich größere Wohnungen kein Problem. Die Schnellladefunktion „Power Boost“ lädt den Akku während dieser routinemäßigen Reinigungspausen in 3 Minuten um bis zu 10 Prozent nach. Laut Ecovacs soll der Roboter damit Flächen bis 500 m² am Stück bewältigen können.

Preis: Was kostet der Ecovacs T90 Pro Omni?

Der Ecovacs T90 Pro Omni ist aktuell für 692 Euro (bei Ebay mit Code: NEUMIX) erhältlich, die UVP liegt bei 799 Euro. Das klingt zunächst günstig, allerdings kostet das Ecovacs-Topmodell X8 Pro Omni inzwischen unter 600 Euro. Der Unterschied zwischen beiden Modellen beschränkt sich im Wesentlichen auf das veränderte Stationsdesign, die Kletterfunktion, schnelleres Laden und einige Software-Features wie die Video-Ansicht mit manueller Steuerung. Zudem gibt es starke Konkurrenz: Der Narwal Freo Z10 Ultra liegt preislich ähnlich, der Narwal Flow, Roborock Qrevo Curv 2 Flow oder der Mova Z60 Ultra Roller fallen regelmäßig unter 700 Euro – und sind bei der Objekterkennung deutlich besser.

Fazit

Der Ecovacs T90 Pro Omni ist kein schlechter Saugroboter. Auf Hartboden liefert er eine gute Saugleistung, die Wischfunktion mit ausfahrbarer Walze arbeitet ordentlich und die Station mit Warmwasser-Reinigung, Heißluft-Trocknung und automatischer Absaugung lässt kaum Wünsche offen. Auch die schnelle Ladefunktion und die Kletterfähigkeit sind sinnvolle Ergänzungen.

Allerdings hinterlässt die Hinderniserkennung einen durchwachsenen Eindruck. Der Roboter fährt häufiger gegen Möbel als nötig und manövriert sich gelegentlich in Situationen, aus denen er sich nur mit Gewalt befreit. Auf Teppich überzeugt weder die Saugleistung noch die verzögerte Walzenanhebung an Kanten. Das Fahrgeräusch ist zudem lauter als bei vielen Konkurrenten. Angesichts der starken Mitbewerber, die bei vergleichbaren oder niedrigeren Preisen eine zuverlässigere Navigation bieten, ist der T90 Pro Omni zum aktuellen Preis von knapp 700 Euro nicht unsere erste Wahl. Hier greifen wir aber eher zu Alternativen wie dem Narwal Freo Z10 Ultra oder dem Roborock Qrevo Curv 2 Flow.

Fällt er in den kommenden Monaten deutlich unter 550 Euro, wird er aber zu einer soliden Option – denn die Grundlagen stimmen, nur die Feinabstimmung muss Ecovacs noch nachbessern.



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