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Wie gestaltet man eine Briefmarke über Frauen in der Bundeswehr? › PAGE online


30 Jahre ist es her, dass Tanja Kreil als Waffenelektronikerin bei der Bundeswehr abgelehnt wurde, da Frauen der Dienst an der Waffe verwehrt war. Sie klagte und 2000 fällte der Europäische Gerichtshof ein zukunftsweisendes Urteil. Eine Briefmarke, gestaltet von Studio Franz, erinnert jetzt daran.

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Tanja Kreil hat sich letztendlich für eine Wirtschaftskarriere außerhalb der Bundeswehr entschieden. Ihre Klage in den 1990er-Jahren aber war wegweisend. Waren Frauen zuvor nur bei der Militärmusik und im Sanitätsdienst zugelassen, stehen Frauen bei der Bundeswehr seither alle militärischen Laufbahnen offen.

Der Dienst an der Waffe ist für Frauen freiwillig und mittlerweile sind rund 13 Prozent des Bundeswehrpersonals weiblich. Sie fliegen Kampfjets und leiten militärische Einheiten. Doch das Ziel eines Anteils von 20 Prozent ist noch nicht erreicht.

Auch den Fragebogen zur Wehrerfassung, der als Reaktion auf das neue Wehrdienstgesetz seit Januar an alle volljährig gewordenen jungen Leute geschickt wurde, beantworteten nur vier Prozent der Frauen. Im Gegensatz zu der Antwort der jungen Männer war ihre nicht verpflichtend.

Wie immer man zur Bundeswehr steht, war das Kreil-Urteil, wie es nach der klagenden Elektronikerin auch genannt wird, ein wichtiger Schritt in Sachen Gleichberechtigung.

Ein anderes Camouflage

Die Briefmarke, die vom Bundesministerium der Finanzen in Auftrag gegeben wurde, würdigt jetzt »25 Jahre Frauen im Waffendienst der Bundeswehr« und soll die Vielfalt, die Chancengleichheit und Inklusion zeigen, die seither in der Bundeswehr herrscht.

Mit der Gestaltung beauftragt wurde das Duisburger Studio Franz.

Das legte besonderen Wert darauf, das Thema zeitgemäß und sensibel umzusetzen und vor allem jenseits von Stereotypen, und fand die Lösung in einem Camouflagemuster, das aus weiblichen Silhouetten besteht.

Mit Dutt und Pferdeschwanz, mit kurzem Haar und immer im Profil, bestimmen sie die Gestaltung, werden zum Muster, zum Hintergrund und gleichzeitig zum Zentrum.

Sie sind in leicht pudrigen und dennoch kräftigen Tönen dargestellt, die sich in dem Schriftzug »25 Jahre Frauen im Waffendienst der Bundeswehr« in ein klassisches Camouflagemuster in Naturtönen verwandeln.

Seit Mitte Juni ist die Briefmarke erhältlich.

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Vom Meme zur Marke: Wie die Slop-Ästhetik den öffentlichen Raum erobert – Design Tagebuch


Mit der kürzlich erfolgten Umbenennung des „Palm Beach International Airport“ in „President Donald J. Trump International Airport“ erhielt der Flughafen nicht nur einen neuen Namen, sondern auch ein neues Logo. Dessen mutmaßlich KI-generierte Gestaltung steht exemplarisch für ein Phänomen, das Design und politische Kommunikation zunehmend prägt: Slopaganda.

Am 9. Juli 2026 wurde der Palm Beach International Airport offiziell in „President Donald J. Trump International Airport” umbenannt (siehe Vorher-Nachher-Darstellung). Grundlage ist ein im März 2026 vom republikanischen Gouverneur Ron DeSantis unterzeichnetes Gesetz, das dem Bundesstaat Florida die Namensgebungshoheit über größere Flughäfen überträgt. Das Gesetz entzog dem Palm Beach County, das weiterhin Eigentümer und Betreiber des Flughafens bleibt, die Namensrechte für kommerzielle Großflughäfen und schrieb die Umbenennung zwingend vor.

Der Palm Beach International Airport (IATA: PBI) liegt bei West Palm Beach, Florida, und ist Hauptflughafen für den Großraum Palm Beach County. Er ist der drittgrößte Flughafen im Großraum Miami, nach Miami International und Fort Lauderdale–Hollywood International. Mit rund 8 Millionen Passagieren jährlich rangiert er landesweit an sechster Stelle Floridas. D…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.



