Entwicklung & Code
AdminLTE 4.0: Neustart für das Dashboard-Framework
Mit AdminLTE 4.0.0 ist eine neue Hauptversion des Open-Source-Dashboard-Frameworks erschienen. Das Projekt hat dafür seine Architektur grundlegend umgebaut: AdminLTE basiert nun auf Bootstrap 5.3, verzichtet vollständig auf jQuery und setzt stattdessen auf TypeScript. Neben der modernisierten technischen Basis bringt die Version zahlreiche neue Beispielseiten, eine erweiterte Dokumentation und eine überarbeitete Dark-Mode-Unterstützung.
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AdminLTE ist ein UI-Template für Web-Adminoberflächen und Dashboards. Entwickler nutzen es als Grundlage für SaaS-Backends, CRM- und E-Commerce-Systeme, Monitoring-Dashboards oder interne Tools. Das Projekt liefert dafür vorgefertigte Layouts, Navigationsstrukturen, Formulare, Tabellen und Dashboard-Komponenten, die sich in eigene Webanwendungen einbinden lassen.
Abkehr von jQuery und Wechsel auf Bootstrap 5.3
Die wichtigste technische Neuerung ist die vollständige Abkehr von jQuery. Ältere Admin-Templates setzen oft stark auf jQuery-Plugins und direkte DOM-Manipulation. Moderne Frontend-Stacks bevorzugen dagegen komponentenbasierte Architekturen und native Browser-APIs. AdminLTE ersetzt seine bisherigen jQuery-Komponenten deshalb durch TypeScript-Plugins.
Parallel dazu wechselt das Projekt auf Bootstrap 5.3. Damit übernimmt AdminLTE unter anderem die native Dark-Mode-Unterstützung des Frameworks, modernisierte Utility-Klassen und die neuen Datenattribute aus Bootstrap 5. Für bestehende Projekte bedeutet das aber Breaking Changes: Die Maintainer haben mehrere zentrale CSS-Klassen umbenannt, etwa .main-sidebar zu .app-sidebar. Auch bisherige Attribute wie data-toggle heißen jetzt Bootstrap-5-konform data-bs-toggle.
18 neue Demo-Seiten und neue Tabellen-Bibliothek
Hinzu kommen 18 neue Demo- und Beispielseiten. Dazu zählen Vorlagen für Kalenderansichten auf Basis von FullCalendar, Kanban-Boards mit SortableJS, Chat-Oberflächen, Dateimanager, Projektübersichten, Mailbox-Ansichten sowie mehrstufige Formular-Wizards mit Validierung. Auch Profil- und Einstellungsseiten, Rechnungsansichten und Fehlerseiten für HTTP-Statuscodes wie 404 und 500 sind dabei. Die Beispielseiten sollen nicht nur als Showcase dienen, sondern direkt als Boilerplates für eigene Anwendungen.
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Für Tabellen setzt AdminLTE 4 auf die Bibliothek Tabulator. Die neue Implementierung kommt ohne jQuery aus und bietet Sortierung, Filterung und virtuelle Tabellen für größere Datenmengen – Funktionen, die typischerweise in Reporting- oder Monitoring-Oberflächen zum Einsatz kommen.
Auch die Unterstützung für Farbmodi hat das Projekt erweitert. Die neue Version blendet standardmäßig einen Umschalter für Light- und Dark-Mode in der Topbar ein. Die Auswahl speichert AdminLTE im localStorage und kann sie automatisch an die Systemeinstellung des Browsers über prefers-color-scheme anpassen.
Überarbeitete Dokumentation und modernisierte Toolchain
Die Dokumentation wurde ebenfalls umfassend überarbeitet. Neu sind unter anderem Kapitel zur Migration von Version 3, zu Deployment-Szenarien, Theming, RTL-Unterstützung und empfohlenen Integrationen. Die FAQ erscheint nun als eigenständige Seite mit Live-Suche und thematischen Kategorien. Zudem trennt das Projekt die Navigation der Live-Demo von der eigentlichen Dokumentation, um die Vorschauseiten übersichtlicher zu halten.
