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Ecovacs T90 Pro Omni im Test: Saugroboter saugt stark & lädt klug


Der Ecovacs T90 Pro Omni ist ein spannender Mittelklasse-Saugroboter mit 30.000 Pa Saugleistung und anhebbarer Wischwalze.

Ecovacs schickt mit dem T90 Pro Omni einen Saug- und Wischroboter der Mittelklasse ins Rennen. Mit 30.000 Pa Saugleistung übertrifft er auf dem Papier sogar den letztjährigen Ecovacs X8 Pro Omni, der noch mit 18.000 Pa auskommen musste. Dazu gibt es eine ausfahrbare Wischwalze, eine Kletterfunktion für Schwellen bis 24 mm und eine Omni-Station mit Warmwasser-Reinigung und Heißluft-Trocknung. Klingt nach einem starken Paket – zumal der T90 Pro Omni mit knapp unter 700 Euro deutlich günstiger ist als viele Topmodelle.

Wir zeigen, was der Ecovacs T90 Pro Omni wirklich kann und wo er an seine Grenzen stößt. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Ecovacs T90 Pro Omni?

Der Ecovacs T90 Pro Omni kommt komplett in Schwarz daher. Der runde Roboter misst 353 mm im Durchmesser und 95 mm in der Höhe – damit ist er vergleichsweise flach und passt unter die meisten Möbel. Das Gewicht liegt bei 5,3 kg. Der Deckel auf der Oberseite ist nun geriffelt und texturiert, was dem Roboter ein frischeres Aussehen verleiht. Allerdings verstehen wir nach wie vor nicht, warum Ecovacs zwar Aussparungen für Magnete in den Deckel macht, aber keine magnetische Halterung einbaut. So liegt der Deckel nur lose auf und hält nicht von selbst.

An der Unterseite befinden sich die Hauptbürste, eine Seitenbürste und die ausfahrbare Wischwalze. Die Walze ist mit 27 cm recht lang und lässt sich um 1,5 cm zur Seite ausfahren, um Ränder entlang von Sockelleisten zu wischen. An der Außenkante der Walze sitzt ein weicher Filzstreifen, der Kratzer an Möbeln verhindern soll.

Die Seitenbürste ist unverändert: Sie wird weiter mit einer Schraube fixiert und die Borsten stecken nur in einer Gummihülse. In der Vergangenheit haben wir die Erfahrung gemacht, dass diese Hülse bei Widerstand gerne ausreißt – etwa wenn sie im Teppich hängen bleibt. Zusätzlich verfügt der Roboter über ein mechanisches Klettersystem mit zwei zusätzlichen Hebelrädern, die bei Schwellen ausfahren.

Die Station hat Ecovacs beim T90 Pro Omni mit einem schicken Design versehen, das eine texturierte Oberfläche und glänzende Zierelemente beinhaltet. Wir finden den neuen Anstrich ansehnlich, aber er ist kein direkter Kaufgrund. Die Vorderseite ist nun ein durchgehendes Element und lässt sich komplett abnehmen. Dahinter befinden sich der Staubbeutel sowie der Behälter für das optionale Reinigungsmittel. Diese Lösung gefällt uns besser als die vorher nur teils abnehmbaren Fronten, weil sie stringenter wirkt.

Die Station misst 338 × 500 × 460 mm und ist damit recht kompakt für den gebotenen Funktionsumfang. Sie fasst 4 l Frischwasser, 2,2 l Schmutzwasser und 3 l Staub. Die Reinigung der Wischwalze erfolgt über ein druckbetriebenes System mit 32 Strahlrichtungen. Die Verarbeitung von Roboter und Station ist insgesamt sehr ordentlich.

Einrichtung: Wie schnell ist der Ecovacs T90 Pro Omni betriebsbereit?

Die Einrichtung erfolgt über die Ecovacs Home App. Nach der Installation und Erstellung eines Accounts scannt man den QR-Code unter dem Deckel des Roboters. Die App führt durch die Kopplung, anschließend startet die erste Kartierungsfahrt und eventuell anstehende Firmware-Updates werden installiert. Insgesamt dauert die Ersteinrichtung etwa 30 Minuten – das ist Standard.