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»Wer Nachwuchs gegen KI aufrechnet, denkt zu kurz« › PAGE online


Julia Peukert, Head of People & Culture bei Mutabor, über sinkende Einstiegschancen in der Kreativbranche und die Frage, wie Ausbildung im KI-Zeitalter aussehen muss.

»Wer Nachwuchs gegen KI aufrechnet, denkt zu kurz« › PAGE onlineIn der Agenturbranche und in den Netzwerken, die ich verfolge, wird gerade eine Frage mit bemerkenswerter Ernsthaftigkeit diskutiert: »Brauchen wir eigentlich noch Junior:innen?« Bei Mutabor stellen wir sie uns nicht, aber ich verstehe, warum andere es tun. Ich halte die Debatte für gefährlich. Nicht weil die Frage falsch ist, sondern weil die Antworten, die ich höre, zu oft in die falsche Richtung zeigen. Wer Nachwuchs als Ressource begreift, die sich gegen KI-Effizienz aufrechnen lassen muss, hat das Modell von Ausbildung und Nachwuchsförderung grundlegend missverstanden. Es ist genau umgekehrt: Wenn wir jetzt aufhören, in Berufseinsteiger:innen zu investieren, optimieren wir uns aus unserer eigenen Zukunft heraus.

Alarmierende Zahlen, fragwürdige Schlussfolgerungen

Der Anteil der Stellenanzeigen für Berufseinsteiger:innen in Deutschland liegt laut Stepstone-Analyse im Gesamtjahr 2025 satte 42 Prozent unter dem Fünfjahres-Durchschnitt. Index Research verzeichnet zwischen 2022 und 2025 einen Rückgang von 30 Prozent bei Young-Professional-Ausschreibungen. Auch wenn das Juniorlevel in den Agenturen noch nicht in diesem Maß betroffen ist – die Diskussion über schwindende Einstiegschancen ist längst auch hier angekommen. Die Argumentation dahinter: KI erledigt Rechercheaufgaben, erste Entwürfe, einfache Texte. Warum sollte man also in Ausbildung und die Anleitung von Junior:innen  investieren? Ich sage: Weil das Juniorlevel nicht dafür da ist, einfache Aufgaben zu erledigen. Es ist dafür da, Menschen zu Profis zu machen. Diese Funktion lässt sich nicht automatisieren.

Was KI nicht kann

Kein Sprachmodell bringt einem Junior bei, wie es sich anfühlt, wenn ein Kundenpitch scheitert und man trotzdem weitermacht. Kein Algorithmus vermittelt die Intuition, die entsteht, wenn man hundert schlechte Ideen produziert hat, bevor eine trägt. Kein LLM bringt dir die Empathie für Kund:innen bei, die Du aufbaust, wenn du bei anstrengenden Projekten gelernt hast, die Zwischentöne zu verstehen. Genau das sind aber die Erfahrungen, die aus einer Berufseinsteigerin irgendwann eine Seniorin machen, die Kunden führt, Teams entwickelt und Marken prägt. Kein Tool der Welt ersetzt einen Reifeprozess, der aus guten Mitarbeiter:innen exzellente Kolleg:innen und Führungskräfte macht. Erfahrung, Haltung und Urteilsvermögen lassen sich nicht künstlich ersetzen. Sie entstehen nicht durch Prompts. Sondern am Ende immer noch nur durch echte Verantwortung, Fehler und Konsequenzen.

»Kein Sprachmodell bringt einem Junior bei, wie es sich anfühlt, wenn ein Kundenpitch scheitert und man trotzdem weitermacht. Kein Algorithmus vermittelt die Intuition, die entsteht, wenn man hundert schlechte Ideen produziert hat, bevor eine trägt.«

Die eigentliche Chance wird gerade noch verschenkt

KI, klug in Lernprozesse integriert, kann Ausbildung tatsächlich beschleunigen und bereichern. Als Sparringspartner, der auf erste Konzepte sofort reagiert und nicht erst beim nächsten Teammeeting. Als Recherchetool, das Orientierung gibt, bevor die erste Seniorin Zeit hat, sich zu kümmern. Als Simulationsraum, in dem man Fehler machen und daraus lernen darf, ohne dass ein echter Kundenjob auf dem Spiel steht. Was wir also brauchen, sind nicht weniger Junioren:innen, sondern eine klarere Vorstellung davon, wie wir KI als Werkzeug für Entwicklung begreifen. Das ist eine Kulturfrage. Und die geht uns alle etwas an.