Bei der Toolchain steht ebenfalls ein Update an. AdminLTE nutzt jetzt unter anderem TypeScript 6, ESLint 10, Stylelint 17 und Astro 6.3. Die Maintainer haben außerdem mehrere ältere ESLint-Konfigurationen entfernt und auf das Flat-Config-Modell umgestellt. Nach Angaben der Entwickler soll die Abhängigkeitskette laut npm-Audit keine bekannten Schwachstellen mehr enthalten. Eine vollständige Übersicht aller Änderungen finden Interessierte in den Release Notes auf GitHub.
Hinweis zum Produktiveinsatz
Abschließend weist das Projekt erneut darauf hin, dass AdminLTE lediglich ein UI-Template und kein vollständiges Anwendungssystem ist. In Produktivumgebungen sollten Entwickler ausschließlich die kompilierten Produktionsassets bereitstellen, nicht jedoch die mitgelieferten Demo- und Beispielseiten. Die Maintainer verweisen dabei auf die ältere CVE-2021-36471, die aus ihrer Sicht auf fehlerhafte Deployments von Beispielinhalten zurückgeht.
(fo)
Entwicklung & Code
OpenSpec: Software von KI mit Spezifikationen entwickeln
Das Tool OpenSpec für Spec-driven Development führt in Version 1.6 einen Update-Befehl ein und unterstützt Projekte mit dem Coding-Agenten Oh My Pi und dem KI-Editor TRAE.
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Mit dem neuen Befehl /opsx:update können Entwicklerinnen und Entwickler eine vorhandene, mit OpenSpec erzeugte Spezifikation vor der Implementierung ändern, ohne einen komplett neuen Anlauf nehmen zu müssen.
Kommandos und Skills
Außerdem erzeugt OpenSpec nun Kommandos und Skills für den CLI-Agenten Oh My Pi und für die KI-Entwicklungsumgebung TRAE von ByteDance. Für Prompts hat das OpenSpec-Team zudem die Genehmigungsregeln vereinfacht, die Entwickler jetzt pauschal im Vorfeld erteilen können. Auch die Validierung von Anforderungen an ein neues Projekt arbeitet laut Release Notes nun konsistenter.
Das Kommandozeilen-Tool OpenSpec organisiert KI-Projekte mit Spec-driven Development. Das heißt, Entwickler teilen dem Tool ihre Idee mit (/opsx:explore), wobei sich auch explizit bestehender Code einbinden lässt. Das Tool arbeitet also auch brown field.
KI-Agenten führen
Mit /opsx:propose erzeugt OpenSpec dann die Spezifikation in verschiedenen Ordnern und Markdown-Dateien. Die Spezifikation dient als Grundlage für die eigentliche Entwicklung und führt insbesondere KI-Agenten in die richtige Richtung. Eine Ablagemöglichkeit der Specs in einem Repo ist noch beta und soll als zentrale Single Source of Truth für ein Team dienen.
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Sobald die Specs fertig sind und kein /opsx:update erforderlich war, startet man die Umsetzung mit /opsx:apply. Dabei arbeitet OpenSpec mit über 25 Tools zusammen, wie Antigravity, Claude Code, Codex, Cursor, Gemini CLI, GitHub Copilot, Junie, Kiro, Mistral Vibe, Qwen Code und neu eben Oh My Pi sowie TRAE. Als Modelle für OpenSpec selbst empfiehlt der Herausgeber Codex 5.5 oder Opus 4.7.
OpenSpec läuft auf Node ab Version 20.19 und ist Open Source unter MIT-Lizenz. KI-Contributions sind willkommen, solange sie geprüft und mit Modellbezeichnung im Pull Request erfolgen.
(who)
Entwicklung & Code
Wiederverwendbare Rakete: China fängt erstmals Stufe auf
Erstmals holte das Land die erste Stufe einer Trägerrakete kontrolliert zurück. Die Stufe der neuen Rakete „Langer Marsch 10B“ wurde auf einer Plattform auf See aufgefangen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.
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Es war der erste Flug der neuen Rakete. Xinhua sprach von einem „bedeutenden Durchbruch“. Ein von der Agentur veröffentlichtes Video zeigt, wie die Raketenstufe mit laufendem Triebwerk auf die Plattform zufliegt und nahezu senkrecht in ein hohes, rechteckiges Gerüst sinkt.