Die App bietet alle gängigen Funktionen: Kartenverwaltung, Raumaufteilung, virtuelle Wände, No-Go-Zonen und programmierbare Reinigungszeiten. Die Wischwassermenge lässt sich zwischen 0 und 50 einstellen, die Saugleistung zwischen Leise, Standard, Hoch und Max. Ecovacs hat die Übersicht über Reinigungsaufgaben, deren Reihenfolge und Ergebnisse verbessert. Auch eine Live-Videostream-Funktion ist integriert, über die man die Kamera des Roboters am Smartphone nutzen und ihn manuell steuern kann.

Allerdings leistet sich die App noch Fehler: Kartenänderungen speichert man durch „Abbrechen“ statt „Bestätigen“ – das ist kontraintuitiv und sollte längst behoben sein. Die Sprachansagen des Roboters sind teils eigenwillig formuliert und sehr ausführlich. Der T90 Pro Omni kommentiert jede Aktion mit einer detaillierten Erklärung – das nervt schnell. Immerhin bietet Ecovacs inzwischen einen Button zum Verkürzen der Ansagen. Alternativ lassen sie sich komplett deaktivieren, dann verpasst man aber wichtige Meldungen wie leere Wassertanks oder Fehlermeldungen.

Der Sprachassistent Yiko lässt sich mit „OK Yiko“ aktivieren und versteht Befehle wie „Reinige die Küche“. Das funktioniert zuverlässig, die App-Steuerung ist aber komfortabler. Wer ihn nicht nutzen möchte, kann ihn auch deaktivieren. Amazon Alexa, Google Assistant und Matter werden ebenfalls unterstützt.

Navigation: Wie gut erkennt der Ecovacs T90 Pro Omni Hindernisse?

Die Navigation ist die größte Schwäche des T90 Pro Omni. Ecovacs setzt auf eine Kombination aus einem Lasersensor zur Kartierung und einer Objekterkennung mittels Mini-ToF-Sensor und Kamera. Zusätzlich sind Infrarot-, Ultraschall-, Absturz- und Wandlaufsensoren verbaut. In der Theorie soll der Roboter Hindernisse erkennen und umfahren. In der Praxis zeigt er sich jedoch teils etwas rabiat.

Ecovacs T90 Pro Omni – Schmutz, den der Roboter beim Auffahren auf den Standfuß des Rundtischs hinterlassen hat.

Im Test fährt der T90 Pro Omni auf das Stativ eines am Boden stehenden Feuerlöschers und gegen den Standfuß eines runden Küchentischs. Dabei hat er dort angefeuchtete Schmutzpartikel auf dem Boden hinterlassen. Beim Manövrieren und Umdrehen stößt er mit seinem Frontschild oder der ausgefahrenen Wischwalze gegen Stuhlbeine und reißt an diesen. Wir haben den Eindruck, als hätte der Roboter kein gutes Gespür für seine eigenen Abmessungen. Topmodelle wie der Roborock Saros Z70, Saros 20 oder der Narwal Flow verhalten sich hier deutlich besser.

Besonders problematisch ist die Kletterfunktion, die je nach Schwelle bis zu 24 mm überwindet. Mit unserem Teppich aber hatte der Roboter seine Probleme, denn er hat versucht, ohne Klettern aufzufahren. Dabei hat er allerdings seine Seitenbürste unter dem Teppich eingehakt, diesen angehoben und beim Vorwärtsfahren zusammengefaltet. Das hat er nicht bemerkt und minutenlang versucht, weiterzufahren. Am Ende hat er sich gewaltsam befreit und ist dabei gegen das Sofa geknallt. Ein solches Verhalten haben wir in unseren Tests schon länger bei keinem Roboter mehr gesehen.

Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Ecovacs T90 Pro Omni?