Die Frage ist nicht, ob, sondern wie Nachwuchs ausgebildet wird. KI verändert zwar das Lernfeld, macht es aber nicht überflüssig. Wir sind also gefordert, Ausbildungsmodelle und Berufseinstieg aktiv neu zu denken, statt den Rückzug aus der Nachwuchsförderung zu rationalisieren.

Der blinde Fleck in der Debatte

Wer glaubt, das alles betreffe vor allem die Berufseinsteiger:innen, irrt. KI verändert die Arbeit auf jedem Level gleichzeitig und mit der gleichen Konsequenz. Ein Creative Director, der heute nicht aktiv mit KI-Tools arbeitet, verliert nicht nur den technologischen Anschluss. Er verliert auch die Fähigkeit, seine Junior:innen sinnvoll zu fördern und einzuschätzen. Lebenslanges Lernen ist kein HR-Buzzword. Es ist mehr denn je die Grundbedingung, unter Agenturen wie Mutabor in Zukunft exzellente Arbeit liefern können. Und die Lernkultur, die das möglich macht, entsteht nicht von selbst. Sie muss 
aktiv gestaltet und gefördert werden. Denn sie ist und bleibt unsere wichtigste Investition in die Zukunft.

Dieser Beitrag erschien erstmals in der Printausgabe PAGE 02.2026.



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Sensible Männerthemen, von Pentagram kraftvoll in Szene gesetzt › PAGE online


Pentagram-Partner Matt Willey, gefeiert für seine umwerfend kraftvollen Designs, hat das Healthcare-Unternehmen Rugiet mit einem neuen Erscheinungsbild versehen, das Gesundheitsthemen, über die Männer nicht so gerne reden, mit jeder Menge Selbstbewusstsein begegnet.

Sensible Männerthemen, von Pentagram kraftvoll in Szene gesetzt › PAGE online

Bereits seit 2019 bietet Rugiet aus Austin, Texas, Telemedizin mit personalisierten Produkten an – und das speziell für Erektionsstörungen, für die Testosterontherapie und Schlafoptimierung, gegen Gewichtsprobleme, Haarausfall und für Longevity.

In den letzten Jahren ist nicht nur der Markt, sondern auch das Healthcare-Unternehmen gewachsen und um die eigene Identity zu schärfen und sich vom Marktumfeld abzugrenzen, setzte Rugiet auf Matt Willey.

Auf den Pentagram-Partner, der nicht nur für sein Editorial Design für Publikationen wie The New York Times Magazine gefeiert wird, dessen Art Director er mehrere Jahre lang war, sondern auch für sein typografisches Können und für seinen mitreißenden und prägnanten Stil.

Ob für sein Magazin Inque, die Titelsequenzen der Serie Killing Eve, für Briefmarken zum 75. Geburtstag der United Nations, für eine Sonderedition des Fahrradherstellers Stelbel – oder jetzt für Rugiet.

Steil nach oben

Direkt und bold ist das neue Wortlogo von Rugiet. Es ist ein Statement, das voller Selbstbewusstsein steckt und bei dem die Buchstaben vertikal angeordnet sind.

Als Signet ist es auf den Buchstaben R reduziert, der mit einem Pfeil, der gerade nach oben geht, kombiniert wird.

Es nimmt die vertikale Ausrichtung des Wortlogos auf – und steht gleichzeitig für ein »the only way is up« und für Entwicklung und Fortschritt.

Und ist, wie die gesamte Vertikalität des neuen Auftritts, auch eine augenzwinkernde Anspielung auf die Potenzmittel Rugiet Ready, auf die das Unternehmen unter anderem spezialisiert ist.

Selbstbewusster Auftritt

Die Hausschrift »Rugiet Tall«, die das neue Erscheinungsbild bestimmt und ebenfalls speziell auf eine vertikale Ausrichtung angelegt ist, entstand gemeinsam mit Commercial Type.

Die Website, die für die meisten der Kunden von Rugiet die erste Anlaufstelle für die Online-Konsultationen ist, wurde von dem Alright Studio umgesetzt.

Sanfte Farbtöne, die oft im Zusammenhang mit Gesundheitsthemen angewandt werden, sucht man hier vergeblich. Auch hält sich Rugiet nicht mit dezenten oder dunklen Farbtönen zurück.

Ganz im Gegenteil. Die neue Visual Identity leuchtet in »Rugiet Orange«, kombiniert mit Schwarz und mit Weiß.

Das alles sorgt nicht nur für einen einprägsamen Auftritt, sondern durch das selbstbewusste Auftreten auch dafür, dass Schwellen, die bei sensiblen Männerthemen besonders hoch sind, abgebaut werden.

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