Nach Angaben der Zeitung „China Daily“ wartete das Rückholschiff „Linghangzhe“ („Pfadfinder“) auf die Raketenstufe. Das Schiff verfolgte sie und passte seine Position laufend an. Spezielle Metallhaken klappten schließlich aus und griffen in die gespannten Seile der Fangvorrichtung. Die Rakete war vom Weltraumbahnhof Hainan gestartet und brachte einen Satelliten in die vorgesehene Umlaufbahn.
SpaceX ist schon deutlich weiter
China sei laut der staatlichen Zeitung damit nach den USA das zweite Land, das über eine zuverlässige Technik für wiederverwendbare Raketen verfüge. Zugleich sei weltweit erstmals die erste Stufe einer mit einer solchen Seil-Fangvorrichtung geborgen worden.
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Vor allem das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX ist bei wiederverwendbaren Raketen deutlich weiter. China treibt die Entwicklung seit Jahren voran. Neben dem staatlichen Raumfahrtprogramm arbeiten auch mehrere private chinesische Unternehmen an der Technik, die es ermöglichen soll, Satelliten und andere Lasten günstiger ins All zu bringen.
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(afl)
Entwicklung & Code
TypeScript 7.0: Performance-Sprung durch Go-Unterbau
Microsoft hat die finale Version von TypeScript 7.0 veröffentlicht. Im Gegensatz zu früheren TypeScript-Versionen basiert der Compiler nicht mehr auf JavaScript/Node.js, sondern ist nahezu eins zu eins in Go nachimplementiert und parallelisiert viele Arbeitsabläufe, statt sie wie bisher sequenziell abzuarbeiten. Beides führt laut Microsoft dazu, dass die Toolchain je nach Anwendungsfall zehnmal schneller kompiliert als bei TypeScript 6.0.
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Gegenüber der im April veröffentlichten Beta-Version hat sich nichts Grundlegendes mehr geändert. Das finale Release konzentriert sich auf den produktionsreifen Abschluss, wie Microsoft im Blogpost zu TypeScript 7.0 schreibt: Umstellung auf das reguläre typescript-Paket, verbesserter --watch-Modus, vollständigerer Editor-Support, mehr Stabilität und klarere Migrationspfade für das TypeScript-Ökosystem.
Schneller kompiliert und geladen, weniger Speicherhunger
In seinem Blog nennt Microsoft Performance-Beispiele, die sich jeweils auf einen hardwareseitig nicht näher spezifizierten Computer beziehen.
Den Quellcode von VS-Code baut TypeScript 7.0 auf dem Testsystem um den Faktor 11,9 schneller als unter TypeScript 6.0, was die Kompilierungszeit von mehr als zwei Minuten auf knapp 11 Sekunden drückt. Bei Sentry, Bluesky und Playwright ergeben sich Beschleunigungsfaktoren von jeweils knapp unter 9 Sekunden, tldraw-Beispielprojekte kommen auf 7,7-faches Tempo.

VSCode-Beispielprojekte baut TypeScript 7.0 11,9-mal schneller als TypeScript 6.0.
(Bild: Microsoft)
Das Öffnen einer fehlerbehafteten Datei in VS Code auf dem gleichen Testsystem läuft ebenfalls schneller ab. Vergehen bei TypeScript 6.0 noch 17,5 Sekunden vom Öffnen einer fehlerhaften Datei bis zur Anzeige der Fehlermeldung, dauert das Gleiche bei TypeScript 7.0 unter 1,3 Sekunden. Neben dem Geschwindigkeitszuwachs ergibt sich laut Microsoft projektübergreifend auch ein geringerer Speicherbedarf. Während er bei Sentry um sechs Prozent sinkt, reduziert er sich bei VS Code um 18 Prozent und bei Bluesky um etwas mehr als ein Viertel.
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TypeScript 6.0/7.0: Parallelbetrieb möglich
TypeScript 7.0 lässt sich via npm mit npm install -D typescript parallel zu TypeScript 6.0 installieren und ist mit dessen Type-Checking- und Kommandozeilenverhalten kompatibel. Der bekannte Befehl tsc startet dann den neuen TypeScript-7.0-Compiler. Zusätzlich gibt es das Kompatibilitätspaket @typescript/typescript6, das zusätzlich tsc6 sowie die bisherige TypeScript-6.0-API bereitstellt, damit bestehende Tools vorerst unverändert weiterlaufen können. Eine neue API soll erst mit TypeScript 7.1 kommen.
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