Auf Hartboden liefert der T90 Pro Omni ein gutes Ergebnis. Etwa 90 Prozent der Schmutzpartikel entfernt er im ersten Durchgang. Einzelne Körner verstreut er gelegentlich und nimmt sie erst nach mehrmaligen Fahrten auf. Die 30.000 Pa Saugleistung klingen beeindruckend, in der Praxis zeigt sich aber kein deutlich spürbarer Unterschied zu den 18.000 Pa des Vorgänger-Topmodells X8 Pro Omni. Die Entfernung von Partikeln war in beiden Fällen sehr gut, aber nicht hundertprozentig.

Auf Teppich fällt das Ergebnis deutlich ab. Hier entfernt der Roboter nur etwa 60 bis 65 Prozent der Schmutzpartikel – getestet mit feinem Mehl und grobem Vogelfutter. Auch nach mehreren Durchläufen bleiben sichtbare Rückstände. Das ist für einen Roboter dieser Preisklasse enttäuschend.

Die Wischfunktion mit der 27 cm langen Walze arbeitet ordentlich. Die Walze dreht mit bis zu 200 Umdrehungen pro Minute und liefert ein gleichmäßiges Wischbild. Der Roboter befüllt seinen internen Wassertank von 110 ml automatisch aus der Station und kehrt regelmäßig zur Walzenreinigung zurück. Die ausfahrbare Walze erreicht Ränder entlang von Sockelleisten besser als fest montierte Systeme.

Allerdings gibt es ein Problem bei der Teppicherkennung: Die Walze hebt sich erst an, wenn der Roboter vollständig auf dem Teppich steht. Fährt er mittig über die Kante zwischen Teppich und Hartboden, bleibt die Walze unten und macht den Teppich nass. Das ist ärgerlich und sollte per Software-Update gelöst werden. Die maximale Anhebung beträgt 15 mm.

Die Station reinigt die Wischwalze mit 75 Grad Celsius warmem Wasser über ein druckbetriebenes System und trocknet sie anschließend mit Heißluft bei 45 Grad. Die Trocknungsdauer lässt sich auf 2, 3 oder 4 Stunden einstellen, wobei 3 Stunden der Standard ist. Der Staubbehälter des Roboters wird automatisch in den 3-l-Staubbeutel der Station abgesaugt.

Beim Thema Lautstärke fällt der T90 Pro Omni negativ auf. Das reine Fahrgeräusch liegt bei 37 dB(A) und erinnert an ein elektrisches RC-Spielzeugauto – das kennen wir von der Konkurrenz so nicht. Beim Reinigen variiert die Lautstärke je nach Saugstärke: Im leisen Modus sind es 47 dB(A), bei Normal 52 dB(A), bei Hoch 59 dB(A) und im Turbo-Modus 68 dB(A). Das sind allesamt gute Werte, auch wenn er nicht zu den leisesten Modellen gehört.

Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Ecovacs T90 Pro Omni?

Der Lithium-Ionen-Akku des T90 Pro Omni bietet je nach Modus unterschiedliche Laufzeiten. Im leisen Saugmodus auf Hartboden hält er etwa 140 Minuten, im Standardmodus 120 Minuten. Beim kombinierten Saugen und Wischen im Standardmodus gibt Ecovacs bis zu 350 Minuten an. Die Ladezeit beträgt 2,5 Stunden bei einer Nennleistung von 65 Watt.

Im Test schafft der T90 Pro Omni unseren 54 m² großen Testraum in 82 Minuten. Bei der Rückkehr zur Station zeigt er noch einen Restakkustand von 54 Prozent – wobei der Akku zwischenzeitlich beim Auswaschen der Walze an der Station nachgeladen wird. Damit sind auch deutlich größere Wohnungen kein Problem. Die Schnellladefunktion „Power Boost“ lädt den Akku während dieser routinemäßigen Reinigungspausen in 3 Minuten um bis zu 10 Prozent nach. Laut Ecovacs soll der Roboter damit Flächen bis 500 m² am Stück bewältigen können.

Preis: Was kostet der Ecovacs T90 Pro Omni?

Der Ecovacs T90 Pro Omni ist aktuell für 692 Euro (bei Ebay mit Code: NEUMIX) erhältlich, die UVP liegt bei 799 Euro. Das klingt zunächst günstig, allerdings kostet das Ecovacs-Topmodell X8 Pro Omni inzwischen unter 600 Euro. Der Unterschied zwischen beiden Modellen beschränkt sich im Wesentlichen auf das veränderte Stationsdesign, die Kletterfunktion, schnelleres Laden und einige Software-Features wie die Video-Ansicht mit manueller Steuerung. Zudem gibt es starke Konkurrenz: Der Narwal Freo Z10 Ultra liegt preislich ähnlich, der Narwal Flow, Roborock Qrevo Curv 2 Flow oder der Mova Z60 Ultra Roller fallen regelmäßig unter 700 Euro – und sind bei der Objekterkennung deutlich besser.

Fazit

Der Ecovacs T90 Pro Omni ist kein schlechter Saugroboter. Auf Hartboden liefert er eine gute Saugleistung, die Wischfunktion mit ausfahrbarer Walze arbeitet ordentlich und die Station mit Warmwasser-Reinigung, Heißluft-Trocknung und automatischer Absaugung lässt kaum Wünsche offen. Auch die schnelle Ladefunktion und die Kletterfähigkeit sind sinnvolle Ergänzungen.

Allerdings hinterlässt die Hinderniserkennung einen durchwachsenen Eindruck. Der Roboter fährt häufiger gegen Möbel als nötig und manövriert sich gelegentlich in Situationen, aus denen er sich nur mit Gewalt befreit. Auf Teppich überzeugt weder die Saugleistung noch die verzögerte Walzenanhebung an Kanten. Das Fahrgeräusch ist zudem lauter als bei vielen Konkurrenten. Angesichts der starken Mitbewerber, die bei vergleichbaren oder niedrigeren Preisen eine zuverlässigere Navigation bieten, ist der T90 Pro Omni zum aktuellen Preis von knapp 700 Euro nicht unsere erste Wahl. Hier greifen wir aber eher zu Alternativen wie dem Narwal Freo Z10 Ultra oder dem Roborock Qrevo Curv 2 Flow.

Fällt er in den kommenden Monaten deutlich unter 550 Euro, wird er aber zu einer soliden Option – denn die Grundlagen stimmen, nur die Feinabstimmung muss Ecovacs noch nachbessern.



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Smart-Home-Aktoren von Wago im Test: Mit 16 Ampere und Matter


Mit gleich acht Produkten, die ab Ende Mai 2026 bei den ersten Händlern im Sortiment sind, meldet sich Wago im Smart-Home-Geschäft an. Allen gemein ist der Smart-Home-Standard Matter. Jeden Aktor gibt es sowohl mit WLAN als auch mit dem Funkprotokoll Thread, das bei 2,4 GHz arbeitet und von Smart-Home-Basisstationen wie Ikea Dirigera oder dem Apple Homepod gesprochen wird. Die Produkte sind für Smart-Home-Beitreiber gedacht, die bereits eine Matter-Basis mit oder ohne Thread haben oder eine solche anschaffen wollen. Wago baut keine eigene Basis.

Insgesamt gibt es Aktoren für vier Anwendungsfälle, alle in derselben Bauform mit den Maßen 46 × 46 × 22 Millimeter: einen Rollladenaktor mit zwei geschalteten Kanälen (für auf und ab) und zwei Tastereingängen, einen Aktor mit zwei Relais für je 6 Ampere (1,3 kW bei 230 Volt) und zwei Schaltereingängen; außerdem einen Einkanaldimmer sowie einen Aktor mit einem 16-Ampere-Relais und einem Eingang. Zum Test haben wir die 16-Ampere-Aktoren mit Thread und WLAN ins Labor geholt.

Die Verbindungsklemmen mit den organgefarbenen Klemmhebeln haben Wago bekannt gemacht, daher dürfen sie auch bei Wagos Smart-Home-Produkten nicht fehlen. Durch sie geht die Installation schnell von der Hand, denn einerseits entfällt das Schrauben, andererseits nehmen sie auch feindrähtige Leitungen (Litze) ohne Aderendhülse sicher auf. Von diesem Komfort profitiert der Elektriker, der die Aktoren normgerecht hinter Lichtschalter oder Steckdose verbaut – fluchen wird er womöglich über die Abmessung des Gehäuses oder über die fehlende Tiefe der Unterputzdose. „Das Produkt passt in eine Unterputzdose“, steht zwar im Datenblatt, doch das dürfte im Altbau hin und wieder Wunschdenken bleiben. Wagos Konkurrenz, allen voran Shelly, baut Einkanal-Aktoren deutlich kompakter – der Shelly 1 ist nur 16 Millimeter hoch.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Smart-Home-Aktoren von Wago im Test: Mit 16 Ampere und Matter“.
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Microsoft patcht hochriskante SharePoint-Lücke | heise online


Admins, die Microsoft SharePoint-Server in ihrer Infrastruktur betreiben, sollten prüfen, ob sie die Mai-Updates installiert haben. Microsoft schließt damit eine als hochriskant eingestufte Sicherheitslücke, die Angreifern das Einschleusen und Ausführen von Schadcode ermöglicht.

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In einem CVE-Schwachstelleneintrag warnt Microsoft vor der Sicherheitslücke. Das Problem besteht aufgrund der Deserialisierung nicht vertrauenswürdiger Daten, also deren Entpacken und Verarbeiten oder gar Ausführen. Angreifer, die am SharePoint angemeldet sind, können dadurch über das Netzwerk Code einschmuggeln (CVE-2026-45659, CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Es sind dafür keine erhöhten Rechte nötig. Das Update steht für den SharePoint Server 2016, SharePoint Enterprise Server 2016, SharePoint Server 2019 und die Subscription Edition bereit.

Microsoft führt weiter aus, dass die Schwachstelle aus dem Internet angreifbar ist. Da Angreifer vorab keine detaillierten Kenntnisse über verwundbare Systeme benötigen, um diese erfolgreich anzugreifen, gilt den Entwicklern ein Angriff als wenig komplex. Dennoch schätzen sie, dass der Missbrauch dieser Schwachstelle weniger wahrscheinlich ist. Zudem gibt Microsoft an, dass die Sicherheitslücke bislang noch nicht attackiert wurde.

Die Informationen zu der Schwachstelle hat Microsoft erst in der Nacht zum Mittwoch veröffentlicht. Es handelt sich jedoch nicht um ein Notfallupdate, sondern um einen „vergessenen“ Schwachstellen-Eintrag. Das Update vom Mai-Patchday behandelt die Schwachstelle demnach bereits.

Da SharePoint-Lücken für Cyberkriminelle sehr interessant sind und diese häufiger in freier Wildbahn missbraucht werden, sollten IT-Verantwortliche sicherstellen, dass sie die Aktualisierung angewendet haben. Mitte April hatte Microsoft zum Patchday etwa Updates für SharePoint veröffentlicht, nachdem eine Sicherheitslücke darin bereits angegriffen wurde.


(dmk)



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„Lex SpaceX“? Nasdaq ändert Indexregeln für Musks Börsengang


SpaceX, zu dem inzwischen auch der Satelliteninternet-Dienst Starlink, die KI-Firma xAI und die Social-Media-Plattform X gehören, plant für den 12. Juni 2026 den nach aktuellem Stand größten Börsengang der Geschichte – und benötigt das Kapital dringend: Das Unternehmen rutschte im Jahr 2025 von 791 Millionen US-Dollar Gewinn in einen Verlust in Höhe von 4,9 Milliarden US-Dollar, im ersten Quartal 2026 kamen weitere 4,3 Milliarden hinzu. Profitabel ist nur Starlink, während die Kosten für die Starship-Entwicklung und die Eingliederung von xAI und X das Unternehmen tief in die roten Zahlen treiben. 75 Milliarden US-Dollar frisches Kapital soll der Börsengang bei einer angestrebten Bewertung von bis zu 2 Billionen US-Dollar bringen – so viel wie bei keinem Unternehmen je zuvor.

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Damit SpaceX dabei möglichst schnell in den wichtigsten Leitindex einziehen kann, hat die Nasdaq – wie andere Indizes auch – ihre Indexregeln geändert. Das Ergebnis: ETF-Sparpläne, Pensionsfonds und künftig womöglich auch die deutsche Aktienrente kaufen SpaceX automatisch.




Volker Zota leitet heise online als Chefredakteur. Als promovierter Physiker hat er naturgemäß einen Blick für Details: Ihn reizen komplexe Zusammenhänge, fundierte Analysen und neue Erkenntnisse.

Die Nasdaq begründet die Änderung offiziell damit, dass Unternehmen heute länger privat blieben und bei größerer Marktkapitalisierung sowie mit komplexeren Aktienstrukturen an die Börse gingen. Die neuen Indexregeln seien nach einer Konsultation aller Marktteilnehmer erfolgt und stellten eine „maßvolle Reaktion auf strukturelle Verschiebungen in den öffentlichen Märkten“ dar.

Reuters veröffentlichte bereits im März unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen eine weniger diplomatische Begründung: SpaceX soll frühzeitig signalisiert haben, dass die schnelle Indexaufnahme eine zentrale Bedingung für die Börsenwahl sei.

Die Technologiebörse Nasdaq und die konkurrierende New York Stock Exchange (NYSE) buhlten beide um das Listing. Nasdaq änderte seine Index-Regeln, SpaceX entschied sich für sie. Für den Börsenbetreiber ist das ein knallhartes Geschäftsmodell. Er gewinnt das Listing, kassiert die Handelsgebühren – und garantiert SpaceX durch die Indexmechanik eine Welle erzwungener Käufer. Diese schlägt allerdings nicht direkt beim IPO am 12. Juni zu, sondern nach Ablauf von 15 Handelstagen – in diesem Jahr also ab dem 7. Juli.

Das Konsultationsdokument vom Februar 2026 beschreibt den Fast-Entry-Pfad im Detail: Ein neu gelistetes Unternehmen, das nach Marktkapitalisierung unter den Top-40-Bestandteilen des Nasdaq-100 rangiert, wird nach insgesamt 15 Handelstagen aufgenommen – befreit von bisherigen Seasoning- und Liquiditätsanforderungen. Die Kommentarfrist endete am 27. Februar, die Regel trat am 1. Mai in Kraft. Timing und Struktur passen exakt.

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Die Nasdaq ist nicht nur eine Börse, an der Technologieaktien gehandelt werden. Sie betreibt auch den Nasdaq-100, einen der meistgenutzten Aktienindizes der Welt, der die 100 größten dort notierten Nicht-Finanzunternehmen umfasst – von Apple über Microsoft bis Nvidia.

Dieser Index ist unter anderem die Grundlage für Tausende von ETFs (Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Indexfonds), in die Millionen Privatanleger weltweit monatlich einzahlen. Ein ETF kauft dabei automatisch alle Aktien, die im Index enthalten sind – in genau der Gewichtung, die der Index vorgibt. Kein Fondsmanager entscheidet, ob eine Aktie gut oder schlecht ist. Der Index entscheidet. Wer also einen Nasdaq-100-ETF im Sparplan hat, besitzt automatisch einen kleinen Anteil an allen 100 Unternehmen im Index – und künftig womöglich auch an SpaceX.

Zugleich hat Nasdaq die bisherige Mindest-Streubesitzanforderung von zehn Prozent abgeschafft. Streubesitz (Free Float) bezeichnet den Anteil einer Aktie, der tatsächlich frei handelbar ist – also nicht von Gründern, Insidern oder strategischen Investoren dauerhaft gehalten wird. Laut der offiziellen Nasdaq-FAQ zur Methodikänderung erhalten Unternehmen mit niedrigem Free Float nun ein zunächst reduziertes, dann schrittweise wachsendes Indexgewicht. Wenn Nasdaq-100-Tracking-Produkte kollektiv 600 Milliarden US-Dollar an Vermögen halten, erzeugt allein die Indexaufnahme eine mechanische Nachfrage von rund 6 Milliarden US-Dollar – ausgelöst nicht durch eine Anlageentscheidung, sondern durch eine Regeländerung.

Diese Nachfrage trifft allerdings nicht sofort zum Börsenstart ein. Während aktive Anleger ab dem 12. Juni frei handeln und womöglich auf den Index-Effekt spekulieren können, müssen die passiven Indexfonds bis zum Ablauf der 15-Handelstage-Frist warten, bevor sie Anfang Juli mechanisch Milliarden in den Markt pumpen.

Hinzu kommt: Laut S-1-Prospekt hat SpaceX die übliche starre Lock-up-Periode – in der Insider ihre Aktien nach dem Börsengang nicht verkaufen dürfen – durch ein gestaffeltes System ersetzt, das den Streubesitz deutlich schneller wachsen lässt als bei einem klassischen Börsengang. Das begünstigt eine raschere und höhere Gewichtung im Nasdaq-100 – und bedeutet: Insider könnten verkaufen, während die Aktie durch Käufe der Indexfonds hochgetrieben wird.

Für die größten US-Pensionsfonds ist die Kombination aus Fast Entry und SpaceXs Governance-Struktur besonders brisant – denn sie werden durch die Indexmechanik zu Aktionären eines Unternehmens, dessen Regeln sie öffentlich ablehnen. Der New York State Common Retirement Fund, die fünf New Yorker Stadtpensionsfonds und CalPERS (der größte öffentliche Pensionsfonds der USA für Staatsbedienstete Kaliforniens) verwalten zusammen mehr als eine Billion US-Dollar – gehalten für Millionen aktiver und pensionierter Staatsbediensteter, Lehrer, Feuerwehrleute, Polizisten und Krankenschwestern.

In einem offiziellen Brief an SpaceX haben CalPERS-Chefin Marcie Frost, New Yorker Staatscontroller Thomas DiNapoli und New Yorker Stadtcontroller Mark Levine gewarnt: SpaceXs geplante Unternehmensstruktur sei die „managementfreundlichste Governance-Struktur, die je an den US-Märkten in diesem Ausmaß eingeführt wurde“. Konkret kritisieren sie laut der offiziellen Pressemitteilung des NYC Comptrollers die geplanten „ewigen Super-Voting-Aktien“ sowie eine CEO-Abberufungsklausel, die die Zustimmung des CEOs zu seiner eigenen Entlassung voraussetzt.

SpaceX plant eine Dual-Class-Aktienstruktur: Normale Aktionäre erhalten Class-A-Aktien mit je einer Stimme. Musk und eine kleine Gruppe von Insidern halten Class-B-Aktien, die jeweils zehn Stimmen tragen. Das ist die komplexere Aktienstruktur, von der die Nasdaq spricht. Unterschiedliche Stimmrechte sind im US-Tech-Sektor nicht ungewöhnlich, auch Alphabet, Meta oder Snap nutzen Dual-Class-Strukturen. Im Fall SpaceX gehen sie jedoch in Kombination mit weiteren Klauseln deutlich über das Übliche hinaus. Das Ergebnis laut S-1-Prospekt: Musk hält rund 42 Prozent des Eigenkapitals, kontrolliert aber rund 85,1 Prozent (pre-IPO; post-IPO projiziert auf ~79 Prozent) aller Stimmrechte. Wer SpaceX-Aktien kauft, kauft damit praktisch eine Beteiligung ohne echten Einfluss – wie eine Analyse zu SpaceXs Stimmrechtsstruktur zeigt.

Hinzu kommt, dass laut dem Brief der Pensionsfonds Aktionäre durch Pflichtschiedsverfahren (Mandatory Arbitration) daran gehindert sind, Sammelklagen vor Bundesgerichten einzureichen – weder als Kleinanleger noch als große Institutionen wie CalPERS. Das bedeutet, wer als Anleger Schaden nimmt, kann sich kaum gerichtlich wehren.

Für die gesetzliche Rente, klassische Lebensversicherungen und garantiebasierte Rentenprodukte ohne Fondskomponente gilt: Sie sind nicht betroffen.

Für alle anderen hängt es davon ab, was im Sparvertrag steckt. Wer einen Nasdaq-100-ETF bespart, wird somit automatisch SpaceX-Aktionär: als direkter ETF-Sparplan bei Trade Republic, Scalable oder der Hausbank, als fondsgebundene Rentenversicherung mit Nasdaq-Komponente, als Rürup-Rente mit freier ETF-Wahl oder als betriebliche Altersvorsorge mit ETF-Baustein.

Wer stattdessen einen MSCI World oder S&P 500 ETF bespart, ist indirekt betroffen: SpaceX würde dort ebenfalls aufgenommen – mit kleinerem, aber wachsendem Gewicht. Am wenigsten exponiert sind Riester-Fondssparpläne, weil die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgarantien die Aktienquote stark begrenzen – und viele Anbieter solche Pläne für Neukunden ohnehin eingestellt haben.

Für indexbasierte Produkte auf den Nasdaq-100 gilt eine besondere Mechanik: Laut der oben genannten Nasdaq-Methodik könnten die ersten Auswirkungen bereits bei der planmäßigen Indexrekonstitution im Juni 2026 sichtbar werden – Anlageprodukte, die diesen Index abbilden, würden diese US-Marktmechanik direkt importieren.

Die Fast-Entry-Regel ist keine Einmalaktion. Die Nasdaq selbst betont, dass die Änderungen eine Reaktion auf strukturelle Verschiebungen in den öffentlichen Märkten seien und branchenübergreifend gelten. Laut Reuters bereiten sich auch OpenAI und Anthropic auf Börsengänge vor, die strukturell dieselben Fast-Entry-Kriterien erfüllen würden. Die Fast-Entry-Regel könnte zur Blaupause werden, über die künftig auch andere teils unprofitable Tech-Giganten schnell in die großen Indizes gehievt werden – mit denselben Zwangskauf-Mechanismen für passive Anleger.

Die Frage, wer die Regeln einer Finanzinfrastruktur schreibt, die bis in Altersvorsorgeprodukte hineinwirkt, ist letztlich eine politische. Von Seiten der Nasdaq heißt es, dass die Methodikupdates einem formellen öffentlichen Konsultationsprozess folgten und internationalen Standards für Finanzbenchmarks entsprächen. Kritiker betonen allerdings, ein Konsultationsprozess unter Marktteilnehmern sei kein demokratisches Mandat.

Die sich beklagenden Pensionsfonds sehen in SpaceXs Konstruktion ein Muster: Vergütung außerhalb üblicher Kontrollen, Verlagerung in Bundesstaaten mit schwachen Aktionärsrechten, ein Gründer, der sich strukturell gegen Abberufung absichert. Für institutionelle Investoren sei das ein Risiko, das eingepreist werden müsse.

Nun mag man sich fragen, warum dem keine regulatorischen Schranken entgegenstehen. Tatsächlich macht die Politik selbst mit: SEC-Chef Paul Atkins argumentiert, zu viele Regeln schreckten Unternehmen vom Börsengang ab – Unternehmen sollen optional wählen können, die Quartalspflichtberichte durch halbjährliche Berichte zu ersetzen, das Ziel sei, Amerika wieder attraktiv für Investitionen zu machen. Gegenstimmen gibt es, diese blieben jedoch bisher weitgehend ungehört: Die Gewerkschaft American Federation of Teachers hat in einem Brief an die SEC gefordert, den SpaceX-IPO genau zu prüfen – „kein gewöhnliches Angebot“, dessen Größe, Governance und Listing-Mechanismus zahlreiche Warnzeichen für den Anlegerschutz aufwerfen würden.

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(vza)



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